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Shinzon Darhel (sd)22.04.13

"Warm Bodies" unter der Lupe

Zombie-Film mit positiver Botschaft

"Warm Bodies" ist es gelungen, dem Zombie-Thema eine neue Facette hinzuzufügen. Auch dank Witz und Ironie ist der Film der kreativste und unterhaltsamste Zombiestreifen seit langem, schreibt Shinzon Darhel in seiner Rezension.

Im Gegensatz zu anderen Zombie-Filmen, in denen die Untoten nur als seelenlose Horde auftreten, nimmt in "Warm Bodies" der Zombie R (Nicholas Hoult) die Hauptrolle ein. Der Film beginnt in der Ich-Erzähler-Perspektive und schnell wird klar, dass R keineswegs so hirntot ist wie die meisten anderen Zombies.

R hat sich in einem verlassenen Flugzeug eingerichtet und sammelt verschiedene Dinge. Als musikalischer Zombie hat er unter anderem eine ausgewogene Schallplattensammlung. Sein bester Freund ist der Untote Marcus (Rob Corddry), mit dem er sogar ab und zu ein paar Worte wechselt.

Während die Zombies nun am Flughafen im wahrsten Sinne des Wortes rumgammeln, haben sich die überlebenden Menschen im Stadtzentrum hinter einer gigantischen Mauer verbarrikadiert. Das erinnert zwar ein wenig an "Land of the Dead", aber "Warm Bodies" geht hier eigene Wege − ohne größere Seitenhiebe auf die Klassengesellschaft.

Als Julie (Teresa Palmer), die Tochter des kommandierenden Colonels (John Malkovich), mit ein paar Freunden in den Außenbezirken nach Vorräten sucht, werden sie von Zombies überrascht. Darunter auch R, der Julies Freund killt und dessen Hirn verputzt. Mit der Aufnahme von Hirngewebe teilt er die Erinnerungen seiner Opfer. Der Genuss fremder Erinnerungen ist für R eine Art Ersatz fürs Träumen, denn Zombies schlafen nicht.

Dummerweise teilt er nach diesem zweifelhaften Vergnügen jedoch nicht nur die Gedanken, sondern auch die Gefühle von Julies Ex. Er entschließt sich, sie zu beschützen und zu sich nach Hause mitzunehmen. Langsam entwickelt sich ein Vertrauensverhältnis zwischen den beiden, und schließlich hilft sogar Marcus den beiden bei der Flucht vor den Knochenmenschen. Die Skelette sind die finale Verwesungsstufe der Zombies und haben im Gegensatz zu den Leichen keinen Funken Menschlichkeit mehr in sich.

Die aufkeimende Beziehung zwischen R und Julie bringt schließlich einiges durcheinander und entfacht einen Lebensfunken in den Zombies. Damit entbrennt auch ein Konflikt zwischen Leichen und Skeletten. Währenddessen kommt es auch zwischen dem flüchtigen R und Julie zu einem Disput, als dieser ihr offenbart, ihren Ex gefressen zu haben. Daraufhin kehrt sie zurück in den Stadtteil der Lebenden, während R zum ersten Mal seit Jahren schläft und sogar träumt.

Die Toten werden immer lebendiger, und nachdem R von der Bedrohung durch die Skelette erfährt, entschließt er sich, Julies Vater zu überzeugen, dass nicht alle Zombies gleich sind. Er schleicht sich heimlich in die Stadt der Lebenden und besucht Julie in ihrem luxuriösen Zuhause. Hier finden sich dann leider ein paar ziemlich offensichtliche Freimaurersymbole in Form einer übergroßen Fleur de Lys und Akazienzweigen an Fassadensäulen.

Zuvor fallen bereits einige großflächige Pyramidengraffitis mit königlicher Krone im zerstörten Stadtteil meiner Meinung nach unangenehm auf, und da es sich um Drehsets handelt, muss man hier von Absicht ausgehen.

Achtung, Spoiler zum Filmende. Trotz dieser unterschwelligen Symbolik nimmt der Film für mich schließlich doch noch ein positives Ende. Nach dem Eklat bei Rs erster Begegnung mit Julies Vater muss R aus dem Viertel der Lebenden flüchten. Derweil bereiten die Skelette einen Großangriff vor, und als die lebenden Leichen den Menschen helfen, muss schlussendlich auch der Colonel anerkennen, dass sich die Lage geändert hat. Als er R anschießt und dieser blutet − was Tote eigentlich nicht machen − erkennt er, dass die Zombies sich zurückverwandelt haben.

Fazit: Zombie-Filme mit einem Happy End sind selten. Zombie-Filme, in denen Zombies sich selbst heilen und wieder zu Menschen werden, sind einzigartig. Wenn man berücksichtigt, dass Zombies eine Parabel auf die seelenlose Konsumgesellschaft sind, wird hier wohl darauf angespielt, dass es in unserer eigenen Macht liegt, aufzuwachen und wieder ein menschenwürdiges Leben zu führen.

Eine derart positive Botschaft in einem eher pessimistischen Genre ist wirklich eine Innovation. Ebenso der Symbolcharakter des Niederreißens von Mauern, was wohl als Kritik an einer Welt gemeint ist, in der immer mehr Mauern zwischen Arm und Reich errichtet werden. Mit den unterschwelligen Pyramiden passt das alles aber nicht so recht zusammen. Denn Konsumzombies, die aus ihrem Dämmerzustand aufwachen und sich mit anderen Menschen verbünden, sind sicherlich das Letzte, was sich die Elite wünscht.

Abgerundet wird das Ganze durch eine gehörige Portion Witz und Ironie. "Warm Bodies" ist mit Abstand der kreativste und unterhaltsamste Zombie-Film seit "Fido". Ignoriert man einmal einige unterschwellige Symbole, ist "Warm Bodies" eine erfrischende Romanverfilmung, welche das Zombiegenre wahrhaftig neu belebt.

Diese Filmrezension ist auch zusammen mit weiteren Texten aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror in der April-Ausgabe unseres monatlichen Magazins "Incoming Message" erschienen. Falls Sie die "Incoming Message" noch nicht abonniert haben, können Sie das Internet-Magazin zusammen mit unserem wöchentlichen Newsletter "TrekZone Weekend" hier kostenlos bestellen.

(sd - 22.04.13)


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