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Martin Weinrich (wc)29.12.13

"The Poisoned Chalice"

James Swallow

Inhalt

Die Titan wird zur Erde zurückbeordert. Die Stimmung der Crew ist gedämpft, man trauert noch um die jüngst ermordete Präsidentin Bacco. Außerdem erwartet Captain Riker für seine Aktionen in "Fallen Gods" ein Strafverfahren. Doch anstatt suspendiert zu werden, befördert ihn Admiral Akaar zum Admiral. Riker möchte dies ablehnen, darf es jedoch nicht. In seinem Büro merkt er, dass ihm keine genauen Aufgaben zugeteilt worden sind. Rasch entdeckt er, dass die Informationen über jüngsten Ereignisse auf Andor selbst für ihn als Admiral nicht verfügbar sind. Riker beginnt, selbst Nachforschungen anzustellen.

Tuvok wird zeitgleich wieder auf eine Geheimmission gesandt, in deren Verlauf er unter anderem mit Nog zusammenarbeitet. Auch Tuvok bemerkt schnell, dass nicht alles mit rechten Dingen geschieht. Sein Auftrag lautet, die Mörder der Präsidentin zu fassen und auszuschalten. Dabei soll er Methoden anwenden, die überhaupt nicht zum Ethos der Föderation gehören.

Kritik

Die Titan wird zur Erde beordert, Captain Riker wird zum Admiral befördert. Warum? Das kann ihm niemand sagen.
"The Poisoned Chalice" ist ein langsames, dunkles und doch packendes Buch. Was sich im Vorgänger angebahnt hat, wird hier überdeutlich: Die Föderation bewegt sich in eine gefährliche Richtung. Ishan Anjar ersetzte Präsidentin Bacco nach ihrer Ermordung. Der bajoranische Politiker stellt sich als mehr als nur ein militärischer Hardliner heraus.

In erster Linie ist der Roman aber langsam. Der Leser weiß bereits, was Dr. Bashir auf Andor geleistet hat. Dass die politische Führung der Föderation dies geheim hält, ist bereits ein schlechtes Zeichen. Riker benötigt sehr lange, um die Wahrheit zu erfahren. Admiral Akaar gibt ihm kaum Informationen. Daher muss er loyale Offiziere dazu bewegen, sowohl Ezri Dax als auch Julian Bashir im Gefängnis aufzusuchen. Das nimmt dem Roman viel Tempo.

Auch Tuvoks Geheimmission geht alles andere als schnell voran. Hier müssen verschiedene Experten erst einmal herausfinden, wo sich der Gegner eigentlich versteckt. Zudem findet die Gruppe heraus, dass es die cardassianische Splitterorganisation True Way war, die Bacco ermorden ließ. Das mag die Akteure schockieren, der Leser weiß dies allerdings bereits aus "The Crimson Shadow".

Die Ungewissheit und das erneute Aufdecken der einzelnen Puzzleteilchen sorgen gleichzeitig aber für die düstere Atmosphäre des Romans. Erstmals hat man tatsächlich das Gefühl einem "Fall" beizuwohnen. Vorbei sind die Zeiten, als die Föderation noch stolz und froh ihre Ideale vor sich hertrug. Stattdessen schlagen sich die Protagonisten nun vor allem mit Geheimniskrämerei und Bitterkeit herum.

Dabei ist vor allem erschreckend, wie schnell sich die Stimmung drehen konnte. Es wird deutlich, dass es allein an der optimistischen, die Ideale der Föderation vertretenden Bacco lag, dass die kritischen Stimmen nicht auffielen. Durch ihren Tod fehlt dem optimistischen Flügel die Gallionsfigur. Anjar sieht überall nur Gegner, vor denen sich die Föderation schützen muss. Gleichzeitig weigert er sich, an Handlungen teilzunehmen, die nicht zu hundert Prozent von ihm kontrolliert werden. Daher sieht er sich auch durch den plötzlichen Kurswandel der Andorianer, die nun doch wieder der Föderation angehören möchten, bedroht.

Doch nicht nur die politische Führung wirkt verhärtet und verbittert. Ihr steht zwar eine Sternenflottenführung gegenüber, die von dem harten Kurs wenig hält. Doch scheint der Rat der Föderation von Anjar überzeugt zu sein. Es ist zwar extrem verwunderlich und noch immer unglaubwürdig, wie Anjar quasi mit diktatorischen Vollmachten Einzelentscheidungen umsetzen kann. In diesem Roman wird aber mehrmals erwähnt, dass eine dünne Mehrheit im Rat seinen Kurs unterstützt.

Außerdem trifft man auch in der Sternenflotte Vertreter eines härteren Kurses. Die stärkste Szene des Romans ist, als Commander Vale in der Rolle als vorübergehender Captain eines Schiffes die Wahrheit über Dr. Bashirs Aktionen auf Andor herausgefunden hat. Ein Anhänger Anjars versucht sie zu stoppen. Nachdem seine Aktion gescheitert ist, wirft er ihr entgegen, dass die Zeiten, in denen Sternenflottencaptains Gott spielen konnten, vorbei seien. Heutzutage müsse auch sie sich der zivilen Führung unterwerfen.

Dieser Konflikt macht "The Poisoned Chalice" letztlich zu einem packenden Roman. In der Föderation baut sich ein Elitenkonflikt an. Auf der einen Seite steht eine militärische, in einigen Punkten sogar kriminelle Führung. Auf der anderen Seite befinden sich vereinzelte Sternenflottencaptains und Admiräle, die sich dem neuen Kurs in den Weg stellen. Dabei kommt automatisch die Frage auf, ob die zivile Führung nicht über viel mehr Legitimation verfügt als die vielleicht richtig aber auch eigenmächtig handelnden Captains.

Leider wird dieses moralische Problem mit dem Ende des Romans auch gelöst. Tuvoks Geheimmission entpuppt sich als Falle für alle Beteiligte. Nachdem sie die Cardassianer gefangen genommen haben, müssen sie diese in klingonisches Territorium überführen. Dort sollen nicht nur die Cardassianer liquidiert werden, sondern auch die Sternenflottenoffiziere, die an der Geheimmission teilgenommen haben. Der Grund ist rasch gefunden: An der Ermordung der Präsidentin waren nicht nur Cardassianer beteiligt – sondern auch Berater Anjas, womit dieser natürlich alle Legitimität verspielt hat.

Diese krasse Enthüllung ist ein Schock, zumal die Beweise von den Klingonen vernichtet werden. Die Enthüllung wäre sogar unglaublich, hätte man besagten Berater nicht in den beiden Romanen zuvor als kaltblütigen und gelegentlich grausamen Machtpolitiker kennengelernt. Die Situation erreicht am Ende des Romans ihren Tiefpunkt. Riker muss sich mit seinen Mitstreitern in stark abgeschirmten Räumen treffen, überall könnte die zivile Führung mithören. Die Art wie die Langstreckenkommunikation innerhalb der Föderation abgehört wird, hat beinahe etwas Totalitäres. In den letzten Kapiteln verliert man den Glauben daran, dass Ashan noch aufgehalten werden kann - schließlich überzeugt er mit seiner Polemik gegen den Typhon-Pakt die verunsicherte Bevölkerung der Föderation. Im Finale der Miniserie "The Fall" wird sich zeigen, ob dies bereits der Tiefpunkt war oder ob sich für die Föderation noch ein größerer "Fall" anbahnt.

Fazit: Das Problem, dass Ishan Anjars Machtfülle als Übergangspräsident unrealistisch wird, löst auch der vierte "The Fall"-Band nicht. Dafür präsentiert er eine gemächliche Rätselsuche nach der politischen Verschwörung innerhalb der Föderation, die nicht nur in einem ungewöhnlich düsteren Setting angesiedelt ist, sondern am Ende auch noch unglaubliche Ergebnisse zutage fördert. Das unterhält sehr gut und baut viel Spannung für das Finale der Miniserie auf.

"The Poisoned Chalice" ist unter anderem bei Amazon.de als Taschenbuch und als E-Book erhältlich.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "The Poisoned Chalice"

Originaltitel "The Fall - The Poisoned Chalice"

Buchreihe Post-'Nemesis'

Autor James Swallow

Preis 5,50 Euro

Umfang 375 Seiten

Verlag Simon & Schuster Pocket Books

ISBN 978-1-47672-2-221

(wc - 04.01.14)


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