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TZN

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"Also ich glaube an Zufälle. Denn wissen Sie, Zufälle passieren jeden Tag. Aber ich traue Zufällen nicht."

 − Garak
 − in "Die Konspiration"

April 2009

 

ISSN 1684-7385

Volume VI

Ausgabe 78 (#131)

 features

 

"Seid optimistisch!"

J.J. Abrams

Interview über die Trek-Zukunft und überraschende "Star Wars"-Vergleiche

Russische Unterwelt

"Metro 2033"

Wo sich Kommunisten, Nazis, Atomviecher und Helden duellieren

Weltwunder Opportunity

Marsianischer Rückblick

Warum der Rover eine der größten irdischen Errungenschaften ist

 

Vorwort

Ein Schritt in die Zukunft


Liebe Leserinnen und Leser,

der Frühling zieht ins Land, die Natur blüht auf − das Leben kehrt zurück. Auch in die Kinos. Mit "Watchmen" gibt es mal wieder eine grandiose, wenn auch düstere Comic-Verfilmung, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Und auch die Vorschauen zu "Terminator Salvation" und "Transformers 2" sahen sehr vielversprechend aus. "Torchwood", der "Doctor Who"-Ableger, konnte mich hingegen gar nicht begeistern. Umso mehr fesselte mich die neue Serie "Fringe", auch wenn sie mich sehr an "Akte X" erinnert. Und seit dem 23. März kommen auch wieder die Freunde von "Primeval" auf ihre Kosten.

In dieser prall gefüllten Ausgabe erwartet Sie eine Vielfalt von Artikeln. Erfahren Sie Hintergründe über die Geschichte der Völker in "Star Trek", lassen Sie sich mitnehmen auf eine "Reise zum Mittelpunkt der Erde" und kommen Sie hinter das Geheimnis von Area 51. Auf den Kino-Guide müssen wir diesen Monat leider verzichten, dafür bietet der DVD-Guide zahlreiche DVD- und Blu-ray-Erscheinungen, in die es sich zu investieren lohnt.

Viel Spaß beim Lesen!

Melanie Brosowski
Chefredakteurin

 
   

Inhalt

Die ganze Ausgabe auf einen Blick

Wenn Klingonen Sowjets werden

Die Geschichte der "Star Trek"-Völker, Teil 1.

J.J. Abrams und die "Galaxy Quest"-Falle, Teil 2

Der Regisseur erläutert, wie "Star Trek XI" wird − und wie gerade nicht.

Ein Schritt in die Zukunft

... ist immer auch ein Blick in die Vergangenheit.

Zwischen Menschlichkeit und Unsterblichkeit

Ein philosophischer Exkurs.

Die Ereignisse des Monats

Jede Menge Bücher, Comics, DVDs und Blu-rays. Ein guter Monat für Trek-Fans.

Superhelden am Abgrund

Warum die "Watchmen" zu überzeugen vermögen.

Wenn ein Jules-Verne-Buch Realität wird

Kinokritik zur "Reise zum Mittelpunkt der Erde".

Flucht in die russische Unterwelt

Rezension zum Bestseller "Metro 2033".

Area 51

Die Geheimnisse von Dreamland.

DVD-Guide April

Highlights en masse: "Die Stadt der Blinden", "Mirrors", "Lost − Season 4" − und die Fortsetzung zu "Screamers".

Der Data der Gegenwart: Opportunity

Zweiter Teil der Geschichte des Marsrovers.

Impressum

Redaktion, Abonnement und Copyrights.

Wussten Sie, dass...

... in der Folge "Profit oder Partner" das erste Mal in "Deep Space Nine" das Dominion erwähnt wird?

... die Reise von Bajor nach Deep Space Nine fünf Stunden dauert?

... in der Folge "Die Suche, Teil 1" in Commander Siskos Büro im Hintergrund ein Modell der Raumstation ISS aus dem frühen 21. Jahrhundert zu sehen ist?


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Wenn Klingonen Sowjets werden

Die Geschichte der "Star Trek"-Völker, Teil 1

Der Weltraum − unendliche Weiten... Bestimmt. Fremde, neue Zivilisationen? Na ja, wenn man genauer hinschaut, sind die "Aliens" in "Star Trek" nicht ganz so fremd, wie sie auf den ersten Blick unter ihren aufgeklebten Schnäuzern, Gesichtsfarbe und Schichten von Latex erscheinen.

Auch der Mensch ist nun einmal die Summe seiner Teile, und so kann er jedenfalls das, was er sich nur aus reiner Gedankenkraft vorstellen kann, aus Erfahrungen und bereits schon mal Dagewesenem mit einer Prise Fantasie darstellen. "Star Trek" lebt nicht nur von guten Geschichten und/oder Action allein, die − jedenfalls meistens − sympathischen Charaktere, die "Helden", benötigen gute Widersacher, damit "Star Trek" seine Stärke, aktuelle Geschehnisse in der Zukunft zu behandeln, ausspielen kann.

Was wäre "Star Trek" also ohne seine Aliens, die häufig auch die Widersacher sind? Schließlich ist es ja eine Science-Fiction-Serie. Und seien wir mal ehrlich: Wie interessant wäre eine Serie, in der ein paar Astronauten unentwegt Schrauben sortieren und sich Astronautenkost reinschieben, sich super Witze über die neueste Quantenmechanik erzählen, über die unsereins vielleicht lachen kann, wenn man altersmäßig das 22. Jahrhundert aus reiner Willensstärke erreicht hat. Ohne jedwede andere Begegnung in "Star Trek" wäre die Serie wohl kaum zu dem geworden, was sie heute ist. Die Aliens sind also das Salz in der Suppe.

Gerade jetzt, wo 2010 die Geschichtenreihe "Seven Deadly Sins" von Pocket Books angekündigt wurde, in der verschiedene Völker die unterschiedlichen Todsünden repräsentieren sollen, sind die Aliens in "Star Trek" interessanter denn je. Sämtliche Spezies in "Star Trek" darzustellen, würde jedoch den Rahmen dieses Artikels sprengen. Insbesondere beschränkt sich der Artikel auf die wichtigsten antagonistischen Spezies. Viele Mitgliedswelten, darunter Vulkan, Andor, Rigel und Tellar, hätten ihre eigene − ebenfalls umfangreiche Geschichte − zu erzählen. Daher wird nur auf die wichtigsten eingegangen und auf den einen oder anderen auffälligen Bezug.

 
 

Erst mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch im Jahre 2293 mit der Explosion auf dem Mond Praxis waren die Klingonen zu Friedensgesprächen bereit.


Die wohl bekanntesten Aliens sind die Klingonen. Zunächst soll laut "Star Trek"-Historie ein Erstkontakt mit der Föderation etwa 2218 stattgefunden haben. Nach der Serie "Enterprise" hat der Erstkontakt bereits 2151 stattgefunden. Dies muss kein Widerspruch sein. Innerhalb des Erdmilitärs und der Sternenflotte, die sich erst 2161 zur Föderation hinentwickelte, kann dieser Erstkontakt als Top Secret abgehandelt worden sein. Oder die Klingonen meldeten sich danach nicht mehr und der offizielle Erstkontakt fand mit der Föderation nach ihrer Gründung tatsächlich erst 2218 statt. So würde dann Spocks Satz, dass eine etwa 70-jährige Feindschaft beendet würde, in "Star Trek VI: Das unentdeckte Land" Sinn ergeben.

Schändlich war auch die äußerliche und innerliche Änderung der Klingonen durch einen fehlgeschlagenen Versuch mit Augment-Genen, die sich hartnäckig über 100 Jahre hielt und sich erst nach und nach in den 2270ern langsam zurückzog. Seither hatten sich die Klingonen einen Kalten Krieg mit der Föderation geliefert. Bis auf einige Scharmützel war es nicht zu einem offenen Krieg gekommen. Dies hatten die Organier 2267 verhindert. Erst mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch im Jahre 2293 mit der Explosion auf dem Mond Praxis waren die Klingonen unter ihrem Kanzler Gorkon zu Friedensgesprächen bereit. Kriegstreiber auf beiden Seiten wurden nach Kampfhandlungen ausgeschaltet. Unter Gorkons Tochter Azetbur gingen die Friedensverhandlungen weiter. Es dauerte noch einige Jahre, bis die Klingonen wirklich dazu bereit waren, der Föderation Vertrauen zu schenken und sogar zu ihrem Alliierten wurden. Ausschlaggebend war vermutlich das Massaker auf Narendra III, bei dem die Enterprise-C 2344 selbstlos eingegriffen und sich einer Übermacht von Romulanern entgegengestellt hat. Das Schiff wurde dabei vernichtet.

Dies heißt aber nicht, dass die Klingonen ihren Weg der Ehre, der häufig nur durch glorreiche Schlachten zu erreichen war, nicht weiter beschreiten konnten. Das Bündnis war mehr als einmal bedroht, zum Beispiel hatten die Romulaner versucht, durch den Bordingenieur der Enterprise-D einen klingonischen Gouverneur zu töten. Im Übrigen war die Nichteinmischung der Föderation innerhalb des klingonisch-romulanischen Konflikts um die Nachfolge im Reich nicht so gern von jedem gesehen. Während des Dominion-Konfliktes brach die Allianz zwischen Föderation und Reich, und erst während Kriegsende, als es galt, das Dominion vernichtend zu schlagen, war man wieder Alliierter.

Offensichtlich gab es in der Realität einen Bezug zur Sowjetunion. Doch das war nicht immer so. Innerhalb der klassischen Serie traten die Klingonen nicht so häufig auf, wie sie in TNG oder beispielsweise in den Romanen vertreten waren. Und die Darstellung deutete auch noch auf keine besondere Parallele hin. Sicher war nur eines: Den Klingonen ging − häufig jedenfalls − Ehre über alles. Vor dem Tod hatten sie auch keine Angst. Jedoch stellte sich die Darstellung meistens immer gleich da: machtbesessen ("Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock"), kriegslüsternd und blutrünstig ("Der erste Krieg", "Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock", "Star Trek V: Am Rande des Universums"), nicht zugänglich für logische Argumente innerhalb der gefährlichsten Situationen und tumb wie Brot ("Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock"). Zum Teil waren auch feige Gestalten darunter ("Im Namen des jungen Tiru", "Kennen Sie Tribbles?"). Selten war in der klassischen Serie jemand unter den Klingonen, der auch nur einen Funken Grips hatte und der Kirk und Co. ebenbürtig war. Zu nennen wären hier auf jeden Fall Kor ("Kampf um Organia") und Kang ("Das Gleichgewicht der Kräfte"). Tatsächlich war der Bezug zur Sowjetunion erst offensichtlich, als diese etwa zeitgleich mit dem Kinofilm "Star Trek VI" zusammenbrach und die Klingonen nach Frieden suchten, um den Kalten Krieg zu beenden, der beiden Seiten überhaupt nichts einbrachte. Ehre und Expansion waren für die Klingonen überlebenswichtig.

Ein ganz anderes Kaliber waren die Romulaner. Sie stellten sich nicht als minder feindselig dar, taten dies aber hintergründig und ohne überstürzt zu handeln. Insbesondere suchten sie teilweise starke Bündnispartner − anders als die Klingonen, die immer so handelten, als könnten sie alles alleine bewältigen. Dies heißt aber nicht, dass die Romulaner ihre Bündnispartner immer als solche behandelten. Im Gegenteil, sie fielen ihnen in den Rücken.

Eigentlich sind die Romulaner nichts anderes als Abkömmlinge der friedfertigen Vulkanier. Sie hatten jedoch nichts mit Suraks Lehren anfangen können, sondern wollten ihre Passionen weiter ausleben. So suchten sie sich ein neues Ziel im All und unter großen Verlusten gründeten sie bei ihrer Ankunft das Romulanische Reich. Natürlich wollten die Romulaner immer wieder Vulkan unter ihrer Herrschaft "eingliedern".

 
 

Innerhalb des Dominionkrieges übernahm das romulanische Reich eher die Nichtangriffsrolle und schloss einen Pakt mit dem Gegner.


Der Erstkontakt fand 2152 statt. Allerdings entdeckt die Crew um Captain Archer nur ein romulanisches Schiff mit einer Tarntechnologie. Ein Sichtkontakt hat nicht stattgefunden. In den 2150ern beabsichtigten die Romulaner Vulkan zu erobern und Zwietracht unter den Verbündeten der Menschen zu säen, allerdings ohne Erfolg. 2156 begann dann ein blutiger, offener Krieg, der bis 2160 dauerte und in eine verheerende Niederlage der Romulaner mündete. Ergebnis war die Neutrale Zone, die zwischen beiden Raumbereichen gebildet wurde. Nach dem Krieg gründete sich die UFP. Über 100 Jahre wahrten die Romulaner offensichtlich die Grenzen. Es kann aber auch sein, dass zunächst einige Technologien entwickelt werden mussten, da die Romulaner nicht überstürzt handeln wollten. Außerdem wechselte die Regierung häufiger auf Romulus. So drang 2266 ein romulanisches Schiff in den Grenzbereich der Föderation ein und vernichtete die Außenposten der Sternenflotte dort. Dies konnte deshalb so gründlich erfolgen, weil die Romulaner ihre Tarnvorrichtung verbessert hatten. Als das romulanische Schiff jedoch von der Enterprise beschädigt und von seinem eigenen Kommandanten vernichtet wurde, unterblieben weitere Einsätze innerhalb des Territoriums der Föderation. Im Gegenzug übertrat die Enterprise unter Captain Kirk die Grenze um die Tarnvorrichtung eines der Kreuzer zu stehlen.

Auffällig war, dass in den 2260ern die Kreuzer von Klingonen und Romulanern sich glichen. Die Romulaner sollen den Klingonen im Austausch gegen den Warpantrieb innerhalb der Kreuzer der D7-Klasse die Tarnvorrichtungstechnologie übergeben haben. Dies spricht deshalb dafür, weil zuvor die Klingonen keine Tarnvorrichtung besessen hatten, sondern erst nach diesem Bündnis, und die Romulaner keinen Warpantrieb hatten, sondern in ihren Birds of Preys lediglich Sublichtgeschwindigkeit fliegen konnten. Die Romulaner brachen den Pakt gegen die Föderation mit den Klingonen jedoch. In den 2270ern brach zwischen beiden Bündnispartnern der Krieg aus.

Es dauerte weitere 50 Jahre, bis sich die Romulaner nach dem Vertrag von Algeron 2311, der nach dem Tomed-Zwischenfall unterzeichnet wurde, erneut offen einem Sternenflottenschiff zeigten. Bislang gab es diverse diplomatische Versuche, wie zum Beispiel notgedrungen auf Nimbus III oder auf der Erde Botschafter zu haben, um nicht ganz den Kontakt zu den Völkerbünden zu verlieren. Innerhalb des Dominionkrieges übernahm das romulanische Reich eher die Nichtangriffsrolle und schloss einen Pakt mit dem Gegner. Dies wohl auch, nachdem der mächtige Geheimdienst Tal'Shiar nahezu von den Jem'Hadar im Gamma-Quadranten ausgelöscht wurde. Erst als die Romulaner mittels einer List auf Deep Space Nine durch den "Schneider" Garak in den Krieg hineingezogen wurden, bildete sich eine kurzfristige Allianz.

Die Romulaner verhielten sich nach Kriegsende eher ruhig. Das Reich hat schwere Verluste hingenommen, wie jede andere Macht im Alpha-Quadranten auch. So flüchtete man sich eher in Handelsabkommen und andere Beziehungen, beispielsweise mit den Tholianern. Shinzon, Picards Klon, jedoch riss das Reich an den Rand des Abgrundes, als er unter Zuhilfenahme eines Militärputsches die Macht ergriff und den Senat und den Prätor vernichtete und Romulus mit remanischen Truppen überrannte. Da sich die Enterprise-E innerhalb dieser inneren Angelegenheit zwangsweise in Gefahr begab, war ein kleiner Ölzweig des Friedens in greifbare Nähe gerückt. Und auch unter den erbitterten Feinden, den Klingonen, zeigte sich ein Wandel in den Ansichten, zumindest bei einigen.

Wie bereits erwähnt, verhalten sich die Romulaner anders als die Klingonen. Während die Klingonen einen eher mit dem Messer von Angesicht zu Angesicht erwarten, lächelt einen der Romulaner an und sticht dann das Messer in den Rücken. Heimliche politische Morde sind an der Tagesordnung, Verrat ebenfalls. Dennoch gilt die Pflichterfüllung den Romulanern als heilig. An sich geht es sowohl den Klingonen als auch den Romulanern um Expansion. Beide Spezies wollen die Überhand in der Galaxis gewinnen. Während die Romulaner sich bei "Enterprise" versuchten zurückzuhalten beziehungsweise mehr oder minder erfolgreich nicht in den Vordergrund zu treten, machten es die Misserfolge erforderlich, eine offenere, kriegerische Richtung einzuschlagen, die aber noch mehr missglückte, als es ohnehin schon bei verdeckten Missionen der Fall war. Die Charakterisierung und das durchaus Geheimnisvolle an den Romulanern konnte an der ausgewogenen Darstellung innerhalb von TOS und TNG ein hohes Niveau halten.

Den zweiten Teil dieses Artikels lesen Sie in der nächsten Ausgabe.

Trek-Zone

Wie groß die Unterschiede zwischen den einzelnen Völkern in "Star Trek" wirklich sind, darauf wirft unser Redakteur Christian Freitag einen Blick.


 

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J.J. Abrams und die "Galaxy Quest"-Falle, Teil 2

Der Regisseur erläutert, wie "Star Trek XI" wird − und wie gerade nicht

In einem zweiteiligen Interview mit Geoff Boucher von der "Los Angeles Times" erklärt der neue starke Mann in Sachen "Star Trek", warum es durch Streifen wie "Galaxy Quest" und "Star Wars" schwieriger geworden ist, einen erfolgreichen Trek-Kinofilm zu drehen. Im Gespräch malt Abrams aus, wie "Star Trek" im Spagat zwischen Fanbasis und Zuschauerneulingen seinen eigenen Weg zum Erfolg finden soll.

Los Angeles Times: Glauben Sie, dass Sie die skeptischen Fans zumindest [was ein Nebeneinander der "Star Trek"-Versionen angeht] für sich einnehmen können?

J.J. Abrams: Man sollte meinen, dass gerade Fans von "Star Trek", das ein optimistisches Universum ist, ein Universum, in dem es darum geht zusammenzuarbeiten und um die Möglichkeiten des menschlichen Bestrebens, man sollte meinen, dass Menschen, die diese wunderbare Ausgestaltung der Zukunft und des Universums zu schätzen wissen, dafür offen sein würden, dorthin zu gehen, wo niemand zuvor gewesen ist. Ich bin sehr optimistisch, dass die Fans der Serie, sogar die Streber, den Geist von Roddenberry annehmen werden. Und wenn sie erst einmal die Schauspieler diese herausragende Arbeit abliefern sehen, werden sie das alles verarbeiten können und einfach die Erfahrung genießen.

Mittlerweile ist es zum Klischee geworden zu sagen "wo nie ein Mensch zuvor gewesen ist", weil es schon seit 40 Jahren zu unserem Wortschatz gehört, aber wenn man tatsächlich einmal darüber nachdenkt − und sich in Erinnerung ruft, dass wir auf diesem Planeten leben und wir Geschöpfe sind, die dieses grenzenlose Weltall bewohnen können, und die Technologie wird es unweigerlich irgendwann geben − dann stellt "Star Trek" eine unglaublich anregende Zukunft dar. Wenn man das Klischee überwindet und es echt und themenbezogen macht, dann hat es etwas sehr Aufregendes. Das ist nicht "Star Wars", das vor langer Zeit in einer weit entfernten Galaxie spielt. Das hier sind wir und unsere eigene Zukunft.

Los Angeles Times: Können Sie uns etwas über die Handlung des Films sagen?

Abrams: Der Film dreht sich im Kern um einen Kerl, in dem unglaubliches Potenzial schlummert, der aber ziellos, verloren ist. Er findet schließlich seinen Weg, der ihn weiter führt, als er es je zu träumen gewagt hätte. Das hilft ihm dabei, seine Bestimmung zu finden. Das ist eine großartige Geschichte, in einer jeden Situation, in jeder Kultur. Etwas von dem Geist der Erneuerung, Zusammenarbeit, Möglichkeit, des Abenteuers und Optimismus liegt "Star Trek" inne.

Los Angeles Times: Wie sehr haben Sie sich in die unterschiedlichen Trek-Serien, -Filme, -Bücher und so weiter vertieft, um die Mythologie zu erforschen? Ich stelle mir vor, dass es einen Punkt gibt, nach dem es eher schadet als nützt, das alles durchzuschauen.

 
 

"Ich habe mir viele Folgen der Serien angeschaut, die nach der Classic-Serie kamen, aber da wir uns auf die ursprüngliche Serie konzentrieren, brauchte ich auch nicht jede Folge von DS9, 'Voyager' oder gar 'Enterprise' kennen."


Abrams: Ich habe mir viele Folgen der Serien angeschaut, die nach der Classic-Serie kamen, aber da wir uns auf die ursprüngliche Serie konzentrieren, brauchte ich auch nicht jede Folge von "Deep Space Nine", "Voyager" oder gar "Enterprise" kennen. Aber klar, ich habe mir Folgen angesehen, ich habe viel darüber gelesen, habe mir die Kinofilme angeschaut und habe mit Leuten darüber gesprochen, ob das nun unser Trek-Berater war oder einer unserer zwei Autoren [Alex Kurtzman und Roberto Orci], was es bedeuten würde, das zu machen, was wir machen wollten. Wir haben einen Produzenten, Bob [Orci], der ganz und gar Trekker ist, und mit Bryan Burk einen anderen, der niemals auch nur irgendeine Folge der Serie gesehen hat. Das war ein hervorragender Ausgleich. Wir konnten sicherstellen, dass es sowohl für den äußersten Fan als auch für den letzten Neuling funktioniert und sichergehen, dass es für beide Gruppen gleichermaßen unterhaltsam war.

Los Angeles Times: Es ist seltsam, über Fortsetzungen zu einem Film zu sprechen, der noch nicht einmal im Kino ist, aber Hollywood legt so großen Wert auf starke Marken, dass man das unmöglich ignorieren kann. Also, wenn der Film im Mai den Erfolg hat, den Sie sich wünschen, wie geht es dann weiter?

Abrams: Ich fände es vermessen, schon jetzt davon auszugehen, dass es weitergehen wird − wir sind ja noch dabei, diesen Film fertigzustellen. Ich muss sagen, ich fühle mich, als ob ich gerade beim Mittagessen bin und jemand fragt mich: "Was willst du zum Abendbrot haben?" Ich habe keine Ahnung. Aber die Vorstellung, diese Besetzung und diese Charaktere weiterleben zu sehen und sie auf neue Abenteuer zu schicken − es wäre schade, das nicht zu tun.

Natürlich bräuchte es eine tolle Geschichte dazu. Aber das Schöne an dem, was Roddenberry erschaffen hat, ist, dass es einen solchen Überfluss an Möglichkeiten mit diesen Charakteren gibt und welche Bestandteile der ursprünglichen Serie wir erneut besuchen wollen. Es gibt großartige Möglichkeiten für weitere Geschichten, und ich wäre sehr gern wieder mit dabei. Ob ich Regie führe oder produziere, ob Bob und Alex schreiben, das muss sich ganz offensichtlich noch herausstellen. Paramount will das festzurren, aber wir machen erst mal den ersten fertig.

Los Angeles Times: Ich war von der Szene mit der in der Luft hängenden Plattform begeistert, die Sie in der Vorschau aufs Filmmaterial gezeigt haben. Da schoss einem das Blut durch den Körper, und man sah einen ungebändigten Kampfstil, den wir bisher in keiner Trek-Produktion gesehen haben. Aber Sie haben auch großen Trek-Traditionen einen Platz eingeräumt − Sulu ein Schwert in die Hand gedrückt und ein übereifriges Rothemd das Zeitliche segnen lassen.

Abrams: Oh, cool. Na ja, das war zum größten Teil eine Verbeugung vor dem, was Sulu in der ursprünglichen Fernsehserie gezeigt hat. Einen Film wie diesen zu drehen und Sulu nicht die Möglichkeit zu geben, ein Schwert in der Hand zu halten ... wir mussten das einfach machen. Mir war es auch unglaublich wichtig, dass dieser Film, zusätzlich zur Charakterentwicklung und den klassischen Trek-Auseinandersetzungen und der Chemie zwischen den Charakteren, wirklich das Abenteuer zeigt, das Trek oft versprochen hat, aber für das es nicht immer über die nötigen Mittel verfügte, um es umzusetzen. Wir wollten die visuelle Action, die man immer versprochen hatte, aber von der man bisher nicht die Möglichkeit hatte, sie zu sehen.

Los Angeles Times: Interessanterweise gab man Trek, als man ihm die Mittel im Film von Robert Wise zur Verfügung stellte, ein episches, kosmisches Gefühl, wie "2001: Odyssee im Weltraum" statt dem ausgelassenen Geist der Fernsehserie.

Abrams: Das ist interessant. Doug Trumbull hat die visuellen Effekte für den Trek-Film und auch für "2001" erstellt, das hat man gespürt. Das war sicherlich ein langsameres, episches Gefühl. Es ist ein langsamer Film, aber einige Leute mögen ihn.

Los Angeles Times: "Star Wars" oder "Star Trek" ist für Sci-Fi-Fans eines bestimmten Alters eine Frage wie Beatles oder Stones. Sie haben gesagt, sie wollen Ihre Trek-Neubelebung mit ein paar Lektionen anreichern, die Sie aus dem George-Lucas-Universum gelernt haben. Können Sie uns etwas darüber verraten?

Abrams: Ich bin einfach ein "Star Wars"-Fan. Als Kind hat mir "Star Wars" wesentlich besser gefallen als "Star Trek". Wenn man sich die letzten drei "Star Wars"-Filme anschaut, und was die Technologie da möglich gemacht hat, haben sie so viel abgedeckt, was Aussehen, Orte, Charaktere, Außerirdische, Schiffe angeht. Viel von dem Schauspiel ist also gelaufen und es scheint, als sei jeder Aspekt abgedeckt, ob es nun Geographie oder das Entwerfen einer Kultur ist oder Wettersysteme oder Charaktere oder Schiffstypen. All das gab es in den Filmen schon. Die Herausforderung, "Star Trek" zu machen − ungeachtet der Tatsache, dass es schon vor "Star Wars" existierte − ist, dass wir ganz klar im Schatten dessen stehen, was George Lucas gemacht hat.

 
 

"Bleibe den Charakteren so treu wie möglich, bleibe so echt und gefühlvoll und so aufregend wie möglich und lass dich nicht von dem Schreckgespenst dessen einschüchtern, was der 'Star Wars'-Film erreicht hat."


Los Angeles Times: Wie übertrifft man das?

Abrams: Wichtig ist, dass man nicht versucht, es zu übertreffen, weil man damit nicht gewinnen kann. Diese Filme sind so außergewöhnlich gemacht, dass der Schlüssel für "Star Trek" für mich darin lag, das Ganze umzudrehen: Bleibe den Charakteren so treu wie möglich, bleibe so echt und gefühlvoll und so aufregend wie möglich und lass dich nicht von dem Schreckgespenst dessen einschüchtern, was der "Star Wars"-Film erreicht hat.

Zum Beispiel mussten wir deutlich machen, dass es in diesem Universum Außerirdische gibt, aber ich wollte nicht, dass in jeder Szene vier neue mehrfarbige Charaktere auftauchen. Das hat "Star Wars" so gut hingekriegt mit seinem außergewöhnlichen Design der Wesen. Die Frage ist, wie man geschickt die Idee einführen kann, dass es hier unterschiedliche Spezies gibt. Und das auch anders zu machen als die Fernsehserien, wo dann jemand mit einer Maske auf einem Stuhl saß. Darin lag die Ausgewogenheit: zu tun, was die Geschichte von uns verlangte, aber nicht das Gefühl aufkommen zu lassen, als ob wir abkupfern wollten oder das übertreffen, was Lucas gemacht hat.

Los Angeles Times: Das ist eine Herausforderung. Eine frühe Szene in Ihrem Film spielt in einer gut gefüllten Bar, Musik ist zu hören und Ihr unreifer junger Held kommt herein, stößt mit Außerirdischen an und gerät in eine Schlägerei. Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass ein Teil der Zuschauer da an die Wirtshaus-Szene aus "Star Wars" denken wird...

Abrams: Die Wirtshausszene ist natürlich eine der klassischen Szenen in "Star Wars" und sie war eine wunderbare Einleitung, wie erstaunlich, wie mannigfaltig und voller Möglichkeiten dieses "Star Wars"-Universum sein würde. In den späteren Filmen, besonders den drei letzten, haben so viele Szenen dieses Gefühl, dass sie die Welten einfach immer weiter erweitern. Da habe ich sicherlich den Druck gefühlt: "Oh Gott, sie haben wirklich schon alles gemacht." Die Herausforderung ist, wie man es hinkriegt, dass es sich echt und bedeutungsvoll anfühlt und nicht so, als ob wir von jemand anderem klauen. Das war einfach eine unserer Herausforderungen.

Was erwarten Sie vom neuen Film? Sagen Sie Ihre Meinung und schreiben Sie uns an leserbriefe@trekzone.de!

Trek-Zone

"Star Trek", das sei fortan (auch) für neue Fans, wird J.J. Abrams nicht müde zu betonen. Wie genau er sich sein "Star Trek" vorstellt, lesen Sie in dieser Interview-Übersetzung von Henning Koonert.


 

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Ein Schritt in die Zukunft

... ist immer auch ein Blick in die Vergangenheit

Selten war wieder so viel los im Fandom wie in diesen Tagen. Der kommende "Star Trek"-Film mit seinem angepeilten Start Anfang Mai brachte wieder Leben in das leiser getretene Universum, das aus Gene Roddenberrys Vision vor nun mehr als 40 Jahren entstand. Fünf Serien − sechs, wenn man die animierte Serie der 70er-Jahre mit einbezieht −, zehn Filme, einige Videospiele und eine scheinbar schiere Menge an Büchern, sowohl Romane als auch Sachbücher, sponnen die Geschichten Jahr für Jahr weiter und lieferten Hintergründe zum dem ständig expandierenden Franchise.

Das Jahr 2009 stellt dabei einen neuen Höhe- und für viele ebenso einen Wendepunkt dar, denn es wird sich zeigen, ob "Star Trek" weiterhin konkurrenzfähig bleiben kann und in der modernen Welt des Showbusiness bestehen wird. Nicht etwa durch Anpassung und Nachahmung der momentan vorherrschenden Tendenz, das Dunkle der menschlichen Natur in den Mittelpunkt zu stellen, sondern seine Wurzeln zu respektieren und wieder ein Leuchtfeuer zu sein, für ein humanes Weltbild und einen zukunftsweisenden Optimismus, der teilweise auch wieder bitter nötig ist.

In vielen Diskussionen innerhalb des Fandoms wird bei nur allzu erhitzten Momenten − gerade über die verschiedenen Seriengenerationen hinweg − gerne das Argument verwendet, man solle doch Ruhe bewahren, schließlich handle es sich doch um eine fiktive Welt; eine Aussage, die in ihren Grundfesten dabei natürlich auch völlig richtig ist.

Aber − und jetzt kommt mein Einwand:

Gerade die klassische Serie hatte einen ungeheuren Einfluss auf ihre Generation. Unzählige entdeckten durch die Abenteuer des wagemutigen James T. Kirk, des kühlen Mr. Spock und des temperamentvollen Dr. McCoy ihre Liebe zu den Sternen, zur Forschung und der Diplomatie an sich. Aus dem Kreis der Fans erwuchsen Mitarbeiter der NASA, Politiker, Schriftsteller und Wissenschaftler − alles Personen, die versuchen, ihre eigenen und die Grenzen der Menschheit zu erweitern, die Gesellschaft, in der sie leben, zu gestalten und einen positiven Beitrag in ihr zu leisten. Alles gar nicht so schlecht für eine Serie, die nur auf ach so fiktiven Elementen beruht.

"Star Trek" war aber immer noch mehr als ein optimistischer Grundgedanke, es war auch immer ein Spiegel seiner jeweiligen Zeit. Der erste Kuss zwischen einem weißen Mann und einer Afroamerikanerin, ein Versöhnungsangebot in die Richtung eines alten Feindes, ein Kuss zweier Frauen, die Auswirkungen eines hinterhältigen Angriffes sind nur einige der Beispiele, die sich hier dafür finden lassen. Können Sie sich noch an die Geschichten erinnern, die damit zu tun hatten − sowohl in der Realität als auch in der jeweiligen filmischen Umsetzung?

40 Jahre sind eine lange Zeit. Viel zu viel für einen begrenzten Platz und daher bildet dieser Prolog nur eine Einleitung für eine Artikelserie, die in den kommenden Ausgaben die jeweiligen Jahrzehnte der "Star Trek"-Historie beleuchten und auch Bezug auf die geschichtlichen Ereignisse, die dahinter standen, nehmen wird. Ich lade Sie daher ein, uns auf dieser Reise zu begleiten, auf eine Reise in die Welt, welche uns alle zu den Sternen hinaufblicken lässt und die tief in die Fäden, die uns alle miteinander verbinden, eingewoben ist.

Weiter geht es in der kommenden Ausgabe!

Trek-Zone

Lassen Sie sich mitnehmen auf eine Reise in die "Star Trek"-Historie! Eine Artikelserie von Christian Vajda.


 

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Zwischen Menschlichkeit und Unsterblichkeit

Ein philosophischer Exkurs

Unsterblichkeit − unbegrenztes Leben in spiritueller und physischer Form. Was bedeutet, dass der Körper nicht mehr altert, nicht mehr krank wird und der Geist keine Demenz erfährt noch in Unstabilität gerät. Leben auf ewig und erleben bis in alle Ewigkeit. Das ist der Wunsch vieler und der Traum der Mächtigen.

Das Wort "unsterblich" wird meist verwendet, wenn es um Grenzen geht, oder wenn gezeigt werden soll, dass etwas unbeschreiblich stark ist − wie die Liebe. Nicht umsonst heißt es "Ich bin unsterblich in dich verliebt" oder "Liebe bis in alle Ewigkeit". Die Frage nach dem, was wäre, wenn Unsterblichkeit wahr wäre und die Liebe zu einer Person, einem Wesen, ewig währen könnte, ist spekulativ und doch interessant. Eine Antwort aber kann darauf nur jeder für sich selbst finden.

Der Alterungsprozess, die Anfälligkeit für Krankheiten und die Angreifbarkeit unseres Geistes trennen uns von dem Leben auf Ewigkeit. Doch solange Menschen sich bekriegen − wegen des Glaubens, wegen Meinungen und wegen Macht und vielen anderen Kleinigkeiten −, ja, solange ist es nicht wert zu leben ohne zu sterben. Oder ist es im Sinne aller, dass der Krieg ewig währt? Wenn keiner stirbt, trotz Gewalteinwirkungen, wo endet dann das Spiel? Wo endet letztlich der Mensch? Ein Amoklauf und keine Toten, ein Krieg und keine Opfer, Menschen mit Macht und Menschen ohne Macht, Täter und Bedrohte, sie alle wären gleich, hätten die gleichen Chancen. Vermutlich ist am Ende der Unsterbliche ein Verrückter. Und der Planet Erde trägt den Ruf als "unsterblich verrückter Himmelskörper" in die Weiten des Universums. Er bleibt für sich und allein, ausgeschlossen aus der Konferenz der anderen Galaxienvölker.

Wäre letztlich die Unsterblichkeit ein Fluch? Zumindest für den Menschen und solange es ihn gibt? Vielleicht nicht, wenn die Vernunft einen Sieg davonträgt. Aber wenn dem so ist, wird dann nicht auch der Mensch einsehen, dass Unsterblichkeit für ihn nicht das Ziel sein soll? Dass potenzielle Unsterblichkeit ausreichend ist?

Wenn der Körper verfällt und die Seele fortzieht, dann bleibt eine Erinnerung zurück, Andenken namens Erbstücke und Kinder, in denen das eigene Blut weiterfließt. Oder ein Buch, eine besondere Tat, ein Film − irgendetwas wird jeder Mensch zurücklassen. Und manches einen Weg finden, auf eine besondere Weise Unsterblichkeit zu erlangen. Unsterblichkeit für die Zeit, die der Mensch existiert oder sich andere Lebensformen für ihn interessieren. Solange er in Schriften, Büchern und Erzählungen lebt und weiterreist.

 
 

Die Menschen sollten endlich lernen, andere Kulturen objektiv zu betrachten. Damit sie wissen, wann sie sich einmischen sollten und wann nicht.


Und wenn man einen Blick auf "Star Trek" wirft, so sieht man, dass nicht unbedingt Unsterblichkeit Unsterblichkeit ausmacht, sondern eher die Taten, die man vollbringt und der Name, den man sich macht − unter Kollegen, Feinden, unter denkenden und handelnden Wesen.

Menschlichkeit. Sie umfasst Gutes wie Böses, Taten, Sichtweisen und Eigenschaften und findet ihre Bedeutung in einer neutral-sachlichen Sichtweise. Manchmal wird damit auch eine Wertvorstellung, ein Standpunkt beschrieben. Und selbst Sprichwörter beinhalten diesen Begriff, zeigen seine Bedeutung: "Irren ist menschlich." "Ein Mensch fühlt sich oft wie verwandelt, sobald man menschlich ihn behandelt." (Eugen Roth). "Höflichkeit ist die Blüte der Menschlichkeit. Wer nicht höflich genug ist, ist auch nicht menschlich genug." (Joseph Joubert). Selbst in der Zukunft wird Menschlichkeit eine Bedeutung haben, wenn wir Serien, die sich mit dem Zeitalter, in dem der Mensch das Universum durchstreift, vertrauen können: "Die Menschen sollten endlich lernen, andere Kulturen objektiv zu betrachten. Damit sie wissen, wann sie sich einmischen sollten und wann nicht." (T'Pol, "Enterprise"). "Nur weil wir aus verschiedenen Welten stammen, heißt das bestimmt nicht, dass wir uns nicht mögen können." (Michael Sullivan, Barkeeper-Hologramm der U.S.S. Voyager). Nun aber genug zitiert, die Menschlichkeit dürfte nun klar vor Augen liegen.

Und um den Bogen von der Menschlichkeit wieder zur Unsterblichkeit zu spannen − oder auch andersherum −, stellt sich die Frage, wie passen die beiden zusammen? Gehören sie etwa zusammen? Gegensätze ziehen sich bekanntlich an. Doch in die Gegenwart haben es die beiden Begriffe hier noch nicht gebracht. Zwar zieht die Unsterblichkeit den Menschen an, doch anders herum ... wie es scheint, ist das bisher fehlgeschlagen. Oder verhalten sich diejenigen, die mehr darüber wissen, einfach nur still und leise? Unauffällig und verborgen? So wie es eine bestimmte Vampirfamilie namens Cullen in "Twilight" versucht: Vampire, die wie Teenager aussehen und in Wahrheit schon mehrere hundert Jahre alt sind, lassen sich immer wieder unter neuen Namen in der High School eintragen.

Also, sehen Sie sich die "Menschen", die an Ihnen vorbeiziehen, in Zukunft genauer an. Vielleicht läuft ja genau jener, der das Geheimnis der Unsterblichkeit kennt, gerade an Ihnen vorbei. Sie würden sich ärgern, wenn Sie später am Himmelstor davon erführen. Sehen Sie tief in die Augen, denn in ihnen ist bekanntlich das wahre Alter zu erkennen und die Weisheit. Und dann ... seien Sie mutig. Denn wenn Sie nur einen Funken Menschlichkeit besitzen, werden sie Ihnen freundlich gesinnt sein. Und bekanntlich ist jedes Lebewesen froh über Kontakt, gerade die Einsamen, die unter sich bleiben müssen. Schaffen Sie Vertrauen und finden Sie so einen Weg zur Unsterblichkeit. Und falls es Ihnen gelingt, so schreiben Sie mir bitte. Ich wäre unsterblich dankbar...

Trek-Zone

"Star Trek" und die Unsterblichkeit − ein Artikel von Markus Kürzinger.


 

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Die Ereignisse des Monats

April 2009

Die Trek-Highlights der nächsten vier Wochen im Überblick, zusammengestellt von Peter Schipfmann.

Trek-Kalender

 
 

Montag

 

Dienstag

 

Mittwoch

 

Donnerstag

 

Freitag

 

Samstag

 

Sonntag

 
 
           01.April    02.April    03.April    04.April    05.April  
         

Comic
Al McWilliams u.a.:
"Star Trek: The Key Collection − Volume 6"
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   06.April    07.April    08.April    09.April    10.April    11.April    12.April  
       

DVD
"Star Trek: Raumschiff Enterprise − Remastered: Staffel 1"
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Comic
Howard Weinstein u.a.:
"Star Trek Comics Classics: Convergence"
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   13.April    14.April    15.April    16.April    17.April    18.April    19.April  
 

Geburtstag
Ron Perlman
(Viceroy)

 

Roman
Peter David:
"Star Trek: New Frontier − Treason"
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   20.April    21.April    22.April    23.April    24.April    25.April    26.April  
 

Geburtstag
George Takei
(Hikaru Sulu)

             
   27.April    28.April    29.April    30.April              
 

DVD & Blu-ray
"Star Trek: Movies 1−6"
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Blu-ray
"Star Trek: Raumschiff Enterprise − Remastered: Staffel 1"
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Roman
Dayton Ward, Kevin Dilmore:
"Star Trek: Vanguard − Open Secrets"
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Comic
Mike Johnson u.a.:
"Star Trek: Countdown" (deutsch)
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Comic
Mike Johnson u.a.:
"Star Trek: Countdown" (englisch)
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Geburtstag
Kate Mulgrew
(Kathryn Janeway)

               
 


 

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Superhelden am Abgrund

Warum die "Watchmen" zu überzeugen vermögen

"Who watches the Watchmen?" Dieser Tage kann man wohl mit Gewissheit antworten, sehr viele Kinogänger. Einer der unumstrittenen Comic-Klassiker hat nach langen Jahren einer unglaublich komplizierten Produktionsgeschichte endlich seinen Weg auf die Leinwand gefunden. Über die Entstehung des Films könnte man vermutlich selbst wiederum ein abendfüllendes Drama drehen.

Die Comic-Vorlage von Alan Moore und Dave Gibbons von 1986 und 1987 ist praktisch die Geburt der "Graphic Novel", des Erwachsenencomics. Zwischen den einzelnen Kapiteln des Buches sind einzelne Seiten aus Büchern, Zeitungsartikeln und Regierungsdossiers zu finden, die den Leser in die sehr tief verwurzelte Mythologie der Geschichte entführen. Der Comic spiegelt die sozialen und politischen Verhältnisse der 1980er-Jahre wider. In einem Paralleluniversum, in dem kostümierte Helden dem Verbrechen den Kampf angesagt haben, haben erhebliche soziale Veränderungen stattgefunden.

Anders als in den Storys über Superman und Spider-Man ist die Welt von "Watchmen" aus den Fugen geraten, nachdem die selbsternannten Wächter das Recht in die eigene Hand genommen haben. Unruhen, politische Auseinandersetzungen, gar der Verlauf des Vietnamkrieges sind Folgen des Handelns dieser Superhelden. Zu alledem ist keiner der Watchmen mit sich im Reinen. Emotionale Abgründe, schwere Schicksale und Tragödien zeichnen jeden einzelnen. Wer Batman für einen finsteren Gesellen hält, dem fehlen für die meisten dieser Figuren wohl schlicht die Worte.

 
 

Rorschach, der seine Uniform aufgrund eines Superhelden-Banns der amerikanischen Regierung nicht an den Nagel gehängt hat, versucht, seine alten Weggefährten zu mobilisieren.


Entsprechend ernst und schonungslos geht es zur Sache, und Jack Snyders Verfilmung transportiert sowohl die Intelligenz als auch Brutalität des Ausgangsstoffes. Vordergründig ist "Watchmen" eine Kriminalgeschichte und ein Endzeit-Thriller. Der Film beginnt, wie das Buch, mit dem Mord an Edward Blake, auch bekannt als der Comedian. Die Enträtselung des Falles, der unmittelbar im Zusammenhang mit dem unausweichlich bevorstehenden Nuklearkrieg zwischen den beiden Supermächten USA und UdSSR steht, ist allerdings nur das Vehikel für eine Parabel auf die amerikanische Seele.

Rorschach, der einzige der Watchmen, der seine Uniform aufgrund des Keene-Act, einem Superhelden-Bann der amerikanischen Regierung, nicht an den Nagel gehängt hat, rollt den Fall auf und versucht dabei, seine alten Weggefährten zu mobilisieren. Allen voran Dr. Manhattan, dem einzigen echten Supermann. Der jedoch entgleitet seit seiner Transformation in ein gottgleiches Wesen immer weiter menschlichen Normen und Maßstäben. Seine Geliebte, Laurie Juspeczyk alias Silk Specter, führt ein Dasein als Marionette und letztes Kontrollmittel der US-Regierung über Dr. Manhattan. Als Kind einer Heroine in die Fußstapfen ihrer Mutter gezwungen, war sie mehr als froh, das hautenge Latexkostüm von Staatswegen in den Schrank zu hängen.

Dann gibt es noch Rorschachs ehemaligen Partner Dan Dreiberg (Night Owl II), der seit dem Keene-Act ein unerfülltes gewöhnliches Leben führt, sich aber nicht aufraffen kann, wieder in den "aktiven Dienst" zurückzukehren. Und, last but not least, den Multimilliardär und klügsten Mann der Welt, Adrian Veidt, der seine Identität als Ozymandias gelüftet und mit seiner Person im Zentrum ein schier unermessliches Firmenimperium geschaffen hat.

Zur großen Freude des Comickenners hat Regisseur Snyder nicht nur die bunten Bildchen und Sprechblasen der Vorlage adaptiert, sondern auch das Hintergrundmaterial aus den kurzen Prosa-Passagen dazwischen geschickt über den Film verteilt. Zudem traut sich Snyder auch, die Mythologie treffsicher und stimmungsvoll zu erweitern.

So ist schon allein der Vorspann für alle Kenner das Buches ein wahres Fest. Er etabliert zum Beispiel Edward Blake als Heckenschützen bei der Ermordung John F. Kennedys und zeigt Dr. Manhattan auf dem Mond, wie er Neil Armstrongs Landung fotografiert. Während des ganzen Films kann man auf Fernsehern für die 1980er-Jahre typisches Fernsehprogramm sehen, das die Lage der Welt am Abgrund nachdrücklich ins Gedächtnis ruft.

Weniger gelungen ist Synder die Integration der zwölf Buchkapitel in einen abendfüllenden Film. Während der Comic sich ein Kapitel lang auf den inneren Monolog einer Figur konzentrieren kann, um im nächsten übergangslos in einer anderen Perspektive fortzufahren, erweckt dies im Film den Eindruck der Inkonsistenz. So hätten die Tagebucheinträge Rorschachs durchaus als Erzählrahmen dienen können, was sie auch in der Romanvorlage tun. Stattdessen verteilt Snyder sie scheinbar wahllos im Film. Ähnliches passiert auch bei der Beerdigung Edward Blakes. Während Snyder sich Mühe gab, die zahlreichen Flashbacks der Vorlage geschickt in den Vorspann und in den normalen Erzählfluss des Films zu integrieren, lässt er an dieser Stelle exakt wie im Buch drei unverbundene Einzelepisoden nacheinander über die Leinwand huschen.

Dagegen bewies Snyder echtes Genie bei der Modernisierung der Rahmenhandlung. Während sich der Comic neben dem Mordkomplott vor allem mit der Bedrohung durch die atomaren Supermächte und einem potenziellen dritten Weltkrieg auseinander setzt, münzt der Film eben dieses Setting um, dass es für das beginnende 21. Jahrhundert kaum aktueller sein könnte. Der Film setzt die Kriegsgefahr in den Kontext der bevorstehenden Energiekrisen. Während in der Comic-Handlung Dr. Manhattan bereits die Energieprobleme der Menschheit gelöst hat, ist er im Film erst gerade dabei, mit Veidt an einer neuen Energiequelle zu forschen. Die beiden hoffen, durch die Lösung der Energiekrise den Kampf der Supermächte überflüssig zu machen, jedoch läuft ihnen angesichts der Apokalypse die Zeit davon. Dadurch hat Snyder dem Film auch ein runderneuertes Finale spendiert, das sich ganz wunderbar in die Geschichte einfügt.

 
 

Real- und CG-Szenen gehen fließend ineinander über. Man kann sich im wahrsten Sinne des Wortes in einem Bildermeer verlieren.


Was den Film ebenfalls deutlich vom Buch absetzt, ist die Musikkulisse. Simon & Garfunkel, Bob Dylan und Jimi Hendrix sind zu hören. Über ein Dutzend epochenspezifischer Stücke schmücken das Leinwandepos. Oftmals sagenhaft stimmungsvoll, manchmal jedoch auch in zu schnellem Wechsel und Kontrast. So folgt kurz auf "The Sound of Silence" Nenas "99 Luftballons". Dennoch ist der Soundtrack alles in allem überdurchschnittlich und lässt die 80er-Jahre auf ganz andere Art wieder auferstehen, als das Bilder allein leisten könnten.

An Letzteren kann man sich allerdings kaum satt sehen. Die visuelle Welt, die Snyder für "Watchmen" geschaffen hat, ist wie aus einem Guss. Real- und CG-Szenen gehen fließend ineinander über. Man kann sich im wahrsten Sinne des Wortes in einem Bildermeer verlieren. Satte Farben gepaart mit liebevollen Details, wahre Visionen neben profanen Stillleben − alles passt zusammen.

Bleibt noch die Jugendfreigabe zu diskutieren. Denn die halte ich, gelinde gesagt, für bedenklich. Diesen Film würde ich keinem Jugendlichen und auch nicht jedem Erwachsenen ohne deutliche Warnung zumuten wollen. Wenn zum Beispiel Dreiberg und Juspeczyk in einer Seitengasse von einer Straßengang angegriffen werden, brechen nicht nur Knochen, sondern direkt ganze Gliedmaßen, während allerlei Körperflüssigkeiten über den Bildschirm spritzen. Rorschach indes kann man zusehen, wie er wiederholt mit einem Metzgerbeil den Schädel eines seiner Opfer spaltet, während Dr. Manhattans Gegner einfach unvermittelt explodieren und ihre Organe über die Leinwand regnen. Der Nutzen dieser Exzesse für die Filmhandlung ist derweil gleich Null, stattdessen sind sie sich und ihrer perfekten Inszenierung Sinn und Zweck genug. Im Gegensatz zur stilistisch sicheren und ironischen Überzeichnung von Bluteffekten in Snyders "300" scheint hier nur profane Skandallust Maßstab aller Dinge gewesen zu sein.

Das mag zwar in Zeiten, in denen geschmacklose Perversionen wie "Saw" gesellschaftsfähig werden, dem abgehärteten beziehungsweise durch dauerhafte Beschallung mit Gewaltvisionen emotional verkrüppelten Zuschauer nur noch ein müdes Lächeln abringen, aber in den Händen Kinder und Jugendlicher hat dieser Film absolut nichts verloren. Die Altersfreigabe ab 16 ist ein Armutszeugnis für die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft.

Alles in allem ist Zack Snyder die fast perfekte Verfilmung des mehrfach so bezeichneten unverfilmbaren Stoffes gelungen.

SF-Zone

"Watchmen" ist ein 1986/87 erschienener Comic von Alan Moore und Dave Gibbons. Lange Zeit galt das Werk als unverfilmbar. Ob sich ein Kinobesuch lohnt, lesen Sie hier in einer Kritik von Christopher Kurtz.


 

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Wenn ein Jules-Verne-Buch Realität wird

Kinokritik zur "Reise zum Mittelpunkt der Erde"

Angesichts der phantastischen Inhalte der Jules-Verne-Bücher war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis diese entsprechend dem aktuellen Technikstand neu verfilmt werden würden. Seit dem 5. März ist nun die "Reise zum Mittelpunkt der Erde" in den deutschen Kinos, und als Freund von Klassikern darf man sich dieses Kinoereignis natürlich nicht entgehen lassen.

Inhalt

Der Geologe Trevor (Brandon Fraser) stößt im Erbe seines verschollenen Bruders auf den Jules-Verne-Klassiker "Reise zum Mittelpunkt der Erde", der mit erstaunlichen Notizen versehen ist. Zusammen mit seinem Neffen Sean und der Bergführerin Hannah macht er sich auf die Suche nach seinem Bruder, dessen Spuren die drei zu einem Vulkan auf Island führen. Durch eine Verkettung von Zufällen stoßen sie immer tiefer in den Vulkan vor, bis sie schließlich einen Schacht bis zu einer gigantischen Höhle im Erdinneren hinabstürzen, die mit gewaltigen Pilzen, fluoreszierenden Vögeln, Dinosauriern und fleischfressenden Pflanzen bevölkert ist. Offensichtlich war Jules Vernes Roman keine Science-Fiction, sondern ein Tatsachenbericht.

Kritik

Statt ein banales Remake abzuliefern, wird der Stoff auf kreative Art neu erzählt und der Roman in die Handlung eingebunden. Das erweist nicht nur Jules Verne Respekt, sondern könnte den einen oder anderen vielleicht sogar dazu bewegen, wieder einmal ein Buch in die Hand zu nehmen. Die Story ist rasant und witzig, ohne dabei jedoch ins Lächerliche abzugleiten. Zwar gibt es einige Logiklücken und so manche Situation hätte eigentlich tödlich verlaufen müssen, dies kann man jedoch angesichts des Zielpublikums nachsehen. Zudem ist der Film wohl eher in den Bereich Fantasy als Science-Fiction einzuordnen.

Dass manche Fahrt etwas zu rasant erscheint, mag daran liegen, dass der Streifen für 3D-Kinos gedreht wurde und die entsprechenden Effekte auf einer normalen Leinwand daher etwas zu viel des Guten wirken. Wer ihn sich in einem 3D-Kino ansieht, ist hier also klar im Vorteil, obwohl er auch in einem regulären Kino sehenswert bleibt. Die komplett digital gedrehten Bilder sind einfach atemberaubend und in Sachen Spezialeffekte setzt "Reise zum Mittelpunkt der Erde" Maßstäbe.

Angenehm fällt ebenfalls auf, dass sich das Product Placement auf einige Einstellungen zu Beginn beschränkt. Im Mittelpunkt der Erde gibt es keine Konsumtempel, und so wird man von weiterer nerviger Werbung größtenteils verschont.

Alles in allem bleibt einem die "Reise zum Mittelpunkt der Erde" positiv im Gedächtnis, wobei vor allem der Humor und die faszinierenden Landschaften hervorstechen. Wer einen wissenschaftlich ernsthaften Film erwartet, wird wohl enttäuscht werden, aber alle Abenteuerfans dürften das Kino mehr als zufrieden verlassen.

SF-Zone

Und wieder locken die Kinos mit einer Neuverfilmung. Ob Sie sich auf die "Reise zum Mittelpunkt der Erde" begeben sollen, lesen Sie in einer Kritik von Shinzon Darhel.


 

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Flucht in die russische Unterwelt

Rezension zum Bestseller "Metro 2033"

Dimitry Glukhovsky heimst viel Lob mit seinem Debütroman "Metro 2033" ein. Ich war zu neugierig, um diesen Titel im Regal stehen zu lassen.

Der Protagonist, Artjom, hat ein ganz besonderes Zuhause: Er wohnt in einer U-Bahn-Station der Moskauer Metro. So wie etwa 20.000 andere Menschen, denen es gelang, der feindlichen, atomar verseuchten Oberwelt zu entfliehen. Die Geschichte spielt im Jahr 2033, seit einigen Jahrzehnten liegt die Welt in Trümmern. Die Menschheit hat sich in verschiedene Subkulturen gespalten, die einzelnen Stationen bilden nahezu isolierte Lebensräume, die durch Tunnel voneinander getrennt sind. An den Berührungspunkten kommt es zu Konflikten. Nazis treffen auf Kommunisten, Christen auf Satansanhänger. Alle Stationsbewohner haben jedoch eines gemeinsam: Die Alten von ihnen können sich nur noch vage an die Oberwelt erinnern. Werte sind verzerrt, Rituale den Gegebenheiten der dunklen Tunnel und Schächte angepasst. Die Währung der Metro heißt "Munition".

Artjom wird von einem Stalker − so werden diejenigen genannt, die in Schutzanzügen auf die Oberwelt gehen, um Konserven, Munition und andere Gebrauchsgegenstände zu holen − auf eine wichtige Mission geschickt. Er soll ans andere Ende des Metrosystems reisen, um einem anderen Stalker eine Nachricht zu übermitteln. Ein Auftrag, der ihn das Leben kosten kann, so viel ist Artjom von Anfang an klar. Mehr aber auch nicht, denn um die weit verzweigten Tunnel ranken sich zahlreiche Gerüchte. Artjom, der sich schon lange nach dem Sinn seiner Existenz in Dunkelheit und Gefahr fragt, erhofft sich Antworten auf die Fragen, die ihn quälen. Auf seiner Reise gerät er von einer bedrohlichen Situation in die nächste, lernt die verschiedensten Menschen kennen und zieht weiter − immer mit dem Ziel vor Augen, seinen Auftrag zu erfüllen. Von der atomaren Strahlung mutierte Wesen stellen das geringste Hindernis dar.

Eigentlich handelt es sich bei "Metro 2033" um einen Fantasyplot: Ein Held muss die Welt retten, in diesem Fall die Metro. Denkt man zuerst. Der russische Autor belehrt den Leser jedoch bald eines Besseren. Einfach alles an diesem Werk ist außergewöhnlich. Die Charaktere, die besonders schnörkellos gezeichnet sind, das Umfeld und nicht zuletzt der Pragmatismus, mit dem die Bewohner der Metro ihr Leben meistern (müssen). Es wirkt echt und mehr als ein Mal lief mir ein Schauer über den Rücken, weil ich mich schäbig fühlte, als ich mit Artjom über Rattenkadaver stolperte und verdorbenes Wasser trank. Glukhovsky versteht es überaus gut, den Leser mitzunehmen, ihn in eine Welt zu stoßen, in der es alles gibt, nur kein Mitleid. Das Ende ist für den aufmerksamen Leser keine Überraschung, bietet aber ein Highlight − alles deutet auf einen zweiten Teil hin.

Weiterführende Links

  • Amazon.de: "Metro 2033"
    Die Bestellmöglichkeit zum Roman von Dimitry Glukhovsky.

  • SF-Zone

    Die "Moscow Times" betitelt "Metro 2033" als das "Buch des Jahres". Was unsere Redakteurin Christiane Gref davon hält, lesen Sie hier.


     

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    Area 51

    Die Geheimnisse von Dreamland

    Area 51 ist über die Ufo-Szene hinaus ein bekannter Begriff und steht sinnbildlich für die Vertuschung durch den militärisch-industriellen Komplex. Erwähnung findet diese Basis in zahlreichen Science-Fiction-Produktionen wie zum Beispiel "Independence Day", und es gibt sogar ein PC-Spiel namens "Area 51", welches so ziemlich jeden Mythos aufgreift, der sich um Ufos und Aliens rankt. Doch was steckt wirklich hinter Area 51?

    Zunächst einmal ist die Existenz des Testgeländes in der Wüste Nevadas ein Fakt. Zwar bestätigt die US-Regierung die Existenz von Area 51 nicht, doch die Absperrung des Testgeländes sowie zahlreiche Satellitenaufnahmen haben das Geheimnis längst gelüftet. Bei Google Earth kann sich heute jedermann jedes einzelne Gebäude auf dem Gelände ansehen.

    Area 51, auch Dreamland genannt, liegt zirka 110 Kilometer nordwestlich von Las Vegas in einem ausgetrockneten Salzsee, dem Groome Lake, der von den Groome- und Papoose-Gebirgszügen eingerahmt wird. Der nächstgelegene offizielle Militärstützpunkt ist die Nellis Airforce Base. Das geheime Testgelände in Groome Lake, dessen offizielle Bezeichnung unbekannt ist, gehört zur einen Hälfte der Airforce und zur anderen dem Rüstungskonzern Lockheed Martin. Zu den inzwischen bekannten Entwicklungen aus Area 51 gehören unter anderem der Stealth-Bomber sowie zahlreiche weitere hoch entwickelte Flugzeuge und Drohnen.

    So weit die offizielle Geschichte. Und wo kommen jetzt die Ufos ins Spiel? Wer einmal in der Nähe des Geländes gewesen ist, dürfte bereits eigene Ufo-Sichtungen gemacht haben. Für die Anwohner naher Gemeinden bis hin zu Las Vegas gehören Ufos sogar schon zum Alltag. Es gibt zahlreiche Videoaufnahmen, darunter auch von Fernsehteams aus aller Welt, die Testflüge von ungewöhnlichen Flugvehikeln zeigen. Sogar bei Google Earth sind auf einigen Aufnahmen deutlich runde Flugobjekte zu erkennen, wie auf diesem Bild hier.

     
     

    Ufo-Sichtungen gibt es bereits seit der Steinzeit.


    Viele Leute gehen mittlerweile davon aus, dass die US Airforce Flugscheiben besitzt. Entwicklungsprogramme wie "Project Silverbug" gehören keineswegs der Vergangenheit an, sondern sind hochaktuell. Das unglaubliche Flugverhalten der Testobjekte sowie deren Geräuschlosigkeit sprechen ebenso dafür, dass das US-Militär bereits über Antigravitationstechnologie verfügt. Und tatsächlich haben weltweit mehrere Forschungsinstitute und Firmen erhebliche Fortschritte in der Antigravitation gemacht, die bereits veröffentlicht wurden.

    Doch sind dies nun irdische Entwicklungen, mit denen sämtliche Ufo-Sichtungen wegerklärt werden können? Mit Sicherheit nicht! Ufo-Sichtungen gibt es bereits seit der Steinzeit. Sie wurden in Höhlenmalereien festgehalten, bei den Römern waren sie als "fliegende Schilde" bekannt, und auch in allen anderen Epochen wurde von unglaublichen Himmelsphänomenen bis hin zur Airship-Welle in den 1890ern berichtet. Sofern in Area 51 also nicht auch noch eine Zeitmaschine herumsteht, ist ein Großteil des Ufo-Phänomens nur durch eine außerirdische Präsenz zu erklären.

    Und dank der Aussagen von Seargant Clifford Stone vor dem National Press Club 2005 wissen wir, dass es neben dem Roswell-Crash scheinbar Dutzende andere Bergungen außerirdischer Technologie und Leichen durch das US-Militär gab. Robert Lazar gibt weiterhin an, am Antigravitationsantrieb einer definitiv außerirdischen Flugscheibe gearbeitet zu haben.

    Sicherlich werden sich nun viele fragen, warum Lazar nach seinem Gang an die Öffentlichkeit noch am Leben ist, und einige kennen vielleicht auch die Verleumdungen, die über ihn kursieren. So wird behauptet, sein Studium an der Cal State University in Northridge sowie die Besuche am California Institute of Technology und am Massachusetts Institute of Technology, wo Lazar einen Masterabschluss erwarb, hätten nie stattgefunden. Und tatsächlich gibt es keine Unterlagen über Lazars Abschlüsse und niemand an diesen Instituten kann sich an ihn erinnern.

    Alles scheint, als wäre Bob Lazar ein Schwindler. Doch ganz so eindeutig ist die Sache nicht. Denn einige findige Reporter sind bei ihren Recherchen auf Zeitungsartikel aus der Zeit von Lazars Studium gestoßen, in denen er eindeutig als Student erwähnt wird. Weiterhin gibt Lazar selbst an, dass man versuchte, ihn zu ermorden, und als er sich schließlich an die Medien wandte, dazu überging, ihn als unglaubwürdig darzustellen. So unwahrscheinlich ist das nicht, zumal andere Area-51-Mitarbeiter Lazars Anwesenheit in Groome Lake bestätigt haben.

    Und mehr noch, ihre Aussagen decken sich mit denen von Bob Lazar. Einige haben scheinbar sogar noch mehr gesehen. Darunter gibt es verschiedene unabhängige Aussagen über Grey-Leichen, die in Konservierungstanks aufbewahrt werden und vom Roswell-Crash stammen sollen. Laut Lazar kamen diese Grey, von denen er selbst nur Fotos gesehen hatte, von Zeta Reticuli, was sich mit Aussagen von Abductees, also Entführten, wie Betty und Barney Hill deckt.

    Andere Mitarbeiter berichten darüber hinaus, dass sogar lebende Grey angeblich regelmäßig in Area 51 und anderen Geheimanlagen zu Gange sind, darunter der Ingenieur Bill Uhouse. Weiter gibt es vor allem indirekte Aussagen über bizarre Regeln. Zum Beispiel, dass sich Mitarbeiter angeblich auf Kommando einen Sack über den Kopf ziehen und zu Boden legen müssen. Wer versucht, etwas zu sehen, soll sogar ohne Vorwarnung erschossen werden.

     
     

    In Area 51 soll es fünf unterirdische Ebenen geben.


    Ganz abwegig ist eine Zusammenarbeit des militärisch-industriellen Komplexes mit Außerirdischen, insbesondere den Grey, wenn man bestimmten Quellen glaubt, nicht. So gibt der britische Hacker Gary McKinnon an, bei der NASA Excel-Tabellen mit außerirdischen Offizieren entdeckt zu haben, und sogar der NASA-Wissenschaftsoffizier McClelland bestätigt, auf seinem Überwachungsmonitor angeblich ein Treffen zwischen einer Spaceshuttlebesatzung und einem 2,70 Meter großen Alien beobachtet zu haben.

    Ein Pakt mit Aliens würde des Weiteren erklären, warum abgestürzte Raumschiffe einfach so dem US-Militär überlassen werden, obwohl es eigentlich unverantwortlich ist, einer so rückständigen und kriegerischen Spezies wie uns Menschen derartig hoch entwickelte Technologie zukommen zu lassen. Teil dieses Paktes soll auch die Erlaubnis an die Grey sein, Menschen entführen und Vieh verstümmeln zu dürfen, im Gegenzug für unsere technologische Weiterentwicklung. Unter anderem sollen Laser, Glasfaserkabel, Materialien wie Kevlar und Antigravitation auf außerirdischer Technologie basieren. Nachprüfbar ist das freilich nicht, aber meiner Meinung nach nahe liegend.

    Als besonders fremdartig stechen dabei immer noch die Flugscheiben und Triangel hervor, von denen vor allem Letztere immer häufiger über den USA gesehen werden. Derzeit gibt es eine regelrechte Flut von angeblichen Triangel-Sichtungen, wobei die Startbasis in Groome Lake zu liegen scheint, wo seit kurzem ein neuer gigantischer Hangar steht − theoretisch groß genug, um die Triangel-Ufos aufzunehmen. Die Flugscheiben sollen dagegen aus unterirdischen Hangars gestartet werden, wie einige Beobachter vom Rande des Dreamland-Geländes berichten. Es gibt einen bestimmten Punkt auf einer Bergspitze, auf zivilem Gebiet, von welchem man einen relativ guten Blick in den Trockensee hat, und von dort aus können angeblich Starts und Landungen beobachtet werden.

    Eines der beobachteten Objekte soll die Aurora-Waffenplattform sein, eine unbemannte Flugscheibe mit einem Durchmesser von 200 bis 300 Metern, die mit 132 Nuklearwaffen ausgestattet sein soll − genug, um einen ganzen Kontinent vom Weltraum aus einzuäschern. Egal ob es sich bei den Beobachtungen nun um Aurora handelt oder womöglich um ein anderes Geheimprojekt, am 27. Juni 1991 wurde jedenfalls scheinbar die erste Landung dieses gewaltigen Fluggeräts gefilmt und seine Existenz laut Ufo-Experten damit bewiesen. Dies ist jedoch nur eines von mindestens acht schwarzen Projekten, von denen der Stealth-Experte Jim Goodall zu berichten weiß.

    Noch eindrucksvoller als das, was sich über dem Groome Lake abspielt, muss jedoch das sein, was unterirdisch geschieht. Die unterirdische Anlage von Area 51 muss, den Aussagen von Whistleblowern nach, gigantisch sein. So berichtete Anfang der 90er eine anonyme Quelle, die inzwischen wie vom Erdboden verschwunden ist, dem Ufo-Forscher Sean David Morton, dass es fünf unterirdische Ebenen gibt, was von drei weiteren Quellen bestätigt wurde. Und Area 51 ist nur eine solche Anlage von vielen, die wie unterirdische Städte miteinander vernetzt sein sollen. Die Northrop-Anlage in Antilop Valley soll dabei mit 42 unterirdischen Stockwerken zu den größten zählen. Der Grund für den Bau in die Tiefe war der Beginn des Raumfahrtzeitalters, da die Sowjets von da an die Fähigkeit besaßen, geheime Projekte an der Oberfläche mit Spionagesatelliten auszuspähen.

    Einige der anderen Anlagen konnten in der Vergangenheit überflogen werden, wobei sehr tiefe Silos ausgemacht wurden, aus denen man zu einigen Zeiten angeblich Flugscheiben starten sehen konnte. Sicherlich bietet sich auch die Area 51 für Beobachtungen an, allerdings nur aus der Ferne. Die allgegenwärtigen Warnschilder sollten neugierige Interessenten nicht überschreiten, da der angedrohte Schießbefehl womöglich keine leere Drohung ist.

    Zuweilen reicht es angeblich schon aus, während eines Testfluges auf einer öffentlichen Straße zu nahe zu kommen, und schon wird man von schwarzen Helikoptern verfolgt und bedrängt. Wenn irgendwo ein Testobjekt abgestürzt ist, werden angeblich gar Straßen gesperrt und man bekommt es schnell mit den paramilitärischen, privaten Sicherheitskräften zu tun, die Dreamland bewachen. Sportflieger sollten den Luftraum über Area 51 ebenfalls meiden, denn man bekommt laut Zeugen nur eine Warnung, bevor man abgeschossen wird. Mit Google Earth lassen sich jedoch auch derartige Beobachtungen machen, man muss also nicht notwendigerweise das eigene Leben riskieren.

    Wer also einen Blick auf das Land der Träume werfen will, sollte dies am heimischen Computer machen und von jeder Auffälligkeit am besten einen Screenshot erstellen, bevor die Bilder zensiert werden. Denn Google hat mehr von einem Big Brother, als dass es ein Segen wäre. In diesem Sinne, behaltet Groome Lake im Auge!

    Weiterführende Links

  • YouTube.com: Area 51
    13-teilige Doku über die "geheime" Anlage.

  • Exopolitik.org: Disclosure Project
    Facts & Figures.

  • Exonews: McClellands Statements
    Interessante Aussagen des NASA-Offiziers.


  • Ufo-News

    Degufo-Frühjahrstagung
    Die diesjährige Degufo-Frühjahrstagung findet vom 25. bis 26. April im Airport Hotel in Erfurt statt. Der Beginn ist an beiden Tagen jeweils um 10 Uhr. Als Redner sind, neben dem Degufo-Vorsitzenden Alexander Knörr, unter anderem Illobrand von Ludwiger (Vorsitzender MUFON-CES), Robert Fleischer (Deutsche Initiative für Exopolitik) und Patrik H. (Abduction.de) eingeladen. Auf der Frühjahrstagung 2008 beschlossen die größten drei Ufo-Forschungsgruppen Degufo, MUFON-CES und GEP ihre Zusammenarbeit, die dieses Jahr vertieft werden soll. Weitere Details sind unter dem weiterführenden Link zu finden.

    Die neue Feldordnung
    Der neuste Dokumentarfilm von nuoviso ist nun endlich online. Wie der Titel "Die neue Feldordnung" bereits vermuten lässt, geht es um das Kornkreisphänomen. In 50 Minuten werden die Eigenschaften und Botschaften von Kornkreisen detailliert geschildert und Theorien über die Entstehung präsentiert, einschließlich natürlich einer außerirdischen Herkunft.

    Neue Zeugenaussage zum Fall Roswell
    Im Fall um den Ufo-Absturz bei Roswell meldete sich kürzlich ein weiterer Zeuge zu Wort. Der 90-jährige ehemalige Feuerwehrmann, der seinen Namen erst nach seinem Tod veröffentlicht haben will, gab laut Exonews.de an, dass die Feuerwehr von Roswell von der Bergung des Raumschiffs ausgeschlossen und vom Militär zum Schweigen gebracht worden waren. Ein Oberst des Roswell Army Air Field hatte das abgestürzte Raumschiff als "unbekanntes Objekt von irgendwoher" bezeichnet. Ferner bestätigte die Quelle die Angaben des Zeugen Dan Dwyer und dessen Tochter Frankie Rowe.

    Weiterführende Links

  • Degufo.de
    Die offizielle Website von Degufo.

  • nuoviso.tv
    Dokumentation "Die neue Feldordnung".

  • Ufos, Aliens,
    fremde Welten

    Ist die Existenz von Area 51 nun offiziell? Was sagen NASA-Mitarbeiter dazu? Auf diese und mehr Fragen gibt Ihnen Shinzon Darhel, der von der Ufo-Existenz überzeugt ist, Antwort.


     

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    DVD-Guide

    April 2009

    2.4. − "Against the Dark"

    Tao muss eine Gruppe Menschen vor Mutanten beschützen. Actionreicher, aber wenig interessanter Standard-Klopper (2009) mit Steven Seagal, diesmal im Endzeit-Szenario.

    2.4. − "Ghost Whisperer: Stimmen aus dem Jenseits − Season 3"

    Medium Melinda kann mit Geistern kommunizieren. Die dritte Staffel (2007) folgt einem größeren Handlungsrahmen und wird auch düsterer. Davon profitiert die Serie. Ordentliche Menge Bonusmaterial enthalten.

    2.4. − "Screamers 2: The Hunting"

    Rettungstrupp gerät auf Sirius 6B in die Falle von Killerrobotern. Ordentliches Video-Sequel (2009) zum etwas in Vergessenheit geratenen Kinofilm (1995), basierend auf einer Geschichte von Philip K. Dick ("Blade Runner"). Mit Gina Holden (TV-Serie "Blood Ties") und Lance Henriksen ("Aliens").

    3.4. − "Der unglaubliche Hulk − Season 4"

    Die vierte von fünf Staffeln der Comic-Serie (1981). Langsam gehen die Ideen aus, für Nostalgie-Fans aber doch interessant.

    3.4. − "Dead Man's Hand − Casino der Verdammten"

    Matthew erbt ein Casino, welches von Geistern heimgesucht wird. Fließband-Produzent/Regisseur Charles Band legt mit "Dead Man's Hand" eines seiner besseren Werke vor, aber das mag nicht viel heißen. Horror-Fans erwarten mit Sid Haig und Michael Berrymann immerhin zwei bekannte Gesichter.

    3.4. − "Die Stadt der Blinden"

    DVD DES MONATS: Als eine Seuche die Menschheit blind zu machen droht, werden die Angesteckten in Quarantäne gestellt. Düstere Romanverfilmung (2008) mit vielschichtiger Story, zudem mit Julianne Moore, Mark Ruffalo, Danny Glover und Gael Garcia Bernal gut besetzt. Auch als Blu-ray.

    3.4. − "Futureworld"

    Der Vergnügungspark Delos wird wieder geöffnet, und erneut entwickeln die Roboter ein gefährliches Eigenleben. Mäßiges Sequel (1976) zum Klassiker "Westworld" (1973) mit Peter Fonda, Blythe Danner und Yul Brynner, der in seiner letzten Rolle seine Figur aus dem Vorgänger wieder aufgreift.

    3.4. − "Mirrors"

    DVD DES MONATS: Abgebrannter Cop und Familie werden von einer bösen Macht terrorisiert, die sich durch Spiegel manifestieren kann. Erneut ein Remake (2008) eines asiatischen Gruselfilms, aber von Alexandre Aja ("The Hills Have Eyes") spannend inszeniert und mit Kiefer Sutherland gut besetzt.

    6.4. − "Blood Car"

    Archie muss Treibstoff für sein mit Blut statt Benzin betriebenes Auto auftreiben. Überdrehte, witzige Horror-Komödie (2007), die wohl kein sehr großes Budget hatte, aber doch zündet. Enthält einen Regiekommentar und diverse Extras.

    9.4. − "Blood Ties − Season 2"

    Privatdetektivin steht zwischen einem verführerischen Vampir und ihrem Ex-Freund. Zweite und letzte Staffel (2007) der kurzlebigen kanadischen Fantasy-Serie.

    9.4. − "Das Ende der Welt"

    Wissenschaftler spüren ein Kloster auf, in dem sich Aliens verstecken. Peinliche Effekte, schwaches Drehbuch: Dieser US-Sci-Fi-Streifen (1977) mit Christopher Lee enttäuschte schon damals und wirkt auch heute noch ziemlich lächerlich.

    9.4. − "Death Race"

    Brutale Autorennen in einem futuristischen Gefängnis. Action-Kracher (2008) mit Jason Statham von Paul W.S. Anderson ("Resident Evil", "AvP") in einer längeren Fassung und Bonusmaterial. Auch als Blu-ray.

    9.4. − "Futurama − Leela und die Enzyklopoden"

    Leela will den Bau eines intergalaktischen Golfplatzes verhindern und gerät an ein altes Alien-Volk. Vierter "Futurama"-Film (2009), der die kultige Zeichentrickserie von Matt Groening ("Die Simpsons") fortsetzt.

    9.4. − "Hercules − Season 3"

    Hercules besteht Abenteuer und stellt sich gegen böse Fabelwesen. Nach langer Pause erscheint nun die dritte Staffel (1996) der Fantasy-Serie mit Kevin Sorbo.

    9.4. − "Jack Ketchum's The Lost"

    Der psychisch labile Teenager Ray begeht einen Doppelmord − und bald schon folgen weitere Straftaten. Die Horror- und Thriller-Romane von Jack Ketchum sind nichts für Zartbesaitete. Auch diese Verfilmung (2005) zu einem noch nicht auf Deutsch veröffentlichten Roman ist brachial.

    9.4. − "Lost − Season 4"

    Ein Helikopter landet auf der Insel, doch will man die Überlebenden wirklich retten? Die "Lost"-Story nimmt in der packenden vierten Staffel (2008) immer größere Dimensionen an. Dazu kommt ausführliches Bonusmaterial. Auch als Blu-ray

    9.4. − "Raumschiff Enterprise − Season 1 − Box 1 − Remastered"

    Die erste Hälfte der ersten Staffel (1966) der Kultserie. Hierbei handelt es sich um die mit neuen CGI-Effekten aufgemotzten "Remastered Episodes" (entspricht der alten HD-DVD-Ausgabe). Auch als Blu-ray.

    9.4. − "Two Worlds − Zwischen den Welten"

    Loser Remy landet in einer Parallelwelt und soll einen Menschenfresser bezwingen. Recht amüsante Fantasy-Komödie (2007) aus Frankreich.

    10.4. − "Eden Lake"

    Pärchen will Störenfriede zurechtweisen, wird stattdessen jedoch aufs Übelste terrorisiert. Harter Survival-Thriller (2008) aus England, der richtig wehtut. Die FSK-18-Fassung ist leicht geschnitten.

    10.4. − "Otto; Or, Up With Dead People"

    Zombie Otto versucht seine Erinnerungslücken zu schließen. Abstruse Mischung (2008) aus Komödie, Horror und Coming-out-Drama. Deutsch-kanadische Produktion.

    16.4. − "Babylon A.D."

    Söldner muss ein geheimnisvolles Mädchen beschützen. Düsteres Zukunftsbild, solider Action-Held (Vin Diesel), gute Nebendarsteller (Depardieu, Rampling, Yeoh), ein visuell pfiffiger Regisseur (Mathieu Kassovitz, "Die purpurnen Flüsse") − das Gesamtergebnis dieses flachen Sci-Fi-Thrillers (2008) enttäuscht trotzdem. Auch als Blu-ray.

    16.4. − "Red Sands"

    US-Soldaten setzen in einer Höhle in Afghanistan eine böse Macht frei. Solider B-Horror (2008) von Alex Turner ("Dead Birds") mit Shane West und Callum Blue.

    17.4. − "Tintenherz"

    DVD DES MONATS: Ein Buchbinder findet ein geheimnisvolles Buch, welches ein Tor zu einer anderen Welt darstellt. Farbenfrohes, unterhaltsames Fantasy-Abenteuer (2008) mit starker Besetzung, unter anderen Brendan Fraser, Helen Mirren und Paul Bettany. Auch als Blu-ray.

    23.4. − "Brutal"

    Cops suchen fieberhaft nach einem Serienkiller. Konventioneller B-Horror (2007) von der Stange, einziger (kleiner) Lichtblick ist Jeffrey "Weyoun" Combs als Sheriff.

    23.4. − "Virus Undead"

    Party in Villa wird von Zombies gestört. Bewusst mit allen möglichen Klischees beladener deutscher Horror-Film (2008), der deutlich professioneller produziert wurde als mancher Genre-Kollege aus dem In- und Ausland.

    24.4. − "Blackout"

    Drei Fremde stecken in einem Fahrstuhl fest. Ist einer von ihnen ein Killer? Das Szenario ist zwar nicht ganz neu, aber potenziell doch interessant. Leider macht "Blackout" (2007) mit Amber Tamblyn nicht allzu viel daraus. Auch als Blu-ray.

    24.4. − "Dying Breed"

    Eine Zoologin und ihre Gefährten geraten in Tasmanien an Kannibalen. Spannender Horror-Thriller (2008), nach "Wolf Creek" und "Rogue" der nächste Terror-Hit aus "Down Under". Erscheint als Single- und als Doppel-DVD. Auch als Blu-ray.

    24.4. − "Far Cry"

    Ex-Elite-Soldat tritt gegen einen wahnsinnigen Wissenschaftler an. Typisch Uwe Boll: trashig, aber unterhaltsam. Diese Game-Verfilmung (2008) hat neben der dämlichen Story wenigstens noch Till Schweiger, Natalia Avelon und Udo Kier zu bieten. Auch als Blu-ray.

    24.4. − "Invasion − Angriff der Körperfresser"

    Meteoriten schlagen ein und Alien-Parasiten setzen sich in Menschen fest. Billiger Sci-Fi-Horror (2005) im wackligen "Blair Witch Project"-Stil.

    24.4. − "Place of Darkness"

    Junger Dokumentarfilmer gerät in die Welt der Snuff-Videos. Mäßig interessanter Thriller (2008) mit Travis Schuldt, John Savage und Bronson Pinchot.

    24.4. − "Schwerter des Königs: Dungeon Siege − Extended Directors Cut"

    Farmer muss eine Frau vor einem Tyrannen retten. Uwe Bolls trashiges Fantasy-Epos (2007) mit Jason Statham und Burt Reynolds erscheint in einer rund 30 Minuten längeren Version. Auch als Blu-ray.

    27.4. − "Star Trek 1 − 6: Remastered"

    Die sechs Kinofilme mit der klassischen Crew. Macht vielleicht Sinn für die Blu-ray-Sammlung, die DVD-Ausgabe kann man sich trotz interessanter Bonus-Disc wohl sparen.

    30.4. − "Bedtime Stories"

    Die fantastischen Geschichten, die Onkel Skeeter zwei Kids erzählt, werden real. Familientaugliche Fantasy-Komödie (2008) à la "Nachts im Museum" mit Ben Stiller.

    SF-Zone

    Eine Übersicht über alle DVD-Kauf-Neuerscheinungen des neuen Monats aus den Genres Science-Fiction, Fantasy, Mystery und Horror − zusammengestellt und kommentiert von Stephan Mark. Ein Klick auf den Titel bringt Sie direkt zur richtigen Produktseite beim Online-Shop Amazon.de (Ausnahmen: Titel ohne FSK-Freigabe und zu Redaktionsschluss noch nicht ins Sortiment aufgenommene DVDs).


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    Der Data der Gegenwart: Opportunity

    Zweiter Teil der Geschichte des Marsrovers

    In den 1990er-Jahren entwickelten Wissenschaftler der NASA den Plan, eine aus zwei Rovern bestehende Robotermission zum Mars zu entsenden und so unser Wissen über dessen geologische Vergangenheit zu erweitern. Dies ist die Geschichte von Opportunity, dem zweiten Rover, welcher am 25. Januar 2004 auf dem Meridiani Planum landete.

    Heilsame Stürme

    Mittlerweile war man zu der Überzeugung gelangt, dass die beste Stelle für eine Einfahrt in das Kraterinnere in der Nähe von Duck Bay liegt, dem Punkt, von dem aus man die Umrundung gestartet hatte, und begab sich so auf den Rückweg. Am 29. April 2007 wurde anhand der vom Rover übermittelten Energiewerte festgestellt, dass es zwischenzeitlich zu einem so genannten Dust Cleaning Event gekommen war. Im Laufe der Zeit hatte sich immer mehr feiner Marsstaub auf den Solarpaneelen abgelagert und so gelangte immer weniger Sonnenlicht auf diese, was zu einer stetigen Verringerung der täglichen Energieausbeute des Rovers führte. An diesem Tag jedoch, Sol (Mars-Tag) 1160 der Mission, stieg die Menge der generierten Energie sprunghaft auf 848 Wattstunden an. Dies war ein Wert, den man seit dem 10. Februar 2004, also direkt nach dem Beginn der Mission, nicht mehr erreicht hatte. Die Erklärung hierfür war, dass ein kräftiger Windstoß den Staub von den Paneelen heruntergeweht hatte.

     
     

    Nichts für kühle Gemüter: Die Temperatur der elektronischen Komponenten fiel auf –37 Grad Celsius.


    Sehr schnell sollte sich dann jedoch zeigen, dass diese Säuberung der Solarpaneele auch dringend erforderlich war. Noch vor dem Erreichen von Duck Bay Mitte Juni setzte ein schwerer Staubsturm ein, welcher die Energieausbeute des ausschließlich mit Sonnenenergie betriebenen Rovers bedenklich abfallen ließ. Die Atmosphäre wurde so stark mit das Sonnenlicht abblockenden Staubpartikeln angereichert, dass am 18. Juli 2007 schließlich nur noch ganze 128 Wattstunden Energie generiert werden konnten. Dies bedeutete, dass der Rover jetzt zur Deckung seines täglichen Energiebedarfs von rund 140 Wattstunden zusätzliche Energie aus seinen Batterien beziehen musste, um trotz der Minimierung aller Aktivitäten auf das absolut Notwendigste weiterhin einsatzfähig zu bleiben.

    Man ging notgedrungenerweise in einen so genannten Stromsparmodus über. Da die bordeigenen Instrumente durch ihre Aktivitäten und die dadurch entstehende Wärmeabgabe jedoch auch zur Aufrechterhaltung der Betriebstemperatur des Rovers beitragen, hatte deren Abschaltung zur Folge, dass Ende Juli die Temperaturen der elektronischen Komponenten in der Nacht auf –37 Grad Celsius abfielen. Jetzt rechnete man am JPL mit dem Schlimmsten. Sobald die Temperatur im Inneren des Rovers nämlich auf unter –39 Grad Celsius abfällt, würden sich automatisch die integrierten Heizelemente aktivieren, um die Elektronik zu erwärmen und so Energie verbrauchen, welche eigentlich gar nicht zur Verfügung stand. Dies wiederum würde dann zu einem schnellen Entleeren der Batterien führen und könnte einen so genannten Unterspannungsfehler des Bordcomputers zur Folge haben. Dieser würde dabei sofort alle Heizungen und sonstigen Verbraucher abschalten und sich selbst in einen Schlafmodus versetzen, und nur das Batterieladesystem wäre noch aktiv. Einmal am Tag würde sich der Computer kurz aktivieren, um den Ladezustand der Batterie zu kontrollieren und gegebenenfalls Anweisungen von der Erde zu empfangen. Die dann zwangsläufig einsetzende Unterkühlung der Instrumente könnte jedoch irreparable Schäden nach sich ziehen und zu einem Versagen des Rovers führen. Glücklicherweise trat dieser Worst Case nicht ein.

    Der Sturm legte sich langsam und am 5. August 2007 (Sol 1255) konnte Opportunity wieder 243 Wattstunden Energie generieren, seine Batterien langsam aufladen und auch die Temperatur im Inneren des Rovers erhöhte sich schon sehr bald wieder auf –33,4 Grad Celsius. Zwei Wochen später nahm man nach einer ausführlichen Analyse aller Systeme die Fahrt wieder auf. Der durch den Sturm aufgewirbelte Staub hatte allerdings erneut die Solarpaneele bedeckt, sodass die tägliche Energieausbeute auf nur noch 300 Wattstunden abgesunken war. Trotzdem unternahm der Rover am 11. September 2007 (Sol 1291) an einer Paolos Plunge genannten Stelle eine erste Erkundungsfahrt in den Krater, welche nach mehreren Fahrmanövern zum Test der Rutschfestigkeit des Untergrundes sehr langsam und vorsichtig fortgesetzt wurde. In den folgenden Monaten wurden in der Nähe der Kratereinfahrt diverse Gesteinsformationen untersucht, wobei man sich immer weiter auf die Basis des Cape Verde zu bewegte, wo man sich erhoffte, die dort gut sichtbar zutage tretenden auffälligen Gesteinsschichtungen besonders gut studieren zu können.

     
     

    Der Rover fuhr sich mehrfach im Sand fest und konnte nur unter großen Mühen wieder befreit werden.


    Diese Schichtstrukturen, so eine Theorie, könnten durch flüssiges Wasser entstanden sein. Dessen Zurückweichen hätte dann eine sich immer weiter nach unten hin verlagernde Küstenlinie erzeugt. Diese Vermutung wird durch die relativ glatt geschliffenen Felsen gestützt, ähnlich denen, welche auch an Meeresklippen auf der Erde zu beobachten sind. Allerdings konnte Opportunity sich nicht ganz so nahe wie gewünscht der Wand annähern. Sowohl der unebene Boden mit immerhin bis zu 25 Grad Neigung als auch die Tatsache, dass dort zu viel Schatten und somit nicht genug Sonnenenergie für die Solarkollektoren vorhanden war, verhinderten dies. Der Rover fuhr sich erneut mehrfach im Sand fest und konnte nur unter großen Mühen wieder befreit werden.

    Anfang August sah man sich schließlich dazu genötigt, den Krater auf dem schnellsten Wege zu verlassen. Erneut auftretende Probleme mit dem Schultergelenk des Instrumentenarmes zwangen das Kontrollteam am JPL, dieses zu deaktivieren und den Arm im teilweise ausgefahrenen Zustand zu belassen. Die dadurch bedingten Instabilitäten beim Fahrverhalten auf schrägem Untergrund konnte man noch einigermaßen kompensieren, dann jedoch kam es am 31. Juli 2008 zusätzlich zu einer unvermittelt auftretenden kurzzeitigen Stromspitze im Motor des linken Vorderrades.

    Ein ganz ähnliches Phänomen, das kurzzeitige und unerwartete Ziehen von wesentlich mehr Strom als für den Fahrbetrieb eigentlich benötigt wird, war im März 2006 bei Spirit aufgetreten. Der Zwillingsrover Opportunitys, der auf der anderen Seite des Mars im Gusev-Krater seinen Forschungsaktivitäten nachkommt, hatte damals das gleiche Problem mit seinem rechten Vorderrad. Kurz darauf verweigerte der Motor dieses Rades den Dienst und das Rad konnte daraufhin nur noch "mitgeschleift" werden. Aus den Erfahrungen mit Spirit schlussfolgerte man am JPL, dass ein Verlassen des Viktoria-Kraters über seine steilen und rutschigen Abhänge mit nur fünf funktionsfähigen Rädern nicht möglich sein würde. Grund für diese Radprobleme sind sehr wahrscheinlich die extremen Temperaturen, denen die Rover ausgesetzt sind. Das Schmiermittel der Räder wird nicht immer ausreichend erwärmt, um eine vollständige und gleichmäßige Schmierung zu gewährleisten, was dann durch eine erhöhte Reibung zu einem höheren Stromverbrauch führt.

    Deshalb trat man den Rückzug an, um den Rover noch vor einem eventuellen endgültigen Versagen des Rades wieder auf ebenen Grund zu manövrieren und dort die Forschungen fortsetzen zu können. Opportunity verließ den Viktoria-Krater einen Monat später, am 28. August 2008 (Sol 1634), an derselben Stelle, an der er ihn fast 340 Tage zuvor "betreten" hatte. Da dieses Problem bei Opportunity seitdem nicht mehr aufgetreten ist, geht man mittlerweile jedoch davon aus, dass sich in dem Rad lediglich kurzzeitig ein Stein verklemmt hatte, was zu der Stromspitze geführt hat.

    Freie Fahrt bis heute

    Als neues Fahrziel gab die Leitung der Mission jetzt den etwa zwölf Kilometer südöstlich gelegenen und 22 Kilometer durchmessenden Endeavour-Krater aus. Man erhofft sich, diesen nach einer Fahrzeit von etwa zwei Jahren erreichen zu können. Es ist zwar keinesfalls sicher, dass Opportunity diese Zeit noch überstehen wird, aber selbst wenn dies nicht der Fall sein sollte, so glauben die Wissenschaftler am JPL, dass man in südliche Richtung fahrend auf immer jüngere Gesteinsschichten der Marsoberfläche stoßen wird und diese ebenfalls äußerst lohnende Studienobjekte darstellen werden.

     
     

    Die Bohrwerkzeuge der beiden Rover waren ursprünglich für lediglich drei Einsätze vorgesehen, schafften dann aber trotzdem jeweils 15 Bohrungen.


    Zuerst jedoch untersuchte man weiteres Oberflächengestein unmittelbar westlich des Viktoria-Kraters und steuerte noch mehrere markante Punkte an seinem Südwest-Rand an, bevor man diesem am 14. Oktober 2008 (Sol 1679) mit einer mittlerweile durch weitere Cleaning Events wieder auf rund 650 Wattstunden pro Sol gestiegenen Energieausbeute endgültig den Rücken zuwandte. Dabei nahm man jedoch nicht den direkten Kurs, sondern wandte sich vorerst in süd-südwestliche Richtung, da man dort einen felsigeren Untergrund als relativ sichere Fahrbahn nutzen kann. Der direkte Weg hingegen ist mit zu vielen Sanddünen überzogen, welche sehr an die Purgatory-Dünen aus dem Jahre 2004 erinnern. Bis zum 21. November (Sol 1716) legte Opportunity über 1800 Meter zurück, bevor man in der Zeit der Solarkonjunktion, einer Phase, in welcher Erde, Sonne und Mars eine Linie bilden und die Sonne für etwa zwei Wochen eine Kommunikation mit den auf und um den Mars tätigen Forschungsmissionen verhindert, eine mehrwöchige Fahrpause einlegte.

    Bei dieser Gelegenheit nahm der Rover vor einem kleinen, als Santorini benannten Felsbrocken eine Parkposition ein, um dieses neue Ziel über einen längeren Zeitraum hinweg intensiv zu studieren. Der Instrumentenarm wurde direkt auf diesem Felsen positioniert und mit den darin integrierten zwei Spektrometern und dem Mikroskop untersucht. Anfang Januar 2009 veröffentlichte die NASA erste Resultate dieser Untersuchungen, aus denen hervorging, dass es sich bei dem vermeintlichen Stein in Wirklichkeit um einen weiteren Meteoriten, diesmal aus der Klasse der Stein-Eisen-Meteoriten, einen so genannten Mesosideriten, handelt. Da drei der vier bisher von Opportunity auf der Meridiani-Ebene gefundenen Meteoriten dieser auf der Erde recht selten gefundenen Klasse zugeordnet werden, geht man davon aus, dass diese alle Bestandteile eines einzigen, einst auf dem Meridiani Planum eingeschlagenen Meteoriten sind.

    Nach Beendigung der Untersuchungen fuhr Opportunity erneut einige Meter weiter und untersuchte ein neues Ziel, eine flache Gesteinsformation namens Candia, bei welcher man, wie so oft auf dem Meridiani Planum, eine hohe Konzentration an Blueberries vorfand. Bei diesen Untersuchungen traten allerdings auch zum wiederholten Male Probleme mit dem ebenfalls in den Instrumentenarm integrierten Rock Abrasion Tool auf. Bei diesem abgekürzt RAT genannten Instrument handelt es sich um einen kleinen Bohrer mit einer diamantbesetzten Bohrkrone. Diese rotiert mit hoher Geschwindigkeit und fräst so ein Loch von viereinhalb Zentimetern Durchmesser und maximal fünf Millimetern Tiefe in ihr Ziel. Auf diese Weise können das APXS-Spektrometer beziehungsweise das Mössbauer-Spektrometer das bearbeitete Material anschließend untersuchen, ohne dabei durch eine störende und eventuell die Messergebnisse verfälschende Staubschicht behindert zu werden.

    Leider jedoch nutzen sich selbst die extrem harten Diamantbohrkronen bei häufiger Benutzung irgendwann einmal ab. Die Bohrwerkzeuge der beiden Rover waren ursprünglich für lediglich drei Einsätze vorgesehen, schafften dann aber trotzdem jeweils 15 Bohrungen, bevor sie für weitere Bohrarbeiten unbrauchbar wurden. Mittels einer rotierenden Bürste ist man jedoch immer noch in der Lage, das zu untersuchende Gestein oberflächlich zu säubern. Allerdings kam es bei dem den letzten Analysen vorangehenden Einsatz von Opportunitys RAT an diesem zu einem weiteren, sehr wahrscheinlich durch thermische Belastungen verursachten Kabelbruch. Dies führte dazu, dass man den Bohrer nicht mehr in seine Ausgangsposition zurückbefördern konnte. Die jetzt erst einmal zwangsläufig am JPL erfolgende Fehleranalyse mit Hilfe eines Testrovers nahm mehrere Tage in Anspruch, weswegen sich die Weiterfahrt verzögerte.

    Mitte Januar hatte man das Problem gelöst. Der RAT konnte in die ursprüngliche Position bewegt werden und Opportunity nahm die Fahrt am 15. Januar 2009, Sol 1770 der Mission, wieder auf. An diesem Tag wurden etwa 105 Meter zurückgelegt. Nach nochmals 150 Metern erreichte der Rover am 21. Januar den flachen, etwa 18 Meter durchmessenden Ranger-Krater. Dieser ist zwar zum größten Teil mit Sand aufgefüllt, aber an seiner dem Rover gegenüberliegenden Ostflanke waren deutlich Sedimentschichtungen des Grundgesteins erkennbar. Diese Schichtungen wurden zwecks genauerer Studien von den Panoramakameras des Rovers in hoher Auflösung abgebildet.

    Opportunity setzte seine Fahrt auch weiterhin in südwestliche Richtung fort. Längere Etappen mit Fahrstrecken von teilweise über 100 Metern pro Sol wechselten sich dabei mit Ruhetagen zur Orientierung und Analyse des zukünftig zu passierenden Geländes ab. Anfang Februar wurde der Rover allerdings von einer höheren Dosis kosmischer Strahlung getroffen. Die dadurch erzeugten Probleme in der Elektronik hatten eine Beeinträchtigung der Energieversorgung des Hauptmastes und der daran montierten Instrumente, also der vier Panorama- und Navigationskameras und des Mini-TES-Spektrometers, zur Folge. Eine dadurch bedingte fünftägige Fahrtunterbrechung nutzte man, um den Speicher des Bordcomputers zu leeren und größere Mengen an älteren Daten an das Kontrollzentrum zu transferieren. Glücklicherweise blieb auch dieser Zwischenfall ohne Folgen und die Fahrt konnte am 6. Februar 2009 fortgesetzt werden. Zwischen dem 10. und 12. Februar (Sol 1797) überbrückte Opportunity dabei in drei Etappen sogar fast 380 Meter. Bei dieser letzten Fahrtetappe traten allerdings erneut Probleme mit dem rechten Vorderrad des Rovers auf.

     
     

    Der Nachweis von ehemals vorhandenem Wasser auf der Oberfläche des Mars gilt als gesichert.


    Wieder machte ein erhöhter Reibungswiderstand den Experten zu schaffen. Der Antriebsmotor dieses Rades zog daraufhin, vergleichbar mit der Situation im Viktoria-Krater, im Fahrbetrieb zum wiederholten Male deutlich mehr Energie als theoretisch benötigt. Die geplante Weiterfahrt wurde daraufhin unterbrochen. Stattdessen wurde Opportunity am 15. Februar 2009, dem 1800. Tag der Mission, auf seiner alten Fahrspur zuerst um etwa zehn Meter zurück und anschließend wieder nach vorne bewegt. Gleich danach ging es erneut vier Meter vorwärts. Der Sinn dieses Manövers bestand darin, zu überprüfen, ob das Verhalten des Rades eventuell im Zusammenhang mit der Zusammensetzung und Konsistenz des Untergrundes stehen könnte. Bei der Analyse der aufgezeichneten Energieströme stellte sich jedoch heraus, dass diese durchgehend anormal hoch waren, in der Rückwärtsbewegung jedoch geringer ausfielen als in der Vorwärtsbewegung.

    Die Missionsleiter entschlossen sich daher, die Weiterfahrt Opportunitys vorläufig im "Rückwärtsgang" durchzuführen. Dabei ergibt sich allerdings ein weiteres Problem: Der Rover ist in der Lage, seine zu absolvierende Fahrstrecke in einem Autonavigationsmodus ohne direkte Einflussnahme der Missionsplaner zu absolvieren. Hierfür benötigt die entsprechende Software jedoch aktuelle Bilder der Navigationskameras. Diese NavCams können aber keine Fotos des Bereiches hinter dem Rover liefern, da dort die für die Kommunikation mit der Erde benötigte Niedriggewinnantenne platziert ist und das Gesichtsfeld der Kameras einschränkt. Dies führt dazu, dass Opportunity seine weitere Fahrt im Blind-Modus absolvieren muss. Die zurückzulegende Strecke wird Opportunity dabei im Voraus vorgeschrieben, wobei die Geländekenntnisse aufgrund mangelnder Bildaufklärung allerdings nur bruchstückhaft sind. Deshalb werden die in nächster Zeit zu fahrenden Tagesetappen wieder kürzer ausfallen müssen. Allerdings gelang es Opportunity, auf diese Weise am 18. Februar 2009 weitere 50 Meter in südwestlicher Richtung zurückzulegen.

    Trotz der momentan komplizierten Situation befindet sich Opportunity unter Berücksichtigung seines Alter und der Umweltbedingungen, denen er tagtäglich ausgesetzt ist, in einem gutem Zustand. Der Rover generiert zurzeit pro Tag 567 Wattstunden (0,567 kWh) an Energie. Auf seinem weiteren Weg zum allerdings immer noch über zwölf Kilometer entfernten Endeavour-Krater wird der Rover immer wieder Pausen einlegen, um ausführliche Untersuchungen der Oberfläche durchzuführen. Das Ziel besteht dabei darin, eine möglichst aussagekräftige Karte über die chemische und mineralogische Zusammensetzung der passierten Oberflächenbereiche zu erstellen und eventuelle Veränderungen oder Trends registrieren und analysieren zu können.

    Letztendlich kann jedoch niemand mit Gewissheit sagen, wie lange Opportunity noch funktionsfähig sein wird und ob er wirklich in der Lage ist, sein momentanes Ziel zu erreichen. Aber selbst wenn dies nicht der Fall sein sollte, hat dieser Rover sämtliche in ihn gesetzten Erwartungen bei weitem übertroffen und sämtliche vorgegebenen Forschungsziele mehr als nur erfüllt. Sollte er ursprünglich bei seinen Erkundungen auf dem Mars innerhalb von 90 Tagen eine Strecke von 600 Metern zurücklegen, so wurden daraus mittlerweile fast 15 Kilometer in über fünf Jahren. Der Nachweis von ehemals vorhandenem Wasser auf der Oberfläche des Mars gilt als gesichert und die umfassenden wissenschaftlichen Erkenntnisse über die geologische Geschichte und die Chemie des Planeten werden in die zukünftigen Marsmissionen von Orbitern und Rovern einfließen und diese nicht unwesentlich beeinflussen.

    Weiterführende Links

  • TZN Raumfahrer.net: Marsrover
    Über Konstruktion und Bau der modernen Gefährte.

  • NASA: Mars Rover
    Missions-Website des JPL.

  • In Space

    Wenn der Androide Data für technisch begabte Menschen der Zukunft ein Wunder darstellt, so verkörpert Opportunity mindestens dasselbe in der Gegenwart: Ralf-Mirko Richter berichtet vom Märchen des Marsrovers, der Sandstürmen getrotzt, Wasserüberreste gefunden und statt den geplanten 0,6 bis heute 15 Kilometer zurückgelegt hat.


     

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    Ausgabe 132 erscheint am 1. Mai 2009.

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