Daily Trek Cast & Crew Focus & Background Franchise & Fandom
Star Trek Into Darkness Star Trek XI Enterprise Universum
SF-Zone Raumfahrer.net
GameZone Literatur
Trek BBS Quark's Bar Star Trek Rollenspiel

Seitenoptionen



News & StoriesSerien & FilmeScience & FictionMediaCommunity

Portal Facebook Twitter YouTube Flickr Chat Trek BBS

 
Daily Trek News
SF-Zone News

Oliver Hieber (oh)30.09.13

Wolverine: Weg des Kriegers

Leise Töne - mit ein paar Sekunden Patrick Stewart

"Wolverine" − eine Kritik zum neuen "X-Men"-Film von Oliver Hieber.

Hugh Jackman ist seit seinem ersten Einsatz als Wolverine anno 2000 ein wenig in die Jahre gekommen. Ein paar Falten hat er bekommen (die der eigentlich nicht alternde Wolverine gar nicht haben sollte) und auch etwas ruhiger ist er geworden. Dies spiegelt auch der neue Film über den Einzelgänger wider.

Die Motivation der Hauptfigur ist gerade am Anfang des neuen Films, der keine Fortsetzung des eher mäßigen "X-Men Origins: Wolverine" ist, sehr überschaubar. Gerade bei dem relativ ruhigen Einstieg merkt man schnell, dass sich dieser Film von seinen Vorgängern mit sehr teamlastigen Geschichten abhebt. Es geht wirklich nur um Wolverine, seine Trauer und auch Schuldgefühle bezüglich des Todes von Jean Grey. Zwischen all dem blitzt auch immer die Sinnhaftigkeit seiner Unsterblichkeit hervor.

Ankündiungsposter zu "Wolverine: Weg des Kriegers"
Auch als Wolverine auf Wunsch eines sterbenden Mannes nach Japan kommt, wird diese ruhige Stimmung beibehalten. Die Adamantium-Krallen werden zwar sehr häufig zum Einsatz gebracht, aber man hat wirklich selten das Gefühl, einen Actionfilm, geschweige denn eine Comicverfilmung zu sehen.

Je nach Erwartungshaltung des Zuschauers kann das etwas Positives oder Negatives sein. Wer Mutanten erwartet, die effektvoll Blitze schleudern oder mit Autos um sich werfen, dürfte enttäuscht sein. Die Geschichte, wie Wolverine die Enkelin des Sterbenden beschützt, dabei ohne seine Selbstheilungskraft klarkommen muss und sich nach dem Tod von Jean wieder verliebt, wird in ruhigen und atmosphärischen Bildern präsentiert. Die fremde Umgebung Japan, ein von Traditionen geprägtes Land, betont diese Stimmung ebenfalls.

Neben Hugh Jackman, der sich in seiner Rolle sichtlich wohlfühlt, stechen besonders die zwei weiblichen Hauptrollen hervor: Rila Fukushima als hellseherisch begabte Yukio und Tao Okamoto als Mariko (Wolverines "Love Interest" − auch wenn dieser Begriff dem Charakter nicht gerecht wird) stellen sehr überzeugend zwei ziemlich unterschiedliche Charaktere dar. Verletzlich und vom Umfeld und der Vergangenheit geprägt, aber auch stark und selbstbewusst. Vielleicht gerade dadurch, dass beide Schauspielerinnen relative Newcomer sind, wirkt Ihr Spiel sehr natürlich. Es ist als "X-Men"-Fan immer wieder schön, Famke Janssen als Jean Grey zu sehen, und auch wenn sie hier "nur" in den Gedanken und Träumen von Wolverine erscheint, so spielt das für seine charakterliche Entwicklung doch eine große Rolle. Jackman und Janssen haben dabei immer noch die gleiche Chemie, und dadurch kommt auch ohne Action ein gewisses X-Men-Feeling auf (falls man das so nennen kann).

Die einzige weitere halbwegs größere Rolle spielt Svetlana Khodchenkova als Viper, die jedoch den ganzen Film über anscheinend nichts anderes zu tun hat, als ihre Schlangenzunge zu zeigen und Leute zu vergiften. Leider ist es dem Drehbuchautor da nicht wirklich geglückt, einen überzeugenden Bösewicht zu erschaffen. Die restlichen Rollen fallen nicht negativ auf, sind aber meistens zu klein, als dass sie einen bleibenden Eindruck hinterlassen könnten.

Mit der Japan-Geschichte ist durch den Comic der Mutant Silver Samurai stark verbunden. Im Falle dieses Films ist er jedoch ein überflüssiger Bestandteil, der dafür sorgt, dass der dritte Akt nicht so richtig zu den ersten zwei Dritteln des Films passt. Die ruhige Atmosphäre wird durch einen effektreichen Showdown ersetzt, was den Beigeschmack hinterlässt, dass man der Geschichte nicht getraut und im Grunde sich ein wenig an Hollywood angebiedert hat, mit der Action und den Effekten. Somit ergibt der Film leider kein einheitliches Ganzes.

Im Großen und Ganzen kann man aber sagen, dass "Wolverine − Weg des Kriegers" dem Charakter gerecht wird. Und zwar mehr als die bereits erschienenen Filme. Es ist kein Action-Spektakel, sondern ein Drama mit Action-Einschüben, bei dem die Schauspieler nicht zwischen dem Lärm und den Effekten untergehen. Sehenswert ist dieser Film auf jeden Fall.

Zum Schluss sollte man wohl auch die Szene im Abspann erwähnen, die viel Appetit auf "X-Men − Zukunft ist Vergangenheit" macht. Um ehrlich zu sein, sorgt diese Szene stärker für Gänsehaut als der ganze Film vorher. Dankenswerterweise muss man auch nicht zig Spezialeffektfirmen im Abspann über sich ergehen lassen, bis nach der letzten Danksagung endlich die kurze Szene kommt. Und auch wenn Achtung Spoiler Patrick Stewart leider nicht mehr seine liebgewonnene deutsche Stimme hat (da der Sprecher Rolf Schult dieses Jahr verstorben ist), so ist es toll, den Schauspieler mal wieder in einem Kinofilm zu sehen − mit der Aussicht darauf, dass 2014 noch mehr kommt.

Diese Filmrezension ist auch zusammen mit weiteren Texten aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror in der September-Ausgabe unseres monatlichen Magazins "Incoming Message" erschienen. Falls Sie die "Incoming Message" noch nicht abonniert haben, können Sie das Internet-Magazin zusammen mit unserem wöchentlichen Newsletter "TrekZone Weekend" hier kostenlos bestellen.

(oh - 30.09.13)


Nach oben

Alle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und Autoren. Jede unautorisierte Übernahme ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Für Anfragen betreffend Artikel- oder Newsübernahme wenden Sie sich bitte an den Redaktionsleiter.

"Star Trek", "Star Trek: The Next Generation", "Star Trek: Deep Space Nine", "Star Trek: Voyager", "Star Trek: Enterprise" und alle verwandten Markennamen sind eingetragene Handelsmarken von Paramount Pictures. Kopierrechtlich geschütztes Material wurde ausschließlich für nichtkommerzielle Zwecke genutzt. Dies gilt auch für alle Materialien, die aus anderen Franchises stammen und im Rahmen der TZN SF-Zone genutzt wurden.

Mitarbeit Kontakt Impressum

© TrekZone Network, 1999-2017