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Unter dem Mondlicht, Die Legende von Malemort #1
VirtualSelf
Beitrag 9. Sep 2009, 18:46
Beitrag #1


Vice Admiral
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Titel: Unter dem Mondlicht
Serie: Die Legende von Malemort Band 1
OT: Le roman de Malemort: Sous les cendres de la lune
Text & Zeichnungen: Eric Stalner
Farben: Jean-Jacques Chagnaud
Ü: Tanja KrĂ€mling
Lettering: Delia WĂŒllner-Schulz
Ausstattung: HC, Albumformat, 48 Seiten
ISBN: 978-3-86869-021-7
Verlag: Splitter Verlag, 2009





Wir schreiben Mitte des 13. Jahrhunderts, also 30 Jahre nach dem Albigenserkreuzzug, der mit der fast vollstĂ€ndigen Ausrottung der Katharer, einer hauptsĂ€chlich in SĂŒdfrankreich verbreiteten christlichen Glaubensbewegung, endete.

Die junge Anthea arbeitet Im Freudenhaus von Frau Agnes in der NĂ€he des Dorfes Cazenac. Das lebenslustige MĂ€dchen ist nicht nur selbstbewusst und nicht auf den Mund gefallen, sondern auch eine erfahrene Stock-KĂ€mpferin, welche sich den Nachstellungen aufdringlicher Dorf-Casanovas handfest zu erwehren weiß.
Eines Tages findet sie im Wald einen verletzten Ritter – Malperthius -, den sie zu Frau Agnes und ihren Dirnen schafft, damit er dort von seinen schweren Verletzungen genese. Zu spĂ€t stellt sich heraus, dass dieser Ritter von den brutalen Schergen der Inquisition verfolgt wird. Als Anthea von einem Ausritt mit des Ritters Ross zurĂŒckkehrt, muss sie mit ansehen, wie der edle Herr und Agnes den Verfolgern in die HĂ€nde fallen, und kann selbst im allerletzten Augenblick auf dem ausgeliehenen Pferd in die WĂ€lder fliehen.
In einer dĂŒsteren, tief im Wald verborgenen Burg-Ruine legt sich zur Nachtruhe. Geweckt wird sie nicht durch Vogelgezwitscher, sondern von einem kleinwĂŒchsigen Mann, der augenscheinlich „ihr“ Pferd zu stehlen versucht. Selbstbewusst – fasst schon arrogant - fordert sie den Fremden zum Stockkampf heraus, nur um festzustellen, dass sie in ihm ihren Meister gefunden hat,
Auch wenn das erste Aufeinandertreffen der beiden gewalttĂ€tig verlĂ€uft raufen sich Anthea und Arnulf – so der Name des kleinen Mannes – schon bald zusammen und machen sich auf Geheiß von Arnulfs geheimnisvollen Herren daran, Malperthius und Agnes aus den FĂ€ngen der Inquisition zu befreien. Bald jedoch erkennt die junge Frau, dass sowohl Arnulf als auch sein Meister ein dunkles, gefĂ€hrliches Geheimnis verbergen..


Storys, die sich um das Motiv „Die Schöne und das Biest“ – oder heutzutage eher „Das MĂ€dchen und der Vampir“ (von Stephenie Meyers Twilight-Serie ĂŒber Tanya Huffs „Vicky Nelson“-Romane bis hin zu Charlaine Harris' Cookie-Stackhouse-Reihe) – ranken, sind zwar seit einigen Jahren en vogue, aber seien wir mal ehrlich: fĂŒr uns heterosexuelle Kerle mit Cojones haben Typen wie Edward Cullen, Henry Fitzroy oder Bill etwas romantisch-verklĂ€rt Weicheieriges an sich, das uns weder spitz wie Nachbars Lumpi macht, noch uns als echte ProjektionsflĂ€che dient.
Da Eric Stalner – ein seit ĂŒber 20 Jahren umtriebiger, in Deutschland eher wenig beachteter französischer Autor und Zeichner - seine Malemort-Reihe allerdings schon im Jahre 1999 begann, kann man ihm natĂŒrlich nicht vorwerfen, mit seinem Setting auf einen fahrenden Zug aufgesprungen zu sein. Dennoch dĂŒrften auch Antheas Abenteuer eher dem Gusto einer weiblichen Leserschaft entsprechen, und zwar nicht nur inhaltlich – immerhin stehen eine (noch) selbstbewusste, nicht karikaturhaft ĂŒberzeichnete Heldin sowie ein blond bemĂ€hnter Gigolo-Typ im Mittelpunkt - , sondern gerade auch grafisch.

Der grundsĂ€tzlich finstere Hintergrund der europĂ€ischen Inquisition wird durch eine leichte ErzĂ€hlweise, den weitgehenden Verzicht auf explizite Grausamkeiten, die sympathischen, modern – und damit leicht anachronistisch – wirkenden Protagonisten, einen Hauch von Romantik und Humor relativiert bzw. weichgezeichnet.
Stalners verspielter, leichter und dynamischer Strich, die geschwungenen LinienfĂŒhrungen insbesondere bei Haaren und Kleidung tragen dazu bei, dass „Unter dem Mondlicht“ selbst in den dĂŒsteren Passagen visuell freundlich hell bleibt und eine charmante, vage mediterrane AtmosphĂ€re ausstrahlt, welche das Album fĂŒr „Grim 'n' Gritty“-Fans und „echte“ MĂ€nner weniger interessant macht.


Fazit: Sympathische Charaktere, das „La belle et la bĂȘte“-Thema sowie das leicht verspielt wirkende, helle Artwork machen diese „Historical Fantasy“ zu einem kurzweiligen LesevergnĂŒgen insbesondere fĂŒr weiblich fĂŒhlende Leser.


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kiss your face and touch your skin
I will slide my fingers in
let me show you what I can.


Mancher findet sein Herz nicht eher, als bis er seinen Kopf verliert.
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