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Christian Freitag (cf)08.01.13

Jackson probt den Zwergenaufstand

"Der Hobbit": Das war zu lang!

Wir wussten es alle: Bilbo hat es faustdick hinter den Ohren oder auf den behaarten Füßen und hat nicht alles erzählt. Daher will er jetzt seine laaaaaange, sehr lange Lebensgeschichte seinem Neffen niederschreiben. Christian Freitag hat sich gelangweilt.

Er will ihm die ganze Wahrheit übermitteln. Vor 60 Jahren hat Bilbo Gandalf so richtig kennen gelernt. Der bietet ihm ein Abenteuer an. Natürlich standesgemäß darf er einen notariellen Vertrag unterschreiben, der ihm einen Vierzehntel des Gewinns zusagt, aber Schäden an Leib und Leben nicht ausschließt und ohne Gewährleistungen verbleibt. Bilbo ist überhaupt nicht überzeugt, erst recht nicht, als sich eine ganze Zwergenschar bei ihm einnistet und ihm die Hütte leerfrisst.

War das schon die Extended Edition im Kino?
Nach diversen Fressorgien, Gesang, Spüleinlagen und Klogängen und der Nacht, in der Bilbo ihnen erklärt, dass er nicht mit will, überlegt er es sich doch und reist ihnen nach. Die Zwerge wollen ihre Heimat zurückerobern. Vor über weiteren 60 Jahren hat nämlich der Drache Smaug die Festung erobert, weil der dortige Oberzwerg ziemlich reich und goldbesessen war, und der Drache wurde durch das Gold angezogen. Nach dessen Einzug waren die Zwerge die Festung erst mal los. Die Zwerge wollen die Festung nach diversen gedeuteten Zeichen wieder zurückholen und so machen sie sich auf den Weg. Thorin, mutiger Anführer und Enkel des damaligen Königs, meidet dabei die Elben, die seinen Opa damals bereits im Stich gelassen haben. Doch Gandalf möchte die Elben auf seiner Seite wissen. Verfolgt werden sie von Orks und müssen sich Trollen, Steinwesen und noch mehr Orks entgegenstellen ...

Lange Zeit hatten Fans in aller Welt darauf gewartet, dass auch der Roman "Der kleine Hobbit" von J. R. R. Tolkien verfilmt wird. Das Kinderbuch jedoch zu drei epischen Filmen aufzublasen, mutete zu der Frage an, wie Jackson das schaffen will. Kaum ist der erste Teil im Kino, wartet auch der zweite bereits abgedrehte Teil auf seinen Start. 2013 wird dann der letzte Teil abgedreht.

Und das fragt sich auch der Kinozuschauer in der ersten halben Stunde. Und der nächsten. Und der drauf. "Der Hobbit" mutet dann auch an wie ein Kinderfilm. Es gibt Humor in teilweise unpassenden Situationen wie Enthauptungen und Erstechungen. Kindgerecht sieht man dann und wann einen Kopf durch die Gegend fliegen, aber kaum beziehungsweise kein Blut. Dafür gibt es dann witzige Szenen, in der drei Trolle am Lagerfeuer sitzen und sich fragen, wie man Zwerge grillt.

Episch angelegt ist der Film sicherlich. Er schwelgt in epischen Bildern und witzigerweise auch fast in den nahezu selben Landschaftseinstellungen wie "Die Gefährten". Es sind diverse Massen(Computer)szenen dabei, die durchaus einem Wusel-wo-ist-Waldo-Bild gleichen. So verliert man schnell den Überblick. Da es auch ein 3D-Film sein könnte, sind dann und wann einige Szenen zu sehen, wo irgendwelche Gegenstände (unter anderem Trollrotz) entgegenfliegen könnten. Und leider sind es auch die Gezwergten, da er dem ersten Film durchaus gleicht. Eine Gruppe mehr oder weniger homogener Charaktere rauft sich zusammen und latscht endlos einer Reise der Ungewissheit entgegen, immer verfolgt von üblen Schergen. Immer mit Action oder Mutmaßungen, wer denn jetzt ein Verräter ist oder nicht zur Gruppe passt, bis er sich dann beweist − gähn.

Spoiler: Es ist auch erstaunlich, wie oft einer die Schluchten runterfällt, von Steinwesen beinahe zertrümmert, von Orks aufgeschlitzt wird, aber es gibt unter den Gezwergten dann auch keine einzige Schramme. Auch wenn einer heldenhaft dem klischeehaften Showdown entgegenstiefelt und dann den Jordan rübergeht, bis er von Gandalf wiedererweckt wird nach einer "Fernet-Branca-Szenerie". Spoiler-Ende.

Den Drachen sieht man auch nicht beziehungsweise nur in kleinen Ausschnitten und so muss man sich bis zum zweiten Film gedulden, bis der Lindwurm dann zu sehen ist. Auffällig ist auch dann und wann eine Gesangsszene, die ich so aus der ersten Trilogie nicht mehr in Erinnerung hatte. Besonders fällt es dann auf, wenn man sich so heutige Filme ansieht, die zu lange anmuten und aus denen durchaus sinnvolle und wichtige Szenen geschnitten werden, während man sich hier mitunter fragt, welche nutzlose Szene, die bereits im Film zu sehen ist, in der Extended Extended Edition zu sehen ist.

Ja, es ist witzig, wenn Bilbo Beutlin unerwarteten Besuch bekommt, aber spätestens nach dem zwölften Zwerg, der sich durch seine Vorräte frisst, wird es langweilig. Langweilig wird es dann auch, wenn das kostbare Geschirr seiner Mama durch die Gegend fliegt, um gespült zu werden und sich Hobbit Beutlin darüber aufregt, dass die Rohrleitungen seines Klos (!?) durch diverse Zwerge vermutlich unbenutzbar sind, und das ist die erste halbe bis dreiviertel Stunde des Films!

Besonders tier- und disneylieb ist die Szene mit einem Igelchen geraten, der durch den guten Zauberer Radagast (der im Buch kaum eine Rolle spielt) des Waldes vor dem sicheren und schändlichen Ende gerettet werden kann. Da fiel dem Zuschauer direkt "Bambi" ein. Geil wird dann auch ein Kaninchenschlitten. Jeder Langohrliebhaber wird hier seine Riesenfreude haben.

Ganz ehrlich: Ich wollte bereits nach zehn Minuten die Flucht ergreifen. Man muss schon extremer Masochist sein, um an diesem Werk Gefallen zu finden und man fragt sich mitunter, wie man es schaffen kann, so viele Millionen Dollar in einen Film zu stecken, der so viele nichtige Szenen in sich vereint. Sicher ist er über Strecken actionreich und auch (stark klischeehaltig) charakterlich in Szene gesetzt. Es gibt aber auch Szenen, die sind einfach nur fürn Hobbit.

Diese Filmrezension ist auch zusammen mit weiteren Texten aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror in der Januar-Ausgabe unseres monatlichen Magazins "Incoming Message" erschienen. Falls Sie die "Incoming Message" noch nicht abonniert haben, können Sie das Internet-Magazin zusammen mit unserem wöchentlichen Newsletter "TrekZone Weekend" hier kostenlos bestellen.

(cf - 08.01.13)


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