Sebastian Kowald (sk)
16.11.02
"Der Kommunikator"
"The Communicator"
Reed und Archer bergen einen auf einem Planeten zurückgelassenen Kommunikator, werden bei der Aktion jedoch gefangen genommen.
Episodenbeschreibung
Captain Archer, Malcolm Reed und Hoshi Sato kehren von einer Außenmission auf einem Planeten zurück, dessen Zivilisation noch keinen Warpantrieb kennt. Malcolm stellt fest, dass er seinen Kommunikator verloren hat, worauf sich Archer und der Lieutenant auf den Weg zurück zu dem Planeten machen, um das Gerät zu finden. In der Taverne, wo Reed es verloren hat, werden sie allerdings festgenommen und später verhört. Sie bestreiten jegliches Wissen über ihre eigene Ausrüstung. Doch als T'Pol den Kommunikator von Archer kontaktiert, glaubt General Gosis den Beweis gefunden zu haben, dass die beiden Spione der gegnerischen Allianz sind.
Während Tucker und Mayweather daran arbeiten, die Tarnvorrichtung des Suliban-Schiffes, welches sich noch in einem Hangar der Enterprise befindet, wieder in Gang zu bekommen, diskutieren Archer und Reed, ob sie ihre Identität preisgeben sollen oder nicht. Archer denkt, dass ihnen niemand Glauben schenken würde. Während einer weiteren Verhörung löst sich - durch einen Schlag bedingt - die Gesichtsmaske des Captains und General Gosis stellt fest, dass die Gefangenen keine von ihnen sind. Als sie Reed schlagen, kommt heraus, dass er rotes Blut hat. Gosis ordnet eine komplette medizinische Untersuchung von Archer und Reed an.
Bei der Auswertung, in welcher Dr. Temic zu dem Schluss kommt, dass die beiden einer anderen Spezies angehören, enthüllt Gosis, dass Überwachungsflugzeuge ein Bild des Shuttlepods gemacht haben. Unter Druck gibt Archer zu, dass ihre Waffen Prototypen der Allianz sind, und Reed bekennt sich dazu, dass sie genetisch aufgewertet worden seien, um stärkere Soldaten zu sein. Gosis akzeptiert, dass sie keine Außerirdischen sind, befiehlt allerdings ihre Exekution, damit Dr. Temic die Organe untersuchen kann.
Sato, welche die Kommunikation auf dem Planeten überwacht, erfährt von der geplanten Hinrichtung von Archer und Reed. T'Pol, Tucker und Mayweather starten eine Rettungsaktion mit dem Suliban-Schiff, obwohl die Tarnvorrichtung noch nicht richtig funktioniert. Während sie ihren Tod erwarten, erzählt Reed Archer, wie ironisch er es findet, dass sie sterben sollen, um Leute zu beschützen, die sie umbringen wollen. Aber Archer besteht darauf, dass sie dieses Opfer bringen müssen, da diese Leute noch nicht bereit sind für Warp-Technologie. Als bereits Schlaufen um ihre Hälse platziert wurden, kommt das Suliban-Schiff, und in einem wilden Feuergefecht können sich alle in das Schiff retten. Archer rennt noch einmal los, um all ihre Geräte und Beweise für ihre Existenz einzusammeln.
Nachdem sie auf die Enterprise zurückgekehrt sind, dankt Archer T'Pol für die gewagte Rettungsaktion. Er ist froh, dass sie alle Geräte zurückbekamen. Doch T'Pol entgegnet, dass die Kultur trotzdem kontaminiert wurde. Aber sie ist auch erstaunt darüber, dass Archer und Reed ihr Leben opfern wollten...
Kommentar
"The Communicator" zeigt eindrucksvoll, wie real Murphys' Gesetz wirklich ist. Ein eigentlich unbedeutender Zwischenfall entwickelt sich in Windeseile zu einer Krisensituation und gipfelt fast in der Exekution zweier Führungsoffiziere der Enterprise. Nur der beherzten Intervenierung der verbleibenden Offiziere ist es zu verdanken, dass der Captain und der taktische Offizier in letzter Sekunde gerettet werden können.
Am Anfang der Episode macht es den Anschein, als ob es um totalitäre Machtstrukturen ginge, aber wie sich herausstellt, kann die Folge mit einem Agentenfilm aus dem Kalten Krieg verglichen werden. Nur sind die Spione ausnahmsweise mal nicht von der Gegenseite, sondern außerirdischer Herkunft. Doch diese Wahrheit ist ein bisschen zu viel für die Machthaber und so entschließen sich Archer und Reed, sich als genetisch aufgebesserte Supersoldaten zu verkaufen.
Weil sie verlauten lassen, dass sie Prototypen seien, sollen sie exekutiert werden. Eindämmungspolitik also, was in derjenigen Hinsicht erstaunlich ist, dass die lokalen Militärs nicht versuchen, die Technologie für ihre Zwecke zu adaptieren. Man ist es gewöhnt, dass Militärs jede Technologie, die sie in die Hände bekommen, versuchen, zu ihrem Vorteil auszunutzen. Diese hier aber scheinen eher nach der "Voyager"-Methode zu handeln - was wir nicht kennen, beziehungsweise nicht verstehen, zerstören wir lieber, als es zu untersuchen.
Insgesamt lässt sich festhalten, dass "The Communicator" sich ein weiteres Mal mit der Gefahr der Kontaminierung von Prä-Warp-Zivilisationen beschäftigt. Diesmal ist (zumindest zunächst) nicht wie in "Die Saat" eine Entlarvung durch Einheimische das Problem, sondern eine Banalität wie ein verloren gegangenes technisches Gerät. Am Ende können zwar durch den heldenhaften Einsatz von Captain Archer alle physischen Beweise für die Existenz von Außerirdischen wieder eingesammelt werden. Es bleiben aber eine Hand voll lokaler militärischer Angehörige zurück, welche beträchtlichen psychischen Schaden genommen haben. Außerdem ist noch ein weiterer Faktor zu berücksichtigen: Es liegt durchaus im Bereich des Möglichen, dass die lokalen Militärs die Story mit den genetisch aufgebesserten Supersoldaten zumindest teilweise noch immer glauben. Daraus würde zwangsläufig folgen, dass sie die der Allianz zur Verfügung stehenden Mittel entscheidend überwerten und sich zu einem Präventivschlag gezwungen fühlen. Damit könnte die Enterprise-Crew einen fatalen Einfluss auf das ohnehin schon instabile Machtgefüge haben.
Wie bereits durch T'Pol erwähnt, ist es durchaus erstaunlich, dass sich Archer und Reed am Ende dafür entschieden haben, lieber zu sterben als die Kultur noch weiter zu kontaminieren. Verglichen zu den bisher gesammelten Erfahrungen mit Archer und seiner Einstellung gegenüber diesem Thema verwundert es zunächst, erscheint aber an den späteren Direktiven der Föderation gemessen als die logische Konklusion. Man kann also sagen, dass Archer sich in einem Reifungsprozess befindet. Auf der anderen Seite sollte aber auch angemerkt werden, dass es eigentlich ziemlich dumm von Archer und Reed war, überhaupt so offensichtlich zu dem Platz zurückzukehren, um den Kommunikator zu holen. Insgesamt hat man wieder einmal mehr Schaden angerichtet beziehungsweise genommen als Gutes erbracht, aber es besteht ja immer noch die Hoffnung, dass man aus diesen Fehlern lernen kann.
Definitiv schwarzer Humor war die allerletzte Szene, in welcher man Tucker seine Hand betrachten sieht, die immer noch ein Loch in der Mitte aufweist. Es sieht so aus, als ob eine Kugel seine Hand durchbohrt hätte.
Fazit
Solide Episode.
Note: 2-
Diskussion
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Weitere Infos
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| Deutscher Titel |
"Der Kommunikator" |
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| Originaltitel |
"The Communicator" |
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| Nummer |
| 2.08 |
Episode |
| 034 |
Produktion |
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| Regie |
James Contner |
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| Story |
Rick Berman, Brannon Braga |
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| Drehbuch |
André Bormanis |
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| Gastdarsteller |
Francis Guinan als Gosis
Tim Kelleher als Lieutenant Pell
Brian Reddy als Dr. Temec
Dennis Cockrum als Alien-Barkeeper
Jason Waters als Alien-Soldat |
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| Erstausstrahlung |
Vereinigte Staaten:
13. November 2002
 Deutschland: 10. Oktober 2003
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| US-Einschaltquoten |
| 4,50 |
Millionen Zuschauer |
| 3,00 |
Rating |
| 5,00 |
Share |
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| DE-Einschaltquoten |
Zuschauer von 14 bis 49 Jahren:
| 0,99 |
Millionen Zuschauer |
| 8,50 |
Prozent Marktanteil |
Zuschauer ab 3 Jahren:
| 1,36 |
Millionen Zuschauer |
| 4,40 |
Prozent Marktanteil |
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(sk - 12.02.07)