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"Die beste Verteidigung ist Wissen."

 − Tuvok
 − in "Unschuld"

Juli 2017

 

ISSN 1684-7385

Volume VI

Ausgabe 160 (#213)

 features

 

"Star Trek: Discovery"

Klingonen in Sicht

Was erwartet uns mit der
neuen Trek-Serie?

Frankfurt im Comic-Fieber

German Comic Con

Abenteuer von "Star Trek: New Voyages" und mehr

Data vs. Lore

"Alien: Covenant"

Warum man trotz Trek-Parallelen nicht an alte Zeiten anknüpfen kann

 

Vorwort

Eine neue Ära beginnt


Liebe Mitfiebernden,

das Warten hat nun ein Ende. "Star Trek: Discovery" hat endlich einen konkreten und auch offiziell bestätigten Starttermin. Am 24.9.2017 wird die siebte "Star Trek"-Serie auf dem US-Network CBS ihre Premiere feiern. Zeitgleich werden die erste und zweite Episode beim Streaming-Anbieter CBS All Access online gehen und einen Tag später soll man die Serie auch hier in Deutschland bei Netflix sehen können. Insgesamt 15 Folgen wird die erste Staffel beinhalten; sieben werden voraussichtlich bis zum Herbst ausgestrahlt, der Rest nach der Winterpause ab Januar 2018.

Auch für die "Supernatural"-Fans gibt es eine gute Nachricht. Die erfolgreiche Mystery-Serie wird − mal wieder − ein Spin-off erhalten. Die 13. Staffel wird den Ableger mit dem Titel "Wayward Sisters" mit einem Backdoor-Piloten einführen. Mit dabei ist auf jeden Fall Kim Rhodes, alias Sheriff Jody Mills. Meine Prognose: Nach einer Staffel ist Schluss. Aber lassen wir uns hier genauso überraschen wie bei "Star Trek".

Viel Spaß beim Lesen!

Melanie Brosowski
Chefredakteurin

 
   

Inhalt

Die ganze Ausgabe auf einen Blick

Vom Weltschmerz ...

... und über die Notwendigkeit von "Star Trek: Discovery"

"Star Trek: Discovery"

Die Pleite, äh... Zweite

"Star Trek: New Voyages" auf der German Comic Con

Ein Convention-Bericht

Der Gesetzeslosigkeit verfallen

"Star Trek: The Next Generation − Das Gleichgewicht der Kräfte": Eine Romankritik

Convention-Corner 2017

Teil 3 − September bis Dezember

Eine würdige Fortsetzung

"Guardians of the Galaxy − Vol. 2": Eine Filmkritik

Data vs. Lore in "Alien"-Form

"Alien: Covenant": Fortsetzung eines Reboots

Ein stimmungsvoller Streifen

"Howl": Eine Filmkritik

Spannungsgeladene Story in ruhigen Tönen

"After": Eine Filmkritik

Ein emotionaler Ohrenblockbuster

"Die Schläfer − Unheimliches Erwachen in der Antarktis": Eine Hörspielkritik

Sherlock Holmes − für einmal keine übermenschliche Denkmaschine

Kritiken zu "Sherlock Holmes"- und "Gruselkabinett"-Folgen

Impressum

Redaktion, Abonnement und Copyrights

Wussten Sie, dass...

... in der "Voyager"-Folge "Apropos Fliegen" im astrometrischen Labor auf einem Bildschirm eine Aufnahme des Katzenaugennebels zu sehen ist?

... in der Classic-Episode "Kodos, der Henker" auf Tom Leightons Party die Band im Hintergrund die Titelmelodie von "Star Trek" spielt?

... in der "Voyager"-Folge "Der Isomorph" erstmals der Konflikt zwischen Holografischen und Organischen thematisiert wird?


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Vom Weltschmerz ...

... und über die Notwendigkeit von "Star Trek: Discovery"

"'Star Trek' is...
A one-hour dramatic television series.
Action − Adventure − Science Fiction.
The first such concept with strong central lead characters plus other continuing regulars.

And while maintaining a familiar central location and regular cast, explores an anthology-like range of exciting human experience. For example, as varied as...

'The Next Cage'. The desperation of our series lead, caged and on exhibition like an animal, then offered a mate.

... 'President Capone'. A parallel world, Chicago ten years after Al Capone won and imposed gangland statutes upon the nation.

'To Skin a Tyrannosaurus'. A modern man reduced to a sling and a club in a world 1,000,000 B.C."

[Justman, Robert H & Solow, Herbert F.: "'Star Trek' − Die wahre Geschichte". Deutsche Erstausgabe, Wilhelm Heyne Verlag, München 1996, S. 145 bis 147]

In seinem "First Draft" beschrieb Gene Roddenberry am 11. März 1964 die Grundzüge seiner Idee zu einer "one-hour dramatic television series". Nach der erfolglosen Einreichung von "The Cage" als Pilotfilm im Jahre 1964 gab NBC (National Broadcasting Company) Anfang März 1966 grünes Licht für den zweiten Piloten "Where No Man Has Gone Before" sowie für die Produktion einer ersten Staffel von 16 Episoden mit einer Option auf 13 weitere Folgen. Die Serienverantwortlichen Herb Solow, Bob Justman und Gene Roddenberry lagen bereits zu diesem Zeitpunkt etwa drei Monate hinter dem Zeitplan, der eine US-Ausstrahlung der ersten Episode im September vorsah. Geeignete Autoren waren Mangelware. Die profilierten Drehbuchschreiber waren entweder nicht verfügbar − "Zeit ist Geld. Lasst mich da raus" − oder konnten mit Roddenberrys Vision nichts anfangen: "Was ist ein Warp?". Wieder andere glaubten nicht an den Erfolg der Serie und bangten um ihre Entlohnung: "Wo ist mein Geld für die Wiederholung?"

 
 

Vor allem schien eine gesellschaftlich-erzieherische Notwendigkeit der "Star Trek"-Philosophie in diesen Tagen nicht mehr ausreichend gegeben.


Trotz dieser und einer Vielzahl anderer Probleme flimmerte ab September die erste "Star Trek"- Serie über die amerikanischen Fernsehbildschirme. Ein Phänomen war geboren und das Medium des Fernsehens bot die perfekte Bühne für Gene Roddenberrys pazifistisch orientierte Zukunftsvision. Im Gegensatz zum Kinofilm konnten via Fernsehen Woche für Woche immer andere Aspekte einer "Welt von Morgen" behandelt werden, die sich im krassen Gegensatz zur angespannten Weltlage der Sechziger präsentierte. Dem Schöpfer des "Star Trek"-Universums war besonders daran gelegen, aufzuzeigen, dass die Menschheit imstande sein muss, Einheit zu zeigen, um die kleinlichen Dispute und Konflikte des Kalten Krieges hinter sich lassen zu können. Eine Welt, die sich nach drei Weltkriegen (man bemerke, dass es laut Roddenberry erst noch einmal kräftig bergab gehen kann, bevor die Weltlage sich bessert) und dem Erstkontakt mit einer außerirdischen Spezies dazu entschließt, sich zu vereinen; gegen gesellschaftliche Grundprobleme der letzten Jahrtausende wie Krankheiten, Hunger, Rassismus und Nationalismus aktiv zu werden und Teil einer größeren Ordnung von mannigfaltigen Spezies mit verschiedensten Kulturen zu werden.

Innerhalb dieses Kontextes sehe ich seit jeher jede "Star Trek"-Serie. Die unterschiedlichsten Probleme der Gegenwart werden in vielen Episoden aufgegriffen und im Kanon mal gekonnt, mal weniger gekonnt bearbeitet. Nach dem Ende des Kalten Krieges schien zumindest die akute Gefahr eines Weltkrieges gebannt zu sein. Auch die Vorurteile zwischen "West- und Ostblockstaaten" verloren mit dem weitgehenden Untergang des so genannten "Realsozialismus" − ein Ausdruck für das Selbstverständnis der Sowjetstaaten im Geiste der sozialistischen Utopie − etwas von ihrer düsteren Strahlkraft. Möglicherweise büßte das Franchise unter anderem auch deshalb im Laufe der Neunziger zunehmend an Bedeutung ein. Vor allem schien eine gesellschaftlich-erzieherische Notwendigkeit der "Star Trek"-Philosophie in diesen Tagen nicht mehr ausreichend gegeben. Nicht, dass es damals keine Probleme auf unserem kleinen M-Klasse Planeten mehr gegeben hätte; aber Gott bewahre, dass sich die Menschheit auch nur ein einziges Mal kollektiv mit Bedrohungen auseinander gesetzt hätte, die sie scheinbar nicht unmittelbar hätten umbringen können. Wie heißt es so treffend im ersten Brief des Paulus an die Korinther:

"Lasst uns essen und trinken; denn morgen sind wir tot!" [1.Korinther 15,32]

Im "Heute" haben sich die Situationen in Gesellschaft und Weltpolitik allerdings drastisch verschärft. Besser gesagt sind all ihre zeitgenössischen Probleme auch medial viel präsenter und zudem vielfältiger in ihren Darstellungsformen. Der mittlerweile allgegenwärtige Terrorismus birgt neben altbekannten Bedrohungen wie Umweltzerstörung, Hunger, Überbevölkerung und psychopathischen Autokraten das meiste Potenzial für wachsende Angst- und Hassgefühle in einem breit gefächerten Schnitt der westlich-abendländischen Gesellschaft. Der islamistisch motivierte Terrorismus ist bedauerlicherweise Alltag geworden.

Die Art und Weise, in der ein wachsender Teil der Gesellschaft auf diese globale Bedrohungslage reagiert, ist aus meiner Sicht eine Schande. Nachvollziehbar, aber eine Schande. Vor allem abstrakte, diffuse Ängste entspringen allzu oft Unwissenheit und mangelnder Gelegenheit zur Erfahrung. Und wenn die Angst vor dem bekannten Unbekannten überhandnimmt, sucht der Geist nach Bewältigungsmechanismen. Diese scheinen dem Subjekt notwendig, da es nicht daran glaubt, tatsächlich gegen die Bedrohung aus Terrorismus und Fanatismus wirksam werden zu können. Sich machtlos zu fühlen − das wünscht niemand. So entwickeln Betroffene eine Weltanschauung, die auf der prompten und rational ungeprüften Kategorisierung aller ungewohnten, also ihnen unbekannten Einflüsse beruht, die auf ihre Lebenswahrnehmung einwirken. "Fremdenfeindlichkeit" scheint hier der passende Terminus. Aus der Angst vor dem, was persönlich fremd ist und nicht durchschaut wird, wächst Feindschaft heran. Mir ist aufgefallen, dass diese pauschale Feindseligkeit gegen Fremdes in unserem Land − vor allem gegenüber unseren muslimischen Mitmenschen − in Regionen mit generell weniger Muslimen oder Ausländeranteil deutlich größer scheint. Größer als in Gegenden, in denen schon länger eine zahlenmäßig hohe Gemeinschaft mit Wurzeln im Ausland heimisch ist.

 
 

Die Diskrepanz zwischen einer denkbaren idealen Welt und der sich uns bietenden Realität nannte Jean Paul (nicht zu verwechseln mit Sean Paul!) Weltschmerz.


Es sind ekelhafte Zeiten, die selbst denkenden Menschen Angst bereiten. Die edleren Morallehren der Religionen dieser Welt, der konfessionslose Humanismus und andere theologische und philosophische Konzepte zeigen in beinahe allen Kulturen, in denen sie arriviert sind, einen Weg zu einem friedlichen und respektvollen Miteinander. Diese Morallehren sind für einen Großteil der Weltbevölkerung beinahe jederzeit abrufbar. Nur holt uns auch immer mehr die Schattenseite dieses Informationszeitalters ein. Informationen sind sehr schnell abrufbar. Lange Zeit Bücher zu wälzen, um an einen Fakt zu gelangen, ist kaum mehr nötig. Nur die Tiefe des erlangten Aufschlusses lässt oft zu wünschen übrig, genauso wie die Einbettung in einen Kontext. Man will etwa wissen, was eine Guacamole ist − einfach googeln und den entsprechenden Wikipedia-Artikel lesen. Um zu wissen, was man einkaufen muss, um eine zu zaubern, sollte man dann jedoch weiterlesen als nur die üblichen ersten drei Sätze. Um sie dann zuzubereiten lohnt trotz Einfachheit des Rezeptes schon der Blick auf eine Kulinarik-Seite. Drei Schritte, die Lektüre von zwei, drei Seiten im Internet und einige Absätze später, dazu noch ein Einkauf und die Zubereitung − einiges zu tun für eine simple, aber appetitliche Sache. Wie viel mehr Aufwand ist dann nötig, um den Islam oder auch nur die eigene Kultur, mit allen soziologischen, ethnischen, theologischen und psychologischen Facetten in Ansätzen zu verstehen? Von Interpretationsansätzen mal ganz zu schweigen.

Die eingangs erwähnte Vision hinter Gene Roddenberrys Idee von "Star Trek" ist aus dieser Not der Welt geboren. Fast jeder Mensch kann sich eine ideale Welt vorstellen, eine Welt, die sich trotz Diversität homogen verhält, die verbunden ist und ihre Ressourcen zum Wohle aller bündelt. Die Diskrepanz zwischen einer denkbaren idealen Welt und der sich uns bietenden Realität nannte Jean Paul (nicht zu verwechseln mit Sean Paul!) Weltschmerz.

"Nur sein Auge sah alle die tausend Qualen der Menschen bei ihren Untergängen. Diesen Weltschmerz kann er, sozusagen, nur aushalten durch den Anblick der Seligkeit, die nachher vergütet." [Jean Paul: Selina]

Wenn das Wörtchen "Moral" auch kein sonderlich gängiger Begriff mehr zu sein scheint, vermittelt "Star Trek" im Idealfall doch auf eine quasi massentaugliche Weise eine Moral, die auf Akzeptanz und Umarmung anderer Kulturen basiert; die die eigene Kultur nicht nur erhält, sondern gar stärkt. Die Basis der Philosophie des Gene Roddenberry kommt im Globalverbund der Föderation zum Ausdruck. Sie begrüßt die eigene kulturelle Diversität so gut es geht und tritt über unseren Planeten hinaus mit einer Stimme auf. Um das oben erwähnte Jean-Paul-Zitat in diesem Sinne zu paraphrasieren: Den Weltschmerz kann man nur ertragen dank des Anblicks der Seligkeit, die eine an der Realität orientierte Fiktion vermittelt. Das verleiht "Star Trek" eben seinen philosophischen Kern. Handlungsorte werden nicht in eine ferne Galaxie, in die Vergangenheit, weit weg von unserer Lebenswirklichkeit verlegt. Für die Menschheit wird ein harter Weg mit vielen Rückschlägen und Katastrophen gezeichnet. Am Ende dieses Weges findet sich dann eine Welt mit zum Teil neuen Problemen und Konflikten, die jedoch einige essentielle Schritte getan hat, um zu überleben und zu florieren und sich des Weltschmerzes zu entledigen.

Am Anfang dieser Kolumne schrieb ich von den Vorteilen einer regelmäßig ausgestrahlten TV-Serie im Gegensatz zu seltener erscheinenden Kinofilmen. Nichts gegen die dreizehn zum Teil phantastischen Filme des "Star Trek"-Kanons. Die besonders gelungenen Teile II, IV, VI und VIII sind nicht umsonst besonders geprägt von ganz konkreten Problemen der jeweiligen Gegenwart. "The Wrath of Khan" befasst sich mit sorgsam gehegtem Groll und Missverständnissen, die letztendlich zu großen Schäden und Verlusten auf beiden Seiten führen. Die "grüne Bewegung" der Achtziger kommt im vierten Teil des Filmepos "The Voyage Home" zur Geltung. Der unvergessene sechste Teil "The Undiscovered Country" greift nach einer Idee von Leonard Nimoy die Entwicklungen nach dem Fall des Eisernen Vorhangs auf und mahnt vor dem ewig Gestrigen. In "First Contact" geht es ganz im Stile von Teil 2 um Hass und alte Wunden, diesmal jedoch aus der Perspektive des "Guten". Auch "Insurrection" thematisiert ein moralisches Dilemma, das entsteht, wenn zum Wohle vieler das Wohl von Wenigen geopfert wird. Sehe nur ich hier eine Art umgekehrtes vulkanisches Prinzip?

 
 

Auch wenn Showrunner Bryan Fuller nicht mehr an Bord ist, basiert das Wesen der Serie doch auf seinem stark an Roddenberrys Vision orientierten Gerüst.


Das Fernsehen bietet allerdings zum einen die Möglichkeit, die Charaktere in all ihrer Diversität ständig auf neue Weise miteinander interagieren zu lassen; Probleme im Umgang mit den verschiedenen Kulturen zu thematisieren und schließlich verschiedene Lösungen zu präsentieren. Zum anderen können immer neue Episoden vielschichtige Antworten auf die unterschiedlichsten soziologischen, psychologischen und politischen Sachverhalte geben. Des Weiteren vermögen moderne Serien auch, einen durchgehenden Handlungsstrang zu etablieren, der dem Zuschauer Schritt für Schritt einen moralischen Imperativ zuführen kann. Besonders deutlich kamen diese drei Elemente bisher in DS9 zur Geltung. Auf einer abgelegenen Raumstation treffen viele unterschiedliche Kulturen, Religionen und Völker aufeinander und müssen genau diese Diversität ständig neu unter einen Hut bringen. Nur so wird ein völlig neuer Teil der Galaxis erfolgreich entdeckt und erkundet. Aber auch reichlicher Gefahren müssen die Charaktere Herr werden. Der Krieg mit dem Dominion ist eine davon. Erst mit der vereinten Kraft vormaliger Feinde ist es zu besiegen. Ohne allzu naiv zu werden, kommt in DS9 die ganze Palette interkulturellen Austauschs und von Verständigung zum Tragen. Fremdes ist manchmal gefährlich, oftmals beängstigend, aber auch aus klingonischen Eroberern oder bajoranischen Terroristen können Freunde werden.

Eine der besonderen Vorzüge von "Star Trek" besteht aus meiner Sicht in einer moralischen Botschaft, die im Konzept der Serie schon automatisch zum Tragen kommt. Diversität ist etwas Wunderbares, wenn jeder Einzelne sie als Bereicherung versteht und dabei im Umkehrschluss seine eigene Individualität bewahrt weiß. "Star Trek" ist xenophil und neugierig, es will dort hingehen, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist. Die ersten Einblicke, welche man von der neuen "Star Trek"-Serie gewinnen konnte, lassen Gutes in dieser Hinsicht erahnen. Die alte Feindschaft mit den späteren klingonischen Bündnispartnern wird erneut thematisiert und aus Sicht einer multikulturellen Besatzung präsentiert. Dazu sehen wir im ersten Trailer die überzeugende Hauptdarstellerin Sonequa Martin-Green. Sie verkörpert den ersten Offizier der U.S.S. Discovery, der hier einmal die erste Geige spielt − nicht der Captain, wie in bisher allen "Star Trek"-Serien üblich. Dazu zwei Raumschiffe, eine engmaschige Story mit einem staffelübergreifenden roten Faden. Sie werden belebt von einem Cast aus mehrheitlich starken Schauspielern, denen man zutrauen kann, neben Action und Spannung auch charakterliche Feinheiten und moralische Botschaften zu vermitteln. Zuletzt konnte Jason Isaacs (bekannt als Bösewicht Lucius Malfoy aus "Harry Potter") für "Star Trek: Discovery" gewonnen werden. Auch wenn Showrunner Bryan Fuller nicht mehr an Bord ist, basiert das Wesen der Serie doch auf seinem stark an Roddenberrys Vision orientierten Gerüst. Zusammen mit dicken Spezialeffekten und Designelementen mit Anleihen an die J.-J.-Abrams-Filme kann man doch hoffen, dass die Serie die besten Elemente der klassischen und modernen "Star Trek"-Historie vereinen wird.

Da die zeitgenössische Popkultur eine Menge Macht besitzt, Ideen und Ideale einem breiten Publikum zu vermitteln, ist es gerade in diesen pervers anmutenden Zeiten dringend notwendig, Fernsehformate zu entwickeln, die neben Action, Spannung und Spezialeffekten auch etwas auszudrücken vermögen. Ich setze viel Hoffnung dahinein, dass "Star Trek" mit der im Herbst startenden Serie wieder in diese unentdeckten Länder vorstoßen wird. Auch wenn Sendestart und Produktionsbeginn schon mehrmals verschoben wurden, der Hauptverantwortliche nunmehr ein anderer ist und das erste Design der Discovery bei Teilen des Publikums nicht sonderlich gut ankam − in den Sechzigern plagte man sich noch mit ganz anderen Schwierigkeiten. Heute, über 50 Jahre später, existiert Gene Roddenberrys Idealismus noch immer. Verlieren wir nicht die Zuversicht, dass die Weltanschauung der Menschheit umso universeller wird, je weiter sie sehen kann. Ein Blick viele Lichtjahre hinein in die unendlichen Weiten kann da wahrlich nicht schaden.

"Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben." [Alexander von Humboldt]

Innerhalb des letzten Jahres ist viel geschehen im "Star Trek"-Universum. 50 Jahre nach der TV-Premiere der Originalserie (nach meiner Auffassung wäre es vernünftiger, 1964 und nicht 1966 als "Star Treks" Geburtsjahr zu betrachten, da wie eingangs erwähnt Idee und auch erste Produktion auf das Jahr 1964 zu datieren sind) erschien mit "Star Trek: Beyond" der 13. Kinofilm, der mit einem riesigen Füllhorn an phänomenalen Spezialeffekten, genialen Masken und vielen Gimmicks für die Fans auch wieder ein wenig von Roddenberrys ursprünglichem idealistischen Geist auf die Leinwand zurückbrachte. Die von mir geliebten Romanveröffentlichungen des CrossCult-Verlages wurden mit der dreiteiligen "Prometheus"-Saga der deutschen Autoren Christian Humberg und Bernd Perplies bereichert. So erschien erstmals eine − nebenher gesagt, äußerst gelungene − Reihe von Lizenzromanen aus deutscher Feder. Die Reise zu den Sternen ist in vollem Gange und wird hoffentlich weiterhin dazu beitragen, eine Zukunftsvision zu zeigen, die von Respekt und interkulturellem Miteinander geprägt ist. Lebt lange − und am wichtigsten in unserer Zeit: IN FRIEDEN!

Eine schöne Woche wünsche ich, und denkt mal darüber nach...

Trek-Vergangenheit − und -Zukunft

Ein Beitrag von Manuel Albert Friedemann.


 

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"Star Trek: Discovery"

Die Pleite, äh... Zweite

Beim letzten Mal vermutete ich ja, dass es zumindest ein Foto gibt, weil als ich den Bericht geschrieben habe noch sechs Monate bis zum absehbaren Start hin waren. Nun, jetzt sind es nur noch halb so viele Monate, aber ein Foto war, als ich diesen Artikel verfasst habe, trotzdem noch nicht in Sicht. Das mag an einigen Dingen liegen, aber dazu später.

Kaum war mein Artikel von den fleißigen Mitarbeitern der TrekZone editiert, schon hagelte es neue Infos. So vermeldete CBS am 31.3.17, dass Rainn Wilson (spielte in "Galaxy Quest" eine Termite) als Harcourt Fenton Mudd auftreten wird. Das ist einerseits eine schöne Überraschung, da Mudd bereits in TNG verplant war. Er sollte sich in Kryostasis befinden und auf die Enterprise-D-Besatzung treffen. Wie schade, dass das nie zustande kam, da der Darsteller am 11.11.1986 mit lediglich 54 verstarb. Er war 34, als er in TOS das erste Mal auftrat. Sollte also "Discovery" etwa zehn Jahre vor TOS spielen, müsste er in der Reihe somit Anfang/Mitte 20 sein, je nach Zeitrahmen. Rainn Wilson ist daher die perfekte Auswahl, denn er wurde 1966 geboren, ist also 51 Jahre alt und somit fast 30 Jahre älter als sein Alter Ego, das er darstellen sollte. Gut, sei es drum. Beim Alter nahm man es in "Star Trek" nicht immer so genau.

 
 

Es wird klingonenlastig.


Fullers Wirken wirkt nach. Drei Tage später wurde nämlich bekannt, dass Sonequa Martin-Green nicht Lt. Cmdr. Rainsford spielt, sondern den Ersten Offizier Michael Burnham. Auch wenn Michael ein Frauenname sein kann, kenne ich keine einzige Frau, die diesen Namen trägt. Ich habe auch nie davon gehört, dass irgendeine Frau so heißt, Michelle, MichaelA, aber MICHAEL? Na gut, Fuller halt. Gender Mainstream muss auf Teufel komm raus durchgedrückt werden. Wir haben zwar keine einzige Storyline oder geschweige denn ein Foto, aber es werden bereits jetzt schon verzweifelt Infos rausgeschickt, dass man die wohl politisch korrekteste Weltraumserie auf dem Erdenrund werden wird.

Dann war es lange Zeit ruhig geworden um Discovery. Am 28.4.17 kamen dann noch einige Besetzungsinfos. So wurde eine Umbesetzung vorgenommen, dass nämlich Shazad Latif keinen Klingonen spielen wird, sondern Lt. Tyler. Kenneth Mitchell spielt stattdessen Kol, klingt schon mal klingonisch. Den Sicherheitsoffizier Cmdr. Landry spielt Rekha Sharma. Es wird klingonenlastig. So spielen Clare McConnell Dennas und Damon Runyan Ujili. Beide Namen sehen nicht besonders klingonisch aus.

Und noch eine lustige Meldung. Beinahe wäre "Discovery" wieder in der Versenkung verschwunden. Es gab in den USA nämlich einen deftigen Autorenstreik und die Serien, die noch nicht angelaufen sind, erwischt es dann in der Regel als erstes. Der Streik ist wohl beigelegt und "Discovery" kann (vielleicht) anlaufen.

Nachtrag:
 
 

Es ist gruselig, wie die Klingonen aussehen mit den Rüstungen und den Hummerköpfen.


Nun ist er also draußen, der erste offizielle Trailer von "Discovery". Und was soll ich sagen? Ich bin maßlos enttäuscht, aber nicht überrascht. "Discovery" sollte zehn Jahre vor Kirk und Co. spielen. Also müssten die Leute eigentlich die Uniformen nutzen, die von Pike und Co. in "The Cage" getragen wurden. Aber das Gegenteil ist der Fall. Die Uniformen sind diejenigen, die man aus dem kurzen Trailer aus dem Januar erhaschen konnte, es handelt sich dabei nicht um Gala-, sondern um Dienstuniformen. Ein wenig Archer-mäßig, ein wenig Abrams-like, was den Pin angeht (der übrigens das Enterprise-Delta ist, auch hier ein Widerspruch). Natürlich kann man jetzt kommen und sagen: Leute, es ist ein Trailer. Wartet es erst mal ab. Und: Das sind die üblichen Geplänkel eines Alt-Fans, der gegen jede neue Serie war. Jede neue Serie, auch wenn sie mal mit der Zeit gehen wollte, versuchte sich trotz KLEINERER Widersprüche an den Canon zu halten oder Canonfehler hinterher auszubügeln.

Jeder meckerte, dass die Archer-Enterprise gegenüber dem TOS-Schiff zu neu ausgesehen hat. Das kann ich nicht bestätigen. Das Schiff hatte Knäufe und Schalter, Knöpfe und Regler. Sogar die Türen ließen sich nur mit einem Knopf öffnen. Alles schien älter zu sein als die "modernere" TOS-Variante. Auch hinsichtlich der Uniformen hatten verschiedene Schiffe andere Badges an den Ärmeln. Auch das Aussehen der Mongolen-Klingonen von TOS und den Movies (TMP! Zu TSFS) deren Nachfolgeserien TNG, DS9 (Kor, Koloth und Kang, "Wir sprechen nicht darüber") und "Voyager" erklärte sich so wunderbar. Aber nein, jetzt kommt "Discovery". Das Schiff sieht nicht nur moderner aus, es nutzt auch Abrams-Effekte. Und vor allem sehen die Klingonen genauso beschissen aus wie die aus dem Abrams-Film. Ich kann es nicht nachvollziehen, wenn eine Serie im Prime-Universum spielt, warum man unbedingt dann die Fans verprellen muss und extra so optische Auffrischungen macht. Klar hatten auch die Romulaner ab TNG Stirnhöcker. Aber auch hier kann man mit den Augment-Genen argumentieren, da Romulaner und Klingonen ja auch mal zusammengearbeitet haben. Die einzige optische Veränderung, die man nicht erklären konnte, sind die Trill. Aber Terry hätte ja ansonsten zu hässlich mit den Prothesen ausgesehen. Es ist gruselig, wie die Klingonen aussehen mit den Rüstungen und den Hummerköpfen. DAS hätte definitiv nicht passieren dürfen.

Trek-Zukunft

Eigentlich sollte man die neue Trek-Serie ja nicht beurteilen, bevor sie das erste Mal über den Schirm gelaufen ist. Christian Freitag hat anhand der bekannten Fakten trotzdem einige Befürchtungen.


 

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"Star Trek: New Voyages" auf der German Comic Con

Ein Convention-Bericht

Im Juli 2016 fand die erste offizielle Comic Con in Deutschland statt. Doch noch vor der Stuttgarter Con, welche ein direkter Ableger der amerikanischen Cons in San Diego und New York ist, fand bereits im Dezember 2015 die erste Konkurrenzveranstaltung in Dortmund statt. Im Gegensatz zur Comic Con Germany findet die German Comic Con auch gleich vierteljährlich in unterschiedlichen Städten statt. Nachdem die deutschen Fans lange Zeit warten mussten, werden sie inzwischen schon regelrecht übersättigt.

Ich selbst war bereits auf der German Comic Con vom Dezember 2016 in Dortmund, welche sich über insgesamt vier Messehallen ausbreitete und so einiges zu bieten hatte. Das machte natürlich Hunger auf mehr, und so ging es vom 22. bis 23. April 2017 nach Frankfurt. Doch schon bei der Ankunft regten sich erste Zweifel.

Zum einen war die Frankfurter Con erheblich kleiner als die in Dortmund, allerdings genauso teuer. Statt vier Hallen gab es nur eine, in der sich beide Bühnen befanden. Akustisch war das eine Katastrophe. Außerdem pfiff ein eisiger Wind durch die Halle, was meiner Erkältung nicht gerade zuträglich war. Da wollten die Veranstalter wohl Heizkosten sparen.

So viel zur Kritik. Nun zu den positiven Seiten, zu denen der hohe Anteil an Trekkies gezählt werden kann. Gleich am Eingang wimmelte es von quicklebendigen Rothemden, ein paar gelbe und blaue Uniformen waren ebenfalls dabei. Zeit für ein Gruppenfoto.

 
 

Es gab mitunter gute, manchmal auch platte Wortwitze, die Comicfigur der Tod war aber immer witzig.


Danach ging es weiter zur Cosplay-Stage, wo bereits ein paar Freunde warteten. Auf der Bühne unterhielten gerade die zwei Künstler Michael Holtschulte und Oli Hilbring das Publikum mit ihren witzigen Zeichnungen. Darunter einige "Star Wars"-Gags sowie Parodien auf andere Sci-Fi-Klassiker. Es gab mitunter gute, manchmal auch platte Wortwitze, die Comicfigur der Tod war aber immer witzig.

Direkt im Anschluss ging es mit der "Star Trek"-Fanproduktion "New Voyages" weiter, welche von Peter Walker präsentiert wurde. Da Walker schon längere Zeit in Deutschland lebt, konnte er das Panel in fließendem Deutsch abhalten. Ebenso sollte ein deutsches Making-of gezeigt werden, doch leider spielte anfangs die Technik nicht mit. Die ersten zwei Videos liefen ohne Ton und da der Zeitplan eingehalten werden musste, ging es anschließend gleich mit der Episode "World Enough and Time" weiter. Diesmal zum Glück ohne weitere Pannen.

Punkten konnte die Folge vor allem mit hervorragenden Spezialeffekten, wobei die neuen romulanischen Birds of Prey nicht unerwähnt bleiben sollten. Die Story war indes etwas verworren. Durch eine neue romulanische Waffe gerät die Enterprise in eine interdimensionale Falle. Auf der Suche nach einem Ausweg müssen Lt. Cmdr. Sulu (John Lim) und Dr. Lisa Chandris (Lia Johnson) per Nottransport aus dem Wrack eines Bird of Prey gebeamt werden, stranden dabei jedoch auf einem unbekannten Planeten. Dort vergehen für die beiden 30 Jahre, während es auf der Enterprise nur 30 Sekunden sind. Zurück kommt ein sichtlich gealterter Sulu (George Takei) mit seiner Tochter Alana (Christina Moses). Dr. Chandris ist derweil auf dem Planeten gestorben.

Natürlich gelingt es, Sulu mit dem Transporter wieder in sein junges Ich zurück zu verwandeln. Alana muss indes geopfert werden, um die Enterprise aus dem interdimensionalen Feld zu befreien. Warum das Verlassen des Feldes ihren Tod bedeutet, entbehrt jeder wissenschaftlichen Erklärung. Sie muss halt sterben, um den Kanon einzuhalten. Erst nach 30 Jahren offenbart Sulu seiner zweiten Tochter Demora, dass sie eine Halbschwester hatte.

Die Folge war vielleicht nicht gänzlich schlecht, wobei vor allem der Auftakt spektakulär war. George Takei hätte man jedoch anders in die Folge einflechten können, zumal es ja auch Szenen mit ihm als späteren Captain der Excelsior gibt. Beim Auftritt von Walter Koenig in "To Serve All My Day" wirkte im Vergleich alles viel schlüssiger und es gab einen Bezug zur Originalepisode "Wie schnell die Zeit vergeht".

Erfreulich war, dass sich Peter Walker direkt ins Publikum traute und das Gespräch mit den Fans suchte. So konnte ich ihm anschließend ein paar Fragen stellen und in Erfahrung bringen, dass es keine neuen Episoden mehr geben wird. Das hat mit dem Fanprojekt "Axanar" zu tun, dessen Verantwortliche sich Gehälter ausgezahlt und Merchandise vertickt haben. Zwar war der Trailer zu "Axanar" sehr ambitioniert, aber es sollte klar sein, dass sich CBS als Rechteinhaber keine profitorientierten Fanprojekte gefallen lassen würde. Schade, dass darunter auch nichtkommerzielle Projekte leiden müssen. Immerhin existieren aber noch drei bereits abgedrehte Folgen von "New Voyages", die noch auf ihre Freischaltung warten.

 
 

Die Effektszenen von The Light Works, die logischerweise ehrenamtlich in der Freizeit erstellt wurden, können problemlos mit denen großer Hollywood-Studios mithalten.


Neben den regulären Episoden gibt es zudem noch fünf Kurzfolgen und fünf eBooks. Selbstverständlich kann alles gratis auf der offiziellen Website abgerufen werden. Für die Episoden gibt es dabei deutsche Untertitel und eine Kurzepisode liegt sogar in deutscher Synchronisation vor.

Die guten Beziehungen nach Deutschland kommen übrigens nicht von ungefähr, dafür hat Peter Walker persönlich gesorgt. Nachdem die Spezialeffekte der ersten Folgen von Doug Drexler und anderen übernommen wurden, konnte Walker nämlich den Kölner Computergrafiker Tobias Richter für "New Voyages" gewinnen. Die Effektszenen von The Light Works, die logischerweise ehrenamtlich in der Freizeit erstellt wurden, können problemlos mit denen großer Hollywood-Studios mithalten.

Zum Abschluss des Panels gab es noch einen Vorschautrailer für die nächste Folge, welcher die Vorfreude auf den Sonntag steigerte. Der Samstag war jedoch noch lange nicht vorbei. Als Nächstes stand ein Besuch der Fan-Ecke an, wo zahlreiche Stormtrooper der 501st German Garrison posierten.

Das absolute Highlight war jedoch ein "Iron Man"-Cosplayer, dessen Kostüm hundertprozentig originalgetreu war, mit allen Lichteffekten und automatischem Helmvisier. Deadpool, Spider-Man, einige S.H.I.E.L.D.-Soldaten, Wonder Woman und die halbe Suicide Squad waren ebenfalls zugegen. Ein echtes Marvel-DC-Crossover. Außerdem gab es mehrere originalgetreue Fahrzeuge, unter anderem Kitt aus "Knight Rider", ein Delorean aus "Zurück in die Zukunft" und ein Jeep aus "Jurassic Park". In unmittelbarer Nähe hatte sogar "Dr. Who" seine Tardis geparkt. Offenbar liefen an diesem Tag allerdings mehrere Klone des Doktors auf der Con herum.

Weiter ging es in die Künstler-Ecke, wo ich mir ein "Star Wars"-Parodie-Buch von André Sedlaczek gekauft habe, welches sogleich mit einer persönlichen Darth-Vader-Zeichnung signiert wurde. Meine Lebensgefährtin erhielt derweil eine Zeichnung vom Künstler nebenan, auf der Spock sich bei einer Autowerkstatt vulkanisieren lassen will.

Mit dem Shopping ging es dann noch etwas weiter, wobei es allerdings weniger Auswahl als in Dortmund gab. Günstig gab es vor allem DVDs und Blu-Rays. Selbst limitierte Editionen gab es teilweise zu Spottpreisen. Da braucht man schon fast nicht mehr in Elektronikmärkte zu gehen, sondern wartet lieber die nächste German Comic Con ab. An einem britischen Stand gab es indes Eaglemoss-Modelle, die in Deutschland noch nicht erschienen sind. Die Preise schwankten zwischen 10 und 40 Euro, weshalb ich in Anbetracht des Ladenpreises nur jene für 15 Euro genommen habe. Darunter Harry Mudds Schiff, den Warp Delta, den Peregrin-Fighter und das Breen-Kampfschiff. Neues Material für meine nächsten Modellkritiken.

Nach dem ersten Tag waren die Tragetaschen also schon prall gefüllt, weshalb ich für den Sonntag ein Schließfach nehmen musste. Dieser begann für meine Lebensgefährtin und mich mit der "New Voyages"-Folge "Kitumba". Diese war um Längen besser als jene vom Vortag. Das Drehbuch war ursprünglich für die geplante "Phase 2" in den 1970ern gedacht und wurde von James Cawley auf den neusten Stand gebracht. Unter anderem wird auf das Augment-Virus aus "Enterprise" Bezug genommen. Es sind sowohl Klingonen mit als auch ohne Stirnwülste zu sehen, und mit etwas Glück werden sich das die Produzenten von "Star Trek: Discovery" zum Vorbild nehmen.

Die Handlung von "Kitumba" ist spannend erzählt, ohne an dieser Stelle zu viel verraten zu wollen. Es mangelt jedenfalls nicht an Action und Witz. Außerdem erhalten die Klingonen den Tiefgang, der ihnen in der Originalserie fehlte und welcher erst später in TNG aufkam. Diesmal sind nicht DIE Klingonen die Bösewichte, sondern lediglich das allseits bekannte Haus von Duras. Daumen rauf für diese Fanproduktion!

Im Anschluss an die Folge gab es noch eine Frage aus dem Publikum bezüglich der Namensgleichheit der beiden McCoy-Darsteller. Peter Walker verneinte jedoch jegliche verwandtschaftliche Beziehung zwischen DeForest Kelley und John M. Kelley. Letzterer benutze lediglich ein Künstlerpseudonym und eine Perücke, welche die ähnliche Frisur erklärt.

 
 

Irgendwie empfinde ich es auch als etwas unfair, dass die TV-Stars für ihre Anwesenheit bezahlt werden und sich obendrein für Autogramme und Fotos bezahlen lassen, während die eigentlichen Comic-Künstler zur Kasse gebeten werden.


Da für den Sonntag keine weiteren interessanten Panels anstanden, bin ich diesmal zu den Independent-Künstlern, für die ich am Samstag leider keine Zeit mehr hatte. Am Stand der Burlesque-Portraitzeichnerin Sara Horwath stellte sich heraus, dass ich nicht der Einzige aus Thüringen war. Schönen Gruß an die Heimat! Ebenso angenehm war es, die Bekanntschaft mit der Manga-Künstlerin Lunaly zu machen.

Bei den Gesprächen habe ich nebenbei erfahren, was so ein Stand auf der German Comic Con kostet. Meine Werke werde ich wohl weiter auf meinem Blog präsentieren müssen, denn das kann ich mir nicht leisten. Irgendwie empfinde ich es auch als etwas unfair, dass die TV-Stars für ihre Anwesenheit bezahlt werden und sich obendrein für Autogramme und Fotos bezahlen lassen, während die eigentlichen Comic-Künstler zur Kasse gebeten werden.

Zum Schluss war ich am Stand von Sebastian Drewniok, der seine "Tank"-Comics im Eigenverlag herausgibt. Da ich inzwischen etwas knapp dran war und einer seiner Comics fast genauso viel kostete wie mein Roman, habe ich ihm einen Tausch angeboten. Zu meinem Erstaunen ist er tatsächlich darauf eingegangen. Ich hoffe, er hatte mit den Raketenmenschen genauso viel Spaß wie ich mit seinem Comic. Auf die Fortsetzungen bin ich jedenfalls schon mal gespannt. Auf "Raketenmenschen − Die Rückkehr" müsste er allerdings noch etwas warten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die German Comic Con in Frankfurt trotz einiger Abstriche durchaus lohnend war. Ich habe wunderbare Erfahrungen gemacht, nette Menschen kennen gelernt und meine Sammlung an Filmen und Merchandise überschreitet nun langsam die Kapazitäten meiner Räumlichkeiten. Ob ich nächstes Jahr wieder nach Frankfurt komme, bleibt abzuwarten. In Dortmund schien mir alles ein wenig besser organisiert zu sein. München und Berlin sind mir derweil zu weit entfernt. Die Comic Con Germany in Stuttgart wäre allerdings noch eine Überlegung wert.

Weiterführende Links

  • "Star Trek: New Voyages − Phase II", Deutschland
    Eine "Star Trek"-Fan-Produktion.

  • YouTube.com
    ComicCon Frankfurt: "Star Trek: New Voyages"-Interview.

  • Convention Corner

    Ein Beitrag von S. Darhel.


     

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    Der Gesetzeslosigkeit verfallen

    "Star Trek: The Next Generation − Das Gleichgewicht der Kräfte": Eine Romankritik

    Eigentlich hatte sich Gene Roddenberry die Zukunft ganz anders gedacht. Die Menschheit sollte sich weiter entwickelt haben, hin zu einer humanistisch geprägten Gesellschaft ohne Krieg, Armut und Gier. Captain Picard betonte mehrfach in der Episode "Die neutrale Zone" und dem achten Kinofilm "Der erste Kontakt", dass es in der Föderation kein Geld mehr gibt und der Erwerb von Reichtum nicht mehr die treibende Kraft sei. Der Roman "Das Gleichgewicht der Kräfte" von Dafydd ab Hugh wirft all dies über den Haufen und erschafft eine kapitalistische Zukunft, die noch finsterer ist als die derzeitige reale Welt.

    Schon der Beginn der Handlung ist schwer zu ertragen. Geordi erhält die Nachricht, dass sein ehemaliger Akademieprofessor Dr. Zorka verstorben ist. Wirklich jedes Crewmitglied der Enterprise geht ihm damit auf die Nerven, obwohl er gleich beim ersten Mal erklärt, dass er Dr. Zorka kaum kannte und er ihn obendrein für geisteskrank hielt. Trotzdem wird Geordi weiter mit Beileid überschüttet, ganz so, als wäre seine Mutter gestorben. Counselor Troi bietet ihm sogar eine Therapiesitzung an.

    Der Schwachsinn um Dr. Zorka nimmt alsbald eine noch größere Dimension an, als es um die Versteigerung seiner Erfindungen geht, die außerhalb des Föderationsraums auf dem Planetoiden Novus Alamogordos stattfinden soll. Da einige Waffentechnologien zu Zorkas Nachlass gehören, interessieren sich selbstverständlich auch die Romulaner, Cardassianer und Ferengi für die Auktion. Dies könnte das Gleichgewicht der Kräfte gefährden.

    Halt, stopp, wie kann das sein! Zorka arbeitete im Auftrag der Föderation und bekam von ihr die Gelder für seine Forschung. Warum bezahlt die Föderation für etwas, wovon sie nicht profitiert? Wie kann es sein, dass ein verrückter Professor sich mit fremdem Kapital absetzt und ein unabhängiges Institut außerhalb des Föderationsraums gründet? Die Auktion dürfte es gar nicht geben, da alle Erfindungen rechtmäßig der Föderation gehören sollten! Mal ganz davon abgesehen, dass es in der Föderation eigentlich gar kein Geld geben sollte und alle neuen Entwicklungen dem Gemeinwohl zur Verfügung stehen müssten.

    Es wird aber noch beknackter, denn innerhalb der Föderation gibt es verschiedene Bieter bei der Auktion. Natürlich beauftragen sie alle ausgerechnet Führungsoffiziere der Enterprise, welch ein unglaublicher Zufall! Dr. Beverly Crusher soll für das medizinische Institut bieten, Counselor Troi wird von ihrer Mutter beauftragt, für Betazed zu bieten und für die Föderation muss auch noch jemand gefunden werden.

    Da die Enterprise nur mit Warp 5 fliegen darf und so den Beginn der Auktion zu verpassen droht, wird zunächst Geordi beauftragt, der sich mit Worf auf Captain Kurns Bird of Prey aufhält. LaForge hält jedoch nichts von Zorkas Erfindungen und zweifelt deren Funktionstüchtigkeit an. Worf soll indes für das klingonische Reich bieten, was ihm sein Bruder Kurn abspenstig machen will. Der Imperator Kahless entscheidet letztendlich, dass ausgerechnet Jean-Luc Picard, ein Captain der Sternenflotte, für die Klingonen ins Rennen gehen soll. Das ist nun wirklich nicht nachvollziehbar.

     
     

    Ein Mensch bietet für die Klingonen und ein Klingone für die Föderation.


    Immerhin sorgt Kahless aber dafür, dass die Enterprise eine Ausnahmegenehmigung für das Warplimit erhält und somit rechtzeitig zur Auktion eintrifft. Geordi muss also auf der Auktion nicht mehr die Föderation vertreten. Stattdessen wird Data entsandt, der jedoch prompt vom Auktionshaus Hatheby's abgelehnt wird, da er eine künstliche Lebensform ist. Letztendlich muss Worf den Job übernehmen, womit das Chaos perfekt ist. Ein Mensch bietet für die Klingonen und ein Klingone für die Föderation. Außerdem sind damit fast alle Hauptcharaktere durch, mit Ausnahme von Riker, der das Schiff kommandieren muss.

    So gezwungen, wie dieser Plot wirkt, ist auch die B-Handlung um Wesley Crusher, die über einen sehr langen Umweg mit der A-Handlung verknüpft wird. Wesley hat seine Mitschuld am Tod eines Kameraden (TNG-Episode "Ein missglücktes Manöver) noch nicht überwunden, da baut er schon wieder heftigen Mist. Sein Zimmergenosse Fred Kimbal hat einen Apparat gebastelt, von dem er selbst nicht wirklich weiß, wozu er gut sein soll. Wesley vollendet die Arbeit und stellt fest, dass man mit dem Gerät gewöhnliches Chaseum in goldgepresstes Latinum verwandeln kann.

    Das erinnert stark an Alchemie und hat etwas von der Verwandlung unedler Stoffe in Gold. Allerdings wird hier nicht wirklich etwas verwandelt, sondern nur die oberflächlichen Eigenschaften verändert. Wie dem Chaseum dabei nicht nur die Spektrallinien von Latinum verliehen werden, sondern obendrein noch die Eigenschaften von Gold, kann wissenschaftlich nicht erklärt werden. Es ist absolut an den Haaren herbeigezogener Unsinn. Das Metall Chaseum ist im Übrigen genauso fiktiv wie Latinum und irgendwie scheint in der Zukunft alles daraus zu bestehen. Da fragt man sich, was eigentlich aus dem guten alten Duranium geworden ist?

    Statt den Apparat nun zu patentieren oder besser gleich zu zerstören, da er nur zum Fälschen der Latinumwährung taugt, folgt Wesley erst mal einer Einladung zu einer Pokerrunde. Er überzeugt die Veranstalter außerdem, Fred Kimbal ebenfalls einzuladen, obwohl er befürchtet, dieser könnte sich blamieren und einen Haufen Geld verlieren. Was natürlich auch prompt geschieht.

    An dieser Stelle muss man sich wirklich fragen, warum die Sternenflottenakademie dieses illegale Glücksspiel toleriert? Ebenso stellt sich die Frage, warum dieses ausgerechnet bei einem mafiösen Ferengi namens Tunk stattfinden muss? Die Ferengi sind natürlich im offiziellen Kanon Kapitalisten, während die Föderation das monetäre System hinter sich gelassen hat. Doch selbst wenn man akzeptiert, dass die Erde im Roman immer noch kapitalistisch ist, macht es zumindest keinen Sinn, dass die örtlichen Sicherheitsbehörden dem Treiben des organisierten Verbrechens stillschweigend zusehen.

    Ebenso unglaubwürdig ist es, dass die Lage auf dem Arbeitsmarkt des 24. Jahrhunderts immer noch so düster ist. Dass sich irdische Frauen für einen kriminellen Ferengi prostituieren müssen, um über die Runden zu kommen. Es ist schon wirklich erschreckend, dass Sternenflottenkadetten ein Etablissement aufsuchen, in dem nackte Damen am Empfang stehen, um sich über den Tisch ziehen zu lassen. Was ist nur aus der Jugend von morgen geworden?

    Nachdem der Ferengi Tunk Wesleys Freund Kimbal abgezogen hat, wacht dieser erst mal verkatert auf, schleppt sich im Halbkoma zum Apartment des Gauners und tilgt seine Schulden mit dem Latinumapparat. Allein das ist schon dermaßen dämlich, dass es weh tut. Als Wesley davon Wind bekommt, schleicht er sich auf Tunks Schiff und knackt dort den Safe, um das Gerät zurück zu bekommen. Selbstverständlich wird er dabei erwischt und von Tunks Sicherheitswächtern in Gewahrsam genommen. So weit, so vorhersehbar.

    Tunk entführt den Kadetten auf das Mutterschiff seines Vaters Munk. Seltsamerweise hat dieser sich ein altes Sternenflottenschiff ergattert, was die Frage aufwirft, seit wann die Sternenflotte ihre Technologie an Ferengi verscherbelt. Es läuft wohl gerade nicht so gut? Aus Angst vor Strafverfolgung gibt sich Wesley jedenfalls als sein Zimmergenosse Fred Kimbal aus, was ziemlich mies ist. Mit diesem Namen unterzeichnet er schließlich einen Knebelvertrag, der ihn zu absolutem Stillschweigen verdonnert, egal welcher Verbrechen er Zeuge wird.

     
     

    Das Verbrechen besteht natürlich darin, so viel Latinum wie möglich zu fälschen, denn Munk beabsichtigt, ebenfalls an der Auktion auf Novus Alamogordus teilzunehmen.


    Das Verbrechen besteht natürlich darin, so viel Latinum wie möglich zu fälschen, denn Munk beabsichtigt, ebenfalls an der Auktion auf Novus Alamogordus teilzunehmen. Allerdings schafft er es mit seinem alten Kahn nicht rechtzeitig, weshalb Wesley ihn überzeugt, sein Schiff in die Luft zu jagen, damit die Enterprise ihn aufnimmt. An Bord des Flaggschiffes der Föderation würden sie immerhin rechtzeitig zum Auktionsbeginn eintreffen.

    Obwohl es nicht nachvollziehbar ist, dass Munk all seinen Besitz einfach so aufgibt, ist diese Taktik von Wesley durchaus schlau. An Bord der Enterprise könnte er der Gefangenschaft entfliehen, die kriminellen Pläne von Munk offenlegen und wäre in Sicherheit. Doch stattdessen gibt er sich seinen alten Freunden gegenüber als Fred Kimbal aus und spielt weiter das Spiel der Ferengi mit. Aus Angst vor den Strafen eines Vertragsbruchs beteiligt er sich am größten Coup des 24. Jahrhunderts. Das ist nicht mehr der überdurchschnittlich intelligente Junge aus der Serie, sondern ein grenzdebiler Trottel.

    Dieses irrationale Verhalten führt schlussendlich dazu, dass Munk alle wichtigen Auktionen gewinnt, sehr zum Ärger seines größten Konkurrenten, welcher rein zufällig der Große Nagus höchstpersönlich ist. Besonders bitter ist dabei, dass der vorletzte Bieter sein Gebot komplett zahlen muss und dafür nichts bekommt. Eine sehr eigenartige Auktionsmethode, welche die Preise hochtreiben soll, aber eigentlich eher abschreckend wirkt. Man stelle sich vor, ein gewisses Internetauktionshaus würde eine solche Regel einführen, dann wären mit einem Schlag alle Nutzer verschwunden. Wer bei so etwas mitmacht, ist selbst schuld, zumal die meisten von Zorkas Erfindungen laut Commander LaForge absoluter Bullshit sind.

    Nachdem der Nagus eine Menge Geld verloren hat, entlarvt er schließlich Munk als Betrüger. Komisch dabei ist, dass Wesley Data im Rahmen einer Pokerrunde dezent auf den Schwindel hingewiesen hat, woraufhin der Androide eine Methode entwickelt, das gefälschte Latinum in Chaseum zurückzuverwandeln. Diese wird jedoch überhaupt nicht angewendet, wodurch das ganze Ausmaß des Betrugs verborgen bleibt. Zudem wird nur das letzte Gebot Munks annulliert, während alle bereits gelaufenen Auktionen ihre Gültigkeit behalten. Das kann nicht im Sinne des Auktionshauses sein, welches nicht mal die Echtheit der Hektobarren gefälschten Latinums überprüft. Aus unerklärlichen Gründen verhalten sich alle Charaktere total dämlich.

    Schlussendlich landen Munk, Tunk und Wesley im Kerker. Dort fällt dem Kadetten endlich ein, dass es besser wäre, sich an die Behörden zu wenden. Nachdem er hunderttausende Barren Latinum gefälscht hat. Er bricht also den Vertrag, was er auch eher hätte tun können, bevor er sich etwas zuschulden kommen lassen hat. Er findet den Apparat, den er Kimbal-Uhr getauft hat, und übergibt ihn den Behörden. Und da beginnt es, so richtig absurd zu werden.

    Der Nagus nimmt sich der Fälscherbande an und kassiert die Kimbal-Uhr ein, auf die er eigentlich gar kein Recht hat und die obendrein ein wichtiges Beweismaterial darstellt. Der Oberferengi erklärt darüber hinaus Munk, Tunk und Kadett Crusher zu seinen Sklaven und kommt einfach so damit durch. Auf Novus Alamogordus gelten zwar nicht die Gesetze der Föderation, aber man sollte meinen, dass dies ebenso für die Gesetze der Ferengi gilt. Nun, aus unerfindlichen Gründen ist dem nicht so.

    Wesley bedient sich letztendlich eines Tricks, um sich beim Nagus freizukaufen. Als Erstes führt er ihm die Kimbal-Uhr vor und als der alte Greis nach dem umgewandelten Gegenstand greift, überzeugt er ihn, dass sich nun auch sein Arm verwandeln würde. Der Nagus fällt darauf herein und bittet um Hilfe, wobei der Hauptprozessor der Kimbal-Uhr flöten geht. Endlich ist das blöde Ding kaputt. Warum nicht gleich so?

    Als Nächstes lässt er den Nagus die Pläne für die photonische Impulskanone, die Picard und Worf gemeinsam ersteigert haben, an den Cardassianer Gul Fubar verkaufen. Wohl wissentlich, dass die Kanone nix taugt, da sie sich bei einem Test selbst zerstört hat. Da der Gul wissen muss, dass es sich um Hehlerware handelt, wird er die ihm bevorstehende Schmach hinnehmen und sein Geld nicht zurückverlangen. Damit haben die Föderation und das klingonische Imperium ihren Einkaufspreis zurück und der Nagus hat einen ordentlichen Profit abbekommen.

     
     

    Nicht mal der kapitalistischste Staat unserer Zeit würde seine Mitbürger zum Beispiel an die mexikanische Drogenmafia ausliefern.


    Dumm nur, dass das alles überhaupt keinen Sinn macht, denn die Crew der Enterprise und jene von Kurns Bird of Prey haben die unnütze Kanone direkt im System von Novus Alamogordus getestet. Also direkt vor den Augen der Cardassianer und Romulaner. Man sollte meinen, dass solche Tests gut vorbereitet werden und unter größter Geheimhaltung stattfinden. Es ist wirklich zum Haare raufen!

    Jedenfalls entlässt der Nagus Wesley nach diesem lukrativen Coup aus der Sklaverei, was die Absurdität noch einmal auf die Spitze treibt. Die Föderation erkennt nämlich das Ferengi-Gesetz an und liefert ihre Mitbürger ohne jeden Skrupel an Menschenhändler aus. Ein unter Zwang unterzeichneter Knebelvertrag reicht als Begründung. Was ist bloß aus der Föderation geworden? Nicht mal der kapitalistischste Staat unserer Zeit würde seine Mitbürger zum Beispiel an die mexikanische Drogenmafia ausliefern. Für die hochzivilisierte Erde des 24. Jahrhunderts scheint dies dagegen kein Problem zu sein.

    Dafydd ab Hugh hat mit "Das Gleichgewicht der Kräfte" wahrlich den größten Vogel der Galaxis abgeschossen, und das gleich in doppeldeutiger Hinsicht. Was hier abgeliefert wird, hat mit "Star Trek" rein gar nichts zu tun! Um die Lächerlichkeit der Handlung zu verdeutlichen, nervt Data dann noch die ganze Zeit über mit einem gruseligen Lachprogramm. Man könnte angesichts dessen fast meinen, dass der Autor sein eigenes Werk nicht ernst nehmen kann.

    Garniert wird dieses ungeheuerliche Bullshit-Bingo mit seltsamen Andeutungen. So laufen die Computer auf Novus Alamogordus mit dem System VingeSys-666. Ja klar, die Zahl des Teufels. Warum auch nicht? Zur Hölle mit diesem grottigen Roman!

    Fazit: "Das Gleichgewicht der Kräfte" ist dermaßen schlecht geschrieben, dass jede einzelne Seite ein Martyrium darstellt. Die Föderation scheint komplett der Gesetzlosigkeit verfallen und die Charaktere verhalten sich dermaßen hohlköpfig, dass es weh tut. Letztendlich wird dadurch alles vorhersehbar, aber eben nicht nachvollziehbar. Hier sollte nur zugreifen, wer sich gerne die Hände vors Gesicht schlagen möchte. Facepalm!

    Weiterführende Links

  • Jetzt bei Amazon.de bestellen
    "Star Trek: The Next Generation − Gleichgewicht der Kräfte", broschiert, 1997, von Dafydd ab Hugh (Autor)

  • Trek-Romane

    Ein Beitrag von S. Darhel.


     

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    Convention-Corner 2017

    Teil 3 − September bis Dezember

    Wo treffen sich Fans? Wo sieht man die kreativsten Kostüme? Wo lesen die besten Phantastik-Autoren? Wo kann man seine TV-Lieblinge live sehen? Wo die spannendsten Abenteuer am Spieltisch erleben? Alien Souvenirs (www.aliensouvenirs.com) präsentiert eine Auswahl an Events, die man als Fan möglichst nicht verpassen sollte. Je später im Jahr das Event, desto ungenauer und lückenhafter sind leider noch die Informationen. Ich wäre euch sehr verbunden, mir aktuelle Entwicklungen und Neuigkeiten per Mail mitzuteilen, damit dieser Kalender möglichst up-to-date gehalten werden kann. Alle Angaben wie immer ohne Gewähr. Es empfiehlt sich allerdings immer ein Besuch der jeweiligen Website. Je nach Veranstaltung werden Sondertarife für Jugendliche und so weiter gewährt.

    September 2017

    1.−3.9.2017, Grayskull Con
    Ort: Jugendgästehaus, Schöne Aussicht, 51702 Bergneustadt
    Gäste: Simon Soltau, u.a.
    Conbeitrag: Tagesticket ab 20 Euro, Wochenende ab 39 Euro | www.grayskullcon.wordpress.com
    Bei der Macht von Castle Grayskull! Die deutsche Convention für alle Freunde von He-Man und den Masters of the Universe.

    2.−3.9.2017, Startopia − A Vision Goes On
    Ort: Capitol, Waldhofstraße 2, 68169 Mannheim
    Gäste: René Auberjonois, Robin Curtis, Casey Biggs, Andrew Robinson, Christopher Doohan, Ernst Meincke, u.a.
    Conbeitrag: Wochenende 85 Euro | www.startopia-convention.de
    Neue Convention für "Star Trek"-Fans.

    2.−3.9.2017, Phantastika
    Ort: CongressCentrum, Düppelstraße 1, 46045 Oberhausen
    Gäste: Ian Beattie, Dr. Dr. Gert Mittring, Rebecca Hohlbein, Markus Heitz, Dr. Hubert Zitt, Uschi Zietsch, Uwe Anton, u.a.
    Conbeitrag: Tagesticket ab 18 Euro, Wochenende ab 27 Euro | www.phantastika.de
    Familienfreundliches Event für Phantastik-Fans.

    4.−10.9.2017, Tübinger MYRA-Tage/Tübinger Tolkien Tage
    Ort: Verschiedene Locations in Tübingen
    Gäste: Veronika Serwotka, Swantje Niemann, Goldschmiede-Werkstatt Mclien, u.a.
    Conbeitrag: tba. | www.tuebinger-tolkien-tage.de
    Tübingen feiert den britischen Fantasy-Autor J.R.R. Tolkien.

    9.−10.9.2017, KrähenCon

    Ort: Raphaelsheim (St. Elisabeth), Hülser Straße 471, 47803 Krefeld (Inrath)
    Gäste: Ute Raasch, Fairy Pearls, u.a.
    Conbeitrag: Tagesticket 4 Euro, Wochenende 7 Euro | www.kraehencon.de/blog
    Die Krähe ruft zum Würfel-Contest nach Krehfeld.

    15.−17.09.2017, USS Atlas Con 3
    Ort: Freizeit- und Bildungsstätte Niederdieten, Neuer Weg 11, 35236 Breidenbach-Niederdieten (bei Marburg)
    Gäste: "Star Trek"-Live-Rollenspieler
    Conbeitrag: ab 55 Euro | http://www.uss-atlas.de
    Die USS Atlas Orga veranstaltet ihr mittlerweile drittes "Star Trek"-LARP. Die Handlung spielt im Februar 2386 an Bord der USS Atlas (Luna-Klasse), die im Beta-Quadranten unterwegs ist, um neues Leben zu erforschen, fremde Zivilisationen und Kulturen zu entdecken und dorthin zu gehen, wo noch nie jemand zuvor gewesen ist.

    16.+17.9.2017, PhantastiCon 18 & MittelerdeCon 9
    Ort: Sporthallle der TGM / SV Jügesheim, Weiskircher Straße 42, 63110 Rodgau
    Gäste: tba.
    Conbeitrag: Sa. 4 Euro, So. 3 Euro, Wochenende 6 Euro | www.pgrev.de
    Im Rahmen der PhantastiCon 18 öffnet zum neunten Mal der MittelerdeCon seine Pforten. Wir bieten Tolkien- und Rollenspielfans die Möglichkeit, Abenteuer in der bekanntesten Fantasywelt zu erleben und Vorträgen über das Rollenspiel in Mittelerde zu lauschen.

    22.9.−24.9.2017, Connichi
    Ort: Kongress Palais Kassel − Stadthalle, Holger-Börner-Platz 1, 34119 Kassel
    Gäste: tba.
    Conbeitrag: Tagesticket ab 24 Euro, Wochenende ab 52 Euro | www.connichi.de
    Eine der größten deutschen Conventions für Anime und Manga mit mehreren 1000 Besuchern.

    23.+24.9.2017, Elfia Arcen

    Ort: Kasteeltuinen Arcen, Lingsforterweg 26, 5944 BE Arcen, Niederlande
    Gäste: tba.
    Conbeitrag: Tagesticket ab 17,95 Euro, Wochenende ab 30 Euro | www.elfia.com
    Cosplay- und Fantasy-Event im Schlosspark von Arcen nahe der deutsch-niederländischen Grenze.

    23.+24.9.2017, Anno 1900 − Steampunk Convention Luxembourg
    Ort: Minett Park Fond-de-Gras, 1, place du Marché, 4756 Pétange, Luxembourg
    Conbeitrag: Tagesticket ab 12 Euro | www.minettpark.lu
    Stilvolles Steampunktreffen mit viel Dampf im historischen Ambiente des Minettparks.

    23.+24.9.2017, Science Fiction Treffen
    Ort: Technikmuseum, Am Technik Museum 1, 67346 Speyer
    Gäste: 501st German Garrison, Science Fiction Club Deutschland e.V., Perry Rhodan Stammtisch Mannheim, SFC Universum, SciFi-Days Grünstadt, Mandalorianische Beskarschmiede, u.a.
    Conbeitrag: Tagesticket 15 Euro | www.speyer.technik-museum.de
    Freunde von "Star Wars" und anderen phantastischen Filmen treffen sich unter den Schwingen der russischen Raumfähre Buran.

    29.9.−2.10.2017, FilkCONtinental
    Ort: Kultur-Jugendherberge Wernigerode, Am Eichberg 5, 38855 Wernigerode
    Gäste: Playing Rapunzel, Stone Dragons, W. Scott Snyder, u.a.
    Conbeitrag: Wochenende ab 40 Euro, Übernachtung ab 78 Euro | www.filkcontinental.de
    Jährliches Festival für Folk-Music mit phantastischen Texten.

    30.9.−1.10.2017, German Comic Con Berlin
    Ort: Messe Berlin, Messedamm 22, 14055 Berlin
    Gäste: Charles Dance, Thomas Wilson, Carice van Houten, u.a.
    Conbeitrag: Sa. ab 25 Euro, So. ab 20 Euro, Wochenende ab 39 Euro | www.germancomiccon.de
    Zum zweiten Mal findet die Comic Con in der Bundeshauptstadt statt.

    Oktober 2017

    6.−8.10.2017, NiCon
    Ort: FZH Vahrenwald, Vahrenwalder Straße 92, 30165 Hannover
    Gäste: tba.
    Conbeitrag: Fr. ab 12 Euro, Sa. ab 22 Euro, Sonntag ab 8 Euro, Wochenende ab 33 Euro | www.niconvention.de
    Hannovers große Convention für japanische Zeichenkunst.

    8.10.2017, C.O.N.S. − 9. Deutsche Transformers Fan Convention
    Ort: Kolpinghaus / Josefshaus, Ostring 33, 41749 Viersen − Süchteln
    Gäste: Jack Lawrence, u.a.
    Conbeitrag: Tagesticket ab 9 Euro | www.ntf-cons.de
    Treffen für alle Freunde der wandlungsfähigen Robotkämpfer.

    14.10.2017, Buchmesse Convent 32
    Ort: Bürgerhaus, Fichtestraße 50, 63303 Dreieich-Sprendlingen
    Gäste: Thomas Thiemeyer, Bernhard Hennen, Robert Corvus, Ju Honisch, Tom Finn, u.a.
    Conbeitrag: Tagesticket 10 Euro | www.buchmessecon.de
    Deutschlands größtes und traditionellstes Treffen für phantastische Literatur am Buchmesse-Samstag im Rhein-Main-Gebiet. Ein Muss für Nachwuchsautoren und alle Fans des phantastischen Wortes.

    17.−22.10.2017, Dragon Days
    Ort: verschiedene Locations in Stuttgart.
    Gäste: Tad Williams, T.S.Orgel, Götz Schneyder, Stefan Dinter, Nnedi Okorafor, Will Brooks, u.a.
    Conbeitrag: variabel je nach Event | www.dragondays.de
    Fantasy, Horror, Science-Fiction − das Dragon Days Festival stellt Phantastik-Literatur und deren Umsetzung in andere Medien vor.

    20.−22.10.2017, FearCon I
    Ort: Maritim Hotel & Kongresszentrum, Godesberger Allee, 53175 Bonn
    Gäste: Tony Todd, Patricia Quinn, Keith Allan, DJ Qualls, William Sadler, Michael Bailey Smith, Clare Kramer, Oded Fehr, Margot Kidder, Michael Mundy, u.a.
    Conbeitrag: Wochenende ab 75 Euro | www.fearcon.de
    Halloween war gestern − jetzt kommt die FearCon.

    26.−29.10.2017, Internationale Spieletage SPIEL
    Ort: Messe Essen, Norbertstr. 2, 45131 Essen
    Conbeitrag: tba. | www.merz-verlag.com
    Weltgrößte Messe für Brett- und Gesellschaftsspiele im Herzen des Ruhrpotts mit mehreren 10 000 Besuchern aus ganz Europa.

    27.−29.10.2017, Mega Manga Convention Berlin

    Ort: Fontane-Haus im Märkischen Viertel, Königshorster Str. 6, 13439 Berlin
    Gäste: tba.
    Conbeitrag: tba. | www.mmc-berlin.com
    Manga-, Anime- und J-Pop at its best.

    28.+29.10.2017, TimeLash III − Die Doctor Who Convention
    Ort: Kulturbahnhof, Rainer-Dierichs-Platz 1, 34117 Kassel
    Gäste: Peter Davison, Daphne Ashbrook, Naoko Mori, Annette Badland, Robert Ritchi, Kai Owen, u.a.
    Conbeitrag: Wochenende 115 Euro | www.timelash-event.de
    Deutschlands einzige (und nebenbei beste) "Doctor Who"-Convention geht in die dritte Auflage.

    28.+29.10.2017, 3. Kitty Moan Convention
    Ort: Carl-Becker-Saal (auf den Gelände der Fa. Becker & Bernhard), Hitdorfer Str. 10, 40764 Langenfeld
    Gäste: Cannonball Randall, u.a.
    Conbeitrag: Sa. 8 Euro, So. 6 Euro, Wochenende 12,50 Euro | www.kittycon.de
    Beliebte Convention für "erwachsene" Phantastik in Schrift und Bild.

    November 2017

    3.−5.11.2017, 10. Penta-Con
    Ort: Heimat-und Palitzsch-Museum Rohlis, Gamigstraße 24, 01239 Dresden
    Gäste: Andreas Brandhorst, Erik Simon, Angela + Karlheinz Steinmüller, Tassilo Römisch, Dr. Dieter B. Hermann, u.a.
    Conbeitrag: Freitag oder Sonntag 4 Euro, Samstag 15 Euro, Wochenende 24 Euro | Mail: ralf@ralfpeter-kraemer.de
    Kleine, aber sehr traditionelle Convention in Sachsen, diesmal in Erinnerung an den ersten Raumflug eines irdischen Lebewesens, der Hündin "Leika". Verleihung des renommierten Kurd-Laßwitz-Preises.

    4.+5.11.2017, Film & Comic Con Karlsruhe

    Ort: Messe Karlsruhe, Messeallee 1, 76287 Rheinstetten
    Gäste: Cyhera, u.a.
    Conbeitrag: Tagesticket ab 20 Euro, Wochenende ab 36 Euro | www.filmundcomiccon.com
    Kommt auf die Film und Comic Con Karlsruhe und verbringt zwei erlebnisreiche Tage zusammen mit vielen Gleichgesinnten. Werft euch in euer Lieblings-Cosplay-Kostüm und trefft eure Lieblingsstars.

    4.11.2017, 82. Comicmesse Köln
    Ort: Stadthalle Köln-Mühlheim, Jan-Wellem-Str. 2, 51065 Köln
    Conbeitrag: 6 Euro, Kinder/Jugendliche frei | www.comicmesse-koeln.de
    Traditionelle Messe rund um die Neunte Kunst.

    18.+19.11.2017, 27. Dreieicher Rollenspiel-Treffen
    Ort: Bürgerhaus, Fichtestraße 50, 63303 Dreieich-Sprendlingen
    Gäste: Bernhard Hennen, u.a.
    Conbeitrag: gestaffelt ab Sa. 10 Euro, ab So. 5 Euro | www.dreieichcon.de
    Eine der beliebtesten Rollenspiel-Conventions in Deutschland. Und auch eine der vier größten.

    Dezember 2017

    9.+10.12.2017, German Comic Con Dortmund
    Ort: Westfalenhallen, Rheinlanddamm 200, 44139 Dortmund
    Gäste: Peter Weller, Tara Reid, u.a.
    Conbeitrag: Sa. ab 25 Euro, So. ab 20 Euro, Wochenende ab 39 Euro | www.germancomiccon.com Deutschlands älteste Comic Con geht in die dritte Runde, diesmal konzentriert auf zwei Tage.

    9.+10.12.2017, Lunar Eclipse Reunion
    Ort: Hilton Düsseldorf Hotel, Georg-Glock Strasse 20, 40474 Düsseldorf
    Gäste: tba.
    Conbeitrag: Tagesticket ab 69 Euro, Wochenende ab 139 Euro | www.lunar-eclipse-con.de
    Lunar Eclipse Reunion Convention ist eine inoffizielle 2-Tages Convention mit Stargästen aus der TV-Serie "Teen Wolf".

    Vorschau: Termine 2018

    Ausführliche Informationen zu gegebener Zeit, deshalb hier nur eine Kurzfassung.

    3.+4.2.2018, EpicCon II, (Münster/Westfalen)
    17.+18.2.2018, Revelations Endgame − 3. Pretty Little Liars Con (Düsseldorf)
    15.−18.3.2018, Manga Comic Con (Leipzig)
    30.3.−2.4.2018, Follycon − 69th British National Science Fiction Convention (Harrogate, England)
    31.3.−2.4.2018, MagicCon II (Maritim Hotel Bonn)
    7.+8.4.2018, Dystopia 2 (Düsseldorf)
    5.5.2018, Union of the Force − Hernebration 4 (Herne)
    5.+6.5.2018, Medieval Fantasy Convention − Harry Potter Special (Schloss Burg, Solingen)
    5.+6.5.2018, Bloodlines Nightfall − The Vampire Diaries Con (Düsseldorf)
    18.−21.5.2018, FedCon (Bonn)
    25.−27.5.2018, Tolkien Tag Niederrhein (Geldern-Pont)
    19.−22.7.2018, NEMO 2018 − EuroCon (Amiens, Frankreich)
    20.−22.7.2018, Feencon (Bonn)
    16.−20.8.2018, 76. World Science Fiction Convention (San Jose, USA)
    13.10.2018, 33. Buchmesse Convent (Dreieich-Sprendlingen)

    Euer Termin fehlt? Kein Problem. Hier findet jede Convention ihren Platz. Schickt euren Kalendereintrag an Roger Murmann, sftreffda@gmx.de.

    Wir danken Roger Murmann für die freundliche Genehmigung zur Übernahme dieses Con-Kalenders. Auf der Onlinepräsenz des Science-Fiction-Treffs Darmstadt ist im Convention-Corner eine aktuelle, downloadbare Liste empfehlenswerter Conventions und Events in Deutschland und den Nachbarländern zu finden.

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    Ein Beitrag von Roger Murmann.


     

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    Eine würdige Fortsetzung

    "Guardians of the Galaxy − Vol. 2": Eine Filmkritik

    Als 2014 der erste Teil der Weltraumsaga in die Kinos kam, hätte sich vermutlich niemand träumen lassen, dass ein Großmaul, eine grünhäutige Kriegerin, ein Baum und ein Waschbär für so viel Spaß und Einspielergebnisse sorgen würden. Der Grund dafür? Der Film folgte nicht den mittlerweile etwas formelhaft gewordenen Marvel-Filmen, sondern versprühte Witz, Charme und Originalität.

    Jetzt ist der zweite Teil in den Kinos angelaufen und man hat gleich ein großes Problem: Die Originalität ist mit dem Status als Fortsetzung weg. Zweites Problem: Der erste Teil hat die Messlatte ziemlich weit oben angesetzt. Versucht man das zu steigern, wirkt ein Film schnell überladen und wie eine aufgeblasene Kopie des Vorgängers. Wie ist "Guardians of the Galaxy Vol. 2" nun? Oberflächlich betrachtet ein knallbuntes Weltraumbonbon mit viel Witz(en).

     
     

    Welche Figur ein bisschen enttäuscht, ist Starlords richtiger Vater in Gestalt von Kurt Russell.


    Die liebgewonnenen Charaktere sind alle wieder da und versprühen mal mehr, mal weniger Charme. Starlords und Gamoras "Beziehung" läuft schon irgendwie, wenn auch etwas holprig. Starlord hat sich seine verspielt Art bewahrt. Gamora hat man mit dem Vertiefen der Beziehung zu ihrer Schwester versucht, etwas Tiefe zu geben. Rocket Racoon ist weiterhin ein cooler Waschbär, der immer einen lässigen Spruch auf den Lippen hat. Und dann ist da Groot. Nicht der Groot aus dem ersten Teil. Eher der Groot, der im Abspann von Vol. 1 im Blumentopf nachgewachsen ist. Ein wenig fühlt man sich an den gestiefelten Kater aus "Shrek 2" erinnert, der je nach Situation im Zuschauer Muttergefühle geweckt hat. Der kindliche Groot ist einfach unglaublich süß! Und der Film nutzt das auch schamlos aus. Manchmal fühlt man sich als Zuschauer schon fast manipuliert, wenn einem erneut ein "ooohhhh" über die Lippen kommt, weil der kleine Kerl so putzig ist. Im Hinterkopf regt sich dabei aber auch der Gedanke: "Der Zuständige fürs Merchandising dürfte jetzt für seinen Lebensabend ausgesorgt haben!"

    Ebenfalls wieder dabei ist Starlords Ziehvater Yondu, und in Bezug auf diese Figur kann man dem Film nur bescheinigen, dass gute Arbeit geleistet worden ist. Der blauhäutige Weltraumpirat bekommt auf einmal eine charakterliche Tiefe, die man ihm nach dem ersten Teil gar nicht zugemutet hätte. Gerade am Ende des Films merkt man, dass er die größte charakterliche Weiterentwicklung durchgemacht hat und auch eigentlich der heimliche Held des Films ist. Welche Figur ein bisschen enttäuscht, ist Starlords richtiger Vater in Gestalt von Kurt Russell. Man weiß von Anfang an, dass es er ein Geheimnis hat, und als seine wahren Absichten herauskommen, ist man nur bedingt überrascht. Im Großen und Ganzen muss man dem Film bescheinigen, dass er das Interesse an den Figuren aufrecht erhält, diese haben im Vergleich zum ersten Teil aber an Frische verloren.

    Die Geschichte selber ist überschaubar, positiv vermerkt werden muss, dass sie sich nicht dem großen Marvel-Gesamtbild unterordnet, ein Hinarbeiten auf "Avengers: Infinity War" bemerkt man gar nicht, es werden also nicht krampfhaft Samen gesät, die dann erst in einem der Marvel-Nachfolgefilme anfangen zu keimen und zu blühen. Allerhöchstens Verweise auf einen dritten Teil gibt es im Abspann, das jedoch eher im witzigen Sinn, ohne große und dramatische Ereignisse anzukündigen.

    Erwähnenswert ist auch noch der Look des Films: Man fühlt sich entweder in eine 70er-Jahre-Disko zurückversetzt oder wie auf einem LSD-Trip. Alles ist sehr bunt und grell! Auch damit setzten sich die Guardians of the Galaxy mal wieder von ihren filmischen Marvel-Kollegen ab.

    Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass der zweite Teil eine würdige Fortsetzung geworden ist, in der man sich freut, die liebgewonnenen Charaktere wiederzusehen. Was etwas aufstößt ist, dass man teilweise zu intensiv Witze eingebaut hat, die zwar größtenteils lustig, aber auf Dauer einfach etwas viel des Guten sind. Über viele Mängel sieht man allerdings hinweg, sobald Groot auf der Leinwand erscheint.

    SF-Zone

    Ein Beitrag von Oliver Hieber.


     

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    Data vs. Lore in "Alien"-Form

    "Alien: Covenant": Fortsetzung eines Reboots

    Nachdem "Prometheus" auf ganzer Linie enttäuschte, trägt die Fortsetzung nun wieder das "Alien" im Namen. Das verspricht auf den ersten Blick viel, doch kehrt der neuste Streich von Ridley Scott wirklich zu den Ursprüngen des Genres zurück? Hat er das Zeug zum Klassiker, wie die ersten vier "Alien"-Filme?

    Kommen wir zunächst noch einmal auf "Prometheus" zurück. Warum war der eigentlich so schlecht? Zumindest optisch war er durchaus an die alten Klassiker angelehnt und das antike Alienraumschiff von H.R. Giger wurde sogar 1:1 übernommen. Der Umstand, dass die Erbauer wie Menschen aussehen und die Menschheit erschaffen haben, war zudem eine gelungene Überraschung. Gleichzeitig war es jedoch auch das Todesurteil für den Film.

    Der Grund war die Umsetzung. Wenn sich Ridley Scott schon der Prä-Astronautik bedienen wollte, dann hätte er vorher die entsprechende Literatur lesen sollen. Statt beispielsweise zu zeigen, wie Außerirdische frühe Hominiden genetisch aufbessern und sich somit eine Sklavenrasse erschaffen, zeigte Scott einen aufgeblasenen Muskelprotz, der ohne ersichtlichen Grund Suizid begeht. Der Alien kippt sich schwarzes Öl hinter die Binde, welches wir bereits aus "Akte X" kennen, daraufhin zerbröselt er bis hinunter auf die DNS und irgendwie soll daraus dann die Menschheit entstanden sein.

    Später haben die Außerirdischen den frühen Menschen ein Sternensystem gezeigt, welches auf zahlreichen Höhlenmalereien abgebildet wurde. Wie die Crew der Prometheus tausende Jahre später herausfindet, handelt es sich bei dem Zielplaneten um ein Depot für biologische Waffen, welche an die Erde adressiert sind. Warum haben die Außerirdischen die Menschheit eigentlich erschaffen, wenn sie sie dann wieder vernichten wollen? Vielleicht als Versuchskaninchen? Aber warum zum Henker haben sie der Menschheit dann gezeigt, wo ihre Biowaffen lagern? Keine Nation der Erde wäre so dämlich, ihren Feinden eine genaue Wegbeschreibung zu ihren geheimsten Militäranlagen zu geben.

     
     

    Die Atmosphäre ist stimmig und beginnt mit dem Pioniergeist eines Kolonistenschiffes, welcher langsam in blanken Horror umschlägt.


    Dämlich verhalten sich allerdings auch die Charaktere im Film. Der Androide David infiziert ein Crewmitglied − und zwar derart offensichtlich vor dessen Augen, dass man sich unwillkürlich an den Kopf greift. Natürlich bringt diese Aktion sogleich die gesamte Mission zum Scheitern, also was sollte das? Ein anderes Crewmitglied rastet derweil beim Anblick von harmlosen Hologrammen total aus, nur um kurz darauf ein tatsächlich gefährliches Alien zu streicheln, welches ihn sogleich tötet. Das verdient schon einen Darwin-Award.

    Zum Schluss fliegt die letzte Überlebende der Nostromo ... ach nee, der Prometheus zum Heimatplaneten der Schöpferrasse. Mit im Gepäck hat die Archäologin Elizabeth Shaw (Noomi Rapace) den abgetrennten Kopf von Bishop ... ups, ich meinte natürlich David (Michael Fassbender). Genau an dieser Stelle setzt "Alien: Covenant" an.

    Achtung Spoiler! Der Auftakt der Fortsetzung kann dabei durchaus noch überzeugen. Das Setting und der Soundtrack sind stark an die Originalfilme angelehnt und das tut richtig gut. Die Atmosphäre ist stimmig und beginnt mit dem Pioniergeist eines Kolonistenschiffes, welcher langsam in blanken Horror umschlägt. Getragen wird die Handlung von zumindest zwei sympathischen Charakteren, nämlich der jungen Offizierin Daniels (Katherine Waterston) und dem Androiden Walter (Michael Fassbender), welcher ein Spiegelbild von David ist.

    Walter ist zunächst der einzig Wachhabende, bis ein Sonnensegel der Covenant durch einen Solarsturm beschädigt wird. Die Crew wird daraufhin geweckt und bei der Reparatur fängt ein Besatzungsmitglied einen verzerrten Funkspruch auf. Scheinbar hat jemand auf einem fremden Planeten die ironische Melodie zu "Take Me Home, Country Roads" geträllert. Wie sich alsbald herausstellt stammt der Funkspruch von Elizabeth Shaw, und da die Welt, von welcher ihr Notruf stammt, näher liegt als das eigentliche Ziel der Covenant, wird ein neuer Kurs gesetzt.

    Schon kurz nach der Landung eines Beibootes entdeckt das erste Außenteam Erstaunliches, wobei es unterschwellig schon lange zuvor Anspielungen auf das Thema der Prä-Astronautik gibt. So ist auf der Covenant das altägyptische Symbol der geflügelten Sonne allgegenwärtig. Doch leider wird dieser Aspekt nicht weiter vertieft und statt einer Antwort auf die Frage nach der Herkunft der Menschheit gibt es nur giftige Sporen, welche zwei Crewmitglieder infizieren. Diese gebären hässliche Neomorphe, welche schon am Ende von "Prometheus" ihren ersten Auftritt hatten.

    Die Crew benimmt sich dabei wieder einmal komplett bescheuert. Einer kifft erst mal auf dem fremden Planeten und torkelt dabei in einen schwarzen Pilz. Ein anderer inspiziert einen weiteren Pilz und atmet dessen Sporen tief ein. Während es einer nicht zurück zum Schiff schafft, wird der andere in der Krankenstation isoliert. Die entsetzte Pilotin sperrt dabei aber auch ein nichtinfiziertes Crewmitglied gnadenlos ein, während sie selbst durchaus Blut abbekommen hat und daher ein viel größeres Risiko darstellt. Später überlegt sie es sich doch anders und will ihre Kameradin befreien, welche allerdings schon längst von der Alienkreatur totgebissen wurde. Der Neomorph entkommt durch diesen verspäteten Akt der Reue und bei der Jagd auf das Biest fliegt zu allem Elend die gesamte Landefähre in die Luft.

    Der Pilot der Covenant handelt ähnlich irrational, als er das Schiff mitten in einen Sturm steuert, weil seine Frau auf dem Planeten vermisst wird. Nur riskiert er dabei die Leben der gesamten Crew sowie der 2.000 in Kryoschlaf schlummernden Kolonisten. Und wofür? Nur um zu erfahren, dass seine Frau längst tot ist, was irgendwie sehr vorhersehbar war. Wieder einmal hat man es nur mit Idioten zu tun. Mit Ausnahme von Daniels vielleicht, die sich auf dem Planeten um Rettung bemüht.

    Da der Fluchtweg für die Überlebenden des Landeteams abgeschnitten ist, müssen diese irgendwo eine Zuflucht vor dem zweiten Alien suchen. Der Androide David, der offensichtlich von Elizabeth Shaw wieder zusammengeflickt wurde, trifft auf das Landeteam, bietet seine Hilfe an und führt sie zu einer antiken Ruine. Dort liegen überall entstellte Leichen herum, und das ist nicht das einzig Merkwürdige. Zum einen ist es seltsam, dass David nicht mal eine Narbe von seiner Enthauptung davongetragen hat und ihm obendrein die Haare in den letzten zehn Jahren bis auf Schulterlänge gewachsen sind. Ist er jetzt ein Androide oder ein verdammter Cyborg? Zum anderen verhält sich David sehr absonderlich, vor allem gegenüber seinem Bruder Walter.

    Offensichtlich sind David ein paar Schaltkreise durchgebrannt und obendrein lügt er wie gedruckt. So ist er nicht auf dem Planeten abgestürzt und hat dabei versehentlich das schwarze Öl freigesetzt, sondern hat die Bevölkerung des Planeten absichtlich damit ausgerottet. Damit wird es schon mal keine Antworten mehr geben, wer die Schöpfer der Menschheit waren und was sie dazu motivierte, die Menschheit zu erschaffen. Außerdem wäre es interessant gewesen, zu erfahren, warum sie ihre militärischen Anlagen auf LV-223 aufgegeben haben, ebenso wie ihren Kontakt zur Menschheit, deren Funksignale ihnen nicht entgangen sein können. Doch auch diese Fragen werden nun für immer unbeantwortet bleiben.

     
     

    Diese Entstehungsgeschichte steht im krassen Widerspruch zu den alten "Alien"-Filmen.


    Die Frage, was aus Elizabeth Shaw geworden ist, erfährt indes eine grausige Auflösung. Zunächst lügt David, sie sei bei dem Absturz des erbeuteten Raumschiffs ums Leben gekommen. Am Ende entdeckt die Crew der Covenant jedoch ihren zerfledderten Leichnam, der von David für biologische Experimente missbraucht wurde. Weil er aus unerfindlichen Gründen einen Hass auf sämtliches Leben hegt, hat er den Virus der Schöpferrasse perfektioniert und dabei Xenomorphe erschaffen.

    Diese Entstehungsgeschichte steht im krassen Widerspruch zu den alten "Alien"-Filmen. Dort lagerten die Alieneier seit Äonen in einem antiken Raumschiff, und in "Alien vs. Predator" wurde außerdem festgelegt, dass die Yautja die Xenomorphe bereits seit Jahrtausenden jagen. Sie können also keine Schöpfung des 22. Jahrhunderts sein. Da sie es in "Alien: Covenant" aber nun einmal sind, müssen dieser Film und sein Vorgänger "Prometheus" als Reboot betrachtet werden. Mit der Originalreihe hat das alles jedenfalls nichts mehr zu tun.

    Positiv ist ab diesem Punkt nur noch die anschließende Jagd auf zwei Xenomorphe, die immerhin optisch stark an die ursprünglichen Giger-Entwürfe angelehnt sind. Da kommt wenigstens ein Hauch der Atmosphäre des ersten Originalfilms auf, und Katherine Waterston macht dabei eine ähnlich gute Figur wie einst Sigourney Weaver. Vielleicht ist die Ähnlichkeit sogar schon etwas zu stark, aber immerhin dafür lohnt sich der Kinoeintritt.

    Das Duell zwischen den beiden Androiden David und Walter ist dagegen extrem vorhersehbar und obendrein aus "Star Trek" geklaut. In der TNG-Episode "Das Duplikat" trafen schon einmal zwei baugleiche Androiden aufeinander, von denen der eine gut und der andere böse ist. Wie bereits Lore unerkannt Datas Platz einnimmt, ersetzt auch David sein Duplikat Walter. Allerdings hat die Geschichte diesmal kein Happy End.

    Wo wir schon mal David mit Lore vergleichen, gibt es da noch eine weitere Parallele. Lore hegt ebenfalls einen Hass auf die Menschheit und benutzt erst die kristalline Entität und später eine Gruppe herrenloser Borg, um sie auszumerzen. David entwickelt derweil das schwarze Öl zu Xenomorphen weiter. Nun ist zwar bekannt, dass Ridley Scott ein Fan der alten "Star Wars"-Filme ist, aber offensichtlich hat er inzwischen auch an "Star Trek" Gefallen gefunden. Zumindest hat er tüchtig bei TNG abgeschrieben, und das ist echt der Gipfel der Einfallslosigkeit.

    Zusammenfassende Bewertung: "Alien: Covenant" vermag zumindest ansatzweise die Atmosphäre der Originalreihe einzufangen. Der Soundtrack und die Optik sind dabei absolut positiv hervorzuheben. Insbesondere die erste Hälfte des Films kann überzeugen, doch ab der Mitte wird man mit hässlichen Neomorphen und beknackten Crewmitgliedern konfrontiert. Die Auflösung enttäuscht schlussendlich auf ganzer Linie, ebenso wie das vorhersehbare Ende.

    Wenn man "Alien: Covenant" und zuvor schon "Prometheus" wenigstens als Reboot verkauft hätte, so wie bei den letzten drei "Star Trek"-Filmen geschehen, wäre das noch zu verschmerzen gewesen. Aber die Fans der alten Filmklassiker erst zu ködern und dann so derbe abzuservieren, ist schon ziemlich übel. Schlussendlich mag "Alien: Covenant" zwar besser sein als "Prometheus", aber immer noch um Welten schlechter als die alten "Alien"-Filme.

    SF-Zone

    Ein Beitrag von Sebastian Bach.


     

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    Ein stimmungsvoller Streifen

    "Howl": Eine Filmkritik

    Zugbegleiter zu sein ist absolut kein einfacher Job: Ständig in beengte und mitunter vollkommen überfüllte Abteile eingezwängt, muss man sich die faulen Ausreden der Schwarzfahrer anhören, und bei Verspätungen ist man sowieso der Arsch. Als jahrelanger Zugfahrer habe ich solche Situationen schon oft erlebt. Manche Bahnangestellte bleiben dann ganz ruhig, andere gehen voll auf Konfrontation. Joe (Ed Speelers, "A Lonely Place to Die") gehört eher zu denjenigen, die besonnen bleiben und das Gemecker der Kunden in sich hineinfressen. Dabei hätte er gerade in dieser Nacht allen Grund, aus der Haut zu fahren: Seine Angebetete Ellen (Holly Weston, "John Carter") hat ihm eine Abfuhr erteilt, und mit der langersehnten Beförderung wird es auch nichts. Die hat stattdessen sein Kollege abgestaubt, der auch direkt die erste Gelegenheit nutzt, Joe das dick unter die Nase zu reiben.

    Aber gut, durchatmen, nach vorne schauen. Doch als wäre seine Lebenssituation nicht schon festgefahren genug, hat sein nächster Zug mitten in der Nacht einen Defekt. Die Maschinen sind aus, nichts geht mehr und ausgerechnet diese Gleisstrecke wird von dichtem Wald flankiert. Sogar die Funkverbindung zur Zentrale spinnt rum. So bleibt den Angestellten und den Passagieren nichts anderes übrig, als auszuharren und zu hoffen, dass der Zugführer die Technik wieder in den Griff bekommt. Als eben dieser jedoch plötzlich wie vom Erdboden verschluckt ist, verstärkt sich das Gefühl, dass hier noch mehr im Argen liegt. Die Gruppe wird nervös und noch während man sich über das weitere Vorgehen berät, taucht eine wolfsähnliche Bestie aus dem Wald auf und greift den Zug an...

    Nach "Wer", zu dem kürzlich erst die Besprechung online ging, haben wir es hier mit einem recht klassischen Genrevertreter zu tun. Die Werwölfe in Paul Hyetts zweitem Regiewerk "Howl" sind eine eindeutige Fusion aus Mensch und Tier. Das ist auch absolut ok, man kann das Rad ja schließlich nicht ständig neu erfinden. Was man aber machen kann, ist, bekannte Zutaten zu einer atmosphärisch dichten, spannenden und effekttechnisch gut gemachten Einheit zu kombinieren. Dies gelingt Hyett auf ganzer Linie! Gerade seine langjährige Erfahrung im Bereich Special Make Up Effects merkt man seinem Streifen positiv an. Da fällt es auch nicht so sehr ins Gewicht, dass man ab und an mit CGI nachgewerkelt hat, was gerade in diesem Subgenre ja nicht unbedingt notwendig ist.

     
     

    Lobenswert ist darüber hinaus das konsequente Finale, das vielleicht nicht jedem gefallen wird, aber das Leben ist nunmal kein Ponyhof.


    Diese Computereffekte werden aber wohl gewählt eingesetzt und machen einen guten Eindruck, der ebenso auf das von Ricky Eyres ("The Beach", "Solomon Kane") designte Zug- und Waldsetting zutrifft. Ich bin ja sowieso ein bekennender Fan von Filmen, in denen eine kleine Gruppe von der Außenwelt abgeschnitten wird. Die Stärke eines solchen Plots zeigt sich auch hier, weil der Fokus deutlich mehr auf der Charakterentwicklung liegt. Positiv überrascht war ich daher auch von den Darstellern, insbesondere von Ed Speelers, der die Rolle des introvertierten Burschen klasse verkörpert und das richtige Feingefühl für die Entwicklung seiner Figur an Bord (oder sollte ich eher sagen im Abteil? Höhö!) hat.

    Seine Kollegen, darunter unter anderem Shauna Macdonald aus den Höhlenschockern "The Descent 1" und 2 sowie der charismatische Sam Gittins, der noch am Anfang seiner Karriere steht, von dem man aber hoffentlich noch viel sehen wird, stehen dem in nichts nach. Lobenswert ist darüber hinaus das konsequente Finale, das vielleicht nicht jedem gefallen wird, aber das Leben ist nunmal kein Ponyhof.

    Ich habe wahrlich kaum etwas an dem Streifen zu meckern. Ok, für einen Werwolf-Film hätte er etwas blutiger sein können (obwohl die rote Suppe natürlich schon vereinzelt spritzt) und auch eine richtige Verwandlung wäre schön gewesen (das gehört einfach dazu). Das ist jedoch alles hätte/könnte/wollte (und, äh... wäre), mit dem man im Detail rumstochern kann, wenn man unbedingt möchte. Oder man nimmt "Howl" einfach so, wie er ist: ein stimmungsvoller, spannender Streifen mit tollem Cast, den man sich am besten anschaut, wenn draußen ein voller Mond am wolkenlosen Himmel steht. ;)

    Zusatzinfos | Herkunftsland: Großbritannien | Originaltitel: "How"l | Freigabe: FSK 16 | Uncut: Ja | Spieldauer: 92 Min. | Verleih: capelight pictures | DVD/BD/3D BD (Mediabook) VÖ: 08.04.2016

    Wir danken für die Erlaubnis der Übernahme! Dieser Artikel wurde von Alexander Olijnyk verfasst und erschien zuerst in seinem Blog.

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    Spannungsgeladene Story in ruhigen Tönen

    "After": Eine Filmkritik

    Ein nahezu leerer Bus gleitet über die nächtliche Landstraße. Lediglich Freddy (Steven Strait) und Ana (Karolina Wydra) sitzen darin und hängen ihren Gedanken nach. Sie kommen ins Gespräch, unterhalten sich über dieses und jenes. Der junge Mann ist offensichtlich verzückt von Ana und möchte sie auf einen Kaffee einladen. Sie wirkt wenig interessiert, doch Freddy gibt nicht auf. Er spielt mit seinem Charme, bringt sie zum Lachen und seine Chancen auf ein Date scheinen zu steigen. Diese aufkeimende Romanze wird jedoch jäh unterbrochen, als der Bus in einen Unfall gerät. Die beiden Passagiere werden ohnmächtig, und als sie wieder erwachen, ist die Welt um sie herum nicht mehr dieselbe. Alle Menschen außer Ana und Freddy scheinen wie vom Erdboden verschluckt und am Horizont taucht plötzlich eine Art dunkler Nebel auf, der immer näher kommt. Das ist jedoch erst der Anfang...

    Wer nun befürchtet, dass ich damit schon zu viel über Ryan Smiths ersten abendfüllenden Film verraten habe, den kann ich beruhigen. Eine Stärke von "After" ist nämlich, dass die Zusammenhänge nur stückchenweise aufgedeckt werden und so bis zum Ende die Spannung erhalten bleibt. Selbst die relativ frühe Beantwortung der Frage, was es mit der scheinbar menschenleeren Welt auf sich hat, tut dem keinen Abbruch, denn anstatt danach in eine inhaltslose Inszenierung abzudriften, wirft der Film weitere Fragen auf und hat mich so ein ums andere Mal aufs Neue abgeholt.

    Allerdings sollte man hier keinen "Nailbiter" erwarten. "After" wird in ruhigen Tönen erzählt, gleitet fast schon gemächlich dahin und konzentriert sich auf seine beiden Protagonisten, die den Film nahezu komplett alleine tragen. Umso bedauerlicher ist es, dass gerade die Beziehung zwischen Ana und Freddy nicht so recht an mich ging. Der Plot hätte definitiv das Potenzial dazu gehabt, eine ergreifende Geschichte zu erzählen, jedoch bewegt man sich mit der Umsetzung immer auf einem recht oberflächlichen Niveau. Dass dies auch im Fantasygenre durchaus anders aussehen und einen gar zu Tränen rühren kann, ohne ins Pathetische abzudriften, hat David Mackenzie 2011 mit seinem Meisterwerk "Perfect Sense" gezeigt. Was "After" jedoch durchaus gut auf die Reihe bekommt, ist der Aufbau einer düsteren Atmosphäre. Dies ist insbesondere auf das Spiel mit den Farben zurückzuführen. Während die Szenen aus der Vergangenheit in warmen Sepiatönen gehalten sind, ist die Gegenwart in dunkles und kaltes Blau getaucht. Dadurch kommt eine melancholische, wenn auch nicht bedrückende Stimmung auf, die ich sehr gut fand.

     
     

    Während manche Aspekte, wie die Bildsprache oder die Story, durchaus eine sehr gute Basis bilden, liefert man in anderen Bereichen das Kontrastprogramm.


    Ganz anders sieht das wiederum bei der Synchronisation aus. Hierfür stand scheinbar nicht mehr allzu viel Budget zur Verfügung, denn während Freddy und Ana noch recht akzeptabel gesprochen werden, ist die Qualität bei den Nebendarstellern teils dermaßen schlimm, dass ich das Gefühl hatte, einen Trashstreifen allerletzter Güte zu sehen. Das wirkt sich dann leider wieder zu Ungunsten der Atmosphäre aus, was aufgrund der visuell starken Umsetzung sehr schade ist. Zwischendurch habe ich dann mal auf englische Originalsprache umgestellt, doch obwohl ich normalerweise selbst slanggetränktes Englisch einigermaßen verstehe, hatte ich insbesondere bei Steven Strait starke Verständnisprobleme. Sicher gibt es viele, die hier noch locker mitkommen, alle anderen können sich leider auch nicht mit Untertiteln aushelfen, denn diese gibt es nicht, was heutzutage eigentlich ein No-Go ist.

    Hinsichtlich der Effekte und der Schauspieler bewegt sich der Film auf Durchschnittsniveau. Dies ist auch ein gutes Stichwort, um "After" abschließend nochmal in seiner Gesamtheit zu betrachten. Während manche Aspekte, wie die Bildsprache oder die Story, durchaus eine sehr gute Basis bilden, liefert man in anderen Bereichen das Kontrastprogramm (Synchro und fehlende Untertitel). So pendelt sich der finale Eindruck im Mittelfeld ein, was bei dem vorhandenen Potenzial schade ist. Eine Idee davon, wie der Film hätte werden können, vermittelt der Trailer, den ihr euch unten anschauen könnt. Hier wird eine Stimmung präsentiert, die das Ergebnis bedauerlicherweise nicht ganz halten kann. Grundsätzlich kann man sich das Teil aber durchaus mal anschauen, nur sollten die Erwartungen dann nicht allzu hoch geschraubt werden.

    Zusatzinfos | Originaltitel: "After" | Freigabe: FSK 16 | Uncut: ja | Spieldauer: 90 Min. | Studio (Verleih): Alive − Vertrieb und Marketing/DVD | BR/DVD VÖ: 24.4.2015

    Wir danken für die Erlaubnis der Übernahme! Dieser Artikel wurde von Alexander Olijnyk verfasst und erschien zuerst in seinem Blog.

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    Ein emotionaler Ohrenblockbuster

    "Die Schläfer − Unheimliches Erwachen in der Antarktis": Eine Hörspielkritik

    Dr. Vincent Lürssen ist Neurobiologe und arbeitet für die ESA (Europäische Weltraumorganisation), in deren Auftrag er an einem Experiment in der Antarktis teilnimmt. Ziel seiner Untersuchungen ist es, die Auswirkungen lang anhaltender Isolation sowie extremer Umweltbedingungen auf den menschlichen Organismus und insbesondere die Psyche zu erforschen. Es ist immerhin kein Geheimnis, dass der Homo Sapiens zukünftig noch weiter das All auskundschaften und zu diesem Zwecke auch tiefer in das schier grenzenlose Vakuum eindringen will. Dies ist nach aktuellem Stand der Technik bereits möglich, jedoch wissen wir noch nicht allzu viel darüber, auf welche Strapazen sich die Astronauten einstellen müssen.

    Also begibt sich Lürssen (André Beyer) zum Südpol, wo sich die internationale Forschungsstation Darwin befindet. Hier wird er zusammen mit einem buntgemischten Team aus Wissenschaftlern sowie dem obligatorischen Gastronom neun Monate nahezu keinen Kontakt zum Rest der Welt haben − also eine perfekte Ausgangslage für seine Tests. Neben dem Doc besteht die Gruppe aus dem italienischen Geologen Simone Cesari (Stephan Ziwich), dem amerikanischen NASA-Ingenieur Scott Hanson (Andreas Kleb), dem syrischen Koch Samir bin Jalud al Hami (Arno Mo Abd-el Kader Lüning), der isrealisch-amerikanischen Meteorologin Lia Orli Ruben (Petra Springhorn), dem britischen Funker David Cronenburg (Ralf Bettinger), der kroatischen Evolutionsbiologin Maja Jovanovic (Katja Pilaski), der russischen Ärztin Jekaterina Komarowa (Liudmyla Vasylieva) sowie dem norwegischen Stationsingenieur Jonas Fjelstad (Alexander Schattenberg).

    Neben den erwähnten Untersuchungen sollen sie während der langen Zeit im ewigen Eis den sogenannten Lake Vostok erforschen. In diesem mehrere Kilometer unter der Oberfläche befindlichen Süßwassersee vermutet man nämlich Leben, welches sich über viele Millionen Jahre unabhängig entwickelt hat. Und kaum haben sich die Damen und Herren auf der Darwin eingefunden, machen sie sich auch schon an die Arbeit. Doch kaum einer von ihnen hätte ahnen können, welch bahnbrechende und tödliche Entdeckung sie hier machen...

    Mit 150 Minuten Laufzeit gehört das aus der Feder von Autor, Komponist und Software-Entwickler Thorsten Gellrich stammende sowie unter der Regie von Petra Springhorn und Andreas Kleb verwirklichte Hörspiel "Die Schläfer − Unheimliches Erwachen in der Antarktis" (Herausgeber: vitaphon) definitiv zu den umfangreicheren Werken seiner Art. Und obwohl ich mir die Geschichte nun schon weit über ein Dutzend Mal angehört habe, ist mir dabei nie der Begriff "langatmig", geschweige denn "langweilig" in den Sinn gekommen. Ganz im Gegenteil. Nicht nur, dass die Story ein in diesem Medium stark unterrepräsentiertes Genre, nämlich das des Sci-Fi-Horrors, bedient, es wurde auch extrem professionell und mit unfassbar viel Liebe zum Detail produziert. Das beginnt bereits bei den Charakteren, die ich oben, bis auf wenige Nebenrollen, ganz bewusst komplett aufgeführt habe, um damit jedem einzelnen Sprecher ob der tollen Leistungen meinen Respekt zu erweisen. Besonders erwähnen möchte ich an dieser Stelle allerdings nochmal Petra Springhorn, welche mir als lebensfrohe Lia immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

    Hinzu kommt, dass die Protagonisten sehr schön ausgearbeitet wurden. Besucht man zum Beispiel die Website des Hörspiels, wird man neben zahlreichen Angaben zu den involvierten Personen, der Story und äußerst sympathischen Bildern aus der Produktionsphase auch einige tolle Hintergrundinfos zu den Figuren finden, welche das Gehörte nochmal vertiefen. Das bedeutet allerdings nichts, dass sie im Werk selbst nur oberflächlich behandelt werden. Ganz im Gegenteil: Ich hatte sofort zu jedem von ihnen einen Zugang, sei es aufgrund der sehr greifbaren, akustischen Darbietung seitens der Sprecher oder wegen der vereinzelt eingestreuten Einblicke in die Vergangenheit der Forschungsmitglieder. Letzteres trifft jedoch nicht auf jeden zu, was auch gut so ist, da andernfalls wieder die Gefahr bestanden hätte, den eigentlich Plot aus den Augen zu verlieren. Umso schöner finde ich es, dass man mit dem Online-Portal für Interessierte noch einiges an Informationsfutter liefert.

     
     

    Ein weiteres Lob geht an Michael Böhm für die gelungene Cover-Illustration.


    Das geht sogar so weit, dass im Netz ein fiktiver Blog von Dr. Lürssen erstellt wurde, welcher auch Fotos von Dr. Jens Dreyer beinhaltet. Dieser arbeitete von 2010 bis 2011 auf der Forschungsstation Anmundsen-Scott, die im Hörspiel eines der nächstgelegen, von Menschen bewohnten Ziele in der Antarktis ist. Für all die erwähnten Aspekte gibt es von mir ein fettes WOW!

    Was die Geschichte anbelangt möchte ich gar nicht viel mehr verraten, außer, dass du dich auf eine spannende akustische Reise zwischen Wissenschaft und Fiktion begeben wirst, die zahlreiche Verweise auf Genregrößen wie John Carpenters "The Thing" oder Ridley Scotts "Alien" aufweist, dabei aber immer noch eigenständig genug bleibt, um überraschen zu können. Übrigens erinnert mich auch der Soundtrack, welcher vom Drehbuchautor selbst komponiert wurde, an eben diese beiden Filmklassiker, womit dem Hörspiel schon alleine in musikalischer Hinsicht die kleine Meisterleistung gelingt, zwei meiner Lieblingswerke zu kombinieren. Ein weiteres Lob geht an Michael Böhm für die gelungene Cover-Illustration. Ich würde mir wünschen, dass man bei diesem Medium öfter mal solche Augenschmankerl geliefert bekommt.

    Eigentlich gäbe es noch so viel mehr über "Die Schläfer" zu berichten, doch am besten hörst du es dir selbst an und entdeckst die vielen kleinen Details, die in diesem mysteriösen, sympathischen und teils sogar recht emotionalen Ohrenblockbuster stecken. Meine Gehörgänge wird er definitiv noch einige Male durchwandern. ;)

    Zusatzinfos | Herkunftsland: Deutschland | Regie: Petra Springhorn & Andreas Kleb | Drehbuch: Torsten Gellrich | Sprecher: André Beyer, Katja Pilaski, Stephan Ziwich, Petra Springhorn | Musik: Torsten Gellrich | Regie: Petra Springhorn, Andreas Kleb | Foley & Sounddesign: Clemens Endreß | Aufnahme & Mischung: Kay Poppe | Uncut: Ja | Spieldauer: 150 Min. | Verleih: vitaphon | Produktion: Springhorn-Entertainment | CD VÖ: 14.03.2013 | Link zum Shop: vitaphon | Website Produktionsfirma: Springhorn Entertainment

    Wir danken für die Erlaubnis der Übernahme! Dieser Artikel wurde von Alexander Olijnyk verfasst und erschien zuerst in seinem Blog.

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    Sherlock Holmes − für einmal keine übermenschliche Denkmaschine

    Kritiken zu "Sherlock Holmes"- und "Gruselkabinett"-Folgen

    "Die Gloria Scott": Folge 26 der Reihe "Sherlock Holmes"

    Dr. Watson ist wegen eines Unwetters gezwungen, wesentlich länger bei seinem Freund Sherlock Holmes zu bleiben als beabsichtigt. Der Meisterdetektiv zeigt sich an diesem Abend sehr gewogen. Er sieht seine Papiere durch und findet Aufzeichnungen zu seinem ersten Fall. Da Mrs. Hudson und Watson ihn eindringlich bitten, von seinem Debüt als Detektiv zu berichten, setzt Holmes die beiden nur allzu gerne ins Bild.

    Der erste Fall trägt sich während Holmes' Studienzeit zu. Ausgerechnet durch einen Hundebiss lernt Holmes seinen Kommilitonen, Victor Trevor, kennen. Aus anfänglicher Abneigung der beiden Studenten entwickelt sich jedoch im Laufe der Zeit eine Freundschaft. Victor lädt Holmes schließlich auf den Familienlandsitz in Norfolk ein. Dort beweist Holmes auch Victors Vater, dass er die Kunst der Deduktion bereits meisterhaft beherrscht, obgleich er sie bislang nur als Hobby ausgeübt hat. Mr. Trevor zeigt sich darüber nicht nur begeistert, denn Holmes detektivisches Gespür weckt die Geister seiner Vergangenheit. Als hätte er ihn herbeigerufen, taucht ein alter Bekannter von Trevors Vater, Hudson, auf und terrorisiert schon bald das ganze Haus. Warum aber entledigt man sich nicht des ungebetenen Gastes? Sherlock Holmes zieht es vor, zuerst einmal abzureisen. Bis zu jenem Tag kehrt er nicht mehr zu den Trevors zurück, bis ihn eines Tages ein Telegramm seines Freundes Victor erreicht, das ihn zurück nach Norfolk beordert. Erneut wird Holmes' Deduktion gebraucht.

    Diese Folge hebt sich deshalb von den späteren Geschichten ab, weil Sherlock Holmes völlig anders reagiert, als man es von ihm gewohnt ist. Als die Situation mit Hudsons Tyrannei eskaliert, reist Holmes ab und überlässt die Familie Trevor ihrem Schicksal. Auch kann seine detektivische Kunst nicht verhindern, dass Victors Vater stirbt. Und nicht zuletzt braucht er einfach länger, um den Fall zu knacken. Es ist spannend, Sherlock Holmes einmal nicht als übermenschliche Denkmaschine kennenzulernen, sondern als jungen Menschen, der Fehler macht. Die Originalvorlage von Arthur Conan Doyle erschien 1893 in einer Sammlung von Geschichten, "Die Memoiren des Sherlock Holmes", die sich nicht um Holmes und Watson im Duett ranken, sondern Holmes allein ermitteln lassen.

    Spannend, aber nicht stressig wird das Hörspiel durch Rückblenden und geschickt eingestreute Gegenwartsdialoge aufgebaut. Ich hatte das Gefühl, jederzeit in der Handlung zu sein. Gelungen finde ich, dass Joachim Tennstedts Sohn den jungen Holmes spricht. Victor Trevor ist die Verzweiflung nur zu gut anzuhören (gesprochen von Dirk Petrick).

    Die Sounds sind wie gewohnt treffend platziert und exakt stimmig abgemischt. Fazit: Gekonnt von Titania Medien umgesetzt, wird diese Folge nicht eine Minute langweilig.

    "Der Unsichtbare" − Folgen 120 und 121 der Reihe "Gruselkabinett" von Titania Medien nach der Vorlage von H.G. Wells

    Ein Schneesturm treibt einen Mann in das Dorf Iping. Er ersucht um Quartier in der Pension. Unfreundlich vom ersten Tag an, verschlimmert sich seine Laune mit jedem weiteren Tag, der vergeht. Als dann noch seine Koffer in der Pension ankommen und der bandagierte Mann beginnt, chemische Experimente durchzuführen, werden die Dorfbewohner misstrauisch. Als dann auch noch Spendengeld des Pfarrers gestohlen wird, fällt der Verdacht sofort auf den mysteriösen Fremden. Die Hatz beginnt. Dem Mann, der mit dem Teufel im Bunde zu stehen scheint, gelingt die Flucht aus Iping. Er taucht mal hier, mal dort auf. Schließlich engagiert er sich einen Obdachlosen als Gehilfen, den er rüde herumkommandiert. Die Lage eskaliert vollends, als auf der Straße Menschen angegriffen werden, nicht zuletzt der Obdachlose, der einen Passanten um Hilfe bittet. Sein Auftraggeber ist ihm mehr als unheimlich und der Obdachlose fürchtet, zu Recht, um sein Leben. Er flieht in ein Pub, doch der Unsichtbare ist ihm längst auf den Fersen. Ein Kampf entbrennt. Der Unsichtbare flieht verletzt und gerät durch Zufall in das Haus eines ehemaligen Kommilitonen. Doch damit fangen die Probleme erst richtig an.

    Die Produzenten dieser Doppelfolge haben der Geschichte zwei CDs gewidmet, was ich sehr gut finde. Langsam entspinnt sich die Handlung. Die in Rückblenden erzählten Versuche des irren Unsichtbaren lassen einem die Haare zu Berge stehen. So ist es kein Wunder, dass er, gleich wohin er kommt, aneckt und schließlich sogar gejagt wird. Hat er doch mit seinem Selbstversuch jegliche Menschlichkeit eingebüßt. Erst spät offenbart sich das ganze Geheimnis des Mannes, der einen ganzen Landstrich in Angst und Schrecken versetzt.

    Etwas nervig empfand ich die Wirtin am Anfang. Niemand würde so penetrant und plump versuchen, Informationen aus jemandem zu locken, wie sie dies beim Unsichtbaren versucht. Ein Wunder, dass der Bandagierte sie nicht sofort einen Kopf kürzer macht, und hier wäre ihm wirklich kein Vorwurf zu machen. Als der Unsichtbare aus Iping heraus ist, gewinnt die Story an Fahrt. Hier zwei Statements. Nicht so gelungen, weil zu modern: "Aus der Nummer kommst du nicht mehr raus", sagt der Unsichtbare an einer Stelle. Witzig und bezeichnend für das Dorf Iping dagegen: "Er ist jemand, der mehr Flaschen und Tinkturen besitzt als einem guten Christenmenschen zustehen."

    Leider ist das Ende zu schnell erzählt, während der Anfang mit den Wirtsleuten zu schleppend verläuft.

    Für diese Doppelfolge konnten abermals bekannte und passende Stimmen gewonnen werden. Mit dabei: Simon Böer, Sascha von Zambelly, Michael-Che Koch, Bodo Primus, Rolf Berg, Rainer Gerlach, Daniela Reidies, Hans Bayer und Sabina Trooger.

    Atmosphärisch dicht sind auch die Sounds. Zum Schluss wird die Handlung rasant, was nicht zuletzt durch die Geräuschkulisse getragen wird. Auch die Abschlussmusik ist toll, weil sehr monumental.

    Fazit: Nicht die beste Doppelfolge, aber solide und gut umgesetzte Fassung von H.G. Wells Vorlage.

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    Eine Rezension von Christiane Gref.


     

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