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Simon Thomas Johr (sj)10.08.12

Rezension: "The Questor Tapes"

Ein Computer wird gejagt

Gene Roddenberrys visionärer Fernsehfilm aus dem Jahre 1973 ist nun endlich auf DVD erhältlich. Der Android Questor ist auf der Suche nach seinem Schöpfer. Doch nicht nur diese Idee erinnert an "Star Trek".

Inhalt

Dr. Emil Vaslovik ist verschwunden. Der geniale Wissenschaftler hat Baupläne für einen Androiden hinterlassen. Einige Kolleginnen und Kollegen machen sich daran ihn zusammenzubauen. Doch der Android mit dem Namen Questor entwischt eines Nachts. Zusammen mit Jerry Robinson, einem ehemaligen Mitarbeiter von Vaslovik, macht sich Questor auf die Suche nach seinem Schöpfer. Ihn interessiert nur eines: Was ist der Grund für seine Existenz?

Kritik

"The Questor Tapes" ist ein geradezu typischer Roddenberry-Film. Wer "Star Trek" und einige von Roddenberrys anderen Produktionen gesehen hat, erkennt viele Elemente, welche er immer wieder benutzte. Roddenberry verstand sich sehr auf intelligente Unterhaltung. Mit seinen Science-Fiction-Filmen wollte er seine Zuschauerinnen und Zuschauer zum Mitdenken anregen.

Wie bei Data aus "Star Trek: The Next Generation" entsteht ein großer Teil der Komik von Questor durch die amüsanten Beobachtungen des Androiden über die Menschen. Als Robinson zum Beispiel versucht Questor die Liebe zu erklären, entgegnet dieser, ob man erwarten dürfe, dass sich die Menschen im Kasino, wo die zwei sich gerade befinden, nun lieben würden? Wenig später besorgt er für sich und Robinson etwas Geld, indem er die Spielwürfel des Kasinos mit den Händen umformt. Dieselbe Taktik wendet Data in der Folge "Hotel Royale" ("The Royale") aus "Star Trek: The Next Generation" an. Später im Film erläutert Questor gegenüber einer Frau, dass er "fully functional" sei. Einen Witz, welchen Roddenberry wortwörtlich in der dritten TNG-Episode "Gedankengift" ("The Naked Now") recycelte.

Noch weitere Elemente erinnern an "Star Trek". Einen Computer, welcher nach seinem Schöpfer sucht, sah man bereits in der Folge "Ich heiße Nomad" ("The Changeling") aus der klassischen Serie. Das Motiv sollte auch im ersten Kinofilm Verwendung finden. Für den Fall, dass Questor seinen Schöpfer nicht findet, ist er programmiert sich selbst zu zerstören. Questor fragt sich, ob er am Leben sei? Kann ein Computer überhaupt leben? Fragen, welche 1989 wieder in der "Star Trek: The Next Generation"-Episode "Wem gehört Data?" ("The Measure of a Man") gestellt werden. Und wie Data leidet auch Questor darunter, keine Emotionen zu haben.

Doch Gene Roddenberry verarbeitete in "The Questor Tapes" nicht nur bekannte Bestandteile aus "Star Trek", er engagierte auch einige ehemalige Kolleginnen und Kollegen. So schrieb er das Drehbuch des Films zusammen mit Gene L. Coon, Produzent der ersten zwei "Star Trek"-Staffeln. Coon starb wenig später im Juli 1973 an Lungenkrebs. Die Erstausstrahlung von "The Questor Tapes" am 23. Januar 1974 auf dem amerikanischen Fernsehsender NBC erlebte er nicht mehr.

Wie auch bei "Star Trek" engagierte Roddenberry wieder seine eigene Ehefrau Majel Barrett. Dieses Mal in einer Nebenrolle als Wissenschaftlerin Dr. Bradley. Für die Rolle des Questor wurde sogar Spock-Darsteller Leonard Nimoy gecastet, bevor man sich entschied sie an Robert Foxworth zu vergeben. Ebenfalls zu sehen ist Walter Koenig (Chekov) in einer winzigen Rolle als Assistent. Er taucht aber nur am Rande auf und darf nur einige wenige Sätze sprechen. Die Romanfassung des Films stammt von D. C. Fontana, welche zuvor bereits Drehbücher für "Star Trek" schrieb.

Das Ende des Films präsentiert dann aber doch noch eine Überraschung [Achtung: Spoiler]. Questor entdeckt, dass er nur einer von vielen Androiden ist, welche seit Jahrhunderten die Menschheit auf ihrem Weg begleiten. Die Rolle der Androiden ist es, sie bei ihrer Entwicklung zu unterstützen, ohne dass diese es bemerken. Ein Prinzip, welches zumindest etwas an die Erste Direktive aus "Star Trek" erinnert.

Gene Roddenberry, Majel Barrett und ein halbfertiger Questor
An dieser Stelle des Films wird klar, wie eine mögliche Fernsehserie hätte aussehen können. Ein Artikel aus dem Magazin "Starlog", welcher im ROM-Teil der DVD zu finden ist, klärt auf, warum "The Questor Tapes" nie in Serie ging. Der Sender NBC forderte von Roddenberry die Rolle des Robinson zu streichen. Als Roddenberry sich weigerte, entschied man sich keine erste Staffel zu produzieren. Erst 2011 machte sich Eugene Roddenberry Jr. (sein Sohn) wieder daran, der Serie eine zweite Chance zu geben. So verlautete es, dass er niemand Geringeren als Brent Spiner (Data) als Questor besetzen möchte. Leider hat man in letzter Zeit wenig Neues von dem Projekt gehört.

Bild

Das Bild entspricht der ganz normalen Fernsehqualität. Also durchaus gut, aber natürlich nicht mit einer Blu-ray-Disc vergleichbar.

Ton

Erstaunlich gelungen ist die deutsche Synchronisation. Sie stammt bereits aus dem Jahr 1973 und wurde von der Berliner Synchron GmbH unter der Dialogregie von Rolf Karrer-Kharberg aufgenommen. Als durchaus stupide darf man allerdings den deutschen Titel "Ein Computer wird gejagt" bezeichnen.

Extras

Den eingedeutschten Vorspann findet man im Bonusmaterial der DVD. Im ROM-Teil der Disc entdeckt man außerdem einige interessante Dokumente. Eine besondere Perle ist der komplette Scan des Originaldrehbuchs. Des Weiteren liegt der DVD ein Booklet mit Informationen zur Entstehungsgeschichte des Filmes bei. Dieses wurde von TrekZone-Network-Autorin Alexandra Rimpler verfasst.

Fazit

Besonders für "Star Trek"-Fans ist "The Questor Tapes" ein faszinierender Film. Trotz der vielen Parallelen kann er als eigenständiges Werk überzeugen. Auch 30 Jahre später bleibt es bedauerlich, dass die geplante Serie nie realisiert wurde.

Technische Daten


Produktionsjahr 1973

Erscheinungstermin 27. Juli 2012

Sprache Deutsch (Dolby Digital), Englisch (Dolby Digital)

Untertitel Deutsch

Bildformat 4:3

Altersfreigabe (FSK) Freigegeben ab 12 Jahren

Spieldauer 92 Minuten

Gene Roddenberrys "The Questor Tapes - Ein Computer wird gejagt" ist unter anderem bei Amazon.de erhältlich.

(sj - 14.08.12)


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