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Sebastian Kowald (sk)27.09.02

"Carbon Creek"

"Carbon Creek"

T'Pol erzählt von dem wirklichen ersten Kontakt zwischen den Menschen und den Vulkaniern.

Episodenbeschreibung

Archer, Tucker und T'Pol zelebrieren das einjährige Jubiläum der Vulkanierin als Mannschaftsmitglied der Enterprise. Archer merkt an, dass sie in Carbon Creek, Pennsylvania gewesen sei und erkundigt sich nach dem Grund. T'Pol fragt, ob sie die ganze Geschichte hören wollen, welche sich um den ersten Kontakt von Menschen und Vulkaniern dreht.

T'Pols Urgroßmutter war 1957 auf einem vulkanischen Erkundungsschiff, welches Sputnik beobachtete, dann aber ein Problem mit dem Impulsantrieb bekam und schlussendlich auf der Erde notlanden musste, wobei der Captain des Schiffes getötet wurde. T'Pols Vorfahrin T'Mir übernahm das Kommando über die Mission und versteckte sich mit den anderen beiden Crewmitgliedern im Wald, obwohl sie sich nicht sicher waren, ob ihr Notruf überhaupt empfangen wurde. Da ihre Nahrungsvorräte aufgebraucht waren und sie kurz vor dem Verhungern standen, gingen zwei Mitglieder der vulkanischen Gruppe in den Ort Carbon Creek, um sich Nahrung zu beschaffen. Zuerst stahlen sie Kleidung, um sich unters Volk mischen zu können, und dann begaben sie sich in eine lokale Kneipe, wo Mestral sich im Billard versuchte und dabei um Geld spielte, mit Hilfe dessen sie sich später mit Tiefkühlkost eindecken konnten.

Bald darauf bekam T'Mir in der Bar einen Job als Putzhilfe, während Mestral in der lokalen Mine arbeitete und Stron sich als Klempner versuchte. T'Mir stand dem Kontakt mit Menschen immer noch sehr skeptisch gegenüber. Mestral hingegen vertiefte sich mehr und mehr ins Fernsehen und ging außerdem mit Maggie aus, welche in der Bar arbeitete, um genug Geld zusammenzubekommen, damit ihr Sohn aufs College gehen konnte.

Nach einem Unfall in der Mine, bei dem mehrere Arbeiter verschüttet wurden, wollte Mestral eine Partikelwaffe benutzen, um sie zu befreien. T'Mir weigerte sich, da sie der Meinung war, dass das Risiko, entdeckt zu werden, viel zu groß wäre. Aber Mestral wollte den Menschen auf jeden Fall helfen, mit oder ohne Segen von T'Mir. Widerwillig half sie ihm bei der Rettungsaktion. Sie stellten sicher, dass niemand entdecken konnte, was sie wirklich taten.

Drei Monate später bekamen sie eine Nachricht, dass ein Rettungsschiff unterwegs sei und sie in drei Tagen bei der Absturzstelle abgeholt würden. Mestral wollte den Planeten allerdings nicht verlassen, da er gerne die weitere Evolution der Menschen studiert hätte. T'Mir, welche auch schon die Geschichte veränderte, indem sie das Patent für den Klettverschluss verkauft hatte, um das Geld für den College-Besuch von Maggies Sohn aufzutreiben, log den Captain der Rettungsmission an, indem sie sagte, dass Mestral wie der Captain schon bei dem Absturz ums Leben gekommen sei.

Nachdem T'Pol die Geschichte zu Ende erzählt hatte, meint Trip auf der Enterprise, dass die Geschichtsbücher nun neu geschrieben werden müssten, aber T'Pol erinnert ihn daran, dass sie ihnen einfach eine Geschichte erzählen sollte - dass diese wahr ist, hatte sie nie behauptet. Als T'Pol ihn ihr Quartier zurückkehrt, holt sie allerdings aus ihrem Schrank die Handtasche, welche damals ihre Urgroßmutter bei ihrem Erdaufenthalt getragen hatte, heraus...

Kommentar

"Carbon Creek" ist eine in sich abgeschlossene Episode, die von den allerersten Vulkaniern auf der Erde handelt. Wie Trip schon anmerkte, müsste man die gesamte Geschichtsschreibung der Erde umändern, falls die Geschichte wahr ist, und so würde es unweigerlich zu Kontinuitätsproblemen kommen. Zum Beispiel wurde in "Star Trek VIII: Der erste Kontakt" gesagt, dass die Vulkanier nur durch den Warpflug von Cochrane auf das Sol-System aufmerksam wurden.

Es fällt mir schwer, ein Leitmotiv der Episode zu erfassen. Was wollten uns die Autoren damit sagen? Welche Message steckt dahinter? Das Einzige, was mir dazu einfällt, ist, dass Mestral große Begeisterung für das Mitgefühl der Menschen gezeigt hat und dies einzigartig fand. Vielleicht sollten wir einmal innehalten und uns fragen, was die Menschheit denn nun ausmacht?

Andererseits - wie T'Mir das schon angemerkt hat - haben die Vulkanier auch nicht die andere Seite der Menschen zu Gesicht bekommen. Was wäre geschehen, wenn die Deckung der Vulkanier aufgeflogen wäre? Unweigerlich wäre es zu Ausbrüchen von Misstrauen und Hass gekommen, da die Menschen oftmals ein Problem damit haben, Dinge, die sie nicht mit eigenen Erfahrungen erklären können, zu verstehen.

Interessant zu sehen war Mestrals Einstellung gegenüber den Menschen. Er ging nicht mit der vulkanischen Arroganz an die Sache heran, sondern hat sich von den Menschen und ihrer Entwicklung mitreißen lassen. Sein Verbleib auf der Erde wirft natürlich einige Fragen auf. Zum Beispiel, was er mit seinen Ohren gemacht hat oder warum man nie mehr etwas von ihm gehört hat. Vielleicht hat er seine Mütze wirklich immer aufgelassen und war somit Vorbild für Leute, die auch heute noch immer und überall mit Mütze herumlaufen.

Allerdings muss ich bemängeln, dass die Autoren bei den Konfliktsituationen nicht sonderlich erfinderisch waren. Das Bergbauunglück kam bei weitem nicht überraschend. Auch bleibt die Frage der Autorität offen. Man sollte denken, dass zumindest Vulkanier in der Lage sind, Befehlen zu folgen, aber Mestral macht nicht den Anschein, auf T'Mir hören zu wollen und diese gibt sich damit auch ab. Ein anderer negativer Aspekt war, wie die Autoren diesmal versucht haben, mehr Sex (-Appeal) in die Serie zu bringen. T'Mir hinter einem Bettlacken, wie sie sich umzieht. Na toll. Sorry Leute, aber das hat wie letzte Woche auch nicht funktioniert. Schauen wir mal, was nächste Woche passiert.

T'Mirs Charakter ist aber durchaus interessant. Auf der einen Seite muss sie sich an die Vorschriften halten und den Kontakt mit den Menschen auf einem Minimum halten, auf der anderen Seite zeigt sie am Ende doch Herz, als sie das Patent für den Klettverschluss verkauft und das Geld Maggie übergibt, um das Studium von Maggies Sohn finanzieren können. Da T'Mir ein direkter Vorfahre von T'Pol ist, lässt sich vielleicht dadurch erklären, warum T'Pol relativ gut mit den Menschen zurechtkommt und sich auch ab und zu mal auf deren Seite schlägt.

Am Ende entsteht die Diskussion, ob es nun "nur" eine Geschichte war, oder ob wirklich alle Geschichtsbücher neu verfasst werden müssen. T'Pol spielt geschickt, indem sie sagt, dass Archer und Tucker eine Geschichte hören wollten und diese bekamen. Die beiden sind am Ende dermaßen verunsichert, dass sie es höchstwahrscheinlich nicht glauben. Um den verwirrten Zuschauer nicht im Dunkeln zurückzulassen, wird am Ende T'Pol gezeigt, wie sie die Handtasche ihrer Urgroßmutter anschaut. Aber natürlich könnte sie diese auch bei ihrem Ausflug nach Carbon Creek gekauft haben...

Fazit

Nette, kleine, unterhaltsame Episode, die mit Kontinuitäts- und Originalitätsmängeln zu kämpfen hat.

Note: 3

Diskussion

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Weitere Infos


Deutscher Titel "Carbon Creek"

Originaltitel "Carbon Creek"

Nummer
2.02

Episode

028

Produktion


Regie James Contner

Story Rick Berman, Brannon Braga, Dan O'Shannon

Drehbuch Chris Black

Gastdarsteller J. Paul Boehmer  als  Mestral
Michael Krawic  als  Stron
Ann Cusack  als  Maggie
Hank Harris  als  Jack
Clay Wilcox  als  Billy
David Selburg  als  Vulkanischer Captain
Ron Marasco  als  Vulkanischer Offizier
Paul Hayes  als  Geschäftsmann

Missionsdatum April 2152

Erstausstrahlung Vereinigte Staaten:
25. September 2002

Deutschland:
12. September 2003

US-Einschaltquoten
4,84

Millionen Zuschauer

2,40

Rating

7,00

Share


DE-Einschaltquoten
Zuschauer von 14 bis 49 Jahren:
0,93

Millionen Zuschauer

8,10

Prozent Marktanteil

Zuschauer ab 3 Jahren:
1,29

Millionen Zuschauer

4,40

Prozent Marktanteil


(sk - 11.02.07)


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