Sebastian Kowald (sk)
02.11.02
"Marodeure"
"Marauders"
Auf der Suche nach Treibstoff trifft die Enterprise auf eine Minenkolonie, die regelmäßig von marodierenden Klingonen heimgesucht wird.
Episodenbeschreibung
Der Shuttlepod 1 der Enterprise landet nahe einer kleinen heruntergekommenen Bergbaukolonie. Die Crew will Deuterium eintauschen, aber der Administrator der Kolonie, Tessic, erklärt ihnen, dass das ganze Deuterium bereits einem anderen Käufer versprochen sei. Er und seine Leute schlagen allerdings vor, dass sie Deuterium für Energiespeicherzellen und medizinische Vorräte tauschen würden, wenn Archers Leute ihnen bei der Reparatur der kaputten Deuterium-Pumpen helfen. Als Phlox von dem Doktor der Kolonie erfährt, dass die Kolonisten Ausrüstung benötigen, um neuronale Schocks zu behandeln sowie einen Cardiostimulator, hat er den Verdacht, dass die Kolonisten es mit weit mehr unangenehmen Dingen als Plasma-Verbrennungen zu tun hatten.
Natürlich taucht auch bald ein kleines Klingonen-Schiff auf und beamt ein Team auf den Planeten. Ihr Anführer Korok verlangt Gastfreundschaft, droht den Kolonisten aber, als er erfährt, dass sein Deuterium-Vorrat noch nicht voll ist. Er warnt die Kolonisten, dass er in vier Tagen zurückkehren werde und sie es dann besser fertig haben sollten. Tessic gibt Archer gegenüber zu, dass Korok über die letzten fünf Jahre hinweg das meiste von ihrem Deuterium mitgenommen hat. Er lässt immer nur gerade so viel übrig, damit sie knapp über den Winter kommen.
Tessic sagt, dass mehrere Leute im Kampf gestorben seien, als sie versucht haben, sich zu wehren, und einige andere von den Klingonen exekutiert wurden, um ein Exempel zu statuieren. Er schlägt Archer vor, dass er doch besser den Orbit verlassen solle. T'Pol stimmt zu und sagt, dass jegliche Intervention ihrerseits die Situation nur noch schlimmer machen würde und dass die Klingonen in größerer Zahl wiederkommen könnten, wenn die Enterprise sie angreifen würde.
Archer besucht des Nachts Tessic und versucht ihn davon zu überzeugen, dass es besser ist, zu kämpfen, um Korok ein für alle Mal loszuwerden, und bietet dabei seine Hilfe an. Er und Tucker schlagen vor, die ganze Kolonie ein wenig zu verlegen, damit die Plasma-Pumpen auf freiem Feld stehen und dazu genutzt werden können, die Klingonen in eine Falle zu locken. Während Reed und Sato die Kolonisten in der Benützung von Schusswaffen ausbilden, lehren T'Pol und Mayweather, wie man klingonischen Bath'lets und anderen Nahkampfwaffen ausweicht.
Archer motiviert Tessic, indem er ihm von seiner ersten Begegnung mit den Suliban erzählt und sagt, dass die Notwendigkeit, seine Leute zu beschützen größer sein kann als die Angst. Als die Klingonen zurückkommen, helfen die Enterprise-Offiziere, sie in die Falle zu locken. Der erniedrigte Korok beamt sich weg, nachdem er sagt, dass das Deuterium der Kolonisten ihm nicht gut genug sei und er sich auch woanders welches besorgen kann...
Kommentar
Nach einer Woche Abstinenz meldet sich "Enterprise" mit "Marauders" zurück.
Als ich den Episodentitel las, dachte ich irgendwie an eine weitere Ferengi-Episode, da ja die Schiffe der Ferengi "Marauders" heißen. Aber am Ende bekam es die Enterprise-Crew nicht mit Ferengi, sondern mit fiesen Klingonen zu tun.
Der Grundplot der Episode ist klassisch. Eine Hand voll "Guter" wird von übermächtig erscheinenden "Bösen" malträtiert und ein paar einsame Helden kommen vorbei, um den armen "Guten" zu helfen, wobei sie am Ende natürlich Erfolg haben. Nichtsdestotrotz ist die Episode immer noch sehenswert. Nicht dass sie großartig spannend wäre, aber dafür hat man Zeit, sich auf andere Sachen zu konzentrieren.
Gut gefallen hat Archer. Eines muss man dem Mann lassen: Er hat etwas, das den meisten Führungspersönlichkeiten unserer Tage fehlt - er steht zu seinen Prinzipien, beziehungsweise hat überhaupt welche. Sobald sein ausgeprägter Sinn für Gerechtigkeit ausschlägt, setzt er alles daran, diese Ungerechtigkeit aus der Welt zu schaffen. So auch in dem vorliegenden Beispiel. Er kann sich nicht damit abfinden, dass die Kolonisten einfach ihr hartes Schicksal hinnehmen.
Anzumerken ist, dass sogar T'Pol diesmal mit ihm übereinstimmt, obwohl sie natürlich gleichzeitig darauf hinweist, dass jegliche Intervenierung die Situation nur noch verschlimmern würde. Auf jeden Fall könnte man den Eindruck gewinnen, dass sie irgendwie immer mehr menschliche Züge annimmt. Archer gibt solange keine Ruhe, bis die Opfer bereit sind, sich ihren Peinigern zu widersetzen. Keiner hält ihn davon ab, nur Tucker bringt ein einziges Mal seine Bedenken zum Ausdruck, aber das ist auch schon alles.
Man könnte Archer dafür kritisieren, dass er sich immer und überall einmischt, wie bereits beschrieben. Auf der anderen Seite ist es gut, dass es noch solche Menschen gibt, die ein Gewissen haben und auch danach handeln. Jeder andere hätte vermutlich sein Deuterium genommen und hätte das Weite gesucht.
Nett anzuschauen waren die Klingonen in der Rolle der bösen Buben. Mit Ehre scheint es ja nicht weit her zu sein. Einfach so auf Schwächeren rumkloppen und sie quasi ausrauben. Diese Vorgehensweise erscheint doch sehr unehrenhaft. Aber wie T'Pol schon andeutete, sind sie sicher keine "offiziellen" Abgesandten des Imperiums. Sie waren nicht ganz so dumm, wie dies übliche Bösewichte an sich haben. Aber am Ende sind sie doch in die Falle gelaufen. Irgendwer musste ja der Dumme sein.
Die Kolonisten bleiben unbenannt. Sie sind definitiv humanoid, aber haben doch Abweichungen im Bereich der Stirn gegenüber den Menschen. Sie sind zu weit weg, um ihre Heimatwelt zu kontaktieren und leben ein recht einfaches Leben, das von harter Arbeit geprägt ist. Sie haben bereits versucht, sich gegen die Klingonen zur Wehr zu setzen, aber dabei wurden wie bereits erwähnt mehrere Mitglieder getötet und zur Exempel-Statuierung weitere exekutiert. Folglich ist es verständlich, dass sie in großer Angst leben und am Anfang von der Enterprise-Crew nicht viel halten. Am Ende macht ihr Anführer Tessic sein Anliegen gegenüber den Klingonen deutlich, und es ist durchaus möglich, dass die Klingonen nicht so schnell wiederkommen, was zweifelsfrei den Lebensstandard der Kolonisten erhöhen sollte, da sie ihr Deuterium nun anderweitig gewinnbringender verkaufen können.
Zum Schluss ist noch anzumerken, dass die Location der Folge ziemlich cool war. Wüstenlandschaften sind zwar nicht wirklich neu in "Star Trek", aber was gut zu sehen war, ist die Tatsache, dass man sich auf Außenmissionen auch durchaus einmal dreckig macht. Sand, Staub und Sonne machten sich bei Archer und Co. deutlich bemerkbar.
Insgesamt war die Folge ein klassischer Western, im Weltraum-Szenario angesiedelt, der aber durchaus zu überzeugen wusste.
Fazit
Eine solide Stunde Fernsehunterhaltung.
Note: 2
Diskussion
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Weitere Infos
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| Deutscher Titel |
"Marodeure" |
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| Originaltitel |
"Marauders" |
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| Nummer |
| 2.06 |
Episode |
| 032 |
Produktion |
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| Regie |
Mike Vejar |
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| Story |
Rick Berman, Brannon Braga |
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| Drehbuch |
David Wilcox |
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| Gastdarsteller |
Larry Cedar als Tessic
Jesse James Rutherford als Q'Ell
Robertson Dean als Korok
Bari Hochwald als E'lis
Steven Flynn als Maklii
Wayne King Jr. als Klingon #1
Peewee Piemonte als Klingon #2 |
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| Erstausstrahlung |
Vereinigte Staaten:
30. Oktober 2002
 Deutschland: 26. September 2003
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| US-Einschaltquoten |
| 5,60 |
Millionen Zuschauer |
| 3,60 |
Rating |
| 6,00 |
Share |
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| DE-Einschaltquoten |
Zuschauer von 14 bis 49 Jahren:
| 0,88 |
Millionen Zuschauer |
| 7,60 |
Prozent Marktanteil |
Zuschauer ab 3 Jahren:
| 1,25 |
Millionen Zuschauer |
| 4,20 |
Prozent Marktanteil |
|
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(sk - 12.02.07)