Manfred Beck (mb)
19.04.09
REVIEW: Wie kommt "Star Trek XI" beim Nichtfan an?
Eindrücke eines relativen Neulings
Der Kinofilm soll auch vor allem die beeindrucken, die bisher keine "Star Trek"-Fans sind. Wie kommt das Abenteuer also bei dieser Zielgruppe an? Manfred Beck schildert (ohne neue Spoiler) seine Eindrücke fürs TZN.
Wir schreiben den 14. April 2009, und nach langjähriger Wartezeit erscheint endlich wieder einmal ein Star Trek-Kinofilm... "Dieser Film ist wie kein anderer", so lässt man verlautbaren ... worauf wird man sich fokussieren? Die Fangemeinde, oder doch eher das Neuland?
Aus der Sicht eines relativen Neulings gesehen
"Star Trek", der neuste Coup von J.J. Abrams! Ab Mai wird er in die heimischen Kinos kommen. Definition des relativen Neulings: Ich habe hie und da ein wenig "Star Trek" gesehen und war davon begeistert, hatte allerdings nie die Motivation, mich wirklich durch sämtliche Episoden zu wühlen. Am stärksten in Erinnerung habe ich die Serie rund um Captain Picard, Captain Kirk und Captain Janeway. Doch so richtig reingesteigert hatte ich mich in den Hype um "Star Trek" nie.
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Mit "Star Trek XI" ist der punktgenaue Schnitt durch die Mitte gelungen |
Was sollte ich nun vom elften Teil des Franchises erwarten? Würden Hintergründe aufgedeckt werden? Würden neue Zielgruppen angesprochen werden? Liegt der Fokus eher auf Action, oder Story, oder doch den Effekten? Die kurze, aber gute Antwort: Auf allem.
In wenigen Worten zusammengefasst: "Star Trek" ist der punktgenaue Schnitt durch die Mitte, den viele erwarteten und einige fürchteten - doch meinen Geschmack hat der Titel voll getroffen. Was passiert?
Am Anfang des Films steht der vermeintliche Anfang des Films. Die ersten Szenen, die ersten bekannten Gesichter, doch es bleibt nicht viel Zeit, um alles zu genießen. Im Hochtempo überschlagen sich die Ereignisse, und die Umstände der Geburt des jungen James Tiberius Kirk stehen unter mehr als nur unglücklichen Zeichen - das Zitat des Commanders spricht Bände: "James, dein Vater war Kommandant des Schiffes [Kelvin] für zwölf Minuten. In dieser Zeitspanne hat er 300 Menschen das Leben gerettet."
Einige Zeit- und Entwicklungssprünge später steht man mitten in der Handlung, zwischen dem jungen Kirk und des ebenso unerfahrenen, aber bereits hochklassifizierten Spock. Während der Film einen anfangs mit Emotion fast schon überfährt, lässt "Star Trek" die nächsten 20 Minuten locker und erzählt die Geschichte schnell und ohne große Umschweife weiter. Der Wortwitz kommt (zumindest im englischen Original - warten wir auf die Syhchronisation) immer an und wirkt authentisch, auch die Beziehungen der Crewmitglieder untereinander sind nachvollziehbar und nicht selten mit Augenzwinkern zu genießen!
Der Obermotz Nero hat auch relativ früh seinen Auftritt, wonach schon nach einer geschätzten halben Stunde die Fronten geklärt sind und die Bahn frei für eine gute Story ist. Die Widersprüche des überhitzten Kirk und dem stets besonnen wirkenden Spock sind klasse anzusehen und werden sehr gut eingesetzt, um die Profile der Charaktere stets zu schärfen. Doch wie Nero das Handwerk gelegt und seinem wahnsinnigen Rachefeldzug ein Ende gesetzt wird, ist einfach nur noch sehenswert. An den Effekten wurde nicht gespart, höchstens ein klein wenig an den Sets - aber wenn man sich auf die gutaussehenden Darsteller konzentriert, fällt einem das nicht ein einziges Mal auf. Von der Handlung her wird nicht allzu viel verraten, außer, dass...
- Schwarze Löcher eine große Bedeutung in "Star Trek" haben
- es niemals gut ist, Materie bei sich zu haben, die ebensolche auslösen
- Gefühle durchaus ihren Sinn haben, selbst in der streng logischen Welt der Vulkanier.
Abschließendes Resümee gefällig?
"Star Trek" hat mich in dieser Form begeistert. Es ist leicht an all das angelehnt, was die Serien und die (guten) Filme jemals ausgemacht hat, ohne zu viel zu entnehmen und zu kopieren. Klar kokettiert dieser Teil äußerst frech mit Neueinsteigern und Leuten, die einfach nur einen guten Film sehen wollen. Und das gelingt auf der ganzen Linie. Als der Abspann über die Leinwand flimmerte, war mein erster Gedanke: Das sollen zwei Stunden gewesen sein? Emotional mitreißend, effektgeladen, tolle Schauspieler, klasse Sound, gute Story und das Flair der Föderation - mehr brauchte dieser Film nicht, um auf das gesamte Kinopublikum einen guten Eindruck zu machen.
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 Ein wenig zu wenig "Star Trek" im Film? |
Völlige Neueinsteiger müssen sich absolut keine Gedanken machen, hier etwas zu verpassen oder gar Geld zu verschwenden - keine Sorge! "Star Trek"-mäßige Kadetten wie ich, die ein bisschen Kenntnisse der ganzen Geschichte haben, werden ihren Spaß dabei haben, die leicht angedeuteten Verhältnisse und Insider zwischen den Charakteren zu entdecken, aber auch trotzdem immer wieder von den Wendungen der Geschichte überrascht zu werden. Völlige Trekkies hingegen werden höchstwahrscheinlich das "zu wenig" an "Star Trek" selbst bemängeln, dass ein klitzekleines bisschen zu sehr der Fokus auf die breite Masse gelegt wurde, um so mehr Fans zu der ohnehin schon beträchtlichen Fangemeinde zu locken.
Der Science-Fiction-Part kommt in Teil 11 vielleicht ein wenig zu kurz, aber nichtsdestoweniger beeindruckend geht man aus dem Kinosaal. Egal, ob man sich die Soundeffekte, die vielen guten Sprüche, die moralischen Fragen oder einfach nur ein gutes Gefühl im Kopf behalten und das mit nach Hause nehmen will: "Star Trek" ist ein absoluter Spitzenfilm. Für jeden.
Fünf von fünf Verdienstabzeichen für "Star Trek"!
(mb - 07.05.09)
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