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Martin Weinrich (wc)19.12.16

"The Hall of Heroes"

John Jackson Miller

Inhalt

Im ersten Teil der Trilogie setzte Korgh, der einstige Ziehsohn Kruges, einen Racheplan in die Tat um, den er 100 Jahre lang geplant hat. Mithilfe einer Gruppe ausgestoßener Klingonen und technisch fortschrittlicher Birds of Prey tötete er alle Nachfahren Kruges und schwang sich selbst zum Herrn des Hauses auf. Außerdem sähte er anschließend mit den Ausgestoßenen Unruhe im Reich. Es gelang ihm, die Verantwortung für die Entwicklung der Föderation zuzuspielen, sich selbst zur einflussreichen Stimme im Hohen Rat aufzuschwingen und das Kithomer Abkommen ernsthaft zu gefährden.

Doch im zweiten Teil der Trilogie entglitt der Plan langsam aber sicher seiner Kontrolle. Es gelang ihm weder die Ausgestoßenen auszuschalten, nachdem sie ihm nicht mehr nützlich waren, noch behielt er die Kontrolle über eine Gruppe Illusionisten, die er benötigte, um die Ausgestoßenen wiederum unter Kontrolle zu behalten. Außerdem stellte sich heraus, dass in seinem Team einige Elemente für den Typhon Pact arbeiteten. Durch eine Reihe Missgeschicke verlor er seinen Enkel und die Kontrolle über die Ereignisse.

Allerdings reichten die Ereignisse nicht aus, um Korghs Verschwörung zu enthüllen und ihn in seinem Machtstreben zu stoppen. Stattdessen arbeitet er emsiger als zuvor daran, die Kontrolle über das Klingonische Imperium zu erlangen. Während Korgh im Hohen Rat Stück für Stück mehr Unterstützer findet, gelingt es ihm gleichzeitig die Öffentlichkeit gegen die Föderation aufzuhetzen. Admiral Riker, Captain Picard und Captain Dax bleibt nur noch wenig Zeit die verworrene Situation aufzuklären, bevor sich die öffentliche Meinung endgültig gegen die Föderation richtet.

Kritik

Korghs Racheplan gerät außer Kontrolle, sowohl das Kithomer Abkommen als auch die Existenz des Klingonischen Imperiums sind gefährdet.
Vor allem im Vergleich zu den oftmals kitschigen oder zu collagehaften Titelbildern der frühen "Cross Cult"-Romane und den jüngsten schaurig designten deutschen Serienlogos haben die amerikanischen Titelbilder oftmals eine schlichte aber beeindruckende Ausstrahlung. Für "The Hall of Heroes" gilt dies nicht: Vor der Lektüre des Romans starren zwei unglaublich schlecht animierte und auf peinliche Art vor eine Bird of Prey Kulisse gesetzte Klingonen (vermutlich Worf und Kahless) den Leser an. Glücklicherweise bleibt dies der einzige negative Punkt des fulminanten Finale der "Prey"-Trilogie. John Jackson Miller führt mit "The Hall of Heroes" die vielen Handlungsstränge grandios zusammen und verliert dabei keinen seiner Charaktere aus den Augen.

In erster Linie bleibt "Prey" eine klingonische Trilogie. Kahless und Worf versuchen den "Unsung", den ausgestoßenen und von Korgh instrumentalisierten Klingonen, nach Korghs Verrat die klingonische Kultur nahe zu bringen. Dies ist für die Ausgestoßenen ein langwieriger und über weite Strecken schmerzhafter Prozess. Schließlich wurden sie dazu erzogen, das Imperium und seine Kultur zu hassen. Trotz der action- und temporeichen Handlung nimmt sich Miller viel Zeit um verschiedene Aspekte der klingonischen Kultur zu erforschen und zu zeigen, dass man als Klingone keine indoktrinierende Erziehung braucht, um das Konzept von Ehre zu verstehen. Doch auch an anderen Schauplätzen konzentriert sich Miller auf die Klingonen. Die Schilderungen von Korghs Propagandaveranstaltungen gelingen ihm sehr gut. Noch besser sind jedoch die häufig nur in kleinen Szenen ausgeführten Begegnungen zwischen Sternenflotten Schiffen und klingonischen Raumern. Jeder klingonische Kapitän geht mit der plötzlich gereizten Atmosphäre zwischen den zwei Supermächten anders um. Dadurch erhält man ein überzeugendes implizites Panorama klingonischer Mentalität, das den Roman atmosphärisch trägt.

Genau so überzeugend zeichnet Miller die Stimmung im Klingonischen Imperium nach. Der Wandel der öffentlichen Meinung vollzieht sich nicht abrupt und anders als in Prometheus gibt es auch keine großartige Macht im Hintergrund. Stattdessen ringen hier zwei ähnlich ausgestattete Seiten mit Argumenten um die Zustimmung der Bevölkerung. Das bessere Argument siegt dabei nur in Verbindung mit glaubhaften Taten - ein schöner Kommentar auf politische Ereignisse des Jahres 2016.

"The Hall of Heroes" bietet zudem Einblicke in die Gesellschaft der Kinshaya und der Breen. Das sind schöne Fortsetzungen der originalen Typhon Pact Geschichten Nullsummenspiel und Kampf, die weniger actionreich waren und sich mehr auf die Erforschung der Typhon Pact Kulturen konzentrierten. Die Breen werden aus der bewundernden Sicht der Orionerin Shift beschrieben. Sie sieht in ihnen eine attraktive Alternative zu ihrem Sklavenleben und setzt sich rasch gänzlich für die Ziele der Breen ein. Die Gesellschaft der Kinshaya lernt man im Rahmen eines religiösen Konflikts kennen, der einen zentralen Teil der Handlung ausmacht. Beide Handlungen sind sehr gelungen und vor allem Shifts Lebens- und Leidensgeschichte gibt der "bösen" Seite der Handlung ein interessantes Gesicht.

Neben den gelungenen Charakteren und Kulturen ist die Handlung enorm spannend. Die Breen und Korgh arbeiten gegeneinander aber auch jeweils auf ihre Weise gegen die Föderation. Das führt zu vielen Scharmützeln, Verfolgungsjagden und Rätselspielen. Viele kleine Puzzlestücke aus den ersten zwei Bänden werden aufgegriffen, mit neuen ergänzt und zu einem insgesamt stimmigen und spannenden Abschluss geführt. Wie in den vorherigen Bänden räumt Miller den Sternenflottenoffizieren nur wenig Platz ein, nutzt ihn aber, um sie aktiv Antworten ausknobeln zu lassen. So enthüllen Picard und Co Stück für Stück die riesige Verschwörung Korghs und die geheimen Pläne der Breen, indem sie keinen noch so kleinen Hinweis ignorieren.

Wollte man kleinkariert nach einem negativen Punkt suchen so könnte man darauf hinweisen, dass man auch Korghs Schicksal so ambivalent wie Shifts hätte darstellen können. Der alte Klingone hätte das Potenzial für einen tragischeren Abgang. Doch Miller entscheidet sich gegen diesen Weg und entwickelt ein atemberaubendes, aus Korghs Sicht jedoch brutal-knappes Finale. Andererseits trifft diese Darstellung ganz Korghs Charaktere: Korgh denkt in knappen, abstrakten aber tödlichen Plänen. Da ist bis auf einen von Kruge ererbten Hass auf die Föderation wenig Platz für Emotionen. Mit seinem Machtstreben und seinem Hass stürzt er das Imperium und die Galaxis in eine Krise aus der er nur eine Seite unbeschadet hervorgehen kann.

Bis auf diesen winzigen Punkt ist "The Hall of Heros" ein einziger spannender Lesefluss. Hier wird alles was das "Star Trek"-Universum nach "Nemesis" zu bieten hat aufgefahren. Trotz der vielen Handlungsebenen (von denen hier nicht einmal alle erwähnt wurden) gelingt es Miller seine Trilogie mit einem Finale abzuschließen, dass weder konstruiert noch gezwungen wirkt. Stattdessen verbindet er all seine Erzählstränge mit beeindruckender Leichtigkeit und entlässt den Leser nach einem actionreichen Showdown mit zwei nachdenklicheren Gerichtsverfahren.

Fazit: "The Hall of Heroes" ist der fulminante Abschluss einer sehr gelungenen Trilogie, die die klingonische Kultur in den Mittelpunkt stellt. Eine Vielzahl an Handlungssträngen wird hier geradezu spielerisch zu einem grandiosen Finale zusammengeführt. Das "Star Trek" Romanjahr 2016 endet damit mit einem der unterhaltsamsten und mitreißendsten Romane der letzten Jahre.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "The Hall of Heroes"

Buchreihe Post-'Nemesis'

Autor John Jackson Miller

Preis 7,91

Umfang 381 Seiten

Verlag Simon & Schuster Pocket Books

ISBN 9781501116032

(wc - 20.12.16)


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