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Jessica Schreier (sr)12.01.13

Komm und hol sie dir!

Ein Blick auf die zweite Staffel von "Falling Skies"

Jessica Schreier blickt zurück auf die zweite Staffel der Science-Fiction-Serie "Falling Skies", die Ende 2012 auf ProSieben ausgestrahlt wurde. In den USA kommt im Sommer die dritte Staffel ins Fernsehen.

Als letztes Jahr die Serie "Falling Skies" startete, ließen die ersten Kritiker nicht lange auf sich warten. Zu weichgespült sei die Serie für Science-Fiction, und überhaupt sähe man ja viel zu wenig von den Aliens. Es war schwer, dem zu widersprechen, obwohl man gelegentlich auch darauf hinweisen sollte, dass es sich eher um ein Invasionsdrama denn um Science-Fiction handelt. Dennoch gab es Schwächen, vor denen niemand die Augen verschließen konnte, und das waren vor allem eine Dramaturgie, die eher einem Kinofilm als einer Serie entsprach sowie das Fehlen eines klaren Ziels. Als die Serie trotzdem um eine zweite Staffel verlängert wurde, dürfte deshalb allen Beteiligten klar gewesen sein, dass die Schonfrist jetzt vorbei ist.

Ankündigungsplakat zur US-Premiere der Serie.
Die Idee hinter "Falling Skies" ist denkbar schnell umrissen. Die Erde wurde von feindlichen Aliens angegriffen, und da sie ihrer Technik nichts entgegenzusetzen hatten, war die Menschheit nach sechs Monaten praktisch ausgerottet. Die letzten Überlebenden haben sich zu überschaubaren Gruppen aus Militärs und Zivilisten zusammengefunden, die versuchen, irgendwie über die Runden zu kommen und den Aliens dabei möglichst aus dem Weg zu gehen.

Die wichtigste Entwicklung der zweiten Staffel ist die, dass man nun etwas offensiver vorgeht, während es zuvor vor allem darum ging, Vorräte zu beschaffen und das nächste Versteck zu finden. Die Menschen suchen Möglichkeiten zum aktiven Widerstand, während gleichzeitig in Charleston eine neue Regierung aufgebaut wird, die am Ende nur dazu führt, dass die Leute dort verdrängen, dass der Planet ihnen nicht mehr gehört. Dieser Kontrast ist spannend und wurde vielleicht gar nicht richtig ausgespielt, wenn man bedenkt, dass die Aliens den Menschen zu Beginn der Staffel noch angeboten haben, dass sie sie in Ruhe lassen, wenn sie sich in eine Art Auffanglager zurückziehen.

Grundsätzlich muss man sagen, bei "Falling Skies" hat sich gezeigt, dass es sich lohnen kann, einer Serie die Chance zu geben, sich zu entwickeln, statt sie nach der ersten Staffel direkt abzusetzen, wie das leider immer häufiger geschieht. Auch wenn mir persönlich schon die erste Staffel gefiel, hat sich das volle Potenzial der Idee erst jetzt gezeigt. Remi Aubuchon ersetzte Mark Verheiden als Showrunner und sorgte konsequent dafür, dass die Serie einen auffallend dunkleren Tonfall erhielt, ohne die familiären Aspekte komplett in den Hintergrund zu drängen, die aller Schelte zum Trotz für die Geschichte enorm wichtig sind.

Der Handlungsbogen wurde konsequenter als in der ersten Staffel verfolgt und die Dramaturgie deutlich verbessert, obwohl man durchaus einschränken muss, dass die Geschichten noch immer einem Auf und Ab unterworfen sind. "Falling Skies" ist immer dann am besten, wenn eine starke Handlung mit grundsätzlichen Fragen verknüpft wird, die sich nicht nur mit dem unmittelbaren Problem des Überlebens beschäftigen, sondern mit den Aliens, ihren Motiven, ihren Schwächen, ihrer Kultur.

Ein gänzlich neuer Handlungsstrang wurde außerdem mit der Skitter-Rebellion eingeführt. Was zu Beginn sowohl den Protagonisten als auch dem Zuschauer kaum glaubwürdig erschien, wurde über den Wandlungsprozess erklärt, den die Kinder durch den Harnisch erfahren. Die Autoren haben das Kunststück vollbracht, mit der Figur von Ben Sympathie für Wesen herzustellen, die wir in der ersten Staffel noch zu hassen gelehrt wurden. Daneben wurden aber auch wichtige Fragen angesprochen, ohne sie leichtfertig beantworten zu wollen. Fragen wie die, was mit den Kindern mit Harnisch passiert, sollten sie die Aliens jemals besiegen. Ben selbst sagt irgendwann, er fühle sich bei den Skitters mehr zu Hause als bei seiner Familie, und das zeigt eigentlich erst, wie sehr die menschliche Gesellschaft durch die Invasion erschüttert wurde.

Alles in allem ist die Serie ein bisschen erwachsener geworden, wohl auch brutaler und kompromissloser, aber niemals um des reinen Schockeffekts Willen. Vor allem die Kinder und Jugendlichen mussten in dieser Staffel viel erdulden, es gab Todesfälle, mit denen eigentlich niemand gerechnet hat, weil im Fernsehen das ungeschriebene Gesetz gilt, dass niemals Kinder sterben.

Und es wurde gezeigt, was das mit denen macht, die zurückbleiben. Lourdes, die neben der Haupthandlung oft vergessen wird, aufgrund ihres starken Glaubens aber stets jemand war, auf den sich die anderen verlassen konnten, verliert nach dem Tod ihres Freundes diesen Glauben, ja selbst ihren Lebenswillen. Was immer man also über fehlende Alien-Action sagen mag, es sind solche Dinge, die uns berühren, weil wir uns darin wiedererkennen können. Pathos gibt es zwar immer noch mehr als genug, aber die strahlenden Helden sucht man vergebens.

Die zweite Staffel von "Falling Skies" hat eines auf jeden Fall gezeigt: Die Autoren haben noch einige Ideen, die sie uns zeigen wollen. Uns als Zuschauern bleibt zu hoffen, dass sie dem neuen düsteren Stil treu bleiben, aber daran arbeiten, die Spannung demnächst etwas konsequenter aufrecht zu erhalten.

Diese Serienkritik ist auch zusammen mit weiteren Texten aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror in der Januar-Ausgabe unseres monatlichen Magazins "Incoming Message" erschienen. Falls Sie die "Incoming Message" noch nicht abonniert haben, können Sie das Internet-Magazin zusammen mit unserem wöchentlichen Newsletter "TrekZone Weekend" hier kostenlos bestellen.

(sr - 12.01.13)


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