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Shinzon Darhel (sd)01.10.13

Filmkritik zu "World War Z"

Bevölkerungsreduktion leicht gemacht

In "World War Z" kommt Murphys Gesetz nicht zu kurz! 530 Millionen US-Dollar bei Produktionskosten von 190 Millionen hat das Werk des Schweizer Regisseurs Marc Forster weltweit bislang eingespielt. Shinzon Darhel hinterfragt Story und Zombies.

In "World War Z" kommt der Dritte Weltkrieg als Zombieapokalypse daher. Von dieser wird der ehemalige UN-Mitarbeiter Garry Lane (Brad Pitt) samt seiner Familie mitten in einem Stau überrascht. Es beginnt eine wilde Flucht, doch dank der hochrangigen Beziehungen von Garry wird die Familie vom Militär auf einen sicheren Flugzeugträger im Atlantik ausgeflogen.

In der dortigen Zentrale wird Garry das gesamte Ausmaß der Zombieapokalypse bewusst. Die Bevölkerungsreduktion beläuft sich innerhalb kürzester Zeit auf mehrere Milliarden, was bereits im Filmtrailer sehr dramatisch dargestellt wird. Man kommt geradezu zwangsläufig zu der Vermutung, es mit einer biologischen Waffe zu tun zu haben, die genau zu diesem Zweck geschaffen wurde.

Den wahren Ursprung des Virus wird Garry jedoch nie herausfinden. Dafür erfährt er am eigenen Leib, wie es in der hastig etablierten Militärdiktatur zugeht. Wer nicht von Nutzen ist, wird in ein Flüchtlingslager zurück aufs Festland deportiert, wo die Zombieseuche wütet. Um seine Familie zu retten, wird er gezwungen, sich auf eine Mission zu begeben. Diese führt ihn zunächst nach Südkorea, wo der Ursprung der Seuche vermutet wird.

Natürlich verläuft dort alles nach Murphys Gesetz und sein Team bekommt es gleich nach der Landung mit Zombies zu tun. Diese sind keineswegs lahm, wie es sich für Zombies gehört, sondern blitzschnell und auch die Inkubationszeit beträgt weniger als 20 Sekunden. Das erinnert ein klein wenig an "28 Day Later", mit dem "World War Z" überdies die negative Grundstimmung teilt.

An Sinnlosigkeit mangelt es ebenfalls nicht. Der junge Arzt, der erst als Hoffnung der Menschheit zunächst gefeiert wird, stirbt gleich nach der Ankunft in Südkorea. Allerdings nicht durch die Zombieattacke, sondern weil er stolpert und sich beim Sturz das Genick bricht. Beim Abflug sterben dann abermals einige Überlebende des südkoreanischen US-Stützpunktes. Denn die Zombies reagieren auf Lärm, und natürlich muss da irgendwer Krach machen.

Kinoplakat zu "World War Z"
Ähnlich geht es dann in Israel weiter, wohin Garry aufgrund eines Tipps reist. Israel wusste bereits vor Ausbruch der Seuche Bescheid und hat alle Mauern geschlossen. Man bekommt zunächst den Verdacht, dass Israel das Virus auf die Menschheit losgelassen haben könnte.

Es stellt sich jedoch heraus, dass der findige Mossad-Agent Jürgen Warmbrunn (Ludi Boeken) als "zehnter Mann" die Gegenmeinung vertreten musste und daher die Aussagen über Zombies in Indien ernst nahm. Israel lässt indessen alle Überlebenden in sein hermetisch abgesichertes Staatsterritorium und avanciert so zum Retter der Menschheit. Sogar Palästinenser finden dort Zuflucht, was angesichts der aktuellen politischen Lage eher unglaubwürdig erscheint.

Eine Gruppe von Flüchtlingen löst schließlich mit ihrem lauten Lobgesang einen Zombieansturm aus und es endet wieder einmal alles in einem Blutbad. Die Zombies erklimmen die Mauer von Jerusalem und strömen in die Stadt. Offenbar hat niemand daran gedacht, die Mauer oben herum mit Stacheldraht abzusichern. Irgendwann fängt Murphys Gesetz an zu nerven.

Immerhin gelingt es Garry, die israelische Soldatin Segen (Daniella Kertesz) nach einem Biss zu retten, indem er ihr die linke Hand abhackt. Zusammen mit ihr schafft er es in ein startendes Flugzeug und entkommt der Zombiemeute. Doch man ahnt es schon, Murphys Gesetz schlägt bald wieder zu. Aus unerfindlichen Gründen hat es ein Zombie an Bord geschafft und infiziert in kürzester Zeit fast alle Passagiere.

Das Flugzeug stürzt irgendwo in Wales ab, wobei nur Garry und Segen überleben. Immerhin war das Abhacken ihrer Hand damit nicht umsonst. Dennoch ist das nur ein schwacher Trost, zumal Garry beim Absturz von einer Metallstange durchbohrt worden ist und kurz darauf seine Familie ans Festland deportiert wird, da er sich über längere Zeit nicht meldet und daher für tot erklärt wird.

Zusammen mit Segen schafft Garry es zum WHO-Zentrum, wo er nach einer Notoperation drei Tage später wieder aufwacht. Bereits im Flugzeug begann er zu begreifen, dass todkranke Menschen von den Zombies verschont werden und nun will er überprüfen, ob die Infektion mit einem anderen Virus die Rettung vor der Zombieseuche sein könnte.

So ganz logisch ist das aber nicht. Zwar stimmt es, dass einige Raubtiere einen Bogen um kranke Beute machen, aber Menschen, die mit dem Zombievirus infiziert wurden, dürften wohl kaum noch die kognitive Fähigkeit besitzen, kranke und gesunde Personen zu unterscheiden. Zudem tragen Menschen alle möglichen Krankheitskeime in sich, die meistens nicht zum Ausbruch kommen. Wenn das Vorhandensein von anderen Viren, wie zum Beispiel Grippe, vor dem Zombievirus schützt, dann hätte sich die Seuche gar nicht erst so weit ausbreiten können.

Es ist einfach nicht glaubwürdig, dass das Zombievirus da große Unterschiede macht, ob jemand nur krank oder todkrank ist und ausschließlich letztere Fälle meidet. Weiterhin dürfte es die Menschheit wohl kaum retten, wenn sich alle mit Ebola und Pocken infizieren, um von den Zombies verschont zu werden. Über Logik und Realismus darf man sich da also keine Gedanken machen. Zombies sind hirntot − und Gleiches gilt für manche Drehbuchautoren.

Von daher ist es halt einfach so, dass die WHO auf Basis einer beliebigen Seuche einen Impfstoff entwickelt und damit die Menschheit rettet. Allerdings nur die Nichtinfizierten. Die Zombies werden hingegen eiskalt niedergemäht. Vielleicht hätte man sie ja ebenfalls heilen können, wie im wesentlich positiveren Film "Warm Bodies". Doch stattdessen lockt man sie zu Hunderttausenden in ein Stadion und haut eine Bombe drauf. Menschenverachtung pur!

Fazit: "World War Z" ist einer der am wenigsten glaubwürdigen Zombiefilme. Die Zombies haben übermenschliche Kräfte, obwohl sie doch verfaulende Untote sein sollten. Die Inkubationszeit ist ebenfalls irrsinnig schnell. Und als wäre die Zombieapokalypse noch nicht schlimm genug, geht auch sonst alles schief, was schief gehen kann. Ein Wunder, dass es am Ende überhaupt noch Hoffnung gibt.

Der Film ist definitiv zu negativ, teilweise sogar menschenverachtend, und das zentrale Thema heißt Bevölkerungsreduktion. Wie das Militär mit den Überlebenden umgeht, ist indes schlichtweg grauenhaft, und die größten Überlebenschancen haben ausgerechnet die Nordkoreaner, da der kompletten Bevölkerung die Zähne gezogen wurden. Auf der einen Seite bleibt also das Militär und auf der anderen eine stalinistische Diktatur. Die Welt nach der Zombieapokalypse dürfte nicht gerade lebenswert und schon gar nicht demokratisch aussehen.

Diese Filmrezension ist auch zusammen mit weiteren Texten aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror in der September-Ausgabe unseres monatlichen Magazins "Incoming Message" erschienen. Falls Sie die "Incoming Message" noch nicht abonniert haben, können Sie das Internet-Magazin zusammen mit unserem wöchentlichen Newsletter "TrekZone Weekend" hier kostenlos bestellen.

(sd - 01.10.13)


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