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Sebastian Kowald (sk)23.11.02

"Eigenarten"

"Singularity"

Die Crew wird plötzlich besessen von eigentlich trivialen Routineaufgaben.

Episodenbeschreibung

T'Pol erzählt, wie eine Krankheit die ganze Crew befallen hat, während sie untersucht, warum sie nicht betroffen ist.

Die Enterprise hat ein Schwarzes Loch der Klasse 4 entdeckt. Tucker will nahe genug rankommen, um ein paar gute Bilder zu machen, worauf Archer befiehlt, einen Kurs zu setzen. Allerdings fragt er Tucker auch, ob er nicht mal nach dem Sessel des Captains schauen könnte, da dieser unbequem sei. Während der zwei Tage, die es dauert, das Schwarze Loch zu erreichen, will Archer an einer Einleitung zu einem Buch über seinen Vater arbeiten. Sato hilft währenddessen in der Kantine aus, und Reed möchte ein paar neue Sicherheitsprotokolle testen. Mayweather geht mit Kopfschmerzen zur Krankenstation und Phlox will ihn dabehalten, um ein paar Tests zu machen.

Sehr bald scheinen jedoch die Nerven der Crewmitglieder blank zu liegen. Alle fangen an, sich mit ihren Aufgaben auseinander zu setzen. Reed geht sogar so weit, eine Feuerwaffe im Sicherheitsbereich zu tragen, und er will außerdem ein taktisches Alarmsystem entwickeln, was Tucker nur "Reed Alarm" nennt. Es beinhaltet die Polarisierung der Hüllenpanzerung, dass jede Person schnellstmöglich seinen Posten aufsucht sowie das Laden der Waffen.

T'Pol erkennt den Ernst der Situation und versucht Dr. Phlox dazu zu bewegen, der Crew zu helfen. Dieser jedoch ist davon besessen, Travis' Gehirn zu operieren. Nachdem sie ihn mit dem vulkanischen Nackengriff außer Gefecht setzt, schaut sie sich seine Scans an und erkennt, dass die Strahlung vom Schwarzen Loch die Gehirne der Crew beeinflusst. Ihre Untersuchungen weisen darauf hin, dass alle Crewmitglieder betroffen sind, außer sie selber.

T'Pol geht in Archers Quartier und schleift den Captain unter die Dusche. Als er wieder zu sich kommt, verlangt sie, dass er ihr hilft, das Schiff durch das Zentrum des Tristern-Systems zu fliegen, um die Crew zu retten. Sie haben keine Zeit, um die Phaserkanonen zu laden und die Gesteinsbrocken kaputt zu schießen, die ihren Weg kreuzen. Doch Reeds taktisches Alarmsystem greift ein; es polarisiert die Hülle und lädt die Waffen. Nachdem sie dem Schwarzen Loch entkommen sind, beginnt sich die Crew zu erholen und Archer schreibt seinen Text fertig.

Kommentar

Große Teile von "Singularity" werden von T'Pol quasi erzählt. Die Story ist schnell mitgeteilt: Eine unbekannte Strahlung, die von dem Sternensystem ausgeht, beeinflusst die Crew negativ und alle drehen durch. Das klingt zwar ganz interessant, ist aber nicht wirklich neu. Bereits in der "Next Generation"-Folge "Augen in der Dunkelheit" lag ein ähnlicher Sachverhalt vor. Nichtsdestotrotz ist es ziemlich interessant zu sehen, wie plötzlich jedes (Führungs-)Crewmitglied eine wahre Obsession für seine Aufgabe entwickelt.

Am Ende gelingt es T'Pol, die Mannschaft zu retten, indem sie die Enterprise aus dem Gebiet der schädlichen Strahlung herausfliegt. Archer assistiert ihr, aber nicht wirklich freiwillig. Sie muss ihm erst eine kalte Dusche verpassen, damit er wenigstens wieder ein bisschen zu sich kommt. Da kann man sich das Grinsen nur schwer verkneifen.

Archer soll ein Vorwort zu einem Buch über seinen Vater schreiben. Ihm geht es wie dem Autor dieses Reviews - er weiß einfach nicht, was er schreiben soll. Eine wahre Odyssee folgt dann nach der Bitte von Archer an Trip, er solle sich mal seinen Stuhl anschauen - und am besten ist die Lösung: Alles, was Trip tun musste, war, den Sessel des Captains einen Zentimeter runterzusetzen. Die blanke Ironie. Hoshi hat währenddessen ihre Vorliebe fürs Kochen entdeckt, hat aber Probleme, die richtige Abstimmung des Essens zu treffen. Während in der Mensa fast ein Aufstand ausbricht, probiert sie munter weiter und sagt sogar Archer, er soll sich doch ein Sandwich machen, wenn er Hunger habe. Was der Doktor macht, ist schon fast nicht mehr lustig: Er will Mayweather die Schädelplatte aufmachen, um dessen Kopfschmerzen auf den Grund zu gehen. Obwohl Hartnäckigkeit und Ehrgeiz normalerweise als eine positive Eigenschaft angesehen wird, kann man in "Singularity" sehr gut erkennen, wohin es führen kann, wenn man seine Aufgabe zu ernst nimmt. In gewisser Weise kann man darin sicher einen gesellschaftskritischen Aspekt erkennen.

Malcolms Obsession sollte sicher die größte Beachtung geschenkt werden. Liegt ihr doch zu Grunde, was man in fast jeder "Star Trek"-Episode sieht: der Rote Alarm. Ohne Roter Alarm wäre sicher schon so manches Starfleet-Schiff zerstört worden, da es die Schutzschilde nicht schnell genug hätte online bringen können. Somit muss man Captain Archer schon Recht geben, es ist eine ganz nützliche Sache.

Reed kritisiert den Captain in der Episode bereits zum wiederholten Male, dass an Bord eine zu lasche Disziplin herrschen würde. Verglichen mit der Häufigkeit, mit welcher die Crew in ernsthafte und gefährliche Situationen gerät, ist eine Straffung der Sicherheitsmaßnahmen auf jeden Fall ratsam. Aber die Art und Weise, wie Reed es durchsetzen will, ist nicht tolerierbar, vor allem, weil er am Ende sein Protokoll einfach aktiviert. Es macht fast den Anschein, als könnte einfach jeder machen was er will, ohne, dass der Captain dem zustimmt.

Insgesamt eine durchaus interessante Episode. Eine kritische Situation, die durch Situationskomik aufgelockert wird, und jeder bekommt mal die Gelegenheit, ein bisschen durchzudrehen. Nur selten erhält man die Gelegenheit, einem Faustkampf zwischen dem Sicherheitsoffizier und dem Chefingenieur, der nur durch die Intervention des Captains beendet werden kann, beizuwohnen. Mit einer etwas originelleren Story und der damit verbundenen Spannung hätte daraus durchaus eine sehr gute Episode werden können.

Fazit

Nette kleine Episode, welcher es aber an Höhepunkten mangelt.

Note: 2-

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Weitere Infos


Deutscher Titel "Eigenarten"

Originaltitel "Singularity"

Nummer
2.09

Episode

035

Produktion


Regie Patrick Norris

Drehbuch Chris Black

Gastdarsteller Matthew Kaminsky  als  Cunningham

Missionsdatum 14. August 2152

Erstausstrahlung Vereinigte Staaten:
20. November 2002

Deutschland:
17. Oktober 2003

US-Einschaltquoten
4,80

Millionen Zuschauer

3,10

Rating

5,00

Share


DE-Einschaltquoten
Zuschauer von 14 bis 49 Jahren:
0,96

Millionen Zuschauer

7,80

Prozent Marktanteil

Zuschauer ab 3 Jahren:
1,30

Millionen Zuschauer

4,10

Prozent Marktanteil


(sk - 12.02.07)


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