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Star Trek - Countdown
VirtualSelf
Beitrag 10. May 2009, 10:32
Beitrag #1


Vice Admiral
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Nocht nicht korrekturgelesen und in vorläufiger Fassung (netter wird es allerdings nicht werden)

Titel: Countdown
Serie: Star Trek
OT: Star Trek: Countdown
Story: Roberto Orci & Alex Kurtzman
Text: Mike Johnson & Tim Jones
Zeichnungen: David Messina
Farben: Giovanna Niro, e.a.
√ú: Christian Langhagen
Lettering: Amigo Grafik
Ausstattung: US-Format, Softcover, vierfarbig, 104 Seiten; (US-Format, Hardcover, vierfarbig, 104 Seiten)
ISBN: 978-3-941248-06-2; (978-3-941248-07-6)
Verlag: CrossCult, 2009



Gut sieben Jahre sind vergangen, seit Star Trek X, „Nemesis“, √ľber die Kinoleinwand flimmerte und das filmische Franchise mit einer grenzdebilen Action-Story zum Straucheln brachte. Drei weitere Jahre dauerte es bis, die TV-Show „Enterprise“ das alte Star Trek mit einem Coup de Gr√Ęce, „These Are the Voyages...“, vor einem (noch) l√§ngeren Dahinsiechen bewahrte.

Der cineastischen Auferstehung des Dahingeschiedenen haben sich einige M√§nner verschrieben, die gleicherma√üen umstritten – vorderst unter jenen Trekkies, denen beim Anblick einer Pr√§-“Enterprise“-Episode ein orgiastisches St√∂hnen entfleucht - wie erfolgreich und zeitgem√§√ü sind: J. J. Abrams, Alex Kurtzman und Roberto Orci. W√§hrend Abrams als Regisseur (und Produzent) im Wesentlichen f√ľr die Visualisierung verantwortlich zeichnete, waren Film- und Comic-Story eine Angelegenheit Orcis und Kurtzmans.

Nimmt der elfte Kino-Film in seiner Ausrichtung Wohlwollen oder Ablehnung der Altfans lediglich billigend in Kauf, so soll der Comic explizit trek'sche Traditionalisten mit der Neudefinition alter Charaktere und des Canons vers√∂hnen indem er eine Br√ľcke zwischen dem toten Gestern und dem lebendigen Heute dadurch zu schlagen versucht, dass er eine Reihe alter „Next Generation“-Haudegen in vorderster Front aufmarschieren l√§sst.

Die Handlung des Comics beginnt acht Jahre nach dem gleichermaßen anmaßenden wie erfolglosen Versuch des Picard-Klons Shinzon, sich auf Romulus an die Macht zu putschen, und liegt damit zeitlich auch nach Rikers Titan-Roman-Eskapaden.

Botschafter Spock durfte den romulanischen Untergrund verlassen und kann als Botschafter des Friedens im Senat Romulus' solch salbungsvollen Worte wie, „Freunde, Romulaner, meine Landsleute ... wir teilen dieselben Ohren,“ vortragen.
Die Toleranz der spitzohrigen Vettern hat jedoch ihre Grenzen. Als Spock von einer Gefahr berichtet, die nicht nur das Imperium, sondern auch das ganze Universum zu vernichten droht, schenkt man ihm keinen Glauben, erst recht nicht, da die Rettung Romulus' eine enge technologische Zusammenarbeit mit den Vulkaniern erforderte.
Lediglich Nero, der Kommandant eines Bergbauschiffes und Sprecher der Bergbaugilde erkennt die Gefahr, welche von der wachsenden Supernova im Hobus-System ausgeht, und stellt sich aus Angst um seine Familie gegen das Imperium, indem er Spock und das f√ľr die Vernichtung der Hobus-Sonne notwendige Element Decalithium mit Unterst√ľtzung der Enterprise unter Captain Data nach Vulkan bringt. Doch w√§hrend noch der vulkanische Rat die Ablehnung des Hilfegesuchs Neros und Spocks debattiert, explodiert das Hobus-Gestirn und vernichtet Romulus.
Die Trauer um seine Lieben l√§sst daraufhin Nero Vulkan, dessen Rat er f√ľr die Zerst√∂rung Romulus' verantwortlich macht, blutige Rach schw√∂ren. Auf einer geheimen Milit√§rbasis, der letzten Zuflucht des ehemaligen Senats, findet er das Instrument seiner Rache: ein ultramodernes Waffensystem, konzipiert nach romulanischen Entw√ľrfen, geschmiedet aus Borg-Technologie, welches sein Bergbauschiff, die Narada, in ein Schwert der Zerst√∂rung verwandelt.
Doch nicht nur durch Nero droht Vulkan Gefahr; sondern die Hobus-Sonne wird auch Spocks Heimatwelt verschlingen, wenn es den Vulkaniern nicht gelingt, das Wachstum der Nova zu stoppen. Aber selbst die Enterprise sowie eine klingonische Flotte unter Leitung Admiral Worfs vermögen es nicht, den rasenden Nero davon abzuhalten, die Vulkanier an der Rettung ihrer eigenen Welt zu hindern.


Beginnen wir mit der Frage, die den Kinogänger angstvoll umtreiben könnte. Muss man den Comic gelesen haben, um den Film zu verstehen?
Klare Antwort: Nein!
Hat man denn wenigsten einen Vorteil gegen√ľber seinem legasthenischen Sitznachbarn?
Not really, wie wir Spanier sagen.

Der Comic erkl√§rt plausibel und nachvollziehbar, warum Nero von der Idee der Vernichtung Vulkans geradezu besessen ist: die spitzohrigen Logiker haben ihm ihre Unterst√ľtzung bei der Rettung Romulus explizit, kategorisch und unmissverst√§ndlich verweigert. Glaubw√ľrdig wird Nero allerdings erst dadurch, dass er nicht z√∂gert, auch seine romulanischen Br√ľder, welche durch ihre Ignoranz das Desaster urs√§chlich mit zu verantworten haben, von der Last ihrer Schuld stante pede durch Exekution zu erl√∂sen.
Dass Rache in Star Trek-Filmen kein g√§nzlich neues Handlungsmoment ist, belegt der hochgelobte zweite Film, „Star Trek II: Der Zorn des Khan“. Der zentrale Unterschied zwischen fr√ľher und heute liegt in der Inszenierung: wo 1982 noch ein paar Worte Khan Noonien Singhs ausreichten, um Motive zu erkl√§ren, m√ľssen 27 Jahre sp√§ter ganze Planeten und Sonnensysteme leibhaftig dran glauben. Allerdings ist dieses nur ein quantitativer Unterschied, woraus folgt, dass jemand, der Khans Motive und damit auch Khan als Figur anerkennt, Nero nicht f√ľr unglaubw√ľrdig erkl√§ren sollte.

Was bietet das Comic inhaltlich außer der Motiv-Evaluation sonst noch Wichtiges oder gar Originelles?
N√ľscht!
Abstruse Science (Rote Materie, Zeitreisen durch schwarzer L√∂cher, Super-Waffen, etc.), die – metaphorisch gesprochen - vom Himmel f√§llt sowie „Next Generation“-Figuren, die nicht nur deutlich in die Jahre gekommen sind und „vom System“ gefressen wurden, sondern denen man auch ihre vordergr√ľndige Fan-Boy-Lock-Funktion, ihre Statistenrolle alleine auf Grund der Art und Weise, wie sie √ľberst√ľrzt und gleichsam zuf√§llig eingef√ľhrt werden, von Weitem ansieht. Die Geschichte, deren absurder Ausgangspunkt – ein alter Vulkanier, der bis vor kurzem noch im Untergrund lebte, entdeckt ohne nennenswerte oder nicht erw√§hnte technologische Infrastruktur ein Himmelsph√§nomen, das den Blicken zahlloser romulanischer Forscher entgangen sein soll – nicht nur die Kopfhaare zum Str√§uben bringt, verl√§sst zu keinem Zeitpunkt den ausgelatschten Pfad, stereotyper, vorhersehbarer und aufgebl√§hter Mainstream-Schreibe. Das, worauf es ankommt – Neros Motive - , h√§tte ein Comic-Autor mit Gewissen auf 24 oder h√∂chstens 32 Seiten ersch√∂pfend abhandeln k√∂nnen.


Schlie√üen wir mit dem Artwork: nach ersten Previews im Zwischenetz schwante mir B√∂ses; umso erfreulicher, dass die „Hardcopy“ nicht h√§lt, was die Previews versprechen. Wider Erwarten gelingt es Messina im Gro√üen und Ganzen, eine deutliche √Ąhnlichkeit zwischen TV-Show-Figuren und Comic-Charakteren herzustellen, die weit √ľber das hinausgeht, was man bspw. aus den Buffy-Comics gew√∂hnt ist.
Allerdings wirken Figuren und sonstige Bildelemente insgesamt zu statisch, um wirklich begeistern zu k√∂nnen. Dieser statischen Eindruck w√§re weniger stark gewesen, h√§tte man die Panels durch wei√üe statt durch schwarze Stege getrennt, da so der Kontrast und damit die visuelle Spannung zwischen Hintergrund und den ebenfalls in dunklen, eher tr√ľben Farben kolorierten Bildern gr√∂√üer gewesen w√§re.


Fazit: Das unterm Strich mittelm√§√üige Artwork und die d√ľnne, stereotype Rachegeschichte machen „Countdown“ eher f√ľr leidgew√∂hnte Star Trek-Fans als f√ľr solche Leser interessant, die Wert auf eine gehaltvolle Story legen.



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kiss your face and touch your skin
I will slide my fingers in
let me show you what I can.


Mancher findet sein Herz nicht eher, als bis er seinen Kopf verliert.
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