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Marvin Luchs (ml)28.07.01

Zurück in die Vergangenheit

"Enterprise" in der Designfalle?

Uns trennen nur noch wenige Monate von der "Enterprise"-Premiere und immer mehr Details zum Design der Serie sickern durch. Ob es nun wie vor einigen Wochen das Design des Schiffes war oder erst vor kurzem das Bild von Doctor Phlox. Eines der spannendsten Themen ist für die meisten Fans das Aussehen der fünften Trek-Serie.

Im Mittelpunkt steht natürlich zunächst das Schiff. Chefdesigner John Eaves sagte einmal, allen Akira-Klasse-Fans würde das neue Schiff sicherlich gefallen. Das wurde auch von den News bestätigt. Erinnern Sie sich? Da wurde im Hintergrund eines Fotos das Logo des "Enterprise"-Designteams gezeigt.
Doktor Phlox
Eine Untertassensektion mit Warpgondeln, die nur durch zwei Streben miteinander verbunden sind. Kein zweiter Schiffsrumpf, wie wir ihn zum Beispiel von der Constitution- oder Galaxy-Klasse kennen. Da hat sich "Ain't It Cool News" wohl ordentlich versehen. Sie behaupteten vor einiger Zeit, dass das Schiff der Constitution-Klasse ähneln würde, nur das Oben und Unten vertauscht seien, die Warpgondeln also unten hängen. Apropos Warpgondeln, hieß es vor langer Zeit nicht schon mal von offizieller Seite, sprich Rick Berman, dass das neue Schiff gar keine Warpgondeln haben würde? Naja, wer hätte da schon dran geglaubt. Ein paar Wochen später hatte der amerikanische TV Guide dann die Ehre, die SS Enterprise der Öffentlichkeit vorstellen zu dürfen. Und obwohl man von Eaves vorgewarnt wurde, war es für viele doch eine herbe Enttäuschung. Das Design war größtenteils von der Akira-Klasse regelrecht kopiert worden. Sie wirkt viel schnittiger als die USS Enterprise von Captain Kirk, die chronologisch ja eigentlich erst hundert Jahre nach der SS Enterprise gebaut wird. Sehr viel Einfallsreichtum haben die Schiffsdesigner hier nun wirklich nicht bewiesen.
Die SS Enterprise
Später wird man das eventuell damit erklären, dass man "bei der Entwicklung der Akira-Klasse auf das bewährte Konzept der SS Enterprise zurückgegriffen hat". Na super, das erklärt natürlich alles.

Dank ET Online hatten wir auch endlich die Möglichkeit, einen Blick ins Innere der Enterprise zu werfen. Von den großen Räumen und hell erleuchteten Korridoren und Räumen der Intrepid-Klasse ist dort nichts mehr zu sehen: Wie oft gesagt wirkt sie wie ein modernes U-Boot. Die Decke ist niedrig, die Gänge eng und überall gibt es Griffe und Geländer. Scheint eine turbulente Zeit zu werden unter dem Kommando von Captain Archer. Auch bei der Bedienung scheint die Crew es besser zu haben als die Mannen der Voyager. Zwar müssen sie ihre Geräte noch mit altmodischen Knöpfen und Schaltern bedienen, werden dafür aber mit cool aussehenden Plasmabildschirmen belohnt, von denen es auf der Brücke schon mehrere Dutzend gibt. Dagegen wirkt der "Desktop-PC" auf Tante Kathys Schreibtisch wie ein unförmiger Klotz. Allerdings muss man auch sagen, dass heutige Notebooks schon flacher sind als das Teil im Bereitschaftsraum des kaffeesüchtigen Captains. Auch der Sessel von Archer scheint um Längen besser zu sein als der von Kirk.
Der Maschinenraum der S.S. Enterprise
Während Archer von einem gemütlichen Porsche-Sitz die unendlichen Weiten betrachtet, wird sich sein Nachfolger mit einem unfärmigen Klotz zufrieden geben müssen.

Weiter gehts in den Maschinenraum, den ich persönlich für besonders gelungen halte. Er hat wirklich einen Mittelweg zwischen Gegenwart und TOS gefunden: Er wirkt längst nicht so sauber und "geordnet" wie auf der USS Enterprise. Außerdem wird er von einem zentimeterdicken Schott geschützt - allerdings bezweifle ich, dass die etwas gegen einen Warpkernkollaps tun können...

Aber dieses Problem mit der Kontinuität wird "Star Trek" noch öfter haben. Und wer weiß, was die Fans denken, wenn in 50 Jahren eine neue Serie produziert wird, die vor "The Next Generation" spielt? "Wieso sollte der neue Captain noch mit einem 'klobigen' Flatscreen arbeiten, wenn es heute schon transparente Displays gibt?"

(ml - 31.03.07)


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