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Oliver Hieber (oh)15.06.14

"X-Men – Zukunft ist Vergangenheit"

Der Film ist der beste Beitrag zur "X-Men"-Filmreihe

Nicht nur die alten und neuen Schauspieler in ihren bekannten Rollen sorgen für Begeisterung ... Was sonst noch, verrät Ihnen Oliver Hieber.

Als 2012 die "Avengers" die Kinokassen klingeln ließen, wurde sofort jedes Filmstudio hellhörig, das einigermaßen Rechte an Marvel-Figuren besitzt. Bei Sony wurde begonnen die Erweiterung des "Spider-Man"-Universums zu planen, während 20th Century Fox sich Gedanken über die "X-Men"- und "Fantastic Four"-Franchises machte. Verwunderlich war es nicht, als im gleichen Jahr "X-Men - Days of Future Past" angekündigt wurde - ein Film, der Schauspieler der ersten drei Filme und des Reboots "First Class" vereinen sollte.

Fox wagte sich damit auf ziemlich dünnes Eis, da die Comic-Vorlage Kultstatus bei den Fans besitzt, und bisher hatten sich die Filmemacher nicht gerade mit Ruhm bekleckert, was Vorlagentreue angeht (Stichwörter "Gambit" und "Deadpool"). Nachdem Regisseur Bryan Singer ("X-Men" und "X-Men 2") jedoch als Regisseur feststand, wurde man doch hellhörig. Da er nicht gerade für plumpe Actionszenen, sondern eher gute Charakterszenen bekannt ist, kam etwas Hoffnung auf. Nach und nach sagten alle möglichen Schauspieler aus vorherigen Teilen zu und irgendwann kam der Moment, wo man sich fragte: Wie viele Stunden soll der Film gehen bei so vielen Schauspielern? Jede neue Ankündigung für eine Rolle wurde für Filmseiten im Internet zu einem Running Gag.

Unzählige Rollen, aufgrund der Zeitreise-Thematik zwei Zeitebenen und eine ganze Menge Logiklöcher aus vorherigen Filmen – nicht gerade die beste Voraussetzung für einen erfolgreichen Film. Man hält es nicht für möglich, aber der Film ist der beste Beitrag zur "X-Men"-Filmreihe! Es beginnt in einer düsteren Zukunft, in der Mutanten von Roboter, sogenannten Sentinels, gejagt und getötet beziehungsweise in Internierungslager gebracht werden. Unsere altbekannten Mutanten ersinnen einen Plan, um Wolverines Bewusstsein in seinen jüngeren Körper zurückzuschicken, damit er in der Vergangenheit mit den aus "First Class" bekannten, jüngeren Versionen der Figuren die Geschichte ändert und alles zum Guten wendet in der Zukunft.

Es ist eine echte Freude die alten Helden wiederzusehen. Patrick Stewart (dessen Auferstehen nicht erklärt wird), Ian McKellen, Halle Berry, Shawn Ashmore, Ellen Page, Daniel Cudmore und Anna Paquin (leider nur in einem kurzen Cameo) sorgen mal wieder für ein richtiges "X-Men"-Feeling. Auch wenn manche Charaktere wenig bis keinen Text haben, hat man trotzdem das Gefühl, dass sie wunderbar ins Gesamtbild passen. Zu den Schauspielern aus "First Class" muss man vermutlich nicht viel sagen. Jennifer Lawrence hat 2013 einen Oscar gewonnen und Michael Fassbender war erst dieses Jahr (genau wie Lawrence) für einen Oscar nominiert. Auch Nicolas Hoult und James McAvoy sind über jeden Zweifel erhaben und holen alles aus ihren Rollen raus.

Die Geschichte nimmt sich teilweise viel Zeit für die Charaktere und versucht die Zeitreise-Thematik bis zum Ende logisch durchzuziehen. Dabei hat man nie das Gefühl, dass eine oberflächliche Geschichte heruntergespult wird. Es gibt unzählige Verweise auf die vorherigen Filme und erstmals hat der Zuschauer den Eindruck, dass wirklich alles zusammengehört und ein großes Ganzes ergibt, ohne dass es erzwungen wirkt.

Aber nicht nur die alten und neuen Schauspieler in ihren bekannten Rollen sorgen für Begeisterung: Komponist John Ottman, der schon die hervorragende Musik zu "X-Men 2" geschrieben hat, gibt einem mehr als einmal die Gelegenheit ein Déjà-vu zu erleben, ohne dass er sich einfach nur wiederholt. Die Spezialeffekte lassen keine Wünsche offen und spätestens wenn man Quicksilver (Evan Peters) in Aktion erlebt hat, weiß man, dass dieser Film alles richtig macht. Ebenso sind die Sentinel-Sequenzen wirklich phantastisch geworden und viele Mutanten können eindrucksvoll mit ihren Fähigkeiten das Publikum zum Staunen bringen.

In der deutschen Version hat der Film leider einige Schwachpunkte. Mal abgesehen von dem etwas komischen deutschen Titel hat die Synchronisation mehrere Umbesetzungen zu vermelden. Bei Ellen Page ist es zu verschmerzen, da diese erst einmal in den "X-Men"-Filmen vorkam und zumindest eine Stimme bekommen hat, die in anderen Filmen bereits Verwendung gefunden hat. Bei Halle Berry stößt es schon etwas auf, dass Ihre Standardstimme Melanie Pukaß wohl nicht zur Verfügung stand. Dafür hätte man ja zumindest versuchen können, Anke Reitzenstein (Wer kennt sie nicht als Stimme von "Seven of Nine" Jery Ryan?) zu besetzen. Diese hatte Berry bereits im ersten "X-Men" gesprochen und der Bruch zu Melanie Pukaß wäre nicht ganz so krass, wie er jetzt im Film ist.

Bei Patrick Stewart musste umbesetzt werden, da sein grandioser Sprecher Rolf Schult letztes Jahr leider verstorben ist. Kaspar Eichel, der Schult teilweise ähnlich klingt, bringt eine gute Leistung, aber beim ersten Hören zuckt man doch zusammen. Dazu kommen noch zwei Cameos von Schauspielern der alten Trilogie, die dank neuer Stimmen einiges an Wirkung verlieren.

Das ist jedoch Jammern auf hohem Niveau, weil der Film wirklich Spaß macht und erstaunlicherweise einiges an Logiklöchern stopft. Das Ende ist eine echte Freude für Fans und hält ein paar Überraschungen bereit. Dass "X-Men - Apocalypse" bereits für 2016 angekündigt worden ist, sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man sich die Szene nach dem Abspann anschaut. Auch wenn man nicht alle Hintergründe zur Figur Apocalypse kennt, kann man jetzt schon mit einem epischen Film rechnen.

Diese Filmrezension ist auch zusammen mit weiteren Texten aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror in der Juni-Ausgabe unseres monatlichen Magazins "Incoming Message" erschienen. Falls Sie die "Incoming Message" noch nicht abonniert haben, können Sie das Internet-Magazin zusammen mit unserem wöchentlichen Newsletter "TrekZone Weekend" hier kostenlos bestellen.

(oh - 15.06.14)


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