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TZN

incoming message

"Ich habe eine Verabredung mit der Ewigkeit. Und ich möchte nicht zu spät kommen."

 − Dr. Soran
 − in "Star Trek: Treffen der Generationen"

August 2005

 

ISSN 1684-7385

Volume VI

Ausgabe 34 (#87)

 features

 

Der Tod − das Leben

Die Frage aller Fragen

Haben wir den ersten Schritt zur Unsterblichkeit bereits getan?

Berühmte Geister

Jedi-Ritter und Antiker

So erlangen Aliens die allseits ersehnte Unsterblichkeit

Beam me up, Scotty!

Zum Tod von James Doohan

Die Fangemeinde trauert um den besten Ingenieur des Universums

 

Vorwort

Transhumanismus


Liebe Leserinnen und Leser

Die Besten gehen immer zuerst. Am 20. Juli 2005 verstarb James Doohan, Ihnen allen bekannt als Scotty, im Alter von 85 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung. Er hat zusammen mit William Shatner, Leonard Nimoy und DeForest Kelley "Star Trek" zu dem gemacht, was es ist. Fans auf der ganzen Welt trauern, und natürlich widmen wir ihm in dieser Ausgabe ebenfalls einen Artikel.

Transhumanismus: auf rationalem Gebrauch von Wissenschaft, Technik, Kreativität und anderen Mitteln basierende Denk- oder Aktionsschema, die durch Verlängerung der maximalen Lebenserwartung, Erhöhung der Intelligenz sowie physische und psychische Verbesserung des Menschen unerreichte Grenzen zu überwinden versuchen. Transhumanismus ist Schwerpunkt dieser Ausgabe. Lesen Sie, wie in "Stargate" und "Star Wars" mit diesem Thema umgegangen wird und ob das ewige Leben wirklich so erstrebenswert ist.

Natürlich müssen Sie diesen Monat auch auf die News aus den Bereichen Kino und Weltraum nicht verzichten.

Was halten Sie von Transhumanismus? Schreiben Sie uns eine Mail an leserbriefe@trekzone.de!

Viel Spaß beim Lesen!

Melanie Brosowski
Chefredakteurin

 
   

Inhalt

Die ganze Ausgabe auf einen Blick

Länger leben mit "Stargate SG-1"

So machen es die Aliens.

Geistvolle Unterhaltung

"Star Wars": Verhilft "die Macht" zur Unsterblichkeit?

Visionen des Transhumanismus

Eine kleine Philosophie.

Beam me up, Scotty!

Good bye, James Doohan.

Die Ereignisse des Monats

Jede Menge Geburtstage und endlich die zweite Staffel von "Enterprise" auf DVD.

"Angel": Abschied für immer?

Kritiken zu den letzten elf Serien-Episoden.

Kino-Guide August

Erfolgsversprechende "Sin City" und ein geheimnisvoller "Verbotener Schlüssel".

Best of DVD

"The Machinist", "Ring 2" und "Crusade − Die komplette Serie" fürs Pantoffelkino.

DVD-Guide August

"Mimic 3: Sentinel" und weitere Low-Budget-Produktionen.

Das neue Shuttle: Kliper

Die Zukunft der russischen Raumfahrt − und der europäischen?

Impressum

Redaktion, Abonnement und Copyrights.

Wussten Sie, dass...

... das Thema Unsterblichkeit von Gene Roddenberry schon in den Classic-Episoden "Der alte Traum", "Fast unsterblich" und "Planet der Unsterblichen" behandelt wurde?

... erst in der Classic-Folge "Das Spinnennetz" erstmals bei "Star Trek" Raumanzüge zu sehen waren?

... die Andorianer zum ersten Mal in der Classic-Episode "Reise nach Babel" auftauchten?


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Länger leben mit "Stargate SG-1"

So machen es die Aliens

Im "Stargate"-Universum haben die Mitglieder der Einheit SG-1 zahlreiche Planeten besucht, auf denen Menschen leben, deren Vorfahren einst von der Erde verschleppt wurden. Jack O'Neills Team traf aber auch auf einige außerirdische Rassen, die viele verschiedene Möglichkeiten gefunden haben, das eigene Leben zu verlängern. Teilweise können diese Techniken auch von Menschen genutzt werden, allerdings geschieht dies nicht ohne Nebenwirkungen − und manchmal sogar gegen den ausdrücklichen Wunsch der Person.

Die Antiker

Fangen wir mit der ältesten bekannten Rasse, den Antikern, an. Sie lebten bereits vor über 10.000 Jahren und waren damals den Menschen sehr ähnlich. Sie befanden sich auf einem technologisch sehr hohen Niveau; so bauten sie das heute noch genutzte Stargate-System, welches das Reisen zwischen den Planeten dieser und anderer Galaxien ermöglicht. Leider half ihnen keine noch so hoch entwickelte Technik, als sie auf dem Höhepunkt ihrer Zivilisation von einer Plage heimgesucht wurden. Möglicherweise haben sie deshalb die Erde verlassen und in der Pegasus-Galaxie die Stadt Atlantis errichtet. Aber auch dort waren sie nicht sicher, denn ein schrecklicher Feind, die Wraith, sorgte durch seine zahlenmäßige Überlegenheit für gewaltige Verluste unter den Antikern.

 
 

Es gibt Antiker, die es mit Regeln nicht allzu genau nehmen und anderen Lebensformen dabei helfen, in ihre Form der Existenz aufzusteigen.


Den Antikern gelang es jedoch, durch Experimente mit einem gefangenen Energiewesen eine höhere Ebene der Existenz zu erreichen. Dort leben sie seitdem als pure Energie und erreichten dadurch Unsterblichkeit. Auch in dieser Form haben sie noch große Macht, lehnen allerdings jede Art der Einmischung in die reale Welt kategorisch ab. Es gibt Antiker, unter ihnen Oma Desala, die es mit dieser Regel nicht allzu genau nehmen und anderen Lebensformen dabei helfen, in ihre Form der Existenz aufzusteigen. Nutznießer von Oma Desalas Regelverstößen wurde einst Dr. Daniel Jackson. Nach einem Unfall lag dieser im Sterben und hatte die Wahl zwischen dem Tod und dem Aufsteigen, wobei er sich dann für Letzteres entschied. Jedoch hielt auch er sich nicht an die Regeln der Antiker und wurde deshalb wieder zurückverwandelt.

Die Asgard

Diese kleinen grauen Männchen gehören zu den wichtigsten Verbündeten der Menschheit. Sie sind ihren Feinden technologisch hoch überlegen und besitzen Schiffe, mit denen sie innerhalb von kürzester Zeit von einer Galaxie in die andere reisen können. Ihre Gentechnologie ist weit fortgeschritten; sie nutzen diese zum Erstellen exakter Kopien des eigenen Körpers. Wenn der Körper eines Asgard stirbt, wird sein ganzes Bewusstsein in den neuen Körper transferiert. Dadurch ist ein ewiges Leben theoretisch möglich, aber nicht immer bleibt die Zeit für einen solchen Transfer, zum Beispiel bei Unfällen.

Bedauerlicherweise haben die Asgard die Fähigkeit zur körperlichen Fortpflanzung verloren, sodass ihre Bevölkerung seit tausenden von Jahren stetig abnimmt. Auch das Klonen an sich ist nicht ohne Nebenwirkungen, denn durch das ständige Kopieren des gleichen Genoms zersetzt sich dieses langsam; Fehler tauchen auf. Dadurch stirbt die Rasse langsam aber sicher aus. Der verlustreiche Krieg mit den Replikatoren beschleunigte diesen Prozess noch weiter. Die einzige Hoffnung, die die Asgard noch haben, ist die Forschung an einem alten Leichnam, der noch aus einer Zeit stammt, in der das Gen-Programm der Asgard noch umkehrbar war.

Die Goa'uld

Diese schlangenförmige Rasse lebt parasitär, kann also nicht ohne einen Wirtskörper überleben. Der Parasit wächst in der Bauchhöhle eines Jaffa, den menschenähnlichen Sklaven der Goa'uld, heran, bis er ausgewachsen ist. Dann dringt er mithilfe seiner scharfen Zähne in den Körper eines Menschen ein und übernimmt die absolute Kontrolle über ihn. Der positive Nebeneffekt ist, dass durch die Heilkräfte des Symbionten die Lebenserwartung des Wirtskörpers extrem verlängert wird. Der Wirt kann dadurch bis zu 400 Jahre alt werden, dann muss der Goa'uld den Körper verlassen und sich einen neuen Wirt suchen.

 
 

Außerhalb eines Wirtskörpers kann der Symbiont nur in einer Nährflüssigkeit überleben.


Auf diese Art und Weise lebt ein Symbiont bis zu 10.000 Jahre. Spätestens dann zeigen sich aber altersbedingte Störungen, der menschlichen Alzheimer-Erkrankung nicht unähnlich. Außerhalb eines Wirtskörpers kann der Symbiont nur in einer Nährflüssigkeit überleben. Dazu werden Krüge, so genannte Kanopen benutzt. Diese bestehen aus Keramik und besitzen eine Energiezelle. Sie wirken dadurch wie eine Stasiskammer, in der der Goa'uld tausende Jahre konserviert überleben kann.

Zur langen Lebenserwartung der Goa'uld trägt auch der Sarkophag bei, ein Gerät, das sowohl der Heilung als auch zu Ruhezwecken dient. Die Heilkräfte des Geräts sind derart wirkungsvoll, dass sie sogar Tote wieder zum Leben erwecken können. Auf gesunde Personen wirkt der Sarkophag wie eine Droge, die aggressives Verhalten verursacht. Man vermutet, dies sei der Ursprung des gewalttätigen und kriegerischen Verhaltens der Goa'uld. Deshalb wird der Sarkophag von den Tok'ra, einer Gruppe friedlicher Goa'uld, die eine gleichberechtigte Symbiose mit dem Wirt eingehen, nicht genutzt.

Der Mensch in der Welt von Stargate hat demnach viele Möglichkeiten, das eigene Leben teils fast unendlich lange zu verlängern. Allerdings zu einem hohen Preis. Als Aufgestiegener darf man zwar alles sehen, aber sich nicht einmischen. Als Klon lebt man ewig, muss aber komplett auf Sex verzichten. Und als Wirt eines Goa'uld ist man nur passiver Beobachter im eigenen Körper, und das für 400 Jahre. Dann lieber früher sterben, aber mit Spaß am Leben.

Transhumanismus

Wie verlängern die Aliens in "Stargate" ihr Leben? Und welche Nebenwirkungen können diese Methoden haben? Diesen und weiteren Fragen geht René Kissien auf den Grund.


 

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Geistvolle Unterhaltung

"Star Wars": Verhilft "die Macht" zur Unsterblichkeit?

Geist, der: Existenzform verstorbener Jedi-Ritter. Laut Obi-Wan Kenobi wird ein Jedi dadurch noch mächtiger. Beweisen konnte er diese doch recht überhebliche Behauptung jedoch nicht.

Geister sind meistens eher lästig, weil sie ihre früheren Schützlinge (oder auch Nachkommen, was noch viel schlimmer ist, weil die dann glauben, sie seien schizophren) ständig mit blöden Ratschlägen nerven. Und die sind für gewöhnlich recht dürftig und zu nichts zu gebrauchen. Berühmteste Geister: Obi-Wan Kenobi (sprach in den unmöglichsten Momenten mit möglichst verschwörerischer Stimme zu Luke Skywalker), Yoda (hielt sich sehr zurück und ließ sich nur auf Festen blicken) und Anakin Skywalker (belagerte Leia Organa mit der Bitte um Vergebung, die sie ihm, soweit bekannt ist, nie erfüllte).

 
 

Obi-Wan Kenobi wurde als Luke Skywalkers Mentor eingeführt, bis George Lucas plötzlich merkte, dass er die Figur eigentlich nicht braucht.


Geister und "Star Wars", da denke ich als Erstes an den verschwommenen Alec Guinness, der in der Eiswüste von Hoth flirrt. Ja, die Tricktechnik war damals noch nicht so berauschend. Doch machen wir zunächst noch einen weiteren Schritt zurück, an den Punkt, wo wirklich alles begann, nämlich zu den Drehbuchschwächen von "Eine neue Hoffnung". Obi-Wan Kenobi wurde hoffnungsvoll als Luke Skywalkers Mentor eingeführt und mit einem der besten Schauspieler damaliger Tage besetzt, bis George Lucas plötzlich merkte, dass er die Figur eigentlich nicht braucht. Alec Guinness schmollte, und weil Lucas darum bemüht war, ihn bei Laune zu halten, machte er Obi-Wan Kenobi zum Geist, der immer mal wieder vorbeischauen kann, obwohl er eigentlich schon tot ist. Wie raffiniert!

Manchmal ist es schon erstaunlich, durch welch praktische Probleme ganze Ideologien entstehen können, denn was wäre der Kult um die Macht und die Jedi-Ritter ohne die Geister? Sie sind ein ganz zentraler Bestandteil der Philosophie und haben Fans auf der ganzen Welt auf Jahre zum Spekulieren gebracht. Warum verschwanden Obi-Wan und Yoda bei ihrem Tod einfach? Warum tat Qui-Gon Jinn das nicht? Und verbrannte Luke Skywalker in "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" nun eigentlich seinen Vater oder nur dessen leere Rüstung? Fragen, auf die uns George Lucas Antworten versprach, die er nicht liefern konnte, und vielleicht ist das sogar ganz gut so, denn möglicherweise würden sie das Mysterium an sich nur zerstören.

Irgendwann, wenn "Die Rache der Sith" auf DVD und mit allen geschnittenen Szenen veröffentlicht wird, werden wir vielleicht sogar erfahren, wie Qui-Gon es geschafft hat, als erster verstorbener Jedi Kontakt zu den Lebenden aufzunehmen, etwas, was in der Kinofassung leider nur angedeutet wurde (und das ist nur einer von vielen Gründen, den Film zu hassen). Im Augenblick aber hänge zumindest ich noch der Theorie an, dass es etwas mit der von ihm viel zitierten "lebendigen Macht" zu tun hat.

 
 

Geister in "Star Wars" − das ist vielleicht komplexer, als wir alle denken.


Die Anfänge liegen, kurz gesagt, mehr oder weniger im Dunkel unserer Fantasie und sollen deshalb nicht weiter Thema sein. Fragen wir uns lieber, was die Geister dazu bewegt, anderen Jedi zu erscheinen und sie mit klugen Ratschlägen wie "Nutze die Macht" zu unterstützen. Anders ausgedrückt: Wie genau sind diese toten Jedi ins Netz der Macht eingebunden? Nach dem zu urteilen, was Obi-Wan Kenobi im Laufe der alten Trilogie zu Luke sagt, liegt ihm trotz seines Zustands nach wie vor sehr viel daran, die Galaxis von Darth Vader zu befreien und der Macht das erhoffte Gleichgewicht zurückzugeben. Da er als Geist mehr denn je von der Macht abhängig ist, ist das sogar logisch und sinnvoll.

Andererseits habe ich nie verstanden, weshalb Anakin Skywalker später in den Romanen so viel Mühe daran setzt, Vergebung von Leia zu erhalten. Vermutlich wurde die ursprüngliche Idee, die Geister als individualitätsfreien Teil der Macht zu sehen, die zwar nach wie vor darum besorgt sind, das Universum in seinen Fugen zu halten, aber keinerlei persönliche Interessen mehr haben, vergessen. Es ist sehr einfach und verlockend, sie zum Antrieb für die aberwitzigsten Missionen unserer Helden zu machen.

Geister in "Star Wars" − das ist vielleicht komplexer, als wir alle denken. Genau werden wir das erst wissen, wenn wir Qui-Gon Jinns Geschichte kennen. Bis dahin aber bleibt mein Fazit, dass die offiziellen Romane viel zerstört haben, weil sie die Geister mit traditionellen Poltergeistern gleichgesetzt haben, die sie nicht sind. Vielmehr ist davon auszugehen, dass sie nicht nur Teil der Macht sind, sondern sie selbst erzeugen. In diesem Sinne: Fröhliches Gruseln!

JESiversum: Transhumanismus

"Star Wars" und das ewige Leben. Verleiht "die Macht" auch Unsterblichkeit? Antworten darauf gibt Ihnen Jessica Schreier.


 

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Visionen des Transhumanismus

Eine kleine Philosophie

Der texanische Ölmillionär Miller Quartes verkündete: "Ich möchte ewig leben!" Deshalb gründete er die Biotechnologiefirma GERON. Dort forschen heute bedeutende Genetiker an der Problemstellung des menschlichen Alterns. "Alterungsgene" sind bereits entdeckt worden, Experimente laufen wie am Fließband. Ein, wie es heißt, wichtiger Erfolg ist die Verlängerung der durchschnittlichen Lebensdauer bei Fruchtfliegen; von einem Tag auf zwei Tage. Was es nicht alles gibt!

Und was es nicht alles geben könnte. Mögliche Welten erdenken wir uns; die moderne Phantastik ist ein guter Spiegel unserer Absichten:

Das Bewusstsein der Vorta im "Deep Space Nine"-Universum stirbt nie, wird nach dem Ableben des Physischen einfach in einen neuen Klon transferiert. Genauso wie es die modernen Zylonen in "Kampfstern Galactica 2003" handhaben. Oder die Symbionten der Trill in "Star Trek", weitergereicht vom einen Wirt zum nächsten; ähnlich den Goa'uld aus "Stargate".

Auch unsere Mythenwelt impliziert den Wunsch des Menschen, den Tod zu vermeiden oder wenigstens seinen absoluten Aspekt zu überlisten. Das klassische Beispiel: Wiederauferstehung. Man bedenke − Wiederauferstehen, das wär doch was! So riefen Religionen. So dachte auch Buffy. Gleich zweimal. Immerhin.

Der Tod

 
 

Was, wenn der Vitalitätsspender Tod fehlt?


Vor einigen Jahren befasste ich mich − wie sicherlich jeder irgendwann einmal in seinem Leben − eingehend mit dem Thema Tod. Nach vielen Gesprächen mit Bekannten und langen Sessions mit meiner SF-Stammguckgruppe kristallisierte sich heraus, dass der Tod ein Lebensantrieb ist. Oder besser gesagt: der Lebensantrieb schlechthin. Dahinten lauert er. Also fang ich lieber in der Zwischenzeit etwas mit meinem Leben an, bevor es zu spät ist.

Das Wesen Leben

Was also, wenn der Vitalitätsspender Tod fehlt? Natürlich steht diesem Gedanken die Tatsache gegenüber, dass das Leben fast immer seinen Weg fand und es besonders einfallsreich agiert, wenn es nie da gewesene knifflige Situationen meistern muss. Als sich die ersten Landmassen als Lebensraum anboten und den Salzwasserspielplatz verkleinerten, modellierte sich das Leben physisch um und begann zu krabbeln, zu schlängeln und zu fliegen. Was für ein Geniestreich! Womöglich wartet hinter der nächsten Evolutionstür eine noch genialere Überraschung, die dieses Problem löst. Vielleicht passt sich ja die Sichtweise der ewigen Menschen dem ewigen Zustand an.

Ich bin mir sogar ziemlich sicher, sollte sich uns allen irgendwann eine derartige Möglichkeit eröffnen, geht ihr gewiss eine Zeit radikaler körperlicher, psychischer und sozialer Veränderungen voraus. Es ist schwer zu erahnen, wie diese aussehen werden. Im Idealfall − dem möglicherweise die eigenverschuldete Menschheitszerstörung gegenübersteht − entstünde eine Gesellschaft, die ein völlig neues Verständnis für ihr Sein hat, zu dem bestimmte Werte und Einstellungen gehören, wie grenzenlose Expansion, Selbstverdrängung, dynamischer Optimismus, intelligente Technik und spontane Entstehung von Ordnung.

 
 

Der Mensch ist selten reif für seine eigenen Ideen.


Am Rande: Wenn man sich das alles so durch den Schädel gehen lässt, kann man nur hoffen, dass sich jene Propheten irren, die da behaupten, das ewige Leben sei zum Greifen nah. Unsere Welt versucht schließlich immer wieder zu beweisen, dass sie für die wenigsten ihrer eigenen Errungenschaften bereit ist (unfeine Anwendungen der Atomkraft, fehlgeschlagene genetische oder beziehungsweise und medizinische Experimente, absurder Ressourcenraub, und, und, und).

Der Sinn

Zurück zum Thema. Ewiges Leben. Ist das nicht ein Widerspruch in sich? Gehört zur Definition des Lebens − betrachtet aus der Warte der Biologie − nicht die Eigenschaft Tod? Ist es nicht charakteristisch für Organismen, den bekannten Vertretern des Lebens, dass sie eine begrenzte Zeitspanne haben, um all die anderen Definitionserwartungen zu erfüllen? Vitalität, Stoffwechsel, Fortpflanzung... Fortpflanzung!

Was ist der Zweck der Fortpflanzung? Richtig. Die Erhaltung der Art. Und warum verschwendet eine Art Gedanken an die eigene Erhaltung? Richtig. Weil sie gewöhnlicherweise nicht lange hält; soll heißen: stirbt. Deshalb muss immer weiter nachproduziert werden. Die Menschheit ist ein recht großes Völkchen und belegt bald schon jeden Platz auf dem Globus. Sie übervölkert die Erde. Was einfach ausgedrückt bedeutet: Wir sind zu viele.

Es gibt nun also mehrere Möglichkeiten:

 
 

Der Sinn des Lebens: Babys oder Homepages?


Wenn der Tod nur noch eine unnatürliche Sache ist (also ausschließlich durch Unfälle, Morde und Selbstmorde eintritt), und die Gesellschaft trotzdem in derselben Rate wie heute gebärt, wird es entweder sterbenseng auf unserem Planeten oder wir expandieren. Der Mars ruft.

Zweite Option: Die Geburtenrate passt sich der Sterberate an. Günstigste Sache.

Dritte Aussicht: Babys werden out. Absolut, meine ich. Das wäre durchaus denkbar. Denn, wo wir gerade so schön am Spinnen sind: Ganz abstrakt gesehen bedeuten Kinder für uns eine Verewigung. Wir geben unser Wissen, unsere Erfahrungen an sie weiter und verhindern dadurch den Verlust dieser Informationen; sie können eine Sinngebung für unser Leben sein. Mit der Verewigung unserer selbst ist das nicht mehr nötig. (Jetzt möge man sich doch bitte die Frage verkneifen, ob in diesem Sinne nicht auch das Konzept Homepage das Konzept Kind ersetzen könne.)

Aber wie schon angesprochen hätte sich die Menschheit an diesem Punkt längst weiterentwickelt, die Einstellungen und Ansichten wären nicht mehr vergleichbar mit denen unserer heute. Schätzungsweise zeigen mir zukünftig die "Verewigten" nachträglich einen Vogel für diese Überlegungen. (Wenn es der "Incoming Message" denn gelingen sollte, ihr Archiv für die Zukunft beisammen zu halten, um den Fortbestand dieses Beitrags zu sichern.)

Posthumanismus

Um auf den Gedanken des Widerspruchs zurückzukommen: Sind wir dann noch Menschen? Als "posthumane Wesen" beschreibt Max More eine solche künftige Spezies. Der englische Philosoph ist Gründer und Leiter des Extropy Institute in Kalifornien und Urheber des Journals "Extropy" für transhumanistisches Denken. Er erklärt, um das Ziel des Posthumanismus zu erreichen, müssten wir alle natürlich und kulturell verwurzelte Beschränkungen unserer Möglichkeiten beseitigen. Es sei notwenig, "unsere Intelligenz über die Kapazitäten unseres biologischen Gehirns hinaus zu vergrößern, um uns die Entscheidung über unsere körperliche und psychische Identität zu ermöglichen, anstatt uns mit der Identität zufrieden zu geben, mit der wir geboren wurden". Schön gesagt. Jedenfalls, wenn man es viermal liest.

 
 

Ewig leben oder für immer nicht sterben dürfen?


Die anmaßende Vision von posthumanen Wesen erzeugt Angst. Haben wir uns nicht längst ein Bild gemacht in der Science-Fiction, die doch schon häufig Jahrzehnte, manchmal sogar Jahrhunderte im Voraus negative als auch positive Auswirkungen aktueller Neuheiten verbreitete? Jules Verne konstruierte seinerzeit zeichnerisch ein Unterwasserfahrzeug, das in den 70ern von einem Millionär gebaut und funktionierenderweise benutzt wurde. Ein Beleg dafür, dass Science-Fiction tatsächlich wissenschaftliche und technische Fortschritte weissagen kann.

Anderes Beispiel: Zwei Comicschreiber (von einem dieser vielen bunten Superhelden in Strumpfhosen) kolorierten in den 30er-Jahren den realitätsnahen Einschlag einer Atombombe. Alles vor Hiroshima und Nagasaki. Was ist, wenn die Horrorvisionen wahr werden, die von in Jungbrunnen gefallenen Menschen berichten, für die ihr ewiges Sein eine Qual ist? Kein "ewig leben dürfen", sondern ein "für immer nicht sterben können".

 
 

Transhumanismus? Klar − aber wer soll das bezahlen?


Der texanische Ölmillionär Miller Quartes, der so sehr entschlossen ist, seinen Traum, unsterblich zu werden, umzusetzen, scheint keine solche Furcht zu besitzen. Für ihn ist es schlichtweg sein gutes Leben, das er verewigen möchte. Was, wenn er einer weitaus weniger hoch angesiedelten Sozialschicht angehören würde, kein Millionär wäre? Würde er sich dann ebenfalls ein unendliches Sein in dieser Form wünschen? Oder würde er sich einfach auf die Rente freuen, auf den verdienten Ruhestand, auf ein friedliches Ableben?

Wenn es denn möglich wäre, zum posthumanen Wesen überzugehen, wie viel würde es den Ölmillionär kosten? Wer könnte es außer ihm bezahlen? Wollen wir es?

Trial and Error

Wie schon einmal erwähnt, ginge jener geordneten Idealgesellschaft eine radikale Veränderung voraus. Wir müssten erst den richtigen Weg finden. Und wie ebenfalls angedeutet, waren viele unserer Wegsuchen Fehlschläge mit verheerenden Folgen. Weil: Wir haben erst versucht. Es ist eine Eigenschaft vielerlei Lebens, aus Fehlern zu lernen. Wir nutzen oftmals diese Methode: Probieren, Fehlschlagen, erneute Versuche, Erfolg. Fehler sind also zwingende Erfordernisse. Auch in Richtung Ewigkeit.

 
 

Das Kind Mensch probierte schon immer alles aus.


Solche lernbedingte Fehler könnten sein − und jetzt kommen die bekannten Horrorvisionen: das Vergrößern des Arm-Reich-Gefälles in Noch-ärmer und Ewig. Die Diskriminierung, Unterdrückung der Homo Sapiens von den Posthumanen; oder umgedreht. Gewaltvolle Auseinandersetzungen um die Technologien, die zur Unsterblichkeit verhelfen.

Sind wir bereit, diese Fehler einzugehen? Können wir sie uns leisten? Warum machen wir uns diese Gedanken überhaupt? Hört es sich nicht alles zu sehr nach Science-Fiction und weit hergeholter Utopie an? Schreckt das nicht zurück? Würden wir überhaupt entsprechende Schritte unternehmen?

Ich behaupte: Ja, würden wir. Guten Beobachtern der Menschheit wird längst aufgefallen sein, dass, wenn ein Gedanke durch unsere Hirne strömt, wir seine Umsetzung auch irgendwann versuchen werden. Will sagen: Es wird nicht bei Spinnereien bleiben.

One small step

 
 

Sollen wir es also wagen? Wir werden, das scheint sicher.


Zu diskutieren, ob man − sobald die technischen Mittel vorhanden sind − den praktischen Transhumanismus zulassen sollte oder nicht, ist insofern produktiv, als dass man sich überhaupt einmal mit den erahnbaren Konsequenzen seiner Anwendung auseinander setzt. Und Durchdenken ist immer gut. Klonen von Menschen sei unmoralisch, sagen wir uns. Aber man wird es trotzdem tun. Und im Grunde können Sie davon ausgehen, dass begierige Konzerne längst kleine Zoos mit unnatürlich geborenen Menschen unterhalten.

Künstliche Befruchtung sei unnatürlich, prangte einst (und noch heute) auf den Plakaten der Demonstranten, Abtreibung widerwärtig. Herzschrittmacher wären nicht gottgewollt, mahnte die Kirche damals. Heute erinnert sie, nur Gott dürfe ewig sein.

Ein Ende, wie bei einer Kurzgeschichte: offen. Na ja, vorerst zumindest.

Related Links

  • Wikipedia: Stichwort Transhumanismus
    Transhumanismus versucht, durch Verlängerung der maximalen Lebenserwartung, Erhöhung der Intelligenz sowie durch physische und psychische Verbesserung des Menschen unerreichte Grenzen zu überwinden. Hohe Ziele − aber wie?

  • Transhumanismus

    Marianne Jaffke spinnt sich was zusammen. Ist ewiges Leben möglich? Wollen wir es tatsächlich? Die Voraussetzungen jedenfalls wurden bereits geschaffen.


     

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    Beam me up, Scotty!

    Good bye, James Doohan

    "Er ist nicht tot, solange wir an ihn denken", sagte McCoy zu Kirk, nachdem Spocks Leichnam den Tiefen des Alls übergeben worden war.

    Am 20. Juli 2005 verstarb James Doohan im Alter von 85 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung in seinem Haus in Redmont im US-Staat Washington. Der bekannte und beliebte Schauspieler litt bereits seit zwei Jahren an einer schweren Alzheimer-Erkrankung.

     
     

    Der große Durchbruch kam 1966 mit "Star Trek".


    Doohan wurde am 3. März 1920 in Vancouver, Kanada, geboren. Aufgewachsen ist er allerdings in Sarnia, Ontario. Mit 19 trat er in die Armee ein, wo er zum Schluss den Rang eines Captains bekleidete. Bei der Landung der Alliierten am D-Day verlor er den rechten Mittelfinger, was man allerdings nie bei "Star Trek" sah.

    Anfang 1946 hatte er seinen ersten Auftritt in einer Radioshow. Kurz darauf erhielt er ein Stipendium für das "Neighborhood Playhouse", ein Schauspielhaus in New York City. Der große Durchbruch kam 1966 mit "Star Trek". Nach Trek wurde es allerdings ruhig um ihn, da er es schwer hatte, neue Rollen zu bekommen. Er hatte einige Gastauftritte in Fernsehserien, wie zum Beispiel "Bonanza", "The Twilight Zone", "Fantasy Island", "Knight Rider" und "The Outer Limits".

    James Doohan besuchte viele Conventions und war bei den Fans sehr beliebt. Am 31. August 2004 erhielt Doohan einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Die Milwaukee School of Engineering verlieh ihm sogar einen Ehrendoktorgrad, nämlich dafür, dass seine Rolle als Chefingenieur viele Studenten inspirierte, eine Karriere im Ingenieurswesen anzustreben.

    Seine Asche soll, wie bereits Jahre zuvor die von "Star Trek"-Erfinder Gene Roddenberry, ins All geschossen werden. Die Metallkapsel mit der Asche wird dann beim Wiedereintritt von Teilen der Rakete in der Erdatmosphäre verglühen. James Doohan hinterlässt seine Frau und zwei Kinder.

     
     

    Und du stirbst auch erst, wenn sich niemand mehr deiner Worte und Taten und damit deiner selbst erinnert.


    Du lebst, aber das ist auch alles. Auch ein Stein lebt, wenn du Leben mit Existieren gleichsetzt. Aber leben, wirklich leben kannst du nur durch die anderen. Du lebst, weil das, was du sagst und tust, das Leben, das Fühlen und Denken anderer beeinflusst, und umgekehrt. Und du stirbst auch erst, wenn sich niemand mehr deiner Worte und Taten und damit deiner selbst erinnert. Erst wenn du aus den Gedanken aller Menschen verschwunden bist, bist du wirklich tot. (Zitat aus "Märchenmond" von Wolfgang Hohlbein.)

    Trek-Focus

    Eine Fangemeinde trauert. James Doohan ist tot. Melanie Brosowski zum Abschied einer Legende.


     

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    Die Ereignisse des Monats

    August 2005

    Die Trek-Highlights der nächsten vier Wochen im Überblick.

    Trek-Kalender

     
     

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    "Angel": Abschied für immer?

    Das Finale, Teil 2

    Was haben die Fans nicht alles versucht, um ihre Lieblingsserie zu retten. Es wurde Blut gespendet, Demonstrationen vor den Gebäuden der Networks abgehalten, Geld gesammelt, Anzeigen in der "LA Times" ebenso wie im "Variety" veröffentlicht und zwei Trucks angemietet, die mit einer eigenen Tour durch Hollywood auf die Absetzung der Serie aufmerksam machten. Doch all dies sollte sich als vergeblich herausstellen.

    Am 19. Mai 2004 lief "Die letzte Schlacht" von "Angel" über die amerikanischen Bildschirme. In Deutschland müssen sich die Fans noch etwas gedulden, denn ProSieben strahlt, nach vorläufigen Planungen, die vierte Staffel erst Ende dieses Jahres aus. Die fünfte Staffel soll dann Mitte 2006 folgen. Im zweiten und letzten Teil unserer Review zur fünften Staffel erfahren Sie alles über die letzten elf Episoden der Serie. In diesen letzten Folgen sehen wir alte Bekannte, eine Wiedergeburt und das Sterben von drei Hauptcharakteren. Die Serie läuft noch einmal zur Höchstform auf. Doch ist diese "Höchstform" tatsächlich auch aufregend für den Zuschauer?

    Verpackung

    Wie die erste Halbbox von "Angel" ist auch die zweite sehr schön und aufwändig gestaltet worden. Ein achtseitiges Booklet liegt bei und auch die drei DVDs haben das gewisse Etwas. Es gibt nichts daran auszusetzen, deshalb benote ich die Box (auf einer Notenskala von 1 bis 5) mit einer 1.

    Features

    Was in der ersten Halbbox fehlte, wird nun ausführlich in der zweiten Box behandelt.

    DVD 1
    Audiokommentar zur Episode "Menschen wie wir" von Autor David Fury und Christian Kane (Lindsey), Audiokommentar zu "Illyria" von Serienschöpfer Joss Whedon, Amy Acker (Fred/Illyria) und Alexis Denisof (Wesley Wyndam Price), Featurette "Angel 100". In diesem Feature sehen wir viele Interviews zur 100. Episode, "Menschen wie wir", und auch die Aftershow-Party, welche extra zu dieser Folge zelebriert wurde.

    DVD 2
    Audiokommentar zur Episode "Lindsey" von Produzent Skip Schoolnik und dem Schauspieler Adam Baldwin, Featurette "Angel: Choreography of a Stunt". Diese Dokumentation behandelt die halsbrecherischen Stunts in der Serie.

    DVD 3
    Audiokommentar zur Folge "Die letzte Schlacht" von Produzent Jeffrey Bell, Dokumentation zur letzten Staffel mit vielen Interviews der Produzenten und Darsteller, Dokumentation zu Joss Whedons Lieblingsepisoden, Interviews mit Juliet Landau (Drusilla), Christian Kane (Lindsey), Julie Benz (Darla) und Stephanie Romanov (Lilah) sowie Outtakes.

    Fazit
    Genügend Extras für die letzte Staffel − und deshalb auch eine glatte 1.

    Episodenkritiken

    In "Menschen wie wir" wird ein Mitarbeiter von Wolfram und Hart getötet. Angel kann dies mit seinem Gewissen nicht vereinbaren und möchte den Job bei der Anwaltskanzlei an den Nagel hängen. Zur selben Zeit jedoch wird Cordelia durch eine Vision aus ihrem Koma gerissen. Die Mächte der Ewigkeit haben ihr eine Vision gesendet, um Angel wieder auf den richtigen Pfad zu bringen. Auch eine Person namens Doyle sucht Spike auf, um diesen als "Jäger der Finsternis" einzusetzen. Doch ist Doyle wirklich sein richtiger Name?

    Kritik: Diese Folge ist der absolute Höhepunkt dieser Staffel. All jene, die Cordelia vermisst haben, können nun von ihr Abschied nehmen. Was mich jedoch sehr gefreut hat, war, dass man den verstorbenen Doyle per Video noch einmal sehen durfte. Glenn Quinn spielte während der ersten Staffel den Halbdämon Doyle, welcher auch in der ersten Staffel verstorben ist. Glenn Quinn ereilte zwei Jahre später dasselbe Schicksal, er starb an einer Alkoholvergiftung. Lindsey, der den falschen Doyle verkörperte, wird zur Strafe von den Senior-Partnern in eine andere Dimension verschleppt. Das Ende der Episode ist allerdings etwas verwirrend. Note 1+.

    Wir schreiben das Jahr 1945. "Unter Wasser" befindet sich ein deutsches U-Boot, welches von Amerikanern geentert wurde. Doch etwas hat sich im U-Boot befreit und macht nun Jagd auf die Soldaten. Viel schlimmer jedoch ist, dass das U-Boot beschädigt wurde und nun auf dem Grund des Ozeans liegt. Als die amerikanische Regierung davon hört, wird die Initiative (bekannt aus der vierten Staffel von "Buffy") damit beauftragt, Angel zu rekrutieren und ihn zum U-Boot zu senden. Als Angel beim U-Boot ankommt, wird wenig später klar, dass das Nazi-Regime Spike, Nostroyev und den Lord der Lügen gefangen genommen hat, um an ihnen Experimente durchzuführen. Das U-Boot kann repariert werden, aber mit einem sehr hohen Preis.

    Kritik: Interessante Geschichte, jedoch etwas weit hergeholt. Es ist zwar Fakt, dass die Nazis Forschungen über das Übersinnliche praktizierten, jedoch sicher nicht in solch einem Ausmaß. Des Weiteren halte ich es für ungerecht, dass die Deutschen immer als "The Bad Guys" und die Amerikaner als "The Good Guys" hingestellt werden. Da aber die Folge spannend aufgebaut ist, gibt es immerhin noch eine 3.

    In "Angriff der Mörderpuppen" wird es ulkig. Hierbei handelt es sich um eine Sendung, welche "Smile Time" heißt. Die Puppen in "Smile Time" sind Dämonen, welche der Zielgruppe − den Kindern − die Seelen aussaugen. Als Angel diesen Fall untersucht, wird er selbst in eine Puppe verwandelt und das Tohuwabohu beginnt.

    Kritik: Anders als "Unter Wasser" ist "Angriff der Mörderpuppen" eine wohldurchdachte Geschichte, die auch wirklich Spaß macht und dabei nicht kindisch wird. Note 2+.

    "Illyria", eine Gottheit aus grauer Vorzeit, kehrt zurück. Bei Wolfram und Hart wird ein Sarkophag in das Labor von Fred angeliefert. Bei genauerer Untersuchung stößt der Sarkophag plötzlich Staub aus, welchen Fred unglücklicherweise einatmet. Sie hustet etwas und geht wieder ihrer Arbeit nach. Als sie sich später mit Wesley trifft, hustet sie unerwartet noch einmal, doch dieses Mal kommt Blut zum Vorschein. Sie fällt in einen Schockzustand und wird auf die Krankenstation gebracht. Die Crew untersucht ein weiteres Mal den Sarkophag und muss feststellen, dass Illyria den Körper von Fred befallen hat. Wenn Fred nicht so schnell als möglich geholfen werden kann, wird sie qualvoll sterben und Illyria wird wieder auferstehen.

    Kritik: Der zweite Hauptcharakter in dieser Staffel ist verstorben, und das wirklich qualvoll. Wesley, welcher seit Staffel 3 in Fred verliebt war, blieb bis zum bitteren Ende bei ihr. Sie können mich als Sensibelchen bezeichnen, aber bei den letzten Szenen ist sogar bei mir die eine oder andere Träne geflossen. Ich war von Herzen gerührt und auch traurig zugleich. Note 1.

    Illyria ist zurück in der "Menschenwelt" und plant ihr Reich wieder auferstehen zu lassen. Währenddessen wird fieberhaft nach einer Lösung gesucht, Fred zurückzuholen. Und auch Fragen kommen auf. Wer hat den Sarkophag in die Kanzlei bringen lassen? Wer ist verantwortlich für den Tod von Fred? Die Schuldigen werden schnell gefunden. Der Sekretär von Fred, Knox, ist für die Anlieferung und den Tod von ihr verantwortlich, denn er hat Fred für Illyria ausgesucht. Aber auch Gunn trägt eine Mitschuld, denn er hat die Zollpapiere − unbeabsichtigt − manipuliert, damit der Sarkophag zu Wolfram und Hart gelangen konnte. Die Zeit wird knapp, denn Illyria steht kurz vor der Vollendung ihres Plans.

    Kritik: Wahnsinns-Folge! Spannend, actiongeladen und gefühlsbetont zugleich. Note 1.

    "Lindsey", der ehemalige Kontrahent von Angel, befindet sich in einer Höllendimension. Doch nur er kann Angel verraten, was die Senior-Partner Böses vorhaben. Also machen sich Angel, Gunn und Spike auf, um Lindsey zu retten, was jedoch schwerer wird als gedacht. Denn einer von ihnen muss in der Dimension verweilen, damit die Senior-Partner keinen Verdacht schöpfen. Gunn meldet sich freiwillig, da er Schuldgefühle hat wegen Freds Tod. Zurück bei Wolfram und Hart stellt sich heraus, dass die Senior-Partner Angel beschäftigt haben, um in Ruhe die Apokalypse vorzubereiten.

    Kritik: Ich hatte mir von dieser Folge mehr erhofft. Sicher, sie war spannend, aber es fehlte das gewisse Etwas. Note 2-.

    In "Mein Sohn und ich" kehrt Connor, Angels Sohn, zurück. Ihm und allen anderen, außer Angel und Cordelia, wurden die Erinnerungen geraubt und sie wissen daher nichts mehr voneinander. Connors Pflegeeltern suchen bei Wolfram und Hart nach rechtlichem Beistand, da jemand Connor fast mit dem Auto überfahren hätte. Doch Angel weigert sich, ihnen zu helfen. Wesley wird misstrauisch und recherchiert. Er findet den Übernahmevertrag von Wolfram und Hart mit einer bestimmten Klausel. Angel recherchiert ebenfalls und findet heraus, dass ein alter Zauberer hinter der Rückkehr von Connor steckt. Doch was will er?

    Kritik: Während Connor in der vierten Staffel mehr als lästig war, ist er in dieser Folge doch sehr normal. Doch am Ende wird es etwas verwirrend, als Wesley die Erinnerungsklausel aufhebt. Connor macht nämlich nicht den Eindruck, dass er sich an das letzte Jahr erinnern könnte. Note 3.

    Illyria macht eine "Reise durch die Zeit" und entdeckt, dass Angel sie loswerden möchte − mit allen Mitteln. Daraufhin plant sie, Angel und sein Gefolge zu vernichten. Doch was Illyria nicht weiß: Der Körper von Fred ist zu schwach und instabil, um ihre Kräfte zu kontrollieren. Wesley findet das heraus und versucht sie zu stoppen, denn wenn sie ihre Kontrolle verliert, wird sie explodieren und Los Angeles dem Erdboden gleichmachen.

    Kritik: Eine sehr gute Folge. Sie ist auch ein Wendepunkt, denn Angel bemerkt, dass er Illyria skurrilerweise nun vertrauen kann, denn sie bringt Gunn aus der Höllendimension zurück. Note 1.

    "Bella Roma" wartet auf Spike und Angel, als sie von dort einen Dämonenkopf zu seiner Familie in die USA bringen sollen. Bei dieser Dämonenart wird der abgetrennte Kopf dazu gebraucht, damit diese Person wieder auferstehen kann. Doch dazu haben sie nur begrenzt Zeit. Unerwartete Probleme kommen auf, als die beiden einen Erpresserbrief bekommen, in dem Lösegeld für den Kopf verlangt wird. Sie versuchen, Buffy in Rom zu finden, welche seit geraumer Zeit dort lebt, und sie um Hilfe zu bitten. Doch sie ist zu diesem Zeitpunkt nicht zu Hause, sondern mit ihrem neuen Freund aus. Enttäuscht darüber, dass Buffy einen neuen Lover hat, gehen die beiden zur Wolfram-und-Hart-Zweigstelle in Rom. Ilona, die Leiterin der Kanzlei, hilft den beiden auf unkonventionelle Art.

    Kritik: Es ist schon eigenartig, wie sich Spike und Angel benehmen. Genau dreimal stehen sie vor Buffys Tür. Wie zwei kleine Schosshündchen. Dennoch ist die Geschichte etwas langweilig. Aber es ist ein Bild für Götter, wenn man sieht, wie Angel und Spike auf einem Motorroller fahren. Note 2-.

    Angels "Machthunger" wird anscheinend immer größer, sein Verhalten zunehmend feindlicher. Wesley findet heraus, dass Angel mit einer geheimen dämonischen Gemeinschaft kollaboriert. Des Weiteren hegen sie den Verdacht, dass Angel auch etwas mit Freds Tod zu tun haben könnte. Denn Knox gehörte dieser Gruppe an. Die Crew stellt Angel zur Rede und entdeckt ein unerwartetes Geheimnis.

    Kritik: Diese Folge hat es wirklich in sich. Man weiß bis zum Schluss nicht, ob Angel wirklich auf die böse Seite übergelaufen ist. Respekt! Denn anfangs tötet sogar Angel einen Menschen, um dieser Gruppe beitreten zu können. Wir erfahren erst am Schluss, was Angels wirklicher Plan ist. Geniale Episode! Note 1.

    Es ist so weit, "Die letzte Schlacht" steht vor der Tür. Angel versammelt seine Crew noch einmal um sich und plant einen harten Schlag gegen das Böse. Es ist eine Selbstmordmission, auf die alle eingehen werden. Angel und seine Crew werden alle in der geheimen Dämonengruppe vernichten. Somit, hofft Angel, werden die Senior-Partner wütend reagieren und ihr wahres Gesicht zeigen. Denn wenn sie das tun, kann Angel sie ein für alle Mal vernichten. Doch dieser Kampf fordert auch ein Opfer. Wesley wird lebensgefährlich verletzt, als er versucht, den Zauberer aus "Mein Sohn und ich" zu töten. Illyria verwandelt sich für Wesley in Fred, um ihm sein Sterben zu erleichtern. Illyria bringt Wesleys Job zu Ende, als sie dem Magier das Gesicht einschlägt. Die Senior-Partner haben erfahren, dass alle Dämonen, die der Kanzlei nahe standen, getötet wurden und gehen auf die Barrikaden. Mitten auf den Straßen von Los Angeles beginnt die letzte Schlacht.

    Kritik: Das war es also, das Finale. Meines Erachtens war es ein schlechtes Serienfinale, da es mit einem Cliffhanger endet und Fragen zurücklässt. Während Buffy bei ihrem Serienfinale das Böse besiegt, sieht man bei Angel nur den Anfang des Kampfes. Als Staffelfinale wäre diese Folge jedoch ein wahres Meisterwerk gewesen. Die Spannung, die Action und die Gefühle der Charaktere machen wirklich Lust auf mehr. Wirklich schade um die Serie, dass sie so ein unwürdiges Ende bekommen hat. Mir fällt es schwer, hier eine Benotung zu finden, deshalb werde ich die Benotung splitten und hoffe, dass es irgendwann eine Fortsetzung dazu geben wird. Als Serienfinale benote ich diese Folge mit einer 5, als Staffelfinale mit einer 1!

    Fazit

    Die letzte Staffel ist bis auf ein paar schwache Folgen ein richtiges Meisterwerk. Dieses Jahr war das beste der gesamten Serie. Und ich bin mir sicher, hätte es eine sechste Staffel gegeben, wäre die Serie aus sich selbst herausgewachsen und hätte uns noch bessere Episoden geliefert als die Mutterserie "Buffy − Im Bann der Dämonen". Die letzte Box erhält eine volle Kaufempfehlung. Die Gesamtnote dieser Box beläuft sich auf eine 1.

    SF-Zone

    Wie gut sind die letzten elf Episoden der fünften Staffel von "Angel"? Martin Ackermann hat sie unter die Lupe genommen und präsentiert nach Teil 1 (in "Incoming Message"-Ausgabe 84) an dieser Stelle den zweiten Teil seiner Review.


     

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    Kino-Guide

    August 2005

    "Sin City"  (USA 2005)


     

    Regie

    Robert Rodriguez mit Frank Miller und Quentin Tarantino

    Drehbuch

    Frank Miller

    Darsteller

    Jessica Alba (Nancy), Clive Owen (Dwight), Bruce Willis (Hartigan), Mickey Rourke (Marv)

    Start

    11. August


    Inhalt
    Sin City ist eine heruntergekommene und in Korruption versinkende Stadt. Hier treffen drei Handlungsebenen aufeinander: Cop Hartigan muss die Stripperin Nancy beschützen, Cop Dwight hat einen prominenten Kollegen irrtümlicherweise erschossen und der monströse Marv sucht den Mörder einer Frau. Die Comics "Sin City", "The Big Fat Kill" and "That Yellow Bastard" verschmelzen zu einer zusammenhängenden Geschichte mit jeder Menge skurriler Figuren.

    Erwartung
    Sehr gut. Robert Rodriguez hat dem düsteren Comic-Streifen einen ganz eigenen Stil (sowohl im Look wie im Handlungsverlauf) verpasst, der ihn von all den anderen ähnlichen Filmen abhebt. Verpackt als Action-Thriller mit Film-Noir-Feeling und größtenteils in schwarz-weiß gehalten, bietet der Streifen neben rasanter Action auch viele skurrile Figuren und ein tolles Ensemble an Schauspielern. Dazu gehören unter anderem Bruce Willis, Benicio Del Toro, Michael Clarke Duncan, Michael Madsen, Jessica Alba, Elijah Wood, Brittany Murphy und Josh Hartnett. Frank Miller, Schöpfer der Graphic Novel "Sin City", schrieb das Drehbuch und führte neben Rodriguez auch Regie, Quentin Tarantino wird als "Gastregisseur" genannt und zeigt sich für eine spektakuläre Autoverfolgungsjagd verantwortlich. Der Streifen, der komplett vor digitalen Hintergründen gedreht wurde, bietet perfektes Comic-Feeling und lässt dem Zuschauer gar keine andere Wahl, als den Film auch als Zelluloid gewordener, lebendiger Comic zu betrachten. Der Realitätsanspruch mag so zwar noch mehr verloren gehen als bei anderen Comic-Verfilmungen, trotzdem macht das "Sin City" innerhalb des Comic-Film-Genres zu einer kostbaren Rarität, die man nicht verpassen sollte.


    "Der verbotene Schlüssel"  (USA 2005)


     

    Regie

    Iain Softley

    Drehbuch

    Ehren Kruger

    Darsteller

    Kate Hudson (Caroline Ellis), Gena Rowlands (Violet Devereaux), John Hurt (Ben Devereaux), Peter Sarsgaard (Luke)

    Start

    18. August


    Inhalt
    Krankenschwester Caroline erhält von den wohlhabenden Devereaux den Auftrag, sich um den im Rollstuhl sitzenden Ehemann zu kümmern, der einen Schlaganfall hatte. Ihr neuer Job bringt Caroline in eine abgelegene Villa in den Sümpfen von Louisiana. Dort geht es jedoch nicht mehr mit rechten Dingen zu und her. Die Schwester entdeckt einen geheimen Raum mit okkulten Gegenständen und Knochen und kommt bald einem Voodoo-Kult auf die Spur. Bald geschehen übernatürliche Dinge, und Caroline muss um ihr Leben fürchten. Sind die Devereaux Opfer oder Täter in diesem unheimlichen Verwirrspiel?

    Erwartung
    Gut. Ohne großen Hype im Vorfeld dürfte "Der verbotene Schlüssel" (Originaltitel "The Skeleton Key") durchaus in die Kategorie "Klein, aber fein" fallen. Das Drehbuch stammt von Ehren Kruger, der bei "Scream 3" und "The Ring" sein Können bewies. Für Regisseur Ian Softley ("Hackers", "K-Pax") jedoch ist es der erste Ausflug ins Grusel-Genre. Nach einer Hand voll romantischer Komödien kehrt auch Kate Hudson in einer ernsten Rolle zurück auf die Leinwand. Kino-Kenner dürften sich aber eher auf die bewährten Leinwand-Veteranen Gena Rowland und John Hurt freuen, die das Ehepaar Devereaux spielen. "Der verbotene Schlüssel" bietet mehr Mystery als Horror und dürfte auch ganz gelungen sein, allerdings besteht die Gefahr, dass das Publikum des Genres ein wenig überdrüssig geworden ist und dem Film fernbleiben könnte. Behalten Sie den Streifen auf alle Fälle im Auge und warten Sie auf die ersten Reviews, denn "Der verbotene Schlüssel" könnte sich durchaus als kleiner Geheimtipp herausstellen.

    Previews zu zwei weiteren Genre-Highlights, die ebenfalls im August anlaufen, finden Sie wegen verschobener Starttermine in der letzten "Incoming Message"-Ausgabe. Der in den USA bis anhin wenig erfolgreiche Science-Fiction-Thriller "Die Insel" von Michael Bay mit Ewan McGregor und Scarlett Johansson läuft nun ab dem 4. August in den deutschen Kinos, die farbenfrohe Fantasy-Komödie "Charlie und die Schokoladenfabrik" von Tim Burton mit Johnny Depp, Freddie Highmore und Christopher Lee ab dem 11. August.

    SF-Zone

    Im Kino-Guide der SF-Zone finden Sie wie gewohnt Informationen zu den im neuen Monat startenden Science-Fiction-, Fantasy- und Mystery-Streifen − zusammengestellt von Stephan Mark.


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    Best of DVD

    Die Top-3-Liste der SF-Zone


    "The Machinist"

    Seit einem Jahr hat der Maschinist Trevor keine Minute mehr geschlafen. Unter seine Schlaflosigkeit leiden Körper und Geist. Der ausgemergelte Mann sieht plötzlich Dinge, die sonst niemand sehen kann. Und dann tauchen auch noch mysteriöse Botschaften in seiner Wohnung auf. Hat Trevor den Verstand verloren oder hat es jemand auf ihn abgesehen? Ein tragischer Arbeitsunfall wirft Trevors Leben endgültig aus der Bahn. Gemeinsam mit den einzigen Personen in seinem Leben, denen er vertrauen kann, einer Prostituierten und einer Kellnerin, macht sich Trevor auf die Suche nach der Wahrheit.

    "The Machinist", der seine europäische Uraufführung im Februar 2004 an der Berlinale erlebte, ist ein atmosphärisch dichter und spannender Mystery-Thriller, der ohne großes Budget und ohne Spezialeffekte zu beeindrucken vermag. Zwar tangiert der Streifen nur am Rande das phantastische Genre, mangels Alternativen gehört er aber zweifellos auch für Fantasy-Fans zu den interessantesten Veröffentlichungen des Monats. Batman-Darsteller Christian Bale bietet als ausgemergelter Trevor eine intensive Darstellung, die allein durch seine Erscheinung noch intensiviert wird. Über 30 Kilo hatte Bale als Vorbereitung auf die Rolle abgenommen. Darüber wird auch im Making-of berichtet, welches sich mit entfernten Szenen, Bilder-Galerien, Trailer und Schauspieler-Biografien (in Textform) auf einer zweiten Disc befindet. Die erste Disc bietet zudem einen Audiokommentar. Das Doppel-DVD-Set kommt als ausfaltbares Digi-Pack zu einem sehr guten Preis daher. Publisher E-M-S veröffentlicht auch eine Single-Disc ohne das Bonusmaterial.

    "The Machinist" erscheint am 4. August auf DVD.

    "Ring 2"

    Während eines Auftrags zieht Rachel Keller mit ihrem Sohn Aidan in eine etwas abgelegene Kleinstadt und nimmt einen Job bei der lokalen Presse an. Doch die Vergangenheit holt Rachel ein: Sie stößt auf den Fall eines ermordeten Teenagers und zieht bald den furchtbaren Schluss, dass das tödliche Video mit dem Fluch des ermordeten Mädchens Samara wieder aufgetaucht ist. Sie macht das Videotape auffindbar und zerstört es. Doch damit beginnen die Probleme erst richtig. Aidan landet im Krankenhaus und natürlich will niemand in ihrem Umfeld ihr die schreckliche Geschichte von Samara glauben.

    Hideo Nakata, Regisseur des japanischen Originals, ist ein fähiger Filmemacher, nur leider ist die Story diesmal ein ganzes Stück weniger interessant und verwirrender als im ersten Film. Genre-Fans waren also nicht ganz zufrieden mit dem Streifen, aber das dürfte nach dem starken Erstlingswerk auch keine wirkliche Überraschung darstellen. Universal veröffentlicht den Grusel-Streifen hierzulande fast zeitgleich mit der US-DVD und bietet als Bonusmaterial den gelungenen Kurzfilm "Rings" (der bereits auf der deutschen Special Edition von "The Ring" zu sehen war), ein Making-of, Featurettes und entfernte Szenen. Treue "Ring"-Fans greifen zu, Skeptiker erkunden sich zuerst im Netz oder leihen den Film nur einmal aus.

    "Ring 2" erscheint am 25. August auf DVD.

    "Crusade − Die komplette Serie"

    Im Jahr 2267 steht die Erde vor ihrer Auslöschung. Die Drakh haben den Planeten mit einem tödlichen Virus verseucht, der die Bevölkerung in voraussichtlich fünf Jahren ausgerottet haben wird. Das Raumschiff Excalibur unter dem Kommando von Captain Matthew Gideon sucht im von unruhigen Zeiten geplagten Universum nach einem Gegenmittel. Die Excalibur ist die letzte Hoffnung für die Menschheit.

    Der Spin-off zur beliebten Serie "Babylon 5" überlebte nur ein Jahr. Fans freuen sich trotzdem auf die Veröffentlichung der von Produktionsproblemen heimgesuchten Serie auf DVD. Als Einleitung zur Serie empfiehlt sich der "Babylon 5"-TV-Film "Waffenbrüder", und natürlich werden Kenner von "Babylon 5" mit der Serie mehr anfangen können als Neuzugänger. Die 13 Episoden von "Crusade" spielen im "Babylon 5"-Universum und bieten einige interessante Bezüge zum Original (inklusive Gastauftritte von Captain Lochley und Dr. Franklin), bleiben aber hinter der Qualität der Kultserie zurück. Die Folgen sind (im Gegensatz zu den älteren "Babylon 5"-Episoden) nur im Vollbild-Format vorhanden. Das Fünfer-Disc-Set wird ergänzt durch zwei Audiokommentare, ein Making-of sowie ein Special zum Raumschiff Excalibur. Fans dürften sich ohnehin auf "Crusade" freuen, bietet sie doch eine letzte Rückkehr ins geliebte Universum von "Babylon 5".

    "Crusade − Die komplette Serie" erscheint am 26. August auf DVD.

    SF-Zone

    Die DVD-Top-3 im August von Stephan Mark.


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    DVD-Guide

    August 2005

    1.8. − "Defenders of the Earth"

    Eine Heldentruppe, angeführt von Flash Gordon, muss gegen den bösen Herrscher Ming antreten. Erste und zweite Staffel der Sci-Fi-Trickfilmserie (1986) aus dem Hause Marvel in zwei separaten Boxen.

    5.8. − "One Point Zero"

    Verliert Programmierer Simon den Verstand oder ist er Teil eines schrecklichen Experiments? Independent-Streifen (2004) mit Kultpotenzial, der mit Jeremy Sisto, Lance Henriksen und Udo Kier gut besetzt ist.

    8.8. − "Mimic 3: Sentinel"

    In Quarantäne lebender Mann kriegt es mit riesigen Killerschaben zu tun. Horror-Fortsetzung (2003), die nicht über das übliche Niveau von Direct-to-Video-Streifen hinauskommt.

    9.8. − "Larva"

    Veterinär tritt gegen gezüchtete Killer-Larven an, die vom Vieh auf den Menschen überzuspringen drohen. Für den Sci-Fi Channel gedrehter Horror-Streifen (2005) mit ordentlichen Effekten und einer gehörigen Portion Ekel.

    9.8. − "The Toolbox Murders"

    Nells Nachbar ist ein grausiger Killer. Hartes Slasher-Remake (2003) von Horror-Legende Tobe Hooper, der zum ersten Mal seit Jahren wieder einen fesselnden Horror-Trip hinbekommen hat.

    11.8. − "Mindbender − Die Uri Geller Story"

    Die Lebensgeschichte von Uri Geller, der übersinnliche Fähigkeiten besitzt. Der umstrittene Löffel-Verbieger, der kürzlich vermehrt im deutschen TV aufgetreten ist, war 1996 Subjekt einer schwachen TV-Film-Biografie.

    11.8. − "Thunderbirds − Season 1"

    Die Familie Tracy rettet 2065 regelmäßig die Welt. Gerry Andersons Puppen-Trickserie (1966) genießt in England Kultstatus und wird nun auch in Deutschland in einer ordentlichen Box mit Bonusmaterial veröffentlicht.

    17.8. − "Verliebt in eine Hexe − Season One"

    Samantha Stephens nutzt ihre Kräfte als Hexe, um den Alltag einfacher und amüsanter zu gestalten. Die erste Staffel der kultigen Sitcom "Bewitched" (1964 bis 1972) in ihrer kolorierten Fassung mit Bonusmaterial.

    22.8. − "James und der Riesenpfirsich"

    Waisenjunge Jack reist durch die wundersame Welt eines Riesenpfirsichs. Nach dem beliebten Kinderbuch entstandener Animationsfilm (1996), der nach neun Jahren schon etwas altbacken wirkt.

    23.8. − "The Snake King"

    Die Suche nach einem Jungbrunnen führt Forscher im Amazonas ins Jagdgebiet eines mehrköpfigen Killerfisches. Nach "Frankenfish" und Konsorten ein weiteres Monster-Filmchen (2005) aus der Schmiede Nu Image für den Sci-Fi Channel.

    24.8. − "Spawn − Director's Cut"

    Topagent Al Simmons kehrt als Superheld Spawn von den Toten zurück. Neuauflage des wenig erfolgreichen Comic-Streifens (1997) mit Audiokommentar und Dokus.

    24.8. − "White Skin"

    Ist die mysteriöse Albino-Frau Claire eine Killerin? Ungewöhnlicher Mystery-Thriller (2004) des frankokanadischen Regie-Neulings Daniel Robi.

    26.8. − "Die Maske 2"

    Der Sohn des Comic-Zeichners Tim Avery wird der neue Träger der Maske. Die unglaublich schwache und gefloppte Fortsetzung (2004) ohne Jim Carrey bietet viele Extras auf DVD, bleibt aber trotzdem ein Fehlkauf.

    28.8. − "Herrscher einer versunkenen Welt"

    Überlebende eines Ballonabsturzes landen auf einer mysteriösen Insel. An den Jules-Verne-Roman "Die geheimnisvolle Insel" angelehnte europäische Produktion (1973) mit Omar Sharif, die nun erstmals restauriert auf DVD erscheint.

    29.8. − "Kibakichi − Der Dämonenkrieger"

    Kibakichi, selbst Träger des Werwolf-Fluchs, kämpft gegen Monster und Dämonen. Außerhalb Japans kaum bekannter Fantasy-Actioneer (2003), der nicht viel zu bieten hat.

    29.8. − "Long Weekend"

    Ausflug in die Natur wird für Camper zum Alptraum. Leicht veralteter, aber immer noch spannender australischer Horror-Thriller (1978) mit abgefahrenen Ideen, der in seinem Heimatland Kultstatus hat und auf DVD mit Audiokommentar, Trailer und Bilder-Galerie daherkommt.

    SF-Zone

    Die üblichen Verdächtigen auch diesen Monat: B-Horror von der Stange und eine Hand voll Geheimtipps wie "One Point Zero".

     

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    Das neue Shuttle: Kliper

    Die Zukunft der russischen Raumfahrt − und der europäischen?

    Es hat sich einiges getan, seit die russische Raumfahrtbehörde im Februar 2004 ankündigte, einen bemannten Raumgleiter namens Kliper als Nachfolger für die altgediente Soyuz-Kapsel zu entwickeln. Mit der Ankündigung der europäischen Raumfahrtagentur ESA, sich an dem Projekt beteiligen zu wollen, sind dessen Realisierungschancen deutlich gestiegen. In Anbetracht der Tatsache, dass eine solche Kooperation Kliper wohl auch zu einem wichtigen Element in zukünftigen europäischen Raumfahrtplanungen machen würde, ist eine nähere Betrachtung des Vorhabens angebracht.

    Kliper soll zu Beginn des nächsten Jahrzehnts die Soyuz-Kapseln ablösen, die nun schon seit über 40 Jahren Kosmonauten und, seit Ende des Kalten Krieges, auch westliche Astronauten sowie hin und wieder auch einen "Touristen" in den Weltraum bringen. Auch wenn dieses Arbeitspferd der sowjetisch-russischen Raumfahrt seine Zuverlässigkeit und Sicherheit sowie seine Wirtschaftlichkeit seit dem ersten Start 1961 immer wieder unter Beweis gestellt hat, so hat es über die Jahre hinweg doch wiederholt Bestrebungen gegeben, Soyuz durch ein neues Raumfahrzeug zu ersetzen.

    In den 80er-Jahren entwickelte man den Buran-Raumtransporter, das sowjetische Pendant zum amerikanischen Spaceshuttle, das diesem frappierend ähnlich sah. Doch wie sein amerikanisches Vorbild war auch der russische Shuttle sehr teuer im Betrieb, weitaus teurer als die Wegwerf-Soyuz-Kapseln. Dies führte dazu, dass das Projekt Anfang der 90er-Jahre, nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, eingestellt wurde. Nach dem ersten und zugleich letzten (unbemannten) Testflug im November 1988 wurde die Buran-Raumfähre zusammen mit weiteren Exemplaren, deren Fertigstellung bis zu diesem Zeitpunkt unterschiedlich weit vorangekommen war, eingemottet. Inzwischen ist die Infrastruktur des Buran-Programms weitgehend verfallen. Der Buran-Orbiter selbst wurde 2002 zerstört, als die Decke der Halle, in der er gestanden hatte, einstürzte. Es ist deshalb unwahrscheinlich, dass der russische Spaceshuttle noch einmal zurückkommen wird, auch wenn es in den russischen Medien immer wieder derartige Meldungen gibt.

    Neben Buran gab es in den vergangenen zwei Jahrzehnten weitere Anstrengungen, einen Nachfolger für Soyuz zu entwickeln. Allerdings produzierte keines dieser Entwicklungsprogramme flugfähige Hardware.

    Ein Raumschiff für das 21. Jahrhundert

    Im Jahr 2000 startete das Raumfahrtunternehmen RKK Energia auf Anfrage der russischen Raumfahrtbehörde einen neuen Anlauf. Energia hat bislang alle bemannten russischen Raumfahrzeuge entwickelt, einschließlich der Soyuz.

    Aufbauend auf verschiedenen Studien, sowohl aus den 90er-Jahren als auch aus Sowjet-Zeiten, entwickelte man das Konzept eines kleinen, auf den Crewtransport ausgelegten Raumfahrzeugs. Der grundsätzliche Ansatz war der eines so genannten Lifting body, das heißt, das Raumfahrzeug sollte so geformt sein, dass sein Rumpf selbst Auftrieb erzeugen würde. Auf Flügel könnte so verzichtet (und damit Gewicht gespart) werden, und doch hätte das Vehikel einige der Vorteile eines geflügelten Gleiters; höhere Manövrierfähigkeit und geringere g-Belastungen als bei einer Kapsel beim Wiedereintritt in die Atmosphäre. Für Kliper konnte man hier auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen, da bereits zu Zeiten der sowjetischen Raumfahrt mit Lifting bodies experimentiert und auch in den 90er-Jahren auf diesem Gebiet weiter geforscht worden war. Kliper hätte in dieser Form Fallschirme zur Landung genutzt.

    Der Design-Prozess ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Nachdem es Anfang 2004, als erste Entwürfe präsentiert wurden, noch so aussah, als würde Kliper ein reines Lifting-body-Design werden, gibt es nun verstärkt Anzeichen, dass dem Raumgleiter doch noch Flügel wachsen könnten: Auf der Flugschau Le Bourget im Juni dieses Jahres wurde ein geflügeltes Kliper-Modell ausgestellt. Und ebenfalls im Juni 2005 bemerkte ein leitender Ingenieur, man sei sich nun zu 99 Prozent sicher, dass Kliper ein Raumfahrzeug mit kleinen Flügeln werden solle, die es ermöglichen würden, auf einer Rollbahn zu landen. Der Raumgleiter soll sechs Personen und weniger als eine Tonne Fracht transportieren können. Soyuz bietet maximal drei Personen Platz.

    Kliper ist primär für Missionen zur Internationalen Raumstation ISS konzipiert, wo er bis zu einem Jahr angedockt bleiben können und im Notfall als Rettungsboot fungieren soll. Doch er soll auch in der Lage sein, bis zu zehn Tage auf sich allein gestellt im Weltraum zu operieren. Das eröffnet die Möglichkeit, dass das neue Vehikel, in modifizierten Versionen, auch bei bemannten Missionen zum Mond und schließlich zum Mars zum Einsatz kommen könnte. Auch wenn solche Pläne zum jetzigen Zeitpunkt wohl nur als Spekulation angesehen werden müssen.

    Der grundlegende Aufbau des Raumfahrzeugs ähnelt dem der Soyuz: Es gibt ein Wiedereintrittsmodul und ein Orbitalmodul. Das Wiedereintrittsmodul ist allerdings im Gegensatz zum kapselförmigen Wiedereintrittsmodul der Soyuz wiederverwendbar. Bis zu 25-mal sollte dieses − einem Bügeleisen nicht unähnliche − Rückkehrmodul nach den Vorstellungen der russischen Ingenieure verwendet werden können, bevor eine Generalüberholung fällig würde. Das Orbitalmodul von Kliper, welches der Besatzung als Wohnraum dient und das Andocksystem beherbergt, soll direkt von der Soyuz übernommen werden. Es ist allerdings Teil eines neu zu entwickelnden Servicemoduls, in dem die Treibstofftanks für die Antriebssysteme sowie Wasser- und Sauerstoffvorräte für autonome Flugphasen untergebracht sind.

    Das Servicemodul (mit dem darin integrierten Orbitalmodul) befindet sich hinter dem Wiedereintrittsmodul. Das dritte Hauptelement des Raumfahrzeugs ist das Rettungsmodul, welches bei einem Unfall auf der Startrampe oder während des Aufstiegs in den Orbit die Besatzung im Wiedereintrittsmodul so schnell als möglich von der Rakete wegbefördern soll. Es könnte entweder als Rettungsturm an der Spitze des Raumfahrzeugs montiert werden (ähnlich wie bei der Soyuz) oder am hinteren Ende als Nutzlastadapter zwischen Kliper und der Trägerrakete sitzen. In letzterem Fall könnte die Antriebskapazität des Rettungsmoduls genutzt werden, um beim Erreichen der Umlaufbahn zu helfen, was Gewicht sparen würde.

    In der folgenden Übersicht finden Sie die wichtigsten Komponenten der Lifting-body-Version von Kliper. Das Rettungssystem ist hier in den Nutzlastadapter integriert.

    Die Trägerrakete: Eine offene Frage

    Derzeit ist noch unklar, welche Trägerrakete Kliper nutzen wird. Eine Möglichkeit wäre die Onega, eine stark überarbeitete Version der Soyuz-Trägerrakete. Diese Rakete mit einer neuen, leistungsfähigeren Oberstufe hätte eine etwa doppelt so hohe Nutzlastkapazität wie der Soyuz-Träger. Kliper ist denn auch etwa doppelt so schwer wie die Soyuz-Kapsel. Onega hätte den Vorteil, dass damit wohl auch die Soyuz-Startanlagen in Kourou, Französisch-Guiana, nutzbar wären, die dort zurzeit im Rahmen einer Kooperation zwischen der russischen Raumfahrtbehörde und der ESA entstehen. Sollte sich die ESA tatsächlich an der Entwicklung von Kliper beteiligen, wäre Onega wohl die nahe liegende Wahl.

    Dieser Träger wäre aber auch mit die teuerste Option, weshalb Energia bereits Alternativen ins Auge gefasst hat. Eine Möglichkeit wäre die in der Ukraine produzierte Zenith. Diese Trägerakte wird derzeit von Sealaunch, einem von Boeing geführten Unternehmen für kommerzielle Satellitenstarts, genutzt. In den 80er-Jahren wurde die Zenith außerdem als Booster für die mächtige Energia-Trägerrakete eingesetzt, auf deren Rücken auch Buran in die Erdumlaufbahn gebracht wurde. Gegen Zenith sprechen aus russischer Sicht vor allem politische Überlegungen, da man seit Ende der Sowjetunion versucht, die russische Raumfahrtindustrie auf dem eigenen Territorium zu konzentrieren. Die Nutzung eines in der Ukraine gefertigten Trägers würde diesen Bestrebungen zuwiderlaufen.

    Eine dritte Option wäre Angara, eine Trägerrakete mit modularem Design (ähnlich den amerikanischen Delta-IV- und Atlas-V-Raketen), die derzeit vom russischen Raumfahrtunternehmen Khrunichev entwickelt wird. Der genaue Status dieses Projekts ist allerdings unklar.

    Derzeitige Lage und Ausblick

    Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass die russische Regierung Gelder für die Entwicklung von Kliper im Raumfahrtbudget für die nächsten zehn Jahre (2006 bis 2015) eingeplant hat. Das Budget sieht insgesamt etwa 8,5 Milliarden Euro für diesen Zeitraum vor. Damit ist der rückläufige Trend in den russischen Raumfahrtausgaben, der seit Ende des Kalten Krieges vorherrschte, endgültig beendet. Wie groß der für Kliper vorgesehene Anteil an diesen Mitteln ist, wurde allerdings nicht bekannt. Die Kostenschätzungen für das Projekt schwanken gewaltig, die höchste liegt bei drei Milliarden Dollar.

    Seit der offiziellen Vorstellung des Projekts Anfang 2004 gab es von russischer Seite Versuche, finanzielle Unterstützung aus dem Ausland zu gewinnen. Zumindest die ESA scheint mittlerweile überzeugt. Jean-Jacques Dordain, der Leiter der europäischen Raumfahrtbehörde, will eine mögliche Beteiligung an Kliper auf die Tagesordnung der nächsten Ministerratssitzung setzen, die im kommenden Dezember in Berlin stattfinden wird. Noch ist unklar, ob es dabei zu einer festen Zusage kommen könnte oder ob erst einmal Vorstudien für eine Kooperation initiiert werden sollen. Auch Japan ist um Mithilfe gebeten worden und könnte eventuell die Realisierung von Kliper unterstützen.

    Sollten die Europäer an Bord kommen, würden sie den Russen nicht nur finanziell unter die Arme greifen, sondern sich auch aktiv an der Entwicklung einzelner Komponenten des Raumfahrzeugs beteiligen − und damit Know-how in Sachen bemannte Raumfahrt sammeln.

    Sollte Kliper tatsächlich innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre − der Zeitplan dürfte weitgehend von der Finanzierung abhängig sein − realisiert werden, so wäre damit die Versorgung der ISS auch nach dem geplanten Ausstieg der Amerikaner gegen Mitte des nächsten Jahrzehnts sichergestellt. Insbesondere wäre mit Kliper eine sechsköpfige Stammbesatzung der ISS möglich, da der neue Raumgleiter, anders als die Soyuz, im Notfall allen Crewmitgliedern Platz böte.

    Russland hat derzeit, anders als die NASA, keine konkreten Pläne für bemannte Missionen zum Mond oder zum Mars. Kliper wäre aber grundsätzlich für solche Expeditionen geeignet, was insbesondere für die ESA von Bedeutung ist. Der europäische Langzeitplan Aurora für die bemannte und unbemannte Erforschung des Sonnensystems sieht bemannte Flüge zum Mond nach 2020 und eine Landung auf dem Mars in den 2030er-Jahren vor. Kliper wäre ein interessanter Kandidat für solche Vorhaben, insbesondere, da die ESA bislang nicht über ein eigenes bemanntes System verfügt.

    Die Zukunft der bemannten Raumfahrt nimmt in diesen Tagen Gestalt an: bei der NASA in Form des Crew Exploration Vehicle (CEV) und bei den Russen und vielleicht auch den Europäern in Form von Kliper. Diese Schiffe, die heute nur auf dem Reißbrett existieren, werden vielleicht morgen Menschen zu den Monden und Planeten unseres Sonnensystems tragen.

    In Space

    Gero Schmidt berichtet von einem neuen russischen Shuttle.


     

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