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The West Wing, Politik muss nicht langweilig sein
Henning
Beitrag 23. Aug 2010, 20:22
Beitrag #1


Captain
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Erstaunlicherweise gibt's hierzu noch keinen Thread - nur zu dem peinlichen ZDF-Abklatsch "Kanzleramt".

Hab mir vor ein paar Jahren die Komplettbox zu Weihnachten gewünscht und schau sie grad noch mal durch, wenn ich Lust und Zeit habe. "The West Wing" ist eine der Serien, die auch beim wiederholten Anschauen nicht langweilig werden müssen, und imo eine der besten im US-Fernsehen der letzten Jahre (neben "The Wire".

Die Serie handelt, natürlich, vom Politikmachen im Weißen Haus, aber - viel wichtiger - vom Debattieren der dahinterstehenden Ansichten und Konflikte in der Gesellschaft. Für Europäer einfach(er) anzuschauen sind die Folgen dadurch, dass zumindest die ersten vier Staffeln von dezidiert US-demokratischem Denken durchzogen sind.

Nach Staffel 4 stieg Serienschöpfer Aaron Sorkin aus, was sich danach vor allem durch weniger perfekt klingende, weniger fließende Dialoge bemerkbar macht. Außerdem werden die Republikaner im Sinne der political correctness aufgewertet, u.a. in der letzten Staffel mit dem grandiosen Alan Alda als eine Art Proto-John-McCain-2008.

Die Serie ist es wert, angeschaut zu werden, gerade wenn man sich mal wieder den aktuellen Schrott im deutschen (wie im holländischen) Fernsehen anschaut. Wer keinen Bock auf die xte Casting-Show hat, nicht wissen will, wohin x und y toll auswandern, was die Katzenberger demnächst macht, wem das tausendste Quiz zum Hals raushängt, sodass man selbst den Jauch nicht mehr ertragen kann. Kauft euch die Box, und enjoy.

Ich bin mir nicht sicher, ob es eher ein Armutszeugnis oder eine Bestätigung ist, dass diese Serie bisher nur im deutschen Pay-TV erschienen ist und nicht im achso tollen Öffentlich-rechtlichen. Ihren Platz dort hätte sie verdient, mehr jedenfalls als Bergdoktor, Winzerkönig und der Rest zusammen.

Ein paar Proben, notgedrungen natürlich auf Englisch und verwurzelt im US-amerikanischen Verständnis der Welt. Dennoch, imo, beeindruckend:

Bible Lesson - Fragen ans christlich-fundamentalistische Talk Radio.

Für Trek-Fans: John "Phlox" Billingsley mit einer Meinung dazu, wie wir die Welt für selbstverständlich halten.

Mehr über das Verhältnis von Staat und Kirche (insbesondere "Star Trek") wink.gif zueinander hier.

Eine der wahrscheinlich erschütterndsten Szenen - die aber nur wirkt, wenn man die Folgen voher gesehen hat - über Gott und weltliche Macht - tief katholischer Präsident im Zwiegespräch mit seinem Gott, nachdem sein Stabschef angeschossen und seine langjährige Sekretärin in einem Unfall getötet wurde. Und man raucht nicht in der Kirche, und er weiß es.

Und nicht zuletzt durch diese Art von hochmütigen Vorträgen ist die Serie Klasse.


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