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Sebastian Kowald (sk)13.05.02

"Durch die Wüste"

"Desert Crossing"

Archer und Trip werden von einem außerirdischen Anführer auf einen Wüstenplaneten eingeladen, müssen jedoch schnell feststellen, dass dieser ein Terrorist ist.

Episodenbeschreibung

Auf dem Weg nach Risa empfängt die Enterprise einen Notruf. Nachdem sie dem Alien-Schiff geholfen haben, lädt der Captain des Schiffes, Zobral, sie auf seinen Planeten ein. Archer und Tucker machen sich auf den Weg, obwohl letzterer nicht sehr begeistert ist von einem Wüsten-Besuch. Während die beiden verschiedene fremdartige Speisen ausprobieren und ein bisschen Sport mit den Einheimischen treiben, wird T'Pol von Trelit, dem Kanzler der Regierung, gerufen. Dieser berichtet, dass Zobral ein Terrorist sei. Außerdem beschuldigt er die Enterprise der Kollaboration mit Zobral und sagt, dass die Crew ihren Captain mit großer Wahrscheinlichkeit nie wieder sehen werde.

T'Pol kontaktiert Archer und gibt ihm die neu erhaltenen Informationen und empfiehlt, dass er und Tucker sofort zur Enterprise zurückkehren sollen. Aber Zobral weigert sich, sie gehen zu lassen. Zobral hat von Suliban, die schon zu Besuch waren erfahren, dass Captain Archer hunderte von Suliban aus einem Gefängnis befreit hat und dutzende Wachen ausgeschaltet hat. Nun erwartet er von Archer, ihm zu helfen, gegen seine Regierung zu kämpfen, die fortfährt, den Bürgern ein unfaires und illegales Kastensystem aufzuzwingen.

Um den legendären Jonathan Archer zu beschützen, versteckt Zobral ihn und Tucker in einem Untergrundbunker, als Regierungstruppen beginnen, das Camp zu bombardieren. Nachdem der Bunker zusammenzubrechen droht, fliehen Archer und Tucker. Allerdings haben sie keine Möglichkeit, die Enterprise zu kontaktieren und zwischen ihnen und ihrem Schiff liegen 30 Meilen Wüste.

Da Archer und Tucker die Oberfläche des Planeten noch nicht verlassen haben, nimmt Kanzler Trelit an, dass sich die Enterprise mit den Terroristen alliiert hat und droht, jedes Shuttle, welches die Enterprise verlässt, zu beschießen. Außerdem wurde ein Feld aktiviert, welches die Sensoren der Enterprise blockiert. Als Tucker und Archer durch die Wüste irren, dehydriert Trip und bekommt einen Sonnenstich, da er sich beim Spielen am Tag zuvor zu sehr verausgabt hat.

Archer schleppt ihn zu den verlassenen Ruinen von einem anderen Camp. Dort versucht er das bisschen Wasser, das er findet, zu reinigen und Tucker zu geben.

In der Zwischenzeit kehrt Zobral zur Enterprise zurück. T'Pol und Reed erklären ihm, dass Archer nicht der legendäre Krieger ist für den Zobral ihn hält. Noch viel wichtiger ist allerdings, dass sie, T'Pol und Reed, Zobral für die Strandung von Archer und Tucker auf einem Planeten zur Verantwortung ziehen, dessen Regierung denkt, dass sie feindliche Agenten seien.

Archer versucht alles in seiner Macht stehende zu tun, um Tucker davon abzuhalten, in ein Koma zu fallen. Er befragt ihn über den Aufbau eines Warp-Reaktors und spielt ein Geographie-Quiz mit ihm. Doch als das Bombardement von Regierungstruppen wieder anfängt, realisiert er, dass er seinen Freund in die Wüste bringen muss, obwohl Tucker kaum stehen kann.

Mit Zobrals Hilfe gelingt es Reed währenddessen, ein Shuttle durch die planetaren Verteidigungssysteme zu schmuggeln. T'Pol scannt die Wüste nach menschlichen Lebenszeichen.

Am Ende können Archer und Tucker gerettet werden. Zobral verabschiedet sich mit einem kalten Lebewohl, als Archer ihn darüber informiert, dass er selbst wenn er ein großer Krieger wäre Zobrals Sache nicht unterstützen könnte. Nachdem Zobral abgereist ist, gibt Archer gegenüber T'Pol zu, dass er denkt, dass es Zobrals Sache wert gewesen wäre, dafür zu kämpfen. Aber T'Pol entgegnet, dass es Regierungen überlassen werden sollte, über solche Dinge zu entscheiden, nicht Raumschiff-Captains.

Kommentar

"Desert Crossing" fängt wie jede zweite "Enterprise"-Episode damit an, dass Archer und ein anderes Crewmitglied, in diesem Fall Tucker, in große Schwierigkeiten geraten. Diesmal werden sie von ihrem sturen Gastgeber verlassen und von Regierungstruppen, die sie für Terroristen halten, gejagt. Und das Ganze findet in der glühenden Hitze eines Wüsten-Planeten statt. Soviel zum Thema, es kann noch schlimmer kommen.

Auf den zweiten Blick allerdings wirft die Episode ein paar hochexplosive Fragen auf. Zu einem die Glorifizierung von Helden, so geschehen bei Jonathan Archer höchstpersönlich, andererseits die Behandlung von terroristischen Gruppen und ihren eigentlichen Motiven.

Captain Archer wird zum ersten Mal mit den Folgen seines Handelns in einer vorausgegangenen Episode konfrontiert. Dies trägt ungemein zur Kontinuität der Serie bei. Als er den Suliban geholfen hat zu fliehen, hätte er wohl nie damit gerechnet, dass jemand später dies als große Heldentat bezeichnen würde.

Während in "Detained" die Fronten noch eindeutig waren - die Suliban waren die unschuldigen Opfer und die tandaranische Regierung die Bösen - gibt es in "Desert Crossing" viele Grauzonen. Zobral wehrt sich nie gegen die Vorwürfe, ein Terrorist zu sein, vielmehr sieht er die Flucht in den Terrorismus als einzig verbleibende Möglichkeit, nachdem er mehrere Jahre versucht hat, mit legalen Mitteln gegen die Regierung vorzugehen, wie er erzählt.

Des Weiteren gibt er zu, dass er gerne das Waffenarsenal der Enterprise zu seiner Verfügung hätte, und obwohl wir keinen Grund haben, seiner Geschichte über das Kastensystem kein Vertrauen zu schenken, so hat man auch keinen Grund, ihm zu glauben. Wenn man bedenkt, wie er die ganze Zeit lang Archer manipuliert und seine stark übertriebene Beschreibung des Gefängnis-Ausbruchs der Suliban betrachtet, kann man zum Schluss kommen, dass er ein Mann ist, der sich die Wahrheit gerne zurecht biegt. Auf der anderen Seite hat man auch kaum Grund, Trelit, der als sturer Bürokrat porträtiert wird, zu glauben oder nicht zu glauben. Das Einzige, was sich mit Sicherheit sagen lässt, ist, dass auf dem Wüsten-Planeten ein Bürgerkrieg vor sich geht.

Alles in allem wird der Ruf laut nach ein paar Protokollen, wie man sich zu verhalten hat. Wenn man jetzt schon durch das Akzeptieren einer Einladung zum Essen in einen Bürgerkrieg gezogen wird, ist es höchste Zeit, sich darüber klar zu werden, welche Konsequenzen gewisse Handlungen haben. Die Menschen wollten immer in den Weltraum und keine Bevormundung mehr durch die Vulkanier - nun müssen sie mit den Konsequenzen ihrer Handlungen fertig werden.

Dies könnte darin enden, dass man schließlich die wohlbekannte Oberste Direktive einführt. Ein weiterer Pluspunkt für Kontinuität in der Episode. Aus dieser Perspektive betrachtet macht die Oberste Direktive auch mehr Sinn. Bisher hat man immer nur gesehen, wie die Oberste Direktive stört, wenn man Aliens helfen will. Hier sehen wir, was passieren kann, wenn man überhaupt keine Regeln hat, an die man sich halten kann, soll oder muss.

Am Anfang der Episode ist man wieder auf dem Weg nach Risa, nachdem die vulkanische Botschafterin erfolgreich übergeben wurde. Diese winzigen Details machen die Episoden besser für den treuen Fan. Für den Gelegenheitszuschauer bringen sie nicht wirklich etwas, schaden aber dem Gesamtverständnis der Folge auch nicht. Die Alien-Variante von Lacrosse ist ein visueller Augenschmaus und die weiblichen Zuschauer werden Archer und Tucker ohne Hemd sicherlich besonders zu schätzen gewusst haben.

Fazit

Eine hochinteressante Episode mit vielen versteckten Qualitäten, die es lohnend macht, einen zweiten Blick darauf zu werfen.

Note: 2

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Weitere Infos


Deutscher Titel "Durch die Wüste"

Originaltitel "Desert Crossing"

Nummer
1.24

Episode

024

Produktion


Regie David Straiton

Story Rick Berman, Brannon Braga

Drehbuch André Bormanis

Gastdarsteller Clancy Brown  als  Zobral
Charles Dennis  als  Trelit
Brandon Karrer  als  Alien-Mann

Missionsdatum 12. Februar 2152

Erstausstrahlung Vereinigte Staaten:
08. Mai 2002

Deutschland:
29. August 2003

US-Einschaltquoten
5,30

Millionen Zuschauer

3,20

Rating

5,00

Share


DE-Einschaltquoten
Zuschauer von 14 bis 49 Jahren:
1,16

Millionen Zuschauer

10,80

Prozent Marktanteil

Zuschauer ab 3 Jahren:
1,62

Millionen Zuschauer

5,70

Prozent Marktanteil


(sk - 07.04.08)


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