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Martin Weinrich (wc)08.12.16

"The Jackal's Trick"

John Jackson Miller

Inhalt

Als Kruge von James T. Kirk getötet wurde, hinterließ er sein Haus in Aufruhr. Vor seinem Tod versprach er seinem treuesten und fähigsten Soldaten Korgh sein komplettes Erbe, um sein Haus vor dem unvermeidlichen Untergang durch die Leitung seiner unfähigen Verwandten zu beschützen. Doch das Testament konnte nicht besiegelt werden und in dem darauffolgenden Machtkamp ging Korgh leer aus. Im ersten Teil der Reihe gelang es Korgh 2385 durch eine penibel geplante Verschwörung das komplette Haus Kruge zu vernichten und sich selbst als Lord des Hauses zu platzieren. Da er Kruges große Abneigung gegenüber der Föderation teilt, setzte er alles daran, die Schuld für die Anschläge Captain Picard und seiner Crew zuzuschieben. Derweil beginnen von der klingonischen Gesellschaft entehrte Klingonen unter Korghs Anweisung Terroranschläge im Imperium durchzuführen.

Zu Beginn des zweiten Teils weiß der Leser also, dass Korgh mithilfe einiger Verschwörer hinter den merkwürdigen Ereignissen des letzten Teils steckt. Captain Picard und Admiral Riker versuchen ohne dieses Wissens derweil alles, um die Kithomer Allianz zusammenzuhalten und einen weiteren Schritt in Richtung eines dauerhaften Friedens mit dem Typhon Pact zu gehen. Doch während die Föderation eine entscheidende Konferenz plant, vermehren sich die Anschläge durch ausgegrenzte Klingonen innerhalb des Imperiums. Korgh scheint alles unter Kontrolle zu haben. Allerdings gehen waghalsige Pläne immer das Risiko ein, durch Unaufmerksamkeit aus dem Ruder zu laufen: Korghs Plan hat das Potenzial den Status Quo im Alpha- und Betaquadranten radikal zu verändern.

Kritik

Das Klingonische Imperium ist in Unruhe, die Khitomer Allianz ist bedroht: Der Enterprise-Besatzung bleibt wenig Zeit um die Hintermänner hinter den Ereignissen ausfindig zu machen.
Der erste Teil der "Prey"-Trilogie Hell`s Heart war äußerst überzeugend. Miller gelang es, einen überzeugenden Mix aus der vielschichtigen klingonischen Kultur, Spannung und Tempo zu schaffen. Die 100 Jahre alte Verschwörung, die dabei handlungstreibend war, sorgte für viel Lesevergnügen und konnte zudem das Beste aus den TOS und Next Generation Charakteren herausholen. Überraschenderweise und für den zweiten Teil einer Trilogie sehr untypisch, hält "The Jackal's Trick" dieses Niveau nicht nur, der Roman übertrifft es sogar.

Bei einem zweiten Teil besteht immer die Gefahr, dass der Roman lediglich ein Füllroman ist, der wenig zur Handlung beiträgt (wie z.B. "Der Ursprung allen Zorns"). Außerdem laufen großangelegte Verschwörungen in Trilogien immer Gefahr, dass die Protagonisten der Serie drei Bände ihren Antagonisten hinterherrecherchieren nur um im Finale dann den letzten Clou zu finden und die Situation zu ihrem Gunsten aufzulösen (wie z.B: "Ins Herz des Chaos"). "The Jackal's Trick" ist keins von beidem: Auf der einen Seite agieren alle Charaktere proaktiv und zum anderen erweitert sich der Handlungsrahmen hier so extrem und mehrdimensional, dass man den Roman kaum zur Seite legen möchte.

Zunächst einmal ist der Konflikt eine inner-klingonische Angelegenheit. Ein mächtiges Haus wird plötzlich von einem neuen Kopf geleitet. Schnell gelingt es Korgh aber im Hohen Rat eine Anti-Föderation Fraktion zu gründen und zu jeder Gelegenheit gegen die Föderation zu polemisieren. Dadurch haben die Ereignisse unmittelbare Auswirkungen auf die Allianz. Im Verlauf der Handlung schleicht sich zudem geradezu unbemerkt der Typhon Pact in Korghs Pläne ein. Außerdem arbeiten Korghs Helfe, die einem merkwürdigen Täuscherverein angehören, an ihrer eigenen Agenda. Mit diesen Handlungselementen und einer gelungenen Überraschung am Ende des Romans dehnen sich die Auswirkungen der Ereignisse Stück für Stück aus und fesseln den Leser.

Während die Makrohandlung also überzeugen kann, gilt das auch für die Mikrohandlung. Millers Charaktere lassen sich nie einfach von den Ereignissen treiben, sondern versuchen alles, um diese proaktiv zu beeinflussen. Dabei ist es sehr gut anzusehen, wie die Sternenflottenoffiziere ihren ganzen Intellekt bemühen, um irgendwie hinter den verworrenen Plan Korghs und andere Akteure zu schauen. So gelingt es wie im ersten Teil immer mal wieder Aspekte des Plans zu vereiteln. Dies sorgt für Tempo und Spannung und beschert vor allem Worf wieder sehr gute Momente.

Das Glanzstück des Romans ist jedoch die vielschichtige Darstellung klingonischer Lebensarten. Auf der einen Seite hat man mit Korgh einen Vertreter der ganz alten Schule, die irritierenderweise von seiner größten Rivalin im Haus Kruge geteilt wird. Diese ideologischen Gemeinsamkeiten sind freilich nicht ausreichend, um den Konflikt zwischen den beiden beizulegen. Gleichzeitig bietet Worf ein Bild auf die andere Seite der Medaillie. Dazwischen sind die ausgestoßenen Klingonen, die sich entschieden haben, nicht mehr sieben Generationen lang auf den Wiedererwerb ihrer Ehre zu spekulieren, sondern sich an der Mehrheitsgesellschaft zu rächen. Doch auch in ihnen leben klingonische Vorstellungen weiter. Je mehr sie erkennen, dass sie lediglich ein Spielball in Korghs Plan sind, desto mehr fallen Worfs Warnungen auf fruchtbare Ohren. Diese Dreiecksdiskussion ist sehr gelungen und Miller bettet sie sehr gut in die spannende Haupthandlung ein.

Die Rückblende in die Vergangenheit hat diesmal nur am Rand mit Kirk und der Enterprise-Besatzung zu tun. Stattdessen steht eine interessante Scharlatantruppe im Mittelpunkt. Ihr Ziel ist es, ganze Gesellschaften mit der Hilfe fortschrittlicher Technologie zu täuschen. Dabei verhalten sie sich zwar meistens wie gewöhnliche Räuberbanden. In vielen Fällen gelingt es ihnen jedoch, ihr gegenüber zu täuschen. Gleichzeitig erläutert diese gelungene Rückblende, warum es zur tiefen Abneigung für die Föderation bei einem Typhon Pact Volk gekommen ist. Dieser Handlungsstrang ist faszinierend, bereichert den Roman und mündet in einer überraschenden Tragödie.

Doch auch neben Worf und den Scharlatanen gibt es viele gelungene Charaktere in allen Lagern. Unter den Nebendarstellern sticht zunächst Kahless hervor. Doch auch Picard, Riker und Geordi machen in "The Jackal's Trick" eine sehr gute Figur. Die kurzen Kapitel setzen die Handlung und die Charaktere prägnant und spannend in Szene und so lässt dieser Roman den Leser begeistert und voller Vorfreude auf den dritten Teil zurück.

Fazit: "The Jackal's Trick" setzt den Kampf um die Seele des klingonischen Imperiums mit einer grandiosen Handlung, smarten Charakterisierungen und viel Spannung fort. Eine bessere Fortsetzung des sehr gelungenen Vorgängers ist nicht vorstellbar.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "The Jackal's Trick"

Buchreihe Post-'Nemesis'

Autor John Jackson Miller

Preis 8,06

Umfang 384 Seiten

Verlag Simon & Schuster Pocket Books

ISBN 9781501115806

(wc - 08.12.16)


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