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Sara Hoeft (sho)23.10.12

"Torchwood 4: Miracle Day"

Wo bleibt das britische Understatement?

Lange mussten die "Torchwood"-Fans in Deutschland auf die Ausstrahlung der vierten Staffel warten. Im August strahlte RTL 2 "Miracle Day" zum ersten Mal im Free-TV aus und die Staffel erschien beinahe zeitgleich auf DVD und Blu-ray. Doch hat sich das Warten für die Fans gelohnt?

Der Plot

Torchwood existiert nicht mehr. Während Captain Jack Harkness verschwunden ist, versteckt sich Gwen mit Ehemann Rhys und ihrem Baby zurückgezogen an der Küste von Wales, immer in der Angst, die Vergangenheit könnte sie einholen.

Als der Kinderschänder und Mörder Oswald Danes in den USA die Todesspritze erhält, passiert etwas Unfassbares: Er stirbt nicht. Und er ist nur der Erste, denn alle Menschen hören auf zu sterben - unabhängig davon, wie schwer ihre Krankheit oder Verletzung ist. Bei der CIA geht derweil ein Hinweis mit nur einem Wort ein: "Torchwood". Daher machen sich Agent Rex Matheson, der selbst eine eigentlich tödliche Verletzung am Herzen erlitt, und die Analystin Esther Drummond auf die Suche nach den verbleibenden Mitgliedern, um Antworten zu erhalten. Rex fliegt nach Wales, findet nicht nur Gwen, sondern auch Captain Jack, lässt sie verhaften und überstellt sie in die USA.

Jack, der eigentlich nicht sterben kann, ist nun in der ungewohnten Situation, dass seine Wunden nicht heilen. Er scheint auf einmal der letzte Mensch zu sein, der sterben kann. Nach einem missglückten Mordversuch an Jack werden er, Rex und Gwen von Rex' eigenen Kollegen angegriffen. Rex und Esther werden durch ein Komplott als Verräter von ihren eigenen Kollegen gesucht.

Der Mörder Danes wird freigelassen, geht in Talkshows und mutiert für die eine Hälfte der Menschen zum Sinnbild für das Wunder, während er für die andere Hälfte der Mörder geblieben ist. Die Firma PHICORP nutzt ihn als Sprachrohr für ihre Zwecke und stellt ihm die regelrecht nervende Jilly Kitzinger als PR-Assistentin zur Seite.

Inzwischen wird deutlich, welche Probleme die menschliche Unsterblichkeit mit sich bringt: Durch das Ausbleiben des Todes erkrankter Menschen mutieren die Krankheitserreger, so dass sie resistent gegenüber Antibiotika werden. Auch eine Überbevölkerung der Erde wird erwartet.

Menschen werden nunmehr in drei Kategorien eingeteilt: die Gesunden (Kat. 3), die Kranken (Kat. 2) und die nicht mehr ansprechbaren (Kat. 1). Die Zweier und Dreier werden abgeholt und in Lager versammelt, angeblich zur besseren Behandlung. Die Ärztin Vera, die mit Rex befreundet ist, besichtigt ein Lager. Als sie sieht, wie die Kategorie 1er und die Menschen ohne Krankenversicherung gelagert werden, und sie obendrein dem Lagerleiter mit der Öffentlichkeit droht, wird sie mit Kat. 1ern in einem großen Verbrennungsofen verbrannt. Rex, der seinerseits durch eine Verletzung in das Lager eindringt, kann sie nicht retten und nur das Grauen filmen. In der Zwischenzeit kehrt Gwen nach Wales zurück, um ihren Vater aus einem Lager zu befreien. Es gelingt ihr mit Rhys' Hilfe. Außerdem sprengt sie die Verbrennungsöfen. Um dem Ganzen ein Ende zu setzen, kehrt sie in die Staaten zurück. Gerade gelandet, erhält Gwen die Nachricht, dass ihre Familie in Wales als Geiseln genommen wurde. Die Entführer wollen, dass sie Jack ausliefert.

Rückblende

Man erlebt das Kennenlernen zwischen einem gewissen Angelo Colasanto, der ein gläubiger Katholik ist, und Jack im Jahr 1927 in Amerika. Sie beginnen ein Liebesverhältnis miteinander. Doch Jack ist im Auftrag von Torchwood in den Staaten und sie lassen sich von der Mafia anheuern, um eine Kiste zu transportieren. In der Kiste befindet sich ein Gehirnfresser, der Präsident Roosevelt infizieren soll, damit der Zweite Weltkrieg anders ausgeht. Jack tötet ihn. Beim Verlassen des Gebäudes wird Jack erschossen und Angelo verhaftet. Als er bei seiner Freilassung von Jack abgeholt wird, glaubt Angelo, Jack wäre ein Teufel und ersticht ihn. Als Jack immer wieder zu sich kommt, eskaliert die Lage und er wird in einem Keller immer wieder von unterschiedlichen Menschen getötet und sein Blut aufgefangen. Drei fremde Personen "erwerben" Jack schließlich. Doch er kann mit Hilfe von Angelo fliehen, verlässt ihn aber.

Gegenwart

Gwen will Jack ausliefern, um ihre Familie zu retten. Sie wird aber von Rex und Esther bis zum Übergabetreffpunkt verfolgt. Sie können Jack befreien. Es stellt sich heraus, dass Jack von Olivia, welche die Enkelin von Angelo ist, zu ihm gebracht werden soll und er zudem wüsste, was das Wunder der plötzlichen weltweiten Unsterblichkeit bewirkt.

Als Jack bei Angelo eintrifft, findet er diesen alt und an lebenserhaltende Maschinen angeschlossen vor. Olivia stellt fest, dass Angelo nichts mit dem Phänomen zu tun hat. Aber es gab drei Männer bzw. deren Familien, die die Macht der Unsterblichkeit damals erworben haben. Nach Jacks Flucht nutzten sie sein Blut. 1998 hat Olivia eine Nachricht abgefangen, nach der die Familien eine "Quelle" gefunden hätten. Da erscheinen die Kollegen von Rex und sein Vorgesetzter Freadkin. Dieser entpuppt sich als Handlanger der Familien und wird auch vor seinem Vorgesetzten Shapiro enttarnt. Im Auto, in dem auch Olivia sitzt, sprengt sich Freadkin in die Luft. Auch Angelo stirbt, da sein Bett mit Technologie aus der in "Children of Earth" zerstörten Torchwood-Basis verbunden ist. Diese erzeugt ein Feld, welches das Sterben möglich macht. Dies belegt Jacks Vermutung, wonach ein so genanntes "morphisches Feld" für die Unsterblichkeit verantwortlich ist. Als Jack sich weigert, sein Wissen über diese Technologie mit der CIA zu teilen, wird Gwen aus den Vereinigten Staaten zwangsausgewiesen. Um die Welt zu schützen, nimmt Jack einen wichtigen Teil der Technologie an sich und flieht mit Hilfe von Rex und Esther. Dabei wird er angeschossen, weswegen Esther ihn begleitet und mit ihm nach Großbritannien flieht. Danes wird von Kitzinger fallen gelassen, da er in die neue Kategorie 0 (Verbrecher mit Todesstrafe) eingestuft wurde. Er flieht ebenfalls.

Zwei Monate später

Die Angst geht in der Bevölkerung um, dass man bereits bei kleinen Erkrankungen in den Öfen verbrannt wird. Häuser werden auf Verdacht hin nach versteckten Kranken durchsucht. Gwen verbirgt mit ihrer Familie ihren Vater in einem Geheimraum im Keller. In Schottland verstecken sich Esther und der immer noch verletzte Jack. Dabei sammelt Esther Jacks Blut, weil sie überzeugt ist, dass es ihre einzige Waffe gegen die Unsterblichkeit ist. Danes taucht bei Gwen auf und verlangt Jack zu sprechen. Er gibt an, den Namen des Verantwortlichen zu haben. Jack und Esther reisen an. Danes hat Kitzinger online beschattet und stellte fest, dass ihr gesamtes Onlineprofil gelöscht wurde. Er nennt den Namen Harry Bosco, der jedoch für eine Verschleierungstechnik steht, nach der durch Übersetzungen andere Bedeutungen der Worte geschaffen werden. Sie stoßen auf eine Aufnahme, die zwei Tage vor dem Miracle Day aufgenommen wurde. Auf dieser ist zu sehen, wie ein aus dem Feuer einer Blutbank geretteter Mann wörtlich sagt, dass die "Quelle" sein Leben gerettet hätte. In Buenos Aires brannte zum gleichen Zeitpunkt eine weitere Blutbank aus. Beide Städte liegen sich auf der Weltkugel exakt gegenüber.

Die Polizei stürmt Gwens Haus und findet schließlich doch den Vater, der nun zur Verbrennung abtransportiert wird. Daraufhin fliegen Gwen, Jack und Danes nach Shanghai und Rex mit Esther nach Buenos Aires. Sie vermuten, dass sich die ominöse Quelle zwischen den Städten durch die Erde zieht.

Kitzinger ist inzwischen nach Shanghai geflogen, wo sie einen neuen Namen annehmen soll. Die Familien wollen sie kennenlernen, da sie Experten für Geheimhaltung suchen. Sie wird zur Quelle geführt, von der selbst die Familien nicht exakt wissen, was sie ist. Wer sie sieht, sieht einen Teil von sich selbst, und das brachte schon einige Menschen zum Selbstmord. Von der Quelle sieht man nicht mehr als eine Felsspalte, die bis ans andere Ende der Welt führt.

Esthers Kollegin Charlotte ist ein Maulwurf für die drei Familien und warnt Buenos Aires vor. In Shanghai angekommen, erleidet Jack große Schmerzen. Sein Blut wird von der Quelle angezogen, da sie sein Blut haben möchte. Auch Rex und Esther finden die richtige Adresse. Unterstützt vom hiesigen Militär wollen sie es stürmen. Doch ein Soldat, der Esther den Koffer mit Jacks Blut abnimmt, sprengt sich mit den anderen Soldaten in die Luft. Esther und Rex überleben zwar, aber lassen alle in dem Glauben, sie wären tot. Daraufhin versucht die CIA, mit dem Computerprogramm den Maulwurf zu finden. Charlotte verlässt die Zentrale, nachdem sie ihre Handtasche mit Sprengstoff deponiert hatte. Bei der Explosion kommen ihre Kollegen und Shapiro um. In der Zwischenzeit dringen die beiden Torchwood-Teams zur Quelle vor. Es kommt zu einer Patt-Situation: In Shanghai hat Dane Sprengstoff umgeschnallt, in Buenos Aires richtet die Familie Gewehre auf Rex und Esther. Torchwood erfährt, dass die Quelle in Symbiose mit der Menschheit lebt und so alt wie die Erde selbst ist. Durch Jacks Blut, von beiden Antipolen gleichzeitig gefüttert, wurde die Menschheit von der Quelle unsterblich gemacht.

Wenn Torchwood auf beiden Seiten der Erde Jacks sterbliches Blut der Quelle gegeben wird, kann der Tod wieder zurückkommen. Doch Jack ist in Shanghai und der Koffer mit seinem Blut in Buenos Aires explodiert. Da enthüllen Rex und Esther, dass Jacks Blut durch Rex' Adern fließt. Esther wird daraufhin erschossen. Rex reißt seine Wunde auf und Gwen erschießt Jack. Doch nach seinem Tod steht er wie gewohnt auf und flüchtet mit Gwen, während die Menschen wieder sterben - auch Esther und Gwens Vater. Rex überlebt. Bei Esthers Trauerfeier wird Charlotte entlarvt. Sie schießt auf Rex, der stirbt. Charlotte selbst wird erschossen. Doch plötzlich wacht Rex wie sonst nur Jack auf. Durch Jacks Blut ist er ebenso unsterblich geworden.

Kritik

Wie bei der erfolgreichen dritten Staffel "Kinder der Erde" besitzt auch die vierte eine durchgehende Handlung. Diesmal ist es keine alleinige BBC-Produktion, sondern eine Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Fernsehsender Starz. Dies führte zu großen Ängsten in der Fangemeinschaft, die zum Teil begründet scheinen.

Doch zunächst die positiven Erkenntnisse. Es ist zu begrüßen, dass die Torchwood-Mitglieder, die in Staffel 2 (Toshiko und Owen) und Staffel 3 (Ianto) verstorben sind, Erwähnungen finden und somit deutlich wird, dass sie unvergessen sind - wie es auch im wahren Leben der Fall wäre. Auch dass Gwen als fürsorgliche Mutter ihrem Kind bei der Flucht Ohrenschützer aufsetzt, passt zu ihr. Die Besetzung ist fantastisch. Über John Barrowman (Captain Jack) und Eve Myles (Gwen Cooper) braucht man nicht viel sagen. Sie stehen für "Torchwood" und verkörpern ihre Rollen sehr gut. Kai Owen als Rhys Williams überzeugt ebenso in Staffel 4, auch wenn für ihn eine tiefgründigere Rolle von Seiten der Drehbuchschreiber zu wünschen gewesen wäre. Aber auch die neuen Darsteller überzeugen: So wird das Torchwood-Team um Mekhi Phifer (Rex) und Alexa Havins (Esther) erweitert. Weiterhin gibt Bill Pullman seiner Figur des Oswald Danes das nötige widerliche "Etwas" - obwohl seine Rolle besonders in der ersten Hälfte der Staffel an einen gewissen Gaius Baltar in "Battlestar Galactica" erinnert. Auch John de Lancie kann mit seiner Darstellung des Shapiro - einem arroganten, überheblichen CIA-Vorgesetzten, der sich von Torchwood nichts sagen lassen will - stolz sein, da man ihm seine unsympathische Rolle gut abnimmt. Aber auch hier fühlt man sich womöglich an Q erinnert. Weitere Nebendarsteller sind unter anderen Lauren Ambrose (Jilly Kitzinger), Wayne Knight (Friedkin) und Nana Visitor (Olivia Colasanto), die auch überzeugen konnten.

Allerdings offenbaren die Handlung und Umsetzung von Staffel 4 einige Schwachstellen. Wenn man die vorherigen Staffeln gut kennt, stößt man auf Ungereimtheiten und offene Fragen. Was ist beispielsweise mit den Weasels und anderen Außerirdischen, die womöglich auf der Erde wandeln? Auch fragt man sich, was Gwen so verändert hat. Sie ist für den Kenner in vielerlei Hinsicht nicht wiederzuerkennen. Stieg sie bei Torchwood als das Gewissen des Teams und mit viel Mitgefühl ein, erstaunt sie den Zuschauer nun mit Härte. Wo ist die gefühlvolle Gwen geblieben?

Vielmehr übernahm die Rolle der Esther diesen Part. Auch verblüfft sie die "Torchwood"-Fans mit Wissen, welches sie in Staffel 3 noch nicht hatte. Immer hat sie eine Lösung und kennt Tricks, die sie angeblich schon oft angewendet hat. Doch fragt man sich, wann das war. Schließlich hielt sie sich zwischen Staffel 3 und 4 mit Rhys und ihrem Kind versteckt.

Offen bleibt, wohin Jack nach dem Ende von "Children of Earth" ging und warum er zurückkam. Sieht man das Bonusmaterial, so erfährt man zumindest den Grund seiner Rückkehr: Seine Liebe zu Gwen und sein Wunsch, sie vor Gefahr zu beschützen. Doch kommt dies in der Staffel selbst kaum rüber. Insgesamt kommen Jack und seine Beweggründe zu kurz. Hier wurde ein großes Potenzial verschenkt. Darüber hinaus wirkt Jacks Hingezogenheit zu beiden Geschlechtern recht einseitig. Kennt man die vorherigen Staffeln nicht, so würde man vermuten, er wäre homo- und nicht bisexuell. Seine Liebschaft zu Angelo wird in einer ganzen Folge breit ausgeführt. Doch dann platzt die Seifenblase und Angelo hat eigentlich nur eine untergeordnete Rolle zum Hauptproblem. Auch hier wäre ein größeres Potenzial vorhanden gewesen. Hinzukommen kleinere Fehler wie die Tatsache, dass er Angelo im Jahre 1927 erklärt, er wäre ein Fixpunkt in Raum und Zeit. Dabei erfährt er das vom Doktor selbst erst zwischen den "Torchwood"-Staffeln 1 und 2 - also zirka 80 Jahre später.

Aber auch Gwens Statement - die Explosion der Verbrennungsanlage in Wales - weist erhebliche Logikfehler auf. Fraglich ist zum einen das Finden von Sprengstoff in dem Lager. Doch schwerwiegender ist die Tatsache, dass Jack das mit den Kontaktlinsen übertragene Bild aufnehmen soll. Gwen schaut auf das Gebäude, während sie einen langen Einleitungstext für die Aktion runterbetet. Dies kann jedoch gar nicht bei Jack ankommen, da - wie der Zuschauer aus "Children of Earth" weiß - die Linsen keinen Ton übertragen. Nur wenn die Lippenbewegungen durch die Linsen beispielsweise durch einen Spiegel zu sehen sind, kann der Computer das Gesagte berechnen. Gwen schaut aber in keinen Spiegel. Die Rede ist völlig sinnlos.

Viele Actionsequenzen wirken nicht ernst, sondern ziehen die Situation ins Lächerliche. Auch wenn Gwen die moderne, arbeitende Mutter in einer Extremform darstellt, wirkt die Umsetzung meist albern und mit typischer amerikanischer Coolness, die zu Gwen eigentlich nicht passt. Ein Beispiel ist die Flucht aus ihrem Haus in Wales, bei dem sie Rhys ihr Baby gibt und dann einen Verfolger-Hubschrauber mit einer Panzerfaust vom Himmel schießt. Wo ist das britische Understatement geblieben?

Die amerikanische CIA wurde sehr klischeehaft dargestellt: Die amerikanische Arroganz, das "Erst handeln, dann fragen", sind nur einige Punkte. Schön ist, dass auch die CIA Fehler macht und eigene Probleme verursacht, so wie man es aus den anderen Staffeln von "Torchwood" kennt.

Angeblich ist Jacks Blut nicht für seine Selbstheilungskräfte und Unsterblichkeit verantwortlich. Er sagte selbst, dass dies untersucht wurde. Dennoch wurde sein Blut zur Umprogrammierung der Quelle genutzt. Als wenn dies allein nicht schon ein Widerspruch darstellen würde, stellt sich ferner die Frage, warum die Menschen nicht nur "nicht sterben", sondern warum sie nicht auch gesund werden - wie Jack. Zudem stirbt Jack jedes Mal und wacht nach seinem Tod nur wieder auf. Die Menschen sterben aber nicht. Das passt leider nicht zusammen, so dass die Auflösung unbefriedigend ist. Auch die Voraussicht, dass Esther das Blut von Rex mit dem von Jack austauscht, erscheint eine nicht nachvollziehbare Handlung zu sein. Daher wirkt das Ende leider konstruiert. Dass am Ende nicht nur Jack, sondern auch Rex nach erfolgtem Tod wieder erwacht, ist ebenso vorhersehbar, wenn man den Gedanken mit Jacks Blut weiterverfolgt. Während der Folgen wurde eine immer komplexer werdende Handlung konstruiert, die jedoch durch eine an den Haaren herbeigezogene mystische Erklärung aufgelöst wurde. Das geht besser.

Sehr gut gelungen ist die Auseinandersetzung mit dem schwierigen Thema: Wie würde man handeln, wenn ... Bereits bei "Children of Earth" wurde ein schwieriges Thema angegangen: Würde man Kinder zum Wohl der Menschheit opfern, und welche Kinder würden es sein? Diesmal stellt man sich bei "Torchwood" die Frage, wie die Menschheit mit Unsterblichkeit umgehen würde. Was würde man mit "richtig" toten Menschen machen, wenn sie nicht sterben? Die Lösung der Regierungen bei "Torchwood" ist erschreckend: Konzentrationslager und Verbrennungsöfen. Die Menschheit hat in diesem Universum nichts gelernt.

Fazit: Eine gute Staffel mit sehr guten Ansätzen, deren Auflösung leider schwächelt und deren Figuren nicht immer authentisch sind - schade. Staffel 3 zeigte, dass es hätte besser gehen können.

Diese Rezension ist auch zusammen mit weiteren Texten aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror in der Oktober-Ausgabe unseres monatlichen Magazins "Incoming Message" erschienen. Falls Sie die "Incoming Message" noch nicht abonniert haben, können Sie das Internet-Magazin zusammen mit unserem wöchentlichen Newsletter "TrekZone Weekend" hier kostenlos bestellen.

(sho - 23.10.12)


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