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Christiane Gref (gr)24.02.13

Drei Hörspiele für kalte Abende

Neues von von Titania Medien

"Schwarze Krallen" und "Der Eschenbaum", zwei Geschichten aus dem "Gruselkabinett" sowie "Spurlos verschwunden", ein neuer Fall von Sherlock Holmes. Die monatlichen Hörspiel-Empehlungen von Christiane Gref.

"Schwarze Krallen"

Folge 70 der Reihe "Gruselkabinett" von Titania Medien

Nach einer Geschichte von Robert G. Howard

"Schwarze Krallen"
Die Geschichte trägt sich in den Südstaaten des Jahres 1935 zu. Joel Brill ist ein ambitionierter, junger Wissenschaftler, der sich mit der Kultur westafrikanischer Volksstämme befasst. Sein alter Freund und Mentor, Jim Reynolds, liegt eines Abends tot in seinem Wochenenddomizil und Joel wird beschuldigt, sein Mörder zu sein. Obgleich er ein hieb-und stichfestes Alibi für die Tatzeit hat, beginnt er dennoch an sich selbst zu zweifeln. Reynolds Hausdiener sind der festen Überzeugung, dass Joel der Täter ist. Und damit nicht genug, sie beschuldigen ihn, eine Bestie zu sein. Doch die Wahrheit ist eine ganz andere.

Wer hat Angst vor der schwarzen Kralle? Niemand! Und wenn sie kommt? Dann rennen wir davon! Nutzt nur nichts. Denn für die Bestie dieses Hörspiels sind weglaufende Menschen allenfalls Sport und geschlossene Türen kein Problem. Ein schönes "Whodunit" liefert Titania Medien mit dieser Folge ab.

Konrad Bösherz alias Joel Brill verkörpert den perfekten Zu-Unrecht-Verdächtigten. Buckley, ein kritischer Zeitgenosse und seines Zeichens Inspektor, wird von Ronald Nitschke gesprochen. Und dann sind da noch Dirk Petrick, Sebastian Schulz, Martin Kautz und Benjamin Kiesewetter, die die Herausforderung meistern mussten, Inder, Afrikaner, Chinese und Perser zu mimen. Es gab sicherlich viel Gelächter während der Aufnahmen im Tonstudio.

Das Cover lässt glücklicherweise viele Deutungen offen. Rechts im Bild ist eine gewaltige schwarze Hand mit Krallen zu sehen, die allerdings keine Rückschlüsse auf das dazugehörige Wesen zulässt. Links sieht man einen jungen Mann mit sorgenvollem Blick. In der Mitte ist ein Herrenhaus abgebildet. Das Cover macht neugierig. Die Illustration stammt von Ertugrul Edirne.

Fazit: Ein solides Stück Gruselkunst, liebevoll in Szene gesetzt.


"Der Eschenbaum"

Folge 71 der Reihe "Gruselkabinett" von Titania Medien

Nach einer Geschichte von M. R. James

"Der Eschenbaum"
Ost-England, man schreibt das Jahr 1690. Sir Matthew Fell beobachtet in Vollmondnächten eine Frau aus dem Dorf, die einen Ritus bei dem Eschenbaum auf seinem Anwesen praktiziert. Die Frau steht im Ruf, eine gefährliche Hexe zu sein. Sir Matthew, der mehr inquisitorische Ambitionen hegt als der ansässige Priester, drängt so lange, bis die alte Mrs. Mothersole schließlich verhaftet wird. Der darauffolgende Prozess ist eine Farce. Mrs. Mothersole wird der Hexerei bezichtigt und hingerichtet. Kurz bevor sie stirbt, verflucht sie Matthew Fell. Unter merkwürdigen Umständen kommt Sir Matthew kurz danach zu Tode. Wie er starb, ist den Hinterbliebenen unklar, doch dass der Eschenbaum in irgendeinem Zusammenhang mit dem Unglück steht, daran zweifelt niemand.

"Der Eschenbaum" ist eine Familiensaga, wenngleich auch nicht mit dem Umfang der meisten Werke dieser Art. Viele historische Stoffe bedienen sich dieses Kunstgriffs, um die Handlung spannender zu machen. Hier ist das Konzept aufgegangen. Der Enkel von Matthew Fell rollt den alten Fall wieder auf und begibt sich auf die Spuren seines Großvaters. Gelingt es dem Nachkommen, den Fluch zu brechen?

Eine mysteriöse Geschichte, die lebendige Erzähler braucht. Sir Matthew als Despot und Hexenverunglimpfer wird von Frank-Otto Schenk gesprochen. Katarina Tomaschewsky konnte sich als Hexe wunderbar austoben. Der hungrige Hexenjäger wird herrlich arrogant von Peter Weis verkörpert. Sebastian Schulz lieh dem Enkel des Verfluchten seine Stimme. Erzählt wird die Geschichte von Hasso Zorn.

Das Cover kommt sehr morbide daher. Im Bild haben wir eine Symbiose aus Pflanze und Mensch, daneben stehen Grabsteine im Sonnenuntergang. Die Illustration stammt von Firuz Askin.

Fazit: Man mag sich nicht ausmalen, was so alles in Gewächsen leben kann. Eine Variante gibt es mit Folge 71 auf die Ohren. Schön gruselig.


"Spurlos verschwunden"

Folge 6, Sherlock Holmes - Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs

Ein Hörspiel von Titania Medien

"Spurlos verschwunden"
Eine junge Mutter, Fanny Ross, wendet sich verzweifelt an Sherlock Holmes und Doktor Watson. Nach der Geburt ihres unehelichen Sohnes entschied sich Fanny, das Baby gegen Bezahlung bei einer älteren Dame in Pflege zu geben. Als sich Fanny entschließt, ihren Sohn allen Widrigkeiten der Gesellschaft zum Trotz zurückzuholen, erfährt sie, dass ihr Sohn sich nicht mehr bei der alten Dame befindet. Sie ahnt Schreckliches. Sherlock Holmes und Doktor Watson machen sich auf die Suche nach dem vermissten Kind und machen eine grausige Entdeckung.

Diese Folge ging mir sehr unter die Haut. Es war mir bekannt, dass der Handel mit unehelichen Kindern zum Ende des 19. Jahrhunderts, gerade in England, wahnwitzige Blüten trieb. Unverheiratete Mütter wurden von der Gesellschaft geächtet, ja, es war sogar strafbar, ein uneheliches Kind großzuziehen. Wohin also mit den Babys? Das Angebot, gegen ein paar Pfund die "Sorge" los zu sein, mag sicherlich viele Mütter verlockt haben.

Die ältere Dame, Amelia Dyer, bei der Fanny ihren Sprössling in guten Händen hofft, ist der Prototyp einer verabscheuungswürdigen Hexe, die sich ihre Drogensucht mit Menschenhandel finanziert. Da Amelia Dyer gar nicht daran denkt, sich um die gekauften Babys zu kümmern, ist klar, was mit den armen Würmchen passiert.

Zu Beginn bedienen sich Holmes und Watson ihres gewohnt legeren Umgangstons. Frotzeleien mit der Vermieterin, flapsige Sprüche von Watson und die Süffisanz von Sherlock Holmes lassen nichts Böses ahnen. Doch etwa ab der Mitte kippt die Geschichte, wird ernsthaft und mit der nötigen Sensibilität erzählt. Ein Lob an das Produktionsteam von Titania Medien, denen hier ein Kunstgriff gelungen ist, der auch hätte in die Hose gehen können.

Fazit: "Spurlos verschwunden" ist nichts für schwache Nerven. Wer sich aber traut, wird belohnt. Selten hatte ich ein so intensives Hörerlebnis. Vielen Dank hierfür.

Vielen Dank an Titania Medien für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Diese Hörspielrezension ist auch zusammen mit weiteren Texten aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror in der Februar-Ausgabe unseres monatlichen Magazins "Incoming Message" erschienen. Falls Sie die "Incoming Message" noch nicht abonniert haben, können Sie das Internet-Magazin zusammen mit unserem wöchentlichen Newsletter "TrekZone Weekend" hier kostenlos bestellen.

(gr - 24.02.13)

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