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Sebastian Kowald (sk)12.10.02

"Todesstation"

"Dead Stop"

Die Enterprise dockt an eine mysteriöse Reparaturstation an, deren Leistungen einfach zu gut zu sein scheinen.

Episodenbeschreibung

Vier Tage, nachdem sie das romulanische Minenfeld verlassen haben, schätzt Tucker, dass es mindestens drei Monate dauern wird, um die Schäden an der Enterprise zu reparieren - vorausgesetzt, die Enterprise würde sich bei der Jupiter-Station befinden, die bei der aktuellen Höchstgeschwindigkeit über eine Dekade entfernt ist.

Archer befiehlt Sato, einen allgemeinen Notruf auszusenden, welcher bald darauf von einem tellaritischen Frachter beantwortet wird, und der die Koordinaten einer Reparaturstation übermittelt. Die automatisierte Station scannt die Enterprise und passt die Umweltbedingungen den von Menschen bevorzugten Werten an. Sie lädt die Enterprise-Crew dazu ein, während der Reparaturarbeiten an der Enterprise, die nur 36 Stunden in Anspruch nehmen sollen, ein wenig zu relaxen - und das alles zu dem Preis von nur 200 Litern Warpplasma.

Die Reparaturstation scheint ein bisschen zu perfekt um wahr zu sein, was Archer ein wenig ins Grübeln bringt. Auf der Station gibt es sogar Replikatoren, die perfekt frittierten Katzenfisch herstellen können. Außerdem reparieren die Geräte der Station einen Jahre alten Schaden an der Hülle der Enterprise, und Malcolms Bein wird ebenfalls geheilt. Tucker und Reed wundern sich, wie groß ein Computer sein muss, der das alles ermöglichen kann. So machen sie sich auf den Weg durch einen gesperrten Lüftungskanal. Allerdings lösen sie einen Alarm aus und werden beschämt auf die Brücke der Enterprise zurückgebeamt.

Archer kocht vor Wut, wird aber abgelenkt, als er erfährt, dass Mayweather sich in einen gesperrten Raum der Station begeben hat und von einer Spannungsspitze getroffen wurde. Dr. Phlox kann nur noch feststellen, dass er tot ist.

Bei der Obduktion des Leichnams stellt Phlox aber fest, dass Mayweather wohl doch nicht ums Leben gekommen ist, oder zumindest, dass der vorliegende Leichnam eine Kopie ist, denn Travis' Körper hatte einen lebenden Impfstoff in sich, welcher in dem vorliegenden Körper tot ist. Archer, Reed und T'Pol begeben sich zurück zu dem verbotenen Entlüftungsschacht. Nachdem Reed zurückgebeamt wird, tricksen Archer und T'Pol das System aus und kommen zum Hauptcomputer. Währenddessen hält Tucker die Station hin, indem er sich darüber beschwert, dass die durchgeführten Reparaturen inadäquat seien.

Archer und T'Pol finden heraus, dass die ungeheure Computerkapazität darauf beruht, dass die Gehirne von lebenden Wesen benutzt werden. Sie finden Travis und bringen ihn auf die Enterprise zurück. Währenddessen hält die Station die Enterprise gefangen, aber Tucker hat bei dem Warpplasma einen Zünder versteckt, den er nun aktiviert. Daraufhin wird die Station größtenteils zerstört und die Enterprise kann entkommen. Zu guter Letzt kann man sehen, wie die Station sich langsam selbst wieder repariert.

Kommentar

"Dead Stop" fängt da an, wo "Minefield" letzte Woche aufgehört hat - die Enterprise ist in einem desolaten Zustand. Dass - wie bei späteren Sternenflottenschiffen üblich - das Schiff am Ende einer Episode nicht einfach wie frisch poliert aussieht, sondern der Umstand, dass es beschädigt ist, in die nächste Episode hineinspielt, trägt maßgeblich zur Qualität der Folge und der Kontinuität der Serie bei.

Auch die Einschätzung von Tucker, dass man eine ganze Dekade braucht, um nach Hause zu kommen, ist sehr interessant. Nur leider holt uns allzu bald die Fernsehrealität wieder ein. Man findet natürlich spontan eine Reparatureinrichtung, welche es dazu auch noch in sich hat. Sie passt sich vollautomatisch den Bedürfnissen des Kunden an und das alles zu einem Spottpreis - so was sollten sich die Marketing-Fritzen unserer Zeit mal zum Vorbild nehmen.

Schön zu sehen war auch, wie es Archer spanisch vorkam, dass alles so perfekt zusammenpasste. Nicht nur, dass es überhaupt jemandem aufgefallen ist, nein, auch noch dem Captain höchstpersönlich - die Crew scheint sich wirklich weiterentwickelt zu haben. Oder auch nicht, denn das Verhalten von Reed und Tucker war nun wirklich ziemlich lausbubenhaft und Archer war mit der Beschränkung auf die Quartiere noch sehr zuvorkommend. Auf einem klingonischen Schiff wären sie sicherlich standrechtlich exekutiert worden.

"Tea, Earl Grey, hot." Können Sie sich noch an diese Worte erinnern? So bestellte Captain Picard immer seinen Tee auf der Enterprise-D. Kirk und seine Mannen mussten noch in die Schiffs-Mensa. Und jetzt kommt T'Pol daher und bestellt sich einfach mal so kaltes Wasser. Irgendwie scheint es da ja doch mit der Kontinuität zu hinken. Die Führungsoffiziere der Enterprise wissen bereits jetzt über diese Technik Bescheid und die Vulkanier selber kennen sie sogar schon einige Jahre, und trotzdem soll es noch weit über hundert Jahre dauern, bis sie auf Starfleet-Schiffen eingeführt wird? Beim besten Willen nicht, so großen Einfluss kann keine Lebensmittel-Lobby haben.

Auch mit Torpedos scheint man in letzter Zeit ein wenig unverantwortlich umzugehen. Da werden einfach mal zwei Stück abgefeuert, und das nur wenige Meter vom Schiff entfernt. Gut, dass man noch keine Tri-Cobalt-Quantentorpedos hat, ansonsten wäre die Enterprise NX-01 jetzt Geschichte. Aber so richtig übel nehmen kann man dies der Enterprise-Crew nicht, schließlich muss man ja berücksichtigen, was sie für Vorgänger beziehungsweise Nachfahren hatte.

Okay, bis jetzt konnte ich mich ja noch auf indirekte Vergleiche zwischen "Enterprise" und "Voyager" beschränken, aber jetzt reicht's: Man trifft auf ein cooles Stück Technologie, und alles, was am Ende übrig bleibt, ist ein großer Schrotthaufen. Liebe Herren Berman und Braga, das muss nun wirklich nicht sein! Schließlich haben wir uns das schon einmal gute 150 Episoden lang angeschaut. Noch mal machen wir das nicht mit! Ich finde, jemand sollte mal eine Petition aufsetzen.

Aber kommen wir mal wieder zurück zu den positiven Aspekten der Episode. Die Frage von Tucker, wie sich solch eine immense Rechen-Power realisieren lässt, ist durchaus berechtigt, und die Antwort ziemlich überraschend: Die Station holt sich von jedem Kunden ein Crewmitglied und fügt dieses in das hauseigene Rechenzentrum ein, wo die Gehirnaktivitäten und Kapazitäten für die komplexen Berechnungen eingesetzt werden. Über die Ethik dieses Unterfangens lässt sich natürlich diskutieren. Da es ohne die Zustimmung des "Opfers" geschieht und am Ende der Tod des Lebewesens in Kauf genommen wird, ist es sicher aus ethnischer Sicht zu verurteilen, aber die technische Idee, die dahinter steckt, ist ziemlich clever.

Überhaupt scheinen die Erbauer der Station helle Köpfchen gewesen zu sein. Selbst bei einem sehr hohen Schadensgrad, welcher unwiderruflich durch die Warpplasma-Explosion erreicht wurde, ist die Station in der Lage, sich selbst zu reparieren. Dieses "Akte X"-mäßige Ende gibt - obwohl natürlich beispielsweise die Frage nach dem Zustand der primären Energiequelle offen bleibt - der Episode einen ganz anderen Nachgeschmack und radiert sie nicht vollständig von der Raumkarte aus, auch wenn es als unwahrscheinlich angesehen werden kann, dass man jemals wieder etwas von der Station hört.

Da fällt mir auf, dass diesmal nicht krampfhaft versucht wurde, ein bisschen Sexappeal in die Folge zu schmuggeln. Verdammt. Aber keine Sorge, dem Trailer zu "A Night in Sickbay" nach zu urteilen gibt's nächste Woche wieder jede Menge Möglichkeiten, dies nachzuholen...

Note: 2-

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Weitere Infos


Deutscher Titel "Todesstation"

Originaltitel "Dead Stop"

Nummer
2.04

Episode

030

Produktion


Regie Roxann Dawson

Drehbuch Phyllis Strong, Mike Sussman

Gastdarsteller Roxann Dawson  als  Computer-Stimme in der englischen Originalfassung

Erstausstrahlung Vereinigte Staaten:
09. Oktober 2002

Deutschland:
19. September 2003

US-Einschaltquoten
5,20

Millionen Zuschauer

5,40

Rating

8,00

Share


DE-Einschaltquoten
Zuschauer von 14 bis 49 Jahren:
1,07

Millionen Zuschauer

9,90

Prozent Marktanteil

Zuschauer ab 3 Jahren:
1,44

Millionen Zuschauer

5,10

Prozent Marktanteil


(sk - 12.02.07)


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