TZN

incoming message

"In der langen Geschichte der Medizin hat noch nie ein Arzt den Anfang eines Theaterstücks mitbekommen."

 − McCoy
 − in "Kodos, der Henker"

Mai 2012

 

ISSN 1684-7385

Volume VI

Ausgabe 115 (#168)

 features

 

Zachary Quinto

Wall Street & Weltraum

Der Spock-Darsteller im Interview zu "Der große Crash" & "Star Trek"

Durchs Stargate

Mehr als Zelenka

David Nykl im Exklusiv-Gespräch mit dem TrekZone Network

Mondgesicht

Punkt, Punkt, Komma, Strich

Vom unrühmlichen Anfang der "Star Trek"-Comics

 

Fans bringen Leben

Ob Fed- oder AECON - "Das wird ein Spaß!"


Liebe Leserinnen und Leser,

zählen Sie schon die Tage bis zur FedCon oder AECON? Wenn Sie diese Ausgabe der "Incoming Message" vor sich haben, ist es nicht mehr lange hin. Als kleine Einstimmung hierauf erwartet Sie ein prall gefüllter Newsletter. Aber auch die Freunde von "Diablo" werden diesen Monat nicht zu kurz kommen. Am 15. Mai erscheint der dritte Teil des Kult-Spiels.

Was den neuen "Star Trek"-Film anbelangt, so werden die Dreharbeiten in Los Angeles bald beendet sein und in San Francisco weitergehen. Doch nun möchte ich Sie in Ihren Con-Vorbereitungen nicht weiter aufhalten! Ich wünsche Ihnen viel Spaß - und berichten Sie doch mal, wie es so war!



Viel Spaß beim Lesen!

Melanie Brosowski
Chefredakteurin

 
   

Inhalt

Die ganze Ausgabe auf einen Blick

Punkt, Punkt, Komma, Strich ...

Die Geschichte(n) der "Star Trek"-Comics.

Blick auf die Trek-Kino-Anfänge

Hinein in das Schwarze Loch, Teil 2.

"Wo noch nie eine Frau zuvor gewesen ist"

45 Jahre "Star Trek" und Feminismus - eine Buchrezension.

Von Wall-Street-Kritik und Weltraum-Romantik

Ein Interview mit Zachary Quinto, Teil 2.

"Die Frau in Schwarz"

Ein Leben nach "Harry Potter".

Mehr als Zelenka

Ein Interview mit David Nykl.

"Der Grabhügel" und "Der Ring des Thot"

Gruselkabinett, Folgen 60 und 61.

Kino-Guide Mai

"Men in Black³" und "Dark Shadows".

Besuch aus dem Reich der Mitte

Chinesische Raumschiffe zur ISS?

Impressum

Redaktion, Abonnement und Copyrights.

Wussten Sie, dass ...

... die Episode "Spock unter Verdacht" eine der wenigen Folgen ist, in denen nicht gebeamt wird?

... die Episode "Spock unter Verdacht" vom Film-Duell im Atlantik ("The Enemy Below", 1957) inspiriert ist, in dem es um einen Kampf zwischen einem amerikanischen Zerstörer und einem deutschen Unterseeboot während des Zweiten Weltkriegs geht?

... Grace Lee Whitney in der Episode "Kodos, der Henker" zwar einen Auftritt als Janice Rand hat, aber keinen Text?


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Punkt, Punkt, Komma, Strich ...

Die Geschichte(n) der "Star Trek"-Comics

Teil 1: Die Gold Key Comics

Am 8. September 1966 flimmerte die erste Episode der "Star Trek"-Reihe über den Bildschirm. Noch während (!) der Ausstrahlung der "Star Trek"-Serie hat der Verlag Gold Key Comics sich auch der Veröffentlichung von "Star Trek"-Comics angenommen. Diese sind Jahre später größtenteils auch auf Deutsch erhältlich und alle Jahre lang versucht ein Verleger Sammelbände aufzulegen – allerdings halten diese Versuche nie bis zum Ende durch. Dabei sind knapp bis zum Erscheinen des ersten Kinofilms 61 Ausgaben veröffentlicht worden, wovon einige nur mit anderem Cover erneut aufgelegt worden sind.

#1 – The Planet of No Return

Im Juli 1967 wurde die erste Ausgabe veröffentlicht. Die Handlung spielt zur Sternzeit 18:09.2. Wie man sieht, hat Gold Key sich nicht allzu viele Gedanken um die Sternzeit gemacht. Danach dürfte die Episode übersetzt im ersten Jahr der Fünfjahresmission spielen, etwa einzuordnen nach "Spock unter Verdacht". Die Handlung ist schnell erzählt: Auf einem Planeten, auf dem es intelligentes, aber recht invasives Pflanzenleben gibt, kämpft ein Außenteam der Enterprise um sein Leben. Die Zeichnungen sind recht preiswert – das Heft war damals nicht minder preiswert: zwölf Cents. Heute ist die Originalausgabe mit Fotocover allerdings unerschwinglich. Die Charaktere kann man kaum wiedererkennen, weder zeichnerisch noch charakterlich. Die eigentlich friedfertige Mission des Schiffes wird aufgrund des Endes ad absurdum geführt. Viele Ausführungen, ob verbal oder zeichnerisch lassen nur vage die Serie erkennen. Manchmal sind McCoy und Kirk doch schon in Nahaufnahmen erkennbar, Spock häufig nur an seinen langen spitzen Ohren. Bemerkenswert ist hier, dass Janice Rand doch einen größeren Auftritt absolvierte als sie manchmal zu Serienzeiten hatte. Auch wenn "das Mädchen" eigentlich nur da ist, um von den Kerlen gerettet zu werden ...

#2 - "The Devil's Isle of Space"

Ganze acht Monate später erschien die zweite Ausgabe der Reihe. Im März 1968 oder zur Sternzeit 19:03.2 sind Kirk und Co. gelinkt worden und sollen Zwangsarbeiten für ihre Sklaventreiber leisten. Auffällig ist, dass vieles eher die Technik der 60er-Jahre denn die der Serie zeigt, wo man sich schon fragen muss, ob die Zeichner oder Autoren die Serie überhaupt oder nur Fotos davon gesehen haben. Da ist von Radioperiskopen die Rede, ein Crewman hat einen riesigen Kopfhörer auf, da schwingt es und pingt es, dass es eine wahre Freude ist. Auffällig ist auch die martialische Handlung. Entweder schlagen sich diverse Akteure nur oder man sieht nur zu, wenn irgendwer explodiert anstatt zu helfen ... Häufig schauen einige Offiziere nur dumm zu, von den falschen Uniformfarben ganz zu schweigen, allerdings durfte der damalige Fan für zwölf Cents auch nicht wählerisch sein. Es war nun mal eine Kinderreihe und dementsprechend sind auch die Handlungen und Charaktere gezeichnet. Es sollte jedoch auch anspruchsvolle Handlungen geben, die denen der TOS-Reihe in nichts nachstanden ...

 
 

Eine Zivilisation wollte sich das Leben einfach machen und hat riesige Maschinen entworfen, die ihre Städte bauten.


#3 – "Invasion of the City Builders"

Im Dezember 1968 konnte der Käufer für drei Cents mehr bereits Ausgabe 3 in den Händen halten. Ungeachtet der noch äußerlich schlechter dargestellten Charaktere, einer Enterprise, die mit Düsenschubkraft über der Stadt herzufliegen scheint und eines Spocks, der eine 100 Jahre alte Filmrolle (!) eines Erkundungsschiffes des Raumschiffes hervorholt, um sie in den Projektor zu werfen, ist die Handlung an sich schon TOS-reif. Eine Zivilisation wollte sich das Leben einfach machen und hat riesige Maschinen entworfen, die ihre Städte bauten. Diese Zivilisation ist mittlerweile fast ausgestorben, aber die Maschinen bauen mit ihren Städten die ganze Planetenoberfläche zu. Verzweifelt wenden sich die Überlebenden an die Enterprise-Besatzung. Die Sternzeit 20:14.6 spielt noch innerhalb des ersten Jahres der Fünfjahresmission.

#4 - "The Peril of Planet Quick Change"

Im Juni 1969 erschien die zu Sternzeit 21:06.7 spielende Geschichte um einen instabilen Planeten. Es dürfte aber nicht nur an der Instabilität des Planeten gelegen haben, dass sich die Ohren von Mr. Spock immer höher in die Länge ziehen ließen und sich die Darstellungsform stets veränderte ...

#5 – "The Ghost Planet"

Die nächste Ausgabe war im September 1969 veröffentlicht worden. Sternzeit 26:06.4: Strahlung hat eine Welt unbewohnbar gemacht. Die Einwohner leben auf – relativ kleinen – Raumstationen. Überbevölkerung und Nahrungsmittelknappheit lassen die Zivilisation am Rande des Untergangs balancieren. Kirk greift ein. – Mit dieser Geschichte war eigentlich klar, dass den Zeichnern irgendwelche Fotos vorliegen mussten. Kirk hatte hier das Phasergewehr Typ 3, das er gegen Gary Mitchell eingesetzt hatte. Die Serienkontinuität war auch damit – eher unfreiwillig gewahrt –, dass Kirk es nicht so mit der ersten Direktive hatte ...

#6 – "When Planets Collide"

... schlagen im Dezember 1969 beziehungsweise Sternzeit 23:00.9 bereits auch kleine Gesteinsbrocken durch die Brücke der Enterprise und machen aus ihr einen Schweizer Käse. Nichts, was ein U-Boot-Ventil nicht ausgleichen könnte ... Es wird unter anderem auch hier wie häufiger in der Reihe davon ausgegangen, dass im Weltraum Esperanto gesprochen wird, also eine angeblich leicht erlernbare, konstruierte Sprache für den internationalen Gebrauch, die es tatsächlich gibt und die wirklich heute auch von einigen gesprochen wird, die allerdings nicht die Stellung besitzt, für die sie damals entwickelt werden sollte. So umgeht man das Problem mit der Verständigung und dem Universalübersetzer. Auch vom Weltraum allgemein scheint man nicht so viel Ahnung zu haben, so dringt die Enterprise in den Gold Key Comics tatsächlich in Galaxien vor ...

#7 – "The Voodoo Planet"

Dieser Band, der im März 1970 erschien, schien wohl Khan im Sinn zu haben. Sternzeit 24:17.9: Wir haben mal wieder einen durchgeknallten – Deutschen (!) – der damals auf der Erde über ein Königreich geherrscht hat und der mit einer Rakete zu einer Klasse-M-Welt geflohen ist. Dort hat der fleißige Dressler mal eben schnell die ganze Erde nachgebaut und zwar aus Papier. Wenn er wie weiland Godzilla die Pappmachégebäude puttmacht, werden gleichzeitig auf der Erde ebenfalls die Wahrzeichen vernichtet. Der Voodoo-Planet funktioniert. Einerseits könnte die Kontinuität hier wieder einen Augment zeigen, wobei sich mir die Frage stellt, wie Dressler seit den Eugenischen Kriegen so lange überleben konnte. Die Erde des 23. Jahrhunderts unterscheidet sich im Übrigen nicht von der Erde der 1960/70er-Jahre. Da haben wir Autos, Typen mit Hut und Anzug und den ganzen Verkehr, den wir heute auch so haben. Die Frage ist natürlich auch, wie die Enterprise mal wieder in die Atmosphäre eindringen konnte und so niedrig über der Stadt herfliegt, und aus ihrer Shuttlebucht scheint es auch zu brennen ... Die Geschichte, so lächerlich sie auch klingen mag, ist jedoch noch eines der Highlights der ersten paar Ausgaben.

#8 – "The Youth Trap"

Sternzeit 31:09.4: Im September 1970 schwirrt die Enterprise mal wieder in einer anderen Galaxie rum. Nur um dort einen bösen Herrscher vorzufinden, der seine bösen Jugendstrahlen loslässt. Grund genug für Kirk, mal wieder die Erste Direktive zu ... umgehen. Geradezu lächerlich ist der finster dreinblickende Säugling am Ende. Fremdschämfaktor 4, Mr. Sulu.

Trek-Zone

Die Geschichte(n) der "Star Trek"-Comics - aufgeschrieben von Christian Freitag.


 

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Blick auf die Trek-Kino-Anfänge:

Hinein in das Schwarze Loch, Teil 2.

"Mein Agent rief mich an", fuhr er fort, "und sagte: 'Was wollen Sie tun?'" Ich sagte, ich würde gern einen Science-Fiction-Film machen. Und er sagte: "Nun, ich bin sicher, dass Sie nicht 'Star Trek' machen wollen." Ich sagte: "Moment mal – die machen einen Film aus 'Star Trek'?" Er sagte:"Ja, aber es wird nur ein Zwei- oder Drei-Millionen-Dollar-Quickie." Ich sagte ihm: "Wenn sie das wirklich tun, wissen sie nicht, was sie daran haben. Lassen Sie es uns herausfinden."

Prompt bekam ich einen Anruf von Jerry Eisenberg, der die Leitung hatte. Wir redeten und ich kam zu ihm und traf ihn zuerst und dann Gene Roddenberry. Während ich zu diesem Projekt kam, wurde es von einem kleinen Projekt zu einem Zehn-Millionen-Dollar-Film. Zusätzlich zu all dem hatte gerade die Originalbesetzung tatsächlich begonnen, dafür zu unterschreiben, ihre alten Rollen noch einmal darzustellen – mit der Ausnahme von Leonard Nimoy, der zu der Zeit alle Interviews zum Thema "Star Trek" verweigerte. William Shatner hingegen hatte kein Problem damit, über die Situation zu reden.

"Leonard Nimoy hat ein Problem damit und das ist legitim", sagte Shatner 1976. "Es geht um das Merchandising und das ist etwas, das mich selbst auch ärgert. Unsere Gesichter erscheinen auf Produkten überall im Land, auf aller Welt, und wir sind dafür nicht gerecht bezahlt worden. Leonard ging durch London, England. Er stoppte, um auf eine Werbetafel zu schauen. Diese war in drei Abteilungen unterteilt. Die erste Sektion war Leonards Gesicht mit den Ohren – Spock – und seine Ohren hingen herab. Die zweite Sektion der Werbetafel zeigte Leonard mit den hängenden Ohren, einen Humpen Ale haltend. Die dritte Sektion zeigte einen leeren Humpen Ale und Leonards Gesicht mit Ohren, die stracks nach oben standen. Das waren die Probleme, die Leonard und ich schon immer damit hatten, dass wer auch immer 'Star Trek' benutzen konnte."

"Ich meine, Kids laufen herum mit meinem Gesicht auf dem T-Shirt. Die Leute beuten uns aus. Nun, jedenfalls ging Leonard zum Studio zurück und sagte: 'Da draußen ist eine erniedrigende Werbetafel von mir. Habt Ihr Jungs das Okay dafür gegeben?' Und er ging vor Gericht und versuchte, dagegen zu klagen. Und genau jetzt will Paramount Leonard und Leonard will gerechte Bezahlung. Es ist für Paramount nur vernünftig, seinen Forderungen nachzugeben. Irgendetwas ist hier passiert. Jemand hat viel Geld mit der Serie gemacht und die Leute, die die Show gemacht haben, haben sehr wenig davon gesehen. Ich denke also, dass Leonard voll im Recht ist."

Während Nimoy also vielleicht doch damit einverstanden war, die geplante Wiederauferstehung von "Star Trek" zu machen, konnte sich das Format erneut ändern und er konnte wieder herausgestrichen werden. Je mehr Zeit verging, umso mehr schien es, als seien die Probleme, vor denen Cast und Crew standen, unerschöpflich. Doch trotz all dieser Umstände blieb Roddenberry optimistisch. "Ich bin sehr zufrieden mit dem Fortgang des Films", sagte er zu dieser Zeit begeistert. "Wir haben gerade die Unterschrift von Phil Kaufman bekommen – der viele gute Filme gemacht hat. Er wird Regie führen." Die Dinge begannen sich wirklich zu ändern, als das Studio seine Führungsmacht verlagerte und David Picker das Ruder übernahm. Er übertrug Jerry Eisenberg das Kommando über den Film und Jerry weiß, wie man mit Kunden umgeht. Als diese Männer erst einmal an Bord waren, begannen die Dinge sich langsam aber sicher zu bewegen.

 
 

"Ein Film ist in vielerlei Hinsicht etwas völlig anderes als eine Fernsehserie."


"Es brauchte mehr Zeit als gewöhnlich, ein gutes Skript zu bekommen, weil wir ungewöhnliche Probleme hatten. Dies ist nicht nur irgendein anderer Film – dies ist 'Star Trek'!" Viele Leute in diesem Geschäft haben zu mir gesagt: "Hey, es sollte einfach sein, diesen Film zu machen. Mach einfach eine ausgedehnte Fernsehepisode. Davon hast du schon viele gemacht; mach es einfach noch einmal." Nun, so wollte ich es aber nicht machen. Ein Film ist in vielerlei Hinsicht etwas völlig anderes als eine Fernsehserie. Einmal hat das Publikum Geld in diesen Film investiert. Sie haben Geld für das Ticket ausgegeben, außerdem für das Parken, einen Babysitter, vielleicht ein Essen. Sie wollen keine Fernsehserie sehen. Sie wollen gefesselt werden, sie wollen etwas Besonderes. Es ist, als ob man ein Buch liest und nach und nach feststellt, dass es miserabel ist. Wenn man es geschenkt bekommen hat, sagt man sich: Na ja, es hat ja nichts gekostet und deshalb ist es nicht so schlimm, wenn es schlecht ist. Aber wenn man 8,95 dafür bezahlt hat, dann ist man ein bisschen angepisst.

"Mit dem 'Star Trek'-Skript haben wir Persönlichkeiten definiert und jetzt können wir nichts mehr machen, was den Verhaltensweisen widerspricht, die wir in der Vergangenheit festgelegt haben. Wir fanden heraus, dass es einfacher ist, die Arbeit bezüglich der Storyline selbst zu machen, aber weil es schon all diese Details gibt, die so gut bekannt sind, wird es immer schwerer und schwerer etwas Neues zu machen. Zu diesem Zeitpunkt weiß ich noch nicht, worauf es hinauslaufen wird, aber ich bin sicher, dass es ein Film von hohem Unterhaltungswert sein wird – Action, Abenteuer und ein kleines bisschen Komödie. Ich will ein 2001."

Unglücklicherweise hat er es nicht bekommen, aber nicht, weil er es nicht versucht hätte. Das Scott-Bryant-Drehbuch beginnt mit der Enterprise, die ein Notsignal untersucht, das von der U.S.S. DaVinci gesendet wurde. In dem Moment, als sie in dem Quadranten des Weltraums ankommen, ist das andere Schiff verschwunden. Plötzlich wird Kirks Gehirn von elektromagnetischen Wellen manipuliert, was dazu führt, dass er sich unberechenbar verhält und ein Shuttle nimmt. Er fliegt es in die Nähe eines unsichtbaren Planeten und verschwindet. Drei Jahre später leitet Spock eine Expedition zurück in diesen Bereich des Weltraums und sie entdecken etwas, das sie für den Planet der Titanen, einer antiken aber fortschrittlichen Rasse, die als ausgestorben galt, halten. Das Problem ist, dass der Planet in ein Schwarzes Loch gezogen wird und es wird ein Wettlauf zwischen der Föderation und den Klingonen, die beide an dieser besonderen Welt interessiert sind. Diejenigen, die den Planeten retten, werden die Früchte Ihres Wissens ernten.

Auf der Oberfläche des Planeten entdeckt Spock Kirk, der dort als Wilder lebt. Aber irgendwie wird der Captain in kürzester Zeit wieder normalisiert und sie entdecken gemeinsam, dass der Planet von den bösen Cygnans bewohnt wird. Sie sind die Rasse, die die Titanen zerstört hat. Die Geschichte endet damit, dass Kirk bei den Bemühungen, die feindseligen Cygnans zu besiegen, die Enterprise in das Schwarze Loch beordert. Susan Sackett schrieb in "The Making of Star Trek: The Motion Picture": "Während der Fahrt in das Schwarze Loch werden die Cygnans vernichtet und die Enterprise entkommt in eine Umlaufbahn um die Erde. Aber es ist die Erde zur Zeit des Cro-Magnon-Menschen, der Wiege der Menschheit. Die antiken Titanen, so scheint es, waren die Menschen auf der Enterprise."

Jon Povill, der sich in den Hintergrund als Gene Roddenberrys Assistent zurückgezogen hat, bemerkte das Projekt mit Interesse, trotzdem war er nicht überzeugt, dass es für "Star Treks" Debüt auf der Kinoleinwand geeignet war. "Es war irgendwie schon ein interessantes Skript", erklärte Povill. "Es war nicht 'Star Trek'. Die Leute hätten es sich vielleicht angesehen und es hätte genauso gut funktioniert wie 'Star Trek: The Motion Picture', aber hätte genauso gut sein können, dass es nicht funktioniert hätte. Chris und Alan fanden ebenfalls, dass es etwas war, das nicht besonders erfolgreich sein würde. Sie hatten nicht das Gefühl, ein Skript geschaffen zu haben, das genau richtig war. Sie fühlten sich damit nicht wohl. Dann entschied Phil Kaufman, dass er es mit dem Skript versuchen wollte. Seine Vorgehensweise war, wie ich denke, noch schlechter als das Skript. Dann löste sich die ganze Sache gewissermaßen in Wohlgefallen auf."

 
 

"Wir bekamen einen großen Stapel zu Lesen. Wir mussten 30 Science-Fiction-Bücher verschiedener Art lesen."


Es ist mehr als 15 Jahre her, seit das Scott-Bryant Skript geschrieben wurde und während Allan Scott zwar nicht mehr an alle Einzelheiten der Storyline im Kopf hat, erinnert er sich doch sehr gut an seine Beteiligung an dem geplanten Film. "Jerry Eisenberg hat uns in das Projekt gebracht", sagt Scott. "Zu diesem Zeitpunkt sollte er der Produzent werden. Wir kamen dorthin und trafen uns mit ihm und Gene. Wir sprachen darüber und das Einzige, worin wir übereinstimmten war die Tatsache, dass wenn sie 'Star Trek' als Kinofilm machen wollten, wir versuchen sollten, so vorzugehen, als wäre es die Serie. Wir würden es auf eine andere Ebene bringen, in eine andere Dimension, wenn Sie so wollen, und am Ende sprachen wir höchst gespannt von einem herausragenden Regisseur und Phil Kaufmans Name kam auf den Tisch. Wir hielten das alle für eine gute Idee und wir trafen uns mit ihm. Phil ist sehr enthusiastisch und hat viel Erfahrung mit Science-Fiction. Wir bekamen einen großen Stapel zu lesen. Wir mussten 30 Science-Fiction-Bücher verschiedener Art lesen. Zu der Zeit hatten wir auch diesen Typen von der NASA, Jesco von Puttkamer, der dem Projekt als Ratgeber zur Verfügung stand. Er war bei einigen Treffen dabei, Gene bei allen."

"Zu der Zeit hatten wir die Information", fügt er hinzu – was in den folgenden Jahren ein wenig entschleiert wurde - "dass sie keinen Vertrag mit William Shatner hatten, so dass wir in der ersten Fassung tatsächlich Captain Kirk herausstrichen. Es war nur einen Monat oder höchstens sechs Wochen später, als wir angerufen wurden und uns gesagt wurde, dass Kirk nun doch an Bord sei und einer der Hauptcharaktere werden sollte. Also war all die Arbeit umsonst gewesen. Damals saßen Chris und ich in einem Raum und entwickelten Ideen für die Geschichte und Begriffe und besprachen sie dann entweder mit Phil oder Gene. Ohne böses Blut zwischen uns wurde klar, dass Gene und Phil unterschiedliche Ansichten darüber hatten, wie der Film gemacht werden sollte. Ich glaube, Gene hatte Recht damit, Dinge beizubehalten. Nicht so sehr die Einzelheiten von 'Star Trek' als viel mehr seine generelle Ethik. Phil hingegen hatte mehr Interesse daran, einen weiteren Bereich von Science-Fiction-Geschichten zu erschaffen, aber trotzdem 'Star Trek' treu zu bleiben. Es gab definitiv ein Tauziehen zwischen den beiden Seiten. Einer der Gründe, warum es so lange dauerte eine neue Story zu finden, war, dass die Dinge sich ständig änderten. Wenn wir etwas hatten, was Gene gefiel, passte es Phil oft nicht und umgekehrt. Wir waren die Deppen in der Mitte."

Das Remake von "Star Trek"

Von Edward Gross, aus dem Englischen von Alexandra Rimpler.


 

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"Wo noch nie eine Frau zuvor gewesen ist"

45 Jahre "Star Trek" und Feminismus - eine Buchrezension.

Inhalt

In "Wo noch nie eine Frau zuvor gewesen ist" zeichnet Thomas A. Herrig die Vielfalt und Entwicklung der weiblichen Charaktere in "Star Trek" nach und reflektiert deren Darstellung vor dem jeweiligen zeitgeschichtlichen Hintergrund der Frauenbewegung. Zwei kompakte, einführende Kapitel bringen den Leserinnen und Lesern zunächst den Begriff der Emanzipation und dann auch das Phänomen "Star Trek" näher.

In den folgenden Kapiteln analysiert der Autor, wie die weiblichen Hauptcharaktere und einige Nebencharaktere in den unterschiedlichen Serien dargestellt wurden. Zugleich gibt er die Entwicklung und Errungenschaften der Frauenbewegung im jeweiligen Zeitraum wider. So spiegelt Herrig die "Star Trek"-Fiktion an der gesellschaftlichen Realität ihrer Zeit, zum Beispiel anhand der Themen Frauenrechte, weibliche Homosexualität, Präimplantationsdiagnostik und auch des Schwangerschaftsverbots, das das Pentagon für Soldatinnen im Irakeinsatz erließ.

Jede "Star Trek"-Inkarnation einschließlich der Zeichentrickreihe wird in einem eigenen Kapitel beleuchtet. Zusätzlich behandelt der Autor den ersten Pilotfilm "Der Käfig" mit seiner prominent platzierten Number One besonders ausführlich, ebenso wie er auch J. J. Abrams' "Star Trek" und der Feminismus-Karikatur durch die in DS9 gezeigte Ferengi-Kultur ein eigenes Kapitel widmet.

Ein Vorwort von Dr. Andreas Rauscher (Autor "Das Phänomen 'Star Trek'") und ein Interview mit Thomas Höhl (Co-Autor "Dies sind die Abenteuer", "'Star Trek' in Deutschland") ergänzen den Text von Thomas A. Herrig.

Kritik

"Star Trek" und Feminismus - zwei Themen, die man nicht direkt miteinander in Verbindung bringt. Wer sich für eines von beiden interessiert, hat vom anderen möglicherweise nur oberflächlich Kenntnis genommen. So tun die beiden einleitenden Kapitel dem Buch gut, da sie ein Verständnis der Materie auch für diejenigen ermöglichen, denen "Star Trek", Feminismus oder gar beides bisher ein rotes Tuch war.

Erfreulicherweise begnügt sich der Autor bei seiner Zusammenfassung des Komplexes "Star Trek" nicht mit der Wiedergabe der Produktionshistorie, sondern erläutert auch das dem Phänomen zugrundeliegende humanistische Denken Roddenberrys und Teile seiner "Star Trek"-Philosophie (zum Beispiel anhand des UMUK-Prinzips). Fast am Rande zieht er im selben Kapitel noch die Gedankenwelten Kants, Marx' und Thomas Mores heran, um die Utopie der "Star Trek"-Welt dem Laien nahezubringen.

Für Trek-Kenner enthält das Buch naturgemäß viele bekannte, teils offensichtliche Fakten, die jedoch durch die Lupe der Frauenbewegung betrachtet im Buch auch einfach nicht fehlen dürfen. Mehrmals gelingt es dem Autor zudem, durch die feministische Interpretation auch Altbekanntem überraschende und neue Einsichten abzugewinnen.

 
 

"Mehrmals gelingt es dem Autor, durch die feministische Interpretation Altbekanntem überraschende und neue Einsichten abzugewinnen."


Zu den Recherche-Ergebnissen, die aus heutiger Sicht überraschen, gehört zum Beispiel, dass die weibliche Führungskraft Number One in den 60er-Jahren bei Testvorführungen von "Der Käfig" besonders beim weiblichen Publikum auf resolute Ablehnung stieß. Und vor dem Hintergrund des gängigen Trek-Kommentars, der die Minirock-Uniformen der Classic-Serie als sexistische Fummel abtut, ist die von Autor mit Zitaten belegte Feststellung, dass der Minirock von Frauen damals "als Symbol der sexuellen Befreiung" angesehen wurde, nicht weniger verblüffend.

Anhand der Beinkleider stellt der Autor auch die im Sinne der Geschlechtergleichheit im Verhältnis zu TOS fortgeschrittene Sichtweise bei TNG dar: Wem schwebt nicht noch das Bild der Männer im Hosenrock aus den ersten TNG-Staffeln vor Augen? Gut herausgearbeitet sind im TNG-Kapitel die nebeneinander bestehenden traditionellen und fortschrittlichen (im Sinne der Emanzipation) Elemente in der Darstellung von Deanna Troi und Beverly Crusher; Frauen, die wie ihre Pendants in den 90er-Jahren vor allem in klassischen Frauenberufen arbeiten. Schade, dass in diesem Kapitel nicht auch auf Ro Laren eingegangen wird, die einen Typ Frau verkörpert, der in TNG sonst kaum gezeigt wurde.

Die DS9-Kapitel behandeln das Frauenbild der Serie ähnlich, wie es auch zur Zeit der Ausstrahlung in den 90er-Jahren oft dargelegt wurde: starke Frauen, jetzt auch in eher klassischen Männerdomänen. Während der Autor an einer Stelle anmerkt, es müsse kritisiert werden, dass Kira im Verlauf der Serie milder und femininer wird, kann sich der Leser fragen, ob ein Charakter nicht auch sowohl emanzipiert sein als auch milde, feminine Tugenden in sich tragen kann. Interessant liest sich, wie der Autor die zweifache Inszenierung weiblicher Homosexualität in der Serie einander gegenüberstellt (die Küsse zwischen Jadzia Dax und Lenara Kahn, 4. Staffel; und zwischen Ezri Dax und Intendantin Kira, 7. Staffel). Der Vergleich zwischen der Entwicklung der Ferengi-Frauen und der realen Emanzipationsbewegung wird zudem plausibel dargelegt.

Dass "Voyager" als die erste "voll emanzipierte Trek-Serie" bezeichnet wird, dürfte den Trek-Fan ebenso wenig überraschen, wie die Untermauerung dieser These mit dem gängigen Argument, dass dort alle weiblichen Charaktere (nach dem Abgang von Kes) in klassischen Männerberufen arbeiten. Faszinierender liest sich, wie der Autor dem eher positiven Echo der US-Medien ob des ersten weiblichen "Star Trek"-Captains die eher abfälligen Zitate aus deutschen Medien ("resolutes Pummelchen mit Hochsteckfrisur") gegenüberstellt. Auch der vom Autor hergestellte Bezug zwischen Kes' Entscheidung gegen ein Kind ("Elogium") und der Lebensweise junger Frauen heutzutage ist lesenswert.

Dass "Enterprise" in der Darstellung der Frauenrollen aus emanzipatorischer Sicht wieder hinter "Voyager" zurückfällt, bleibt unstrittig. Dass, wie der Autor bemerkt, auch Uhura in "Star Trek XI" wieder in die Rolle der wenig mündigen Frau zurückgedrängt wird, kann man auch anders sehen; schließlich löst sie aufgrund ihrer außergewöhnlichen sprachlichen Fähigkeiten den bis dahin Dienst habenden (männlichen) Kommunikationsoffizier auf der Enterprise-Brücke ab, und das auf Dauer.

Insgesamt zieht der Autor dort, wo es passt, Vergleiche zwischen "Star Trek"-Fiktion und den realen Situationen der Frauen zu jener Zeit und zeigt auf, wo die Serien im Frauenbild Vorreiter, wo Mitläufer und wo Nachzügler waren. Wie der Autor selbst anmerkt, lassen sich diese Vergleiche mit der Lage in Deutschland nicht immer genau ziehen, da die Serien zum einen aus einem anderen Land stammen, zum anderen teils erst Jahre später hierzulande ausgestrahlt wurden. So muss es zwangsläufig mehr bei einem Nebeneinander beider Themen bleiben, als dass kontinuierlich Wechselwirkungen hätten aufgezeigt werden können.

Fazit

Das Buch beleuchtet das Phänomen "Star Trek" aus einem Blickwinkel, wie er zuvor in Deutschland noch nicht zu lesen war. Durch eine fundierte und umfangreiche Recherche gelingt es dem Autor, dort wo es möglich ist, die Wechselwirkungen zwischen realer Frauenbewegung und dem fiktionalen Frauenbild in "Star Trek" herauszuarbeiten. Die Beschreibung der Frauenrollen ist dabei mit teils verblüffenden Details angereichert.

Wer sich nicht nur für die in "Star Trek" erzählten Geschichten interessiert, sondern auch für die Hintergründe, wie und warum sie so erzählt werden konnten und welcher Einfluss vielleicht gar von ihnen ausgeht, der - oder die - findet in "Wo noch nie eine Frau zuvor gewesen ist" ein interessantes Werk.

Weitere Infos

Vollständiger Titel "Wo noch nie eine Frau zuvor gewesen ist ... 45 Jahre 'Star Trek' und der Feminismus"

Autor Thomas A. Herrig

Preis 24,90 Euro

Erscheinungsjahr 2011

Umfang 206 Seiten

Verlag Tectum

ISBN 978-3828825673

Weiterführende Links

  • Jetzt bei Amazon.de bestellen
    "Wo noch nie eine Frau zuvor gewesen ist ... 45 Jahre 'Star Trek' und der Feminismus" (Gebundene Ausgabe)

  • Trek-Bücher

    45 Jahre "Star Trek" und die Frauenbewegung: Waren die Serien Vorreiter, Mitläufer oder Nachzügler? Eine Rezension von Henning Koonert.


     

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    Won Wall-Street-Kritik und Weltraum-Romantik

    Ein Interview mit Zachary Quinto, Teil 2

    Im ersten Teil des Interviews (siehe "Incoming Message" 165), das noch vor dem Drehstart zum nächsten Kinofilm geführt wurde, sprach Zachary Quinto über seine ersten Erfahrungen darin, Spock in "Star Trek" zu spielen und über seine Entscheidung, sich als schwul zu outen. Im zweiten Teil erzählt er nun von der Beziehung zwischen Spock und Uhura, die wir in "Star Trek XI" gesehen haben, und beschreibt seine Sehnsucht danach, am nächsten "Star Trek"-Film zu arbeiten. Doch zunächst geht es um "Der große Crash", den Wall-Street-kritischen Kinofilm, den Quinto mitproduzierte und der seit Februar auch als DVD erhältlich ist.

    StarTrek.com: "Der große Crash" ist ein sehr bescheidener Film, der nicht vor Explosionen und visuellen Effekten strotzt, dennoch weist er eine brillante Besetzung auf - beispielsweise Kevin Spacey, Demi Moore, Jeremy Irons und Sie selbst - und angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Lage und mit Hinblick auf die Occupy-Wall-Street-Bewegung hätte er nicht zeitgerechter kommen können. Wie viel Hoffnung hatten Sie, dass der Film sein Publikum finden würde?

    Zachary Quinto: Er wurde mit einer Menge Unterstützung und Interesse verfolgt und die Reaktionen auf den Film waren bisher überwältigend gut. Wir haben eine unglaubliche Besetzung und der Film behandelt eine Thematik, die nicht besser zu den derzeit immer intensiver in unserem Land stattfindenden Diskussionen passen könnte. Daher hoffe ich sehr, dass er sein Publikum finden wird, oder dass das Publikum ihn findet. Ich schätze, wir sind dafür in einer guten Position. Wir haben alles dafür getan, was wir konnten. Der Film hat bereits jetzt meine Erwartungen in der Hinsicht, wohin er mich auf der kreativen Ebene und beruflich bringen würde, übertroffen. Daher bin ich schon jetzt unglaublich stolz darauf und wenn sich dies nun noch steigert, werde ich noch viel dankbarer sein, als ich es schon jetzt bin.

    StarTrek.com: Sie haben in der Vergangenheit einige Kurzfilme produziert, aber dies ist der erste Kinofilm, den Sie gemacht haben. Was also nehmen Sie aus dieser Erfahrung in die folgenden Projekte mit?

    Quinto: Ich habe viel gelernt. Ich habe zunächst gelernt, eine Produktion zu managen, wie man dafür sorgt, dass eine Produktion geschmeidig läuft, vom allerersten Anfang und dann immer weiter. Ich habe gelernt, ein Budget einzuhalten, einen Plan einzuhalten. Ich habe gelernt, wie groß diese Herausforderung ist. Und ich lernte, dass es das Beste ist, sich nicht auf die Extreme einzulassen, die auf diesem Weg liegen. Denn diese Extreme sind es, die der Entwicklung jeder Produktion und jedem kreativen Streben ihren Stempel aufdrücken. Ich lernte, wie man in jeder Paniksituation eine gewisse Ruhe behält, wenn zum Beispiel ein Vulkan ausbricht und es keine Flüge über den Ozean gibt und wir Kevin Spacey bis Donnerstag herbeischaffen müssen.

     
     

    "Ich lernte, wie man Ruhe behält, wenn ein Vulkan ausbricht, es keine Flüge über den Ozean gibt und wir Kevin Spacey herbeischaffen müssen."


    Solche Dinge entwickeln sich auf die eine oder andere Weise und so lernte ich angesichts solcher Extreme, ein bisschen mehr auf dem Mittelweg zu bleiben. Ich lernte, wie man die Visionen eines Regisseurs unterstützt und wie man eine Umgebung schafft, in der Schauspieler dieses Kalibers sich wohl und unterstützt genug fühlen, um die Arbeit zu tun, für die sie so sehr respektiert werden. Und ich lernte, wie erfreulich die ganze Sache sein kann. Mit nichts zu beginnen und schließlich mit etwas zu enden, das man mit anderen Menschen teilen kann. Man kann sich zusammensetzen, darüber reden und sie ermutigen, auch darüber zu reden.

    StarTrek.com: Sie werden außerdem mit einer Rolle in "American Horror Story" ins Fernsehen zurückkehren. Geben Sie uns einen Eindruck, was wir da zu erwarten haben.

    Quinto: Ich spiele den Typen, dem das Haus unmittelbar vor den Harmons [Dylan McDermott und Connie Britton] gehört hat. Nach meinem plötzlichen Ableben bin ich ein Geist mit gewissen Eigentumsansprüchen, weil ich nicht länger in diesem Haus leben konnte, das ich so sehr liebte. Es gibt Rückblenden und das Geister-Dasein. Das ist schon alles.

    StarTrek.com: Was haben Sie in Ihrer Produktionsfirma Before the Door sonst noch in Arbeit?

    Quinto: Wir machen Filme, Fernsehserien und Graphic Novels. Gerade haben wir unsere zweite Graphic Novel fertiggestellt und wir hatten eine Signierstunde in New York, als ich in dieser Woche dort war. Es läuft wirklich richtig gut. Ich bin sehr stolz auf das Buch mit dem Titel "Mr. Murder Is Dead". Es ist der Nachfolger unserer ersten Graphic Novel, die wir im letzten Jahr herausgebracht haben. Diese hieß "Lucid".

    Seit "Der große Crash" haben wir zwei weitere Filme gemacht. Einer ist eine noch unbetitelte Romantic Comedy aus gefundenem Filmmaterial und der andere heißt "The Banshee Chapter". Derzeit sammeln wir Geld für den nächsten Film von ["Der große Crash"-Chefautor] J. C. Chandor, mit dem wir hoffentlich Anfang nächsten Jahres beginnen können. Drei Filme befinden sich dahinter aktuell in der Vorproduktion. Einer von ihnen heißt "You Were Never Here", und wir haben zwei Pilot-Drehbücher, bei denen wir noch kalkulieren. Weiterhin hat mein Produktionspartner eine Show, die ich in einigen Monaten für TNT machen werde. Es gibt in der Firma also viel zu tun und so wie es aussieht, werden wir wachsen und expandieren.

    StarTrek.com: Lassen Sie uns für einen Augenblick zu "Star Trek" zurückkehren. Einige Fans fanden, dass die Spock-Uhura-Romanze frischen Wind bringt, andere fanden es nicht gut, weil es so anders war als das, was sie kannten. Sie waren nicht davon überzeugt, dass die Charaktere jemals so gehandelt hätten. Was dachten Sie über diese Beziehung? Und haben Sie verstanden, warum es manchen Leuten nicht gefallen hat?

    Quinto: Ich bin nicht sicher. Ich tendiere nicht dazu, mich so sehr von den Reaktionen der Leute auf diese Dinge einnehmen zu lassen. Vor allem nicht künstlerisch. Für mich funktionierte es in diesem Film zu 100 Prozent. Es schuf für beide Charaktere eine ganz andere Dimension, als wir sie je im "Star Trek"-Universum gesehen haben. Ich finde, dass dieser Teil der Storyline wirklich eine echte Gefühlsebene zeigte. Ich bin sehr gespannt darauf, wie es damit weitergehen wird.

    StarTrek.com: Welche weiteren Entwicklungen, sowohl im Allgemeinen und natürlich für Spock im Besonderen, erhoffen Sie sich für den nächsten "Star Trek" Film?

    Quinto: Ich bin sehr darauf gespannt zu lesen, was diese Jungs vorhaben. Ich habe so großes Vertrauen in ihre Fähigkeit, fesselnde und dynamische Geschichten zu erzählen, dass ich wirklich unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht. Ich gehe überall hin, wohin sie mich haben wollen. Daher bin ich gespannt und bereit, wenn es so weit ist.

    StarTrek.com: Und nun die letzte Frage. Haben Sie noch irgendetwas in der Pipeline, das Sie zwischen der Fertigstellung von "American Horror Story" und dem Beginn von "Star Trek" machen werden?

    Quinto: Da wird nicht viel Zeit dazwischen liegen. Ich stehe für den nächsten "Star Trek" Film parat, sobald ich nach L. A. zurückgehe. In der Zeit werde ich "American Horror Story" beenden und dann beginnen wir mit "Star Trek". Das heißt, dass ich mit allen Vorbereitungen, die dafür erforderlich sind, wohl keine Zeit haben werde, noch irgendetwas anderes zwischen "American Horror Story" und "Star Trek" zu tun.

    Weiterführende Links

  • Zeit für einen Schwulen in "Star Trek"?
    Teil 1 des Interviews mit Zachary Quinto im Online-Archiv der "Incoming Message".

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    "Der große Crash" - Quintos prominent besetzter Film zur Bankenkrise auf DVD.

  • Trek-Interview

    Spock-Darsteller Zachary Quinto im Gespräch mit StarTrek.com. Aus dem Englischen von Alexandra Rimpler.


     

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    "Die Frau in Schwarz"

    Ein Leben nach "Harry Potter"

    Daniel Radcliffe hat das schwere Los, für seine Rolle als Harry Potter viel zu bekannt zu sein, um ohne Weiteres den Übergang in andere Rollen zu schaffen. Mit "Die Frau in Schwarz" spielt er die Hauptrolle in einem eher kleinen atmosphärischen Horrorfilm und als Zuschauer muss man ihm zugestehen, dass er es tatsächlich schafft, größtenteils den Zauberer hinter sich zu lassen.

    Die britischen Hammer-Studios, die in den 50er- und 60er-Jahren einige große Horrorklassiker fürs Kino geschaffen haben, unter anderem die Dracula-Filme mit Christopher Lee in der Hauptrolle, packen nach ihrem Neustart zum ersten Mal wieder eine Geistergeschichte an. Inhaltlich geht es um einen jungen Anwalt, gespielt von Radcliffe, der den Nachlass einer alten Frau in Ordnung bringen soll und dabei auf den Geist einer Toten stößt, die den Tod ihres Sohnes rächt.

    Eine Dorfgemeinschaft, die anscheinend etwas verbirgt, nebelumwaberte Landschaften, ein verlassenes Spukhaus und geisterhafte Erscheinungen – all das sind Elemente, die man von Horrorfilmen bereits gut kennt. Auch wenn es sich bei "Die Frau in Schwarz" nach einer Ansammlung von Klischees anhört, muss man dem Film bescheinigen, dass er trotz seiner "altmodischen" Elemente zwei Dinge hat, denen es modernen Horrorfilmen teilweise mangelt: Spannung und Atmosphäre. Manche Effekte, wie zum Beispiel Reflexionen in Fensterscheiben und so weiter wiederholen sich zwar, aber für ein kurzes Zusammenzucken reicht es allemal und die Soundeffekte sorgen ebenfalls für einige Schreckmomente.

     
     

    Im Gegensatz zu manchen Szenen bei "Harry Potter" wirkt er bei diesem Film natürlicher, gerade in emotionalen Situationen.


    Schauspielerisch gibt es auch keinen Grund zum Klagen: Wie bereits erwähnt, liefert Daniel Radcliffe eine gute Performance ab, die beweist, dass er mehr als nur der Star eines Franchises sein kann. Im Gegensatz zu manchen Szenen bei "Harry Potter" wirkt er bei diesem Film natürlicher, gerade in emotionalen Situationen. Das zweite bekannte Gesicht bei "Die Frau in Schwarz" ist Ciarán Hinds, den man 2012 schon mehrmals auf der Leinwand sehen konnte. Zu sehen war er unter anderem in "Dame, König, As, Spion", "Ghost Rider – Spirit of Vengeance" sowie "John Carter". Beide liefern gute Arbeit ab und haben die Sympathien der Zuschauer auf ihrer Seite.

    Hinter der Kamera wurde ebenfalls gute Arbeit geleistet. Kostüme, Sets, Musik, Drehbuch und Regie erschaffen ein stimmiges und atmosphärisches Bild aus der Vergangenheit, das den Zuschauer sofort in seinen Bann zieht. Das Drehbuch von Jane Goldman, basierend auf dem Buch von Susan Hill, nimmt die Charaktere ernst und lässt sie trotz übernatürlicher Umstände glaubwürdig erscheinen. Dass Goldman Wert auf Charaktere legt, hat sie mit ihrer Arbeit an "X-Men – Erste Entscheidung" bereits bewiesen.

    Richtig altmodischer Horror war schon lange nicht mehr auf der Leinwand zu sehen und deshalb stellt "Die Frau in Schwarz" eine willkommene Abwechslung im Horror-Genre dar. Regisseur James Watkins beweist, dass Nervenkitzel auch mit einfachen Mitteln entstehen kann, ohne dass die Darsteller bis zur Hüfte in Blut und Gedärmen waten müssen. Manchmal reicht es auch schon, eine Figur nur mit einer Kerze in der Hand durch einen dunklen Flur laufen zu lassen. Wer nach relativ sinnfreien Actionfilmen wie dem letzten "Ghost Rider" oder "Battleship" mal wieder ein bisschen anspruchsvoller unterhalten werden aber nicht auf das Phantastische verzichten möchte, dem sei "Die Frau in Schwarz" ans Herz gelegt.

    SF-Zone

    Noch macht der April, was er will. Eine gute Art und Weise einen verregneten Abend zu verbringen, wäre also der Gang ins Kino. Ob es sich für den Film "Die Frau in Schwarz" lohnt, lesen Sie hier. Eine Kritik von Oliver Hieber.


     

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    Mehr als Zelenka

    Ein Interview mit David Nykl

    Ein gutgelaunter David Nykl begrüßte die Redakteure Sara und Thomas Hoeft am 17. März 2012 im nh-Hotel in Deggendorf. Zusammen mit ihm setzten sie sich auf die Terrasse und führten das folgende Interview:

    TZN: David, bitte erzählen Sie uns etwas über Ihr neues Projekt "Klapstock Syndrom"!

    David Nykl: Ah! "Klapstock Syndrom" ... Das ist ein fantastischer kleiner Independent-Film, bei dem ich mit Marc Sawyer – ein in Vancouver arbeitender Filmmacher von Independent-Filmen zusammenarbeitete. Er machte bereits ein Jahr zuvor eine Version davon. Wir drehten es im November, glaube ich. Er hatte eine Version davon ein Jahr zuvor gedreht, welche aber keinen Erfolg hatte. Er bekam nicht genug Geld, aber er hatte es geschafft, Geld außerhalb von Tall Film Canada zu erhalten. Im November drehte er es dann erneut. Es ist die Geschichte eines Typen, der Stadtrat in Vancouver ist. Und er hat ständig das Gefühl, gefilmt zu werden. Er fühlt ständig, dass ein Filmteam ihm folgen würde – jederzeit. Und im Laufe des Filmes erkennt er, dass er der Einzige ist, der die Kamera sehen kann. Er ist eigentlich in seinem eigenen Film, wie der Star in seinem eigenen Film. Ich spiele den Psychiater, den er besucht. Ich diagnostiziere bei ihm das "Klapstock Syndrom". Es ist ein Independent-Film. Ich denke, er muss noch durch die Nachproduktion gehen. Ich glaube, sie machen es gerade jetzt und ich bin guter Hoffnung, am späteren Vertrieb beteiligt zu werden. Bei diesen Independent-Filmen weiß man nie, in welche Richtung das allgemein geht und ob oder wohin sie sich verteilen werden. Soviel sei gesagt.

    TZN: Haben Sie neue Projekte?

    Nykl: Ich habe gerade einen Film in Nelson Island vor der Küste Kanadas abgedreht. Und da ist es kalt ..., Schnee ..., Minus 10°C, und der Film heißt "Christmas Miracle". Es ist ein Weihnachtsfilm. Erst letzte Woche haben wir ihn beendet. Er ist mit großen, fantastischen Schauspielern aus Vancouver. Beide Filme sollten etwa um die gleiche Zeit am Ende des Jahres veröffentlicht werden.

     
     

    "Ich war der Bösewicht in einer schön hässlichen Rolle."


    TZN: Wie war die Arbeit am "Fringe"-Set? Wie war die Arbeit mit dem Cast?

    Nykl: "Fringe" war grandios! "Fringe" war einer meiner Favoriten von Ein-Tages-Jobs – sehr viele Sci-Fi-Drehs. "Fringe" kam mit der zweiten Staffel nach Vancouver – die erste Staffel war in New York City und für die zweite Staffel kamen sie nach Vancouver. Sie waren dort für zwei, drei Jahre. War es in der dritten oder vierten Staffel? Oh yeah, die dritte Staffel. Und es war eine wunderbare Rolle. Ich war der Bösewicht in einer schön hässlichen Rolle. Der Charakter war sehr böse. Er entführte Kinder und nahm ihnen ihre Hypophyse, um sie als Jungbrunnen zu verwenden. Sehr gruseliger Typ. Ich liebe es, Bösewichte zu spielen. Es macht ziemlich viel Spaß. Es war ein wirklich gutes Set, ebenso auch die Schauspieler. Es war wirklich unglaublich. Nur drei oder vier Tage dauerte es und ich wünschte immer, dass ich dort länger bleiben und arbeiten könnte, denn ich hatte ja nur drei oder vier Tage.

    TZN: Und wie war die Atmosphäre am Set von "Eureka"? Wie war die Arbeit mit Colin Ferguson?

    Nykl: (lacht) "Eureka" lief gerade in der zweiten Staffel – Ich kann mich nie erinnern, in welchem Jahr das war – und es wurde am selben Tag gedreht, an dem ich auch "Stargate: Atlantis" drehte. Daher gab es ein gewisses Konfliktpotenzial, doch beide Produktionen waren wirklich sehr hilfsbereit. Zudem war es auch hilfreich, dass beide Produktionen buchstäblich nur von einem Highway getrennt waren. Die "Stargate"-Studios waren hier (zeigt auf einen imaginären Punkt rechts vor ihm) und die "Eureka"-Soundstages waren nur auf der anderen Seite des Highways. So musste ich ... (imitiert Rennbewegungen) herüber rennen und mein anderes Kostüm anziehen. In dieser Serie war ich blind. Das war das erste Mal, dass ich einen blinden Charakter spielte. Ich hatte eine Person am Set, die mir diese Kontaktlinsen gab. Diese Person war im Wesentlichen für mein ganzes Augen-Makeup verantwortlich und das war gruselig. Richtig hart war es, weil die Kontaktlinsen milchig weiß waren und man nur weißes Licht sehen konnte. So mussten sie mich zu meinem Platz führen.

    TZN: Gibt es Rollen, die Sie gespielt haben, welche Sie heute bereuen?

    Nykl: (lacht) Jeden Film, der in Prag gedreht wurde ... Nein! (lacht und macht abweisende Handbewegungen) Reue ist eine schwierige Sache. Ich meine, ich bin eher die Sorte Schauspieler, für die die fertige Produktion nicht so wichtig ist. Selten schaue ich Filme, in denen ich zu sehen bin. Ich weiß nicht warum, aber: Nein, da gibt es kein echtes Bedauern. Da gab es einige schön verrückte Filme. Lasst uns die mal benennen: Wie wäre es mit "Pterodactyl", welcher wirklich gut war. Er wurde rund um Prag gedreht. Ich spielte einen Soldaten, welcher durch einen Pterodaktylus in zwei Hälften gerissen wurde. Es war eine große Erfahrung. Wenn ihr sie noch nicht hattet, empfehle ich es euch.

    TZN: Ihre Rolle des Dr. Radek Zelenka ist in den meisten Folgen von "Stargate Atlantis" zu sehen. Aber warum ...

    Nykl: (unterbricht) Hälfte! Ungefähr die Hälfte ... In den fünf Jahren drehten wir 100 Episoden. Ich war in 60. So, es waren also 60 Prozent.

    TZN: Aber warum waren Sie dann immer noch ein Nebencharakter?

    Nykl: Ich weiß nicht. Warum war er das? Da waren keine Nebencharaktere. Jeder war da, wo er sein sollte. Sie schrieben es aufs Team fokussiert, richtig? Und ich wurde gecastet, um mit David Hewlett zu interagieren und auch ihm mit der Elektronik zu helfen, da er sonst nie mit dem Techno-Babble aufgehört hätte. So halbierten sie das Technikgerede, gaben mir die eine Hälfte und ihm die andere, damit wir über diese Dinge diskutieren konnten. Also gab es keine Nebencharaktere. Es war ein Charakter, der ein Handlanger von David Hewlett war – jemand, der einige Dinge ausarbeiten konnte.

    TZN: Waren Sie nicht unzufrieden, dass Sie nicht in fast jeder Episode waren?

    Nykl: Ich liebe es zu arbeiten, sobald ich die Chance habe. Ich wusste nicht, ob ich im Drehbuch bin, bis es an meiner Türschwelle auftauchte. Einmal war es da. Ich blätterte es schnell durch, um zu sehen, ob ich sterben würde. (lacht) Und danach war ich sehr froh darüber, darin zu sein. Mehr ist immer besser!

    TZN: War Dr. Zelenka dazu bestimmt, ein Gegenpol zu Dr. Rodney McKay zu sein? Also ein Wissenschaftler, der nicht so anstrengend war?

    Nykl: Ja, war er. Es ist genau so, wie ich es gesagt habe. Er ist ein Gegengewicht zu Rodney, eine Balance in der Wissenschaftsabteilung.

     
     

    "Was ich beim ersten 'Stargate' mochte, war die Interaktion der Charaktere."


    TZN: Mögen Sie Science-Fiction? Hatten Sie "Stargate" gesehen, bevor Sie eine Rolle darin erhielten?

    Nykl: (nickt) "Stargate" war im Fernsehen, solange ich mich erinnere. Es lief für eine lange Zeit. Ich saß niemals vor dem Fernseher, um etwas davon aktiv zu sehen. Zurzeit sehe ich Fernsehen beim Mittagessen, so dass es im Hintergrund läuft und ich nur teilweise zuschaue. Was ich beim ersten "Stargate" mochte, war die Interaktion der Charaktere. Das ist das, was mich letztendlich süchtig machte. Ich sah einige der Episoden. Ich würde mich nicht als einen regulären Zuschauer der Serie bezeichnen. Ich kenne nicht die volle Entwicklung über die Jahre, aber ich sah einige der Folgen, bevor ich involviert war, das meine ich. Nachdem ich es einmal gesehen hatte, habe ich es weiter gesehen.

    TZN: Einige der Science-Fiction-Schauspieler, die wir bereits interviewen durften, hatten eine Menge Spaß dabei, Szenen in der Schwerelosigkeit zu drehen. Können Sie sich an den Dreh einer Szene im Raumanzug erinnern?

    Nykl: Yeah, das war eine coole Episode! Eine meiner Favoriten! Wenn ich die Frage bekomme, welche meine Lieblingsepisode war: Das war eine von denen. [Anm. d. Red.: Gemeint ist die "Stargate Atlantis"-Episode 4.01 "Verloren im All"] Gut, die Art wie die Schwerelosigkeit gemacht wird, ist ein wirklich cooler Effekt, weil du im Grunde wie eine Marionette bist – wie eine Puppe und du hängst an diesen Kabeln. Und diese Anzüge sind sehr teuer. Sie kosten um die 15.000 Dollar. Direkt aus dem Internet. (lacht) Sie waren sehr detailliert und realistisch gefertigt und die Effekte waren wirklich cool, weil es nur eine reguläre Kulisse mit einem grünen Hintergrund war. So filmten sie uns dabei, den Sprung rüber zu machen. Dann verkleinerten sie uns auf diese Größe (symbolisiert das mit Daumen und Zeigefinger) und es war wirklich klein und sie legten den ganzen Weltraum in den Hintergrund. Es sah so aus, als wären wir dort draußen. Es war cool, wenn man bedenkt, dass wir in einem Raum voller Menschen waren und plötzlich nur wir zwei Menschen im Weltall. Das war Klasse!

    TZN: Und welche waren Ihre Lieblingsszenen von "Stargate: Atlantis”?

    Nykl: Lieblingsszene ... (denkt nach) Da gab es so viele. Ich mochte wirklich sehr die Arbeit mit David. Er war immer sehr lustig. Wir hatten viel Spaß mit jedem, der dort arbeitete. Es war immer eine gute Atmosphäre mit dem Team und dem Cast. Ich denke, ihr hört das von allen Schauspielern, dass sie die Arbeit genossen haben und bei mir ist es nicht anders. Ich liebte es, ich genoss es. Da gibt es eine Menge von Lieblingsszenen ... Ich kann euch erzählen, welche ich nicht mochte ... (lacht) Da gab es die, die sehr schwierig waren, wenn im Puddle-Jumper gedreht wurde, weil es so ähnlich war, als wenn man in einem Auto dreht. Es ist sehr wenig Platz und wir saßen dort den ganzen Tag lang, um diese Szenen zu drehen. Nach einer Weile wird es zu lange. Und in der Sommerzeit, im August, haben die Studios sehr wenig Belüftung und wir hatten diese Anzüge an ... Aber ihr wisst, der Cast hatte lauter sehr gute Schauspieler und sie arbeiteten auch sehr schnell. Pro Tag schafften wir acht, neun Seiten. Man hatte keine Zeit. Man musste einfach weitermachen.

    TZN: Haben Sie immer noch Kontakt zu den anderen "Stargate"-Schauspielern?

    Nykl: Mit wem habe ich gesprochen? Ja, ich sprach mit Paul McGillion. Ich sehe ihn immer wieder. Ich bin in Vancouver, aber ich denke, fast jeder ist runter nach Los Angeles gezogen. David ist dort. In den letzten Monaten habe ich kaum mit ihm gesprochen. Aber Paul sehe ich, Kavan Smith und einige der Wraith-Charaktere. Ich kenne einige der Schauspieler durch die Sendung. Und ich sehe einige von ihnen durch die Conventions. Vor einigen Monaten habe ich Torri [Higginson] in Los Angeles gesehen. Sie ist fantastisch!

    TZN: Bevorzugen Sie große Conventions oder kleine Events wie das heutige?

    Nykl: Das ist cool! Die Kleinen sind schöner, weil man die Chance erhält, jeden zu treffen und die großen sind manchmal einfach Wahnsinn. Sie können sehr unpersönlich sein, daher mag ich die kleineren. Aber insbesondere mag ich, dass ich verschiedene Teile der Welt gesehen habe, wie in diesem Fall Orte wie Deggendorf. Zirka 70, 80 Kilometer von hier auf der anderen Seite der Berge haben wir ein Häuschen in Bavorov in Tschechien. Es ist also sehr nahe. Es ist einfach nur auf der anderen Seite der Berge. Es ist wirklich sehr schön hier, zu sein.

    TZN: Sie wirken in einigen Werbespots mit. Wie sehr beeinflusst das Produkt Ihre Entscheidung, ein Werbeangebot anzunehmen?

    Nykl: Das interessiert mich nicht! Ich machte davon mehr vor "Stargate". Meine letzte Werbung ist schon eine Weile her. Das Produkt ist die meiste Zeit irrelevant. Ja, du magst das Produkt! (Er nimmt eine Getränkeflasche vom Interviewtisch, grinst, hält sie nickend in eine imaginäre Kamera und sagt grinsend auf Deutsch: "Das schmeckt super, Mami!")

    TZN: Welche Rolle im Theater, im Fernsehen oder Film würden Sie gerne spielen, wenn Sie frei wählen dürften?

    Nykl: Ich habe bereits Godot in "Waiting for Godot" im Theater gespielt. Das war eine meiner Rollenfavoriten. Ich spielte Estragon. Ich sah eine Version davon in Vancouver, welche unglaublich war. Guter Job, Blackbird Theater! Ich würde es wieder machen. Ich würde gerne die bösen Kerle spielen. Es würde Spaß machen, einen bösen Typen in einem Film zu spielen. Die regulären, ständigen Arbeiten sind gut, wenn man einen regulären Charakter hat, der mit der Show verknüpft ist. Was immer auch da kommen mag. Ich finde, wenn du Vorstellungskraft im Kopf hast von dem, was du machen willst, ist es manchmal – yeah – dann kannst du da rankommen. Aber man verpasst einiges auf der anderen Seite. Ich versuche, offen für alle Möglichkeiten zu sein.

    TZN: David, vielen Dank für das nette Gespräch!

    Nykl: Bitte, gerne.

    SF-Zone

    Der Schauspieler David Nykl über sein neues Projekt "Klapstock Syndrom" und über "Stargate". Ein Interview von Sara Hoeft und Thomas Hoeft.


     

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    "Der Grabhügel" und "Der Ring des Thot"

    Gruselkabinett, Folge 60 und 61

    Bei dem Aprilwetter ist ein Hörspiel genau das Richtige, um es sich gemütlich zu machen. Hier zwei Empfehlungen:

    "Der Grabhügel" - Gruselkabinett, Folge 60

    Ein Hörspiel von Titania Medien nach einer Geschichte von Robert E. Howard.

    1936 - Steve Brill und sein Sohn Tommy leben in Texas in der Einöde und versuchen, das karge Land zu bestellen. Ein mexikanischer Tagelöhner warnt die beiden vor einem Grabhügel auf dem Grundstück, der – so sagt er – verflucht sei. Steve ist jedoch verzweifelt, er hofft auf versteckte Schätze und schlägt die Warnung des Mexikaners in den Wind. Kurzerhand greift er zu einer Schaufel und beginnt zu graben. Schätze findet Steve nicht, aber dafür befreit er versehentlich ein uraltes Untier aus der Gruft. Plötzlich sind Steve und sein Sohn nicht mehr sicher im eigenen Heim.

    "Der Grabhügel" bietet ein interessantes Setting und greift die Geschichte des Landstriches gekonnt auf. Die Story basiert auf der Vorlage "The Horror From the Mound" von Robert E. Howard. Einmal haben wir Tommy und seinen Vater im Jahr 1936. Zum anderen wird die Geschichte einer spanischen Besatzung erzählt, die im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts nach Texas kam und das Grauen mitbrachte. Am Schluss werden beide Teile verwoben und alles ergibt einen Sinn. Ein wenig schade fand ich, dass die Geschichte abrupt endet. Einen kleinen Abschlusssatz hätte ich mir da noch gewünscht. Aber angesichts der Qualität des Hörspiels ist das lediglich ein Wermutstropfen.

    Schon wenn Tommi Piper als Erzähler zu sprechen beginnt, ahnt der Hörer, dass die Geschichte eine böse Wendung nehmen wird. Er schafft es immer, Gänsehaut zu erzeugen. Steve, der etwas arrogante Vater wird hervorragend von Patrick Schröder in Szene gesetzt. Auch Maximilian Belle als Sohn Tommy gibt sein Bestes. Besonders gruselig empfand ich die Auftritte von Tobias Lelle, der den Spanier Don Santiago de Valdez spricht.

    Die Toneffekte sind in dieser Folge besonders gut platziert. Angesichts der Geschichte, die viel draußen spielt, ist das auch notwendig.

    Auf dem Cover von Firuz Askin sieht man Steve Brill stehen, der mit angstgeweiteten Augen eine Laterne in eine – von Schädeln gesäumten – Gruft hält.

    Fazit: Für Fans von Grusel und Thriller ein Muss.

    "Der Ring des Thot" - Gruselkabinett, Folge 61

    Ein Hörspiel von Titania Medien nach einer Geschichte von Arthur Conan Doyle.

    Die Geschichte spielt zum ausgehenden 19. Jahrhundert. Die Franzosen erforschen Ägypten und tragen die ausgegrabenen Schätze in die Heimat. Der englische Forscher John Vansittart Smith interessiert sich stark für die Ägyptologie. Er hofft, im Louvre fündig zu werden und reist kurzerhand nach Paris. Versehentlich wird er am Abend im Museumsbereich eingeschlossen und muss sich durch die verschiedenen Ausstellungsräume einen Weg hinaus suchen. Dabei entdeckt er einen Mann, der ein unheimliches Ritual zelebriert. Noch mehr erschreckt Smith jedoch die unglaubliche Geschichte, die ihm der sinistere Mann erzählt.

    Diese Folge entführt den Hörer ins alte Ägypten. Denkt man zuerst an auferstandene Mumien, überrascht die Story jedoch mit einer unerwarteten Wendung. Der wahre Horror offenbart sich hier subtil und ganz allmählich. Rasante Action findet man nicht, dafür aber eine feinsinnig gesponnene Geschichte, die verzaubert – ohne dabei kitschig zu sein.

    Getragen wird die Handlung, wie immer, durch die exzellente Sprecherbesetzung. Patrick Roche als John Vansittart Smith verleiht der Figur einen Schuss Naivität. Und Christian Weygand als Sosra bringt die Arroganz und gleichsam Verzweiflung der Figur sehr gut rüber. Erwähnenswert sind außerdem: Tim Schwarzmaier als Jugendfreund Parmes, Annina Braunmiller als verführerische Atma und Tommi Piper als Sprecher.

    Die Begleitmusik bleibt nicht im Ohr, stört allerdings auch nicht. Ebenso die Toneffekte, die sparsam platziert sind, was der Geschichte Raum gibt, sich zu entfalten. Das Cover zeigt einen ausgezehrt wirkenden ägyptischen Hohepriester, der mit erhobenen Armen in einer Grabkammer vor einem Sarkophag steht. Die Illustration ist von Firuz Askin.

    Fazit: "Der Ring des Thot" entfaltet seine Wirkung am Schluss. Es ist eine Perle für Fans von E. A. Poe, aber auch für Horrorfans, die auf subtilen Schrecken stehen.

    Weiterführende Links

  • Amazon.de: Jetzt bestellen
    Der Grabhügel

  • Amazon.de: Jetzt bestellen
    Der Ring des Thot

  • Hörspiel-Ecke

    Zwei Rezensionen unserer Redakteurin Christiane Gref.


     

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    Kino-Guide

    Mai 2012

    "Men in Black³ "  (USA 2012)


     

    Regie

    Barry Sonnenfeld

    Drehbuch

    Jeff Nathanson, Etan Cohen, David Koepp

    Darsteller

    Will Smith (Agent Jay), Tommy Lee Jones (Agent Kay), Emma Thompson (Agent Oh).

    Start

    24. Mai 2012


    Inhalt
    In den 15 Jahren, die Agent J nun bei den Men in Black inzwischen hinter sich gebracht hatte, hat er viele unerklärliche Dinge gesehen und erlebt. Doch nun steht das Leben seines Partners Agent K auf dem Spiel – und damit das Schicksal des gesamten Planeten. Agent K soll bereits seit 40 Jahren tot sein. Die Zeitlinie wurde verändert. Um das Schicksal in die richtigen Bahnen zu lenken, muss Agent J eine Zeitreise in die Vergangenheit wagen. Doch hier stellt er fest, dass Agent K ihn nicht in alle Geheimnisse eingeweiht hat. Mit diesen wird er konfrontiert, als er zusammen mit dem jüngeren K versucht, das Leben seines Partners, die Men in Black und die Menschheit zu retten ...

    Erwartung
    Sehr gut: Die Men in Black sind zurück. Lange mussten wir auf die Fortsetzung der Erfolgsreihe warten. Doch diesmal haben die Agenten es nicht nur mit Außerirdischen zu tun, sondern auch mit einer anderen Zeitlinie. Will Smith steht seine Paraderolle auch hier wieder einmal ausgezeichnet. Auch Tommy Lee Jones spielt den mürrischen Agent K wieder überzeugend. Dagegen dürfte "sein jüngeres Ich" – gespielt von Josh Brolin – es schwer haben. Die Züge des Agenten K sind zwar vorhanden, aber er ist eben nicht Tommy Lee Jones. Die Effekte sind vielversprechend und die Geschichte wird gewohnt mit viel Witz erzählt. Diesmal dürfen die Agenten sogar in 3D ermitteln.

    Fazit: Das Science-Fiction-Highligt – Nicht versäumen!

    "Dark Shadows"  (USA 2012)


     

    Regie

    Tim Burton

    Drehbuch

    Seth Grahame-Smith

    Darsteller

    Johnny Depp (Barnabas Collins), Eva Green (Angelique), Michelle Pfeiffer (Elizabeth Collins Stoddard)

    Start

    10. Mai 2012


    Inhalt
    Barnabas Collins, der als Knabe mit seinen Eltern nach Amerika eingewandert ist, hatte es geschafft: Als Herr des Anwesens Collinwood Manor besitzt er Reichtum und Macht. Doch dann bricht er das Herz von Angelique – ein schwerwiegender Fehler! Denn Angelique entpuppt sich als Hexe, die ihn in einen Vampir verwandelt und dann lebendig begräbt. Die Zeit vergeht. Durch einen Zufall wird Barnabas aus seinem Grab befreit und findet sich im Jahre 1972 wieder. Viel hat sich verändert: Collinwood Manor ist heruntergekommen. Die Nachfahren seiner Familie haben ihre Geheimnisse. Und dann ist da immer noch Angelique ...

    Erwartung
    Gut: Dies ist wieder ein typischer Tim-Burton-Film voll düsterer Farbgebung und ... mit Johnny Depp, der wie geschaffen für die kuriosen Gestalten der Tim-Burton-Filme ist. Auch hier bilden sie ein Dreamteam. Die Geschichte des Vampirs, der sich plötzlich in den 1970er-Jahren wiederfindet, ist komisch. Wie gut die Umsetzung tatsächlich ist, bleibt abzuwarten. Auch wenn der Markt zur Zeit übersättigt ist an dem Thema Vampire, so bildet dieser Film eine wirkliche Abwechslung zu der verklärten Romantik der "Twillight"-Nachfolger. In jedem Fall ist dieser Film ein Muss für Tim-Burton– und/oder Johnny Depp-Fans.

    Fazit: Gelungenes Popcornkino!


    Weitere Kino-Starts aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror:

    Spy Kids 4D: Alle Zeit der Welt; Start: 3. Mai 2012 ; Einschätzung: Passabel, erneuter Aufguss der "Spy Kids"-Reihe.
    Lockout; Start: 10. Mai 2012 ; Einschätzung: Passabel, Action/Science-Fiction-Film über einen Gefängnisausbruch in einem Raumstation-Gefängnis.
    Bibi Blocksberg: Eene, Meene, Eins, Zwei, Drei; Start: 17. Mai 2012; Einschätzung: Gut, liebenswerter Zeichentrick über die beliebte Hexe – gute Unterhaltung für die Kleinen.
    Snow White and the Huntsman; Start: 31. Mai 2012; Einschätzung: Schlecht, Schneewittchen goes diverse Fantasyfilme der letzten Zeit – gibt Besseres.

    Was waren Ihre letzten Science-Fiction-, Fantasy- oder Mystery-Highlights im Kino? Und welche Streifen Enttäuschungen? Schreiben Sie uns an leserbriefe@trekzone.de!

    SF-Zone

    Alle wichtigen Infos und eine Vorabkritik zu den aktuellen Kinofilmen aus den Genres Science-Fiction, Fantasy, Mystery und Horror wie immer im Kino-Guide der SF-Zone − zusammengestellt von Sara Hoeft.


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    Besuch aus dem Reich der Mitte

    Chinesische Raumschiffe zur ISS?

    Am 22. und 23. März 2012 besprach der Generaldirektor der Europäischen Raumfahrtorganisation (ESA) Jean-Jacques Dordain mit dem Leiter der entsprechenden chinesischen Organisation Wang Zhaoyao künftige Möglichkeiten der Kooperation im Bereich der bemannten Raumfahrt.

    Auf Anregung von Jean-Jacques Dordain traf man sich anlässlich des dritten Starts eines europäischen Versorgungsschiffs für die Internationale Raumstation (ISS) vom Typ ATV in Kourou in Französisch-Guayana, um einen anhaltenden Dialog und die Errichtung von Grundlagen für eine mögliche chinesisch-europäische Zusammenarbeit bei der bemannten Raumfahrt zu beginnen.

    Weil man derzeit einen anderen Andockmechanismus verwende, sei es für chinesische Raumschiffe derzeit nicht möglich, an der ISS anzulegen, berichtete Wang Zhaoyao, der seit kurzem dem chinesischen Büro für Technik des bemannten Raumflugs (CMSEO, China Manned Space Engineering Office) vorsteht. Man erwartet jedoch, dass Experten von ESA und CMSEO in Kürze eine Arbeitsgruppe einrichten, die sich im kommenden Monat in Paris treffen werde, um die Kompatibilität des Kopplungsmechnismus der chinesischen Shenzhou-Raumschiffe mit einem geplanten universellen Mechanismus an der ISS zu diskutieren.

    Die bilateralen Gespräche begannen jetzt nur wenige Monate vor der von China beabsichtigen bemannten Mission von Shenzhou 9, die zum ersten bemannten Docking chinesischer Raumschiffe führen soll. Dabei soll das mit drei Personen besetzte Raumschiff laut Wang Zhaoyao an dem seit September 2011 um die Erde kreisenden Stationsmodul Tiangong 1 anlegen, wenn zuvor eine Reihe automatischer und manuell gesteuerter Tests gelingen.

    Nach Angaben von Jean-Jacques Dordain berede man eine große Bandbreite gemeinsamer Aktivitäten im Bereich der bemannten Raumfahrt. Eine intensive Zusammenarbeit sei zum Beispiel im Bereich des Trainings von Raumfahrern, bei der Konstruktion von Lebenserhaltungssystemen und einer gemeinsamen Nutzung von Einrichtungen beider Seiten denkbar.

    Obwohl derzeit keine konkreten Vorschläge auf dem Tisch lägen, sollten die an der ISS beteiligten Nationen sich einer Zusammenarbeit mit anderen Nationen öffnen. Dabei könne China laut Jean-Jacques Dordain nur schwer ignoriert werden.

     
     

    Im Herbst 2011 gelang dem unbemannten chinesischen Raumschiff Shenzhou 8 die Annäherung und das Docking an Tiangong 1, es bestand damit wichtige Tests zur Vorbereitung einer bemannten Kopplungsmission im Sommer 2012.


    Die Zusammenarbeit bei der ISS hält Jean-Jacques Dordain für ein hohes Gut, und er habe keinesfalls die Absicht, irgendetwas zu tun, was diese Partnerschaft beeinträchtigen könnte. Sie könne langfristig jedoch nur dann erfolgreich sein, wenn sie für andere Kooperationen oder Partner offen sei. China außen vor zu lassen, und die Frage einer Zusammenarbeit mit China gar nicht erst zu stellen, ist laut Jean-Jacques Dordain keine sinnvolle Option.

    Im Herbst 2011 gelang dem unbemannten chinesischen Raumschiff Shenzhou 8 die Annäherung und das Docking an Tiangong 1, es bestand damit wichtige Tests zur Vorbereitung einer bemannten Kopplungsmission im Sommer 2012.

    Wang Zhaoyao freut sich über die Erfolge, die sich nach vielen Jahren harter Arbeit im chinesischen bemannten Raumfahrtprogramm jetzt eingestellt haben, und brachte seine Zuversicht zum Ausdruck, dass es China gelingen werde, Ende des Jahrzehnts eine eigene (größere) Raumstation zu starten. Wenn die Mission von Shenzhou 9 gelingt, sei man im Besitz sämtlicher erforderlicher Kenntnisse, die für das Annähern und Koppeln zweier Raumfahrzeuge beherrscht werden müssen.

    Bevor Wang Zhaoyao Anfang 2012 die Führung von Wang Wenbao übernahm, arbeitete er als stellvertretender Direktor der CMSEO. Er sieht die Entwicklung von Hardware für bemannte Mondmissionen nicht als aktuelles Thema, obgleich geplant ist, dass eine erste unbemannte chinesische Sonde 2013 auf dem Mond landen soll. Diese repräsentiere laut Wang Zhaoyao das chinesische Monderforschungsprogramm.

    2011 hatte sich eine chinesische Delegation unter Leitung von Wang Wenbao in Paris mit Jean-Jacques Dordain getroffen, und Pläne über bevorstehende Raumflugmissionen sowie eine eigene Raumstation vorgestellt. Auf der Internetpräsenz der CMSEO hieß es damals im Nachgang, man habe Austausch und Zusammenarbeit im Bereich der bemannten Raumfahrt intensiv erörtert.

    Neben den Gesprächen mit der ESA diskutiere man, so Wang Zhaoyao jetzt in Kourou weiter, seitens China auch mit der französischen Raumfahrtagentur (CNES) Möglichkeiten der Zusammenarbeit bei bemannten Programmen. Dabei gehe es insbesondere um raumfahrtmedizinische Aspekte wie die Bestimmung der Vitalfunktionen eines Raumfahrers, beispielsweise die Messung des Blutdrucks.

    Raumfahrtaktivitäten gehen jeden an. Davon zeigte sich Wang Zhaoyao überzeugt und brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, es werde in Zukunft mehr Zusammenarbeit mit der ESA und anderen europäischen Partnern geben. Ob innerhalb des begonnenen Jahrzehnts ein Chinese die ISS betreten werde, müsse man abwarten.

    Persönlich hält Wang Zhaoyao die Frage eines chinesischen Auftritts auf der ISS nicht für ein Problem der Technologie, sondern für eines der Diplomatie. Unter Bezug auf ein im Jahr 2011 in Kraft getretenes US-amerikanisches Gesetz, das die US-amerikanische Raumfahrtagentur (NASA) an einer Zusammenarbeit mit der CMSEO hindere, verwies Wang Zhaoyao darauf, dass viel vom Verhalten der Vereinigten Staaten von Amerika abhänge.

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