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Matthias Wieprecht (we)08.05.14

"Star Wars"-Filme für die Ohren

"Thrawn-Trilogie" und mehr als Hörspiel

"Star Wars" gibt es nicht nur als Film und Serie, sondern auch als Hörspiel. Auf Deutsch vertont wurde unter anderem die beliebte "Thrawn-Trilogie" – ein Klassiker der "Star Wars"-Literatur. Das TZN sprach mit dem Hörspielproduzenten Oliver Döring über "Star Wars", "Star Trek" und J. J. Abrams.

Im Jahre 1991 begann eine Buch-Trilogie, "Star Wars"-Fans in aller Welt zu begeistern. Es handelte sich um die sogenannte "Thrawn-Trilogie". Da man seit fast zehn Jahren ("Die Rückkehr der Jedi-Ritter" kam in Deutschland 1983 in die Kinos) nichts mehr von Luke, Han und Leia gehört hatte, war dies auch kein Wunder. Timothy Zahn, der Autor jener Werke, vermochte es besser als jeder andere zuvor, die Helden von einst mit Leben zu füllen.

In den Büchern "Erben des Imperiums" (1991, "Heir of the Empire"), "Die dunkle Seite der Macht" (1992, "Dark Force Rising") und "Das letzte Kommando" (1993, "The Last Command") wird davon erzählt, wie etwa fünf Jahre nach den bekannten Ereignissen Großadmiral Thrawn das Komando über die Reste der imperialen Flotte übernimmt. Er kennt ein Geheimnis, der Macht beizukommen und nutzt es, um den sehr merkwürdigen Jedi C'baoth, der wie ein Sith zu denken scheint, auf seine Seite zu ziehen. Thrawn verspricht C'baoth für seine Unterstützung Luke und die mit Zwillingen schwangere Leia.

Während hier Ränke geschmiedet werden, ist man sich im Senat der neuen Republik höchst uneinig. Der neue Schmugglerkönig und somit Nachfolger von Jabba the Hutt tritt auf und man trifft auf allerlei alte Bekannte sowie neue Gesichter. Die Trilogie begründete das Expanded Universe, welches offiziell zur "Star Wars"- Saga gehört.

Rund 20 Jahre nach Erscheinen der Bücher nahm sich nun Oliver Döring dieser beliebten Reihe an und vertont(e) sie. Es ist beileibe nicht seine erste Hörspiel-Arbeit in Sachen "Star Wars": 2006 / 2007 vertonte er schon "Das Labyrinth des Bösen" von James Luceno (drei Folgen). Schon damals zeigten Oliver Döring und sein Team, was sie drauf hatten: Die Originalsprecher von Obi Wan Kenobi, Anakin Skywalker, General Grievous und so weiter wurden bis zum letzten Klonkrieger und bis zum letzten Droiden so besetzt, wie wir es schon in der neuen Trilogie im Kino hören konnten.

Durch gelungene Zusammenarbeit mit Lucasfilm Ltd. war es Oliver Döring sogar möglich, die Originaleffekte und die Originalmusik von John Williams zu verwenden, so dass dem Kopfkino nichts im Wege stand. "Das Labyrinth des Bösen" erklärte vieles, was uns "Episode II" hätte erklären sollen und wurde ein großer Erfolg. Bereits 2008 folgte der Vierteiler "Dark Lord", abermals nach einem Buch von James Luceno, nach altbewährtem Rezept.

Für die Vertonung der "Thrawn-Trilogie" konnte Oliver Döring all jene bekannten Stimmen verpflichten, die uns in den 80ern so vertraut geworden sind. So hört jeder Luke Skywalker, der die Stimme von Hans-Georg Panczak hört und Wolfgang Pampel ist natürlich Han Solo. Der letzte Teil des zweiten Buchs, "Die dunkle Seite der Macht" ist im November 2013 erschienen. Aktuell kommt nach und nach "Das letzte Kommando" heraus. Jeder Teil umfasst vier bis fünf CDs.

Das TrekZone Network sprach mit Oliver Döring über seine "Star Wars"-Audioproduktion.

TrekZone Network: Sind Sie "nur" "Star Wars"- oder auch "Star Trek"-Fan?

Hörspielproduzent Oliver Döring
Oliver Döring: Als "alter Sack" (Jahrgang 1969) gehörten TOS und auch die (damals noch schrecklich synchronisierte und arg gekürzte) Zeichentrickserie zu den absoluten TV-Highlights meiner Kindheit. Vieles, was seinerzeit im ZDF lief, war am nächsten Tag in der Schule ein großes Thema, so zum Beispiel ob sich Computer wirklich irren können wie bei "Kirk unter Anklage". Als TNG begann, habe ich mir die Pilotfolge auf VHS aus der Videothek ausgeliehen (damals noch mit anderer Synchro) und fand diese erste Folge ziemlich schleppend. Aber betrachtet man diese zusammen mit "Gestern, Heute, Morgen" ist es wahrscheinlich der beste Kreis, den jemals eine TV-Serie geschlossen hat.

Im Laufe der Zeit hat TNG inhaltlich neue Maßstäbe im TV gesetzt und "Star Trek" in den 90ern zu einem weltweiten Massenphänomen gemacht. Ich fand TNG unglaublich cool, weil es glaubhaft war, weil die Charaktere und Geschichten so stark waren und weil es einen optimistischen und friedfertigen Grundtenor hatte. Dabei ist "Star Trek" überhaupt nicht naiv, was Episoden wie "Wem gehört Data?", "Ich bin Hugh" oder "Geheime Mission auf Celtris Drei" beweisen. Doch nicht nur inhaltlich beinhaltet die Serie Höhepunkte, die man anderswo vergebens sucht. Jetzt auf Blu-ray sieht man auch, wie extrem ausgefeilt die Special Effects waren. Es ist herrlich, die alten Episoden (auch TOS) im neuen Glanz zu erleben und ich hoffe inständig, dass DS9 eines Tages ebenfalls ein so liebevolles HD-Mastering erfahren wird. Also − ich betrachte mich sowohl als einen "Star Trek"- als auch als einen "Star Wars"-Fan. Und obwohl beide Phänomene so unterschiedlich sind, kann ich einen harten Cut nicht ziehen, denn beide haben ihre ganz eigene Magie.

TZN: Wie fanden Sie die neuen "Star Trek"- (J. J. Abrams) / "Star Wars"- (E I − III) Filme?

Döring: Nun, Abrams hat mit dem Re-Launch von "Star Trek" sehr erfolgreiche Blockbuster mit unglaublichen Schauwerten ins Kino gebracht. Ich sehe mir die Filme sehr gerne an. Vom ursprünglichen "Star Trek" hat er sich aber entfernt. Das kann ich verstehen, denn sowohl "Der Aufstand" als auch "Nemesis" − auch wenn beide gute "Star Trek"-Filme sind − blieben meiner Meinung nach hinter den Vorgängern zurück. Sie vermochten Nicht-Trekkies wohl nicht zu überzeugen. Ich weiß nicht, wie man das alte "Star Trek"-Feeling anders wiederbeleben könnte. Abgesehen von den Kinofilmen und einigen Romanen war "A Final Unity" das letzte Produkt, bei dem ich mich im alten "Star Trek"-Universum wirklich heimisch gefühlt habe. Aber vielleicht muss man die alten Gefühle auch gar nicht wiederbeleben. Abrams hat eine Brücke geschlagen zwischen dem klassischen "Star Trek" und dem Blockbuster-Kino heute. Auf dieser Brücke laufe ich gerne hin- und her.

TZN: Können Sie sich noch an Ihre erste "Star Wars"-Begegnung erinnern?

Döring: Es waren hauptsächlich Bilder. Berichte und Fotos und selbst die Action-Figuren (glaube ich) schwappten noch vor dem Film zu uns nach Europa. Bereits die Bilder hatten eine unglaubliche Sog-Wirkung auf mich. Ich habe als Kind jede Form von Science-Fiction geliebt, aber es gab damals nicht wirklich viel, was kindgerecht war. Und plötzlich eröffnete dieser Film ein ganzes Universum des Phantastischen. Ein Film, der wie für mich gemacht worden schien. Damals waren die Bilder aus dem Film das Aufregendste, was ich jemals gesehen hatte.

TZN: Wie erklären Sie sich selbst die Ungereimtheiten zwischen der alten und neuen Trilogie?

Döring: Ehrlich: Gar nicht. Ich suche auch nicht danach, sondern nehme die Filme so, wie sie sind. Klingt jetzt vielleicht, als wollte ich eine möglichst kurze Antwort darauf geben, aber ich lasse mich wirklich gerne fallen, wenn ich "Star Wars" sehe. Viel mehr Spaß habe ich zum Beispiel an dem Trooper, der in Episode IV mit seinem Helm gegen das Schott rennt. Das habe ich 25 Jahre lang nicht bemerkt.

TZN: Dachten Sie schon lange vor "Labyrinth" daran, ein "Star Wars"-Hörspiel aus der Literatur zu vertonen? Wie kamen Sie mit Lucasarts in Kontakt? Hatten Sie dabei auch Kontakt zu George Lucas persönlich?

Döring: Ich habe bereits Mitte der 90er-Jahre mit einem Freund einen Versuch unternommen, an die Lizenz heranzukommen. Damals hatten wir eine Firma, die sich hauptsächlich auf Radio-Comedy spezialisiert hatte. Wir waren viel zu klein, um ernsthaft Hörspiele in der Größenordnung herzustellen, die der Lizenz gerecht geworden wäre. Insofern war es gut, dass ich mich erst hochgekämpft habe und mit "John Sinclair" auf dem Hörspielmarkt einen veritablen Erfolg verbuchen konnte. Mit diesem Erfolg war es dann auch möglich, im Jahr 2004 an die Lizenz zu kommen, zumal ich nun auch erfahrene Geschäftspartner an meiner Seite wusste und das nötige Know-how für ein solches Unternehmen erworben hatte.

Wir haben uns gemeinsam über die deutschen Rechteverwalter bei Lucasfilm beworben und das Projekt vorgestellt. Mit George Lucas selbst bin ich leider noch nie direkt in Kontakt getreten, auch wenn ich ihm während der Aftershow-Party zur Premiere von Episode III einmal zum Greifen nah war.

TZN: Inwiefern unterschied sich die Arbeit an "Labyrinth" zu der an "Dark Lord"?

Döring: Nun, bei "Labyrinth" war ich unglaublich aufgeregt. Ich hatte die große Befürchtung, dass meine Arbeit bei den Fans durchfallen könnte, aber die vielen positiven Kritiken haben mir Mut gemacht. Ich dachte, bei "Dark Lord" würde alles etwas entspannter ablaufen, aber dann wurde mir plötzlich von Seiten des damaligen Vertriebspartners wegen der Veröffentlichung enormer Druck gemacht. Beide Produktionen sind also unter erheblichem Stress entstanden.

TZN: Passt für Sie die "Erben"-Trilogie zu den bekannten Filmen (speziell der neuen Trilogie)?

Döring: Die "Thrawn-Trilogie" führt ja die Handlungsstränge der klassischen Trilogie fort, und das war ja auch seinerzeit die große Sensation und hat das Expanded Universe, wie wir es heute kennen, quasi begründet. Mit der neuen Trilogie gibt es zwar weniger direkte Berührungspunkte, aber ja − ich finde, dass die Saga durch die "Thrawn-Trilogie" bestens ergänzt wird.

TZN: Was erhoffen Sie sich von den kommenden "Star Wars"-Filmen? Was würden Sie sich wünschen?

Döring: Als TESB angekündigt wurde, habe ich mir genau diese Fragen gestellt. All meine Erwartungen wurden aber vom Ergebnis weit übertroffen. Genau das wünsche ich mir nun auch.

TZN: Was halten Sie von J. J. Abrams als Regisseur von sowohl "Star Trek" als nun auch "Star Wars" (soweit das zu sagen ist)?

Döring: Viele sagen ja, dass er ein neuer Steven Spielberg sei. Ich verstehe zwar, was damit wohl gemeint ist, aber ganz sehe ich das nicht so. Spielberg ist einmalig, und Abrams ist es auch. Er ist schon so lange im Filmgeschäft und seine Filme haben eine ganz eigene Handschrift. Niemand kann sagen, wie Episode VII werden wird, aber ich bin da ganz offen und vertraue einfach auf Abrams' Können und Spürsinn.

TZN: Sie haben eine Eigenproduktion mit dem Titel "End of Time" auf den Weg gebracht. Die erste CD liegt vor. Genießen Sie die künstlerische Freiheit, hier etwas Eigenes schaffen zu können, gerade da Sie ja in Bezug auf die "Star Wars"-Hörspiele stets genau darauf achten müssen, dass es sich auch nach "Star Wars" anfühlt?

Döring: Natürlich. Bei "Star Wars" gehe ich mit größtem Respekt vor der Vorlage an die Arbeit heran. Die kreative Herausforderung ist es, daraus einen "Star Wars"-Film für die Ohren zu schaffen. Das verlangt mein ganzes Können. Bei "End of Time" oder demnächst auch bei "The Border" hingegen kann ich mich anders austoben. Beides, die Arbeit an "Star Wars" und an meinen eigenen Stoffen, verschafft mir ungeheurere Freude.

TZN: Wollen Sie noch etwas zu "End of Time" sagen?

Döring: Nur, dass es endlich weitergeht. Die Folgen 2 und 3 sind aufgenommen und werden bald abgemischt. Es tut mir wirklich leid, dass es so lange gedauert hat, aber "Thrawn" hat uns alle mehr Zeit gekostet als geplant.

TZN: Wäre es denkbar, auch in Ihrer Wohnung "Star Wars"-Merchandise zu entdecken?

Döring: Mein Studio ist der eigentliche Platz für so was, und mit jedem Artikel verbinde ich etwas Persönliches. Hier verziert Vieles meine Möbel und Geräte − überwiegend Merchandise von "Star Wars", aber nicht nur. Hier steht zum Beispiel ein kleines Lichtrad aus "TRON" oder auch ein wütender "J. J. Jameson" aus Spider-Man, der mich immer böse anguckt, wenn ich mal zu lange Pause mache ...

TZN: Könnten Sie sich theoretisch vorstellen, dass Sie eines fernen Tages, aber noch in dieser Galaxis, ein weiteres "Star Wars"-Buch vertonen? Rein hypothetisch gesprochen?

Döring: Natürlich. Ob was draus wird, kann ich aber noch nicht sagen, da die Verhandlungen noch anstehen.

TZN: Vielen Dank für das informative Interview!

Dieses Interview ist zuvor zusammen mit weiteren Texten aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror in unserem monatlichen Magazin "Incoming Message" erschienen. Falls Sie die "Incoming Message" noch nicht abonniert haben, können Sie das Internet-Magazin zusammen mit unserem wöchentlichen Newsletter "TrekZone Weekend" hier kostenlos bestellen.

(we - 08.05.14)

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