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Randolph Sutter (su)09.12.12

"Looper" unter der Lupe

"Vergiss den ganzen Quatsch, den du über Zeitreisen weißt!"

"Looper" ist ein vortreffliches Beispiel für ein intelligentes Science-Fiction-Werk, bei welchem man sein Hirn für einmal nicht an der Kinokasse abgeben sollte, meint Randolph Sutter in seiner Filmkritik.

Im Jahr 2077 nutzt die Mafia die Möglichkeit, per Zeitreise unliebsame Personen in die Vergangenheit zu schicken, um sie dort von den Auftragskillern, so genannten Loopern, eliminieren und ihre Leichen sauber verschwinden zu lassen. Einer ihrer besten Mitarbeiter ist Joe Simmons. Er arbeitet im Jahr 2035 für das Syndikat und liebt seinen gut bezahlten Job und sein vor Blut, Alkohol und Drogen triefendes Leben.

Eines Tages erhält Joe jedoch einen ganz besonderen Auftrag. Er soll sein gealtertes zukünftiges Ich töten. Doch sein altes Ego kennt sämtliche Tricks und hegt gänzlich andere Pläne. Ihm geht es nur darum, den Mord an seiner Frau zu verhindern, lange bevor dieser begangen wird. Um dies zu erreichen, muss ein Kind getötet werden. Ein Kind, welches zum nächsten Adolf Hitler werden könnte. Oder vielleicht zum Albert Schweitzer seiner Generation?

Kritik

"Vergiss den ganzen Quatsch, den du über Zeitreisen weißt, das ist total unwichtig. Würden wir wirklich damit anfangen, legen wir am Ende Diagramme mit Streichhölzern. Vergiss es einfach."
- Joe Simmons

Regisseur Rian Johnson hat bereits in seinen ersten beiden Filmen "Brick" und "The Brothers Bloom" bewiesen, dass er seine Werke gerne mit dem Deckmantel klassischer Genreformen tarnt, um die Erwartungen des Zuschauers zu konterkarieren. "Looper" ist ein vortreffliches Beispiel für ein intelligentes (wenn auch nicht immer ganz logisches) Science-Fiction-Werk, bei welchem man sein Hirn für einmal nicht an der Kinokasse abgeben sollte. Stimmungsvoll, knallhart und ziemlich fies.

Obschon das bei solchen Filmen übliche Zeitreiseproblem elegant humoristisch verbalisiert wird, ist es natürlich die größte, jedoch auch einzige wirkliche Schwäche des Films. Darüber zu diskutieren ist so müßig wie das Schwadronieren, ob erst das Ei oder das Huhn existierte. Die Zeitreise-Thematik in diesem Film ist lediglich ein Stilmittel, ein Teil dieses Looper-Universums, welches man hinnehmen muss. Sie wird nicht erklärt, weil hierzu keine Notwendigkeit besteht. Genauso wenig wie der Antrieb eines Raumschiffs in einer Space Opera erklärt werden muss. Primär geht es bei "Looper" um die dynamischen Figuren, ihren Lebensweg, um all die Fragen, was uns Menschen ausmacht und schlussendlich darum, was wir bereit sind zu opfern.

Das Erzähltempo ist gemächlich. Regisseur Johnson lässt sich Zeit, ehe er seine beiden charismatischen Hauptdarsteller Joseph Gordon-Levitt ("The Dark Knight Rises") und Bruce Willis ("Die Hard") aufeinander prallen lässt, nur um sie gleich darauf wieder zu trennen. Es gibt immer mal wieder ein paar kleinere Actionszenen, aber dies kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir es hier mit einem Charakterstück zu tun haben, welches jedoch durchaus packend und überaus interessant gestaltet ist. Auch die gar nicht so ferne Zukunft wird originell und realistisch präsentiert und besitzt einen ganz eigenwilligen Look, den die Produzenten des Films "Retro Future" nennen. Wenn man bedenkt, wie bescheiden das Budget des Films ausfiel, ist es doch bemerkenswert, wie viel Johnson daraus gemacht hat. Womit netterweise wieder einmal bewiesen wäre, dass ein guter Science-Fiction-Streifen eben keine zig Millionen in die Effekte stecken muss, um zu gefallen.

Fazit: Nicht ganz so kopflastig und visuell ansprechend wie Christopher Nolans "Inception", aber eine ähnlich positive Überraschung im nicht sonderlich originellen Genre-Kinojahr 2012. Und wer Bruce Willis wieder einmal in einer coolen Rolle erleben möchte, ist mit "Looper" ohnehin gut bedient.

Diese Filmrezension ist auch zusammen mit weiteren Texten aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror in der Dezember-Ausgabe unseres monatlichen Magazins "Incoming Message" erschienen. Falls Sie die "Incoming Message" noch nicht abonniert haben, können Sie das Internet-Magazin zusammen mit unserem wöchentlichen Newsletter "TrekZone Weekend" hier kostenlos bestellen.

(su - 09.12.12)

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