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Matthias Wieprecht (we)16.06.14

Exklusiv: Gespräche zu "Batman - Inferno"

Die Bösewichte von Gotham City übernehmen die Bühne

Die Hörspielserie "Gotham Knight" hat bewiesen, dass es möglich ist, Batman auch als Hörspiel erfolgreich an Mann und Frau zu bringen. Grund genug für Highscore Music, und somit für Produzent Sebastian Pobot, den dunklen Ritter abermals in den Ring zu schicken. Batmans neue Gegner: der Joker und Enfer. Das TZN sprach exklusiv mit Sebastian Pobot und Sascha Rotermund, der nicht nur Batman seine Stimme leiht, sondern dies auch für Cumberbatch/Khan in "Star Trek Into Darkness" getan hat, über diese neue Produktion.

Interview mit Sebastian Pobot

TrekZone Network: Bevor ich zu der neuen "Batman"-Reihe "Inferno" einige Fragen habe, möchte ich die letzte Reihe der "Gotham Knight"-Serie" ("Batman − Gotham Knight, Folge 03: Monster") loben. Hier gefielen mir besonders die Rückblenden, in denen sich Bruce Wayne an einen weiteren Teil seiner "Ausbildung" − neben der von Rás Al Ghul − erinnert. Die Folge fügte sich noch mehr als die zwei vorhergehenden in die letzten Kinofilme ein. Haben Sie auch einen persönlichen Favoriten unter den "Gotham Knight"-Folgen?

Sebastian Pobot: Vielen Dank für das Lob! Einen richtigen Favoriten habe ich unter den drei "Gotham Knight"-Folgen eigentlich gar nicht. Die Staffel ist so bunt und unterhaltsam geworden, dass es schwer fällt, sich für eine Folge oder gar Szene zu entscheiden. Der "Mann in Schwarz" performt so packend, Batman sowieso, die Mafiakriege sind extrem gut geworden, die Kämpfe und Verfolgungsjagden und erst recht die düstere Stimmung um "Arkham Asylum". Besonders cool sind in der dritten Folge "Monster" Batmans Flashbacks, die er unter Einfluss des "Monster"-Giftes erlebt. Man erfährt hier viel Wichtiges über seine Vergangenheit, die ihn zu dem machte, was er jetzt ist.

TZN: Nun erscheinen, unter dem Titel "Inferno", neue "Batman"-Folgen. Wenn ich richtig informiert bin, ist die Vorlage eine Novelle von Alex Irvin und steht − wie "Gotham Knight" − in einer vagen Beziehung zu dem ersten Kinofilm "Batman Begins". Stand für Sie schon lange fest, dass dies die nächsten Abenteuer wären, die Sie uns präsentieren wollten? Mit Hilfe welcher Kriterien suchen Sie neue Abenteuer aus?

Pobot: So unromantisch es auch klingen mag: Die beiden Hauptkriterien bei allen Highscore Music Releases sind das Interesse des Marktes, schließlich wollen wir für den Geschmack der Fans produzieren, und die rechtlichen Optionen einer Umsetzbarkeit. Natürlich muss mir persönlich das Thema gefallen − das ist klar. Aber, da wir überwiegend bekannte Lizenzthemen produzieren (wie zum Beispiel "Captain Future", "Offenbarung 23" und so weiter) oder Originale veröffentlichen (zum Beispiel "Professor van Dusen", "Scotland Yard", "Schubiduu...uh" oder "Heimlich und Co.), kommen für mich gleich danach die lizenztechnischen Details − die sind entscheidend.

In dem konkreten Fall haben wir mit DC und Warner zusammen entschieden, was den Markt interessieren könnte und was sich akustisch gut umsetzen lässt. "Gotham Knight" war die erste Wahl, da man dort Batman als Charakter gut vorgestellt bekommt und gleichzeitig auch Hintergründe durch die Rückblenden geboten werden. "Inferno" sollte als zweite Vertonung folgen, da hier Batmans bekanntester Gegner auftritt: der Joker!

TZN: In dieser Geschichte begegnen wir erstmals dem Joker, gesprochen von Christian Rudolf. Rudolf macht seinen Job sehr gut. Haben Sie damit gerechnet, dass er den Joker so überzeugend darstellen würde?

Pobot: Ja, da er diese Rolle bereits schon einmal gesprochen hat, nämlich in dem Computerspiel "Mortal Kombat vs. DC Universe" − deshalb fiel die Wahl auf Christian Rudolf. Davon mal abgesehen ist er ein sehr guter Schauspieler und als Hörspielsprecher absolut erfahren, da er schon unzählige Male für Heikedine Körting (Europa) im Einsatz war, unter anderem bei den "Drei Fragezeichen" und "TKKG".

TZN: Was sind so typische Regieanweisungen für die Schurken − Enfer und Joker − während der Aufnahmen? Wird viel wiederholt?

Pobot: Die Regieanweisungen für die Schurken sind nicht viel anders als die für alle anderen Sprecher. Da geht es um Betonungen, Intensität, Stimmung, Sauberkeit, Verständlichkeit und so weiter.

Aber generell ist es so, dass wir ausschließlich mit Profis arbeiten. Und Sprechern wie Patrick Bach, Christian Rudolf, Sascha Rotermund oder Gordon Piedesack muss man dann gar nicht mehr groß was sagen. Sie bereiten sich alle sehr intensiv auf ihre Rollen vor und sind absolut im Thema, was natürlich auch viel Studiozeit spart und von daher sind viele Wiederholungen meist gar nicht nötig.

TZN: Als ich das Hörspiel zum ersten Mal gehört habe, fielen mir die Stellen auf, wo Sie die "täglichen Nachrichten" in das Geschehen einblenden. Das ist ziemlich geschickt gemacht, finde ich, da der Eindruck erweckt wird, das alles geschieht genau "jetzt". Das Bearbeiten einer solchen Novelle ist ja offenbar weit mehr als nur das Übertragen der wörtlichen Rede. Wie geht ihr da heran?

Pobot: Das stimmt − das reine Übertragen eines Buches in Skriptform funktioniert nicht. In einem Hörspiel hat man schließlich ganz andere stilistische Möglichkeiten, die einem ein Buch nicht bietet. Es ist so, dass man sich erst mal vorzustellen versucht, wie die Szenen im Kopf des Hörers entstehen sollen und diese werden später dann zu Papier gebracht. Was lässt man die Sprecher sagen? Was übernimmt der Erzähler? Welche Geräusche sind an welcher Stelle notwendig, um den Sinn zu unterstützen? Und so weiter.

Die "News" sind aber tatsächlich aus dem Buch übernommen worden, denn diese brachten einfach eine Ebene in das Hörspiel, die sich von "Gotham Knight" unterschied. Wir wollten in diesem Fall mal Gotham Citys Presse näher beleuchten, das hatte sich hier angeboten.

TZN: Patrick Bach spielt beziehungsweise spricht den Enfer. Genial! Ist das wirklich der Patrick Bach, den wir früher in Serien wie "Jack Holborn" und "Anna" gesehen haben? Wie kam es zu der Zusammenarbeit?

Pobot: Ebender Patrick Bach ist das. Patrick ist einfach klasse und wir haben schon öfter mit ihm zusammengearbeitet (zum Beispiel zuletzt bei einem "Captain Future"-Hörspiel) − er ist sozusagen ein "Freund des Hauses". Wir konnten ihn in diesem Fall einfach mal von der Kette lassen und er hat eindrucksvoll gezeigt, dass er auch die Bösewichte sprechen kann, es müssen nicht immer nur die lieben und netten Helden sein.

TZN: Können Sie noch etwas zu Besonderheiten dieser aktuellen Produktion sagen? Und: Ist schon in Sicht, was uns "Batman"-Fans noch an Hörspielen erwartet?

Pobot: "Inferno" zeigt, dass man auch mal den Bösewichten Gotham Citys die Bühne überlassen kann und sie ebenfalls glänzen können, wenn auch auf ihre ganz eigene Art und Weise. Vor allem zeigt diese Storyline, dass es nicht immer nur Action sein muss, wenn es um Batman geht, sondern dass es auch lohnt, die Charaktere genauer zu beleuchten. Das macht bei "Inferno" den Reiz aus.

Ja, wir diskutieren zurzeit, welche "Batman"-Stoffe passen würden. Zum Glück gibt es ja ein fast unerschöpfliches Angebot. Welche es sein werden, können wir noch nicht abschließend sagen − wer aber möchte, kann sich gerne jederzeit über unsere Homepage oder unsere Facebook-Seite über den aktuellen Stand auf dem Laufenden halten. Natürlich auch über unsere anderen zahlreichen Produkte!

Interview mit Sascha Rotermund

TrekZone Network: Für die Leser des TrekZone Networks wäre es sicherlich interessant zu erfahren, wie es denn so war, Synchronsprecher von Benedict Cumberbatch als Khan zu sein. Könnten Sie dazu ein paar Worte sagen?

Sascha Rotermund: Benedict Cumberbatch ist immer ein Highlight, ich halte ihn für einen der ganz großen Talente unserer Zeit. In ihm steckt unheimliches Potenzial. Ich tue mein Bestes, um ihm und seinen sehr unterschiedlichen Rollen gerecht zu werden. Ich hatte mittlerweile etwa sechsmal das Vergnügen, und die Arbeit ist jedes Mal eine Herausforderung an Konzentration, Spielfreude und großer Anstrengung. Wenn die Aufnahmen dann geschafft sind und das Team im Studio, Regie und Filmverleih zufrieden sind, bin ich sehr glücklich.

"Star Trek" und die Rolle Khan waren ein Highlight, weil ich privat mit Khan (wie Sie ahnen) recht wenig gemeinsam habe, und mein Regisseur Björn Schalla sich mit mir auf eine echte Suche begeben hat, wie man sich dieser Rolle nähert.

Ein großer Teil der schauspielerischen Arbeit ist die Suche nach dem Charakter der Rolle. Synchronisation ist immer das Wagnis, einem Schauspieler, der diese Arbeit bereits hinter sich und die Rolle bereits gefunden hat, gerecht zu werden. Und das ist bei einem großartigen Schauspieler wie Benedict Cumberbatch und einer komplexen Rolle eine echte Herausforderung. Aber genau das liebe ich!

TZN: Jens Wawrczeck, unter anderem die Stimme von Peter in den "drei Fragezeichen", sagte einmal − in Bezug auf seine Synchronarbeiten an "King of Queens" − es sei immer wieder seltsam, andere Personen mit der eigenen Stimme sprechen zu hören. Geht Ihnen das auch so?

Rotermund: Das ist in der Tat im ersten Moment immer seltsam, umso mehr, je weiter der Charakter von einem persönlich entfernt ist. Aber irgendwann gewöhnt man sich dran.

TZN: Sie sind Jahrgang 1974. Theoretisch könnte es sein, dass Sie von "Star Trek" ziemlich viel mitbekommen haben. Wie stehen Sie zu "Star Trek"?

Rotermund: In meiner Kindheit habe ich mit meinen Geschwistern im Wohnzimmer gesessen und wir haben die alte Serie mit William Shatner und Leonard Nimoy im Fernsehen gesehen. Es war spannend, witzig, mit vielen skurrilen Charakteren versehen und so herrlich bunt. Aber vor allem ist "Star Trek" Kult! Das begriff ich, als ich dann mit 18 wieder einige Folgen aus der alten Serie gesehen habe, und sich mein Blickwinkel verändert hatte. Ich fand's immer noch cool, aber aufgrund der Kostüme und Kulissen von damals jetzt auch sehr lustig.

Für mich ist "Star Trek" brillante Unterhaltung. Aber darüber hinaus bin ich immer wieder fasziniert von den vielen Fans, die sich wirklich mit diesem ganzen Universum beschäftigen und auskennen. Etwas muss wirklich außergewöhnlich sein, damit ein solcher generationsübergreifender Kult entsteht.

TZN: Und wie stehen Sie, wo wir schon dabei sind, eigentlich zu "Batman"? In den 80er-Jahren gab es ja durch den Ehapa-Verlag geradezu legendäre Veröffentlichungen, unter anderem in Form von "Superbänden". Es war die Zeit von Comiczeichnern wie Neal Adams, der einen eher ernsten Batman schuf (nachdem Adam West ihn in der ulkigen TV-Serie vollkommen veralbert hatte...). Ja, wie haben Sie "Batman" als Kind oder Jugendlicher erlebt und wie erleben Sie das "Phänomen" "Batman" heute?

Rotermund: "Batman" ist für mich gerade wegen der düsteren Atmosphäre und der tiefen Melancholie der Figur eine ganz spannende Angelegenheit. Dazu die Geschichte des Einzelkämpfers mit der schweren Vergangenheit, die der Figur viel Tiefe verleiht. Ausgestattet ist das Ganze mit sehr viel Stil, bizarren Spielorten und diesen vielen herrlichen Fieslingen. Batman ist eigentlich "nur" ein Comic, aber gerade heute Entertainment auf höchstem Niveau.

Ich selbst bin mit "Batman" erst in Berührung gekommen, als Tim Burton 1989 den Film mit Michael Keaton und Jack Nicholson als Joker heraus brachte, da war ich 15. Ich erinnere mich, dass ich damals im Sommer ein paar Tage in Paris verbracht habe und dass am Virgin Megastore dieses gigantische Batman-Symbol hing. Das hat mich enorm beeindruckt. Der Film hat mich damals umgehauen. Heute ist das für mich hervorragendes Unterhaltungskino, das ich mir am liebsten zusammen mit meiner Familie auf dem Sofa gefallen lasse.

TZN: Wie ist es jetzt − in den Hörspielen −, Batman zu sein?

Rotermund: Es ist mir eine große Ehre. Ich bin vor allem mit Spaß aber auch mit Respekt an die Sache herangegangen und ich finde, das gesamte Endergebnis ist den Machern um Sebastian Pobot von Highscore Music hervorragend gelungen.

TZN: In den Kinofilmen mit Christian Bale, die uns heute noch so lebendig in Erinnerung sind, sprach David Nathan den Batman. Sie haben den Batman − mit Ihrer Stimme − quasi "neu erfunden". Hatten Sie ein "mulmiges Gefühl" dabei, Batman zu sprechen, wo David Nathan doch in aller Ohren noch Batman war?

Rotermund: Auch wenn eine Rolle oder ein Stoff schon einmal oder öfter umgesetzt wurde, so ist jede neue Arbeit daran etwas Neues. Die Figur James Bond zum Beispiel wurde von verschiedenen Schauspielen verschieden gespielt, und nicht zuletzt ja auch Khan in "Star Trek". Man kann da nur beherzt an die Sache rangehen, mit Respekt, aber niemals unsicher.

Meinen Kollegen David Nathan schätze ich sehr, und er hat Christian Bale als Batman hervorragend synchronisiert. Die Hörspiele von Highscore Music lehnen sich jedoch an die Filme mit Christian Bale nicht an, insofern war es schon von der Ausgangssituation her eine ganz andere Baustelle.

Ich habe mich in der Vorbereitung mit Batman beschäftigt, habe mir Comics, und Ausschnitte aus den Filmen mit Michael Keaton, Val Kilmer, George Clooney und auch Christian Bale angesehen. Die restliche Arbeit geschah dann zusammen im Studio.

TZN: "Spielen" Sie Ihre Szenen mit, wenn Sie Ihre Aufnahmen machen?

Rotermund: Selbstverständlich. Durch das Mikrofon ist man zwar in der Bewegung eingeschränkt, trotzdem ist Hörspiel und auch Synchronisation "Schauspiel am Mikrofon". Es gibt aber auch (leider nur selten) Produktionen, in denen der Ton wie am Filmset "geangelt" wird, das heißt der Tonmeister verfolgt den Schauspieler mit einem mobilen Mikrofon. Zum Beispiel bei der Synchronisation zu "Inside Wikileaks" (Benedict Cumberbatch als Julian Assange) haben wir so gearbeitet.

TZN: Wie ist das Zusammenspiel mit anderen "großen Stimmen" wie Jürgen Thorman?

Rotermund: Auch dies ist mir (ohne zu pathetisch klingen zu wollen) eine Ehre. Jürgen Thormann gehört zu den großen Charakteren dieser Zunft, und ich bin stolz, mit ihm in einer Reihe genannt zu werden. Eine schöne Erfahrung, beispielsweise auch mit Axel Milberg bei Aufnahmen zu den Wallander-Hörspielen war, dass die "größten" und erfahrensten Kollegen auch oft die entspanntesten und kollegialsten sind.

TZN: Ich bedanke mich bei Sebastian Pobot und Sascha Rotermund für die informativen Antworten!

Aktuell liegen aus der Reihe "Batman: Inferno" vor:

Diese Interviews sind zuvor auch in unserem monatlichen Magazin "Incoming Message" erschienen. Falls Sie die "Incoming Message" noch nicht abonniert haben, können Sie das Internet-Magazin zusammen mit unserem wöchentlichen Newsletter "TrekZone Weekend" hier kostenlos bestellen.

(we - 16.06.14)


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