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Shinzon Darhel (sd)25.11.12

"Resident Evil": Teil 5 unterbietet alles

"Afterlife" oder "Alice im Zombieland - Die Fünfte"

Die ersten drei Teile der "Resident Evil"-Reihe sind wahre Zombie-Klassiker und erzählen in drei Stufen die Zerstörung des Planeten Erde durch einen skrupellosen Konzern, der seinen größten Profit mit dem Verkauf von Biowaffen erzielt.

Nachdem in "Resident Evil: Extinction" die Menschheit so gut wie ausgerottet worden ist, hätte sich eine weitere Fortsetzung eigentlich erübrigt. Allerdings wird am Ende ein Rachefeldzug der Protagonistin Alice (Milla Jovovich) gegen den Umbrella-Konzern angekündigt.

"Resident Evil: Afterlife" enttäuschte dann auf ganzer Linie, und das gleich in der Eröffnungsszene. In der Schlussszene von "Resident Evil: Extinction" erweckt Alice eine ganze Armee von Klonen, die den sprichwörtlichen Keim für Telekinese in sich tragen. Dies ist jedoch nicht das Einzige, was diese mit der Original-Alice gemeinsam haben. Es handelt sich um fühlende Wesen, die scheinbar sogar Alices Erinnerungen haben.

In der Fortsetzung werden sie gleich zu Beginn als Kanonenfutter verbraten, als wären es nur seelenlose Roboter ohne menschlichen Wert. Außergewöhnliche Fähigkeiten sucht man ebenso umsonst wie eine Spur von Mitgefühl der echten Alice für ihre Klone. Der Rest des Films ist reine Action, und Weskers Trick, Kugeln auszuweichen, ist offensichtlich aus "Matrix" geklaut. Zudem fragt man sich, warum der Umbrella-Konzern überhaupt noch weiter seinen Geschäften nachgeht, obwohl es schon längst keine Käufer mehr für seine Produkte gibt.

Hätte man nach diesem hirnlosen Spektakel nun wieder einen annehmbaren Kultfilm erwarten sollen? Wohl eher nicht, und in der Tat ist "Resident Evil: Retribution" noch eine ganze Spur hirntoter als sein Vorgänger. Zunächst einmal beginnt er mit der Schlussszene von Teil 4, die rückwärts läuft. Nach spätestens fünf Minuten fragt man sich unweigerlich, ob nun der gesamte letzte Film in crowleyscher Rückwärtsmanier abläuft. Dann stoppt die Szenerie jedoch und das Finale des Vorgängers läuft noch einmal vorwärts ab.

Nun könnte man viel darüber spekulieren, was damit bezweckt werden sollte. Der Verdacht liegt nahe, dass mit dieser Wiederholung einfach am Budget gespart wurde, denn immerhin war Teil 4 ebenfalls schon in 3-D abgedreht und daher musste man die Szene nicht noch extra aufblasen. Die folgende Szene, in der Alice noch einmal die gesamte Vorgeschichte lang und breit erklärt, dürfte genauso in die Kategorie "Sparmaßnahmen" fallen. Selbst für absolute Neulinge, die keinen der ersten vier Filme gesehen haben, hätte eine Kurzform gereicht.

Zumal man selbst als bekennender Nerd Schwierigkeiten hat, die folgenden Szenen zu verstehen. Alice lebt auf einmal in einer heilen Familienidylle, die plötzlich von Zombies überrannt wird. Es tauchen Charaktere aus den früheren Filmen auf, die jedoch gänzlich andere Rollen einnehmen. Im nächsten Moment erwacht Alice dann auf dem roten Templerkreuz der Umbrella Corporation und man stellt sich die Frage, ob sie gerade Opfer eines Mind-Control-Programms wurde.

Später erfährt man dann, dass die Familienszene doch nicht in ihrem Kopf stattfand, sondern Teil eines PR-Programms war, mit welchem Umbrella den T-Virus potenziellen Käufern vorführt. Nur warum investiert der Konzern überhaupt noch Material in Werbung und lässt sinnlos Klone über die Klinge springen, wenn es schon seit zwei Filmen keine Kundschaft mehr gibt? Das ergibt überhaupt keinen Sinn! Auf der anderen Seite sollte man sein Hirn aber ohnehin abschalten, wenn man sich diesen Mist antut. Also weiter im Text.

Alice bekommt unerwartet Hilfe von der Überläuferin Ada Wong (Li Bingbing) und einem Rettungstrupp, den ausgerechnet ihr Erzfeind Wesker (Shawn Roberts) schickt. Die Rettungsmannschaft wird jedoch von ein paar sowjetischen Zombies aufgemischt, wobei nebenbei bemerkt die gesamte Untergrundbasis ein ehemaliger russischer U-Bootbunker ist. Das Nazithema ist halt ausgelutscht und Nazizombies gab es in Filmen wie "Dead Snow" ebenfalls schon zur Genüge, also müssen jetzt die Sowjets herhalten. Warum ein kapitalistischer Konzern die alten Symbole im Bunker nicht entfernt, sollte man da erst gar nicht hinterfragen.

Das sinnlose Gemetzel macht dieses Ambiente jedenfalls nicht origineller. Dabei fanden es die Macher wohl auch noch witzig, den Spieß einmal umzudrehen und einen Zombie mit Kettensäge auf Menschen losgehen zu lassen. Auch das ist wenig kreativ, sondern bestenfalls absolut widerwärtig. Einen höheren Gewaltpegel gab es lediglich im Trailer zur kommenden Verfilmung von "Hänsel und Gretel" zu sehen, der im Vorprogramm lief und nur so vor Blut und Gedärmen triefte.

Doch zurück zu Alice im Zombieland, die übrigens tatsächlich auf das Werk des pädophilen Schriftstellers Lewis Carroll anspielt. Diese bekommt es wieder mit der bösartigen Red Queen zu tun, welche ebenfalls aus "Alice im Wunderland" entlehnt ist. Das holografische Abbild ihres Schwestercomputer aus "Resident Evil: Extinction" war folgerichtig ein weiß gekleidetes Mädchen, welches Alice half. Hier werden die Rote und Weiße Königin dargestellt.

Und da wären wir auch schon bei der okkulten Symbolik, die natürlich nicht fehlen darf. Gab im ersten Teil noch Alice die Lady in Rot, darf nun Ada Wong die Femme Fatale spielen. Alice wird dagegen zum Kindermädchen degradiert, welches sich für ein geklontes Kind erwärmt - aber nur für eines von Millionen!

An dieser Stelle sei übrigens eine Zwischenfrage erlaubt: Klont der Umbrella-Konzern eigentlich alle seine Mitarbeiter? Denn sämtliche Hauptcharaktere aus den vorangegangenen Filmen entsteigen ihren Gräbern. Nur eben nicht als Zombies, sondern als Klone und das teils in gleich mehreren Rollen. Vielleicht konnte man aber auch nur keine neuen Schauspieler auftreiben, die sich für diesen Schrottfilm hergeben wollten - man weiß es nicht.

Kommen wir wieder zur Symbolik und damit zum Ende des Films. Das Finale spielt in Washington, einer Hauptstadt der Freimaurerei, die voller Symbole steckt. Darunter das Pentagon und Straßenverläufe in Form eines umgedrehten Pentagramms nördlich des Weißen Hauses. In diesem haben sich Wesker und seine Militärjunta eingenistet, um den finalen Kampf Böse gegen Böse zu führen. Man sieht in der letzten Einstellung, wie das Zentrum des brennenden Washingtons von Zombies überrannt wird. Zur Armee der Finsternis gehören mitunter geflügelte Kreaturen, die an Dämonen aus der Hölle erinnern. Zudem kommt einem dabei die Karte "Plague of Demons" des Illuminati-Spiels in den Sinn (Bild), welche ebenfalls den Angriff geflügelter Dämonen auf Washington zeigt.

Es ist hierbei von einer Absicht der Filmemacher auszugehen, denn auf dem Kinoplakat von "Resident Evil: Retribution" wird mit dem Slogan "Evil goes global" (deutsch "Das Böse wird global") geworben. Dies kann man als Anspielung auf die neue Weltordnung sehen, welche von Satanisten ebenso heiß erwartet wird wie die Ankunft des Antichristen. Immer mehr Hollywoodfilme propagieren ganz offen Okkultismus und New Age.

Fazit: "Resident Evil: Retribution" ist nicht nur der hirnloseste Teil der gesamten Reihe, sondern auch der düsterste. Man kann nur hoffen, dass nicht noch eine weitere Fortsetzung folgt, denn zu viel sinnlose Gewalt wirkt abstumpfend auf das Publikum. Zudem ist die Handlung total sinnfrei. Die ersten drei Teile kann man wenigstens noch nachvollziehen und obgleich sie ebenfalls mit Symbolik vollgestopft sind, bleiben sie immerhin noch spannend und in gewisser Weise sehenswert.

Diese Filmrezension ist auch zusammen mit weiteren Texten aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror in der November-Ausgabe unseres monatlichen Magazins "Incoming Message" erschienen. Falls Sie die "Incoming Message" noch nicht abonniert haben, können Sie das Internet-Magazin zusammen mit unserem wöchentlichen Newsletter "TrekZone Weekend" hier kostenlos bestellen.

(sd - 25.11.12)

Weiterführende Links

  • YouTube
    "Resident Evil: Retribution" - Der Trailer zum neusten Film.


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