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"Sie haben das Richtige getan, egal ob es gegen das Gesetz war und ohne Rücksicht auf Konsequenzen. [...] Lakaien befolgen Gesetze. Könige sehen Zusammenhänge."

 − Lorca
 − in "Star Trek: Discovery − Lakaien und Könige"

Januar 2018

 

ISSN 1684-7385

Volume VI

Ausgabe 162 (#215)

 features

 

Schiff ahoi!

Von Antares bis Raven

"Star Trek"-Eaglemoss-Modelle
unter der Lupe

Der neuste Hit

Kostüme in "Star Trek"

Das Buch zu 50 Jahren Mode aus den unendlichen Weiten

Quo vadis, "Star Wars"?

"Die letzten Jedi"

Eine Kritik zum neusten Film und eine Analyse zur Zukunft

 

Vorwort

2018


Goodbye 2017 − hello 2018!

Was für ein Jahr! Nach langer Zeit hat es mal eine neue "Star Trek"-Serie auf die Bildschirme geschafft. Wie keine andere Serie spaltet sie die Fans. Die Zuschauerzahlen waren für die Macher jedoch hoch genug, um im Oktober 2017 eine weitere Staffel zu bestellen. Ob es dabei bleibt oder wir noch mehr sehen dürfen, müssen wir abwarten.

Leider mussten wir auch 2017 wieder von einigen Stars Abschied nehmen, unter anderem von Miguel Ferrer. In "Star Trek III: The Search for Spock" spielte er einen Offizier auf der U.S.S. Excelsior.

Was das kommende Jahr betrifft, so dürfen wir uns auf einiges freuen: Zum Beispiel soll im Oktober eine Ariane-5-Rakete mit dem James Webb Space Telescope starten. Aber auch astronomisch können sich die nächsten zwölf Monate sehen lassen, denn hier bietet 2018 folgende Ereignisse: partielle Sonnenfinsternis am 15. Februar (sichtbar in der Antarktis und dem südlichen Südamerika), partielle Sonnenfinsternis am 13. Juli (sichtbar in der Antarktis und dem südlichen Australien), totale Mondfinsternis am 27. Juli (sichtbar auf allen Kontinenten außer Nordamerika) und partielle Sonnenfinsternis am 11. August (sichtbar in der Arktis, Zentral- und Ostasien).


Doch nun wünsche ich viel Spaß beim Lesen!

Melanie Brosowski
Chefredakteurin

 
   

Inhalt

Die ganze Ausgabe auf einen Blick

Es geht aufwärts

"Star Trek"-Eaglemoss-Modelle, Teil 7

Ein Augenschmaus für jeden Fan

"'Star Trek'-Kostüme: Fünfzig Jahre Mode aus Unendlichen Weiten"

"Star Trek"-Buch-Neuerscheinungen

Januar 2018 bis März 2018

Convention-Corner 2018

Januar bis März

"Star Wars − Die letzten Jedi"

Spoilerträchtige Betrachtungen − und die Frage, wies weitergeht

Eine etwas andere Rezension zu den lebenden Toten

"The Walking Dead" − Staffel 7 und ein Teil Staffel 8

Vampir-Movie mit abgedrehtem Humor

"Michael − (K)ein harter Vampirfilm": Eine Filmkritik

Was fasziniert uns an Horror?

Kritik zur Doku "Inside Horror − Warum wir uns so gerne gruseln"

Gruselstimmung garantiert

Hörspielrezension zu "Gruselkabinett"-Folgen

Impressum

Redaktion, Abonnement und Copyrights

Wussten Sie, dass...

... die "Star Trek: Discovery"-Folge "Lethe" nach dem gleichnamigen Fluss des Vergessens in der griechischen Mythologie benannt wurde?

... die "Discovery"-Folge "The Butcher's Knife Cares Not for the Lamb's Cry" den zweitlängsten Originaltitel in "Star Trek" hat? Der bisher längste Episodentitel lautet "For the World is Hollow and I Have Touched the Sky" und stammt aus der Classic-Serie (in der deutschen Version "Der verirrte Planet").

... mit dem Auftritt von Sarek in der "Discovery"-Folge die Serie der Tradition folgt, dass in der Pilotepisode eines neuen Spin-offs ein bereits bekannter Charakter einen Gastauftritt absolviert?


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Es geht aufwärts

"Star Trek"-Eaglemoss-Modelle, Teil 7

So langsam kommt die Raumschiffsammlung in Fahrt und die besseren Modelle häufen sich. Zwar schafft es Eaglemoss immer wieder, irgendwelche Kleinigkeiten zu verpatzen, doch insgesamt kommt allmählich die Liebe fürs Detail durch. Dabei kommen auch zunehmend die Classic-Fans auf ihre Kosten.

Ausgabe 61: U.S.S. Budapest
Die Norway-Klasse ist der letzte Schiffstyp aus "Star Trek: Der erste Kontakt", der noch in der Sammlung gefehlt hat. Wie alle anderen kann sich auch die U.S.S. Budapest sehen lassen. Der Detailgrad ist enorm. Insbesondere die Rettungskapseln, Shuttlehangars, Phaserbänke und all die winzigen technischen Apparaturen sind ein echter Hingucker. Abgerundet wird das Ganze durch bunte Plastikeinleger in den Warpgondeln. Lediglich die Impulstriebwerke müssen mit einem schlichten Anstrich auskommen.

Leider gibt es auch diesmal wieder ein paar Versäumnisse, die bei genauerem Hinsehen ins Auge fallen. Der gröbste Schnitzer ist der fehlende Hauptdeflektor direkt vor der Brücke. Ansonsten ist die Oberseite des Diskussegments okay. Die Unterseite strotzt ebenfalls nur so vor Details und erinnert vom Design her stark an die Defiant-Klasse. Hier fehlt im hinteren Bereich in der Mitte eine rechteckige Struktur.

Weiter geht es mit der Oberseite der Warpgondeln. Die jeweils vier blauen Kreise sind nur aufgedruckt und nicht erhaben, die rechteckige Einrahmung fehlt völlig. Die Innenseiten der Warpgondelpylonen sind wieder einmal glatt, obwohl hier nur jeweils zwei Linien fehlen. Oben auf den Pylonen befinden sich zwei weitere Phaserbänke, die allerdings nur grau aufgedruckt sind. Wäre es so schwer gewesen, sie ebenso wie jene auf dem Diskussegment herauszuarbeiten?

Der Bedruck ist diesmal weitgehend gelungen, aber auch hier gibt es eine kleine Schwachstelle. Die Fenster liegen diesmal gar nicht so weit daneben, aber dafür hat man die Transporteremitter komplett vernachlässigt. Nachdem jene der Saber-Klasse als Oberflächenstruktur erhaben waren, gibt es diesmal wieder nur gelbliche Rechtecke ohne Gitterlinien.

Das Begleitheft beinhaltet wie immer schöne Bilder des makellosen Computermodells, welches die Schwachstellen in der Umsetzung aufzeigt. Einen Artikel über das Schiffsdesign sucht man allerdings vergeblich. Zwar wird man mit einen achtseitigen Artikel über die Kostüme entschädigt, welche Deborah Everton für "Der erste Kontakt" entworfen hat, aber wenigstens eine Doppelseite über die Entwicklung der Norway-Klasse wäre wünschenswert gewesen.

Bewertung: Die kleinen Versäumnisse werden bei der U.S.S. Budapest durch eine wahre Detailflut wieder wettgemacht. Für dieses hübsche Modell gibt es daher immer noch 5 von 5 Sternen in Gold!

Ausgabe 62: Voth-Forschungsschiff
Dafür, dass die Voth nur in einer einzigen "Voyager"-Episode auftauchen, hat sich Eaglemoss extrem viel Mühe mit deren Forschungsschiff gegeben. Das abgerundete Design allein ist schon ein echter Hingucker und wird durch die zahlreichen Oberflächendetails zur Perfektion getrieben. Mit Sicherheit eines der besten Modelle der gesamten Reihe, welches obendrein konkurrenzlos auf dem Markt ist.

Nur bei ganz genauem Hinsehen fallen zwei Versäumnisse auf. Zum einen fehlt die trapezförmige Umrahmung um die Positionslichter oberhalb des Cockpits. Zum anderen wurde leider bei der oberen Sensorphalanx mit Ausschmückungen gespart, während die unteren Sensoren nicht mit Details geizen. Es handelt sich hierbei aber wirklich nur um minimale Feinheiten, die das Gesamtbild kaum schmälern.

 
 

Ein paar kleine Patzer fallen vor allem im Hauptartikel auf.


Das Magazin macht ebenfalls einen guten Eindruck. Dem zweiseitigen Artikel über das Schiffsdesign von Rick Sternbach folgt ein sechsseitiger Artikel über das Voth-Make up von Michael Westmore. Das mag für eine Zeitschrift über die Raumschiffe etwas unausgewogen sein, aber interessant ist es allemal. Ein paar kleine Patzer fallen vor allem im Hauptartikel auf. Neben einigen verwaschenen Bildern gibt es hier einen Tippfehler ("zurüczulegen"). Außerdem kann die Längenangabe des Forschungsschiffes mit 130 m nicht stimmen, zumal der Vergleich zu einem Runabout gezogen wird. Die 1 ist hier zu viel, sodass eine Länge von rund 30 m stimmen dürfte.

Bewertung: Das Voth-Forschungsschiff ist ein absolutes Highlight. Dafür gibt es ohne Abstriche 5 von 5 Sternen in Gold!

Ausgabe 63: Antares
Mit dem Sternenflottenfrachter Antares ist Eaglemoss kein großer Wurf gelungen. Auf der Oberseite fehlen fast sämtliche Decals. Es gibt keine Frachtluken, keinen Schiffsnamen, keine Registriernummer und um die Positionslichter fehlen die rechteckigen Umrahmungen. Der Witz dabei ist, dass auf der Unterseite sämtliche genannten Aufdrucke vorhanden sind. Dafür fehlt am unteren Frachtmodul sowie an sämtlichen Seiten des Schiffes das Aztekenmuster.

Als wäre diese Schlamperei noch nicht fürchterlich genug, mangelt es dem ohnehin schon sehr schlichten Modell an Details. Besonders fällt dies bei den Warpgondeln auf. An den hinteren Abschlüssen fehlen die seitlichen Rillen und die Gitter an den Enden. Vorne wären indes rote Plastikeinleger für die Bussardbugkollektoren wünschenswert gewesen. Offensichtlich wollte Eaglemoss bei der Antares Produktionskosten sparen, was man auch an der winzigen Größe des Modells merkt. Es gehört zu den kleinsten Schiffen der gesamten Sammlung.

Zumindest das Begleitheft ist diesmal ganz okay und enthält neben dem Artikel über das Schiffsdesign einen weiteren über die Zeichentrickserie aus den 1970ern. Aus dieser Serie stammt nämlich der Designansatz für die Antares aus der überarbeiteten Classic-Serie. Das Modell hält sich natürlich an die Antares aus der Classic-Episode "Der Fall Charlie", aber von den Details könnte es sich eher um den Frachter aus der Zeichentrickserie handeln.

Bewertung: Wenn man sich zumindest die fehlenden Decals nachträglich besorgt, reicht es mit zugekniffenen Augen gerade noch für 3 von 5 Sternen.

Ausgabe 64: Phoenix
Das erste warpfähige Raumschiff der Menschheit schlägt eine Brücke zwischen der Raketentechnologie des 21. Jahrhunderts und der späteren Sternenflotte. Bei der Phoenix handelt es sich also um ein wichtiges Raumschiff, welches Eaglemoss glücklicherweise mit dem entsprechenden Respekt behandelt hat. Das Modell ist ein absolutes Highlight der Sammlung.

Es mangelt wahrlich nicht an Details. Lediglich auf diverse Kleinigkeiten beim Antrieb musste aufgrund des Maßstabs verzichtet werden, was aber nicht der Rede wert ist. Erwähnenswert sind lediglich ein paar Apparaturen an den Seiten der Warpgondeln, die groß genug gewesen wären, um sie darzustellen. Ebenso fehlen auf der Nasenoberseite des Cockpitmoduls ein paar Lamellen. Bei der Bewertung sollte das aber keine große Rolle spielen.

Die Bemalung ist ebenfalls größtenteils gelungen. Lediglich bei einigen bronzefarbenen Platten wurden einfach die Zwischenräume mit überpinselt. Bei den Warpgondeln gibt es diesmal keine Farbe wie bei der Antares, sondern endlich wieder bunte Plastikeinleger, die dieses wunderschöne Modell abrunden.

Der einzig wirkliche Wermutstropfen sind die seitlichen Aussparungen für die Warpgondeln. Diese sind komplett flach und haben nicht einmal die Form, die nötig wäre, um die Warpgondeln wieder einzufahren. Genau das funktioniert aber ohnehin nicht. Es wäre nun wirklich keine große Sache gewesen, kleine Scharniere einzubauen, um die Warpgondeln bewegen zu können.

Und da wären wir auch schon beim Vergleich mit der Konkurrenz. Sowohl das winzige Furuta-Modell als auch die große Version von Playmates sind vom Detailgrad her erheblich dürftiger als das Eaglemoss-Produkt. Allerdings lassen sich bei diesen beiden die Warpgondeln aus- und wieder einklappen. Wenn Eaglemoss an dieser Stelle nicht gespart hätte, wäre die vorliegende Phoenix konkurrenzlos perfekt. Aber leider schafft es Eaglemoss wieder einmal, Raum für Kritik zu lassen.

Zumindest am Magazin gibt es diesmal aber nichts auszusetzen. Der Artikel über das Raumschiffdesign von John Eaves ist ebenso reich bebildert wie die Fortsetzung über die Kostüme von Deborah Everton (Teil 1 in Ausgabe 61). Da diesmal die zivilen Kostüme der Crew vorgestellt werden, in denen sie die Phoenix inspiziert haben, ergänzen sich die beiden Artikel wunderbar.

 
 

Es gibt nur einen einzigen Kritikpunkt, der den Bedruck betrifft. Die Oberseite hat eine wunderschöne Sprenkelung, die auf der Unterseite leider fehlt.


Bewertung: Wenn man einmal die Zwischenräume für die Warpgondeln außer Acht lässt, erscheinen 5 von 5 Sternen in Gold immer noch als angemessen.

Ausgabe 65: Xindi-Aquarianer-Schiff
Wie bereits das Insektoidenschiff ist auch der aquarianische Kreuzer der Xindi eine Bereicherung für jede Sammlung. Allerdings ist er etwas kleiner als das Insektoidenschiff geraten, obwohl die Größenverhältnisse im Original genau umgekehrt sind. Dennoch hat es Eaglemoss geschafft, alle wichtigen Details auf dem Modell unterzubringen. Es gibt nur einen einzigen Kritikpunkt, der den Bedruck betrifft. Die Oberseite hat eine wunderschöne Sprenkelung, die auf der Unterseite leider fehlt. Letztere ist in schlichtem Blaugrau gehalten, dabei hätte man sie problemlos wie die Oberseite bedrucken können.

Am Heft gibt es diesmal ebenfalls kaum etwas auszusetzen. Dem Schiffdesign von John Eaves werden ganze drei Doppelseiten eingeräumt, die reich mit Entwürfen bebildert sind. Passend dazu gibt eine weitere Doppelseite über die Entstehung der Xindi-Aquarianer. Bei diesem Artikel scheint der Übersetzer allerdings ein paar Probleme mit der Vergangenheitsform gehabt zu haben. Aus "erschufen" wurde hier "erschafften" und aus "verlieh" wurde "verleihte" gemacht. Derartiges stört den Lesefluss.

Bewertung: Für dieses wunderbar stromlinienförmige Raum- und Unterwasserfahrzeug gibt es 5 von 5 Sternen in Gold!

Ausgabe 66: S.S. Raven
Das Erkundungsschiff von Seven of Nines Eltern ist ein Highlight, auf welches sicherlich viele Fans gewartet haben. Leider müssen an der Umsetzung von Eaglemoss einige Abstriche gemacht werden. Auf den ersten Blick sieht das Modell zwar schön detailliert aus, auf den zweiten Blick wäre jedoch einiges mehr möglich gewesen. Die gröbsten Schnitzer sind die vorderen Navigationsschilde und die hinteren Sensoren. Statt der filigranen Strukturen gibt es hier nur dunkelgraue Flächen. Sieht man sich im Vergleich dazu die Einstiegsluken an, wäre hier definitiv mehr möglich gewesen.

Weiter geht es mit den Oberflächenstrukturen. Die meisten Deckplatten sind zwar detailliert herausgearbeitet, die Innenseiten der Warpgondeln bleiben aber monoton glatt. An der vorderen Schräge des Wohnbereichs fehlen ebenfalls eine quadratische Hervorhebung sowie zwei Röhrenbündel links und rechts. Von vorne betrachtet fehlen zwei paarweise Punkte an den Warpgondelpylonen, was besonders ärgerlich ist, da ähnliche Strukturen auf der Ober- und Unterseite der Pylonen durchaus vorhanden sind.

Des Weiteren gibt es einige rechteckige Strukturen, bei denen paarweise angeordnete Erhebungen fehlen. Darunter an zwei hinteren Luken, die im Heft als "Shuttlerampe" bezeichnet werden, die allerdings eher nach Rettungskapseln aussehen. Bei einigen der rechteckigen Strukturen sowie bei den seitlichen Fenstern fehlen außerdem die Einrahmungen. Schlussendlich fehlen auch auf der Unterseite einige Erhebungen beiderseits der Frachtluken.

Es handelt sich zwar größtenteils um Kleinigkeiten, die den Gesamteindruck nicht wirklich schmälern, aber bei genauerem Hinsehen doch irgendwie stören. Zumindest gibt es an den Warpgondeln wieder blaue Plastikeinleger, die auch das typische Rillenmuster der Warpplasmaspulen aufweisen. Am Bedruck gibt es ebenfalls nicht viel auszusetzen, mal abgesehen vom leidigen Problem mit den Fenstern, die an diesem Modell eigentlich sehr groß und nicht zu verfehlen sind.

Das Magazin ist solide gemacht. Das Raumschiffdesign kommt mit nur zwei Seiten allerdings etwas zu kurz, während der Artikel über die Doppelfolge "Das ungewisse Dunkel" mit drei Doppelseiten sehr lang geraten ist. Etwas verwirrend ist die Schiffsbezeichnung "U.S.S. Raven", denn sowohl in der Serie als auch am Modell ist eindeutig "S.S. Raven" zu lesen.

Bewertung: Leider müssen bei der Raven zu viele Abstriche gemacht werden, sodass es nicht mehr für die Bestwertung reicht. Immerhin können aber noch solide 4 von 5 Sternen vergeben werden.

Ausgabe 67: D7-Schlachtkreuzer
Bei einem relativ schmucklosen Raumschiff wie dem klingonischen D7-Kreuzer gibt es eigentlich nicht viel falsch zu machen. Dennoch hat es Eaglemoss geschafft, das Model total in den Sand zu setzen. Schon beim ersten Blick auf die Oberseite bemerkt man das Fehlen der federartigen Muster rund um die Brücke, welche auf dem Computermodell des Heftcovers deutlich zu sehen sind. Ebenso wie die anderen Oberflächenstrukturen kamen diese zwar erst in der DS9-Episode "Immer die Last mit den Tribbles" hinzu, sie hätten das Modell aber dennoch etwas aufhübschen können.

Am Heck sucht man derweil den Shuttlehangar und die Impulstriebwerke vergeblich. Letztere kamen zwar ebenfalls erst später in der remastered Version der Classic-Serie hinzu, wären aber wünschenswert gewesen. Wie verdammt sollte dieses Raumschiff denn sonst mit Unterlichtgeschwindigkeit fliegen? Aber okay, bis hierhin ging es nur um die Verbesserungen des CGI-Modells gegenüber dem originalen Studiomodell.

 
 

Im vierseitigen Artikel über das Schiffsdesign von Matt Jeffries erfährt man, dass es das klingonische Schiff ohne den Modellbauhersteller AMT nie gegeben hätte.


Beim Original vorhanden waren derweil die Rillen an den hinteren Ecken der Warpgondelpylonen. Hier hat Eaglemoss nur einen etwas dunkleren Grauton aufgetragen, die Rillen fehlen. Noch übler wird es an der Front, wo sämtliche Fenster fehlen. Lediglich an den Seiten des Schiffskopfes sind einige Fenster leicht erhaben, aber dennoch kaum sichtbar. Was soll das? Beim weit kleineren D7-Modell von Johnny Lightning sind die Fenster wenigstens aufgedruckt und die Rillen an den Warpgondelpylonen vorhanden, womit diese eigentlich sehr detailarme Version immer noch besser ausschaut.

Immerhin das Begleitheft ist den Kauf wert. Im vierseitigen Artikel über das Schiffsdesign von Matt Jeffries erfährt man, dass es das klingonische Schiff ohne den Modellbauhersteller AMT nie gegeben hätte. In den ersten beiden Staffeln gab es nämlich noch keinen D7-Kreuzer und in der dritten Staffel fehlte das Budget. Ein weiterer Artikel dreht sich um die Entwicklung der klingonischen Sprache.

Bewertung: Ganz so missraten wie die Negh-Var ist der D7-Schlachtkreuzer zwar nicht, was jedoch vor allem daran liegt, dass er schon im Original wenig Details aufweist. Dass es Eaglemoss dennoch schafft, da etwas zu vergessen, drückt die Bewertung auf 2 von 5 Sternen.

Ausgabe 68: Peregrine-Fighter
Sternenjäger sind im "Star Trek"-Universum eine echte Seltenheit und sonst eher in "Star Wars" anzutreffen. Dennoch konnte die Föderation einen solchen Angriffsjäger vorweisen, der jedoch vor allem vom Maquis genutzt wurde. Später wurde die Peregrine-Klasse für die "Voyager"-Episode "Nightingale" zu einem medizinischen Transportschiff der Kraylor umgebaut und im Maßstab erheblich vergrößert.

Eaglemoss bringt das Modell in seiner ursprünglichen Version als Sternenflottenjäger auf den Markt und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Bei genauerer Betrachtung fallen natürlich die üblichen Kleinigkeiten unangenehm auf. Oberhalb des Cockpits fehlen die Ringe um zwei kreisförmige Details und an den Impulsantriebspylonen müssten jeweils zwei Punkte statt nur einem sein. An den Impulsantrieben selbst sind unten Rillen, an den Außenseiten fehlen sie jedoch.

Das Cockpit ist die nächste Problemzone. Eigentlich sollte es neben dem großen Frontfenster noch zwei dreieckige Fenster an den Seiten haben. Die Vertiefungen sind zwar vorhanden, wurden nur leider beim Bedruck vergessen. Allerdings können die Seitenfenster problemlos nachgemalt oder geklebt werden. Direkt vor dem Cockpit hat man derweil bei den taktischen Sensoren gänzlich auf Details verzichtet und sich auf eine glatte schwarze Fläche beschränkt. Die fehlenden Deuteriumtanköffnungen und Positionslichter auf der Unterseite fallen da schon weniger ins Gewicht. Insgesamt betrachtet gehört der Angriffsjäger immer noch zu den Highlights der Sammlung.

Das Magazin ist solide gemacht. Neben einem doppelseitigen Artikel über das Studiomodell gibt es noch satte sechs Seiten über die digitale Revolution der Spezialeffekte von "Deep Space Nine". Auf Seite 10 ist den Übersetzern ein kleiner Fauxpas unterlaufen. Die Serie "Star Trek: The Next Generation" wurde mit dem Kinofilm "Star Trek: Treffen der Generationen" übersetzt. Das sorgt für einige Verwirrung, denn im ersten Kinoabenteuer von Picards Crew kommt der Peregrine-Jäger überhaupt nicht vor.

Bewertung: Der Peregrine-Fighter hat sich trotz kleinerer Versäumnisse immer noch 5 von 5 Sternen in Gold verdient!

Ausgabe 69: Breen-Kampfschiff
Das Breen-Kampfschiff gehört zu den außergewöhnlichsten Raumschiffen in "Star Trek". Es ist total asymmetrisch, sieht aber dennoch richtig cool aus. Eaglemoss hat sich erfreulicherweise alle Mühe gegeben, dieses schöne Schiff mit einer maximalen Detailfülle umzusetzen. Es gibt so viele Oberflächenstrukturen, dass sich kaum sagen lässt, ob da etwas fehlt. Wenn ja, fällt es kaum auf.

Es gibt eigentlich nur zwei erwähnenswerte Kleinigkeiten. Zum einen ist oben an der mittleren Spitze ein Detail erhaben, welches eigentlich vertieft sein sollte. Das ist jedoch nicht weiter schlimm. Weniger schön ist dagegen, dass der kleinste Pylon von unten komplett glatt und der obere Brückenturm gar von unten offen ist, sodass man in einen Hohlraum blicken kann. Hier dachten die Verantwortlichen wohl, dass die Sammler nicht so genau hinsehen würden. Das hätte nun wirklich nicht sein müssen und man fühlt sich an die Warpgondeln der NeghVar erinnert. Zum Glück fällt es beim Breen-Kampfschiff aber nicht gar so schlimm auf und insgesamt ist es auf jeden Fall um Längen besser als der verschandelte Klingonenkreuzer.

Am Begleitheft gibt es ebenfalls nichts auszusetzen. Dem Schiffsdesign von John Eaves sind satte drei Doppelseiten gewidmet und eine weitere Doppelseite handelt von der Entstehung der Breen. Auf der letzten Magazinseite gibt es noch einen kleinen Hinweis, dass Teile des Breen-Schiffes in neuer Anordnung für die "Voyager"-Episode "Arbeiterschaft" recycelt wurden. Offenbar nicht das Einzige, was wieder verwendet wurde, denn den Speziesnamen der Quarren gab es bereits in "Star "Wars" und die Benziten wurden für die Doppelfolge rosa umlackiert.

 
 

Aufgrund des Maßstabs sollten einige Abstriche bei den Details nicht überraschen. Fenster und Antennen wären einfach zu klein, um sie darzustellen.


Bewertung: Den Gesamteindruck schmälern die kleinen Versäumnisse kaum und die schiere Detailfülle macht alles wieder wett. Das Breen-Kampfschiff gehört in jedem Fall zu den besten Modellen der Sammlung und kann daher guten Gewissens mit 5 von 5 Sternen in Gold bewertet werden!

Ausgabe 70: Voth-Stadtschiff
Wie bereits Professor Gegens Voth-Forschungsschiff ist auch das Voth-Stadtschiff gelungen. Aufgrund des Maßstabs sollten einige Abstriche bei den Details nicht überraschen. Fenster und Antennen wären einfach zu klein, um sie darzustellen. Lediglich zwei Versäumnisse fallen etwas unangenehm auf. Zum einen fehlen die Warpfeldsensoren ganz vorne an der Spitze. Da sämtliche anderen Warpfeldgeneratoren vorhanden sind, ist das nicht ganz nachvollziehbar. Ein weiteres Manko sind die Hauptplasmaleitungen am Heck. Die vorderen Leitungen sollten eigentlich die hinteren spiegeln, doch stattdessen gibt es nur durchgezogene Linien.

Das sind allerdings nur Kleinigkeiten. Alles in allem ist das Stadtschiff für den Maßstab sehr schön detailliert. Die Oberflächenornamente und Aufbauten bieten viele optische Reize und der Bedruck hebt zusätzliche Strukturen hervor. Ein Gewinn für jede Sammlung!

Das Magazin weiß ebenso zu überzeugen. Dem Schiffsdesign sind zwei Doppelseiten gewidmet, auf denen insgesamt vier Skizzen von Rick Sternbach abgebildet sind. Es folgt eine Doppelseite über Spezies, die wie die Voth von der Erde stammen oder den Planeten in der Vergangenheit besucht haben. Es wird dabei offensichtlich, dass sich "Star Trek" schon sehr früh und überaus oft mit dem Themenfeld der Prä-Astronautik beschäftigt hat.

Zum Schluss gibt es noch einen Artikel über die Voth, in dem auf die Ähnlichkeit zwischen Professor Gegen und Galileo Galilei verwiesen wird. Fans mit Allgemeinbildung wird es wohl schon aufgefallen sein. Allerdings hat Gegen seine Theorie der Herkunft aus der Ferne nicht "im Gegensatz zu Galileo" widerrufen, denn auch Galileo knickte seinerzeit vor der Kirche ein. Sonst wäre er wohl nicht mit Hausarrest davongekommen, sondern wie Giordano Bruno auf dem Scheiterhaufen gelandet.

Fazit: Die beiden Voth-Schiffe können problemlos nebeneinander in der Vitrine glänzen. Dafür gibt es 5 von 5 Sternen in Gold!

Trek-Schiffe

Ein Beitrag von Sebastian Bach.


 

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Ein Augenschmaus für jeden Fan

"'Star Trek'-Kostüme: Fünfzig Jahre Mode aus Unendlichen Weiten"

Der genannte Titel von Paula M. Block (Autor), Terry J. Erdmann (Autor), Robert Blackmann (Vorwort) und Diana Bürgel (Übersetzer) ist mehr als ein simpler Bildband mit den Kostümen von Kirk & Co. Das im Jahr 2016 erschienene Buch bietet dem Leser auf 256 Seiten neben Behind-the-Scenes-Fotos, Screenshots und Entwurfsskizzen Hintergrundinfos, Wissenswertes und bisher unveröffentlichte Einblicke in die Designwelt bei "Star Trek".

Doch der Reihe nach. Bereits beim Entfernen der Plastikfolie wurde ich positiv überrascht. Es gibt keinen, mich störenden Buchumschlag. Das Werk ist gebunden und kommt mit einem sehr stabilen Buchdeckel daher. Das Vorwort liefert der Kostümdesigner Robert Blackman, der wie kein anderer die Serie im Laufe der Jahre mitgeprägt hat. Danach gliedert sich das Buch wie folgt:

"The Original Series"
"Star Trek: Die Kinofilme zur Original Series"
"Star Trek: Raumschiff Enterprise − Das nächste Jahrhundert"
"Star Trek: Raumschiff Enterprise − Das nächste Jahrhundert: Die Spielfilme"
Die Spin-off-Serien
"Star Trek: Der Neubeginn"
Nachwort
Quellenangaben
Danksagung

Zu den einzelnen Kapiteln:

"The Original Series"
30 Seiten widmen die Autoren den Kostümen von Captain James T. Kirk, seiner Crew und anderen. Neben Behind-the-Scenes-Fotos sind unter anderem Screenshots und Entwurfsskizzen zu sehen. Die Bilder sind größtenteils in Farbe, einige wenige allerdings auch in schwarz-weiß. Endlich kann man einmal die Kostüme im Ganzen und in Ruhe betrachten und es ist erstaunlich, wie detailreich diese doch sind. Zumindest hatte ich sie nicht so in Erinnerung. Zu den Bildern gibt es kurze ergänzend-erklärende Unterschriften.

Nur einen geringen Teil nimmt dagegen der restliche Text ein. Ich fand es interessant zu erfahren, dass William Ware Theiss von Gene Roddenberry den Auftrag bekam, Designs zu entwerfen, die sich von allem unterschieden, was es damals im Privatfernsehen gab − und das mit einem eigentlich nicht nennenswerten Budget und unter einem enormen Zeitdruck. Theiss größte Herausforderung war die strenge Zensur der 60er-Jahre. Jedes Kleid, das zu viel Haut zeigte, wurde verboten. Dennoch gelang es ihm unter diesen Umständen Outfits zu kreieren, die mehr zeigten als verhüllten.

Eine Gratwanderung waren ebenfalls die Uniformen, da Roddenberry die Ähnlichkeiten zum Militär des 20. Jahrhunderts versuchte gering zu halten. Aber nicht nur die Entstehung der verschiedenen Kostüme wird beleuchtet, auch über die Probleme, die einzelne Materialien machten, erfährt der Leser etwas. Neben Theiss kommen hier ebenfalls Michael Forest (Apollo) und Barbara Luna (Marlena) zu Wort.

"Star Trek: Die Kinofilme zur Original Series"
64 Seiten zeigen nicht nur Sternenflottenuniformen und Raumanzüge, sondern außerdem Zivilkleidung und die Rüstungen der Klingonen. Auch auf Schmuck, wie der von Khan und Azetbur, wird näher eingegangen. Viel Platz ist, sehr zu meiner Freude, auch der Kleidung der Vulkanier gewidmet. Auch hier wird, wie in den folgenden Kapiteln, auf die Entstehungsgeschichte eingegangen und verschiedene Personen kommen zu Wort. Einen Schwerpunkt nimmt Robert Fletscher ein, der zwischen 1979 und 1986 für das Kostümdesign der ersten vier Filme verantwortlich war. Für seine Arbeit an "Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart" erhielt er sogar einen Saturn Award.

"Star Trek: Raumschiff Enterprise − Das nächste Jahrhundert"
38 Seiten widmen sich nun mit vielen Konzeptzeichnungen den Kostümen aus TNG. Die Standarduniformen entwickelten sich übrigens während zahlreicher Treffen zwischen Theiss, Roddenberry und den Produzenten Rick Berman und Robert Justman. Mit lediglich einer Doppelseite kommt die Entstehung der Borg-Kostüme für mich eindeutig viel zu kurz. Zum Abschluss des Kapitels darf natürlich das Picard-Manöver nicht fehlen, welches ursprünglich ein taktisches Manöver war. Bei den Fans bürgerte sich jedoch ziemlich schnell die Bezeichnung für das Herunterziehen des oberen Uniformteils ein, das aufgrund der enthaltenen Elaste ständig hochrutschte, wie Jonathan Frakes ausführt.

"Star Trek: Raumschiff Enterprise − Das nächste Jahrhundert: Die Spielfilme"
Auch hier sind es wieder 38 Seiten, auf denen neben den Detailbildern jede Menge Skizzen zu sehen sind. Behind-the-Scene Fotos kommen hingegen ein wenig zu kurz. Dafür nehmen endlich die großartigen und aufwändigen Borg-Kostüme, für die sich Durinda Rice Wood und Deborah Everton verantwortlich zeichneten, ihren gebührenden Platz ein.

Die Spin-off-Serien
"Enterprise", "Deep Space Nine" und "Voyager" müssen sich 48 Seiten teilen. Schade, denn die drei Spin-offs hätten wesentlich mehr hergegeben, zum Beispiel hätte ich gerne mehr über die Kostüme der Breen oder Hirogen erfahren. Einen Schwerpunkt bildet das farbenprächtige Hochzeitsoutfit von Worf und Dax, einen weiteren die an Arbeitsoveralls erinnernden Uniformen aus Enterprise. Diese sollten aussehen, als hätten sie sich aus der NASA-Kleidung der Gegenwart entwickelt − was auch gelungen ist. Für mich sind sie neben den "Schlafanzügen" aus dem ersten Film die zweithässlichste Variante. Den interessantesten Einblick bekommt man meiner Meinung nach in diesem Kapitel auf den Seiten 224/225. Dort gibt es Detailaufnahmen verschiedener Schuhe/Stiefel. Zu Wort kommen unter anderem Robert Blackman und Maggie Schpak.

"Star Trek: Der Neubeginn"
Den Abschluss bilden 28 Seiten über die Kostüme in "Star Trek" und "Star Trek: Into Darkness". Hier unterscheiden die Bilder ein wenig von den in den vorherigen Kapiteln: Zum ersten Mal sehen wir hier Concept Art. Dies ist eine Form der Illustration, die ein Konzept detailliert visuell veranschaulichen soll, bevor es in ein Endprodukt umgesetzt wird. Die Bilder in diesem Kapitel bestechen durch ihre hohe Qualität. Für die Kostüme zeichnet sich Michael Kaplan verantwortlich, der einen gänzlich neuen Stil suchte. Schließlich galt es "Star Trek" neu zu definieren, es für eine neue Generation neu zu erfinden und gleichzeitig ein Ambiente zu erschaffen, in dem sich die alten Fans wohl fühlten. Ob ihm das gelungen ist − darüber kann man geteilter Meinung sein.

Leider endet das Buch hier, da die Kostüme aus dem Film "Star Trek: Beyond" und der neuen Serie "Star Trek: Discovery" fehlen, was natürlich dem Erscheinungsdatum geschuldet ist. Das tut dem positiven Gesamteindruck aber keinen Abbruch und wäre zumindest für mich ein Kaufanreiz für eine eventuelle Neuauflage.

Fazit
Das Buch besticht durch seine Vielzahl an detailreichen und qualitativ hochwertigen, teilweise ganzseitigen Bildern. Besonders interessant ist es zu sehen, wie sich im Laufe der Jahre die Mode und der Stil veränderten und welche (neuen) Materialien benutzt wurden. Schnittmuster oder Nachbauanleitungen sucht man jedoch vergebens.
Der Text ist stets informativ, enthüllt Entstehung und kleine Anekdoten sowie Hintergrundinfos. Neben den verschiedenen Designern kommen auch Schauspieler und andere Personen zu Wort. Die weiße Schrift auf dem schwarzen Hintergrund liest sich gut, der Einband ist stabil und die Seiten sind aus dickem Papier. Die Bilder wechseln sich gut mit dem Text ab, so dass es nicht langweilig oder anstrengend wird zu lesen. Von den oben genannten Mankos einmal abgesehen, kann das Buch trotz des hohen Preises durchaus überzeugen.

Details
"'Star Trek'-Kostüme: Fünfzig Jahre Mode aus Unendlichen Weiten"
von Paula M. Block (Autor), Terry J. Erdmann (Autor), Robert Blackmann (Vorwort), Diana Bürgel (Übersetzer)
Preis: 49,90 Euro
Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Zauberfeder Verlag; Auflage: 1 (17. Oktober 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3938922710
ISBN-13: 978-3938922712
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren
Originaltitel: "Star Trek": Costumes
Größe und/oder Gewicht: 21,7 x 2,5 x 30,4 cm

Weiterführende Links

  • Jetzt bei Amazon.de bestellen
    "'Star Trek'-Kostüme: Fünfzig Jahre Mode aus Unendlichen Weiten": Gebundene Ausgabe.

  • Trek-Bücher

    Ein Beitrag von Melanie Brosowski.


     

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    "Star Trek"-Buch-Neuerscheinungen

    Januar 2018 bis März 2018

    Alle nachfolgend genannten Bücher sind bei Amazon.de erhältlich.

    "Star Trek: Voyager 11 − Sühne"
    von Kirsten Beyer und René Ulmer
    2. Januar 2018

    "Star Trek/Green Lantern: Der Spektren-Krieg"
    von Mike Johnson und Angel Hernandez
    9. Januar 2018

    "Star Trek − The Original Series: Das Gewicht der Welten"
    von Greg Cox
    5. Februar 2018

    "Star Trek"-Comicband 16: "Die Neue Zeit 10"
    von Mike Johnson und Tony Shasteen
    14. Februar 2018

    "Star Trek: Deep Space Nine − Vorherrschaft"
    von David R. George III.
    5. März 2018

    Trek-Bücher

    Ein Beitrag vonMelanie Brosowski.


     

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    Convention-Corner 2018

    Januar bis März

    Wo treffen sich Fans? Wo sieht man die kreativsten Kostüme? Wo lesen die besten Phantastik-Autoren? Wo kann man seine TV-Lieblinge live sehen? Wo die spannendsten Abenteuer am Spieltisch erleben? Alien Souvenirs (www.aliensouvenirs.com) präsentiert euch eine Auswahl an Events, die man als Fan möglichst nicht verpassen sollte. Je später im Jahr das Event, desto ungenauer und lückenhafter sind leider noch die Informationen. Ich wäre euch sehr verbunden, mir aktuelle Entwicklungen und Neuigkeiten mitzuteilen, damit dieser Kalender möglichst up-to-date gehalten werden kann. Entsprechend gilt für diesen Kalender auch "Copyright = Roger Murmann (www.conventions-online.de)", welches bei einer Weiterverwertung genannt werden muss. Alle Angaben wie immer ohne Gewähr. Es empfiehlt sich allerdings immer ein Besuch der jeweiligen Homepage. Je nach Veranstaltung werden Sondertarife für Jugendliche, und so weiter gewährt.

    Januar 2018

    6.1.2018, Comic- und Manga Convention Münster
    Ort: Stadthalle, Westfalenstraße 197, 48165 Münster
    Conbeitrag: Tagesticket 5 Euro | www.comic-messen.de
    Münster bekommt seine erste Comic- und Manga-Convention und alle Comic- und Mangafans sind herzlich eingeladen.

    5.−7.1.2018, Morpheus 32

    Ort: Stadtteilzentrum Pluto, Wilhelmstraße 89a, 44649 Herne
    Gäste: Redaktion Phantastik, No Return, Kult Spiele, u.a.
    Conbeitrag: Eintritt frei | www.herner-burg.de/morpheus
    Zum Jahresauftakt spielt die Burg − zum mittlerweile 32. Mal.

    19.−21.1.2018, F.R.O.S.T. XXII
    Ort: Turn- & Festhalle, Turnhallestraße 39, 72250 Freudenstadt
    Conbeitrag: Wochenende 9,99 Euro | www.ringgeister.de
    Rollenspiel-Convention mit langer Tradition im winterlichen Schwarzwald.

    26.−28.1.2018, DreamHack
    Ort: Leipziger Messe, Messe-Allee 1, 04356 Leipzig
    Gäste: Anime Import, Game Legends, Fnatic, ARCTIC, Rune, MSI, Trust Gaming, u.a.
    Conbeitrag: Tagesticket ab 21 Euro, Wochenende ab 49Euro | www.dreamhack-leipzig.de
    Leipzigs großes Gaming-Festival auf dem traditionsreichen Messegelände.

    27.+28.1.2018, Japan Festival Berlin
    Ort: Urania, An der Urania 17, 10787 Berlin-Schöneberg
    Gäste: Tengu Daiko, Ensemble Nagomi, Riuchi, Rita Böhm, Patrick Urban, Vokalensemble Sakura, Yoshitaka Suzuki, Chor der DJG Berlin, Chihoko, u.a.
    Conbeitrag: Sa. 15 Euro, So. 14 Euro, Wochenende 26 Euro | www.japanfestival.de
    Beliebtes Festival für japanische Kultur in allen ihren Facetten.

    Februar 2018


    3.2.2018, Comic und Manga Convention Oberhausen
    Ort: Revierpark Vonderort, Bottroper Straße 322, 46117 Oberhausen
    Conbeitrag: Tagesticket 5 Euro | www.comic-messen.de
    Comics und alles, was das Herz des Manga-Fans begehrt gibt es auf dieser Convention.

    3.+4.2.2018, EpicCon II
    Ort: Halle Münsterland, Albersloher Weg 32, 48155 Münster
    Gäste: Leon Chiro, Lilly Fortune, JenNyan, Enji Night, Evil Ted, Stephanie Hans, Otto Schmidt, Emanuel Simeoni, Pasquale Qualano, u.a.
    Conbeitrag: Tagesticket ab 18 Euro, Wochenende ab 30 Euro | www.epiccon.de
    EpicCon richtet sich an die Liebhaber japanischer Kultur, an die Fans von Manga und Cosplay, an alle, die sich für Brettspiele, Rollenspiele und Videogames interessieren, aber auch an Familien mit Kindern, die ein einzigartiges Wochenende erleben möchten.

    16.−18.2.2018, 24. Aschaffenburger Cave-Con
    Ort: Jugendkulturzentrum, Kirchhofweg 2, 63739 Aschaffenburg
    Gäste: tba.
    Conbeitrag: Tagesticket ab 4 Euro, Wochenende 8 Euro | www.cave-con.de
    Traditionsreiches Rollenspiel-Event in der unterfränkischen Metropole am Main.

    16.−18.2.2018, DeDeCo 7
    Ort: Börse Dresden, Messering 7, 01067 Dresden
    Conbeitrag: Tagesticket ab 12 Euro, Wochenende ab 23 Euro | www.dedeco-online.de
    Sachsen goes Japan. Anime- und Manga-Fans treffen sich in Dresden.

    17.2.2018, 4. Steampunk Jahrmarkt
    Ort: Jahrhunderthalle Bochum, An der Jahrhunderthalle 1, 44793 Bochum
    Conbeitrag: Tagesticket ab 20 Euro | www.jahrhunderthalle-bochum.de
    Stimmungsvoller Indoor-Jahrmarkt im Stil des 19. Jahrhunderts mit freier Benutzung historischer Fahrgeschäfte.

    17.+18.2.2018, Revelations Germany − Endgame

    Ort: Hilton Düsseldorf, Georg-Glock-Straße 20, 40474 Düsseldorf
    Gäste: Ian Harding, Huw Collins, Sasha Pieterse, Drew van Acker, Troian Bellisario, u.a.
    Conbeitrag: Wochenende ab 129 Euro | www.revelationsgermany.com
    Die Stars aus "Pretts Little Liars" kommen zum dritten und letzten Mal nach Deutschland.

    17.+18.2.2018, As Winter Reigns
    Ort: Steigenberger Hotel, Habsburgerring 9-13, 50674 Köln
    Gäste: James Cosmo, Will Tudor, Ian Whyte, u.a.
    Conbeitrag: Wochenende ab 99 Euro | www.risenshine-conventions.com
    Inoffizielle Convention mit Stars aus der Serie "Game of Thrones" − zum ersten Mal in Köln.

    März 2018

    2.−4.3.2018, Eternia-Gathering 2018
    Ort: Haus "Die Quelle", Dennemarkstraße 7, 47647 Kerken
    Conbeitrag: Tagesticket Samstag 15 Euro, Wochenende inkl. Übernachtung 40 Euro | www.eterniacon.wordpress.com
    "Bei der Macht von Castle Grayskull!" − Die Masters of the Universe sind zurück.

    3.3.2018, LARPwerker Convention Nord
    Ort: Brandboxx, Hessenstraße 1, 30855 Langenhagen
    Conbeitrag: Tagesticket 6 Euro | www.larpwerker-convention.de
    Vor Saisonbeginn eine Messe für alle, die noch ihre Liverollenspiel-Ausrüstung ergänzen möchten.

    4.3.2018, Comic- und Manga-Convention Düsseldorf
    Ort: Weiterbildungszentrum, Bertha-von-Suttner-Platz 1, 40227 Düsseldorf
    Conbeitrag: 5 Euro | www.comic-messen.de
    Beliebtes Treffen für Comicfans am Rhein.

    9.−11.3.2018, HeinzCon
    Ort: Haus des Gastes, Strandstraße 1, 26506 Norde
    Gäste: Markus Heitz, Jason Durall, u.a.
    Conbeitrag: Wochenende inkl. Übernachtung an 110 Euro | www.heinzcon.de
    Es erwarten euch wieder allerlei spannende Workshops, Spielrunden zu diversen Systemen und natürlich eine Reihe illustrer Gäste.

    15.−18.3.2018, Manga Comic Convention

    Ort: Leipziger Messe, Messe-Allee 1, 04356 Leipzig
    Gäste: tba.
    Conbeitrag: Tagesticket ab 17 Euro | www.manga-comic-con.de
    Das große Manga-Treffen zur Leipziger Buchmesse.

    17.+18.3.2018, Walker Stalker Con
    Ort: Maimarkthalle, Xaver-Fuhr-Straße 101, 68163 Mannheim
    Gäste: Alanna Masterson, Chandler Riggs, Josh McDermitt, Norman Reedus, Khary Payton, Michael Cudlitz, Ron Pearlman, Steven Ogg, u.a.
    Conbeitrag: Tagesticket 54 Euro, Wochenende 106 Euro | www.walkerstalkercon.de
    Walker Stalker Con − die weltweit größte Zombie, Horror und Sci-Fi Convention kommt im März 2018 zum ersten Mal nach Deutschland.

    23.−25.3.2018, HanamiCon 2018
    Ort: Seifenfabrik Veranstaltungszentrum, Angergasse 41-43, 8010 Graz, Österreich
    Gäste: tba.
    Conbeitrag: Sa. 12 Euro, So. 10 Euro, Wochenende 20 Euro | www.hanamicon.at
    Anime- und Manga-Fans feiern das Kirschblütenfest in der Steiermark.

    23.−25.3.2018, MagicCon II
    Ort: Maritim Hotel Bonn, Godesberger Allee, 53175 Bonn
    Gäste: Ian Somerhalder, Beverly Elliott, Dean O`Gorman, Lori Dungey, Craig Parker, Mark Ferguson, Michael Malarkey, u.a.
    Conbeitrag: Wochenende ab 104 Euro | www.magiccon.de
    Stargäste aus den beliebtesten Filmen und Serien des Fantasy- & Mystery-Kontinuums.

    24.+25.3.2018, Ratinger Spieletage

    Ort: Dumeklemmer-Halle, Schützenstraße 1, 40878 Ratingen
    Gäste: tba.
    Conbeitrag: Eintritt frei | www.ratinger-spieletage.de
    Spiel, Spaß und Spannung für die ganze Familie.

    30.3.−2.4.2018, Follycon − 69th British National Science Fiction Convention
    Ort: The Majestic Hotel, Ripon Road, Harrogate, North Yorkshire,HG1 2HU, England
    Gäste: Kim Stanley Robinson, Nnedi Okorafor, Christina Lake, Kieron Gillen, u.a.
    Conbeitrag: Wochenendticket ab 70 GBP | www.follycon.org.uk
    Die britische Nationalconvention, seit vielen Jahren traditionell an Ostern und auch bei deutschen Fans sehr beliebt.

    Euer Termin fehlt? Kein Problem. Hier findet jede Convention ihren Platz. Schickt euren Kalendereintrag an Roger Murmann, sftreffda@gmx.de.

    Wir danken Roger Murmann herzlich für die Erlaubnis der Übernahme dieser Termine!

    Weiterführende Links

  • Convention Corner by Science Fiction Treff Darmstadt
    Seit 1994 der beliebte Treffpunkt für Science Fiction & Fantasy Fans aus dem Rhein Main Gebiet und darüber hinaus.

  • Covention-Kalender

    Ein Gastbeitrag von Roger Murmann.


     

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    "Star Wars − Die letzten Jedi"

    Spoilerträchtige Betrachtungen − und die Frage, wies weitergeht

    SPOILER-ALARM − Bitte erst lesen, wenn du den Film geschaut hast ODER dich spoilern lassen willst! − SPOILER-ALARM

    Geburt einer neuen Trilogie
    Im Dezember 2015 erwachte bei mir die Macht − oder besser: die Begeisterung für "Star Wars" erneut. Was viele monierten, ich fand es prima: dass der neue Film ein alter Film hätte sein können, dass "The Force Awakens" aus meiner Sicht die profunden Grundsteine für eine würdige und "echte" Fortsetzung des großen Sternen-Märchens gelegt hat. Vor allem aber gab es in dem ganzen Film nicht eine einzige Einstellung, zu der ich nicht "Ja" hätte sagen können. Ich liebe den Film heute noch. Er eröffnete eine ganz neue Welt und baute mein Vertrauen in die Saga wieder auf, das George Lucas mit den Prequels zum größten Teil zerstört hatte.

    Da gab es Rey, in der die Macht erwachte und sie hatte keine Ahnung warum. Der Zuschauer natürlich auch nicht. Wow, woher hat sie diese Macht? Dann war da Kylo Ren, Ritter von Ren. Offenbar eines Ordens von "Rittern" also? Das klang fantastisch. Würden wir sie in Teil 8 in Aktion sehen? Eine ganze "Bande" von Macht-sensitiven "Rittern" unter der Führung von Snoke, des "neuen Imperators? Auch dessen Hintergrund harrte auf Antworten. Die Vision von Rey in "Das Erwachen der Macht" zeigte uns Orte und Dinge, die ebenfalls einer genauen Erklärung bedurften. Und dann war da natürlich noch der "Cliffhanger" am Ende der Episode VII. Abrams hatte nicht nur liebevoll und sorgfältig neue Figuren in die Spielzeug -Box gelegt, er hatte uns auch gezeigt, dass da noch eine Figur war, mit der wir noch nicht gespielt hatten: der alte Luke Skywalker! Die Begegnung von Rey und Luke... wie würde diese ausfallen. Zwei Jahre Wartezeit lagen (nicht nur) vor mir. Als ich damals das Kino verliess, war ich höchst zufrieden. Sie hatten "Star Wars" neu erfunden. Ich freute mich auf großartige weitere Episoden.

     
     

    Wie soll man einen Pullover stricken, wenn Regisseur 2 und 3 nicht an Pullover, sondern an Socken oder gestrickte Lichtschwerter denken?


    Einerseits ist es unmöglich von einem Fan zu erwarten, dass er sich über die unbeantworteten, deutlich gemachten Fragen, die in einem Film auftauchen, keine Gedanken macht und dass auf diese Weise auch sein Wunsch nach befriedigenden Antworten wächst. Andererseits hätte beispielsweise die "Harry Potter"-Reihe" ganz, ganz anders ausgesehen, wenn aufeinander folgende Autoren beliebig hätten schreiben können, wie sie persönlich glauben, dass es weiter geht. Selbst bei einem festgelegten Rahmen würde der unterschiedliche Stil auffallen. Bis vor kurzem war ich noch der Ansicht, dass man sich am Anfang der Trilogie nicht nur zusammen gesetzt hatte, um "The Force Awakens" zu diskutieren, sondern dass man auch eine Rahmenhandlung gesteckt hatte, innerhalb derer die Autoren sich bewegen würden. Dann erfuhr ich, dass Rian Johnson die Hilfe von Veteran Lawrence Kasdan ablehnte, weil er etwas gänzlich Eigenes ersinnen wollte. Ich bin ein Fan von Kasdan. Ich glaube, dass er mit seiner Erfahrung und seinem Gefühl für klassisches "Star Wars" Episode VII (er unterstützte J. J. Abrams tatkräftig) den letzten Schliff gegeben hat.

    Mit Episode VIII musste also eine Handlung kommen, die frei von Kasdans Einfluss wäre. Eine Geschichte, in der Rian Johnson sich offenbar nach Belieben austoben können würde? So hat es den Anschein. Ich bin etwas erschrocken darüber, wie frei von jeder Rahmenhandlung offenbar (ursprünglich!) die neue Trilogie gestrickt wird, sollte ich mit der Vermutung Recht haben, dass es eben keine gibt. Wie soll man einen Pullover stricken, wenn Regisseur 2 und 3 nicht an Pullover, sondern an Socken oder gestrickte Lichtschwerter denken? Bildlich gesprochen. Ein Kuchen kann auch nur was werden, wenn das Rezept stimmt. "Viele Köche verderben den Brei" heißt es nicht umsonst. Außer natürlich, sie haben das gleiche Rezept vorliegen, was ich nach Betrachtung von Episode VIII etwas bezweifle.

    "Diese Filme werden alle so unterschiedlich sein. ['Episode VIII'-Regisseur] Rian Johnson ist ein Freund von mir − er wird etwas Seltsames machen. Wenn du Rians Arbeit gesehen hast, weißt du, dass es nicht so sein wird wie alles, was jemals in 'Star Wars' gewesen ist. Du könntest nicht drei unterschiedlichere Leute haben als JJ, Rian und ['Episode IX'-] Regisseur Colin [Trevorrow] [Anm. d. Autors: Colin Trevorrow wurde durch J.J. Abrams ersetzt]. Diese Filme werden die 'Star Wars'-Saga als Grundlage haben, aber alles andere wird anders sein. Dann werden Phil Lord und Chris Miller [ersetzt durch Ron Howard] den Han-Solo-Film drehen und ich kann mir nicht vorstellen, wie das sein wird − und ich schreibe es!" (Lawrence Kasdan, Slashfilm.com)

    Und damit komme ich gleich am Anfang meiner Betrachtung zu dem Punkt, der mir an Episode VIII am wenigsten gefällt. Er ist nicht kohärent mit Episode VII. Beide Filme zusammen gesehen sind nicht aus einem Guss. Oder nur teilweise.

    Inwiefern ist das so?

    Die Macht ist nicht mehr die Macht, die du kennst!
    Wenn Rey in Episode VII ihre Macht entdeckt, glauben wir, dass wir uns noch im klassischen "Star Wars" befinden. Vielleicht glaubte das Abrams auch. Im "klassischen "Star Wars" haben zwar nicht nur Skywalkers Macht, aber macht-sensitiv sind nun auch nicht alle möglichen "Leute von der Straße. Wie häufig tritt Macht-Begabung denn nun auf? Bei Rian Johnson scheint mir dies häufiger der Fall zu sein als in den anderen Filmen.

    Rey erhält gefühlt viel zu wenig Ausbildung in Episode VIII, um dann doch später die Praetorian Guards platt zu machen oder gleich einen ganzen Haufen von Steinen hochzuheben. Luke hatte in Episode V mehr Schwierigkeiten damit, Gegenstände anzuheben und seine Ausbildung geschah direkt durch Yoda und war viel intensiver, da Yoda ja auch gewillt war ihn auszubilden. Spätestens aber der Junge, der am Ende von Episode VIII den Besenstil mit der Macht zu sich holt zeigt auf, dass in Rian Johnsons Version von "Star Wars" ganz gewöhnliche Personen, Schrottsammler, Sklaven und besagte "Leute von der Straße" potenzielle Jedi-Ritter sind. Macht-begabte Personen eben. Bei George Lucas waren die Padawane mit Elite-Schülern zu vergleichen. Luke selbst war − wie sein Vater − ein Auserwählter, denn erst durch Anakins Sohn kommt es dazu, dass die Macht für eine Weile im Gleichgewicht ist, indem Luke seinen Vater dazu bringt, den Imperator zu töten und sich der hellen Seite wieder zuzuwenden.

    Der alte Luke aus Episode VIII hält nicht viel davon, dass die Macht den Jedis alleine gehört. Wie soll man dies deuten? Wenn die Jedi eine Religion sind und die Macht mit Gott in der realen Welt zu vergleichen wäre, dann sagt Luke nichts anderes als: "Am Ende sind alle Religionen verschiedene Wege zu Gott." Auch, wenn einige Luchsaugen unter den Fans entdeckt haben wollen, dass die heiligen Bücher der Jedi doch überlebt haben, so wäre es Luke und Yoda wohl ganz Recht, würden sie verbrannt werden. Eine harsche Kritik an alle Gläubigen − sowohl jene, die extrem an jedem Wort ihrer heiligen Schriften hängen als auch an jene, die sich in ihrem Glauben ereifern, aber gar nicht mehr wissen, was ihn eigentlich ursprünglich ausmacht.

    Moment. "Star Wars" ist ein Märchen! Sollte man das alles SO ernst nehmen? Nein, muss man nicht, aber ... man kann! Rian Johnson bringt uns auch noch an anderen Stellen ein "Star Wars", welches "Star TREK"-like Bezüge zur realen Welt hat.

     
     

    Die Macht ist etwas, das in der Hand (so ziemlich) aller Menschen aller Glaubensrichtungen liegt.


    Gerechtfertigt ist Lukes Kritik an den Jedis auf jeden Fall, wenn man sich das Verhalten der recht selbstgefälligen Jedis in den Prequels anschaut (ganz abgesehen von seinen Selbstzweifeln).

    Sind Luke und Yoda nun Atheisten, wenn sie sagen, es ist Zeit für die Jedi zu enden? Wäre dem so, dann könnten auch Atheisten die Macht nutzen (wie es Luke gen Ende von Episode VIII tut). Ich vermute aber eher, dass Luke und Yoda mehr die Idee vom auserwählten Jedi aufgeben wollen. Die Macht ist etwas, das in der Hand (so ziemlich) aller Menschen aller Glaubensrichtungen liegt. Immer gelegen hat. Wenn das kein politisches Statement ist, dass Rian Johnson hier abgibt!

    Da Luke und Yoda mehr von dem reden, was nun zu Ende geht und nicht mehr sein wird als davon, was sein wird oder sein sollte, bleibt es dem Zuschauer überlassen, den brennenden Baum und die Worte der beiden zu deuten. Als Rian Johnson danach gefragt wurde, ob Rey wirklich nur eine Schrottsammlerin ist − ohne große Hintergrundgeschichte, gab er sich vage. Er sagt, dass Rey und Kylo dies zumindest glauben. Natürlich kann er nichts weiter dazu sagen, weil er nicht weiß, was J. J. Abrams sich für Episode IX ausdenken wird. Dennoch ist eines klar:

    Episode VIII ist eine Geschichte der "kleinen Leute"
    Rey ist (wie es scheint) genau wie Rose ein "Niemand". So auch deren (Roses) Schwester, die sich kurz zuvor opfert, um den Krieg etwas mehr für den Widerstand zu entscheiden. Während eine "große Nummer" wie Finn fliehen will, ist sie es, die wahren Mut beweist. Ihr ganzes Credo wird gen Ende des Films von ihr selbst ausgesprochen, sinngemäß: "So können wir gewinnen! Nicht indem wir gegen das kämpfen, was wir hassen, sondern indem wir das beschützen, was wir lieben!" Dass der Ring, den sie bei den Fahtier-Kindern in Canto Bite gelassen hat jenen Mut gibt − auch dem Jungen, der offenbar macht-begabt ist, zeigt, welche Auswirkungen ihr Handeln im Stillen hat. Rian Johnson ging es offenbar darum, die "kleinen Leute von der Straße" zu zeigen, die sonst in keinem "Star Wars"-Film groß Beachtung finden, vergleichbar mit den unbekannten Mitstreitern in Robin Hoods Bande, ohne die kein Widerstand je erfolgreich wäre.

    Die Ideologie hinter Episode VIII
    Nie hatte ein "Star Wars"-Film eine sonderlich ausgefeilte Ideologie. Es gab Gut und Böse. Das musste reichen und hat lange sehr gut geklappt. In Rian Johnsons "Last Jedi" geht es um Toleranz gegenüber Andersgläubigen, darum dass jeder potenziell die "Macht" in sich hat, einen Unterschied machen kann und dass auch ein Kylo Ren, wenn er Snoke tötet, deswegen kein "Guter" ist.

     
     

    Sei ganz im Hier und Jetzt, fühle, nimm wahr. Nicht mehr, nicht weniger. Das ist der Weg in die Macht und wer manchmal eine Achtsamkeit-Meditation praktiziert, kann darin tatsächlich Frieden und eine innere Balance finden.


    Wir erfahren mehr als in jedem anderen Teil, wie schmerzhaft die vielen Opfer sind, dass Krieg unerbittlich ist und auch keinen Halt vor einem Admiral Ackbar macht. Dass es manchmal besser ist "zu beschützen als zu kämpfen". Krieg war in den bisherigen Episoden irgendwo auch was "Cooles", wenn man nur auf der richtigen Seite stand. Nicht umsonst nannte man die von Ronald Reagan einst angestrengte strategische Verteidigungsinitiative (SDI) auch "Star Wars". So missbrauchte die Politik, die sich auf der richtigen Seite wähnt, auch in der Realität den Hauch von "Coolness", den der Krieg in der "Star Wars"-Reihe ausmacht. Freilich vergessend, dass "Star Wars" eine Fantasy-Reihe ist und realer Krieg ausschließlich Verlierer hervorbringt. In meinem beliebten Beispiel "Robin Hood" und in bisherigen "Star Wars"-Filmen waren Verluste in der Regel zu verschmerzen, denn die "wichtigen", "großen" Helden lebten ja weiter, wenn sie auch mal eingefroren wurden...

    Rian Johnson hat sich offenbar sehr mit dem "Krieg"-Aspekt im "Krieg der Sterne" befasst. Aber auch mit dem Aspekt der "Religion". Damit hat er "Star Wars" ernster genommen als das je geschah. Das ist sein Schreibstil und obwohl das nicht mehr das vertraute "Star Wars" ist, hat es einen eigenen Reiz. Durch Johnsons Sichtweise bekommt jeder einzelne auf Hoth gestorbene Soldat eine Bedeutung und ein Gesicht, und sei es das von Roses Schwester.

    Gleichzeitig zeigt der Film auf, dass religiöser Eifer, egal welcher Farbe, zu Leid führen kann. Übrigens ist die Lehre des alten, an sich schon verstorbenen, Yoda sehr einfach: Sei ganz im Hier und Jetzt, fühle, nimm wahr. Nicht mehr, nicht weniger. Das ist der Weg in die Macht und wer manchmal eine Achtsamkeit-Meditation praktiziert, kann darin tatsächlich Frieden und eine innere Balance finden. (Yoga und Yoda hören sich meiner Ansicht nach nicht zufällig ähnlich an...)

    Dies ist zudem ein "Star Wars", das in der Zeit der "Trump-Ära" entsteht. Nie waren wir so kurz davor, dass es wieder zu einem (ggf. letzten) Weltkrieg kommt. Wäre da ein Film, der mit Krieg euphemistisch umgeht, angebracht? Mag sein, dass dieser Gedanke etwas weit hergeholt ist. Dennoch ist es ein Gedanke, den man haben kann.

    Verstanden oder nicht?
    Wer Johnson versteht (vorausgesetzt ich habe ihn verstanden und nicht nur hinein-interpretiert), dem ist es auch Recht, wenn der Finn-und-Rose-Weg ins Nichts führt, weil der Weg hier das Ziel ist, weil auf dem Weg der beiden viel bewirkt und aufgezeigt werden kann, obwohl sie den Tracker der Ersten Ordnung nicht ausschalten können.

    Dem wird auch klar, warum die Jedi enden müssen (siehe oben). Ehrlicher gesagt hätte es heißen müssen "Die intoleranten, selbstgefälligen Jedi, die wir bisher waren, sollten mal reformiert werden". Aber das sind Wortklaubereien.

    Ach ja, zum Thema "Enden müssen": Warum taucht Luke noch einmal auf, wenn er sich mit Yoda darüber eins geworden ist, dass die Jedi enden müssen? Der Grund kommt wieder von Rose: Weil es nicht richtig ist, gegen das zu kämpfen, was man hasst, sondern das zu verteidigen, was man liebt. Außerdem hat Yoda Luke ja mit einem Klaps auf den Kopf gezeigt, dass er mal wieder in der Gegenwart ankommen sollte (um zu sehen, was gerade geschieht? Getan werden muss?!).

    Rey hat − woher auch immer − die Macht, und es wäre schon verdammt merkwürdig, wenn das in Episode IX keine Rolle spielen würde. Ich gehe davon aus, dass sie eine neue Generation "grauer Jedi" ausbildet. Mit "grau" meine ich solche, die sich weder vom Hass leiten lassen noch glauben, sie wären eine Elite Auserwählter. Bescheidene Jedi, stark in der Macht, vielleicht auch in der Lage dazu, Blitze zu schießen wie es sonst nur Sith können − um trotzdem bei sich zu bleiben und im "grauen Balance-Bereich" der Macht. Nur so eine Idee, versteht sich.

    Snoke, offene Fragen und die Kohärenz
    Snoke stirbt aufgrund seiner Selbstverliebtheit. Mit offenen Augen hätte er vielleicht gemerkt, wie sich das Laserschwert dreht, wäre er nicht so selbstsicher gewesen. Dass Rian Johnson Snoke, diesen mächtigen Typen, so nebenbei töten lässt, ist die andere Seite des Geldstücks, auf dem steht: Die Kleinen sind die (zukünftig) GROSSEN! So wie in jedem scheinbar unbedeutenden Menschen auf der Straße die Macht existiert (mehr oder weniger), so kann Hochmut vor dem Fall kommen. Genau das geschieht hier. Es ist egal, was für ein großer, bedeutender Typ Snoke war: Der Tod macht alle Menschen gleich, heißt es. Was auch immer er mal dargestellt hat, jetzt ist es Geschichte, Vergangenheit und damit per se nicht wichtig. Man könnte meinen, alles, was Rian Johnson uns zeigt, hat eine Bedeutung. Meistens hat es auch wirklich eine solche!

    Aus einem kreativen Blickwinkel heraus betrachtet war dies eine gute Lösung. Wer wollte ernsthaft sehen, wie Snoke zu Palpatine 2 mutiert? Jede Auseinandersetzung mit Snoke hätte an das Finale von Episode VI erinnert.

    Ich ahne jedoch, dass die Entscheidung, ihn sterben zu lassen auch ein Tritt in die Magenkuhle von J. J. Abrams (und Lawrence Kasdan) war. So liebevoll, wie Abrams Snoke und Co. aufbaute, so nebenher wurde Snoke einfach mal vernichtet. Das ist eine mutige, interessante Lösung, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass Snoke eigentlich für den Zuschauer eine andere Darbietung bringen sollte als er von Abrams und Kasdan erfunden wurde. Dieser Snoke in Episode VIII kommt mir vor wie ein Popstar aus einer Casting-Show, der nach dem ersten Plattenvertrag entscheidet, Metzger zu werden. Nichts gegen Metzger. Der Vergleich hinkt, aber ihr wisst, was ich meine. Hoffe ich. Anders ausgedrückt: Da wäre mehr drin gewesen! Das bedauert mancher Fan. Ich kann das verstehen.

    Trotzdem war der Tod von Snoke clever und passt in das ideologische System von Rian Johnson, in dem das Volk von der Straße mehr Bedeutung hat als die in sich verliebten, goldgekleideten Funktionäre, die am Ende auch nur sterbliche Wesen sind.

     
     

    So sehr Episode VIII auch zu Episode VII passt, fühlt es sich für mich doch so an als wenn Episode VII so geschrieben wurde, dass sie eine andere Fortsetzung anstrebte.


    Die Abwesenheit der "Knights of Ren" finde ich indes äußerst schmerzlich. Die Praetorian Guards waren cool, aber die Knights zu erleben - die sich gegebenenfalls in einer Art "Rittersaal" treffen und beratschlagen oder auf einem Übungsplatz mit ihren Waffen üben und sich später in Reih und Glied zum Kampf aufstellen, das wäre schon was gewesen. Immerhin verneint Rian Johnson nicht per se deren Existenz, aber sie sind einfach nicht da.

    So sehr Episode VIII auch zu Episode VII passt, fühlt es sich für mich doch so an, als wenn Episode VII so geschrieben wurde, dass sie eine andere Fortsetzung anstrebte. Nur so ein Eindruck (den ich noch viel, viel stärker bei den Prequels hatte...).

    Luke Skywalker und alles, was rund um ihn geschah, passte meiner Meinung nach gut. Schon nach Episode VII konnte ich mir gut vorstellen, dass er von sich maßlos enttäuscht ist und erschüttert ist durch Hans Tod. Als von der Macht abgewandter Jedi konnte er den natürlich nicht spüren, aber na gut... Dieser Part passt meiner Ansicht nach auch zu Episode VII.

    Porgs, Behüter der Insel etc. haben mich in angenehmer Weise an die Fantasy-Filme der 80iger Jahre erinnert. Yoda (als Puppe!) zu sehen und in der aus Episode V gewohnten "verrückten" Art und Weise, war für mich ein Fest. Episode VIII ist definitiv etwas für fortschrittsgläubige Jedi-Fans.

    Der Humor war hier und da etwas viel, aber weder haben mich die Porgs noch die frechen Sprüche von Poe Dameron gestört. Der war schon in Episode VII nicht auf den Mund gefallen. Unnötig war das "Bügeleisen". Ihr wisst, was ich meine.

    Quo vadis, "Star Wars"?
    Sollte ich mit meiner Analyse Recht behalten, wird Episode IX uns zeigen, wie viele Macht-begabte Wesen zu Rey in die Jedi-Schule gehen werden, in der gegebenenfalls auch der Macht-Geist von Yoda und Luke hin und wieder vorbei schauen wird. Mit etwas Glück werden wir auf der anderen Seite sehen, wie Kylo Ren sich mit seinen Waffenbrüdern, den "Knights of Ren", zusammen tut. Vielleicht erschafft er nun auch eine Klonarmee, wie er es in Episode VII in einem Wortduell mit Hux für sinnvoll erachtete? Ich hoffe, Episode IX wird einige Jahre später handeln, nicht direkt im Anschluss.

    Da J.J. Abrams als Regisseur zurückkehren wird und dieser mit Lawrence Kasdan zusammen die aktuelle Trilogie intensiv besprochen hat, wird Episode IX wohl wieder etwas "normaler" sein, im Sinne von klassischem "Star Wars". Dennoch hat er eine sehr individualistische Vorgabe mit Episode VIII. Das dürfte interessant werden.

    Fazit
    "Die letzten Jedi" hinterließ bei meinem ersten Kinobesuch ein zufriedenes Gefühl bei mir. Ich schwebte zwar nicht wie auf Wolken, wie einst bei Episode VII geschehen, aber ich fühlte, dass sie es nicht komplett in den Sand gesetzt hatten, nein, dass der Film sogar schön anzusehen ist. Anders als in Kindertagen bin ich leider nicht mehr so zugänglich zu neuen Ideen. Das hat mir, neben einer bestehenden Erwartungshaltung, ein wenig die Begeisterung genommen. Mit etwas Abstand finde ich den Film noch besser als zuerst. Wenn ich gefragt werde, ob ich VII oder VIII besser finde, kann ich dies jedoch nicht beantworten. Die Filme sind simpel zu unterschiedlich.

    Was ich an Episode VIII − nach aller Betrachtungen − schade finde, ist, dass er sich nicht wie "aus einem Guss" anfühlt. Weder der Film alleine, noch der Film in Zusammenhang mit seinem Vorgänger. Wären beide Teile zusammen eine Kugel aus Gold, dann würde diese nicht ganz glatt sein. Es gäbe Unreinheiten auf der Oberfläche, die beiden Hälften würden nicht so ganz zueinander passen. Vielleicht hätte Rian Johnson, bei all seiner berstenden Kreativität und Begeisterung (ohne Ironie!) etwas mehr darauf achten sollen, was Abrams und Kasdan einst geplant hatten. Das ist mein Gefühl und meine Beurteilung. Dennoch: Ein schöner "Star Wars"-Film, wert, sich in die Reihe der schon existierenden Filme einzureihen! In jedem Fall besser als I bis III.

    SF-Zone

    Ein Beitrag von Matthias Wieprecht.


     

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    Eine etwas andere Rezension zu den lebenden Toten

    "The Walking Dead" − Staffel 7 und ein Teil Staffel 8

    *** Der Erzähler dieses Textes ist frei erfunden und spielt nicht in der Serie mit *** Achtung: Spoilergefahr − obwohl ich versucht habe, nicht zu sehr ins Detail zu gehen, gibt es den einen oder anderen Hinweis auf die Handlung ***

    Hi, ihr da draußen, ihr da in Sicherheit. Mein Name ist Mick Daniels und ich bin ein Überlebender in einer Welt voller wandelnder Toter. Bis jetzt. Es scheint allerdings so, als würde ein Einzelspieler kaum mehr eine Chance haben. Ständig laufen in der letzten Zeit Leute an meinem Unterschlupf vorbei. Zwei unterhielten sich direkt vor der Zugangsluke zu meinem Versteck. Das ist etwa drei Wochen her. Sie müssten die Waffen finden, sagten sie. Jede Menge Waffen. Dafür durchkreuzten sie die Gegend in einem Tempo, als seien die Walker plötzlich schneller geworden. Ganz klar, die hatten Zeitdruck. Das machte mich neugierig. Ich folgte mal diesen, mal jenen und schnappte auf, was ich wissen wollte.

    Und dann rumste es im Gebälk. Die Detonationen und Schüsse waren meilenweit zu hören. Sogar die Walker wirkten irritiert. Sie streunten planlos herum, folgten mal diesem, mal jenem Geräusch. Es gab einen heftigen Kampf in Alexandria. Und für mich einen Aha-Effekt. Anscheinend ist der Anführer der Stadt nun ein gewisser Rick, der mit seinen Leuten die besten Häuser besetzt hat. Ich kannte diese Stadt bislang nur unter der Leitung einer strengen Frau mit Betonfrisur, die eine neue, elitäre Welt erschaffen wollte. Genau aus diesem Grund habe ich nie an die Tore geklopft und um Einlass gebeten. Dieser Rick macht, im Gegensatz zu seiner Vorgängerin, allerdings einen ziemlich fertigen Eindruck. Er hat dauernd verheulte Augen und sieht melancholisch über den Wachzaun nach draußen. Was sucht er da? Keine Ahnung, ob es eine gute Idee ist, sich der Stadtgemeinde anzuschließen.

    Die Alternativen sehen aber auch nicht viel besser aus. Die Saviors, die sich nur so nennen, aber keine Retter sind. Die helfen sich nicht mal gegenseitig. Negan führt diese Truppe mit Egoismus und Humor auf Kosten anderer. Er macht Menschen klein und weidet sich an ihrem Leid. Warum gelingt es ihm, trotzdem so viele Anhänger um sich zu scharen? Vielleicht, weil seine morbide Kreativität vom monotonen Alltag ablenkt. Stellt euch vor, der Typ gibt seinem Stacheldraht umwickelten Baseballschläger einen Namen: Lucille. Was nichts daran ändert, dass es sich nach wie vor um einen Stacheldraht umwickelten Baseballschläger handelt. Mit Schwung geführt zermatscht er Köpfe. Vornehmlich die der Leute aus Alexandria. Glenn und Abraham sind Opfer von Lucille geworden. Zurück blieben weinende Angehörige. Mensch, was diese Zombie-Apokalypse aus uns gemacht hat. Wissenschaftler haben es schon vor dem Ausbruch prophezeit. Die Katastrophe wird erst einmal etliche dahinraffen, aber dann werden die, die übrig bleiben erbittert gegeneinander kämpfen. Und dann ... tja, so weit sind wir noch nicht. Wir sind derzeit bei den Kämpfen.

     
     

    König Ezekiel ist ziemlich durchgeknallt. Er besitzt einen weißen Tiger, der Rick übrigens den Hintern gerettet hat. Die Leute behandeln Ezekiel tatsächlich, als sei er ein König.


    Außer Rick und Negan gibt es noch weitere Alphas. Da hätten wir Maggie, die in Hilltop untergeschlüpft ist und die Gemeinde ganz schön auf Vordermann gebracht hat. Ich weiß ja nicht, wo diese Leute vorher gelebt haben, aber selbst, wenn es "nur" die Walker gäbe, dann ist eine Waffe in jedem Fall eine gute Wahl. Dank Maggie wissen sie nun auch, wie man sie benutzt. Gregory, ehemaliges Haupt aus Hilltop und seines Zeichens Feigling, ist abgehauen und versteckt sich unter dem bluttriefenden Flügel der Glucke Negan. Maggie ist sanft, aber klar in ihren Umgangsformen. Hilltop wäre eine Möglichkeit, sich einer Gemeinschaft anzuschließen.

    Mein Magen knurrt, die Vorräte werden stetig weniger. Es hat nun mal einfach Vorteile, in Gemeinschaft nach Essen zu stöbern. Hilltop und Alexandria haben ein Zweckbündnis. Sollte ich vielleicht doch lieber zu den Rittern gehen, wenn ich diesen Rick meiden möchte? König Ezekiel ist ziemlich durchgeknallt. Er besitzt einen weißen Tiger, der Rick übrigens den Hintern gerettet hat. Die Leute behandeln Ezekiel tatsächlich, als sei er ein König. Und irre hin oder her, er hat seine Leute im Griff. Die pflanzen richtig viel Gemüse und anderen Kram an, backen sogar eigenes Brot, haben eine Schule und halten Tiere. Und sie reiten auf Pferden, was angesichts der Benzinknappheit eine gute Wahl ist. Aber: Ich war noch nie der Fantasy- und Mittelalter- Fan. Insofern werden die Ritter des Kingdom wohl auf mich verzichten müssen.

    Bleibt noch: Schrott. Jede Menge Schrott. Die Heimat der Whisperers, angeführt von Jadis. Dieser Haufen kommt in meiner Beliebtheitsskala gleich nach den Saviors. Jadis ist eine hinterhältige Söldnerin. Jetzt hat sie viele Waffen, die Ricks Leute besorgt haben. Dafür, dass sie im letzten Moment eine Kehrtwendung macht und Negan unterstützt, weil der ihr noch mehr Waffen geboten hat. So zwitscherten es jedenfalls die sterbenden Vögelchen aus dem Trupp, der den flüchtenden Negan nach der Ballerei in Alexandria verfolgte. Und noch etwas lässt mich dann eher Abstand von Jadis und Co. nehmen. Und zwar stecken die Zombies in Metallrüstungen mit Stacheln und lassen die gegen Menschen antreten. Wenn du nicht gerade ein Schwert, wie diese Amazone Michonne, einstecken hast, dann bist du höchstwahrscheinlich schnell tot.

    Was ist sonst noch geschehen? Nun ja, die Gegend ist mächtig in Aufruhr, weil es ganz so aussieht, als würde Negan mit voller Wucht zurückschlagen. Die Schlappe in Alexandria kann er sich nicht gefallen lassen. Hilltop, das Königreich und Alexandria halten sich bereit.

    Generell muss ich sagen, dass nicht die Untoten das Problem sind, sondern die Menschen. Und im selben Maße, wie die Rohstoffe abnehmen, steigern sich die Marotten und Eitelkeiten der Lebenden. Eigentlich können wir uns alle diese Egotrips nicht leisten. Eigentlich müssten endlich alle zusammenhalten, um sich dem eigentlichen Ziel widmen zu können: Die Untoten zu eliminieren und tatsächlich von vorne anzufangen. Vielleicht löst sich dabei auch das Rätsel, warum ausgerechnet in den Wäldern um Atlanta Kohorten von Untoten unterwegs sind. Die geschätzte Weltbevölkerung ist bereits an meinem Unterschlupf vorbeigeschlichen. Wo kommen die alle her?

    SF-Zone

    Ein Beitrag von Christiane Gref.


     

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    Vampir-Movie mit abgedrehtem Humor

    "Michael − (K)ein harter Vampirfilm": Eine Filmkritik

    Das Subgenre des Vampirfilms ist, ähnlich wie die immer wieder aufs Neue durch das (Heim-)Kino watschelnden Untoten, nicht mehr aus der cineastischen Medienlandschaft wegzudenken. Das Spektrum ist dabei sehr breit gefächert: von familienfreundlichen Flicks für "die Kleinen" über Splatterstreifen, welche die Kunstblutindustrie so richtig florieren lassen, bis hin zu Arthaus Werken, die das Thema intellektuell aufarbeiten. Da ist so ziemlich für jeden etwas dabei. Doch gerade aufgrund dieser Fülle an stets neuem Nachschub frage ich mich immer wieder, wann die blutsaugende Welle ein Ende nimmt und ob neu erscheinende Filme überhaupt noch mit innovativen Ideen überzeugen können. Tja, und dann kommen Streifen wie José Hidalgos neuester Output "Michael − (K)ein harter Vampirfilm" und zeigen, dass es gar nicht unbedingt einer komplett ausgefallenen Idee braucht... Nein, oft reicht es schon, wenn man mit kleinen Mitteln ein Werk schafft, das vor Herzblut strotzt (haha... Herzblut... in einem Vampirfilm... du verstehst schon... haha...) und auf äußerst sympathische Weise seine Ecken und Kanten vergessen lässt. Doch bevor ich ins Detail gehe, hier erst mal ein kurzer Abriss der Story:

    Michael (Jörn Guido) ist ein Macho, wie er im Buche steht und hat dementsprechend ganz "stilecht" nur eines im Kopf: In welches Weiblein kann er seinen Johnny als Nächstes stecken? Doch seine Libido wird ihm eines Tages zum Verhängnis, als er erschrocken feststellen muss, dass sein bestes Stück nicht mehr gen Himmel zeigen will. Verzweifelt wendet er sich an seinen Kumpel Mumu (José Hidalgo) und dessen Freundin Lola (Simone Kaufmann). Die sind auch erst einmal ratlos und schleifen den Kerl zum Doc, welcher nach einer kurzen Untersuchung feststellt, dass das erschlaffte Glied bei weitem nicht Michaels größtes Problem ist, denn alle Werte lassen darauf schließen, dass er... nun ja... untot ist. Aber noch scheint Zeit zu sein, um eine Lösung für das Problem zu finden...

    Bereits die ersten Minuten des Films zeigen, dass dem Regisseur, welcher unter anderem auch als Drehbuchautor, Produzent und Sänger des Titelsongs verantwortlich zeichnet, für sein Werk nur stark begrenzte Mittel zur Verfügung standen. Dies merkt man sowohl an den Effekten, welche klugerweise nur vereinzelt eingebaut wurden, dem Schauspiel und den Requisiten.

    Gerade der letztgenannte Aspekt hat mich davon überzeugt, dass ich es hier mit einer liebevoll umgesetzten und verdammt lustigen Independentproduktion zu tun habe, deren Gagdichte mich mitunter regelrecht überrollt hat. Kaum ein Satz und kaum eine Szene vergehen, ohne, dass irgendein Wortspiel rausgehauen oder das teils irrwitzige Verhalten der Figuren zum Besten gegeben wird. Hinzu kommt, dass man hier und da die vierte Wand durchbricht und direkt zum Zuschauer spricht bzw. diesen anschaut. Noch großartiger finde ich es, wenn nur eine der anwesenden Personen in die Kamera blickt und alle anderen scheinbar nicht raffen, was hier gerade abgeht. Herrlich!

    Man sollte natürlich einen Zug zu leicht abgedrehtem Humor haben und sich auf einen Streifen einlassen können, der sich nicht um Hochglanz schert, sondern vielmehr darum, dem Zuschauer über gut 90 Minuten ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Das ist es letztlich auch, was ich bei vielen neuzeitlichen, millionenschweren Komödien vermisse, wodurch Hidalgos Werk bei mir definitiv einen Stein im Brett hat (autsch!).

    Zusatzinfos
    Herkunftsland: Deutschland | Originaltitel: "Michael − (K)ein harter Vampirfilm" | Regie: José Hidalgo | Drehbuch: José Hidalgo, Kirsten Rusche | Darsteller: Jörn Guido, Simone Kaufmann, José Hidalgo | Produktion: José Hidalgo, Anne Helen, Kirsten Rusche | Freigabe: t.b.a. | Uncut: t.b.a. | Spieldauer: 92 Min. | Verleih: t.b.a. | Produktionsjahr: 2016 | VÖ Deutschland: Ende 2017

    Wir danken für die Erlaubnis der Übernahme! Dieser Artikel wurde von Alexander Olijnyk verfasst und erschien zuerst seinem Blog.

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    Was fasziniert uns an Horror?

    Kritik zur Doku "Inside Horror − Warum wir uns so gerne gruseln"

    Kannst du dich noch an deinen ersten Horrorstreifen erinnern? Weißt du noch, wie es war, zum ersten Mal die Mattscheibe anzustarren und dabei ein Unwohlsein zu empfinden, welches dich entweder so entsetzt hat, dass du dir nie wieder freiwillig so etwas anschauen wolltest, oder das dich auf eine prickelnde, aufregende Art und Weise fasziniert hat?

    Ich kann mich noch ziemlich gut daran entsinnen, wie ich in jungen Jahren in das Wohnzimmer gekommen bin, wo sich meine Eltern gerade "Terminator 2 − Tag der Abrechnung" angesehen haben. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde ich bei solchen Streifen immer in meine Stube geschickt, weil das ja noch nichts für meine Kinderaugen war. An diesem Tag jedoch meinten sie, dass ich ruhig bleiben könne, da ich nun ja alt genug sei. Und obwohl James Camerons Werk nun weiß Gott kein Horrorstreifen ist, fühlte es sich für mich damals so an. Bis heute kann ich mich noch daran erinnern, wie ich zugleich erschrocken und begeistert war, als Arnold Schwarzenegger den Quecksilberkörper des T-1000 (Robert Patrick) zerbombte. Ich behaupte sogar, dass ich damals meine allererste Splatterszene gesehen habe. Ab dem Zeitpunkt war es um mich geschehen und ich flehte meine Eltern regelmäßig an, mir Stephen Kings "ES", "Poltergeist" oder die "Critters" in der Videothek auszuleihen oder im TV aufzuzeichnen. Letztgenanntes Werk "durfte" sich sogar meine Oma sogar mal mit mir anschauen, während sie auf mich aufgepasst hat. Parallel dazu malte ich blutrünstige Monster auf ein Blatt Papier. Ich könnte mir vorstellen, dass sie froh war, als der Abend sich dem Ende neigte. Aber was war es eigentlich, dass mich an diesen Streifen so faszinierte?

    Genau diese Frage stellt sich Tal Zimerman in der Dokumentation "Inside Horror − Warum wir uns so gerne gruseln". Er ist selbst durch und durch ein Genrefreund und Sammler von allem, was damit zu tun hat. Als jedoch sein Sohn geboren wurde, fing er an sich darüber Gedanken zu machen, ob sein Steckenpferd wirklich ein Teil dessen sein soll, was er seinem Kind mit auf den Weg gibt, denn natürlich würde dieses früher oder später etwas davon aufschnappen. Schließlich begann er sein Hobby zu reflektieren und begab sich auf eine Reise durch zahlreiche Länder, um deren individuelle, künstlerische Ausdrucksform des Bizarren, Paranormalen und Gewalttätigen kennen zu lernen. Mit im Gepäck hatte er dabei immer die Frage: "Why Horror" (so der englische Originaltitel)? Um eine Antwort darauf zu finden, ließ er unter anderem Tests an sich selbst durchführen, bei denen gemessen wurde, wie sein Körper auf die Sichtung eines entsprechenden Streifens reagiert.

    Außerdem sprach er mit Regisseuren, Produzenten, Autoren, Redakteuren, Wissenschaftlern und Menschen, bei denen der Tod Teil ihrer Kultur und weniger ein Grund zum Trauern, sondern vielmehr zum Zelebrieren ist. In den Interviews konzentrierte er sich jedoch nicht nur auf das Thema Film, sondern geht viel weiter zurück, bis in eine Zeit, in der wir gerade erst anfingen, uns in bildlicher Form auszudrücken. Doch reicht all das, um eine Antwort auf seine Frage zu finden?

    Es ist doch so: Obwohl sich das Genre einer nie dagewesenen Popularität erfreut, ist es noch immer stigmatisiert. Wenn man sich mit anderen beispielsweise über Filme oder Videospiele unterhält und als jemand "outet", der sich gerne mit Werken beschäftigt, die gruselig oder brutal sind, dann erntet man nicht selten fragende oder gar unverständnisvolle Blicke. Zu erklären, warum man Gefallen an so etwas findet, fällt da oft nicht leicht. Der unter der Regie von Nicolas Kleiman und Rob Lindsay entstandene Film liefert hier einige sehr interessante Ansätze, stellt das Thema in einen kulturellen sowie historischen Kontext und erklärt unter anderem, warum es jeden von uns auf die eine oder andere Weise beschäftigt − egal, ob aktiv oder passiv.

    Sehr gut hat mir gefallen, dass die Doku aus der Sicht von jemandem erzählt wird, der selbst ein Teil der Fangemeinde ist, sein Hobby jedoch anlässlich der neuen Lebenssituation angefangen hat, in Frage zu stellen. So werden während der 81 Minuten Laufzeit nicht nur zahlreiche Fakten vermittelt, man lernt auch einen Menschen kennen, der in erster Linie ein ganz normaler Familienvater ist. Dadurch fällt es leicht, sich mit ihm zu identifizieren und man begleitet ihn vorurteilsfrei auf seiner Reise.

    Einzig schade finde ich, dass es bis auf einige Trailer keinerlei Extras auf die Disc geschafft haben, denn ich hätte gerne noch ein paar mehr Hintergrundinfos zur Entstehungsgeschichte der Doku gehabt. Aber auch so ist mit "Inside Horror" ein hochinteressantes und informatives Werk entstanden, welches eine Pflichtlektüre für alle sein sollte, die sich mit Kunst und Medien befassen.

    Zusatzinfos
    Herkunftsland: Kanada | Originaltitel: Why Horror? | Regie: Nicolas Kleiman, Rob Lindsay | Drehbuch: Rob Lindsay | Darsteller: Eli Roth, John Carpenter, George A. Romero, Tal Zimerman | Produktion: Bob Culbert, Don Ferguson, Colin Geddes | Freigabe: FSK 16 | Uncut: Ja | Spieldauer: 81 Min. | Verleih: Tiberius Film | DVD/BD VÖ: 06.10.2016

    Wir danken für die Erlaubnis der Übernahme! Dieser Artikel wurde von Alexander Olijnyk verfasst und erschien zuerst seinem Blog.

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    Gruselstimmung garantiert

    Hörspielrezension zu "Gruselkabinett"-Folgen

    "Kalte Luft", nach einer Geschichte von H.P. Lovecraft

    Mit der 126. Folge von Gruselkabinett legt Titania Medien einen echten Kracher hin. Und darum geht es: James Russell, ein junger Mann, sucht verzweifelt nach einer Wohnung in New York. Er findet ein günstiges Apartment. Natürlich hat die ganze Sache einen Haken. Denn günstig und New York schließt sich für gewöhnlich aus. Auch im Jahre 1923. Russell freundet sich mit dem Arzt an, der über ihm wohnt und wird sich mit der Zeit bewusst, dass die Hölle mitnichten immer heiß sein muss.

    Klar, dass irgendwas los sein muss, im Apartmenthaus. Bei dem Titel dachte ich erst an eine Klima-Anlage. Dann las ich 1923 und war mir plötzlich gar nicht mehr so sicher. Ein Geisterplot musste es sein. Wenn verdammte Seelen auftauchen, wird es ja auch schlagartig kalt. Fehlanzeige. Dann dieser obskure Doktor Munoz, der unserem Protagonisten unter die Arme greift, weil dieser an einer Herzkrankheit leidet.

    Die Geschichte von Lovecraft kannte ich bis dato nicht und habe sie auch extra nicht vor dem Hörspiel gelesen. Daher kann ich nicht sagen, wie authentisch die Vertonung im Vergleich zur literarischen Vorlage ist. Aber das muss auch nicht immer sein. Dieses Vergleichen. Betrachte ich das Hörspiel als eigenständiges Werk, so kann ich für diese Folge mit Fug und Recht behaupten, dass ich es grandios finde. Es hat alles, um zu unterhalten. Einen Plot, der für eine Stunde Hörspiel weder zu komplex noch zu linear ist, und eine Szenenunterteilung an genau den richtigen Stellen.

    Timmo Niesner kann als James Russell absolut überzeugen. In "Kalte Luft" schlüpft er in die Rolle des besorgten Nachbarn, der vor der spanischen Hauswirtin Senora Herrero (Monica Bielenstein) den Kopf einzieht. Esteban, der faule Sohn der herrischen Wirtin, wird von Tom Raczko verkörpert. Und dann Doktor Munoz, der von Peter Weis gesprochen wird. Peter Weis lieh unter anderem der Rolle des Fieslings Alexander Zalachenko aus der "Millenium"-Trilogie seine Stimme. Stimmgewaltig ist er aber auch hier.

    Die Sounds passen und werden dem guten Ruf des Hauses Titania Medien mehr als gerecht. Die Musikeinspieler sind dezent und passen ebenfalls zur Handlung.

    Diese Folge ging viel zu schnell vorbei. Obgleich der Klappentext ein Kammerspiel vermuten lässt, das auch in die Hose hätte gehen können, wird einem ein hervorragend inszeniertes Kleinod präsentiert.

    Fazit: Kaufen. Kaufen! Kaufen!!!


    "Die Fakten im Fall Valdemar", nach einer Geschichte von E.A. Poe

    In dieser Episode haben die kreativen Köpfe von Titania Medien zwei Poe-Geschichten miteinander verwoben. Einmal die gleichnamige Story, die es in den Titel geschafft hat und dann "Das verräterische Herz".

    Ernest Valdemar ist todsterbenskrank. Er leidet an Tuberkulose und beruft Dr. Pelham an sein Sterbebett. Beide Männer haben zuvor einen Handel geschlossen. Dr. Pelham möchte den Sterbenden in der Minute seines Dahinscheidens hypnotisieren, der Kranke indes hofft, dadurch dem Tod von der Schippe zu springen. Gesagt, getan. Die Hypnose gelingt − und dann wird es widerlich.

    Also, ich bin ja nicht empfindlich. Echt nicht. Ich schaue mir das blutrünstigste Gesplatter an und esse dabei, ohne mit der Wimper zu zucken. Aber bei diesem Hörspiel bin ich an meine Grenzen gekommen. Das liegt einerseits an der Handlung, aber andererseits wohl daran, dass mein Kopfkino alles getoppt hat. Wenn die Originalstory bei einer Skala von 1 bis 10 vom Gruselfaktor eine 5 hat, so sprengt die Vertonung locker jedes Maß. Ohne jetzt zu spoilern, kann ich guten Gewissens sagen: Die Mischung machts. Die Mischung aus tatsächlich organischem Labskaus und dem Mysteryfaktor. Bei "Akte X" fand ich auch die Folgen am faszinierendsten, die diese Mischung besaßen.

    Nachdem die letzten Folgen der Reihe "Gruselkabinett" eher gemächlich waren, sind jetzt zwei wahre Kracher nacheinander auf den Markt gekommen. Wenn sich das Niveau hält, wird es demnächst vermutlich wieder Preise regnen. Zu Recht.

    Die Riege der Sprecher liest sich ebenfalls wieder wohlwollend herunter. Da hätten wir Helmut Winkelmann als Dr. Pelham, den Hypnotiseur. Für Rolf Berg als Ernest Valdemar war diese Rolle kein Zuckerschlecken. Der arme Mann musste so viel röcheln, husten, spucken und leiden. Tom Raczko als Dr. Ferrier spielt einen soliden Arztkollegen, der das Vorgehen von Pelham unverantwortlich findet, der von dem Hypnotiseur aber eingewickelt und instrumentalisiert wird, sodass er Dr. Pelham am Ende sogar hilft und beisteht.

    Im Switch zu "Das verräterische Herz" hören wir zudem noch: Louis Friedemann Thiele als jungen Valdemar, und Peter Weis als alten Mann. Beide machen einen sehr guten Job. Auch diese Geschichte ist hervorragend umgesetzt. Neben dem Pendel ist dies meine Lieblingsstory von E.A. Poe. Auch die Umblendung zur Rahmenhandlung gelingt mühelos.

    Die Sounds sind zum Teil hart, weil das so sein muss. Atemgeräusche, Husten, Röcheln, Füßescharren. All das unterstreicht den Handlungsort, das Sterbebett des Ernest Valdemar.

    Fazit: Wow! Nichts für schwache Nerven. Ein superspannendes Stück vertonter Unterhaltung. Erhältlich bei Amazon

    Weiterführende Links

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    "Die Fakten im Fall Valdemar" − "Gruselkabinett"-Folge 127. Format: Audio-CD

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    "Kalte Luft" − "Gruselkabinett"-Folge 126. Format: Audio-CD

  • Hörspiel-Ecke

    Ein Beitrag von Christiane Gref.


     

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    Ausgabe 216 erscheint voraussichtlich im April 2018.

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