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Trek BBS _ Outer Trek _ Eurovision

Geschrieben von: Adm. Ges 14. May 2014, 12:09

Es wird mal wieder Zeit für einen neuen Thread hier. Der ESC war ja immer ein gern diskutiertes Thema hier und in diesem Jahr hat es auch mal wieder einigen medialen Wirbel erzeugt.

Also, wer hat den ESC 2014 gesehen und was habt ihr dazu zu sagen?

Ich finde, Conchita Wurst hat völlig zu Recht gewonnen. Lied und Performance haben mir gut gefallen und ich hab tatsächlich 20 ct in eine SMS investiert. Der Beitrag aus den Niederlanden hat mir ebenfalls zugesagt, ich hätte allerdings nicht erwartet, dass er auf Platz 2 landet.

Gut gefallen hat mir auch den deutsche Beitrag, der in der Ausstrahlung nach Österreich und vor Schweden leider etwas deplatziert wirkte und vermutlich auch deswegen so untergegangen ist. Da hatte ich schon eine bessere Platzierung (TOP 10) erwartet. Armenien war aus meiner Sicht überbewertet, ebenso Ungarn. Über Polen kann man geteilter Meinung sein. Gesanglich fand ich den nicht so prall. Summer Summarum waren die Beiträge solide, aber auch viel 0815. Während der Ausreißer Polen relativ gut gepunktet hat, kam Frankreich nur auf den letzten Platz.

Wenig verständlich ist für mich die Diskussion um die Jury-Entscheidungen. Der 1. Platz bleibt nach allen Wertungsvarianten der 1. Platz. Auch die Niederlande haben den 2. Platz sicher. Erst bei 3 und 4 gibt es die erste Verschiebung je nach Wertungsskala. Der Erfolg gegen die Nachbarschaftsschieberei war in den letzten Jahren aber durchaus sichtbar, insofern finde ich die Mischung aus Televoting und Jury OK. Was mir allerdings fehlt, ist Verständnis für die Jury-Besetzung & Entscheidung in Deutschland, die so deutlich anders war.

Geschrieben von: Lex 14. May 2014, 15:34

So sehr ich auch den Kontrabass mag, das Lied fand ich absolut grausam und in diesem Feld nicht konkurrenzfähig. da gab es sehr viele bessere Beiträge und der Platz im hinteren Drittel geht für mich vollkommen in Ordnung.

Ich mochte die singenden Sozialarbeiter aus Island, Holland und Norwegen, aber auch Österreich hat mir gut gefallen. Der Sieg geht in Ordnung, auch wenn ich vermute, dass das weniger mit dem Song an sich zu tun hat. An das Lied wird sich in ein paar Tagen niemand mehr erinnern, an den Künstler aber sehr wohl.

Aus eben diesen Grund kann ich auch sehr gut verstehen, dass die deutsche Jury keine Punkte nach Österreich gab. Das sind Profi-Musiker, und wenn man NUR die musikalische Qualität bewertet, kann man durchaus 10 Titel besser bewerten. Letztendlich entscheidet hier auch der persönliche Geschmack.

Und die alljährliche Nachbarschaftshilfe-Diskussion können wir gerne wieder aufleben lassen. Solange aus Deutschland aber regelmäßig 8-12 Punkte in die Türkei gehen (falls sie denn vertreten ist), sollten wir da gaaaanz ruhig sein. Wir sind nicht besser.

Geschrieben von: Adm. Ges 14. May 2014, 20:24

So verschieden sind Geschmäcker. Das Ö-Lied ist bei mir ein Ohrwurm, was sicher auch daran liegt, dass ich Bond-Soundtracks mag. Auch der deutsche Beitrag hat mir gut gefallen. Island fand ich OK, aber nicht überragend, Norwegen hat mir auch sehr gut gefallen. Viele Titel fand ich aber auch einfach 0815 - dazu zählt für mich auch das drittplatzierte Schweden.

Zur Bewertung gehört aus meiner Sicht sowohl der musikalische Teil, als auch der Auftritt. Es muss sich ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Die Jurywertung wird nicht grundlos nach der Generalprobe durchgeführt. Ginge es nur um die Musik, dann würde ja der Tonbeitrag reichen. Der Auftritt der deutschen Jury war aus meiner Sicht im Rahmen der TV-Berichterstattung einfach unprofessionell. Insgesamt sehe ich natürlich trotzdem den Fotschritt und finde es wichtig, dass die Jury-Wertung auch veröffentlicht wird. So kann man ganz gut erkennen, welches Korrektiv wie gewirkt hat. Es funktioniert ja in beide Richtungen. Ein Lied, das die Jury gut findet, aber beim Publikum durchfällt, wird ja ebenso abgewertet. Insofern sehe ich ingesamt den richtigen Weg.

Geschrieben von: logan3333 15. May 2014, 04:11

Ich kann dazu nur sagen das mir der ESC völlig Wurst ist. mrgreen.gif

Geschrieben von: Voivod 15. May 2014, 12:00

Ich finde es gut, dass der Transvestit all die Schwulenhasser da draussen zum Hyperventilieren bringt! smile.gif Real life trolling, haha... Musikalisch ist dieser Trällerwettbewerb aber immer noch nicht so mein Ding. Trotzdem habe ich einige Songs gehört, man kommt ja nicht drumrum. Liftmusik halt, tut nicht weh...

Geschrieben von: JEAN-LUC 18. May 2014, 07:17

Lex, ich kann mich dir fast 100%ig anschließen. Beim Norweger paßten für meine Ohren Stimme und Lied nicht so perfekt zusammen, wie bei anderen Beiträgen (war da aber nicht der einzige Beitrag, bei dem mir das so gang). Österreich hat sicher auch durch den Hype (vor allem um den Künstler) im Vorfeld gute Chancen gehabt und in Kombination mit einem guten (Bond-)Song hat es dann eben zum Sieg gereicht. Schweden und Holland waren für mich rein musikalisch aber besser. Vollkommen unterbewertet fand ich persönlich Slovenien mit dem vorletzten Platz.

Geschrieben von: Tenner 6. Mar 2015, 11:39

Tatsächlich gibt es einen Thread hier, der sich mit diesem Thema beschäftigt. happy.gif

Wir sind gestern abend beim deutschen Vorentscheid für den ESC hängen geblieben. Hauptsächlich wegen der Schöneberger - herrliche Kodderschnauze, die sich auch selbst auf den Arm nehmen kann. smile.gif
Die Songs/Bands waren eher so lala. Gespannt war ich als WGT-Gänger der letzten Jahre auf Faun, die gerade dem Gothic-/Mittelalter-Genre entstiegen sind und jetzt auch mainstream mitdudeln. Vielleicht haben sie sich ja ein "unheiliges" Vorbild genommen, man weiß es nicht. Jedenfalls konnte ihr Lied nicht wirklich überzeugen. Auch meine beiden Favoriten schieden nach der ersten Runde leider aus. Danach war nur noch wichtig, daß nicht Laing (die vier schwitzenden Mädels auf den Fitness-Rädern) nach Wien fahren.
Zwischendurch habe ich mich gefragt, wie diese Show wohl klänge, wenn Dieter Thomas Heck sie moderieren würde wie seinerzeit die Hitparade. Und ja, dies sagt viel über mein Alter aus... *hust*

Und dann der Schocker ganz zum Schluß. Der gewählte Sieger sagt, er wäre gar nicht in der Verfassung, nach Wien zu fahren und gibt den Pokal an die Zweitplatzierte - hallo? Warum trete ich dann überhaupt an und gebe durch meinen Verzicht nicht einem anderen Künstler die Chance?? Nicht ganz verständlich...

Schlußendlich haben wir für Mai in Wien jetzt mit Ann Sophie einen Lena-/Nelly Furtado-Verschnitt, der zwar schön klingt, dem ich persönlich aber keine größeren Chancen beim Endauscheid einräume.

Geschrieben von: Matt 6. Mar 2015, 12:36

Ich sehe eher Parallelen zu Amy Winehouse. Das könnte durchaus zu Ann Sophies Vorteil sein. Andererseits hat sie mit ihrer leicht hyperaktiven Art und z.T. auch ihrem Aussehen ein wenig Ähnlichkeit mit Lena, das dürfte eher zu ihrem Nachteil ausfallen, denn daran werden sich die europäischen Voter noch erinnern können. Außerdem ist "Black Smoke" ein aus meiner Sicht höchst durchschnittlicher Song, der aus der ESC-Masse auch nicht sonderlich heraussticht. Es fehlt so ein bisschen das Alleinstellungsmerkmal. Sowohl optisch als auch musikalisch wird man wohl in der Masse untergehen und eher einen mittleren Platz belegen. Wäre jetzt meine Prognose. Eine gute Vertreterin ist Ann Sophie dennoch, hat anscheinend auch mehr in der Birne als Frau Meyer-Landrut, das ist zumindest für mich ein wichtiges Kriterium. (Wobei das freilich unfair ist, eine damals 17jährige mit einer 24jährigen zu vergleichen).

Was Herrn Kümmert angeht: Der ist wohl psychisch recht labil, da gab es in der Vergangenheit schon einige Vorfälle. Insofern nicht völlig überraschend, dass er sich vom ESC-Rummel überfordert sieht. Ich denke, er hat mitgemacht, um sich selbst etwas zu beweisen. Mit einem Sieg hat er im Leben nicht gerechnet und musste aus der Nummer dann irgendwie wieder rauskommen. Sehe ich jetzt nicht so tragisch. Eher sollte man fragen, ob nicht ein neues Voting durchgeführt werden sollte. Wenn Kümmert 52% zu 48% gewonnen hat, ist das vielleicht unnötig, bei 80% zu 20% wäre es durchaus wahrscheinlich, dass die 80% Anrufer für Kümmert durch Umverteilung auf die anderen Kandidaten einen anderen Sieger als Ann Sophie gewählt hätten. Aber natürlich ist das Prozedere bis zum ESC auch zeitlich schon streng durchchoreographiert, da dürfte schlicht keine Zeit für eine weitere Vorauswahl-Show sein.

Geschrieben von: Lex 6. Mar 2015, 12:37

Genau so sehe ich das auch. natürlich ist es seine freie Entscheidung, ob er nach Wien möchte oder nicht, vollkommen unabhängig von den Gründen. Aber dann hat er beim Vorentscheid schlichtweg nichts zu suchen. Das war eine extrem arschige Aktion, die sicher einige Sympathiepunkte gekostet hat.

Die Lieder fand ich alle entweder doof oder uninteressant. ich tippe auf einen Platz im unteren Drittel.

Geschrieben von: Matt 6. Mar 2015, 12:46

ZITAT(Lex @ 6. Mar 2015, 12:37) *
Das war eine extrem arschige Aktion, die sicher einige Sympathiepunkte gekostet hat.

So "arschig" fand ich das jetzt nicht. Er hat vielleicht sogar selbst geglaubt (bzw. man hat ihm eingeredet), dass er das schon wuppen könnte, wenn er gewinnt. Aber als er dann tatsächlich gewonnen hat (und damit gerechnet hat er vermutlich nicht wirklich) ist ihm erst richtig bewusst geworden, was das konkret bedeutet. Er ist eben offenbar psychisch recht labil, da werden nicht immer rationale Entscheidungen getroffen. Und sein Manager/seine Plattenfirma hat angesichts der ESC-Chance wohl auch eher Dollarzeichen als sein Wohlergehen im Blick gehabt.

EDIT: Und Barbara Schöneberger rult. smile.gif

Geschrieben von: Lex 6. Mar 2015, 12:58

Sollte er tatsächlich mit dem festen Vorsatz, nach Wien zu fahren, in den Vorentscheid gegangen sein und erst im Verlauf der Sendung entschieden haben, dass das wohl doch nicht sein Ding ist, okay. Doof, aber okay.

Ein "ich mach mal mit, wenn ich gewinne, steig ich halt aus" ist schlichtweg unfair denen gegenüber, die sich über den Startplatz gefreut hätten und gerne ihr Land beim ESC vertreten würden. Nur bei einer Wahl anzutreten um zu schauen, ob man sie gewinnen kann, und dann "Ätsch, ich geh nach hause" sagen, finde ich moralisch äußerst zweifelhaft.

EDIT: Ich will damit nicht sagen, dass ich das nicht nachvollziehen kann. Ich find's nur doof.

Geschrieben von: Matt 6. Mar 2015, 22:59

Ich weiß natürlich auch nicht sicher, dass er den Vorsatz, bei einem eventuellen Sieg trotzdem nicht nach Wien zu fahren, nicht schon vor der Veranstaltung gefasst hat. Ich habe aber keinen Grund gleich die negativst mögliche Interpretation anzunehmen. Was über Kümmerts frühere Eskapaden bzw. psychische Verfassung bekannt ist, genügt zur Erklärung der Vorkommnisse vollkommen. Da braucht es keine zusätzliche Arschigkeit.

Apropos Arschigkeit (was 'ne Überleitung): Ich erinnere mich an meine Teenager-Jahre, wo ich zugegebenermaßen recht gern die Spielshow "Bube, Dame, Hörig" auf SAT.1 angesehen habe - mit der bezaubernden Assistentin Babsi, heute besser bekannt als Barbara Schöneberger. Diese ist heute eine erfolgreiche und intelligente Fernsehmoderatorin (siehe nicht nur ESC-Vorentscheid), während ihr damaliger "Boss", Elmar Hörig, nach seinem damaligen Rausschmiss zu einen bitteren, wirren alten Mann mutiert ist, der auf seiner Facebook-Seite (die ich bewusst nicht verlinke) gegen Ausländer hetzt, Verschwörungstheorien verbreitet und Pegida unterstützt.

Aber zurück zum ESC. smile.gif

Geschrieben von: JEAN-LUC 7. Mar 2015, 05:58

Amy Winehouse?!? Aber im Leben nicht - die hatte nämlich eine Stimme, die für solche Jazz-Nummern geeignet war!!! Was man über Ann Sophie nicht sagen kann. Ich sage ihr in Österreich ein klägliches Scheitern im hinteren Drittel oder eher noch Viertel voraus.

Geschrieben von: Matt 7. Mar 2015, 07:43

Das sehe ich dann doch ein wenig anders. Im Gegensatz zur einer gewissen Frau Meyer-Landrut hat Ann Sophie nicht nur ein Stimmchen, sondern tatsächlich eine Stimme. Und sie trifft sogar die Töne. Das Problem ist nur, dass die Stimme nicht aus der Masse heraussticht. Lena stach gerade deswegen heraus, weil ihre Stimme nicht perfekt war (und den gelegentlichen schiefen Ton aufwies).

Die Parallelen zu der stimmlich relativ unverwechselbaren Winehouse sind darum auch überschaubar, zumindest wenn man es rein auf das Musikalische bezieht. Ich meinte oben auch eher "das Gesamtpaket", d.h. ein bisschen Ähnlichkeit bei den Songs, ein bisschen Ähnlichkeit bei der Stimme und ein bisschen Ähnlichkeit im Aussehen, so dass sie mich *insgesamt* ein wenig an Winehouse erinnert hat. Solche Vergleich sind aber natürlich eh immer fragwürdig und vor allem höchst subjektiv. Oben wurde Nelly Furtado genannt. Die sehe nun wiederum *ich* nicht.

Geschrieben von: Lex 7. Mar 2015, 16:01

Genau das sage ich ja immer wieder. Du brauchst keine gute Sängerin. Du brauchst keinen tollen Song. Damit kommt man nicht weit. Was man braucht ist eine auffallende Persönlichkeit und einen Song, der im Gedächtnis bleibt, wenn es ans Voten geht. Das war bei Juliane Werding Nicole so. Die Konkurrenz hat tolle Standardkost geboten, aber dann sitzt da plötzlich ein junges Mädchen, nur mit einer simplen Gitarre bewaffnet und liefert ein wunderschönes Lied ab.

Horn und Raab gehörten zu den Bestplatzierten deutschen Acts der letzten 20 Jahre. Bestimmt nicht, weil sie so begnadete Sänger sind und die Lieder handwerklich perfekt waren. Und dann Lena... Wir sind uns denke ich alle einig, das sie nicht Gottes Geschenk an die Sängerzunft ist. Aber sie war mal wieder was anderes, das Lied blieb im Kopf. Da ist es bei mir immer noch. Und es hat auch nicht geschadet, das Raab vorher MASSIV Werbung gemacht hat. Das Team Raab/Lena ist in den Wochen vor dem ESC durch zahllose ausländische Fernsehstudios getourt, unter anderem. Viele andere Länder kannten schon lange vor der Show "diese Lena", dieses verrückte Huhn. Die haben alles richtig gemacht.

...und jetzt haben wir eine gute Sängerin mit einem harmlosen Liedchen. Die wird beim ESC in etwa so auffallen wie ein Regentropfen im Rhein. Ich tippe mal stark darauf, das Deutschland nächstes Jahr nicht Austragungsort sein wird. Wie oben schon erwähnt, tippe auch ich auf einen Platz im unteren Drittel.


EDIT: Amy Winehouse gehört übrigens zu den ganz wenigen Sängerinnen/Sängern, bei denen ich sofort den Sender wechsle. *grusel*

Geschrieben von: Matt 7. Mar 2015, 22:34

Könnte es vielleicht sein, dass du Juliane Werding mit Nicole verwechselst? Erstere hat IMO nie am ESC teilgenommen. Nicole dagegen saß mit der Klampfe schüchtern auf der Bühne und spielte "Ein bisschen Frieden" (und das auch noch dreisprachig, wenn ich mich nicht irre). *Das* hat in der Tat Eindruck gemacht. Vielleicht spielst du aber auch auf eine andere Begebenheit an, bei der Werding tatsächlich involviert war. Ist nicht direkt mein Spezialgebiet. wink.gif

Deine anderen Analysen unterschreibe ich vollkommen. Marketing ist halt heutzutage zum Siegen ein wichtiger Bestandteil. Die Voter müssen sich beim Anrufen irgendwie an einen bestimmten Song erinnern. Dabei hilft es, wenn 1) die Zuschauer ihn vorher schon mal gehört haben (Ohrwurmfaktor, siehe Raabs PR-Tour), oder 2) der Song musikalisch heraussticht, oder 3) die Künstler optisch herausstechen. Dieses richtig zu dosieren, ist aber enorm schwer, weil der Grad zwischen "Herausstechen" und "übertriebenen Effekten" sehr schmal ist. Mit großer Oberweite oder schrillen Kostümen allein holt man auch keinen mehr hinterm Ofen hervor. Da muss zumindest ein wenig Substanz dahinterstecken. Insgesamt ist ein Sieg also nicht sicher planbar, man kann aber einiges tun, dass man zumindest vorn mit dabei ist.

Geschrieben von: Lex 7. Mar 2015, 23:38

Natürlich Nicole, nicht Werding. Mea culpa.

Geschrieben von: Mel 8. Mar 2015, 17:38

Wobei anno Nicole Standardkost bedeutete, dass jeder Teilnehmer in seiner Landessprache singt (mit Ausnahmen) und die Teilnehmeranzahl kleiner... und daher immer dieselben... war.

Abwärts ging's imho mit dem Grand Prix Eurovision de la Chanson (der Name war quasi schon ein VHS-Kurs für Franze I ;-)), seit fast alle in Englisch singen und die zig Vorentscheide (national/europaweit) stattfinden. In den letzten 15 Jahren hat's auch kaum ein Gewinner des Eurovision Song Contest geschafft, langfristig 'richtig' im Geschäft zu bleiben.
Man kann die Musik von Nicole, Vicky Leandros, Udo Jürgens und Co mögen oder nicht - viele Namen und Lieder sind immer noch im Radio präsent. Johnny Logan wird sogar auf allen Sendern gespielt, nicht nur in den Renterprogrammen. ;-)) Lordi oder eben auch unser Guildo sind - im besten Fall - noch auf Sampler-CDs ("das war 2006!") zu finden; oder werden totgeschwiegen. Ein Hype und nichts dahinter.
Unter anderem weil die 'Künstler'' diese Bezeichnung nicht verdienen. Sie wurden für den einen Moment gut in Szene gesetzt, ja. Aber von dauerhafter Qualität kann da nicht die Rede sein.
Die Show wirkt mittlerweile mehr wie 'Europa sucht den SuperStar (für 2 Wochen)', als der ursprüngliche Liederwettbewerb.

Ich habe den Grand Prix als Kind/Teenie geliebt, inkl. Kassettenrekorder an den Fernseher anschließen und Lieder aufnehmen und so. :-) Die letzten Jahre mache ich nicht mal mehr aus Langeweile den Fernseher an. Auch das Tamtam um den ESC ist mir zu viel. Letztes Jahr haben wir zum Ende reingeschaltet und es wirkte eher wie die große Schöneberger & Jones-Show, als eine Zusammenfassung des ESC und die Anschlussparty. Aber dann wieder, wenn schon Elaiza (sp?) nix gerissen haben, 's Barbara hat sich gut in Szene gesetzt.

Da ich also vom Event an sich eh nichts mehr als reißerische Titel in der Bild erwarte, passt der diesjährige Vorentscheid gut in mein ESC-Bild. Im Grunde ist es auch egal, welche Blindschleiche wir nach Wien schicken. Wir kriegen unsere 2 Punkte aus Österreich und irgendjemand mit einem kurzen Rock (oder guten Marketingabteilung) wird schon gewinnen. Darf dann Conchita-mäßig seine 5 Minuten-Berühmtheit für die 'große Message' einsetzen und... bang - 2016 der gleiche Zenober in Nicht-Berlin. [/desillusioniert]

Geschrieben von: Matt 8. Mar 2015, 20:09

Ich bin nicht sicher, ob man beim ESC mit der Losung "Früher war alles besser" weiterkommt. Die erste Liga der Schlagersänger hat schon damals nur selten teilgenommen, allerdings war der ESC (bzw. wie er damals hieß, der "Grand Prix Eurovision de la Chanson") gelegentlich ein Sprungbrett für Nachwuchskünstler. Leute wie Jürgens, Leandros etc. waren zum Zeitpunkt ihres Auftritts nicht sonderlich bekannt. Allerdings erinnert man sich heute an die meisten Künstler ebenfalls nicht mehr. Wer kennt noch Margot Hielscher? Margot Eskens? Inge Brück? Natürlich gibt es Ausnahmen, und du hast einige genannt, aber insgesamt sind die meisten doch eher in der Versenkung verschwunden (zurecht).

Auch musikalisch war das damals nicht substanzieller, nur anders. Damals dominierte der klassische Schlager, heute sind eher moderne Poparrangements (gelegentlich mit Elementen anderer Stilrichtungen) angesagt. Freilich sind die meisten Songs austauschbar und kalt/emotionsbefreit, aber das galt damals (unter anderen Vorzeichen) ebenfalls.

Eines ist aber natürlich richtig: Damals gab es viel weniger Teilnehmer, so dass man es deutlich schwerer hatte, in der Masse unterzugehen.

Geschrieben von: Matt 23. May 2015, 23:55

Dass Ann-Sophie nicht sonderlich gut abschneiden würde, hatte ich ja prognostiziert. Dass es aber *so* schlecht werden würde (wenn ich mich nicht irre, sogar das schlechteste deutsche Abschneiden in der 60jährigen Geschichte des Wettbewerbs), hätte ich nie erwartet. Und das, obwohl auch die Performance meiner Ansicht nach sogar noch einen Tick besser als beim deutschen Vorentscheid war. Man kann daraus nur eines schließen: Der Song wurde allgemein als grottig empfunden und auch mit Ausstrahlung konnten wir nicht punkten. Wenigstens hat Österreich auch nicht mehr Punkte... wink.gif

Schwedens Sieg für mich ein wenig überraschend (hätte Russland ganz vorne erwartet), aber nicht unverdient. Gute Nacht.

Geschrieben von: Voivod 23. May 2015, 23:58

Ich mag den Siegersong... unsure.gif Gute Lyrics, doppelbödig. wink.gif

Geschrieben von: Adm. Ges 24. May 2015, 01:39

Ich denke der Startplatz Nummer 17 mittendrin hat da auch seinen Beitrag zu geleistet. Da fällt es noch schwerer herauszustechen. Dank "Nachbarschaftshilfe" sind die wirklichen Grotten etwas weiter vorn gelandet. Ich bin jetzt mal auf die Tabellen gespannt, die die Ergebnisse in Jury- und Zuschauervoting aufsplittet. Morgen mehr, jetzt geht es erst mal ins Bett. wink.gif

Geschrieben von: Tenner 24. May 2015, 14:09

Hmm, wenn ich mir den Siegersong des Schwedenhappens so in Erinnerung rufe, dann fallen mir vor allem drei Dinge auf, die überzeugt haben:
- eingängiger Song, der im Ohr bleibt
- coole Performance (wenn auch mit einer Menge Technik)
- sympathische Ausstrahlung

Davon konnte der deutsche Beitrag leider nur Ansätze in die Waagschale werfen. Und auch die Russin überzeugte da nicht so wirklich, zumal sie dann auch noch SEHR auf die Tränendrüse drückte. Alles in allem wohl ein verdienter Sieg. Das ein oder andere Pünktchen hätte sich doch gerne für Ann-Sophie verirren können. 0 Punkte werden ihr mE nicht gerecht.

Geschrieben von: Adm. Ges 24. May 2015, 23:16

Ich hab mir jetzt mal die Tabellen angeguckt. Zwischen den Punkten und den tatsächlichen Abstimmungsergebnissen gibt es schon recht heftige Verzerrungen.

Die Jurys haben vor allem Schweden, Russland und Lettland gepusht. Klarer Publikumssieger wäre Italien geworden, das wiederum von vielen Jurys deutlich schlechter gewertet wurde. Deutschland bewegte sich recht solide im Mittelfeld mit ein paar Ausreißern nach unten. Wenn ich mich nicht verzählt habe, gab es 4x den undankbaren 11. Platz in der Gesamtwertung - also knappstmöglich an den Punkten vorbei.

Der aus meiner Sicht schlechteste Beitrag kam aus Albanien. Ich habs nicht gezählt, aber auch bei den Jurys lag Albanien besonders häufig hinten. Albanien hat klar von der Balkan-Connection profitiert, denn in Mazedonien und Montenegro gab es keine Jury, sondern 100% Publikumsentscheid.

Also ganz einfach nur großes (statistisches) Pech für Deutschland für einen soliden Mittelfeldbeitrag.

Schweden finde ich als Sieger völlig OK. Einzig das fehlende Intro ist mir negativ aufgefallen - der Typ singt einfach los. Russland fand ich auch recht stark, aber ebenfalls zu stark auf die Tränendrüse drückend. Italien hat mir auch gut gefallen, insofern geht der 3. Platz für den Publikumgssieger in Ordnung. Estland war mein persönlicher Favorit und hat sich mit einem Top10-Platz gut geschlagen. Israel hat mich überrascht, den "Golden Boy" sah ich deutlich weiter oben.

Geschrieben von: JEAN-LUC 25. May 2015, 06:19

Enttäuschend ... Nein, damit meine ich nicht das deutsche Abschneiden (das hatte ich in etwa so erwartet), sondern den diesjährigen ESC insgesamt. Da war nichts dabei, das mich absolut überzeugen konnte. Und die Abstimmungsergebnisse haben wieder mal ein übriges geliefert - Norwegen lag bei mir viel weiter vor diesen 0-8-15-Effekt-Nummern auch Schweden und Russland - mit Italien als Sieger hätte ich da noch leben können. Das Ding heißt doch immer noch Song- und nicht Performance-Contest!

Geschrieben von: Mel 25. May 2015, 07:42

ZITAT(Adm. Ges @ 25. May 2015, 00:16) *
Die Jurys haben vor allem Schweden, Russland und Lettland gepusht. Klarer Publikumssieger wäre Italien geworden, das wiederum von vielen Jurys deutlich schlechter gewertet wurde. Deutschland bewegte sich recht solide im Mittelfeld mit ein paar Ausreißern nach unten. Wenn ich mich nicht verzählt habe, gab es 4x den undankbaren 11. Platz in der Gesamtwertung - also knappstmöglich an den Punkten vorbei.


Wenn du noch ein bisschen rechnest, gewinnen wir vielleicht doch noch... der Titel war ja im Vorentscheid auch nur Nr. 2 und reiste dann doch nach Wien... ;-))

zum Gewinner: Congrats! Eine Runde Charts bitte und dann never to be heard of again. Aber für die Best Of 2015-Sampler macht er was her.

@Jean-Luc: sehe ich ähnlich. Wobei hier auch viele Lieder nicht überzeugt haben.
War es von der Musik besser, waren die Texte grottig und vice versa. Ggf. schneiden sich da viele ins eigene Fleisch. Englisch kann fast jeder, da fallen Textschwächen schneller auf. Israel hatte seine Grand Prix-Blütezeit bis Ende der 80er. Seit Mitte der 90er hat sich beim ESC die Teilnahmezahl etc pp verändert, aber in Landessprache zu singen hat Ofra Haza und Dana International nicht geschadet.

Aber nun gut... nächstes Jahr: gleiche Zeit, gleicher Ort? ;-)

Geschrieben von: Adm. Ges 25. May 2015, 09:59

ZITAT(Mel @ 25. May 2015, 08:42) *
Aber nun gut... nächstes Jahr: gleiche Zeit, gleicher Ort? ;-)


Aber sicher! wink.gif

Einen wirklichen Favoriten hatte ich in diesem Jahr auch nicht. Estland hat mir da noch mit am Besten gefallen. Aber auch die viel gescholtene Trash-Nummer von der Insel fand ich gut. Generell freue ich mich über etwas Abwechslung anstelle von 0815-Einheitsbrei. Insofern fand ich auch den unaufgeregten ruhigen Beitrag aus Zypern toll und freute mich, dass er ins Finale kam.

Neben Albanien, das von Herrn Urban zu Recht gescholten wurde, empfand ich Litauen als einen der schwächsten Beiträge. Idee und Performance waren gut und der Kuss kann durchaus als kleines Highlight gewertet werden. Aber musikalisch passte es überhaupt nicht.

Ich bin gespannt, welche Selbstzerfleischungs- und Verleugnungsprozesse nun in Deutschland (wieder) einsetzen, nachdem der Lena-Klon-Versuch derart in die Hose ging.

Geschrieben von: Matt 25. May 2015, 10:14

Nur ein paar vermischte Gedanken zu den bisherigen Posts:
- Klar sind bestimmte Startplätze besser als andere, aber der Sieger hatte z.B. Platz 10, auch nicht gerade optimal. Daran hat es IMO null gelegen.
- Klar heißt es Song- und nicht Performance-Contest, aber die Performance (Gesamtlänge, Anzahl erlaubter Personen etc.) ist strikt reglementiert. Man kann da nicht alle Geschütze auffahren, die man vielleicht gern wollte. Wer es innerhalb dieses Korsetts dann schafft, seinen mittelprächtigen Song etwas zu kaschieren, tut nichts Verbotenes. Verhindern kann man die Wirkung "optischer Reize" ohnehin nicht, da die Ausstrahlung des Künstlers immer noch hinzu kommt.
- Ann-Sophie ist kein Lena-Klon. Anderer Stil, ganz andere Stimme. Insofern greift diese Einschätzung zu kurz. Die schlechte Bewertung hat darum auch nichts damit zu tun, dass die europäischen Voter gegen Lena abgestimmt hätten.
- gleiche Zeit, gleicher Ort? Das glaub ich nicht, Tim. Äh, Tom. Es sei denn, Österreich wird vom letzten auf den ersten Platz gesetzt und muss die Show ausrichten. wink.gif

Geschrieben von: Adm. Ges 25. May 2015, 11:04

Also wenn wir mal die Startplätze rein nummernmäßig auswerten, dann würde ich etwa 1-10 und die letzten 5 als die "Besseren" und die dazwischen als die "Schlechteren" bewerten. Natürlich spielt das für die wirklich guten Stücke keine Rolle, denn sie werden sich immer durchsetzen. Ansonsten sehe ich da aber schon einen minimalen(!) Einfluss für die Punktevergabe des Publikums. Oh ein Eichhörnchen...

Auch die Nachbarn spielen natürlich eine Rolle. Die Stücke davor und dahinter laufen ja nahezu ohne Pause. Da bleibt ein stärkeres Stück, das nach einem Schwächeren kommt, natürlich eher in Erinnerung und hat damit beim Voting auch größere Chancen. Andersrum wird auch ein Gutes Stück federn lassen, wenn davor ein absoluter Knaller läuft. Insofern sehe ich die Startplatzierung eben als einen Faktor an, der die Bewertung mit beeinflusst. Auch wenn der recht gering ist, könnte es für einen Platz Unterschied und damit 0 oder 1 Punkt entscheiden. Für die vorderen Plätze spielt das natürlich keine Rolle.

Natürlich ist Ann-Sophie kein Lena-Klon. Da wollte ich ein wenig provozieren. Gewisse Parallelen sind aus meiner Sicht aber durchaus vorhanden, insofern hab ich einfach mal etwas übertrieben. wink.gif

Mir ist übrigens recht egal, wo der Contest stattfindet, denn dafür wurde die Fernübertragung per Television erfunden. mrgreen.gif

Geschrieben von: Mel 25. May 2015, 12:34

ZITAT(Matt @ 25. May 2015, 11:14) *
- gleiche Zeit, gleicher Ort? Das glaub ich nicht, Tim. Äh, Tom. Es sei denn, Österreich wird vom letzten auf den ersten Platz gesetzt und muss die Show ausrichten. wink.gif


Ich habe das jetzt eher auf die ESC-Unterhaltung hier im Forum bezogen, als den tatsächlichen Austragungsort des Sängerwettstreits... ;-))

Und ja, 'performt' wurde schon immer beim ESC. Und kurze Röcke an dünnen Mädels haben seltenst die Chancen auf den Sieg geschmälert... aber wenn ich mir den Schweden-Måns und sein Strichmännchen ansehe (was toll gemacht ist!), hat das für mich nichts mehr der einfachen Präsentation des Lieds zu tun. Wer zum (Live-) Singen noch tanzen und Klavierspielen kann: go for it! Aber zu hoffen, dass ein mittelprächtiges Liedchen von einem feurigen Hintergrund und teurer Bühnendeko aufgewertet wird und so zum Sieg fühlt - neeee, da kann ich auch DSDS, X-Factor und Co. gucken. ;-)

Geschrieben von: logan3333 25. May 2015, 15:25

Nicht das ich mich normalerweise für den ESC auch nur ansatzweise interessiere, allerdings sind die Votings und die Expertenjury immer doch sehr stark politisch geprägt oder irre ich mich da? Die Concita Wurst hat doch nur gewonnen weil man Putin mit dem LGBT Vorzeigekünstler eines auswischen wollte. Und in diesem Jahr hat man wohl solidarisch gegen die einseitige Russlandpropaganda den Russischen Akt hochgestimmt? confused4.gif

Geschrieben von: Matt 25. May 2015, 16:41

Das ist ja das schöne: Man kann sich alles drehen, wie man es gerade braucht. Wenn Russland weit hinten gelandet wäre, hätte man das als untrügliches Zeichen gedeutet, dass die böse westliche Anti-Russland-Propaganda schon ganze Arbeit geleistet hätte. Nein, Politik spielt natürlich eine kleinere Rolle, aber eben keine dominante. Gerade die Jurys (so hofft man zumindest) sollen ja gerade ausschließlich die Musik in den Vordergrund stellen.

Geschrieben von: logan3333 25. May 2015, 16:58

Kann sein, so oder so ist es doch alles großteils uninspirite weichgespühlte auf den Mainstream zugeschnittenes Gedudle daß mich egal wer oder was oder von wo auch immer singt an Modern Talking erinnert. Das man den österreichischen Beitrag auf Null gesetzt hat verwundert mich nicht, aber wo war der deutsche Beitrag so viel anders als die meisten anderen? Alles doch nur musikalische Tütensuppe, ohne Charakter. mrgreen.gif

Geschrieben von: Voivod 25. May 2015, 19:01

^Äh, hast du den finnischen Beitrag gehört? Das war zwar arg dick und plump aufgetragene P.C., aber Mainstream war das nicht! laugh.gif Wäre der Song etwas massentauglicher gewesen und die Behindis nicht ganz so hässlich, hätten die Finnen gewonnen. Da haben die Finnen wohl die Leidensbereitschaft des Publikums überschätzt. Trotzdem mein Sieger! wink.gif Rock on, guys! smile.gif

Geschrieben von: JEAN-LUC 26. May 2015, 05:25

Ach ja PC ... vielleicht hätte die polnische Teilnehmerin ihren Rollstuhl doch nicht so unter/ hinter dem Kleid tarnen sollen - ein paar Punkte hätte das sicher noch bringen können.

Geschrieben von: Voivod 26. May 2015, 06:21

^Uh, da hatte es noch eine Rollstuhlfahrerin? Ertappt, ich habe die Sache gar nicht geguckt und kenne nur den Schweizer Beitrag (grässlich), den Song der Finnen (habe eine kleine Doku über die Jungs gesehen, echter Punk, Ärger in der Wohngruppe wird gleich zu einem wütenden Song verwurstet) und den Siegersong, weil ich in die Punktvergabe reingezappt und auf youtube nachgeguckt habe, wie denn der Gewinner so klingt... unsure.gif

Geschrieben von: Adm. Ges 26. May 2015, 07:53

Boah, jetzt haben die Medien auch gerechnet und es beginnt die peinliche Seite der Ergebnis-"Aufarbeitung". Knapp vorbei ist auch daneben und 0 oder 4 Punkte macht jetzt auch nicht DEN Unterschied, als dass man da jetzt auf den 4 11. Plätzen rumreiten müsste. Feststellen (so wie ich es versucht haben) wäre ja in Ordnung, jetzt aber gleich wieder auf die Tränendrüse zu drücken ist so BILD.

Geschrieben von: Matt 26. May 2015, 10:05

Die "Aufarbeitung" ist insofern hilfreich, dass sie zeigt, dass Ann-Sophie in den einzelnen Ländern relativ oft Plätze zwischen 11 und 20 belegt hat (Jury und Telefonvoting zusammengerechnet). Sowohl der durchschnittliche als auch der mediane Platz ist Platz 17 (von 27). Und eben nicht Platz 26. Das entspräche dann auch exakt einem Mittelfeldplatz, wie von vielen (auch hier) vorhergesagt. Das Problem ist halt, dass nur die Plätze 1-10 Punkte bekommen. Es bedarf also einiger "Ausreißer", um Punkte zu bekommen. Und diese Ausreißer hatte Ann-Sophie nicht, die relativ homogen überall nur "durchschnittlich" ankam. Dieses "Winner takes it all"-Wahlsystem, das ja auch bei der US-Präsidentenwahl alle vier Jahre für Diskussionen sorgt, hat also auch hier zugeschlagen. Da haben dann die Länder einen Vorteil, die aufgrund starker Länder-Connections immer so zwei bis drei hohe Wertungen dabei haben, selbst wenn sie überall sonst unter ferner liefen rangieren.

Es fällt auch auf, dass die 11. Plätze von Ann-Sophie (mit Ausnahme von Ungarn) alle aus Nachbarländern stammen, wo ja in den Grenzregionen immer ein wenig geschummelt wird. Würde man das korrigieren (wobei Korrekturfaktoren natürlich unmöglich zu schätzen sind), würde man auch hier vermutlich wieder eher bei Platz 17 landen.

Außerdem fällt auf, dass die Jurys den Song tendenziell besser bewerten als die Anrufer. Angeblich (ich kann das aber mangels Sprachkenntnissen nicht überprüfen) ist in den meisten Ländern vom Kommentator erwähnt worden, dass Ann-Sophie nur "zweite Wahl" ist, weil der Sieger zurückgezogen hat. Wenn das stimmt, könnte das die Anrufer natürlich beeinflusst haben. Die Jurys sollten davon eher unbeeinflusst sein. Außerdem könnte das darauf hindeuten, dass der Song eher musikalisch überzeugt hat (mich allerdings nicht) als in Bezug auf Massenkompatibilität. (Falls wir mal unterstellen, dass sich letzteres bei den Televotern gegenüber musikalischer Kompetenz eher durchsetzt).

EDIT: Korrektur: Nachdem nun alle Tie-Breaker angewendet wurden, belegt Deutschland doch Platz 27 statt 26 (also den letzten Platz).

Geschrieben von: Adm. Ges 26. May 2015, 23:30

Es gibt einen Unterschied zwischen Aufarbeitung und "Aufarbeitung". Das, was du geliefert hast ist Ersteres, das was einige Medien betreiben Letzteres.

Geschrieben von: Tenner 25. Feb 2016, 20:46

So, liebe Freunde des guten Geschmacks. Es ist mal wieder Zeit für den deutschen Vorentscheid für den ESC - unser Song für Stockholm.

Bislang macht die gute Babsi als Moderatorin mal wieder den besten Eindruck! mrgreen.gif

Geschrieben von: Jewels 25. Feb 2016, 22:23

Na Mensch, wenn das nicht mal 0 Punkte gibt...

Geschrieben von: Matt 26. Feb 2016, 07:48

Moment mal. 17 Jahre? Region Hannover? Björk-mäßige Stimme und Erscheinung? Gesangswettbewerb gewonnen? Da war doch was... Okay, Lena war damals beim Vorentscheid schon ein Jahr älter. Und bei ihr war der Nachname ein Doppelname, nicht der Vorname. Und auf Manga stand sie auch nicht sonderlich. Aber sonst? Sonst fallen mir beim besten Willen keine Unterschiede ein.

Wenn Jamie-Lee jetzt noch den Nachnamen weglässt, dann... ja, dann klingt es eher nach Ann-Sophie. Reimt sich sogar. Schwierig.

Solide Popnummer (Rihanna-esque) mit vernünftiger Stimme. Etwas Lolita-Charme (leider sonst keine nennenswerte Bühnenausstrahlung) mit schrägem (Manga-)Outfit. Das sollte für einen Mittelfeldplatz reichen. Bei politischer Abstimmung gegen Merkels Politik eventuell auch hinteres Mittelfeld. Aber für ganz hinten wird es ebenso wenig reichen wie für ganz vorn. Da darf man sicher sein. Letzteres übrigens auch deshalb nicht, weil die Raabsche Promo-Tour durch Europa fehlen wird. (Andererseits glaube ich ganz grundsätzlich nicht, dass JL das Zeug zur zweiten Lena hätte).

Kurz ein Wort zu Platz 2 und 3. Alex Diehl mir persönlich trotz netter Message ein Spur zu anbiedernd. Kam nicht so authentisch rüber wie vielleicht gehofft, sondern eher mit einem Schuss Kalkül. Das wird Anrufer gekostet haben. Avantasia war für mich als altem Meat-Loaf-Fan natürlich ein innerer Reichsparteitag, auch wenn der Song eher nach schlechtem Meat-Loaf-Outtake klang. Nach dem Motto: Wie schreibe ich einen prototypischen Bombast-Rocksong mit allen Ingredienzen aus dem Jim-Steinman-Baukasten. Und einem Schuss Bon Jovi. (EDIT: Der Song wurde wohl wirklich für eine Kollaboration mit ML geschrieben, aber von diesem abgelehnt. Ich weiß warum.)

Geschrieben von: Adm. Ges 26. Feb 2016, 12:19

Eine püppchenhafte Manga-Maus mit leichter Ähnlichkeit zu Jennifer Lawrence singt ein Stück, bei dem mich gewisse Details an das Vorjahr erinnerten. Solide Nummer, aber zu 08/15 um weit nach vorne zu kommen. Mittelfeld halte ich ebenfalls für möglich.

Alex Diehl war mein persönlicher Favorit, wirkte mir aber auch eine Tick zu dick. Trotzdem denke ich, dass damit eine Platzierung im vorderen Mittelfeld oder gar ein Überraschungserfolg (Top 5) möglich gewesen wäre.

Wirklich peinlich fand ich den Auftritt von Ralph Siegel. Stück und Mädel waren völlig austauschbar. Kleid und Leuchteffekte reichen nicht, um sich da abzuheben. Gut, dass das Ding nicht in die Top 3 gekommen ist. Ob da sein peinlicher Fast-Heulanfall mit zu beigetragen hat?

Nuja, ich kann mit dem Ergebnis leben. Es hätte schlimmer kommen können. Barbara Schöneberger hat wieder eine wunderbare Show geliefert.

Geschrieben von: Lex 11. May 2016, 12:37

Nach dem ersten Halbfinale sehe ich gar nicht mehr so schwarz für unser Mangamädel. Das war ja mal gar nix. Alles stinklangweilige Songs. Einzig Holland und Ungarn fand ich ganz okay, aber einen potenziellen Siegertitel konnte ich da jetzt nicht finden. Mal schauen, was Donnerstag noch so kommt.

Inzwischen gefällt mir übrigens unser Erfolgssong vom letzten Jahr richtig gut, zumindest in https://www.youtube.com/watch?v=3Y3RoiqzMWU.

Geschrieben von: Matt 11. May 2016, 19:59

Aus Zeitgründen werde ich wie gehabt nur das Finale verfolgen können, habe aber schon mal wohlwollend zur Kenntnis genommen, dass es Österreich dieses Jahr ins Finale geschafft hat. Ist nicht Russland bei den Buchmachern ganz vorn? Und waren die nicht im 1. Halbfinale schon dabei? Dein Eindruck?

Geschrieben von: Lex 11. May 2016, 20:37

Also, wäre der ESC ein Grafikdesing-Wettbewerb, wäre Russland ganz weit vorne. Komplett durchgestylte Choreografie mithilfe der Videohintergründe. Das Lied selber habe ich nicht mehr in Erinnerung, was kein gutes Zeichen ist.

Geschrieben von: Matt 11. May 2016, 21:48

Okay, Videohintergründe und durchgestylt, das hört sich nach dem Versuch an, das Erfolgsrezept von Måns Zelmerlöw zu kopieren; vielleicht nicht musikalisch (hab den Song noch nicht gehört), aber optisch-konzeptuell. Na mal schauen, wie stark die europäischen Zuhörer im Finale den Song gewichten, und wie stark die "Grafik".

Geschrieben von: Blaidd_Drwg 11. May 2016, 22:24

Der russische Teilnehmer hat wohl Russland als ein sicheres Land für Homosexuelle erklärt. Im verlinkten Artikel ist ein nettes Bild. Der Blick vom Nebenmann spricht schon Bände. Und überhaupt, wollten die Russen nicht aus Protest wegen Conchita Wurst zu Hause und ihre eigenen Grandprix veranstalten?

http://www.queer.de/detail.php?article_id=26099

Geschrieben von: Adm. Ges 11. May 2016, 22:35

Ich bin passend zur Halbzeit nach Hause gekommen. Da lief gerade der russische Beitrag und wirkte auch musikalisch recht stimmig.

Als dann die Votings anstanden und der Schnelldurchlauf kam, stach der Beitrag definitiv heraus. Ebenso unsere Nachbarin Zoe aus Autriche - vor allem natürlich wegen der französischen Präsentation, aber ich fand es auch insgesamt stimmig. Die Niederlande hatte ich nicht komplett gehört, aber auch die stachen im Schnelldurchlauf positiv heraus. Griechenland und San Marino wirkten auch noch interessant, aber die haben es ja (leider?) nicht geschafft. Stattdessen sind auch wieder ein paar 0815-Schmonzetten im Finale gelandet. Nicht gegen die nette Dame aus Aserbaidschan, aber ich hätte den Beitrag z.B. nicht im Finale gebraucht.

Morgen dürfte ich dann auch die Zeit für das komplette Halbfinale haben. Das Finale am Sonnabend könnte hinten raus etwas lang werden, denn ich hab vorher noch einen Dienst. Aber gut, eigentlich hätte ich bis 23 Uhr arbeiten müssen, da bin ich natürlich glücklich über den Tausch.

Geschrieben von: Lex 11. May 2016, 23:28

Dummerweise ist an diesem Samstag ja auch die Fedcon. Laut Programm kommt 19:45 der Shatner-Bill, danach um 20:45 Terry Farrell. Mal schauen, was mir an dem Abend wichtiger ist.

Geschrieben von: Jewels 12. May 2016, 07:06

ZITAT(Lex @ 12. May 2016, 00:28) *
Dummerweise ist an diesem Samstag ja auch die Fedcon. Laut Programm kommt 19:45 der Shatner-Bill, danach um 20:45 Terry Farrell. Mal schauen, was mir an dem Abend wichtiger ist.


Kennen wir jemanden, der ein Zimmer im Maritim hat? Zimmer-Grand-Prix-Party!!!!!! Ansonsten gewinnt Terry Farrell, auf die freue ich mich schon.

Geschrieben von: Adm. Ges 12. May 2016, 09:28

ZITAT(Jewels @ 12. May 2016, 08:06) *
ZITAT(Lex @ 12. May 2016, 00:28) *
Dummerweise ist an diesem Samstag ja auch die Fedcon. Laut Programm kommt 19:45 der Shatner-Bill, danach um 20:45 Terry Farrell. Mal schauen, was mir an dem Abend wichtiger ist.


Kennen wir jemanden, der ein Zimmer im Maritim hat? Zimmer-Grand-Prix-Party!!!!!! Ansonsten gewinnt Terry Farrell, auf die freue ich mich schon.


Terry hat auf jeden Fall ein Zimmer im Maritim. wink.gif

Geschrieben von: Matt 12. May 2016, 09:53

ZITAT(Adm. Ges @ 12. May 2016, 10:28) *
ZITAT(Jewels @ 12. May 2016, 08:06) *
ZITAT(Lex @ 12. May 2016, 00:28) *
Dummerweise ist an diesem Samstag ja auch die Fedcon. Laut Programm kommt 19:45 der Shatner-Bill, danach um 20:45 Terry Farrell. Mal schauen, was mir an dem Abend wichtiger ist.


Kennen wir jemanden, der ein Zimmer im Maritim hat? Zimmer-Grand-Prix-Party!!!!!! Ansonsten gewinnt Terry Farrell, auf die freue ich mich schon.


Terry hat auf jeden Fall ein Zimmer im Maritim. wink.gif

Und das ist am Samstagabend auch noch frei!1!!1elf!!! mrgreen.gif

Geschrieben von: Voivod 12. May 2016, 21:17

Ist der Schweizer "Song" schon durch? Sonst zappe ich nicht rein! laugh.gif Dem Geträller konnte man kaum entkommen in letzter Zeit. Der Refrain bereitet körperliche Schmerzen. "Laaast of our kiiiiiiind!", ächz. Grausam, ein Fall für Amnesty International. Edit: He cool, habe reingezappt und da rockt Georgien. Muss nicht weitergucken. Gebt den Jungs den Pokal und fertig! smile.gif

Geschrieben von: Adm. Ges 12. May 2016, 23:34

Du musst du wohl doch das Finale gucken, denn Georgien hat es tatsächlich geschafft. Die Schweiz ist dagegen rausgeflogen - zusammen u.a. mit Norwegen, Dänemark und Irland. Schade um Norwegen, der Titel hatte mir gut gefallen.

Ansonsten war das zweite Halbfinale gefühlt stärker als das Erste - von dem ich allerdings auch nur die zweite Hälfte gesehen habe.

PS: @Schwein war böse und hat meine Tweets ignoriert. wink.gif

Geschrieben von: Lex 13. May 2016, 00:00

Schwein war halt sehr beschäftigt mit twittern. Er hat keine Finger, da dauert das Tippen halt auch länger.

Geschrieben von: Voivod 13. May 2016, 07:42

Was muss ich gucken, Ges? Den Siegersong habe ich ja schon gehört, eben Georgien. Alles andere als Platz 1 wäre ja Schiebung. Sowas würde ich mir sogar freiwillig anhören, also unabhängig vom ESC meine ich... wink.gif

Naja, vielleicht zappe ich am Samstag echt mal rein und rufe für Georgien an. Beim Geträller der anderen Schlagerfürze kann man ja auf stumm schalten. Kenne nur noch den deutschen Song, bitte erschießt mich, das geht doch nicht! Und das Kindchen hat nicht mal einen Bart, nur komischen Kopfschmuck. Singen kann das Mädchen immerhin, aber das reicht nicht. Also bleibt nur Georgien! rock.gif salut.gif

Geschrieben von: Lex 13. May 2016, 09:20

Ich mochte Holland. Nachbarschaftshilfe und so... Wir werden uns wohl Terry Farrell anschauen und dann den Rest des ESC genehmigen.

Geschrieben von: Adm. Ges 13. May 2016, 22:23

Ist Terry denn auch tatsächlich da? wink.gif

@Voiv: Den niederländischen Song finde ich auch ganz nett. Mit etwas ähnlichem haben sie es ja schon mal auf die vorderen Plätze geschafft. Bei Georgien stört mich weniger der Song. Ich mag dieses Lichtgeblitze einfach nicht - auch ohne Epileptiker zu sein. Den deutschen Beitrag finde ich jetzt nicht besonders schlecht, aber auch nicht herausragend.

Geschrieben von: Lex 13. May 2016, 23:18

Ja,sowohl Terry als auch Julie Benz sind tatsächlich anwesend smile.gif

Schwein hat auch schon ein Foto gemacht, mit dem Todd aus Scrubs



@Matt: SO Sachen verpasst du, wenn du kein Facebook hast smile.gif


Geschrieben von: Voivod 15. May 2016, 05:34

Soso, Georgien hat also nicht gewonnen, dafür ein seltsamer Song aus der Ukraine. Naja, sicher nicht das schlechteste Lied, immerhin teilweise in der Landessprache. Und die Russen und ihre europäischen Fans regen sich jetzt garantiert ziemlich auf, lol!

Geschrieben von: JEAN-LUC 15. May 2016, 06:06

... was vermutlich auch der eigentliche Grund für den Sieg war. Anders kann zumindest ich es nicht nachvollziehen, dass sich beim Publikum eine solche große Anzahl an Punkten gefunden hat (anders als Malta, das bei der Jury auch richtig gut dastand und leider beim Publikumsvote eingebrochen ist).
Auch nicht verstehen kann ich die Bewertung der israelischen, ungarischen, litauischen und lettischen Jaul-Barden. Die hätte ich persönlich klar hinter Deutschland gesehen.
Schade, dass das Publikum eine bessere Platzierung der Tschechei, der Niederlande sowie von Malta und Spanien verhinder hat - umgekehrt hat es die Jury für diesen sympatischen österreichischen LSD-Tripp versaut. Wobei es schön zu sehen war, endlich mal mitzubekommen, wo und wie Jury und Publikum auseinander gehen.

Geschrieben von: Matt 15. May 2016, 07:11

Ein paar vermischte Gedanken:
- Deutschland hat seine Jury nach dem Kriterium zusammengestellt, wer gerade ein neues Album rausbringt oder auf Tour ist und darum einen Reeperbahn-Auftritt dringend zur Promo nötig hat. Da kommen dann Leute wie Anna Loos, Namika, Sarah Connor raus, die null(!) musikalischen Sachverstand besitzen. Wenn das alle Länder so machen (bei einigen kommt sicher auch noch die "richtige" politische Einstellung als Kriterium hinzu), dann muss man sich über die Juryvoten nicht wundern. Aktuell ist das in jedem Fall keine musikalisch objektive Bewertung von Musikexperten, wie ursprünglich intendiert, sondern einfach ein zweites Zuschauervotum, nur mit sehr kleiner Anruferzahl.
- Dennoch: Ohne Jury wäre der politische Scnwanzvergleich zwischen Russland und der Ukraine noch krasser ausgefallen. So konnte man ihn zumindest ein bisschen durch Australien kaschieren. Am Ende war das allen Ernstes eine europaweite Abstimmung für bzw. gegen Russland und deren Krim-Politik - im Rahmen eines Musikwettbewerbs -, was wieder mal sehr schön zeigt, wozu Volksabstimmungen führen.
- Der ukrainische Song war sehr wohl politisch, wenn auch clever präsentiert, so dass die EBU da keine Handhabe hatte, irgendwas zu verhindern. Und wenn es die Zuschauer nicht kapiert haben, weil es für sie zu subtil verpackt war, dann haben sicherlich die Kommentatoren ihr übriges getan, den Hintergrund zu erläutern, wie es auch Peter Urban getan hat. Voilà, politische Abstimmung in Gang gesetzt.
- musikalisch waren sowohl Ukraine als auch Russland dürftig, wenngleich der ukrainische Beitrag musikalisch wenigstens noch was konnte, während der russische Beitrag so eintönig war, dass man das Grafik-Konzept des Vorjahressiegers abkupfern musste.
- Jamie-Lee hat vermutlich am Ann-Sophie-Syndrom gelitten (auch wenn die genauen Punkte noch nicht veröffentlicht sind), d.h. überall Platz 13-16 gibt am Ende halt trotzdem keine Punkte, auch wenn die Rangsumme niemals Platz 26 ergeben würde. Insgesamt war der Song aber auch eher schwach bis mittelprächtig, und das fehlende Bühnencharisma (ich fand Jamie-Lee gestern sogar auch noch ein wenig ängstlich auf der Bühne, das mag aber täuschen) hat dann sein übriges getan. Eine politische Abstimmung gegen Deutschland/Merkel kann man nicht ausschließen, war aber keineswegs der entscheidende Faktor, sondern maximal ein Nebenaspekt.
- Georgien und auch Österreich haben gezeigt, dass man zumindest im Mittelfeld landet, wenn man irgendwie aus der Einheitsmasse heraussticht. Vielleicht hätte man also mit Avantasia mehr gerissen, auch wenn der Song eher peinlich war.

Soviel dazu. Später dann vielleicht etwas systematischer.

Geschrieben von: logan3333 15. May 2016, 07:51

mrgreen.gif Ich fühle mich in meiner Ansicht das der Eurovision Song Contest eine politische Veranstaltung ist bestätigt, das Ergebnis zeigt das der alte Spruch: "Die NATO hält die Russen draußen und die Deutschen unten." stimmt. *wegrenn* mrgreen.gif

Geschrieben von: Adm. Ges 16. May 2016, 15:45

ZITAT(Voivod @ 15. May 2016, 06:34) *
Soso, Georgien hat also nicht gewonnen, dafür ein seltsamer Song aus der Ukraine. Naja, sicher nicht das schlechteste Lied, immerhin teilweise in der Landessprache. Und die Russen und ihre europäischen Fans regen sich jetzt garantiert ziemlich auf, lol!


Ja, da brauchte man kein Hellseher zu sein. Ist schon peinlich, wie Russland jetzt das betrogene Land miemt. Wenn sich jemand über die Jury beschweren darf, dann wäre das die Polen, die in beiden Durchgängen bei den Jurys deutlich schlechter als bei den Zuschauern wegkamen. Dafür haben sie Australien (und nicht die Ukraine) "überhypet". Vor allem aber haben die russischen Zuschauer der Ukraine 10 Punkte und umgedreht die Zuschauer der Ukraine sogar 12 Punkte an Russland vergeben.

Dennoch stoßen mir, wie Matt, die Jury-Wertungen eher negativ auf. Das Konzept der Teilung in Jury und Publikum begrüße ich - das brachte wieder Spannung in die Punktevergabe und sorgt auch für ein wenig mehr Ausgeglichenheit. Allerdings hatte ich nicht immer das Gefühl, dass die Jurys tatsächlich im Sinne der künstlerischen Leistung abgestimmt haben, was ja eigentlich die Aufgabe sein soll.

Die (Nicht-)Wertung für Deutschland tut natürlich weh. Ich empfand das Bühnenbild als eines der Besten am Abend. Das Manga-Outfit sollte für genug Aufmerksamkeit und Wiedererkennungswert gesorgt haben und das Lied fand ich nicht unbedingt schlecht, aber vom Hocker hat mich der Beitrag nicht gerissen. Im Mittelfeld hätte ich ihn aber durchaus erwartet. Ich denke schon, dass die Politik hier auch eine Rolle spielt und der Song für ein anderes Land besser abgeschnitten hätte.

In Summe fand ich den Wettbewerb diesmal aber abwechslungsreich und (auf eher niedrigem Niveau) ausgeglichen. Es gab keinen Song, der für mich so richtig herausgeragt hat. Belgien und Österreich haben mir ganz gut gefallen. Russland hat für mich zu sehr auf Kopie des Vorjahreserfolges gesetzt, insofern hat es mich gefreut, dass die Buchmacher diesmal kein Recht behielten. Der Beitrag aus der Ukraine war durchaus in Ordnung, aber ich denke, dass hier tatsächlich die politische Komponente den Ausschlag gegeben hat. Auf jeden Fall war es ein unterhaltsamer Abend und die Neuregelung der Punktevergabe ist für mich ein voller Erfolg, auch wenn Deutschland wieder letzter wurde.

Geschrieben von: penumbra 17. May 2016, 10:43

Zunächst fand ich den Contest dieses Jahr tatsächlich mal ganz gut, auch was die Lieder angeht. Zum Glück nur wenige dramatische Balladen und viele eingängige (wenn auch eher seichte) Songs.

Ich kann mit dem Gewinn der Ukraine durchaus leben. Der Song hat eine Botschaft (und ja, die bezieht sich nicht nur auf "1944"), ist aber auch handwerklich gut gemacht. Die Sängerin hat auch durchaus was drauf, denn den Pathos des Liedes hat sie gekonnt rüber gebracht, ohne dass es zu aufgesetzt wirkte. Sie war nicht meine Favoritin, aber ich bin auch nicht unglücklich mit dem Sieg.

Zu meinen Favoriten zählte Schweden, auch wenn "If I Were Sorry" vielleicht ein bisschen stark an Justin Bieber angelehnt ist. Der Song war trotzdem sehr entspannt und hat die Halle ohne viel Schnickschnack bewegt, dass ist immer beeindruckend. Außerdem mochte ich Spanien mit "Say Yay" sehr gerne. Das war eine authentische Happy-Go-Lucky-Nummer, die ich sehr eingänglich fand. Schön auch, wie die Halle beim österreichischen Beitrag gebebt hat - war ja auch stimmungsvoll und gut performt.

Was Jamie Lee angeht: Für die Kleine tut es mir ein wenig Leid, verdient hat sie einen letzten Platz sicher nicht. Aber: Ihr Song und ihre Performance waren Mittelmaß, durch und durch. Und Platzierungen in der Mitte bringen eben gar keine Punkte. Ich habe irgendwo gelesen, dass nach dem neuen System selbst Ann-Sophie 29 Punkte erhalten hätte... Mal schauen, was wir uns nächstes Jahr einfallen lassen. So lange nicht wieder eine Xavier-Naidoo-Schnapsidee bei raus kommt.

Ich mag aber trotzdem eine Lanze für das Unpolitische des Wettbewerbs brechen: Wir meckern immer so viel über Stimmschiebungen und Länder, die nur ihre Nachbarn bepunkten. Aber in den letzten zehn Jahren hätten die Siegerinnen und Sieger des Wettbewerbs doch kaum unterschiedlicher sein können. Nicht nur, was ihre Herkunft angeht sondern auch die Lieder und Performances, die gewonnen haben. Dass dieses Jahr mal wieder ein eher ernstes Lied gewinnt, möchte ich da vielleicht auch ein bisschen dem Zeitgeist zusprechen. Und das Duell Russland gegen Ukraine kam tatsächlich nur durch die neue Punkte-Präsentation. Nach dem alten System oder wenn die Reihenfolge andersrum gewesen wäre (erst Televoting dann Jury), hätten wir die Situation so gar nicht gehabt.

Geschrieben von: Adm. Ges 17. May 2016, 13:53

Ja, der schwedische Beitrag hatte mir auch ganz gut gefallen, der spanische Song traf weniger meinen Geschmack. Dafür waren Italien und Tschechien durchaus OK, wobei letzteres als "0815-Ballade" am Ende auch nur den vorletzten Platz erreichte. Aber immerhin war ja schon die Teilnahme am Finale ein großer Erfolg.

An der Posse um Naidoo störte mich vor allem, dass das einfach so ausgeklüngelt wurde. Gut, das Votum der Fans im dann schnell zusammengeschusterten Vorentscheid hatte uns Jamie-Lee "eingebrockt", aber einen Vorentscheid an sich finde ich durchaus sinnvoll. Die Schweden z.B. fahren damit ja auch ganz gut. Allerdings war auch beim Vorentscheid nichts dabei, was mich wirklich vom Hocker gerissen hätte. Alex Diehl mit "Nur ein Lied" hätte mir persönlich besser gefallen, aber ich hab keine Ahnung, ob der Beitrag am Ende besser angekommen wäre. Fakt ist, das deutsche Publikum hat eine andere Wahl getroffen, die am Ende leider nicht gestochen hat.

Ich hätte auch kein Problem damit auf einen Vorentscheid zu verzichten, auch wenn ich das sehr schade fände, so lange das Ganze ordentlich kommuniziert wird und ein vernünftiges Auswahlverfahren stattfindet. Auch bei der Auswahl der Jury würde ich mir etwas mehr Transparenz wünschen.

Geschrieben von: Matt 17. May 2016, 14:06

Noch ein Nachtrag: Wenn man nur die Publikumswertungen anschaut, belegt Jamie-Lee Rang 24, immerhin noch knapp vor UK und Tschechien. Auch bei ihr waren es also die Jurys, die den Ausschlag für den letzten Platz gegeben haben. Der mediane Platz allerdings ist Rang 22 (Jury) und 21 (Publikum), so dass sich das nicht viel nimmt. Beim Publikum gab es halt noch ein paar wenige Ausreißer (Österreich, Schweiz), die die Punkte eingefahren haben. Würde mich aber nicht wundern, wenn das deutsche Expats bzw. Menschen im Grenzgebiet waren... Man kann also sagen, dass Jamie-Lee nicht am Ann-Sophie-Syndrom gelitten hat, sondern durchweg pro Land noch mal ungefähr vier bis fünf Plätze schlechter eingestuft wurde. Ist aber auch egal, denn Rang 16 gibt genauso null Punkte wie Rang 21.

@penumbra: Welche Songs einem am besten gefallen, ist ja zum Glück Geschmackssache, insofern kein Kommentar zu deinen Lieblingssongs. Es wäre aber schön gewesen, wenn *alle* Zuschauer nach ihren musikalischen Präferenzen abgestimmt hätten und das nicht zu einem lächerlichen Politikwettstreit zum Thema Krim-Annexion gemacht hätten.

ZITAT(penumbra)
Und das Duell Russland gegen Ukraine kam tatsächlich nur durch die neue Punkte-Präsentation. Nach dem alten System oder wenn die Reihenfolge andersrum gewesen wäre (erst Televoting dann Jury), hätten wir die Situation so gar nicht gehabt.

Eines habe ich jedoch nicht verstanden: Wieso hätte es das Problem nach alter Punktepräsentation nicht gegeben? Ich habe jetzt keine Seite mit entsprechenden Rechnungen zur Hand, aber bisher war es doch so, dass Publikumsvoting und Jury bereits *vor* der Punktezuordnung vereinigt wurden. Hätte man das dieses Mal wieder gemacht, hätte es doch sicherlich in der Spitze keine großen Verschiebungen gegeben, oder etwa doch? Kann mir nicht vorstellen, dass Russland dann gewonnen hätte. Und da die genaue Stimmenverteilung doch hinterher sowieso transparent gemacht wird, hätte sich Russland trotzdem ob der Diskrepanz zwischen Anrufern und Jurys benachteiligt gefühlt.

Und hätten wir erst Televoting gehabt und dann die Jurys, wäre es für Russland sogar noch offensichtlicher geworden: Nach Publikumsvoting alleine hätte Russland nämlich gewonnen, d.h. die hätten nach der 1. Abstimmungsrunde geführt (so wie andersrum Australien). Und nach der 2. Runde (Jury-Stimmen) wären sie dann auf Platz 3 zurückgefallen. Kann mir auch hier nicht vorstellen, dass es dann weniger russische Verschwörungstheorien gegeben hätte.

Geschrieben von: penumbra 17. May 2016, 22:10

ZITAT(Matt @ 17. May 2016, 15:06) *
@penumbra: Welche Songs einem am besten gefallen, ist ja zum Glück Geschmackssache, insofern kein Kommentar zu deinen Lieblingssongs. Es wäre aber schön gewesen, wenn *alle* Zuschauer nach ihren musikalischen Präferenzen abgestimmt hätten und das nicht zu einem lächerlichen Politikwettstreit zum Thema Krim-Annexion gemacht hätten.

ZITAT(penumbra)
Und das Duell Russland gegen Ukraine kam tatsächlich nur durch die neue Punkte-Präsentation. Nach dem alten System oder wenn die Reihenfolge andersrum gewesen wäre (erst Televoting dann Jury), hätten wir die Situation so gar nicht gehabt.

Eines habe ich jedoch nicht verstanden: Wieso hätte es das Problem nach alter Punktepräsentation nicht gegeben?


Du unterstellst da ein wenig, dass alle Zuschauerinnen und Zuschauer, die für Russland oder die Ukraine angerufen haben, politisch motviert waren. So schwer vorzustellen, dass beide Lieder durchaus gut gemacht waren, auch wenn sie sehr unterschiedlichen Appeal hatten? Ich finde halt, dass die Ergebnisse der vergangenen Jahre eher gegen politisches Voting und Nachbarschaftsdienste sprechen... ansonsten könnten wir uns vor osteuropäischen ESCs ja kaum retten.

Die "Russland vs Ukraine"-Situation hat sich doch vor allem am Ende, bei der Bekanntgabe des Televotings ergeben, oder? Nach dem alten System hätte es diesen direkten Showdown eher nicht gegeben, auch weil Australien und Polen jeweils bei Jury bzw. Televoting sehr gut weggekommen sind. Aber letztlich sollte dieses neue System ja gerade die Spannung steigern... und das ist durchaus geglückt.

Politischer fand ich übrigens schon eher die deutsche Jury-Entscheidung... 12 Punkte für Israel, als einziges Land. Dabei fand ich gerade den Song ungefähr genauso mittelmäßig wie Jamie Lees "Ghost".

Geschrieben von: Voivod 17. May 2016, 22:24

^Ein offen schwuler Jude aus Israel hat doch ein Abo für die maximale Punktzahl aus Germany, alles andere hätte mich überrascht! tongue2.gif

Hey, das ist immer noch ein Trällerwettbewerb, krass, wie die Sache die Zeitungsspalten füllt(e). Australien hätte gewinnen sollen, schon um des Friedens in Europa willen. Deutschland muss kapieren, dass die meisten Leute den Mangalook einfach peinlich fanden. Nur eine winzige Minderheit steht auf Frauen, die wie 7-jährige Comicfiguren rumlaufen. V.a. die Strümpfe, also please...! laugh.gif wink.gif

Geschrieben von: Matt 18. May 2016, 07:16

ZITAT(penumbra)
Du unterstellst da ein wenig, dass alle Zuschauerinnen und Zuschauer, die für Russland oder die Ukraine angerufen haben, politisch motviert waren. So schwer vorzustellen, dass beide Lieder durchaus gut gemacht waren, auch wenn sie sehr unterschiedlichen Appeal hatten?

Nein, nicht dass das *alle* gemacht haben, sondern viele. Oder sagen wir besser: *zu* viele. Ausschalten kann man solche Reflexe beim Publikum nie. Da wäre dann nur die Alternative, das Publikum gar nicht mehr abstimmen zu lassen, aber das will ja auch keiner.

ZITAT
Ich finde halt, dass die Ergebnisse der vergangenen Jahre eher gegen politisches Voting und Nachbarschaftsdienste sprechen... ansonsten könnten wir uns vor osteuropäischen ESCs ja kaum retten.

Jein. Erstens sind die Ergebnisse der letzten Jahre zunächst erst einmal unabhängig von den diesjährigen Ergebnissen. Schlüsse aus den Vorjahren ziehen zu wollen, ist also sehr mutig. Zweitens müssen wir verschiedene politische Ebenen trennen: (i) Es gibt zum einen die berühmt-berüchtigten nachbarschaftlich-freundlichen Punktevergaben. Das hat man leider immer dabei (hier spielen neben Landessympathien auch Expats eine Rolle sowie "Grenzgänger", die nur zum Zwecke des Votings mal kurz über die Grenze fahren). Genau solche Effekte gab es früher viel stärker und sollten durch die Jurys abgemildert werden, was bisher auch (einigermaßen) geklappt hat. Dennoch gibt es immer noch Länder, bei denen man schon genau weiß, wem sie 12 Punkte geben werden. Aber das sind, wie gesagt, Nebenerscheinungen, die maximal die hinteren Ränge tangieren. (ii) Zum anderen gibt es die unmittelbaren Publikumsreaktionen auf (semi-)aktuelle politische Konflikte. In diesem Sinne wurden die 12 Punkte von Russland für Conchita Wurst als Volksabstimmung gegen Putins Homosexuellen-Politik interpretiert. In diesem Sinne wurde auch das deutsche Abschneiden letztes Jahr (und teilweise auch dieses Jahr) als Abstimmung gegen Merkels Europa- und Flüchtlingspolitik interpretiert (ob jeweils zurecht oder nicht, ist eine andere Frage). Und in diesem Sinne kann man auch die aktuelle Abstimmung als Reaktion auf die russische Krim-Politik deuten. Diese aktuellen politischen Effekte sind statistisch auch viel stärker als die Nachbarschaftseffekte, so dass erstere die letzteren überlagern. Zusammengefasst: Die Nachbarschaftsvoten wurden in den letzten Jahren durch die Jurys einigermaßen erfolgreich ausgeglichen (sind aber noch da), wobei dieser Effekt umso mehr verwässert, je weniger musikalischen Sachverstand die Jurys besitzen (siehe meine obigen Ausführungen). Die Reaktionen auf aktuelle politische Entwicklungen, zumal auch noch solche, die die Menschen emotional stark berühren, lassen sich aber nicht so einfach ausgleichen.

All das ist freilich noch kein Beweis, dass es bei Ukraine vs. Russland vorrangig um Politik ging, wie ich behaupte. Beweisen kann ich das auch nicht. Es fällt aber schon auf, dass beide Performances zwar handwerklich gut gemacht (bei Russland vorrangig die visuellen Effekte, weniger der Song, bei der Ukraine eher der emotional vorgetragene Song), aber insgesamt keine "Überflieger" waren. Insofern ist es schlicht wenig wahrscheinlich, dass der eindeutige Zweikampf im Publikumsvoting zwischen den beiden Ländern allein musikalische Ursachen hatte, zumal die Kommentatoren ja auch noch auf die Botschaft des Songs hingewiesen hatten. Ich sage ja auch gar nicht, dass die Musik *gar keine* Rolle gespielt hat, sondern nur, dass die politische Komponente stärker dominiert hat als in den Vorjahren, wo ja auch gelegentlich das russische oder ukrainische Abschneiden in diesem Kontext interpretiert wurde.

ZITAT
Die "Russland vs Ukraine"-Situation hat sich doch vor allem am Ende, bei der Bekanntgabe des Televotings ergeben, oder? Nach dem alten System hätte es diesen direkten Showdown eher nicht gegeben, auch weil Australien und Polen jeweils bei Jury bzw. Televoting sehr gut weggekommen sind.

Aber wieso hätte es diesen Showdown sonst nicht gegeben? Je nachdem, in welcher Reihenfolge man die Länder aufgerufen hätte, hätte Russland auch nach dem alten System zwischenzeitlich führen können. Außerdem, wie gesagt, nach dem *reinen* Publikumsvoting hätte Russland gewonnen, und dieser Fakt alleine hätte hinterher so oder so für böses Blut gesorgt, weil die Teilergebnisse ja transparent veröffentlicht werden.

ZITAT
Politischer fand ich übrigens schon eher die deutsche Jury-Entscheidung... 12 Punkte für Israel, als einziges Land. Dabei fand ich gerade den Song ungefähr genauso mittelmäßig wie Jamie Lees "Ghost".

Hat mich auch gewundert. Da würde ich aber wiederum nicht zu viel hineininterpretieren. Welchen *konkreten* Anlass sollte die Jury denn gehabt haben, Israel 12 Punkte zu geben? Ich meine, sonst hätte das in den Vorjahren ja ähnlich aussehen müssen. Und Leute wie Anna Loos und Namika kann ich zwar hinsichtlich politischer Einstellung nicht beurteilen, dass sie aber aus reiner Israel-Sympathie 12 Punkte vergeben, erscheint mir wenig plausibel. Wie gesagt, mangels musikalischem Sachverstand war das eher ein zweites Publikumsvoting mit nur fünf Anrufern, und bei so wenig Teilnehmern kann statistisch gesehen das allerseltsamste geschehen.

Geschrieben von: Voivod 18. May 2016, 09:54

^Ich kapiere nicht so ganz, was du unter "musikalischem Sachverstand" verstehst. Ich kann mir darunter einfach nix vorstellen. Wer sollte denn ganz konkret in einer Jury sitzen? Dieter B., oder ein Musikprofessor, der experimentelle atonale Klassik mag? Popmusik wie am ESC lässt sich ja schlecht mit Sachverstand bewerten. Musik entzieht sich doch meist dem Sachverstand, das macht ja die Magie aus. Mag für einige Genres nicht absolut gelten, aber für den Kram am ESC sicher.

Geschrieben von: Adm. Ges 18. May 2016, 10:51

ZITAT(Voivod @ 18. May 2016, 10:54) *
^Ich kapiere nicht so ganz, was du unter "musikalischem Sachverstand" verstehst. Ich kann mir darunter einfach nix vorstellen. Wer sollte denn ganz konkret in einer Jury sitzen? Dieter B., oder ein Musikprofessor, der experimentelle atonale Klassik mag? Popmusik wie am ESC lässt sich ja schlecht mit Sachverstand bewerten. Musik entzieht sich doch meist dem Sachverstand, das macht ja die Magie aus. Mag für einige Genres nicht absolut gelten, aber für den Kram am ESC sicher.


@Voiv: Doch, natürlich kann man auch Popmusik mit Sachverstand bewerten. Sei es die Stimmigkeit des Gesamtauftritts (Bühnenbild, Gesang, Tanz) als auch ganz direkt musikalisch, wie schwierig das dargebotene Stück ist und ob es "sauber" vorgetragen wurde. Dazu braucht es nicht unbedingt einen Musikprofessor, das sollte auch jeder fachlich ausgebildete Musiker halbwegs gut hin bekommen. Natürlich haben auch solche Experten ihre Vorlieben, die ein Stück weit in die Bewertung einfließen, aber ich würde mir davon schon eine sachliche(re) Bewertung der Jury erwarten.

Aus meiner Sicht sollte die Jury einen guten Mix haben. Mindestens ein Professor/Fachmann und Musiker verschiedener Richtungen - unabhängig davon, ob sie gerade ein neues Album zu promoten haben. Denen darf man auch gerne eine Aufwandsentschädigung für ihre Mitarbeit zahlen.

@Matt: Ich denke beide Stücke wären in den Hintergrund getreten, wenn es einen Beitrag gegeben hätte, der besonders hervorsticht. Da das ganze Feld dieses Mal aber (wieder) recht gleichwertig war, hat dann wohl eher der politische Aspekt durchgeschlagen. Interessant wäre unter dem Aspekt auch die Frage, wie die Buchmacher zu werten sind. In den letzten Jahren war es in der Hinsicht ja ein Stück weit langweilig, weil das Siegerlied immer richtig getippt wurde - was die künstlerische Leistung keinesfalls schmälert.

Geschrieben von: Voivod 18. May 2016, 11:17

Naja Ges, die "Technik" bzw. das Handwerk kann man bewerten, aber nicht die Kunst. Eben die Magie. Lena war ja eine miserable Sängerin, konnte kein Englisch, hat trotzdem die Herzen erobert. Gefiel den Leuten halt, das Mädel, wie sie da unbeholfen und doch sexy rumgehopst ist. Halt ein Wonneproppen mit Charisma! Und soooooo heiss! laugh.gif Das Mangamädchen war halt ein kalter Fisch, trotz Strümpfen! wink.gif Wie lässt sich das jetzt objektivieren? IMO gar nicht!

Musik ist Bauchsache! Sie entzieht sich objektiver Bewertung. Es gibt einfach keine objektiven Kriterien, die über die Technik hinausgehen. An jeder zweitklassigen Jazzschule findest du massig Sänger und Instrumentalisten, die technisch 95 Prozent der Teilnehmer am ESC locker an die Wand klatschen.

Geschrieben von: Matt 18. May 2016, 13:09

Alles richtig, was du sagst, Voivod. Und dennoch sollte man zumindest das objektiv bewertbare bewerten. Ansonsten brauchen wir die Jurys nicht. Ges hat schon das Wesentliche gesagt. Dass sich wahrscheinlich kein Musikprofessor oder kein hochdekorierter Klassik- bzw. Jazzmusiker finden würde, der sich mit einer Juryteilnahme den Ruf versaut, steht auf einem anderen Blatt. laugh.gif

Geschrieben von: Lex 13. May 2017, 19:28

Gleich gehts loooooooooos wub.gif

Ich habe das erste Halbfinale nicht gesehen, nur das zweite. Besonders angetan hat's mir der dicke Zweistimmenkroate und die jodelrappenden Rumänen. Auch die niederländischen Glitzerschwestern waren ganz okay. Levinas Song finde ich recht ordentlich, da sollte eine Top10-Platzierung schon drin sein *hoff*

Ich bin mal gespannt, ob das Fehlen von Mütterchen Russland Einfluss auf das Ost-Wahlverhalten hat.

Geschrieben von: Matt 13. May 2017, 19:52

Ja, das Fehlen von Russland wird spannend. Wem sollen die Ex-Sowjetrepubliken denn jetzt bitteschön ihre 12 Punkte geben? wink.gif
Levina wird nicht letzte. Weitere Prognosen lasse ich nach den Reinfällen der Vorjahre lieber bleiben...

Geschrieben von: Matt 13. May 2017, 23:38

Juchhu! Meine Prognose war goldrichtig! Nicht letzter!
Mit dem Sieger Portugal kann ich übrigens gut leben. smile.gif

EDIT: Und die Duett-Version am Ende der Show war sogar noch besser. Da kam dann so richtig Disney-Jazz-Feeling auf. Hat jemand Disneys "The Princess and the Frog" gesehen? Ungefähr so jedenfalls. Deutsche Synchro mit Cassandra Steen und Roger Cicero.

Geschrieben von: Lex 14. May 2017, 00:02

Das Portugal gewinnt, überrascht wenig. Das war ja bei den Experten schon lange als Sieger gesetzt. Ich persönlich kann mit dem Song gar nichts anfangen. Ich habe nichts gegen Jazz, aber dann lieber was lebhaftes wie Bebop. Das war mir doch deutlich zu ruhig.

Levinas Untergang überrascht mich schon ein wenig mehr. Den Song fand ich deutlich ESCiger als "Ghost" im letzten Jahr. Das Lied war nicht super, aber IMO definitiv nicht der zweitschlechteste des Abends.

Immerhin eine Steigerung um eine Platzierung. Wenn das so weitergeht, sind wir in 23 Jahren wieder ganz oben!

Geschrieben von: Adm. Ges 14. May 2017, 09:22

Ich hab auch nur das zweite Halbfinale am Donnerstag und gestern dann das "große" Finale gesehen und bin vom Ergebnis auch ein wenig enttäuscht. Dass Portugal den Sieg geholt hat geht für mich absolut in Ordnung. Aber dass die Jurys den kroatischen Beitrag derart links liegen ließen, ist für mich unverständlich. Da war dann mal wieder das Publikum Korrektiv für die Jurys ud hob den Beitrag wenigstens noch ins Mittelfeld.

Levinas abschneiden wundert mich nicht wirklich. Schon beim Vorentscheid war ich der Überzeugung, dass sie zwar die richtige Kandidatin ist, aber beide zur Verfügung gestellten Lieder eher farblos sind. Und dann hat auch noch das aus meiner Sicht "schlechtere" gewonnen. Wildfire war für mich einen Tick eingängiger und überzeugender. Hinzu kommt der etwas undankbare Startplatz zwischen Jodel-Rumänen und Gastgebern - da bleibt so eine 0815-Nummer einfach nicht hängen. Da fand ich "Ghost" im letzten Jahr besser. Das hat sich abgehoben, aber ist eben einfach nicht angekommen. Die Manga-Kids Europas lagen wohl schon im Bett. wink.gif

Immerhin sind die wirklich absolut farblosen Spanier knapp hinter uns gelandet und ich bedanke mich hiermit artig bei der irischen Jury für ihre 3 Punkte - immerhin die einzigen Jury-Punkte. Interessant wird jetzt noch die Frage, wo die Publikumspunkte her kommen. 3x 1 Punkte, 2+1 Punkte oder einmal 3? Und natürlich die Frage, welchen Platz Levina jeweils in den Gesamtvotings belegt. Immer knapp an einem Punkt vorbei oder tatsächlich so abgeschlagen, wie die Platzierung am Ende.

Ansonsten wiederholt sich meine Jury-Kritik vom letzten Jahr. Sinn der Jurys sollte es ja eigentlich sein, die Bewertungen zu professionalisieren. Das ist ganz offensichtlich misslungen und ich verstehe auch nicht ganz, warum die alle zusammengesperrt werden und so quasi gemeinsam agieren und sich gegenseitig beeinflussen. Letztendlich hat sich aber in den letzten Jahren immer ein Beitrag durchgesetzt, der den Sieg aus meiner Sicht durchaus verdient hat.

Geschrieben von: Lex 14. May 2017, 11:05

"Wildfire" fand ich auch deutlich stärker.

Nur Manga/Anime hilft halt auch nicht weiter. Ich mag Anime, und alles japanisierte sehr gerne. Ich fand nur das Lied käse.

Die "Fachjury" kann man IMO auch direkt abschaffen. Solange selbst die Musikexpertenjury den Kumpels von nebenan die Punkte zuschiebt, bezweifle ich deren Existenzberechtigung, dann lieber gleich 100% Publikum.

Geschrieben von: Matt 14. May 2017, 15:19

Noch ein paar Gedanken von mir:
- Ich habe "Disney-Jazz" geschrieben, weil das natürlich eigentlich "Jazz-Pop" oder, noch richtiger, Pop mit Jazz-Elementen war. So ein bisschen wie das "Spätwerk" von Roger Cicero, welches auch kommerziell deutlich erfolgreicher als sein "Frühwerk" war. Richtige "Jazzer" würden sich wahrscheinlich beleidigt fühlen, den portugiesischen Beitrag in die Schublade "Jazz" zu packen.
- Durch die Duett-Version am Ende klang der Song dann endgültig nach Disney-Musical. Ist aber nicht schlimm, da ich eine Schwäche für Musicals und insbesondere z.B. Alan Menken habe
- Die Siegerrede des Portugiesen war pathetisch und peinlich. Klar sollte es bei Musik um "Gefühle" gehen, und viele aktuelle Songs sind seelenloser Fastfood. Aber dies gerade im Zusammenhang mit dem ESC anzuprangen, ist selten deplatziert. Junge, du trittst selbstgewählt bei einem Schlagerfestival auf, und kritisierst dann die Oberflächlichkeit der Beiträge? Niemand erwartet beim ESC irgendwelchen Tiefgang, die Show ist geradezu der Prototyp der U-Musik.
- Man muss die kompletten Daten abwarten, aber wie wir ja bereits letztes Jahr herausgearbeitet haben, kann ein Song sogar überdurchschnittlich sein und trotzdem letzter werden (überall Platz 11 bedeutet insgesamt 0 Punkte).
- Dass Jurys Nachbarländer pushen, ist in der Tat vorgekommen (entsprechende Buhrufe waren auch deutlich vernehmbar), war aber insgesamt *nicht* die Regel. Mich stört eher, dass die Punktevergabe (per Schaltung in die einzelnen Länder) den Fokus zu stark auf die Jurys legt, während der "Plebs" dann am Ende aggregiert im Zeitraffer abgefrühstückt (in Australien wörtlich zu nehmen) wird. Warum macht man das nicht andersherum?
- Ich fand Levinas Song nichtssagend, höchst mittelmäßig (wenn überhaupt) und auch nicht optimal vorgetragen. Vorletzter Platz war im Vergleich zu den anderen Beiträgen trotzdem unverdient

Mehr Glück im nächsten Jahr. Dann hoffentlich trotzdem mit Israel, die sich einen neuen Sender suchen müssen, da der bisherige seinen Laden dicht macht.

Geschrieben von: Lex 14. May 2017, 22:31

ZITAT(Matt @ 14. May 2017, 16:19) *
- Die Siegerrede des Portugiesen war pathetisch und peinlich. Klar sollte es bei Musik um "Gefühle" gehen, und viele aktuelle Songs sind seelenloser Fastfood. Aber dies gerade im Zusammenhang mit dem ESC anzuprangen, ist selten deplatziert. Junge, du trittst selbstgewählt bei einem Schlagerfestival auf, und kritisierst dann die Oberflächlichkeit der Beiträge? Niemand erwartet beim ESC irgendwelchen Tiefgang, die Show ist geradezu der Prototyp der U-Musik.


*unterschreib*

Ich fand das schon ziemlich anmaßend, sich da hin zu stellen und mehr oder weniger zu sagen, endlich gewinnt mal ein "richtiges" Lied und nicht euer Kindergartengesinge. Sympathisch fand ich das nicht gerade.

Geschrieben von: Adm. Ges 15. May 2017, 08:08

Und trotzdem hatte die "Ansage" einen wahren Kern und passte gerade auch auf den deutschen Beitrag wirklich gut. Ich würde lieber mit einem guten eigenständigen Beitrag "baden gehen", als mit so einer 0815-Nummer. Die "schrägen" Rumänen kamen mit der Jodl-Nummer gut an. Ebenso die Weißrussen. Auch Ungarn und Kroatien blieben im Kopf und schafften es zumindest in die vordere Tabellenhälfte.

Insofern wünsche ich mir etwas mehr Mut und Abwechslung und eben auch "Gefühl".

Geschrieben von: Lex 15. May 2017, 08:42

Niemand sagt, dass er nicht Recht hat. Aber es ist schon unschön den anderen Künstlern gegenüber, die vielleicht nicht so gerne vom Sieger hören, dass das ja eigentlich alles Scheiße ist was sie machen.

Mein Lied wird das nie werden, und in 2 Wochen kennt es bestimmt niemand mehr (ein generelles Siegertitelproblem, mit wenigen Ausnahmen). Ich habe das Lied tatsächlich heute morgen mal im Radio gehört. Kommentar des Moderators nach dem Ende des Songs: "Ich hoffe, ihr seid jetzt nicht alle wieder eingeschlafen". smile.gif

Geschrieben von: Matt 15. May 2017, 09:30

@Ges: Auch "eigenständige Beiträge", wie du sie nennst, können seelenlos sein. Das Kriterium ist nicht, aus der Masse hervorzustechen (wobei das beim ESC durchaus hilfreich sein kann), sondern Authentizität, d.h. dass der Künstler wirklich das sagt bzw. singt, was er fühlt, und nicht, was er glaubt, was am besten ankommt. Zwanghaft auf "herausstechend" getrimmte Beiträge können purer, seelenloser Selbstzweck sein und wären dann ebenso von der Kritik umfasst. Im bin mir im Klaren, dass in der heutigen U-Musik so gut wie niemand diesem Ideal entsprechen kann oder will, ich wollte es nur noch einmal deutlicher herausarbeiten, worauf der Portugiese meiner Ansicht nach abzielte.

Geschrieben von: Adm. Ges 15. May 2017, 14:18

ZITAT(Matt @ 15. May 2017, 10:30) *
@Ges: Auch "eigenständige Beiträge", wie du sie nennst, können seelenlos sein. Das Kriterium ist nicht, aus der Masse hervorzustechen (wobei das beim ESC durchaus hilfreich sein kann), sondern Authentizität, d.h. dass der Künstler wirklich das sagt bzw. singt, was er fühlt, und nicht, was er glaubt, was am besten ankommt. Zwanghaft auf "herausstechend" getrimmte Beiträge können purer, seelenloser Selbstzweck sein und wären dann ebenso von der Kritik umfasst. Im bin mir im Klaren, dass in der heutigen U-Musik so gut wie niemand diesem Ideal entsprechen kann oder will, ich wollte es nur noch einmal deutlicher herausarbeiten, worauf der Portugiese meiner Ansicht nach abzielte.


Korrekt. Und das ist es letztendlich auch, was ich meinte. Auf diesem Weg kam ja auch der Sieg von Lena zustande, obwohl die Konkurrenz 2010 wirklich gut war und mir z.B. der Titel aus Aserbaidschan deutlich besser gefiel, als der Siegertitel ein Jahr später.

Wenn es aber nur darum geht nicht den letzten Platz zu belegen, sondern ins Mittelfeld zu kommen, dann reicht "schrill/auffallend" normalerweise aus.

Geschrieben von: Adm. Ges 19. May 2019, 10:19

Ich hole den Thread aus gegebenem Anlass mal wieder aus dem Tiefschlaf.

0 Punkte aus dem Publikum für Deutschland ist schon heftig. Zumindest von den Jurys gab es ja ein paar Punkte, so dass die "Schmach" des letzten Platzes an Deutschland vorbei ging. Die Jury-Nachbarschaftspunkte gab es auch in diesem Jahr wieder, was vom Publikum im Falle Griechenland/Zypern entsprechend negativ aufgenommen wurde.

Auffällig war auch in diesem Jahr der deutliche Unterschied zwischen Jury- und Publikumsbewertung. Wobei ich die vielen Punkte für Nord-Mazedonien von der Jurys gut nachvollziehen kann. Ein solider Song, der gut auf die Bühne gebracht wurde. Für das Publikum aber offenbar zu 0815. Überrascht hat mich dagegen das Abschneiden der Tschechen, die ich mit ihrem eingängigen Hit deutlich höher gesehen hab. Den Leonard Cohen-Verschnitt aus San Marino hab ich auch deutlich höher erwartet. Nanananana zieht also doch nicht immer.

In Summe kann ich auch dieses Jahr mit dem Sieger leben und die schlechte Publikumsbewertung für Deutschland rechne ich dem Startplatz zu. Prinzipiell sehe ich de frühen Startplatz positiv, aber direkt zwischen den hoch bewerteten Tschechen und Russen war es ganz schwer herauszustechen. Die beiden Mädels haben es gut auf die Bühne gebracht und das Beste draus gemacht und im Endergebnis hätte ein anderer Startplatz vielleicht ein paar Publikumspunkte gebracht, aber sicher keine deutlich bessere Platzierung. Vielleicht den 20. statt 24. Platz.

Die neue Art der Stimmenauswertung vom Publikum hat mir gefallen. Ist völlig unberechenbar und hält es bis zum Ende spannend. Ansonsten bleibt als Fazit, dass ich dieses Jahr keinen klaren Favoriten gesehen habe. Das Niveau war relativ gleichwertig verteilt. Ein paar Nummern wichen nach unten ab.

PS: Ein kurzes Wort muss ich noch zu Island verlieren. War überhaupt nicht mein Musikgeschmack, aber sie haben es echt gut durchgehalten und die Provokation während der Punktevergabe mit dem "Free Palestine" hat natürlich heftige Reaktionen in der Halle erzeugt, passte aus meiner Sicht aber auch konsequent zur Darstellung.

Geschrieben von: Lex 19. May 2019, 18:35

Ja, das mit Griechenland und Zypern ist lächerlich. Ich verstehe ja durchaus, wenn die Zuschauer in so nah verbundener Länder gerne füreinander voten. Da gibt es auch bei Moldau und Rumänien (beide im HF raus), sowie Aserbaidschan und die Türkei (vor dem Ausstieg letzterer). Aber eine Jury sollte da neutral bewerten. Wenn hier jeder weiß, wie die Jury ihre Punkte vergibt, ist sie schlicht überflüssig und unglaubwürdig. Schön, dass das Publikum dies entsprechend "würdigt"

Das System der Punktevergabe gefällt mir auch ausgesprochen gut. Bitte so beibehalten smile.gif Mathenerds könnten natürlich mitzählen und so die Punkte für das letzte Land berechnen, aber das ginge mir dann auch etwas zu weit biggrin.gif

Island: Nein, muss nicht sein. Auch wenn es nicht immer funktioniert, sollte diese Veranstaltung politisch neutral bleiben. Ich fand den kompletten Auftritt albern. Man muss nicht mit der Brechstange provozieren. Da gab es deutlich bessere provokante Auftritte in der Vergangenheit.

Sieger Niederlande: Der Favorit hat sich durchgesetzt, kann ich mit leben. Der Song war okay. Mir persönlich hat Norwegen am besten gefallen.

Schlandmädels: Autsch. Auch ich fand den Song recht nichtssagend und den Auftritt langweilig. Aber ein wenig mehr Euroliebe hätten die beiden schon verdient.

Geschrieben von: Adm. Ges 20. May 2019, 00:00

Ja, Norwegen war von den Jurys deutlich unterbewertet und hat beim Publikum gewonnen. Das Gegenstück ist Nordmazedonien, aber überraschenderweise auch Tschechien, die beide von die Jurys deutlich besser als vom Publikum gewertet wurden. Die Tschechen waren meine Favoriten, die fand ich sehr eingängig und was mir nach wie vor im Kopf präsent ist, ist komischerweise San Marino.

Das mit den Jurys sehe ich genauso. Sie vergeben 50% der Punkte und die Entscheidungen kann man nicht mit der Ausrede, dass Nachbarländer einen ähnlichen Geschmack hätten, abdecken, denn dafür sollten sie Profi genug sein.

Geschrieben von: Lex 20. May 2019, 02:43

Am meisten im Kopf geblieben ist mir peinlicherweise der Song von Malta. "Chameleon" ist ein echt nerviger Ohrwurm pinch.gif

Geschrieben von: Adm. Ges 20. May 2019, 11:51

ZITAT(Lex @ 20. May 2019, 03:43) *
Am meisten im Kopf geblieben ist mir peinlicherweise der Song von Malta. "Chameleon" ist ein echt nerviger Ohrwurm pinch.gif


Hehe, nee den hab ich erfolgreich verdrängt. Erinnerte mich aber ans "Original" Karma Chameleon. wink.gif Und auch bei anderen Songs hatte ich das latente Gefühl bestimmte Tonfolgen zu kommen - insbesondere auch bei San Marino, wo ich zudem ständig "First we take Manhattan" denken musste. blink.gif

Geschrieben von: Matt 22. May 2019, 21:07

Die S!sters verlieren 8 Jury-Punkte, damit geht es auf den vorletzten Platz nach unten.

Geschrieben von: Lex 22. May 2019, 23:05

Egal, immer noch vor UK biggrin.gif

Geschrieben von: Adm. Ges 23. May 2019, 20:48

ZITAT(Matt @ 22. May 2019, 22:07) *
Die S!sters verlieren 8 Jury-Punkte, damit geht es auf den vorletzten Platz nach unten.


Das ist doch jetzt völlig absurd. So viel Brimborium mit einem immer noch absolut nervösen Herrn Sand und dann so ein gravierender Fehler? Absolut peinlich für die EBU.

Geschrieben von: Lex 24. May 2019, 08:11

Ein "menschlicher Fehler", da erhielten im Juryergebnis von Wei?russland statt der ersten zehn Ränge die letzten zehn Ränge die Punkte. Kann passieren, moving on. Zufälligerweise profitiert gerade Wei?Ÿrussland von der Sache und nimmt uns unseren glorreichen drittletzten Platz weg. Deren geschwätzige Jury hat das Chaos ja erst ausgelöst.

In meine Playlist haben es inzwischen 3 Lieder geschafft:
-Norwegen: mag ich melodich sehr gerne
-Malta: Nervig, schlecht gesungen, aber dämlicher Ohrwurm
-Polen: ich finde diesen gutturalen Gesang... interessant


Ich bin gespannt, in welcher niederländischen Stadt der ESC2020 stattfinden wird. Eventuell fahre ich ja mal hin und schau mir das Spektakel live an.

Geschrieben von: Adm. Ges 24. May 2019, 21:10

Bekannte von mir waren "damals" 2011 in Düsseldorf dabei. Wahnsinn, wie die Zeit vergeht.

Das mit Weißrussland macht es umso kurioser. Da hat die Jury also ihr Ergebnis vorab ausgeplaudert, warum auch immer man sowas macht. Wurde also disqualifiziert und mit einem "hochkomplizierten" mathematischen Verfahren ein Ersatzergebnis ermittelt. Und dann pflegt da jemand händisch die Plätze falsch ein und keiner guckt nach dem Vier-Augen-Prinzip drüber? Ich beginne langsam die "Tatsachenentscheidungen" im Fußball gut zu finden. wink.gif

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