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Shinzon Darhel (sd)01.01.13

Kritik zu "Paranormal Activity 4"

Nichts Neues aus der paranormalen Welt

"Paranormal Activity" geht in die nunmehr vierte Runde und wartet mit nicht wirklich neuen Schockeffekten auf. Man merkt, dass dem Thema langsam die Puste ausgeht und obendrein rückt der hochgradig okkulte Kern des Ganzen immer mehr in den Mittelpunkt.

Die ersten beiden Teile der Reihe waren noch unverbraucht und relativ harmlos, wenn man einmal davon absieht, dass die Protagonisten von einem Dämon heimgesucht werden. Das mag zwar ziemlich gruselig sein, aber außer einem Hexenbrett gibt es in Teil 1 kaum okkulte Symbole zu sehen. Nachdem der Dämon am Ende von Katie Besitz ergreift und ihren Freund Micah abmurkst, macht er in Teil 2 Jagd auf die Familie von Katies Schwester Kristi und entführt schlussendlich deren Sohn Hunter.

"Paranormal Activity 4"-Filmplakat
In Teil 3, der die Vorgeschichte der beiden Schwestern erzählt, wurde es dann so richtig extrem. Anfangs werden die beiden von dem Dämon Toby heimgesucht, woraufhin ihre Familie zu ihrer Großmutter Lois flüchtet. Dort stellt sich heraus, dass ihre Omi mütterlicherseits einem geheimen Hexenzirkel angehört, der so gar nicht von der weltlichen Erziehung der beiden Mädchen begeistert ist. Kurzerhand werden die Eltern ermordet und die beiden Schwestern in den Zirkel aufgenommen. Katie wird dabei zum Gefäß des Dämons auserkoren.

Was dem Kinopublikum hier aufgetischt wird, erinnert stark an die Praktiken satanistischer Geheimlogen. Und das ist sehr bedenklich, denn was diese okkulten Orden den Kindern in der Realität antun, ist so unvorstellbar grausam, dass die meisten sich gar nicht erst damit beschäftigen wollen. Das fängt an bei rituellem Missbrauch, geht weiter mit der rituellen Schwängerung von Minderjährigen und endet damit, dass diese gezwungen werden, ihre eigenen Babys zu töten und sogar zu essen.

Weiterhin sind satanistische Orden eng mit der Kinderporno- und Snuff-Movie-Industrie vernetzt, wie unter anderem der Fall Dutroux belegt. An die Realität kommt so schnell kein Horrorfilm heran. Wer sich näher darüber informieren möchte, dem sei die zweiteilige Doku "Höllenleben - Ritueller Missbrauch" empfohlen. Es sei jedoch vorgewarnt, dass dies nichts für schwache Nerven ist.

"Paranormal Activity 3" zeigt zwar nicht das volle Ausmaß dessen, aber wenn man sich erst einmal dieser Hintergründe bewusst ist, kann man diesen Film nicht länger als gute Unterhaltung betrachten. Er zeigt nichts anderes als die Initiation zweier Mädchen in eine satanistische Sekte. Die im Film dargestellten Muster finden sich 1:1 in der Realität wieder und wenn man die Aussagen einiger ehemaliger Kinderstars wie Corey Feldman über die pädophilen Machenschaften von Hollywood anhört, beginnt man sich ernsthaft Sorgen um die beiden Darstellerinnen zu machen.

Neben der hochgradig okkulten Handlung von "Paranormal Activity 3" dürfen natürlich die dazugehörigen Symbole nicht fehlen. Neben dem Pentagramm steht die Pyramide mit Auge im Mittelpunkt des Interesses. Diese ist eigentlich weniger ein Symbol der Hexen, sondern findet sich viel mehr bei den Freimaurern. Allerdings wird sie hier richtigerweise in einen okkulten Kontext gestellt.

Hier wird dann auch die Brücke zu Teil 4 der Reihe geschlagen, denn Pyramide mit Auge war bereits auf dem Kinoplakat und im Trailer zu sehen. Übrigens kommt die Szene aus dem Trailer im Film nirgendwo vor, warum auch immer. Wahrscheinlich wollte man keinen bereits verbrauchten Schockeffekt wieder verwenden.

Natürlich geht der Film gleich wieder in die Vollen. Katie nistet sich mit ihrem Sohn in der Nachbarschaft von Alex' Familie ein. Als sie von einem Krankenwagen abgeholt wird, kümmert sich Alex' Familie eher unfreiwillig um ihren Jungen, der ihnen wie ein herrenloser Hund zuläuft.

Schnell wird klar, dass mit dem psychisch gestörten Kind etwas nicht stimmt und die paranormalen Vorfälle häufen sich. Überraschung: Toby Tuberkel ist zurück und hat in Wyatt, dem adoptierten Bruder von Alex, einen neuen Spielgefährten gefunden. Kurzerhand wird Wyatt vom Nachbarskind mit okkulten Symbolen beschmiert und auf diese Art verflucht.

Als der Kleine eines Abends allein in der Badewanne sitzt, wird er vom Dämon angegriffen und unter Wasser gezogen. Im ersten Moment scheint es so, als wolle Toby seinen Spielgefährten ertränken, doch die ganze Szene hat mehr etwas von einer satanischen Taufzeremonie. Dieser Eindruck wird dadurch bestätigt, dass Wyatt sich im Anschluss an dieses Horrorerlebnis einen neuen Namen gibt. Es stellt sich heraus, dass er eigentlich Hunter heißt und Katies Neffe ist.

Wieder einmal werden zwei Kinder, diesmal Cousins, in den satanistischen Hexenzirkel initiiert. Alex' Familie muss dabei als rituelles Menschenopfer herhalten und wird vom Dämon Toby bzw. von der besessenen Katie abgeschlachtet. Der Gewaltpegel ist dabei um einiges höher als in den ersten drei Teilen. Das Ganze gipfelt schließlich in einem Hexensabbat, in dessen Verlauf Alex geopfert wird. Viel mehr gibt es zur Handlung an sich nicht zu sagen.

Wie gewohnt wird das gesamte Geschehen in "Blair Witch"-Manier mit Handkameras und zusätzlich - ganz modern - mit Webcams aufgezeichnet. Wirklich neu ist dabei nur die Stimme aus dem Off, welche das Datum vorliest. Die hätte man sich allerdings auch sparen können, denn von einem Publikum mit einem Alter von 16 aufwärts sollte man erwarten, dass es des Lesens mächtig ist.

Fazit: Alles in allem wird einem mit "Paranormal Activity 4" nichts Neues geboten. Ein paar der Schockeffekte sind schon recht gruselig, doch die hochgradig okkulte Handlung um schwarze Messen, rituelle Menschenopfer und die Einbeziehung von kleinen Kindern ist eher extrem bedenklich. Mit entsprechendem Hintergrundwissen kann man diesem Machwerk letztendlich kaum noch einen Unterhaltungswert zusprechen.

Diese Filmrezension ist auch zusammen mit weiteren Texten aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror in der Dezember-Ausgabe unseres monatlichen Magazins "Incoming Message" erschienen. Falls Sie die "Incoming Message" noch nicht abonniert haben, können Sie das Internet-Magazin zusammen mit unserem wöchentlichen Newsletter "TrekZone Weekend" hier kostenlos bestellen.

(sd - 01.01.13)

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