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Anja Ebeling (ae), Sebastian Kowald (sk), Markus Peter Populorum (mp), Peter Tigmann (pt) Im Gespräch mit der Enterprise-Crew Ein Transcript der UPN-Pressekonferenz Die TZN-Redakteure Anja Ebeling, Sebastian Kowald, Markus Peter Populorum und Peter Tigmann präsentieren Ihnen die deutsche Erstveröffentlichung des kompletten Transcripts der UPN-Pressekonferenz mit den Darstellern der jüngsten "Star Trek-"Serie. Die TZN-Redakteure Anja Ebeling, Sebastian Kowald, Markus Peter Populorum und Peter Tigmann präsentieren Ihnen die deutsche Erstveröffentlichung des kompletten Transcripts. Moderator: Bitte begrüßen Sie zusammen mit mir den Cast in alphabetischer Reihenfolge: Scott Bakula, John Billingsley, Jolene Blalock, Dominic Keating, Anthony Montgomery, Linda Park und Connor Trinneer, sowie die Ausführenden Produzenten und Schöpfer von "Enterprise", Rick Berman und Brannon Braga. Dürften wir jetzt bitte Ihre Fragen haben. Frage: Scott, lassen Sie mich damit anfangen: Nach allem, was Sie uns gezeigt haben, sieht es aus als ob Sie in Ihrer Rolle Captain Kirk am nächsten kommen. [Die Produzenten] haben Sie bereits mit einer Waffe in der Hand gezeigt. Sie haben Sie mehr als einen Actionhelden dargestellt, der sogar eine Romanze hat. Beschreiben Sie uns bitte mal ein bisschen, wie Sie den Typen finden, und ob er ein bisschen mehr von dieser Tapferkeit hat, die Kirk besaß. Scott Bakula: (Captain Jonathan Archer) Oh ja. Und ich lerne ihn gerade erst kennen. Aber er ist auch eine Art unabhängiger Typ. Er hat keine Angst davor zu sagen was er denkt. Er hat auch keine Angst davor, sich mit Autoritäten anzulegen. Und das sind die ersten Pioniere, die sich aufmachen, den Weltraum zu erkunden, und ihre Erfahrungen sind alle einzigartig. Deshalb finden wir es sehr interessant, alle diese Dinge auszuprobieren. Und wir sind auf eine Art unwissend betreffs dieser ganzen neuen Technologien, deshalb müssen wir von Null beginnen. Deswegen ist dieser Charakter kühn und frech - und, ja, er kommt Kirk am nächsten, obwohl ich mich einhundert Jahre vor Kirk befinde. Frage: Scott, Sie haben es [durch "Quantum Leap"] schon mit einer Fangemeinde zu tun bekommen. Wie werden Sie mit einer noch viel größeren umgehen? Scott Bakula: Hoffentlich kommen wir alle gemeinsam gut miteinander aus. Es wird sicherlich großartig. Ich freue mich wirklich darauf. Frage: Mr. Berman und Mr. Braga, wie lange ist es her, seit Sie begonnen haben an "Enterprise" zu arbeiten in der jetzigen Form, und haben Sie jemals Probleme gehabt wie beispielsweise Dinge, die Sie nicht realisieren konnten, weil Sie nicht mit dem übereingestimmt hätten was später passiert? Rick Berman: Ich denke, es war 1959 als wir mit der Entwicklung begannen. Es fühlt sich so an. Brannon Braga: Ungefähr vor zweieinhalb Jahren. Rick Berman: Sie wissen, es gibt eine große Ironie beim Entwickeln von Dingen, bei denen Sie möchten, dass sie nicht komplexer werden als die Dinge, von denen sie wissen wie sie in ... sagen wir mal 90 Jahren zu Zeiten von Captain Kirk sein werden. Das ist ein Problem, das wir tatsächlich haben. Der Computer, der auf Janeways Schreibtisch stand, sah klotziger aus als derjenige, der schon heute auf meinem Schreibtisch steht. Es gibt schon Telefone, die kompakter sind als der Kommunikator, den Kirk benutzt hat. Wir befinden uns auf einem sehr schmalen Grat, wenn wir Sachen entwickeln, die weniger fortschrittlich sein sollen als die Dinge, die schon Captain Kirk zu Verfügung standen. Eine der lustigsten Elemente der Serie wird sein, Sachen zu sehen, von denen man weiß, dass sie irgendwann in "Star Trek" zu sehen sein werden, die momentan aber noch in den Kinderschuhen stecken. Es wird Spaß machen zu sehen, wie Sachen wie der Transporter oder die Phaser oder der Traktorstrahl entwickelt werden. Speziell für die Fans wird das ein Spaß. Frage: Diese Frage richtet sich an Mrs. Blalock. Könnten Sie und erzählen welche spezielle Perspektive Sie aus der Sicht einer Frau haben einen weiblichen vulkanischen Charakter zu spielen? Jolene Blalock: (Sub-Commander T'Pol) Das birgt einen großen Vorteil in sich, weil es ein Kontrast ist zu Scotts Anwesenheit - seiner männlichen Kraft, seiner Anwesenheit als Captain, seiner Führungsrolle, und es ist ein testosterongeführtes Team - die Weiblichkeit ist tatsächlich zu unserem Vorteil, oder zu meinem Vorteil. Und es ist nichts auf das du drängen musst. Es ist einfach da. Und deshalb ist es einfach das zu verkörpern und zugleich auch ein großer Kontrast. Es gibt Power in der Weiblichkeit, die ich immer noch entdecke. T'Pol ist katzenartig in ihren Bewegungen. Sie ist diplomatisch mit ihren Worten. Und sie ist trocken. Das ist im Kontrast zu all den Emotionen. Es funktioniert gut. Frage: Scott, eine Karrieren-Frage. Ich erinnere mich, dass Sie sich in einer Entweder/Oder-Situation befanden, dieses Projekt oder eine CBS-Serie in Angriff zu nehmen. Liege ich damit richtig? Könnten Sie kurz erzählen was Sie dazu bewogen hat, hier mitzumachen und nicht zu dem anderen Projekt zu gehen? Scott Bakula: Ich habe das wirklich gemacht. Ich spielte einen Gaststar - die Serie hieß "Late Bommers," und sie wurde zu "Boomers," aber ich weiß nicht wie es momentan damit aussieht. Aber wir befanden uns in Verhandlungen für eine Weile, und ich war mir nicht sicher ob das stattfinden würde oder nicht. Und sie willigten ein, mich bei der Serie dabei zu haben. Es war der Hauptcharakter in der Pilotfolge, aber als Gast - nur als Gast. Deshalb habe ich es gemacht und bin meines Weges gegangen. Und alles hat geklappt, wir konnten einen Deal machen und nun bin ich hier. Frage: Mr. Berman, Mr. Braga, wie nah dran waren Sie, eine "Starfleet Academy"-Serie zu machen und warum sind Sie davon abgekommen? Brannon Braga: Ich denke nicht, dass wir jemals eine "Starfleet Academy"-Serie in Erwägung gezogen haben, oder? Rick Berman: Das ist etwas, was wir nie ernsthaft in Betracht gezogen haben und auch nie wirklich entwickelt wurde. Frage: Würden Sie bitte auch das Fehlen von "Star Trek" im Titel erklären? Rick Berman: Wenn man darüber nachdenkt, seit "Next Generation" hatten wir viele Serien, die mit "Star Trek"-Serie irgendwas betitelt waren. Es ist einfach die eine nach der anderen. Unser Gedanke war: Da wir versuchen eine neue Serie zu machen, die sich dramatisch von den anderen unterscheidet, wäre es ein Spaß, nicht noch einen Titel wie oben genannt zu haben. Und ich denke mal, wenn es irgendein Wort gibt, mit welchem man "Star Trek" beschreiben kann ohne es auch auszusprechen, ist es das Wort Enterprise. Frage: Frage an die Produzenten: Wie Sie wissen, sind Ihre Fans sehr interessiert an Details. Haben Sie beim Drehen der Pilotfolge, genauer gesagt beim Sicherstellen, dass die Mythologie auch funktioniert, Probleme gefunden, so dass es Sackgassen geben könnte? Brannon Braga: Nicht wirklich. Da sie vor der ersten Serie spielen wird, gibt es jetzt schon eine Menge Kontinuitäts-Elemente, die nicht passiert sind. Aber wir haben darauf achtgegeben, allen Elementen von "Star Trek" soviel Beachtung wie möglich zu widmen. Und wir werden eine Menge Dinge einbauen, die die Leute mit "Star Trek" assoziieren. Rick Berman: Wie Sie wissen, gibt es so viele Bücher, dass wenn man sie wirklich studiert hat, herausfindet, dass sie sich gegenseitig widersprechen, dass die Geschichte zwischen Captain Kirk und der Gegenwart Gegenstand von Episoden war und auch in Romanen dargestellt wurde. Und wir müssen uns einige Freiheiten nehmen, wie sehr wir uns mit solchen Dingen beschäftigen, da sie sich oft selber widersprechen. Brannon Braga: In der Originalserie wurde festgelegt, dass die Eugenischen Kriege die Hälfte der Menschheit auf dem Gewissen haben. Was sollen wir also tun? Muss dieser Fakt nun berücksichtigt werden, oder lässt man ihn einfach außer Acht? Eigentlich bleibt nichts anderes übrig als jeden Fall gesondert zu betrachten. Frage: Vor allem die Berücksichtigung einer dieser Fakten ist interessant. Welche Klingonen werden wir sehen? Die mit oder die ohne Furchen auf der Stirn? Rick Berman: Ich liebe diese Frage. Wie Sie bereits wissen, haben die Klingonen in der Original-Serie - wir sprechen momentan gerade über Make-up - ein sehr simples Augenbrauen-Schnurbart-Make-up. Erst mit Worf - etwa 100 Jahre später - wurden die Klingonen mit anderen Augen betrachtet. Aber wenn ihr richtige "Star Trek"-Liebhaber seid, bemerkt ihr, dass in einigen Filmen, beginnend mit ... ich glaube es war "Star Trek II", plötzlich auch schon das neue Make-up zu Kirks Zeiten angewandt wurde. Das neue Aussehen der Klingonen, das in "Star Trek" auf mythische Weise mit dem Übergang der Original-Serie zu den Kinofilmen wechselte. Wir werden weiterhin den "neuen" Look verwenden. Wir werden nicht das alte Aussehen wiederauferstehen lassen. Brannon Braga: Es war "Star Trek III", Rick. Rick Berman: "Star Trek III". (Anmerkung des Übersetzers: Das neue Aussehen wurde bereits in "Star Trek: Der Film" benutzt.) Frage: An die Produzenten: Es ist uns bewusst, dass Sie eine Trennung zu den Epochen DS9, VOY und TNG machen müssen, aber was gäbe es da für Möglichkeiten... Sind Sie nicht ab und zu verleitet, die Enterprise bei einer Zeitreise einfach mal aus der Zukunft bzw. der Vergangenheit zurückkommen zu lassen um einen Besuch abzustatten? Rick Berman: Tja, ich denke, man wird überrascht sein, wenn man erfährt, dass sich das Element des Zeitreisens und dasjenige der Zukunft von der Pilotfolge an durch die ganze Serie ziehen wird. Aber ich bezweifle, dass man Jean-Luc Picard bei einem solchen Abstecher sehen wird. Es würde sich auch nicht lohnen. Frage: Eine Frage an Mr. Billingsley und Mrs. Blalock: Wie finden Sie die Arbeit in den verschiedenen Kostümen, die Sie tragen müssen? Ist es das extremste Make-up, mit dem Sie je arbeiten mussten? Hilft es, den Charakter darzustellen, oder ist es einfach nur lästig? Jolene Blalock: Es dauert gerade mal lächerliche zwei Stunden, um mich vollständig zu schminken und kostümieren. Aber man fühlt weder die Ohren noch die Perücke, sie sind einfach gut gemacht. Und sobald ich im Kostüm bin, bin ich T'Pol. Das Kostüm macht mich einfach zu ihr. John Billingsley: (Doctor Phlox) Ich finde es stark. Meine Frau schminkte mich bereits zwei Wochen vor Drehbeginn das erste Mal, damit ich mich an all das Make-up gewöhnen könne. Ich kann mich Jolene nur anschließen. Die Stylisten sind erschreckend gut. Jolene Blalock: Fabelhaft! John Billingsley: Ich kenne mich aus, ich bin mit "Star Trek" aufgewachsen, und was soll ich sagen - das Make-up ist einfach phänomenal. Das sind die Besten. Es ist sogar angenehm, es zu tragen. Nun, der "Beam-mich-auf-den-mysteriösen-Planeten-Anzug" ist zwar mehr oder weniger problematisch, dafür aber umso schöner anzusehen. Scott musste ihn an den letzten drei Tagen tragen, und er war über zwei Meter groß, als die Show begann. Frage: Ich habe eine zweiteilige Frage, die an das ganze Cast gerichtet ist. Erstens wie war Ihr erster Eindruck von "Star Trek", und zweitens sind Sie auf den Ansturm der Fans, der Sie nach der Ausstrahlung der ersten Episode erwartet, vorbereitet? Scott Bakula: Naja, ich kenne "Star Trek" seit TOS, somit bin ich ein alter Hase. Ich habe mich bei "Star Trek" schon immer zu Hause gefühlt. Bereits im College haben wir die Serie ohne Ende verfolgt und ich habe die Fragen der anderen beantwortet. Somit ist das für mich nichts Neues, macht ruhig weiter. John Billingsley: Mein erster Kontakt fand im Schlafzimmer meines Bruders statt. Er saß bei mir am Bett und überredete mich, zuzuschauen. Ich mochte es zwar, aber da ich jünger als Scott war, war ich auch etwas erschreckt. Es waren nur einige Episoden, die ich gesehen hatte. Was war der zweite Teil der Frage? Frage: Ob Sie auf den Ansturm der Fans vorbereitet sind. John Billingsley: Das weiß Gott allein. Ich weiß es nicht. Ich weiß es wirklich nicht. Aber ich denke, dass es gut werden wird. Immerhin ist es besser als keine Fans zu haben. Jolene Blalock: Ich bin einer der größten Fans der Original-Serie. Ich bin damit aufgewachsen. Am liebsten mochte ich Mr. Spock, womit das Ganze für mich merkwürdig wird. Ich saß mit meinem Vater und meinem Bruder vor dem Fernseher, verfolgte die Sendung und beobachtete die Beziehung zwischen Captain Kirk, Pille und Spock. Das Beste war die Beziehung Spock - Pille, da es eine gewisse Feindseligkeit, eine Hassliebe war und dennoch es eine unglaubliche Loyalität zwischen den dreien existierte. Ich mochte ihre Art, zusammenzuarbeiten. Und auf die Frage, ob ich nun auf die Fans vorbereitet bin, kann ich nur mit etwas antworten, das mir schon seit langer Zeit große Hilfe geleistet hat - und das sind "Dementi". Dominic Keating: (Lieutenant Malcom Reed) Ich verfolgte die Original-Serie zu Hause in England. Ich kann mich noch gut an die Folge mit den Spiegeleiern erinnern, die vom Dach auf deren Schultern fielen. Anthony Montgomery (Fähnrich Travis Mayweather) Ja, ich auch. Die Folge war großartig. Dominic Keating: Gott, was war ich für ein furchtsamer Mensch - ich sah mir die Show nie wieder an. Erst als ich nach Amerika kam und in einer Kommune lebte, in der irgend so ein Typ die Gewalt über die Fernseh-Fernbedienung inne hatte, war es wieder so weit. Wir mussten all das sehen, was Viktor sehen wollte. Und da er und Devert von früh bis spät nur TNG sahen, blieb auch mir nichts anderes übrig als mich damit abzufinden. Ich sah also den theatralischen Shakespeare-Darsteller, der über irgendwelche Weltraum-Männchen herrschte. (Gelächter) Wir dachten also: "Oh mein Gott, Patrick! Warum spielst du nicht gleich Mistress Quickley in Leatherhead." Und was den Ansturm betrifft: Ich kann nicht mehr warten, ich bin bereit. Anthony Montgomery: Ich wuchs auf mit der Original-Serie, aber nicht mit allen Episoden. Ich habe es genossen, dennoch hätte ich auch nicht in meinen wildesten Träumen geglaubt, dass ich eines Tages hier oben sitzen würde und zu Ihnen über das Thema spreche. Ich kam einfach nach Kalifornien mit dem Vorsatz, den besten Job zu machen, der für mich möglich ist, und es stellte sich heraus, dass er auf der Enterprise sein würde. Also werde ich Ihnen alles von mir geben. Und zu den Fans: Wie schon John sagte - es ist besser, einige zu haben als keine. Es ist also Okay. Es ist nun einmal so, dass sie damit aufgewachsen sind. Und ich möchte nun ein Stück dazu beitragen und mich auf diese Weise am Leben halten. Linda Park: (Fähnrich Hoshi Sato) Mein erstes "Star Trek" war nicht TOS, sondern TNG - und ich liebte es. Ich liebte das Holodeck, ich liebte Wesley. Er war wie mein erster Kuss, einfach etwas, das mich auf Touren brachte. Später sah ich auch einige der frühen Captain-Kirk-Folgen, aber ich werde immer ein TNG-Fan bleiben. Es war die erste Serie, die ich gesehen und geliebt habe. Und das mit den Fans, das ist so eine Sache. Du kannst dich vorbereiten wie auch immer du willst - es wird mir immer Kopfschmerzen bereiten, wenn ich daran denke. Wenn es soweit ist, werde ich daran denken, und dann werde ich auch damit fertig, aber ansonsten bin ich einfach froh, bei der Serie zu sein. Connor Trinneer: (Chefingenieur Commander Charlie Tucker) Nun, ich bin älter als Linda, und so bin ich mit der ersten Serie aufgewachsen. Und ich war auch ein Fan davon. Mein Bruder war und ist wirklich klug, und er hatte diese drei oder vier Freunde, die die Serie sahen, und dann gingen sie jeden Tag in der Pause um den Schulhof herum und diskutierten über die Serie, und so war ich dem Fandom sehr früh ausgesetzt. Mein Plan ist es also, immer in Bewegung zu bleiben und sozusagen alles mitzumachen. Frage: Frage an Mr. Berman und Mr. Braga: Ich spüre da eine gewisse Ermüdung, wenn Sie über das Make-up der Klingonen sprechen, und ich frage mich, was es noch so an Dingen gibt, die die Kritiker unter den Fans immer wieder finden? Brannon Braga: Mir fällt da nichts ein. Meinen Sie die Dinge mit den Anschlüssen, die die Fans immer wieder anbringen? Frage: Ja, die Sachen, die Ihren Tag interessant machen. Brannon Braga: Nun ja, normalerweise sind das Fehler, die wir in den einzelnen Folgen machten, zum Beispiel, wenn ein Raum auf einem bestimmten Deck liegt und wir dem später versehentlich widersprechen. Diese Sachen irritieren, weil wir nicht gut genug aufgepasst haben und es so übersehen. Aber wir sind wirklich zu beschäftigt, um all die Internet-Mails zu lesen, die wir deswegen bekommen. Rick Berman: Wenn wir das täten, müssten wir andere Leute einstellen, um die Fernseh-Serien zu machen. Vor ungefähr fünf Jahren haben wir einen Spielfilm namens "Der erste Kontakt" gemacht, der im 21. Jahrhundert spielte, und da ging es um die Erde, die in einem ziemlich schlechten Zustand war. Aber es ging auch um den Ersten Kontakt zwischen den Menschen und den Vulkaniern und um den ersten Menschen, der es schaffte, Warp-Geschwindigkeit zu erreichen. Und wir wussten, dass in diesem Zeitraum, zwischen diesem Typen namens Zefram Cochrane, und Captain Kirk, 200 Jahre lagen, in denen die Erde von dem schlammigen kleinen Dorf in Montana, wo unser Film spielte, zu der Welt von Kirk und Spock wurde. Wir haben uns einen Zeitpunkt ausgesucht, der irgendwo zwischen "Wie hat alles angefangen?" und "Wie war es für die ersten Menschen, die wirklich die ersten waren, die ‚dorthin gingen, wo nie ein Mensch zuvor gewesen ist'?". Wir schufen also gewissermaßen ein Zeitalter, das bis dahin noch nicht wirklich erforscht war, und so hatten wir kein großes Problem, was das Scheitern in den Augen der Fans anbelangt. Frage: Wenn Sie versehentlich einen Raum von einem Deck zum anderen verlegen, wie viele E-Mails bekommen Sie dann? Rick Berman: Ich erinnere mich, dass wir in der zweiten Staffel von "Next Generation" einen Phaserstrahl hatten, der aus einem Photonentorpedoschacht kam, und wir haben über 200 Briefe bekommen. Und ich wusste nicht einmal den Unterschied, ich wusste nicht, welcher Schacht welcher war. 200 Briefe... Frage: Wenn Sie gerade "Der Erste Kontakt" erwähnen - es gab in letzter Zeit Gerüchte über einen Cameo von James Cromwell in der neuen Serie. Rick Berman: Das ist kein schlechtes Gerücht. Frage: Okay, das ist gut! Sie sind sonst nicht so mitteilsam. (Gelächter) Frage: Eines der großen Dinge in der 60er-Jahre-Serie und eines der Dinge, die Sie werden lösen müssen ist, dass jeder im Universum Englisch spricht. Gibt es zu der Zeit [, in der "Enterprise" spielt], schon einen allgemeinen Übersetzer? Rick Berman: Das ist Teil dessen, was uns so viel Spaß macht, denn ja - es gibt allgemeine Übersetzer, aber sie arbeiten alles andere als gut, und es gibt viele Probleme damit, und sie gehen leicht kaputt. Und wir haben diese junge Dame gleich da drüben [Linda Park als Hoshi Sato], die eine brillante Dolmetscherin ist, die immer wieder eingreifen muss, um die Wogen zu glätten, wenn der Übersetzer nicht funktioniert oder unzureichend arbeitet. Frage: Mr. Braga und Mr. Berman, können Sie uns einen kurzen Abriss darüber geben, wie die Welt, die Erde und das Universum aussehen zu dem Zeitpunkt, an dem die Serie beginnt? Brannon Braga: Sie möchten, dass WIR das Universum beschreiben? (Gelächter) Frage: Ist es ein angenehmer Ort? Ist es unangenehmer Ort? Brannon Braga: Es ist ein erschreckender Ort, in dem alles unbekannt ist für diese Crew. Die Erde ist in weit besserem Zustand als im Film "Der Erste Kontakt" - Armut, Kriminalität, Seuchen und Hunger sind zum größten Teil überwunden, aber die Föderation ist noch nicht entstanden. Bis dahin dauert es noch lange. Und die Sternenflotte ist noch sehr, sehr jung, und diese Crew hat seit der Ankunft der Vulkanier noch sehr wenige außerirdische Rassen kennengelernt. Also ist die Landschaft des Universums für diese Menschen ziemlich unbekannt, und sie werden viele freundliche Aliens und auch viele erschreckende Aliens kennenlernen. Rick Berman: Wissen Sie, die Picards und sogar die Kirks der Welt haben das Kennenlernen fremder Rassen als selbstverständlich hingenommen. Es war ihre tägliche Arbeit. Für diese Sieben ist es eine ziemlich unheimliche Angelegenheit. Es ist immer etwas Ehrfurcht und Aufregung und ein bisschen Verzagtheit und Furcht dabei, weil sie wirklich mehr wie wir selbst sind, so, wie wir wären, wenn wir uns in einer Situation wiederfinden würden, in der wir Außerirdischen begegnen würden. Es wäre eine ziemlich gruselige Sache und bestimmt nicht eine Routine, die es für einen Picard oder eine Janeway wäre. Frage: Mr. Berman, es gab Berichte, nach denen es auf den "Voyager"-Sets ein bisschen freudlos war. Jetzt, wo es hinter Ihnen liegt, denken Sie, dass Sie damit wirklich so ins Schwarze getroffen haben wie mit den vorhergehenden Serien? Und wie sieht's mit "Enterprise" aus? Rick Berman: Nun, ich denke, es ist ein bisschen übertrieben zu sagen, es sei eine freudlose Atmosphäre auf dem "Voyager"-Set gewesen. Ich denke, bis auf ein paar kleine Ausnahmen hatten wir ein sagenhaftes Ensemble, und ich denke, wir haben sieben Jahre sagenhaftes Fernsehen gemacht. Eines der Dinge, von denen wir begeistert sind, ist, dass diese Serie 500 Folgen lang - oder eigentlich mehr - im 24. Jahrhundert spielt, und es ist für uns sehr hilfreich, jetzt in ein anderes Jahrhundert zu gehen. Weil sich "Deep Space Nine" mit "Star Trek: The Next Generation" überschnitten hat, wollten wir diese Serie nicht auf einem Raumschiff spielen lassen. Weil "Voyager" genau mit dem Ende von "The Next Generation" begann, wollten wir nicht einfach eine weitere Gruppe von Leuten auf ein Raumschiff setzen, also erschufen wir eine Umgebung, in denen diese Leute sozusagen im Weltraum verloren waren. Und somit waren sie auf eine komische Art in die falsche Richtung unterwegs, sie versuchten, zurück nach Hause zu kommen, anstatt loszufliegen und den Weltraum zu erforschen. Und wir wussten, dass wir in der nächsten Serie das Schiff umdrehen wollten. Wir wussten, dass wir eine Serie über Menschen machen wollten, die losfliegen und forschen, aber anstatt einfach ein weiteres Schiff im 24. Jahrhundert zu nehmen und diesem einen anderen Namen zu geben und sieben weitere Charaktere ins Spiel zu bringen, entschieden wir uns, in eine Zeit zurückzugehen, in der alles begann, in der alles noch in den Kinderschuhen steckte und wo die Zuschauer sehen können, wie sich all das Zeug entwickelt, und wo unsere Charaktere [von "Enterprise"] näher an heutigen, zeitgenössischen Charakteren sind, und folglich, wie ich denke, viel erreichbarer. Diese Typen tragen manchmal Baseballkappen, Jeans und Turnschuhe, und sie sind viel weniger die perfekten Menschen wie Ihre Jean-Luc Picards. Ich meine, wir haben eine erfrischende neue Richtung für "Star Trek" nach "Voyager" gefunden. Frage: An den Cast: Haben Sie Probleme mit dem ganzen "Technobabble" und all den anderen "Star Trek"-Ausdrücken? Connor Trinneer: Manchmal. Du weißt gar nicht, welches Wort dir Probleme macht oder welche Phrase du nach einer halben Stunde immer noch nicht hin bekommst - ja, es passiert manchen von uns. Dominic Keating: Wir liegen drei Tage hinten wegen ihm. Er konnte einfach nicht "untere Hüllenpanzerung" [engl. "vented plating"] von der... Connor Trinneer: ... "Luftschleuse" [engl. "vented port"] unterscheiden. John Billingsley: Wir bekommen mit jedem Script noch ein Glossar, welches uns die genaue Aussprache der Worte angibt. Manchmal stehen da Worte wie "Schokolade". Das ist dann schon etwas beleidigend, aber es ist in Ordnung. Ich scherze nur. Ehrlich gesagt ist es eine große Hilfe. Auf diese Weise muss man nicht die ganze Zeit im Wörterbuch blättern. Frage: Rick, lehnen Sie sich nicht manchmal in Ihrem Sessel zurück und fragen sich, wie lange dieses Franchise noch bestehen kann? In sieben Jahren sehen wir wieder ein neues "Star Trek"-Abenteuer. Haben Sie jemals soweit in die Zukunft gesehen? Nicht nur vom kreativen Gesichtspunkt aus, sondern auch unter dem Gesichtspunkt, wie viele Zuschauer dann immer noch Hunger nach dieser Art von Unterhaltung haben. Rick Berman: Ich denke, dass "Star Trek" in zweierlei Hinsicht einzigartig ist. Erstmal gibt es "Star Trek" schon seit 35 Jahren. Es ist ein Teil des amerikanischen Mythos geworden. Jeder kennt "Star Trek". Sie müssen schon sehr lange suchen um jemanden zu finden, der nichts anfangen kann mir Sätzen wie "Beam me up, Scotty" oder "Warp Speed" oder solchen Sachen. Ich denke mal, es ist etwas sehr bequemes für die Leute, weil man damit vertraut ist. Ich glaube auch, dass in einer Welt, in der es sehr viele Science-Fiction-Serien gibt, die sich mit negativen oder apokalyptischen Aspekten beschäftigen, "Star Trek" immer einen hoffnungsvollen Blick in die Zukunft gewährt. Und ich denke mal, solange dies der Fall sein wird, wird es immer jemanden interessieren. Und offensichtlich brauchen wir Leute, die eine gute Serie und Kinofilme erschaffen können. Frage: Scott, dieses Franchise bietet wahrscheinlich mehr als alle anderen Fernseh-Serien eine längerfristigen Vertrag. Können Sie uns etwas über Ihre Gedanken erzählen, die Sie hatten, als Sie in dieser Phase Ihrer Karriere etwas unterschrieben haben, was Ihnen vielleicht fünf oder mehr Jahre Arbeit garantiert? Scott Bakula: An diesem Punkt in meiner Karriere habe ich eine Sache gelernt: Vertraue nie auf etwas. Deshalb: Wenn wir die ersten 13 geschafft haben und wir immer noch laufen, werde ich sehr glücklich sein... Am Tagesende haben sie mir ein Zwei-Stunden-Script in die Hand gedrückt, von dem ich einfach dachte, es sei fantastisch und es bot einen Charakter, den ich wirklich spielen wollte. Und deshalb dachte ich mir, dass man das mal eine Weile machen könnte. Es gibt Raum, viele verschiedene Dinge mit dem Charakter zu machen, es gibt sehr viele Möglichkeiten für alle Charakter auf diesem Schiff. Deshalb ist es für mich ein Geschenk, dass es diese Art von Job gibt, hier in dieser Stadt. Es ist eine gute Sache. Frage: An die Produzenten: Es wurde schon einige Male erwähnt, dass LeVar Burton und Roxann Dawson bei einigen Episoden Regie führen werden. Werden noch weitere ehemaligen Cast-Mitglieder Regie führen und werden wir Autoren der anderen Serien wieder sehen? Rick Berman: Der einzige Schauspieler/Regisseur, den wir zu diesem Zeitpunkt für die erste Staffel einplanen, ist Robbie Duncan McNeill (ST:VOY Tom Paris), hinzukommen noch die beiden, die Sie schon genannt haben, außerdem haben wir noch einige Autoren von "Voyager" dabei. Frage: Frage an die Produzenten - genauer gesagt zwei Fragen: Erstens, drehen Sie wieder auf den Bühnen 8, 9 und 16? Und haben Sie vor, mit "Enterprise" mal ein paar Schritte weiter zu gehen als das, was normalerweise Fernseh-Standards zeigen und als das, was das Network eigentlich will? Rick Berman: Antworte du darauf, Brannon. Brannon Braga: Nein, wir gehen sehr gewissenhaft mit dem um, was wir machen. Wir haben eingesehen, dass die Serien von ganzen Familien gesehen werden. Wenn wir Schiffe mit Tausenden von Personen an Bord haben und sprengen diese in die Luft, versuchen wir das auf eine leichte Art rüberzubringen. Wir zeigen keine richtige Gewalt oder aber Sinnlichkeit im Fernsehen, in diesen Dingen sind wir sehr gewissenhaft. Und wir sind auf 8, 9 und 18. Rick Berman: Ich würde sagen, wir gehen diesmal einen kleinen Schritt weiter, was die sexuellen Aspekte in der Serie angeht. Wir haben einiges vor, was wirklich sexy ist und bis jetzt hat uns deswegen auch noch niemand auf die Finger geklopft. Frage: Frage an die Produzenten: Ich interessiere mich für die Technik, die Sie haben werden und auch nicht haben werden. Wir haben jetzt schon von den Phasen-Pistolen gehört und von den Transportern, die sich noch auf einem sehr primitiven technischen Stand befinden. Können Sie uns weitere Dinge nennen, welche die Fans schon kennen, wie zum Beispiel Schilde und Photonen-Torpedos? Brannon Braga: Wir haben noch keine Schilde. Es gibt etwas, was sich Hüllenpanzerung nennt. Photonen-Torpedos gibt es auch noch nicht. Es gibt da etwas, was einem Torpedo ähnlich ist, es ist eine Art High-Tech-Rakete. Und so setzt sich die Liste fort. Sie wissen ja, wir haben schon einige sichere Sachen. Wir haben Transporter, die für den Fracht-Transport entworfen wurden. Er wurde auch schon für Menschen getestet, Starfleet hat ihn getestet, aber niemand will ihn benutzen. Sie sind deswegen sehr nervös. Rick Berman: Es gibt auch noch einige andere Dinge, die wir in der ersten oder zweiten Episode vorstellen werden, aber es wäre ziemlich unfair, jetzt schon zu sagen, was das ist, weil wir hoffen, dass wir die Leute damit in den ersten beiden Stunden und den darauffolgenden Episoden überraschen können. Frage: Scott, Sie haben uns diese Frage ja schon beantwortet, aber wie sieht es mit dem Rest von Ihnen aus? Wie einschüchternd ist die Möglichkeit, dass Sie die nächsten fünf, sechs oder sieben Jahre an dieser neuen Serie arbeiten werden? Einige von Ihnen sind ja noch sehr jung und das wird eine lange Zeit für Sie werden. Wie aufregend und einschüchternd ist diese Aussicht? Anthony Montgomery: Das ist doch großartig. Komm schon, natürlich. Ich meine, ich habe das noch nicht so lange gemacht wie Scott, das hat niemand von uns. Wenn es also eine Chance gibt, dass wir es für immer machen, dann ... hey, lasst es uns einfach für immer machen! Rick Berman: Sie planen alle, am Jahresende eigene Autos zu besitzen. (lacht) Connor Trinneer: Ich war der festen Überzeugung, niemals ein eigenes Haus zu besitzen. Ich hatte damit keine Probleme. Das hat sich jetzt geändert. Anthony Montgomery: Ja, das hat sich geändert. Moderator: Wir müssen jetzt aufhören. Einige vom Cast müssen zurück aufs Set. Ein Dank an Sie alle! |
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