|
Seitenoptionen
|





|
|
Sebastian Kowald (sk) "Ebenbild" "Similitude" Trip wird schwer verletzt und seine einzige Überlebenschance ist ein Transplantat von einem Klon, der aus einem von Phlox exotischen Haustieren entsteht. Episodenbeschreibung Während ihrer allabendlichen Sitzungen beschreibt Tucker T'Pol einen Plan, um die Effizienz des Warpantriebs zu erhöhen. Bei der Ausführung der Modifikation und einem Test kommt es jedoch zu Schwierigkeiten, und bei der Notabschaltung des Warpantriebs wird Tucker verletzt und fällt in ein Koma. Phlox berichtet Archer, dass Trip sich wahrscheinlich von alleine nie wieder erholen wird. Er schlägt aber vor, mithilfe eines nicht empfindungsfähigen Aliens, welches er aufbewahrt, da es ein Sekret absondert, das beim Bekämpfen von Viren nützlich ist, eine Art Klon von Trip zu erschaffen, denn diese Lebensform kann, wenn man ihr fremde DNA-Strukturen injiziert, diese nachahmen und eine originalgetreue Kopie erstellen. Dieser Klon hat eine Lebensspanne von nur 15 Tagen und Phlox wird sein Gewebe transplantieren können, um Tucker zu retten. T'Pol bringt ethische Bedenken zum Ausdruck, ein empfindungsfähiges Lebewesen zu erschaffen, um ihm dann Gewebe zu entnehmen. Archer besteht aber darauf, da er argumentiert, dass die Erde Tucker braucht, damit die Enterprise ihre Mission weiterführen kann, welche im Moment von unidentifizierten magnetischen Partikeln, die sich an der Hülle festsetzen, bedroht wird. Während sich der embryotische Klon zu einem Baby und später zu einem Kind entwickelt, erhöht sich die Partikeldichte. Phlox ist überrascht, als er mitbekommt, dass Sim, der Klon, die Erinnerungen von Trip bekommt, je älter er wird. Andere Spezies speichern ihre Erinnerungen in den Genen und es hat den Anschein, dass die Menschen dies auch tun. Zuerst der Doktor und später auch der Captain schließen eine enge Verbindung mit dem Jungen. T'Pol entdeckt, dass die magnetischen Partikel die Enterprise funktionsunfähig machen werden, wenn es ihnen nicht gelingt, innerhalb von zwei Tagen das Feld zu verlassen. Sim, welcher inzwischen zu einem Erwachsenen herangewachsen ist, hat viele hilfreiche Vorschläge, so unter anderem auch einen Plan, wie man die Enterprise mithilfe der Shuttles aus dem Feld herausbekommt. Allerdings stellt Sim auch fest, dass er sich in T'Pol verliebt hat, und Phlox entdeckt, dass Sim die Gewebetransplantation, welche notwendig ist, um Tucker zu retten, nicht überleben wird. In der Zwischenzeit findet Sim heraus, dass es ein experimentelles Enzym gibt, welches den rapiden Alterungsprozess stoppt und ihn in die Lage versetzen würde, einen normalen Lebenszyklus zu durchlaufen. Er will nicht sterben. Archer besteht darauf, dass er seinen Ingenieur zurück braucht, sogar wenn das heißt, Sim seines Lebens zu berauben. Sim bittet T'Pol, dass er seine letzten Stunden im Maschinenraum verbringen kann, mit den Dingen, die für ihn am meisten bedeuten. Doch dann übernimmt er den Computer und leitet die Kontrollen für den Shuttlehangar um, damit er ein Shuttle entwenden kann. Als Archer das mitbekommt und in den Shuttlehangar geht, ist Sim immer noch da. Er sagt, dass er keinen Platz hat, wo er hingehen kann und dass er es seiner Schwester schuldet, welche er so sehr als seine als auch als Trips ansieht, mitzuhelfen, die Xindi zu stoppen. Archer sagt, dass dies der Grund war, warum er überhaupt erst den Befehl gab, Sim zu erschaffen. T'Pol küsst Sim zum Abschluss, bevor dieser zur Krankenstation geht, um die Operation durchführen zu lassen, die ihn umbringen und Tucker retten wird. Auf der Beerdigung sagt Archer, dass sie voranschreiten müssen, damit sein Opfer nicht nur für das Schiff, sondern für die ganze Erde war. Kommentar "Similitude" ist im Kontrast zu vorangegangenen Episoden von eher ruhiger Natur. Auf Action und Humor wird verzichtet und stattdessen wird sich eines moralischen Dilemmas ungeahnten Ausmaßes angenommen. Archer lässt, um seinen Freund und Kameraden Tucker zu retten, einen schnelllebigen Klon von Tucker züchten, um dessen Gehirngewebe dann zu benutzen, um Tucker zu retten. Die ethischen Probleme dabei sind vielfältig. Erstens, darf Archer einfach so jemanden klonen, mit dem einzigen Ziel, ihn dann zu benutzen? Weiterhin, nachdem ein empfindungsfähiges Lebewesen geschaffen wurde, ist es richtig, dieses absichtlich zu töten, um ein anderes Lebewesen zu retten? Aus rein rationalen Gründen gesehen wird die Entscheidung sicher um einiges einfacher, denn Sim hat ja nur eine Lebensspanne von wenigen Wochen. Allerdings kann und darf man es nicht nur von dieser Perspektive aus betrachten. Archer ist der Captain der Enterprise und trägt damit eine große Verantwortung, aber mit der Erschaffung eines weiteren empfindungsfähigen Lebewesens halst er sich noch viel mehr Verantwortung auf. Dies bringt ihn in einen Interessenkonflikt schwer wiegenden Ausmaßes. Seine Priorität gilt der Mannschaft und der Mission. Demzufolge ist es nur logisch, dass er Tucker retten will, da dieser einen integralen Bestandteil der Mannschaft darstellt. Außerdem ist er für die Fortführung der Mission in seiner Rolle als Chefingenieur wichtig. Auf der anderen Seite ist Sim jetzt auch ein Mitglied seiner Mannschaft, das es zudem sehr schwer hat. Sim weiß, dass er nur kurze Zeit zu leben hat, und des Weiteren trägt er alle Erinnerungen von Trip in sich, was sicherlich eine enorme psychische Belastung darstellt. Nichtsdestotrotz sind seine Instinkte des Überlebens ausgeprägt und er lässt nichts unversucht, seinem Schicksal zu entgehen. Die Tatsache, dass sich Sim wehrt und nicht einfach einwilligt, bereitet Archer einiges an Kopfzerbrechen. Ist die Entscheidung nicht ohnehin schwer genug, sieht er sich nun dazu gezwungen, auch noch Gewalt anzuwenden, um sein Ziel zu erreichen. In der Szene, in welcher er sich allein mit Sim in seinem Bereitschaftsraum unterhält, bringt er mit seinem Ausruf "I want Trip, I want Trip." ("Ich will Trip, Ich will Trip.") seinen Konflikt zum Ausdruck. Nicht nur will er jedes Schiffsmitglied beschützen und die Mission weiterführen, sondern auch seinen Freund nicht verlieren. Hier muss man Archer kritisieren, denn auch wenn die Entscheidung ohne Probleme nachvollziehbar ist, so ist sie doch egoistisch und eines Captains nicht angemessen. Apropos Captain, auch wenn einige Leute es vielleicht nicht mögen, die "Star Trek"-Serien untereinander zu vergleichen, so werde ich es doch einmal tun. Im Laufe der Jahre ist eine klare Tendenz festzustellen. Die Entscheidungen der Kapitäne werden immer mehr menschlich (was in diesem Fall durchaus negativ gemeint sein kann). Während der Superdiplomat und Ethiker Picard niemals eine solche Situation auf diese Weise gelöst hätte, so war Sisko schon ein Mann, der einige fragwürdige Entscheidungen getroffen hat, aber Archer setzt dem Ganzen noch einen drauf. Er hat schon einige Male bewiesen, dass er von ausgeprägter Moralität nicht viel hält und setzt diese Linie konsequent fort. Was auffällt, ist, dass er immer wieder seine Mission (Schutz der Erde) als universelles Rechtfertigungsmittel nimmt. Wenn man "Enterprise" als aktuelles Spiegelbild der (amerikanischen) Gesellschaft nimmt, so sollte es nicht schwer fallen, die Parallelen hier zu ziehen. Dann wäre es auch ohne Probleme möglich, die Intention der Autoren zu verstehen, denn indem sie Archer auf eine solche Art und Weise handeln lassen, üben sie Kritik an der jetzigen (amerikanischen) Gesellschaft. Die schauspielerischen Leistungen aller Akteure fanden Anklang. Archer mit seinem Drei-Tage-Bart machte einen sehr müden Eindruck, was sicherlich zum Ausdruck bringen soll, wie sehr doch die Mission und die ihm aufgeladene Verantwortung an seinen Kräften zehrt. John Billingsley läuft zur Hochform auf. Vor allem in der Szene, in welcher Dr. Phlox Archer sagt, dass Sim nicht überleben wird, sieht man den Konflikt, in welchem sich Phlox befindet. Er ist Arzt, er soll Leben retten. Zuerst darf er Vater spielen, was er laut Sim auch "verdammt gut" macht und später soll er "sein von ihm aufgezogenes" Kind wieder umbringen. Dass er dabei nur Befehle befolgt, hilft ihm sicherlich auch nicht weiter. Eine weitere Schlüsselszene ist, als Sim ihn damit konfrontiert, dass es doch eine höchst experimentelle Möglichkeit gibt, um Sims Leben zu verlängern. Diese hatte er bewusst verschwiegen, um die Situation nicht noch mehr zu komplizieren. Phlox' Charakter ist somit sehr vielseitig, zum einen hat er schon mehrfach bewiesen, dass er auch lustig sein kann, aber wenn es drauf ankommt, ist er auch bereit, ernsthafte, folgenschwere Entscheidungen zu treffen. Die drei Darsteller, welche die verschiedenen Lebensabschnitte von Sim spielen, machen ihre Rolle ziemlich gut, wobei der jugendliche Sim nicht ganz überzeugen kann. Die Figur des Sim insgesamt wirkt überzeugend, da sie sich nicht einfach opfern will, sondern um ihr Leben kämpft; dass es am Ende doch vergeblich ist, war abzusehen, weil Hauptcharaktere ja nicht so ohne Weiteres sterben. Indem Sim zu der Erkenntnis kommt, dass sein Tod mithelfen wird, seine Schwester zu rächen, macht ihn das zum Helden, denn schlussendlich opfert er sich für die Mission und damit für die Rettung der Erde. Doch eigentlich ist diese Lösung, wenn auch nachvollziehbar, zu einfach. Sim opfert sich und wird zum Helden. Alles ist wieder in Ordnung. Hier wäre vielleicht eine etwas kritischere Betrachtung wünschenswert gewesen. Auch die Beziehung zu T'Pol scheint ein wenig klischeehaft. Sim und T'Pol zu nehmen, um darzustellen, was oder was nicht zwischen Trip und T'Pol läuft, kann nicht wirklich überzeugen, und von dem abschließenden Kuss mitsamt dem Kommentar wollen wir mal lieber nicht reden, das ist eben Hollywood. Insgesamt eine anspruchsvolle Episode, welche den langsamen aber konsequenten Aufwärtstrend bei "Enterprise" fortsetzt, was positiv betrachtet werden muss. Fazit Gelungenes Drama. Note: 2+ Diskussion Wenn Sie in der TZN Community registriert sind, können Sie in diesem Thread über "Ebenbild" diskutieren und eine Bewertung abgeben. Weitere Infos
(sk - 07.04.08) |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Alle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und Autoren. Jede unautorisierte Übernahme ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Für Anfragen betreffend Artikel- oder Newsübernahme wenden Sie sich bitte an den Redaktionsleiter. |
|
© TrekZone Network, 1999-2012 |
|

