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Die Terroranschl├Ąge von 9/11 kommen ins Kino, Bricht man damit ein Tabu?
Ange1us
Beitrag 9. Jan 2006, 12:31
Beitrag #1


Commander
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Das Ende der Trauerzeit: 9/11 kommt ins Kino
Von Christoph Driessen

Vier Jahre lang hat sich Hollywood nicht an das Thema Terroranschl├Ąge herangewagt, doch jetzt ist der Bann gebrochen: In diesem Jahr werden gleich zwei Filme dazu ins Kino kommen, beide noch vor dem f├╝nften Jahrestag am 11. September.

Oliver Stone (59), der zuletzt mit dem Historienschinken "Alexander" Kritiker und Publikum verschreckte, hat sich als erster des brisanten Stoffs angenommen. Sein Film mit dem Arbeitstitel "World Trade Center" (US-Start 11. August) erz├Ąhlt die wahre Geschichte zweier Polizisten, die als letzte lebend aus den Tr├╝mmern des World Trade Center geborgen wurden.

Der Brite Paul Greengrass (50) verfilmt unterdessen f├╝r das Hollywoodstudio Universal das Drama der vierten entf├╝hrten Maschine, die vermutlich das Wei├če Haus oder das Kapitol treffen sollte, aber wegen eines Aufstands der Passagiere vorher in Pennsylvania abst├╝rzte. Nach der Flugnummer hei├čt der Film "Flight 93" (US-Start 28. April).


Hollywood hielt sich zur├╝ck

Lange hat Hollywood jeden Bezug auf "9/11" peinlich vermieden. Der noch vor den Anschl├Ągen produzierte Actionstreifen "Collateral Damage" mit Arnold Schwarzenegger wurde statt wie geplant Ende 2001 erst im Jahr darauf in die Kinos gebracht, weil es darin um einen Terroranschlag und einen Feuerwehrmann ging. Aus "Spiderman" wurde eine Szene, in der der Superheld sein Netz zwischen den T├╝rmen des World Trade Center aufspannt, herausgeschnitten. Jack Nicholson gab damals die allgemeine Stimmung in Hollywood wieder, als er sagte: "Meine Reaktion auf den 11. September war, keine Filme zu machen, die traurig oder kritisch sind. Ich habe beschlossen, kein Geld damit zu verdienen, Leute zu deprimieren."

Der geb├╝rtige New Yorker Stone sieht das inzwischen ganz anders: "Der 11. September war das wichtigste Ereignis unseres Lebens", sagt der dreifache Oscar-Preistr├Ąger. "Er ├╝berschattet die Zukunft von uns allen. F├╝r das Kino ist es essenziell, zu ergr├╝nden, was das bedeutet." ├ähnlich sieht es Greengrass: Die Passagiere in der vierten Maschine "waren die ersten Menschen, die in der Zeit nach dem 11. September lebten", sagt er. Denn durch Handyanrufe wussten sie bereits, dass zwei Flugzeuge in die T├╝rme des World Trade Center gerast waren. "Vierzig ganz normale Leute hatten 30 Minuten, um sich mit der Realit├Ąt auseinander zu setzen, in der wir jetzt leben, und zu entscheiden, was zu tun war. Ihre Debatte ist unsere Debatte."


"Die Helden des 11. September ehren"

Bei den Hinterbliebenen der Opfer hat vor allem der Name Stone Misstrauen ausgel├Âst. Denn er gilt seit seinen Anti-Kriegsfilmen "Platoon" und "Geboren am 4. Juli" als Linker, der in seinem Film "JFK" zudem eine Verschw├Ârungstheorie zur Ermordung von John F. Kennedy verfolgte. Kurz nach dem 11. September hatte er die Anschl├Ąge als einen Akt der Rebellion gegen die Globalisierung gedeutet. Vorsorglich versichert Stone deshalb bei jeder Gelegenheit, sein Film wolle "die Helden des 11. September ehren". Co-Produzent Michael Shamberg unterstreicht: "Wir drehen nicht die Katastrophen-Inferno-Titanic-Version."

Die beiden Produktionen sind m├Âglicherweise nur der Anfang einer ganzen Welle von "September-Filmen". So hat sich Columbia Pictures bereits die Rechte f├╝r den Bestseller "102 Minuten" ├╝ber die Geschehnisse zwischen dem Einschlag und dem Einsturz der T├╝rme gesichert. Die Piet├Ątsfrist scheint endg├╝ltig abgelaufen. (dpa)
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Lex
Beitrag 9. Jan 2006, 13:50
Beitrag #2


Vice Admiral
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Warum soll der Stoff nicht verfilmt werden? Irgendwann musste es ja dazu kommen, denn Filme ├╝ber von Menschen verursachte Trag├Âdien ("der Untergang" (und co), "Munich", "Otto der Film") sind immer recht erfolgreich. Der Film wird wahrscheinlich ein gewaltiges Ma├č an Patriotismus enthalten, aber auch das ist okay.

Mal schauen, was Stone daraus macht. der letzte Film zu dem thema wird es mit Sicherheit nicht sein.
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Yaso
Beitrag 9. Jan 2006, 14:27
Beitrag #3


Captain
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Patriotismus? Oliver Stone?


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Lex
Beitrag 9. Jan 2006, 14:46
Beitrag #4


Vice Admiral
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ich denke nicht, dass man diesen Stoff ohne Patriotismus verfilmen kann. Wenn, dann w├╝rden die Amis sich den Film nicht anschauen. Die erwarten sowas garantiert
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Schukow
Beitrag 9. Jan 2006, 14:53
Beitrag #5


Fleet Captain
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Da bisher ziemlich viel verfilmt wurde, bricht man kein Tabu.
Es wurden doch auch schon andere terrorangriffe verfilmt, so Unternehmen Entebbe oder das mit dne Terroristen bei der M├╝nchner Olympiade (ich meine nicht Munich). Ich kenne zwei filme dar├╝ber, eine Art Dokufilm und einmal Gideons Schwert (oder ich verwechsel da was).Auf alle F├Ąlle jagen die in dem Film die terroristen.


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Adm. Ges
Beitrag 10. Jan 2006, 21:37
Beitrag #6


Fleet Admiral
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Nuja, man mag davon halten was man will. Sicher ist es richtig, dass man sich mit dem Thema auseinandersetzt. Die Presse in den USA hat sich ja inzwischen auch gedreht und berichtet auch ├╝ber unbequeme Dinge (vor allem beim Irak-Einsatz).

Der Film zur 4. Maschiene d├╝rfte nur so vor Patriotismus triefen, das sagt einfach schon die Geschichte dazu aus. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob es sich so zugetragen hat, wie es geschildert wurde. Ich halte es hingegen f├╝r durchaus wahrscheinlich, dass die Maschiene abgeschossen wurde. So hat man sich allerdings die Auseinandersetzung damit erspart.

Mit der "Manpower" von Pasagieren k├Ânnte man aber sicher problemlos die T├Ąter ├╝berw├Ąltigen und kampfunf├Ąhig machen.

Nuja - mal sehen wie die Filme werden...


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IngZahn
Beitrag 12. Feb 2006, 01:31
Beitrag #7


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Hollywood zeichnete sich noch nie durch Zur├╝ckhaltung aus.
Alles was Menschen bewegt, ber├╝hrt oder anst├Â├čt, da├č wird verflimt.rolleyes.gif

Manchmal braucht es mehr Zeit, manchmal weniger. Aber ich mu├č zugeben das ich mir manchmal etwas komisch vorkomme, wenn ich im Kino sitze und etwas ansehe was tats├Ąchlich so gewesen sein k├Ânnt oder auch tats├Ąchlich war.
Ich denke dann von Zeit zu Zeit an den Schmerz und das Leid das einige Menschen bei diesen Ereignisen erlitten haben und ich sitze dort und finde den Film dar├╝ber toll.
Es w├╝rde mich selber beruhigen wenn ich w├╝├čte das ein Teil der Einnahmnen von solchen Filmen an Hinterbliebene oder Hilforganisationen geht.
W├Ąre das keine Idee?


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Die Schwerkraft und der Papierkrieg.
Mit der Schwerkraft w├Ąren wir fertig geworden.



Wernher von Braun
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Adm. Ges
Beitrag 12. Feb 2006, 14:55
Beitrag #8


Fleet Admiral
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Stimme dir zu - IMO wird das auch teilweise gemacht, aber da kann uns Filmexperte Mordred sicher mehr zu sagen mrgreen.gif

Ich hab jedenfalls kein Problem damit, einen "Katastrophenfilm" zu sehen - Die Geschichte ist so passiert und kann nicht r├╝ckg├Ąngig gemacht werden. Von daher sollte man sie auch f├╝r Filme verwenden d├╝rfen. Problematisch sehe ich es, wenn man dabei Ereignisse verf├Ąlscht, ohne dies explizit zu sagen bzw. andersrum - man sollte dann nicht behaupten d├╝rfen, dass der Film nach einer wahren Begebenheit gedreht wurde...


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Admiral Tom Jay Ges, U.S.S. Europe, NCC-66066
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IngZahn
Beitrag 13. Feb 2006, 20:57
Beitrag #9


Lt. Commander
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Sehe Ich genau so.
Das Probelm ist nur das bereits soviel verfilmt wurde das man ein Geschtichts, Politik, Wirtschafts und Ethikstudium braucht um zu entscheiden was der Wahrheit entspricht und was nicht. Darum ist die beste Variante wahrscheinlich sich das ganze an zugucken und stehts im Hinterkopf zu behalten das es nur ein Film ist. Und nicht mehr.
Wie sagte schon Kant: "Hab Mut dich deines eigen Verstanbs zu bedienen." cool.gif


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Wernher von Braun
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