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Christian Freitag (cf)04.11.12

Hoffentlich nicht das letzte Abenteuer!

"Captain Future": Eine Wiederentdeckung durch Hörspiele

Helden der Kindheit: Wie altbekannte Serien in neuer Form wieder zum Leben erweckt werden können, zeigt das Beispiel "Captain Future". Die Zeichentrickserie erlebt als Audioproduktion ihre Wiederauferstehung.

Vor drei Jahren verschwand die Future-Besatzung in den unendlichen Weiten des Alls. Sie waren zur Andromeda-Galaxis unterwegs, um die Wiege der Menschheit zu suchen. Nun will man sie für tot erklären und das Mondlaboratorium übernehmen, aber unsere wackeren Helden von der Planetenpolizei Ezella Garnie und Joan Landor glauben daran, dass man die Menschheit vor sich selbst beschützen müsse. Sie brechen auf, um die Geheimnisse von Captain Future zu wahren. Auf dem Mond finden sie jedoch heraus, dass Future und seine Mannschaft leben - und sie haben etwas mitgebracht, das die Menschheit bedroht.

Als Kind der späten 70er und 80er bin ich mit vielen - guten und vergessenen - Zeichentrickserien aufgewachsen, die heute - vergebens - ihresgleichen suchen. Eine darunter jedoch blieb mir sehr gut in Erinnerung. Schon damals lief häufig "Raumschiff Enterprise" im Fernsehen, und daher war ich eh Space-Opera-vorgeschädigt. Als ich dann die Komet sah und deren Crew sowie die unvergleichliche Musik von Christian Bruhn, die sich ins Hirn brannte, wusste ich, dass da eine ganz besondere Serie läuft.

Damals wusste ich nicht, dass die Serie massivst verstümmelt wurde und bis auf eine Episode ausnahmslos die Geschichten von vier auf drei Folgen gekürzt hatten. Mir fiel lediglich damals auf, dass während der Zusammenfassung Szenen zu sehen waren, die ich vorher nicht gesehen hatte. Und wer weiß, ob die Serie heute noch in Deutschland Anhänger hätte, wenn die Musik wie in der japanischen Version gewesen wäre. Denn hier hatte sich das deutschsprachige Studio im Gegensatz zu solchen Lächerlichkeiten wie Synchronisation oder Zensur und Kürzungen tatsächlich Mühe gegeben. Was mir bereits damals positiv auffiel, war, dass die Geschichten nicht auf japanisches Gutdünken entstanden, sondern von einem Science-Fiction-Autor, der seine Future-Geschichten in den 40er-und 50er-Jahren veröffentlichte.

Man merkte der Serie nämlich anders als anderen Produktionen zu jener Zeit an, dass sie erwachsener wirkte - trotz der manchmal etwas flapsigen Synchronisation und Kürzungen. Innerhalb der Serie wurden Gewalttaten gezeigt und es gab auch Tote, während in anderen Trickfilmserien es allerhöchstens nur ein Handgemenge gab und die Fiesen auch inhaftiert wurden, aber es irgendwie immer schafften, auszubrechen und in der nächsten Folge brühwarm einen anderen Trick zu versuchen. Nicht so bei "Captain Future", bei dem es durchaus häufig ausweglose Situationen gab und die einen ernsthaften, melancholischen Unterton hatten. Captain Future war eher der nachdenkliche, intelligente, aber zurückhaltende Held, der an das Gute glaubte, seinerseits selbst aber häufig recht traurig wirkte.

Als dann die DVD-Boxen erschienen, war ich froh, meine Freude erhielt aber gleich einen Dämpfer. Denn sämtliche Episoden waren so geschnitten wie zu besten ZDF-Zeiten. Keine Szenen wurden hinzugefügt. Das Bild war schlecht, als hätte man es aus dem Fernsehen aufgenommen. Zudem waren die DVDs sehr teuer. Doch wer wie bei anderen Serien auf preiswertere Zeiten hoffte, der wurde enttäuscht. Ein Erbenstreit sorgte dafür, dass die DVDs vom Markt genommen wurden. Die Rechte waren ausgelaufen, niemand wusste Bescheid und die Sache geriet in Vergessenheit. Die DVD-Boxen selbst, zwar in Ordnung aufgemacht, aber schlimm in der technischen Ausführung, wurden zu astronomischen Preisen verkauft, sodass sie heute als Kapitalanlage gelten! In der Zwischenzeit hatte sich jemand die Rechte gesichert und beabsichtigt - seit einiger Zeit allerdings ohne nennenswerte Fortschritte - einen Kinofilm aus "Captain Future" zu machen, der sich sowohl an den Romanen als auch an der Trickfilmserie orientieren will.

Vor kurzem hatte ich dann erfahren, dass "Captain Future" zurückkehrt - auf CD - mit Originalmusik und den meisten Originalsprechern der Reihe! Rechte sind was Schönes ... sie sollen Ansprüche der Eigentümer sichern. Allerdings kümmern sich die Eigentümer nicht um die Sendungen.

So werden dann sehr bekannte DVD-Boxen beschnitten, weil Musikrechte verletzt werden könnten, die natürlich Tag für Tag in diversen Sendungen stundenweise abgespielt werden, ohne dass es einen interessiert. Oder es werden Szenen auf DVDs geschnitten, weil sie ja zu brutal sind, während diese im Fernsehen teilweise unzensiert gezeigt werden. So ist es auch bei "Captain Future". Rechte verhinderten, dass das Cover der Zeichentrickserie nachempfunden wurde, eher schlicht ist und kaum auffällt. Ich habe eher durch Zufall davon erfahren, obwohl die CD-Serie bereits bei Folge 3 angekommen ist und der letzte Teil bereits diesen Monat veröffentlicht wird. So wie die CD nämlich aussieht, wäre sie mir nie aufgefallen. Rechte verhinderten auch, dass es ein Hörspiel wurde - es ist ein inszeniertes Hörbuch.

So können glücklicherweise mehrere Sprecher fungieren und nicht nur einer den Text aufführen. Was mich insbesondere stört, wenn männliche Sprecher, wie bei den "Star Trek"-Hörbüchern, Frauen nachsprechen. Hier hat der Verlag das Bestmögliche rausgeholt. Der alte Soundtrack wurde an den richtigen Stellen zugefügt und rettet so manches Mal die Situation, wenn der Erzähler, der an sich seine Sache gut macht, anfängt zu langweilen und die Dialoge nervig mit "sagte" unterbricht. Aufgrund etwaiger Klagen verzichtete man jedoch darauf, etwaige Parteien zu unterminieren und behielt dieses nervige "sagte" und "fügte hinzu" bei, was den Dialog häufig ausbremst. Man reizte jedoch die Möglichkeiten so aus, dass es beinahe ein Hörspiel wird.

Fazit: Die Sprecher machen ihre Sache gut. Und die junge Frau Bierstedt hört sich als Joan viel besser an als die hölzerne Stimme damals. Allerdings hat sie auch hier nur einen kleinen Part. Meistens stöhnt sie herum oder schluchzt, sodass man teilweise schon glaubt, man sei im falschen Hörspiel oder im Eros-Center. Dass der Captain-Future-Sprecher jetzt eher monoton sprechen soll, fiel mir überhaupt nicht auf.

Schon damals sprach er eher nachdenklich und ohne Höhe und Tiefen oder große Emotionen. Die Grag- und Otto-Sprecher haben ebenfalls keinen großen Part, aber wenn, dann kommen wieder die alten Streitdialoge, für die ich sie damals schon geliebt hatte. Sie erinnerten auch immer an Spock/McCoy-Streitereien. Anders als die Serie hat diese Folge jedoch nur wenige Schauplätze: Joans Apartment auf der Erde, der Raumflughafen und letztlich der Mond, in dessen Future Labor sich der Großteil der Episode abspielt. Die Folge ist weniger actionlastig, sondern wie in der Serie eher eine nachdenkliche Folge über die Vergangenheit der Menschheit, die zu Geheimnissen des Universums geworden sind. Der Verlag veröffentlicht zunächst die vier Abenteuer aus "Die Rückkehr des Captain Future". Wie und ob es danach weitergeht, ist unbekannt. Ich würde mich aber freuen, wenn man nicht das Letzte von Future gehört hat, sondern man in letzter Konsequenz endlich erwachsener die Abenteuer erzählt, die in der Fernsehserie gekürzt wurden.

Die drei "Captain Future"-Hörbücher "Die Rückkehr von Captain Future", "Kinder der Sonne" und "Die Harfner des Titan" sind unter anderem bei Amazon.de erhältlich.

Dieser Artikel ist auch zusammen mit weiteren Texten aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror in der Oktober-Ausgabe unseres monatlichen Magazins "Incoming Message" erschienen. Falls Sie die "Incoming Message" noch nicht abonniert haben, können Sie das Internet-Magazin zusammen mit unserem wöchentlichen Newsletter "TrekZone Weekend" hier kostenlos bestellen.

(cf - 04.11.12)


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