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Inhalt Die ganze Ausgabe auf einen Blick Für wen hat "Star Trek" den Durchbruch gebracht ... ... und wer ist an "Star Trek" gescheitert? − Teil 2: TNG Fünf Voyager-Technobabbel-Fragen an Rick Sternbach Kurzgespräch mit dem Schiffdesigner "Im Kern der Galaxis" Bücher und Geburtstage "Geisterhafte Grotesken" Zum Ende der Mystery-Serie Fahrt mit der altgriechischen Dampflock "Kampf der Titanen" in 2.5 D... Für Leute, die dem Fußballrummel entgehen wollen Die Hörspiele "Der Untergang der Alpha-Base" und "Planet Eden − Teil 5" Vampire, Teenager und DiCaprios Agententeam Kino-Guide Juli 2010 Alice im Wunderland und Zombies auf der Insel DVD-Guide Juli 2010 Exobiologie: Sein oder Nichtsein Das ist auch auf Titan die Frage Redaktion, Abonnement und Copyrights |
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Für wen hat "Star Trek" den Durchbruch gebracht ... ... und wer ist an "Star Trek" gescheitert? − Teil 2: TNG Innerhalb von über 700 Episoden und mittlerweile elf Kinofilmen sind Hunderte von Darstellern aufgetreten, die durch "Star Trek" zu Ruhm und Ehren, aber auch nur bis zum Äquivalent der Sozialhilfe gekommen sind. An dieser Stelle werden aus Platz- (und Zeit-)gründen nur die Hauptdarsteller und der ein oder andere "Ausreißer" beleuchtet. Patrick Stewart: Der britische Mime ist recht wechselhaft, wenn es um "Star Trek" geht. Einerseits hat er nach der Serie und jedem Film bekundet, keinen Bock mehr zu haben, in "Star Trek" mitzuspielen. Sein alter Kumpel aus der Shakespeare-Schauspieltruppe hat ihm seinerzeit davon abgeraten, Captain Picard zu spielen, andererseits bekundet er auch häufig, dass ihm "Star Trek" geholfen hat. Sicherlich hat ihm Trek zu Weltruhm verholfen. War der Schauspieler zwar bereits vor "Star Trek" in Fantasy und SF vertreten ("Excalibur", "Lifeforce" und "Dune"), hätte man ihn wohl kaum vorher beachtet. Mittlerweile ist er jedoch ebenso bekannt wie Bill Shatner. Als Picard war er nicht nur in TNG zu sehen, sondern im Piloten von DS9 und in vier Kinofilmen. Stewart geht mittlerweile nicht nur seiner Bühnenkarriere nach, sondern ist auch im TV, Kino und sogar als Zeichentrickfigur (CIA-Chef bei "American Dad" und auch ab und an bei "Family Guy") zu bewundern. Es gibt über den Enterprise-Captain sowohl offizielle als auch inoffizielle Biografien und einen Biografie-Comic. Stewart kommt man am besten aber als Fan nicht zu nahe, wenn er genervt ist, sonst bekommt man statt eines Autogrammes die schriftliche Mitteilung "Bleib arm und stirb schnell" aufgeschrieben... (so gelesen in TrekWorld).
Marina Sirtis: Die attraktive sympathische Mimin ist auch "Star Trek" treu geblieben. Mehrere "Voyager"-Episoden und die Schluss-Episode von "Enterprise" zieren Counselor Troi. Witzig ist jedoch, dass u. a. "Nemesis" nicht auf ihrer offiziellen Homepage aufgeführt ist. Geld verdienen hat was für sich, auch wenn Commander Troi nicht gerade wählerisch in der Auswahl ihrer Rollen ist. So hat sie sich nicht nur für "Die verruchte Lady" ausgezogen, sondern auch bereits nach ihrer "Star Trek"-Karriere zwischen "Star Trek"-Filmen blankgezogen. Unter anderem sei dieses Machwerk genannt: "Azaracos − Dschungel der Gefahren". Für einen Moment darf man die Darstellerin auch barbusig sehen. Und unverblümt wirbt die DVD auch auf dem Backcover damit, indem ein Standbild von der betreffenden Szene ihre Talente zeigt. Im Endeffekt ist Sirtis mehr als nur eine volle Bluse, allerdings hat TNG oder zumindest die Staffeln ohne ihre Uniform den Eindruck von "Galaxy Quest" erweckt: Die Fans fragten sich, wie ihre Brüste in die Uniform passten... Anders als die oben genannten Herren ist Frau Sirtis noch recht aktiv, was TV und Kino angeht, allerdings sind sämtliche Rollen größtenteils nicht das Gelbe vom Ei. In "Shadows From The Sky" spielt sie 2011 neben da Vinci-Darsteller John Rhys-Davies, der mittlerweile auch schon alles gespielt hat − imdb.com. Denise Crosby: Arme, arme Denise... mit Anfang 20 hat sie für das Herrenmagazin "Playboy" in der Märzausgabe 1979 posiert. In dem Moment, wo sie Tasha Yar darstellte, die zunächst Macha Hernandez heißen sollte (!), kramte man die Schmuddelbilder wieder raus. Denise hingegen sah ihre Rolle in der ersten Staffel nicht so ausgebaut, wie sie sein sollte. Dabei fand ich, dass sie im Gegensatz zu den übrigen Frauen der "Star Trek"-Reihe bis dato mehr ausgelastet war als sonst jemand. Sie hatte auch ihre eigenen Folgen, in denen sie den Ton angab. Der Austritt aus "Star Trek" war eine riesige Dummheit. Das hatte Denise hinterher auch feststellen müssen und kam leider nur sporadisch als Tasha aus einem alternativen Universum und als Halbblut Sela zurück. Viel verschenktes Potenzial für die sympathische Darstellerin. Denise ist auch heute noch aktiv, was Cons angeht und sucht immer die Nähe zu Fans. "Trekkies 1" und 2 gehen auf ihr Konto und man munkelt etwas von einer Fortsetzung. Ich persönlich mag Denise. Selten habe ich einen "Star Trek"-Star gesehen, der so bemüht um seine Fans war (abgesehen mal von Vaughn Armstrong, der wirklich jeden Scheiß mitmacht?!). Um die arme Denise ist es leider sehr ruhig geworden. Ihr Verlust war sein Gewinn... Michael Dorn: Für die Charakterentwicklung und Seriendarstellung der Klingonen im Besonderen war der Ausstieg von Tasha Yar seine Chance. Nicht nur sieben Staffeln TNG, nicht nur fünf (!) "Star Trek"-Filme, sondern auch vier Staffeln DS9 gehen auf sein Konto. Damit konnte er den Klingonen ein Gesicht geben. Wehe jedoch, wenn man auch ihn schlecht erwischt. Er jammerte irgendwann mal, dass ein Fan ihn mit "Hey, wir machten dich" sehr verunsichert habe, als er ihm kein Autogramm geben wollte. Nach "Nemesis" wurde es aber auch still um ihn. Er hatte zwar noch diverse Rollen, unter anderem in "Santa Clause", ging darin aber mehr als unter. LeVar Burton: Der nach einem verstorbenen Fan benannte "Geordi LaForge" hatte nie Glück bei den Frauen. Leider hat sein Alter Ego auch kein Glück bei den Rollen. Burton hat einen Roman geschrieben, nach "Nemesis" wurde es um ihn auch sehr, sehr, sehr still...
Wil Wheaton: Anders als seine Serienmutter ist Wheaton nach wie vor noch aktiv, auch im "Star Trek"-Universum. Auf sein Konto gehen nicht nur zwei autobiografische Werke, in denen er seine Nervigkeit auf den Arm nimmt, sondern er ist auch im elften "Star Trek"-Film zu hören. Patti Yasutake: Je mehr der Darsteller bei "Star Trek" im Hintergrund auftaucht, desto größer sind die Chancen, dass er nicht auf seine Rollen festgefahren ist. So hat die Ogawa-Darstellerin nicht nur in zwei "Star Trek"-Kinofilmen vertreten sein dürfen, sondern spielt in vielen Serien und Filmen Nebenrollen. Diana Muldaur: Bereits in TOS hat sie zwei verschiedene Charaktere verkörpert, leider spielte sie nur in der zweiten Staffel bei TNG mit. Den Fans war sie wohl zu forsch und ihre Abneigung Data gegenüber passte vielen auch nicht. Ich fand es einen enormen Fehler, McFadden wieder fürs Auge einzusetzen. Natürlich ist sie attraktiver als Muldaur. Darum gehts aber nicht. Dass es nämlich auch anders geht und der Arzt sich ebenfalls mehr als gut ins Geschehen eingliedern kann, hat man bei Pulaski gesehen. In einer Staffel hat sie mehr Eindruck hinterlassen als McFadden in sechs Staffeln und vier Kinofilmen! Leider ist sie außerhalb von "Star Trek" weniger bekannt. Und um sie ist es recht ruhig geworden. Dwight Schultz: Das A-Team kommt. Und in TNG, "First Contact" und "Voyager" spielte der witzige Darsteller Lt. Barclay. Als Nebencharakter konnte es sich Schultz es aber leisten, nicht auf diese Rolle festgefahren zu sein und so spielt er noch heute in vielen TV-Serien und Filmen mit, demnächst auch in der neuen "A-Team"-Verfilmung. |
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Fünf Voyager-Technobabbel-Fragen an Rick Sternbach Kurzgespräch mit dem Schiffdesigner Im Sommer 2005 kontaktierte "Forgotten Trek" Rick Sternbach mit einigen Fragen bezüglich des Designs der U.S.S. Voyager für die vierte "Star Trek"-Serie. Er war bereit, ein paar Einblicke zu gewähren, welche nachfolgend niedergeschrieben sind. Frage: An dem Modell der Voyager gibt es zwei Arten von Fenstern: die kleinen Standardfenster und mehrere größere Fenster. An dem Modell der Enterprise-D gab es eine ähnliche Anordnung in Einklang mit Andrew Proberts Idee, dass die größeren Fenster öffentliche Flächen wie Restaurants, Bars, Lounges und so weiter beherbergen können. Wir wissen, dass die großen Fenster direkt unter dem Brückenmodul der Offizierskantine dienen. Darunter erscheint eine Reihe von fünf Fenstern. Haben Sie diese einem speziellen Bereich zugewiesen?
Sternbach: Mike Okuda und mir wurde schnell klar, dass während eines getrennten Fluges die Untertassensektion einen Deflektor benötigen würde. Allerdings gibt es in letzter Zeit auch ein paar Erklärungsansätze für Schiffe, die keine offensichtliche Deflektorschüssel besitzen, wie zum Beispiel die Reliant. Diese Fenster auf der Unterseite der Enterprise-D waren so groß, dass wir sicher waren, dass niemals ein richtiges Bühnenbild davon gebaut werden würde. Deshalb erschien diese Fläche perfekt geeignet, um eine Deflektorenanordnung für die Zwecke des technischen Handbuches zu werden. Frage: Auf der Vorderseite des Voyager-Modells ist eine auffällige Sensorphalanx angebracht. Es gibt allerdings auch Sensorenanordnungen am Rand der Untertasse. Warum haben Sie zusätzliche Sensoren auf der primären Hülle hinzugefügt? Sternbach: Die große Sensorphalanx wurde nur deshalb dort platziert, um die sonst nichtssagende Oberfläche aufzubrechen und um einen weiteren Hinweis darauf zu geben, dass die Voyager ein kleineres Schiff ist. Individuelle Oberflächenmerkmale wie zum Beispiel die Fenster erscheinen größer im Vergleich zu der Gesamtgröße des Schiffes. Frage: Auf der Voyager-Leitwarte ist in der hinteren Achter-Sektion des Schiffes, genau unter dem Hauptshuttlehangar eine Beobachtungslounge zu erkennen. Was war Ihre Intention für diese Fläche? Sternbach: So ziemlich genau das: eine Beobachtungslounge oder eine ähnliche Funktion. |
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Gott oder Maschine "Im Kern der Galaxis" Das Internet ist etwas Wunderbares. Man kann Neues entdecken und auf fast Vergessenes stoßen, so auch auf die "Terra"-Reihe aus dem Pabel Verlag. Die "Terra-'Star Trek'"-Reihe umfasst folgende elf in sich abgeschlossene Romane:
Die Begegnung mit einem "Gott". Sobald die Enterprise, der Kreuzer des Sternenbunds, in den Kern der Galaxis gelangt, übernimmt eine fremde Gewalt die Steuerung des Schiffes. Eine riesige Kunstwelt, ein so genannter Dyson-Körper, ein Hohlplanet mit einer Sonne im Zentrum, erwartet Captain James Kirk und seine Crew. Und ein angeblicher Gott beginnt, seine Macht über Leben und Tod von Menschen und Fremden auszuspielen. Inhalt Sternzeit 6527.5 Die U.S.S. Rickover gilt seit 20 Jahren als vermisst. Dennoch kommt mit einem Shuttle jenes Schiffes ein Mann an Bord der Enterprise, der behauptet, Jesus Christus zu sein. In Wirklichkeit handelt es sich um Thomas Clayton, einen alten Bekannten von Kirk. Aber sein Geist ist verwirrt, denn er beharrt darauf, der Prophet einer Gottheit namens Ay-nab zu sein. Kurz darauf stößt die Enterprise auf einen Dyson-Körper und die Maschinen beschleunigen von allein. Dann tauchen auch noch die Klingonen auf, die allerdings, ebenso wie die Crew der Enterprise, keine Kontrolle mehr über Schiff und Waffen haben. Um der Sache auf den Grund zu gehen, beamt sich Kirk zusammen mit Uhura, Sulu, Chapel und zwei Sicherheitsmännern auf Lyra, wie Clayton den Dyson-Körper nennt, wo sie auf die Bewohner treffen, die erstaunlicherweise ihre Sprache sprechen − und auch die Klingonen sind bereits dort. Diese bitten Kirk um Hilfe, da die Lyraner nicht die Absicht haben, sie wieder fortzulassen, denn sie sind der Überzeugung, dass es ihr Schicksal ist, ihr Los, nämlich den Tod, mit ihnen zu teilen. Clayton gelingt es währenddessen von der Krankenstation zu fliehen, und er zwingt Spock und McCoy, sich mit ihm auf den Planeten zu beamen. Kaum dort angekommen, werden sie von Männern in Uniformen der Rickover überfallen. Kurz darauf verschwindet Uhura − sie folgt des Nachts einem Mann, den sie für ihren Vater hält. Doch die Hiobsbotschaft kommt von Scotty: Chekovs Berechnungen zufolge steuert die Enterprise auf ein Schwarzes Loch zu. Kirk und seiner Crew bleiben noch genau 93 Stunden ... Kritik Die Story ist nicht anspruchsvoll und mit seinen 160 Seiten ist das Buch auch nicht besonders dick. Der Schreibstil ist recht einfach, auf großartiges Techno-Gebabbel wird gänzlich verzichtet und die Übersetzung ist ein wenig gewöhnungsbedürftig (Universumssprache, Armbandchrono, Geisttasten). Für Leser, die sich daran jedoch nicht stören und die gerne ihre Nasen in vergilbtes Papier der 80er-Jahre stecken, bietet die "Terra"-Reihe kurzweilige Unterhaltung nebst Nostalgie-Feeling. Weiterführende Links Melanie Brosowski |
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Die Ereignisse des Monats Juli 2010 Die Trek-Highlights der nächsten vier Wochen im Überblick, zusammengestellt von Peter Schipfmann. |
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Wenn Stein lebendig wird... "Geisterhafte Grotesken" Sie sind aus Stein. Schmücken und zieren die Fassaden unserer Kirchen und Häuser. Leiten das Regenwasser von ihnen ab. Vertreiben den Teufel und sein Gefolge. Wasserspeier. Doch sind sie wirklich nur in Stein geschlagene Figuren, starr und leblos? 23 Autoren beweisen in ihren unheilvollen, düsteren, traurig-romantischen und bösen Geschichten, dass Stein oftmals lebendiger ist, als es den Anschein hat... Weit ab vom derzeitige Hype um Vampire bietet diese Anthologie eine bunte Vielfalt interessanter Geschichten um Gargoyles. Düster, nachdenklich, mystisch und vieles mehr. Lassen Sie sich von 23 Autoren auf eine fantastische Reise mitnehmen!
Weiterführende Links Verlag Torsten Low |
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Lost in Confusion Zum Ende der Mystery-Serie Fragt man Fans, so ist die Geschichte von "Lost" immer auch eine persönliche Geschichte. Für mich begann die Reise im Jahre 2005 mit der deutschen Erstausstrahlung, und während um mich herum nach und nach immer mehr Leute absprangen, weil ihnen alles irgendwie zu komplex wurde, war ich stets mit Begeisterung bei der Sache. Und so ist "Lost" eben nicht nur die Geschichte einer wahrhaft epischen Serie, die in vielerlei Hinsicht neue Maßstäbe gesetzt hat, es ist auch eine Geschichte über sechs Jahre Rätselraten und konfuse Reviews. Schon den Inhalt der Serie zusammenfassen, stellt einen vor große Probleme. Ein Flugzeug stürzt auf einer tropischen und vermeintlich einsamen Insel ab, 48 Menschen überleben. Während die Hoffnung, bald gerettet zu werden, schwindet, müssen sie sich mit Problemen wie Unterkunft, Trinkwasser und Arbeitsteilung herumschlagen. Je länger sie festsitzen, desto mehr erfahren sie über die Insel, die einst das Zuhause einer Hippie-Organisation namens Dharma war und zudem von den so genannten "Others" bewohnt wird, die die Abgestürzten als Eindringlinge betrachten. Außerdem erfahren wir in Rückblenden, was unsere Helden vor dem Absturz gemacht haben, später in Vorblenden, wie es ihnen nach ihrer Rettung ergeht. Darüber hinaus noch mehr zu erklären, würde den Rahmen sprengen, es kommt zu diversen Gruppenbildungen und -umbildungen, eine Mythologie um den geheimnisvollen Jacob wird aufgebaut, es kommt zu Zeitreisen, und auch die kruden Experimente der Dharma-Organisation sind oft genug Thema der Serie.
Fast alle Fans, die ich im Laufe der Jahre kennen gelernt habe, hatten das eine oder andere System entwickelt, um der Flut an Informationen beizukommen. Nicht alle schrieben gleich Reviews, manche führten hitzige Debatten in Foren oder trugen Details zu einer der vielen Fanseiten bei. "Lost" war nie eine Serie, die man einfach nur guckt. Ihren großen Reiz bezog sie stets aus dem Austausch mit anderen, aus der Suche nach Ungereimtheiten und − vor allem − der Formulierung von Theorien. Einige davon haben sich nun als wahr herausgestellt. In erster Linie bei den eher kleinen, unbedeutenden Fragen, bei denen die Autoren gelegentlich ein paar Hinweise durchsickern ließen. Was das große Ganze angeht, so lagen wir praktisch alle falsch. Und das liegt vielleicht auch ein bisschen daran (Vorsicht, enttäuschter Fan), dass wir eigentlich keine Antwort bekommen haben. Dazu später mehr. Eine der großen Besonderheiten von "Lost" war das kreative Recycling bekannter Motive und Themen. Wenn man wollte, konnte man sehr tief in das Mysterium eintauchen, denn es wurden etliche Bücher, Filme und andere Serien zitiert, gelegentlich nur als liebevolle Hommage (die zahlreichen "Star Wars"-Anspielungen mochte ich stets am liebsten), oftmals auch als Grundlage ganzer Handlungsstränge. Oder wem ging es nicht so, als er "Der Herr der Fliegen" las? Zu den wohl wichtigsten Inspirationsquellen zählt die britische Serie "The Prisoner", die in Deutschland unter dem Titel "Nummer 6" lief. Die offensichtlichen Parallelen wurden vor allem zu Beginn immer mal wieder erwähnt, deshalb sei nur jedem "Lost"-Fan ans Herz gelegt, die Gelegenheit zu nutzen, dass arte diesen Serienklassiker aus den 60ern im Sommer endlich wieder ausstrahlen will. Daneben wurden Elemente aus verschiedenen Religionen bunt durcheinandergemischt, selbst über ägyptischen Hieroglyphen durften wir brüten. Gerade diese Fülle an Reminiszenzen hat die Serie über Jahre frisch und innovativ gehalten. Immer wenn wir dachten, wir haben das Spiel durchschaut, passierte irgendwas ganz anderes.
Ernüchterung setzte erst einige Tage später ein, als die Fans anfingen, all die Fragen aufzulisten, die nicht beantwortet wurden. Und das waren nicht wenige. Dabei fällt vor allem auf, dass nicht nur viele Fragen einfach nicht beantwortet wurden, sondern dass schon etliche der Fragen von vornherein unnötig für das Gesamtgeschehen waren. Sie dienten nur als Füllmaterial. Wie sonst ließe es sich erklären, dass in der Serie ein Riesenbohei darum gemacht wurde, dass Schwangerschaften auf der Insel tödlich enden, nur um diesen Fakt in den letzten zwei Staffeln schlichtweg zu vergessen? Ein wenig mehr Konzentration auf das Wesentliche schon zu Beginn hätte der Serie im Ganzen sicher gut getan. Zumal die Handlung um das Leben nach dem Tod, wo sich die Helden alle wiederfinden, erst in der letzten Staffel eingeführt wurde und deshalb etwas aufgesetzt wirkte. Mein Fazit muss letztlich gespalten ausfallen. Freilich war die Serie grandios, sie verband exzellente Schauspieler mit einer durchdachten Handlung und kinoreifer Optik. Ich wäre nicht sechs Jahre lang so begeistert dabei geblieben, wenn es nicht so wäre. Selbst schlechte Episoden waren auf hohem Niveau schlecht und wurden allemal wieder wettgemacht durch Episoden, die einfach atemberaubend waren. Und doch muss am Ende noch das obligatorische Aber folgen, denn zu den vielen kleinen unbeantworteten Fragen gesellt sich vor allem diese eine ganz große Frage, auf die wir auch keine Antwort bekommen haben: Was ist die Insel? Sicher wurde vieles angedeutet, vieles auch, was furchtbar esoterisch und kitschig klang, doch eine konkrete Antwort darauf, worum es sich bei der Insel, die durch die Zeit reisen kann und die man nicht so ohne weiteres findet, handelt, und welche Bewandtnis es mit dem unterirdischen Licht hat, die blieb aus. Und das, allein das, hinterlässt bei mir einen faden Nachgeschmack. Ich würde es wieder schauen. Ich werde sicherlich auch nie aufhören, Leute dazu zu überreden, es sich anzusehen, besonders jetzt, da es ein abgeschlossenes Ganzes ist. Und einen Ersatz, sowohl was die komplexe Mythologie als auch die spannende Geschichte angeht, wird es so bald auch nicht geben. See you in another life, brother. Was halten Sie von der Entwicklung von "Lost" über die letzten Jahre? Haben Sie das Serienende schon gesehen und denken Sie, dass genügend Fragen beantwortet wurden? Schreiben Sie uns an leserbriefe@trekzone.de! |
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Fahrt mit der altgriechischen Dampflock "Kampf der Titanen" in 2.5 D... Mit "Percy Jackson" hatte bereits im Februar die griechische Mythologie Einzug in die deutschen Kinos gehalten. Während dieser doch eher auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten war, sollte das Remake von "Kampf der Titanen" eher die älteren Zuschauer ansprechen. Die Voraussetzungen waren an sich schon mal nicht schlecht: Mit Sam Worthington ("Terminator 4", "Avatar") hatte man einen Schauspieler, der beim Publikum gut ankommt. Liam Neeson als Zeus und Ralph Fiennes als Hades sind Garanten für gute Schauspielerei, und Regisseur Louis Leterrier hat sich mit zwei "Transporter"-Filmen und "Der unglaubliche Hulk" einige Fans geschaffen. Man muss dem Film auch bescheinigen, dass er einige atmosphärische Szenen hat. Besonders die Welt der Götter auf dem Olymp wirkt faszinierend und auch erfrischend anders. Der Boden, auf dem sie sich bewegen, ist unsere Welt, man sieht weite Landschaften unter Ihren Füßen und sie selber wurden effekttechnisch so bearbeitet, dass sie etwas leicht "Außerweltliches" an sich haben.
Von der visuellen Seite her überwiegen die positiven Aspekte. Landschaften, Städte und die Vielzahl der Effekte (zum Beispiel die Skorpione aus dem Trailer) können sich sehen lassen und sorgen für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Bei der Medusa erkennt man leider ganz genau, dass diese dem Computer entsprungen ist, und auch bei der Stadt Argo lässt sich nicht leugnen, dass der Computer seine Finger im Spiel hatte. Das ist aber eigentlich Jammern auf hohem Niveau, da im Großen und Ganzen der optische Eindruck passt. Die größte Enttäuschung des Films dürfte die groß beworbene dritte Dimension sein. Leider sieht man dem Film nur zu gut an, dass er in 2D gedreht worden und erst nachträglich in 3D konvertiert worden ist. Der computeranimierte Anfang des Films glänzt noch mit Dreidimensionalität, sobald jedoch die realen Szenen beginnen, stellt sich die Enttäuschung ein: Ein Minimum an Räumlichkeit ist erkennbar, ob man eine 3D-Brille trägt oder nicht, spielt in vielen Szenen jedoch keine große Rolle. In einer Szene wird ein Gegenstand dem Zuschauer entgegengeworfen − man sollte meinen, dass sich diese Szene geradezu aufdrängt, dem Zuschauer etwas zu zeigen, dass die Leinwand verlässt und ein Wow-Erlebnis schafft. So kann man sich täuschen: Anscheinend wollte man auf den "Avatar"-Zug aufspringen, hat aber nur eine altgriechische Dampflok erwischt. "Kampf der Titanen" ist typisches Hollywood-Kino: nicht besonders originell, aber unterhaltsam. Interessanterweise war die ursprüngliche Handlung des Films (wie es im Internet mehrmals zu lesen war) wohl um einiges düsterer. Es sollten mehr Intrigen unter den Göttern die Handlung bestimmen, und das doch eher kitschige Ende war anscheinend auch eher einem Eingreifen des Studios zu verdanken. Auch wenn vieles im Internet sich doch als Gerücht herausstellt, so fragt man sich schon, weshalb ein bekannter Schauspieler wie Danny Huston ("Robin Hood", "X-Men Origins: Wolverine") als Poseidon gerade mal zwei oder drei Sätze hat. Das würde die Theorie belegen, dass der ursprüngliche Schnitt des Filmes etwas anders ausgesehen hat. Vielleicht kann man ja auf DVD oder Blu-ray mal einen Director's Cut bewundern, der über den Mainstream hinausgeht und beweist, dass man sich ab und zu doch noch kreative Gedanken macht, wenn ein altbekanntes Thema neu aufgelegt wird. |
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Für Leute, die dem Fußballrummel entgehen wollen Die Hörspiele "Der Untergang der Alpha-Base" und "Planet Eden − Teil 5" Raumstation Alpha-Base − 7: Der Untergang der Alpha-Base
Die Fronten sind verhärtet. Die Taylonen fordern nach wie vor von Kapitän Schwing die Herausgabe der Offiziere Ellis Thomas und Hully. Allerdings lässt sich die Flottenkommandantin nicht erpressen. Den Stein des Anstoßes, das gestohlene Artefakt der Taylonen, befindet sich in Besitz der Imperialen Kett Norka. Unerreichbar für Kapitän Schwing. Die Taylonen erklären der Alpha-Base den Krieg und vernichten deren Schutzschilde. Kett Norka zieht sich zurück und überlässt die Alpha-Base ihrem Schicksal. Die Raumstation droht abzustürzen. Planet Eden − Teil 5
Die Crew der Raumstation Kopernikus kommt hinter das Geheimnis von Station 9. Unter hohem Risiko entflieht sie den Kannibalen, zu ihrem Leidwesen nach einem ausgiebigen Abendessen mit ihren Gastgebern, und sie wird von Insekten verfolgt. Auf der Flucht stirbt ein Crewmitglied. In buchstäblich letzter Sekunde erreichen die anderen den rettenden Transworld Locomotion Express und fahren aufs Geratewohl los. Das Ziel lautet Paris. Doch plötzlich stoppt der Eilzug und die Insekten holen auf. Alles scheint zu spät. Dann aber ertönt das rettende Kampfsignal der Nimrods, äußerst effektiven Kampfrobotern. |
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Vampire, Teenager und DiCaprios Agententeam Kino-Guide Juli 2010 Predators (USA 2010)
Inhalt Eclipse − Bis(s) zum Abendrot (USA 2010)
Inhalt Moon (Großbritannien 2009)
Inhalt Inception (USA 2010)
Inhalt
Schön bis in den Tod Lügen macht erfinderisch Toy Story 3 |
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Alice im Wunderland und Zombies auf der Insel DVD-Guide Juli 2010 1.7. − "Das Kabinett des Doktor Parnassus" DVD DES MONATS: Für seine Unsterblichkeit muss ein Gaukler die Seele seiner Tochter an den Teufel abtreten. Skurril-bombastisches Fantasy-Drama (2009) von Terry Gilliam mit Christopher Plummer, Johnny Depp und Heath Ledger in seiner letzten Rolle. Auch auf Blu-ray. 1.7. − "Die Horde" Cops wollen Gangster-Bande abmurksen. Zu dumm, dass diese zur Zombie-Brut mutiert ist. Cool inszenierter Horror-Actioneer (2009) aus Frankreich, kann aber dem Genre nichts Neues abgewinnen. 2.7. − "Stag Night" In falscher U-Bahn-Station ausgestiegen, mörderischem Hinterwäldler begegnet. Platte Story, aber gut inszeniert: Horror-Streifen (2008) mit Breckin Meyer ("Road Trip") und Vinessa Shaw ("40 Tage und 40 Nächte"). 9.7. − "Days of Darkness" Eine Gruppe Überlebender versteckt sich in einem Bunker vor ... richtig, Zombies! C-Movie (2007) nach bekanntem Muster. 12.7. − "The Fire Dragon Chronicles 2: Dragon Quest" Krieger suchen einen Drachen, um mit ihm einen bösen Drachen und dessen Herrscher zu bezwingen. Fantasy-Streifen haben eigentlich nichts im Low-Budget-Sektor verloren, diese Video-Geburt (2009) wirkt einfach nur lächerlich. Toughe Männer der Besetzung (Marc Singer, Brian Thompson), schämt euch! 15.7. − "Alice im Wunderland" Das Mädchen Alice landet in einer wunderlichen Fantasiewelt. Passend zum "Neustart" von Tim Burton erscheint auch dieser zweiteilige TV-Film (1985) nun auf DVD. Nicht mehr zeitgemäße Masken und Songs, aber dafür dutzende Stars wie Sammy Davis jr., Ringo Starr, Lloyd Bridges, Telly Savalas, Red Buttons und Shelley Winters. 15.7. − "Days of the Dead 3" Alien-Parasit infiziert Militär-Lager und verwandelt alle in ... richtig, Zombies! Action/Horror (2008) mit passablen Effekten und Schauspielern, aber mieser Dramaturgie und Story. 15.7. − "Lost Island" Boot-Crash bringt eine Gruppe von Freunden auf eine Insel, die von mörderischen Humanoiden bewohnt wird. Sollte mal "The Tribe" heißen und eine andere Besetzung haben, schließlich wurden aber zwei (fast) inhaltsgleiche Streifen gedreht. Dieser hier hat wenigstens Lance Henriksen im Cast. "The Tribe − Die vergessene Brut" mit Jewel Staite erschien schon 2009 auf DVD. 16.7. − "Percy Jackson: Diebe im Olymp" DVD DES MONATS: Der unscheinbare Schüler Percy entdeckt, dass er ein Abkömmling griechischer Götter ist. Unterhaltsames und familientaugliches Fantasy-Abenteuer (2010), die Fortsetzung ist wegen mäßigem Einspielergebnis leider nicht garantiert. Auch auf Blu-ray. 22.7. − "#9" Neun Puppen versuchen herauszufinden, was sie nach der Apokalypse tun sollen. Schräger Animationsfilm (2009), produziert von Tim Burton. Auch auf Blu-ray. 22.7. − "Alice im Wunderland" DVD DES MONATS: Alice kehrt ins Wunderland zurück und muss eine Prophezeihung erfüllen. Unzählbare optische Gags und skurrile Einfälle, herrlich überdreht gespielt, doch leider storymäßig etwas flach ausgefallen: Tim Burtons neustes Fantasy-Spektakel (2010) mit Jonny Depp. Auch auf Blu-ray. 22.7. − "Battlestar Galactica − Season 4 − Box 1" Baltar steht vor Gericht, während die Suche nach der 13. Kolonie weitergeht. Die Sci-Fi-Serie (2007) geht in ihre letzte Staffel, die leider den Bogen etwas überspannt. 29.7. − "Fall 39" Sozialarbeiterin nimmt ein Mädchen bei sich auf, das ein düsteres Geheimnis verbirgt. Christian Alvarts lang verschobener Mystery-Thriller (2008) mit Renée Zellweger bietet ordentliche Thriller-Kost. 30.7. − "Sea Beast" Mutierter Riesenfisch macht Jagd auf Menschen. Sci-Fi-Channel-Produktion (2008) aus ihrer "Maneater"-Reihe: ordentliche CGI-Monster, laue Story. |
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Exobiologie: Sein oder Nichtsein Das ist auch auf Titan die Frage Neue Untersuchungen der Ergebnisse der Cassini-Mission deuten auf einen überraschend niedrigen Wasserstoff- und Ethinwert auf der Titanoberfläche hin. Ethin, der einfachste Vertreter der Alkine, ist landläufig auch unter seinem Trivialnamen Acetylen bekannt. Beides sind vorläufige Befunde, die nicht auf direkten Messungen beruhen, darüber hinaus ist im speziellen Hinblick auf die Wasserstoffabwesenheit der simulatorische Hintergrund hervorzuheben. Versteckt sich also hinter diesen Ergebnissen etwa der lang ersehnte Nachweis von existierendem exotischem Leben auf dem Saturnmond (TZN Raumfahrer.net berichtete)? Ein solches Urteil zu fällen wäre aktuell noch immer weit von einem belastbaren Beweis entfernt, was die Ergebnisse aber nicht uninteressanter macht, denn trotz allem könnte sich in ihnen der Nachweisansatz nicht wasserbasierter Organismen finden lassen. Aus astrobiologischem Blickwinkel betrachtet eine möglicherweise nicht unerhebliche Entwicklung.
Diese vor fünf Jahren publizierten spekulativen Annahmen erfahren aktuell durch zwei Arbeiten jüngeren Datums durchaus einiges an Unterstützung. Wie auch schon McKay und Smith fünf Jahre zuvor kommen Clark et al. in ihrem in Druck befindlichen Paper ebenfalls zu dem Ergebnis eines zu niedrigen Acetylengehalts auf der Titanoberfläche. Zusätzlich prognostiziert Strobel in seiner ebenfalls derzeit in Druck befindlichen Arbeit einen starken oberflächennahen Wasserstoff-Teilchenfluss. Die Gegenwart verschiedenster organischer Moleküle auf Titan in nachweisbaren Mengen ist seit der Huygensmission ausreichend gut dokumentiert. Ungesättigte Kohlenwasserstoffverbindungen − die Alkine, zu denen das eingangs erwähnte Ethin zählt, wie auch gesättigte Kohlenwasserstoffe (die Alkane wie Ethan) "flocken" aus der dichten Atmosphäre aus und erreichen die Mondoberfläche, wo sie sich in den seit 2008 bestätigten Kohlenwasserstoffseen hauptsächlich um die Polregionen des Titan sammeln. Allerdings eignen sich das Ethan und die aus ihm durch ultraviolette Einstrahlung gebildeten Tholine nur bedingt als Nahrungsgrundlage, da sie lediglich das absolute Minimum des auf der Erde für bakterielle metabole Aktivitäten notwendigen Energiebedarfs bereithalten. Acetylen hingegen offeriert ein etwa sechsfach erhöhtes Energiepotenzial pro Mol und ist darum immer mal wieder spekulativer Gegenstand planetobiologischer Diskurse, wie beispielsweise ebenfalls im Jahre 2005 die Arbeit Schulze-Makuchs und Grinsoons zeigte, die dem Wasserstoff auf Titan eine ähnliche Rolle wie dem Sauerstoff auf der Erde zugestehen, der von Organismen durch Verstoffwechselung zur Energiegewinnung genutzt wird. Abfallprodukt eines spekulativen Wasserstoffmetabolismus' auf Titan wäre demnach Methan, CH4. Jenes Alkan, welches einen deutlichen Prozentsatz in der Mondatmosphäre ausmacht und sich in flüssiger Form in großen Oberflächengewässern sammelt. Wie zuvor schon erwähnt eignet sich Acetylen wegen des besonders hohen Energiepotenzials im besonderen Maße als Energielieferant metaboler Aktivitäten. Doch auch weniger geeignete Kandidaten, wie Ethan (C2H6), können einen gewissen Beitrag leisten, sofern in beiden Fällen die Umstände stimmen. Durch Reaktion der organischen Komponenten in Schokolade beispielsweise mit dem Sauerstoff der Luft hier auf der Erde sollte Energie freigesetzt werden, was allerdings nicht beziehungsweise nur in höchst unzureichendem Maße geschieht. Tatsächlich allerdings existieren bei diesem Beispiel drei Möglichkeiten, den (Reaktions-) Prozess in Gang zu setzen. Entweder erhitzt man die Schokolade auf hohe Temperatur, oder man setzt sie entsprechenden Katalysatoren aus, die die Reaktion anstoßen, oder aber drittens isst man die Schokolade und nutzt praktischerweise in unserem Körper vorhandene biologische Katalysatoren, die die Reaktion erzeugen. Um sich zu entwickeln und zu etablieren, benötigt Biologie also eine Umwelt reich an chemischer Energie und gleichzeitig einen Katalysator, der diese freisetzt. Nicht anders verhält es sich auf Titan.
Organismen stellen auf der Erde nicht zuletzt auch wegen der großräumigen Verbreitung flüssigen Wassers auf der Erdoberfläche ein gängiges Phänomen dar. Noch unbekannt sind weitere gleichermaßen wichtige Eigenschaften im Hinblick auf ein möglicherweise lebensfreundliches Klima der Seen auf Titan. So wie beispielsweise das Vorhandensein von Strömungen, die die einzelnen Bestandteile innerhalb der Lösung vermengen. Ohne die Anwesenheit solcher Mischkapazitäten blieben Wasserstoff und Alkine in separaten Schichten getrennt, was die nachhaltige Limitierung der chemischen Reaktionen zwischen ihnen nach sich ziehen würde. Da Leben auf der Erde bekanntermaßen weit verbreitet ist, unterliegt unsere Umwelt demzufolge zwangsläufig früher oder später auch profunden Einflüssen, die direkt beobachtbare Effekte nach sich ziehen. So ist zum Beispiel während der Frühlingsmonate ein signifikanter Abfall der CO2-Konzentration in der Atmosphäre zu beobachten, da Kohlenstoffdioxid während dieser Phase verstärkt durch die Pflanzen zur Bildung der Blattorgane verbraucht wird. Durch das Zersetzen des Laubes in den Herbstmonaten verkehrt sich dieser Befund sodann jedoch ins Gegenteil. Übertragen auf die Verhältnisse des Titans bedeutet dies in allen ernsthaft diskutierten chemischen Methoden zur organischen Energiegewinnung auf Titan (sowohl McKay und Smith, als auch Schulze-Makuch und Grinspoon) den Konsum oberflächennahen Wasserstoffs, der in globalen Skalen nachweisbar sein sollte und aktuell zumindest durch eine Modellberechnung erstmals nachvollzogen werden konnte. Es ist zunächst darum auch im Wesentlichen diese Modellrechnung, die den grundlegenden Unterschied zur bisherigen allgemeinen Gemengelage markiert. Denn trotz intensiver Bemühungen gelang es in der Vergangenheit nicht, den vor dem Hintergrund der bedingten Wasserstoffatmung potenzieller Organismen prognostizierten oberflächennahen H-Verlust relativ zum Atmosphärenbestand aus den Huygensdaten belastbar zu extrahieren. Da kein anderer bekannter biologischer Prozess auf Titan ein entsprechendes Wasserstoffprofil zu etablieren in der Lage ist, wird ein solches oberflächennahes Missverhältnis allgemeinhin als entscheidendes Indiz metaboler Aktivitäten angenommen. Vieles ist hinsichtlich der Fragestellung nach möglichem Leben auf Titan weiterhin hoch spekulativ und wird es mittelfristig wohl auch bleiben. Dass es allerdings weniger Ethan auf Titan gibt, als dies photochemische Modelle voraussagten, ist seit 2008 durch Lorenz et al. hinreichend sicher etabliert. In den photochemischen Modellen wurde eine global mehrere Meter mächtige Ethanschicht vorhergesagt, die allerdings durch Cassini bis zum heutigen Tage nicht bestätigt werden konnte. Clark et al. kommen in ihrer jüngsten Arbeit ebenfalls zu einem Mangel-Ergebnis. Sie stellen einen Mangel an C2H2 trotz der zu erwartenden Produktion in der Atmosphäre und dem darauffolgenden Absinken auf den Boden fest. Gestützt wird ihre Untersuchung durch die Tatsache, dass ein C2H2-Negativ-Nachweis in den durch Huygens verursachten Ausgasungen (der Landescheinwerfer erwärmte seinerzeit den unmittelbaren Untergrund rings um den Lander) geführt werden konnte. Sowohl der beobachtete Ethan- als auch der Ethinmangel ist aktuell daher weitgehend unstrittig. Richtig signifikant werden beide Befunde aus astrobiologischem Blickwinkel indes erst durch den experimentell nachvollzogenen oberflächennahen Wasserstofffluss, der den Methan- und Ethinmangel eben nicht als Minderproduktion ausweist, sondern ihn in direkten Bezug zu einer Art chemischen Reaktion an der Oberfläche setzt. Leider handelt es sich bei dem durch Strobel postulierten Wasserstofffluss nicht um das Ergebnis von in-situ-Beobachtungen. Er ist vielmehr das Ergebnis einer Simulationsrechnung, die in ihrem Ursprung das Ziel verfolgte, die nachgewiesenen Wasserstoffkonzentrationen der unteren und höheren Atmosphärenschichten des Mondes kraftschlüssig nachvollziehen zu können. Es ist demzufolge nicht hinreichend klar, wie belastbar seine Ergebnisse und Interpretationen sind. Schließlich wurde der Algorithmus primär zu anderen Zwecken erstellt. Auch ist unsicher, inwieweit er Titans Chemie hinreichend präzise simuliert. In der Gesamtbetrachtung lassen sich die derzeit vorgestellten Befunde anhand von vier möglichen Ursachen unterschiedlich hoher Wahrscheinlichkeiten erklären. 1. Die Feststellung eines stark ausgeprägten oberflächennahen Wasserstoffflusses ist fehlerhaft. Es existiert kein Leben auf Titan. 2. Es existiert ein physikalisch induzierter Transportprozess, der Wasserstoffisotope von den oberen in die unteren Atmosphärenschichten umverteilt. Eine Möglichkeit hierzu bietet sich durch Adsorption (also der Anreicherung) der soliden organischen Atmosphärenpartikel, die im weiteren Verlauf auf die Oberfläche niedergehen. Allerdings stellt die Adsorption einen Isotopenfluss und keinen Isotopenverlust dar. 3. Stellt sich der Wasserstoffverlust an der Oberfläche als konsistent heraus, benötigt der nichtbiologische Erklärungsansatz zwingend einen Katalysator, der die Hydrierungsreaktion (Wasserstoffpassivierung) bei minus 180 °C Oberflächentemperatur nicht nur initiiert, sondern darüber hinaus auch in Gang hält. 4. Der zu geringe Anteil an Wasserstoff, Ethin und Ethan erklärt sich durch einen bislang unbekannten methanbasierten Metabolismus. Weiterführende Links TZN Raumfahrer.net: Cassini-Huygens |
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