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Oliver Hieber (oh)22.07.13

Hier tanzt der Teufel

Kritik zum "Evil Dead"-Remake

"Evil Dead" ist nichts für schwache Nerven, sagt Oliver Hieber. Er hat das Remake des Films "Tanz der Teufel" aus dem Jahr 1981 gesehen und eine ausführliche Kritik zum Film verfasst.

Der originale "Evil Dead" (1981) oder "Tanz der Teufel", wie der Film in Deutschland getauft worden ist, hat eine große Anhängerschaft. Für seine Over-the-Top-Darstellung von Gewalt und Gekröse hat er zum einen eine Vorreiterstellung, weil zur damaligen Zeit kein Film so weit gegangen ist, zum anderen ist er damit auch in Deutschland auf dem Index gelandet (wodurch er gleich noch mal interessanter geworden ist). Der Film sowie seine beiden Fortsetzungen haben sich so im Lauf der Jahre zu Kultfilmen gemausert, genauso wie Hauptdarsteller Bruce Campbell immer mit der Rolle des Ash in Verbindung gebracht wird.

Wir haben also jetzt das Jahr 2013 und ein Remake kommt ins Kino. Da stellt sich natürlich die Frage: Wieso? Das Remake von "Psycho" war jetzt nicht unbedingt eine Offenbarung und "Das Omen" hat auch niemanden vom Hocker gerissen, und das sind nur zwei Beispiele für Remakes, die die Welt nicht gebraucht hätte. Das Original war mit ganz geringem Budget hergestellt worden, da bietet es sich natürlich an, eine Version zu drehen, bei der man bei den Effekten aus dem Vollen schöpfen kann. Man kann aber auch so argumentieren, dass man das Thema einer neuen Generation von Kinobesuchern zugänglich machen will, sprich: ein Franchise erneut melken und mit neuen Zielgruppen noch mehr Geld verdienen.

Wie macht sich also das Remake im Vergleich zum Original? Bei aller Darstellung von Blut, Schleim und Gewalt kann man sagen, dass "Tanz der Teufel" einfach Spaß macht beim Anschauen. "Evil Dead" nimmt sich teilweise einfach zu ernst, um dem Vorbild gerecht zu werden. Es ist zwar schön, dass das Original nicht 1:1 kopiert worden ist, aber statt Spaß erhält man als Zuschauer Gewalt, wie sie in der einen oder anderen Form schon in aktuellen Horrorfilmen zu sehen war.

Die neue Rahmenhandlung mit der weiblichen Hauptfigur, die auf Drogenentzug ist, ist zwar kein schlechter Ausgangspunkt, da dieser Handlungsstrang aber irgendwann einfach fallen gelassen wird und auch nur minimal ausgearbeitet worden ist, hätte man auch genauso gut Jugendliche nehmen können, die einfach ein Wochenende zum Feiern in einer Hütte im Wald verbringen. Die Chance, die seltsamen Ereignisse als mögliche Nebenwirkung des Entzugs zu präsentieren, wurde leider verschenkt. Vom psychologischen Standpunkt her wäre der Film bestimmt interessanter geworden, wenn man sich nicht sicher ist, ob alles nur im Kopf der Hauptfigur stattfindet.

Leider muss man auch zugeben, dass die Charaktere insgesamt nicht wirklich überzeugen können und nur schwach ausgearbeitet sind. Anscheinend war man so darauf bedacht "den schockierendsten Film, den du jemals sehen wirst" zu drehen, dass man das Drehbuch ein wenig vergessen hast.

Die Schauspieler tragen leider auch nicht gerade dazu bei, ihre Charaktere dem Publikum näher zu bringen. Einen bleibenden Eindruck wie Kultcharakter Ash konnte Jane Levy in der Rolle von Mia auf alle Fälle nicht hinterlassen. Anspielungen auf das Original wie die bizarre Vergewaltigung durch einen Baum wirken unmotiviert und hinterlassen keinesfalls so einen Eindruck wie beim Anschauen der ursprünglichen Szene. Statt einem Kopfschütteln entlockt es dem Zuschauer eher ein "Aha".

Was man dem Film zugutehalten kann, ist der Verzicht auf digitale Effekte. Diese filmische Schlachtplatte wirkt durch die handgemachten Effekte einfach überzeugender als mit computergenerierten Gliedmaßen, die in der Gegend herumfliegen. Auch wenn es mit der Spannung etwas hapert, in Blut getränkte Atmosphäre und überzeugende Verstümmelungsszenen kann "Evil Dead" auf alle Fälle bieten. Schön ist es auch, dass auf 3D verzichtet worden ist. Gerade bei so einem ernst gemeinten Film hätte das letzte bisschen Atmosphäre mit billigen Blutspritzern aus der Leinwand zerstört werden können. 3D wäre aber bestimmt ein gutes Stilmittel für das überdrehte Original gewesen.

Ob "Evil Dead" ein guter Film ist, lässt sich nur schwer beantworten, da es immer wieder auf einen Vergleich mit "Tanz der Teufel" hinausläuft. Eklig und gewalttätig ist er auf alle Fälle. Qualitätsmerkmale sind das ganz sicher nicht, aber anschauen kann man ihn sich schon mal. So ein filmisches Gemetzel macht sich im verregneten und vielleicht sogar nebligen Herbst bei einem DVD-Abend (oder Blu-ray-Abend, je nach Geschmack) auf alle Fälle besser als Mitte Mai im Kino.

Diese Filmrezension ist auch zusammen mit weiteren Texten aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror in der Juli-Ausgabe unseres monatlichen Magazins "Incoming Message" erschienen. Falls Sie die "Incoming Message" noch nicht abonniert haben, können Sie das Internet-Magazin zusammen mit unserem wöchentlichen Newsletter "TrekZone Weekend" hier kostenlos bestellen.

(oh - 22.07.13)


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