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Tunesien, Ägypten, Libyen, Bahrain, Syrien ..., Wie verĂ€ndert sich die Welt?
Adm. Ges
Beitrag 29. Jan 2011, 18:11
Beitrag #1


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Angesichts der derzeitigen Entwicklungen in Nord-Afrika möchte ich hier mal wieder den Versuch einer Diskussion starten.

Wie seht ihr das aktuelle Geschehen in der arabischen Welt? Wie entwickelt sich das weiter?

Ich beobachte sehr gespannt, wie sich die Lage entwickelt und mache mir natĂŒrlich auch vor allem Gedanken darĂŒber, welche Auswirkungen diese (noch) lokalen Ereignisse auf die ganze Welt haben. WĂ€hrend Tunesien noch verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig "klein" ist, so ist Ägypten ein recht großes und einflussreiches afrikanisches Land. Noch dazu grenzt es direkt an Isreal, was natĂŒrlich ganz schnell zu Problemen fĂŒhren kann. Zudem grenzt es an die "ur-arabische" Welt und damit natĂŒrlich auch an die Region, die durch ihre Ölförderung den Westen maßgeblich stĂŒtzen.

Al Jazeera berichtet "live" in englisch aus Ägypten.


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Admiral Tom Jay Ges, U.S.S. Europe, NCC-66066
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Voivod
Beitrag 30. Jan 2011, 12:19
Beitrag #2


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^Ich hoffe natĂŒrlich grundsĂ€tzlich, dass der Volkzorn auch in diesen Regionen der Welt alle Monarchien, Kleptokratien und sonstige hĂ€ssliche Regierungsformen wegfegt. Was danach kommen soll, davon habe ich so wenig Ahnung wie jeder andere auch und habe grosse Bedenken. Als aus Persien Iran wurde, war das fĂŒr niemanden wirklich eine Verbesserung, auch fĂŒr die Perser/Iraner nicht... unsure.gif
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Adm. Ges
Beitrag 30. Jan 2011, 12:49
Beitrag #3


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FĂŒr uns EuropĂ€er wĂ€re wohl die "SĂŒdfront" das schlimmste, was passieren könnte - also islamische Republiken nach dem Iranischen Vorbild. Eine "Demokratisierung" könnte aber auch zu deutlich instabileren VerhĂ€ltnissen fĂŒhren, wenn wir mal die Probleme bei der Regierungsbildung in anderen LĂ€ndern betrachten. Im Zweifel kommt auch einfach der nĂ€chste Diktator, wenn sich die Lage ausreichend beruhigt hat, an die Macht, wie es in anderen afrikanischen LĂ€ndern schon mehrfach erlebbar war.

In Ägypten wird interessant sein, wann Mubarak abzieht und wie sich El Baradei anschließend einbringen kann. Der ist ja sehr westlich orientiert und ein großer HoffnungstrĂ€ger. Wichtig dĂŒrfte es aber sein, dass man auch die islamischen Kreise einbindet und die Muslimbruderschaft am Umbildungsprozess beteiligt, damit sich da keine islamistische Untergrundbewegung bildet.

Die Frage ist natĂŒrlich auch, auf welche anderen LĂ€nder diese Welle noch ĂŒberschwappt. Syrien wĂ€re da ja auch ein potentieller Kandidat.


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Voivod
Beitrag 1. Feb 2011, 20:51
Beitrag #4


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LĂ€uft ja gut zur Zeit! smile.gif Ich drĂŒcke die Daumen, aber eben, als die Burmesen im Jahr 2009 so mutig demonstriert haben (oder war's 2008?) und dann niedergeknĂŒppelt wurden (im besten Falle... sad.gif ), habe ich auch gehofft. Ich glaube aber nicht mehr, dass Mubarak jetzt durchdreht und ballern lĂ€sst. Dazu ist er mittlerweile zu schwach. Eher lassen ihn die MilitĂ€rs fallen und machen eine Übergangsregierung.

Wie auch immer, ich liebe es, wenn Völker mutig um ihre Freiheit ringen. Let Freedom ring! In den NachbarlĂ€ndern rumort es ja auch schon... Man muss ja nicht immer alles zynisch zerreden und gleich ein "aber" anfĂŒgen von wegen "uiuiui, Islamisten, blabla..." Wenn in dieser Weltregion jetzt moderate, demokratische KrĂ€fte an die Macht kommen sollten, muss der Westen halt auch alles tun, damit diese allfĂ€lligen neuen, noch schwachen Regierungen nicht sofort wieder von Autokraten abgelöst werden, es es z.B. in der Ukraine geschehen ist nach der an sich sehr gloriosen Orangenen Revolution... sad.gif Dazu braucht's nun mal mutige Investitionen, etc.

Wir nehmen unsere bĂŒrgerlichen Freiheiten inzwischen als so selbstverstĂ€ndlich wahr und motzen wegen jedem Mist rum, dabei ist es eigentlich immer noch unglaublich, dass wir an sich völlig egoistischen Kreaturen sowas Ă€hnliches wie einen funktionierenden Rechtsstaat hinkriegen und nicht mehr von Königen und Ă€hnlichem Abschaum regiert werden. Die Spezies hat grundsĂ€tzlich eben doch Potenzial! wink.gif Aber es grenzt an ein Wunder, dass sowas wie eine freie westliche Gesellschaft ĂŒberhaupt einigermassen funktionieren kann.

Der Beitrag wurde von Voivod bearbeitet: 1. Feb 2011, 20:56
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Adm. Ges
Beitrag 2. Feb 2011, 11:40
Beitrag #5


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Hehe, jo, da können wir uns glĂŒcklich schĂ€tzen. Allerdings blĂŒht auch bei uns ĂŒberall die Korruption, zumindest in der Hinsicht stehen wir also nicht wirklich zurĂŒck. sad.gif

In Jordanien hat der König die Regierung abgesetzt und einen neuen Regierungschef mit dem Auftrag zu schnellen und weitreichenden Reformen eingesetzt und in Jemen ist der Premier freiwillig zurĂŒckgetreten. Mubarak hat inzwischen erklĂ€rt, dass er zur nĂ€chsten PrĂ€sidentschaftswahl im September nicht mehr antreten und bis dahin einen geordneten Übergang organisieren will. Damit scheint in der Tat die Gefahr, dass die Armee die Leute doch noch zusammenschießt, weitestgehend gebannt zu sein. Insgesamt bleibt die Lage aber unĂŒbersichtlich. Bin gespannt, ob er bis Freitag dann doch noch mit sofortiger Wirkung zurĂŒcktritt, um eine Normalisierung zu erreichen.


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Voivod
Beitrag 2. Feb 2011, 13:15
Beitrag #6


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ZITAT(Adm. Ges @ 2. Feb 2011, 11:40) *
Hehe, jo, da können wir uns glĂŒcklich schĂ€tzen. Allerdings blĂŒht auch bei uns ĂŒberall die Korruption, zumindest in der Hinsicht stehen wir also nicht wirklich zurĂŒck. sad.gif


Und Gewalt, und Hass, und Egoismus, Sozialdarwinismus, Ignoranz, Intoleranz... Keine Engel in den Herzen der Menschen. Und trotzdem geht's irgendwie und wir wursteln durchaus erfolgreich! smile.gif

Mubarak sollte jetzt wirklich schleunigst abtreten. Es bringt nichts, bis September noch auf dem Sessel zu kleben, obwohl die Sache mit dem geordneten Übergang vordergrĂŒndig durchaus vernĂŒnftig tönt. Aber es isch zviel Heu dune... wink.gif
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Adm. Ges
Beitrag 2. Feb 2011, 18:39
Beitrag #7


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Heute sind nun erstmals Mubarak-BefĂŒrworter zum Tahrir-Platz gestĂŒrmt und haben sich dort Straßenschlachten mit den Demonstranten geliefert. Das MilitĂ€r hat wohl mehrfach WarnschĂŒsse abgegeben.


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Voivod
Beitrag 11. Feb 2011, 15:01
Beitrag #8


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So, heute hoffe ich, dass der Greis endlich verschwindet. Im Moment sieht's wieder gut aus, die Proteste sind nochmals grösser geworden, alles ist auf den Strassen. Herrje, Mubarak hatte tagelang die Chance auf einen Abgang in WĂŒrde, aber er hat's vergeigt und klammert sich verzweifelt an die Macht. So macht er alles noch viel schlimmer und am Schluss gibt's trotzdem noch ein Blutbad. Vielleicht will der gute Mann das sogar!

Ich hoffe bloss nicht, dass das MilitĂ€r trotzdem noch durchdreht. Immerhin haben die GenerĂ€le verdammt viel zu verlieren. Ein sanfter Putsch wĂ€re wohl das beste, denn ehrlich gesagt, wer soll im Moment fĂŒr Ordnung sorgen, wenn nicht die Armee? Aber MilitĂ€rköpfen traue ich generell nicht.

Egal, wenn ich irgendwann in ein paar Stunden den PC wieder einschalte, ist der Tatterknabe hoffentlich weg und Ägypten versinkt nicht in Gewalt und Chaos... unsure.gif Edit: Oh, aus Kairo ist er jedenfalls schon mal abgehauen! Jetzt ab nach Saudi Arabien mit dir!

Der Beitrag wurde von Voivod bearbeitet: 11. Feb 2011, 15:02
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Adm. Ges
Beitrag 11. Feb 2011, 17:00
Beitrag #9


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Er ist jetzt wohl angeblich nicht mehr in Kairo. Vielleicht klappts ja, aber nachdem gestern schon spekuliert wurde, bin ich skeptisch.

PS: In der Tagesschau um fĂŒnf kommt gerade live die Info, dass er wohl zurĂŒckgetreten ist - eventuell Putsch! Jubelnde Massen auf dem Tahrir-Platz.

Mitteilung offenbar durch den Vize.


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Bir'kher
Beitrag 12. Feb 2011, 14:31
Beitrag #10


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Hui, das ist mal ne Revolution. Mubarak ist weg, und nu gehen die RevolutionĂ€re auf die Straße, nehmen Schaufel und Besen und rĂ€umen alles wieder auf. Einer hĂ€lt n Plakat mit den Worten "Entschuldigung fĂŒr die Störung, wir bauen ein neues Ägypten". Zu cool. Diese Revolution macht mir mal wieder GĂ€nsehaut!


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Selbst Chuck Norris schafft es nicht, mit Schalke Meister zu werden!
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Beitrag 21. Feb 2011, 14:18
Beitrag #11


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Krass, was da ĂŒberall gerade ablĂ€uft, v.a. in Libyen. Bin verdammt beeindruckt vom verzweifelten Mut und auch von der selbtmörderischen Wut vieler Leute da unten, und angeekelt von der Skrupellosigkeit von Typen wie Gaddafi oder seiner Söhne, die von Söldnern auf's eigene Volk ballern lassen. Ich hoffe, das libysche Volk krallt sich ihn und seine Clique und macht die ganze Mörderbande gleich alle. Oder Gaddafi haut ab zu seinem SchĂ€tzchen Berlusconi und verbringt der Rest seines Lebens in seinem Zelt in irgend einem Park einer Berlusconivilla. Bin aber eher fĂŒr ein Ende mit Schrecken. Hoffentlich gibt's nicht noch allzu viel Blutvergiessen. Am besten wĂ€re es wohl fĂŒr alle Beteiligten, eine der desertierenden Armeeinheiten stellt Gaddafi an die Wand. Sonst könnte das alles noch extrem ausarten. Denn der Kerl ist irre, der lĂ€sst auch die eigenen StĂ€dte bombardieren, wenn's sein muss.

Peinlich wieder mal Europa, das schweigt und rumdruckst. Wir sind echt eine Schande, wir ach so zivilisierten LĂ€nder, wenn es darum geht, die Leute zu unterstĂŒtzen, die um ihre Freiheit kĂ€mpfen und sich ihren lĂŒgenden und tricksenden und zensierenden und prĂŒgelnden Brutaloregimes entgegenstemmen und alles, aber wirklich alles riskieren. Gerade auch im Iran, wo man wirklich fast schon todesmutig sein muss, um an einer Demo teilzunehmen. Denn wenn die Demos vorbei sind, kommen sie dich erst recht holen, und deine Familie auch... Unsere Politiker reissen wohl erst wieder das Maul auf, wenn alles vorbei ist. Bis dahin wird wieder mal "vorsichtig formuliert", schliesslich brauchen wir das libysche Öl, und der Bunga Bunga-Mann und die FranzmĂ€nner sind immer noch gute Kumpels von Gaddafi. Scheiss Heuchelei! mad.gif Trotzdem ein fettes thumbs up an alle Demonstranten in dieser Weltregion. Wir Menschen mögen verstrahlt und ignorant sein, aber wenn's um die Freiheit geht, kann unsere Rasse verdammt viel Power entwickeln! smile.gif Ich sag ja, wir hĂ€tten Potenzial... wink.gif

Der Beitrag wurde von Voivod bearbeitet: 21. Feb 2011, 14:20
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Beitrag 22. Feb 2011, 00:51
Beitrag #12


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"Forth! Down fear of darkness! Arise! Arise, Riders of Libya! Spears shall be shaken, shields shall be splintered! A sword day... a red day... and the sun rises! Ride now... Ride now... Ride! Ride for ruin and the world's ending! Death! DEATH! DEEEATH!"


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Voivod
Beitrag 22. Feb 2011, 01:28
Beitrag #13


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ZITAT(Voivod @ 21. Feb 2011, 14:18) *
Denn der Kerl ist irre, der lÀsst auch die eigenen StÀdte bombardieren, wenn's sein muss.


Der Untermensch hat's tatsÀchlich getan! mad.gif Hoffentlich kriegen sie ihn...
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Adm. Ges
Beitrag 22. Feb 2011, 01:51
Beitrag #14


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ZITAT(Voivod @ 22. Feb 2011, 01:28) *
ZITAT(Voivod @ 21. Feb 2011, 14:18) *
Denn der Kerl ist irre, der lÀsst auch die eigenen StÀdte bombardieren, wenn's sein muss.


Der Untermensch hat's tatsÀchlich getan! mad.gif Hoffentlich kriegen sie ihn...


So say we all! sad.gif

PS: Im Tagesspiegel steht, dass zwei Kampfpiloten mit ihren Maschienen nach Malta geflohen sind und dort Asyl beantragt haben. Bis auf den Botschafter, stellt sich der komplette Stab bei den Vereinten Nationen gegen G., ebenso der Botschafter bei der Arabischen Liga. Der Justizminister ist wohl auch zurĂŒckgetreten.

Völlig unverstÀndlich, dass es keine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates gibt. Die Amis haben immer mindestens einen FlugzeugtrÀger im Mittelmeer, die könnten relativ schnell auf eine UN-Resolution reagieren.

Wahnsinn, was da ablÀuft...


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Adm. Ges
Beitrag 22. Feb 2011, 11:30
Beitrag #15


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Hier ein interessanter Artikel zu Libyen aus der Berliner Zeitung:
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/...

ZITAT(Berliner Zeitung)
Was wollen die Demonstranten?

Jedenfalls keine Demokratie. Es geht um Machtverteilung, um alte Rechnungen, um Rache. Ich habe keine einzige Person getroffen, die von Demokratie redete.


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Voivod
Beitrag 22. Feb 2011, 18:07
Beitrag #16


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ZITAT(Adm. Ges @ 22. Feb 2011, 11:30) *
Hier ein interessanter Artikel zu Libyen aus der Berliner Zeitung:
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/...

ZITAT(Berliner Zeitung)
Was wollen die Demonstranten?

Jedenfalls keine Demokratie. Es geht um Machtverteilung, um alte Rechnungen, um Rache. Ich habe keine einzige Person getroffen, die von Demokratie redete.



Das sehe ich auch so. Das Volk ist ein Mischmasch aus diversen StĂ€mmen, keine Gemeinschaft. Eine völlig archaische Gesellschaft. Was wissen die Leute da schon von Demokratie, den Begriff hören sie mal auf Al-Dschasira, wenn's hoch kommt. 40 Jahre lang war jetzt Diktatur... Die Exillibyer sind allerdings gebildet und wollen durchaus Demokratie. Aber wie lange haben unsere Gesellschaften gebraucht, um Demokratie zu entwickeln? Ewig! Sowas kommt nicht ĂŒber Nacht. In dieser Region wird noch Jahrzehnte Unruhe herrschen. Zwei Schritte vorwĂ€rts, einer zurĂŒck, usw...

Aber jetzt ist es erstmal Zeit, den Spinner aus dem Amt zu befördern. Was danach kommt, wird man sehen. Gilt auch fĂŒr all die anderen Staaten, in denen es brennt. Ich finde es einfach extrem zynisch, aus Angst vor Anarchie oder Islamisten Unrechtsregime zu unterstĂŒtzen. Ganz zu schweigen aus rein wirtschaftlichen GrĂŒnden, wie es Berlusconien macht.
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Aran
Beitrag 22. Feb 2011, 19:33
Beitrag #17


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Ich lockere die traute Zweisamkeit hier mal auf. wink.gif

Angefangen bei der Revolution in Ägypten bis hin jetzt zu Libyen bin ich auch ganz baff, wie schnell Regime fallen können/ins Wanken geraten, wenn sich der Volkszorn erhebt.

Mubarak, Gaddafi, die saßen doch scheinbar unantastbar im Sattel und urplötzlich ist/scheint alles aus.

Der Prozess in Ägypten hat mich mehr als einmal an den Fall der Berliner Mauer erinnert und die ganzen Ereignisse von damals kamen mir wieder in den Sinn. Vor allem, dass wir unheimlich viel GlĂŒck gehabt haben, wenn man sieht, wieviele Tote diese AufstĂ€nde in der arabischen Welt jetzt gefordert haben.

Meine Hochachtung vor allen, die sich unter großer Lebensgefahr gegen die UnterdrĂŒcker stemmen.


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"One small step for men..." (John Crichton)

ENThusiastischer VOYeur
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Voivod
Beitrag 22. Feb 2011, 20:14
Beitrag #18


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ZITAT(Aran @ 22. Feb 2011, 19:33) *
Meine Hochachtung vor allen, die sich unter großer Lebensgefahr gegen die UnterdrĂŒcker stemmen.


!!!

Yup!

Ob wir EuropĂ€er fĂŒr sowas noch genug Eier hĂ€tten? unsure.gif Der einzige "Kampf", den wir doch noch kennen, ist um ein bisschen mehr Lohn oder Ă€hnlich vergleichsweise Belangloses.
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Blaidd_Drwg
Beitrag 23. Feb 2011, 00:15
Beitrag #19


bisher Neral Jourian
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Offiziell gab es 300 Tote bei den Protesten in Libyen.
So wie ich es mit bekommen habe, haben wir jetzt deutsche und europĂ€ische BĂŒrger ausgeflogen.
Die EU hĂ€lt wohl vor allem wegen der drohenden FlĂŒchtlingswelle die FĂŒĂŸe still.
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Voivod
Beitrag 26. Feb 2011, 17:32
Beitrag #20


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Immer noch Chaos in Libyen, und ich glaub da kommt noch mehr! Schwere Zeiten fĂŒr die Diktatoren und Könige.

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Henning
Beitrag 26. Feb 2011, 21:02
Beitrag #21


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Nachdem ich gerade in den hollĂ€ndischen Nachrichten wieder eine ziemliche Schwarzweißmalerei in der Berichterstattung erlebt hab (= böse Diktatoren böse, jubelnde Massen, alles wird gut), mag ich hier auf einen Artikel aus dem aktuellen "Economist" hinweisen, der die aktuelle Situation in Tunesien und Ägypten ins Auge fasst: When Regimes Stick

Darin verlinkt, interessant auch, eine graphische Aufarbeitung des von der Zeitschrift in einer der letzten Ausgabe veröffentlichten "Unruhe-Index" - ein statistisches Produkt aus (gewichteten) Faktoren zu Wirtschaftsleistung, Bevölkerungsanteil unter 25, Demokratie, Korruption und Pressefreiheit: Wer ist als NÀchstes dran?

Aufschlussreich(er als vieles, was ich derzeit in der deutschen Presse mitkriege), aber dennoch fehlt imo ein wichtiger Faktor: [Wirtschaftssprache] Anteil des frei verfĂŒgbaren Vermögens, das eine Familie fĂŒr die ErnĂ€hrung ausgibt. [/] Also Brot wird teurer, die staatlichen Subventionen - sowieso lĂ€ngst ohne Spiele - gehen in die Knie, Ende.

Der Iran ist in dem oben genannten Index nicht mit drin, aber die Voraussetzungen sind Àhnlich - wenn die Turbane dort auch mindestens so verwerflich agieren und sicher reagieren wie Gaddafi.

Aran hat es ja schon angesprochen und Mordred angedeutet, 2011 mag fĂŒr die arabische Welt werden, was 1989 fĂŒr Europa war. Das deutsche Volk hat damals das enorme GlĂŒck einer Schicksalsstunde gehabt, dass es ohne Blutvergießen abging. Gerade in der Erinnerung, die doch fĂŒr mich zu weit zurĂŒckliegt (ich hĂ€tte den Fall der Mauer gern bewusst miterlebt ... und wenn jemand mal ne Zeitmaschine erfindet, wĂ€r das glaub ich einer meiner Koordinaten), bin ich gespannt, wie Europa diesen Wandel der Zeit hoffentlich nicht nur hinnehmen, sondern auch im vollen Bewusstsein der eigenen Vergangenheit in Afrika - und des Weges, der seither gegangen wurde - in den eigenen Idealen mitgestalten wird.


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Voivod
Beitrag 9. Mar 2011, 15:42
Beitrag #22


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Sieht nicht gut aus im Moment... Die NATO macht ein Engagement von einem UNO-Mandat abhÀngig, doch letzteres wird es kaum geben. Oder erst, wenn es schon zu spÀt ist und Gaddafis Truppen/Söldner den Aufstand niedergeschlagen haben.
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Voivod
Beitrag 10. Mar 2011, 23:52
Beitrag #23


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Mittlerweile besteht die akute Gefahr, dass der Aufstand im Sande verlĂ€uft und der VerrĂŒckte an der Macht bleibt und nachher das Land "sĂ€ubert". Recht oder Unrecht, wer die Waffen hat, regiert... Bin gespannt, was passiert... Hat die UNO/NATO genug Eier, wenn's drauf an kommt? Man wird sehen. Da steht viel mehr auf dem Spiel als nur der Aufstand eines unbedeutenden WĂŒstenvolkes. Der Westen könnte wegen UntĂ€tigkeit und dem ĂŒblichen Geseiere quasi daran schuld sein, dass es in Nordafrika/Arabien bald zu einer Art Restauration kommen könnte und der Fortschritt in dieser Region erst recht auf sich warten lĂ€sst. Auf Jahrzehnte hinaus. Ausserdem steht wieder einmal die GlaubwĂŒrdigkeit des Westens auf dem Spiel. Habe ich glaub schon erwĂ€hnt in diesem Thread.
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Adm. Ges
Beitrag 11. Mar 2011, 00:27
Beitrag #24


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Vermutlich muss der Spinner erst eins von unseren AWACS abschießen, bevor die sich da wirklich etwas trauen. Einfach nur Mist, was da abgeht. Und leider gibts auch keinen Königsweg aus der Situation raus.


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Voivod
Beitrag 11. Mar 2011, 01:12
Beitrag #25


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ZITAT(Adm. Ges @ 11. Mar 2011, 00:27) *
Königsweg...


Wozu hat der Westen sauteure Geheimdienste? Die Situation erscheint mir geradezu gemacht fĂŒr GeheimdienstaktivitĂ€ten. Das ist der momentane Königsweg! Stinger-Raketen an die AufstĂ€ndischen verteilen, strategische und taktische Hilfestellung geben, und vor allem Benzin und Nahrungsmittel organisieren! Und niemand erfĂ€hrt was davon/macht sich die HĂ€nde schmutzig... Ok, was James Bond-EinsĂ€tze in der Praxis taugen, hat man ja bei der Aktion der SAS in Libyen vor ein paar Tagen gesehen. Peinlich peinlich...
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JEAN-LUC
Beitrag 11. Mar 2011, 19:27
Beitrag #26


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ZITAT(Voivod @ 11. Mar 2011, 01:12) *
ZITAT(Adm. Ges @ 11. Mar 2011, 00:27) *
Königsweg...


Wozu hat der Westen sauteure Geheimdienste?


Das die nur teuer sind und nichts können, beweist die CIA doch immer wieder. Der einzige Geheimdienst, vor dessen Arbeit ich wirklich Achtung habe, ist der Mossad - wobei offenbar selbst bei denen die richtig erfolgreichen Jahre vorbei sind.

Aber eh wir vom Thema abkommen ... Die Situation in Lybien und das Verhalten Europas (oder der "westlichen" Welt) ist wirklich armseelig. Eines dĂŒrfte nĂ€mlich in der Tat feststehen, wenn man nicht bald was unternimmt, kann man nichts mehr unternehmen.

Der Beitrag wurde von JEAN-LUC bearbeitet: 11. Mar 2011, 19:30


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"Meine Töchter! Traut nur keinem
Untier, welches Hosen trÀgt!"


Heinrich Heine: Atta Troll - Caput V
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Voivod
Beitrag 16. Mar 2011, 17:31
Beitrag #27


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Nun, da alle Welt jetzt nach Japan schaut, kann sich der VerrĂŒckte ungeniert austoben und wird die Revolte wahrscheinlich in ein paar Tagen beendet haben, zumindest aus militĂ€rischer Sicht. Bin gespannt, wie lange es geht, bis die ersten westlichen Staaten ihm wieder in den Arsch kriechen...

Und klammheimlich und ohne grosses Aufmucken des Westens sind in Bahrain saudische Truppen einmarschiert, um das Königshaus dort zu unterstĂŒtzen.

Ojeoje... So ne Scheisse aber auch. Shame!
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Adm. Ges
Beitrag 16. Mar 2011, 19:02
Beitrag #28


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Nicht nur einmarschiert, sondern inzwischen wohl auch schon im Einsatz gewesen. Die Nachrichten aus Libyen macht mich traurig und das Geschachere im UN-Sicherheitsrat ist unertrĂ€glich. Ebenso die Scheinheilige "Warnung" unserer Alpha-Weibchen Merkel und Westerwelle. Hast Recht, in etwa 2-3 Wochen fliegt letzterer vermutlich wieder rĂŒber, um dem Irren in den allerwertesten zu kriechen.


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Voivod
Beitrag 18. Mar 2011, 10:58
Beitrag #29


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Immerhin hat es die UNO fĂŒr mich ĂŒberraschend geschafft, eine Flugverbotszone ĂŒber Libyen zu erlauben. Reichlich spĂ€t, aber immerhin! Bin gespannt, was jetzt passiert. Die Franzosen wollen noch heute zuschlagen. In Anbetracht der aktuellen Lage bin ich gespannt, wie die an der Zone beteiligten MĂ€chte vorgehen wollen. Da sind fĂŒr einmal extrem kluge MilitĂ€rköpfe gefragt. Nach dem Ausschalten der libyschen Flugabwehr und Luftwaffe wĂ€re ich zum Beispiel fĂŒr ein paar Angriffe auf PanzerzĂŒge rund um Bengasi. NatĂŒrlich unter dem Vorbehalt, dass ich keinen blassen Schimmer von sowas habe! wink.gif Ich vermute aber, die WestmĂ€chte haben mittlerweile ein ganz gutes Bild der Gaddafitruppen in Libyen. Es gilt einfach zu verhindern, dass Bengasi wieder an Gaddafi fĂ€llt. Das hat Vorrang!
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Voivod
Beitrag 19. Mar 2011, 14:34
Beitrag #30


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Heute Krieg?
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Adm. Ges
Beitrag 19. Mar 2011, 14:38
Beitrag #31


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ZITAT(Voivod @ 19. Mar 2011, 14:34) *
Heute Krieg?


Die mĂŒssen sich ranhalten, sonst gibts keine Rebellen mehr...

Nachtrag: Wer hÀtte gedacht, dass ich mal Fan der Froschfresser bin. wink.gif Die Franzosen klÀren derzeit auf und haben eventuell sogar schon mit den ersten LuftschlÀgen begonnen.

Der Beitrag wurde von Adm. Ges bearbeitet: 19. Mar 2011, 16:37


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Kobi
Beitrag 24. Mar 2011, 15:50
Beitrag #32


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Mal ehrlich, was da Momentan ablÀuft ist doch mehr als Peinlich oder?

Die libysche Luftwaffe wurde erst einen Monat nach Ausbruch der Angriffe auf die libysche Bevölkerung zerstört, da sieht man erneut, wie langsam die diplomatischen MĂŒhlen drehen.

Und was machen die EuropĂ€er nun? Sind sich derart uneins und zerstritten, dass man eigentlich nur sagen kann, es ist peinlich. Außerdem sieht man um so mehr, dass deutliche Strukturreformen nötig sind, es ist fĂŒr die TĂŒrkei offensichtlich ein leichtes die Entscheidungen im NATO-Rat zu blockieren. Die Abstimmungsrichtlinien sind halt nicht zeitgemĂ€ĂŸ und fĂŒr die heutige Anzahl der Mitglieder ausgelegt ...


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Voivod
Beitrag 24. Mar 2011, 16:17
Beitrag #33


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ZITAT(Kobi @ 24. Mar 2011, 15:50) *
Mal ehrlich, was da Momentan ablÀuft ist doch mehr als Peinlich oder?

Die libysche Luftwaffe wurde erst einen Monat nach Ausbruch der Angriffe auf die libysche Bevölkerung zerstört, da sieht man erneut, wie langsam die diplomatischen MĂŒhlen drehen.

Und was machen die EuropĂ€er nun? Sind sich derart uneins und zerstritten, dass man eigentlich nur sagen kann, es ist peinlich. Außerdem sieht man um so mehr, dass deutliche Strukturreformen nötig sind, es ist fĂŒr die TĂŒrkei offensichtlich ein leichtes die Entscheidungen im NATO-Rat zu blockieren. Die Abstimmungsrichtlinien sind halt nicht zeitgemĂ€ĂŸ und fĂŒr die heutige Anzahl der Mitglieder ausgelegt ...


Ich bin einfach ĂŒber die Kurzsichtigkeit von manchen EuropĂ€ern erstaunt. Ich meine, das, was jetzt im arabischen Raum passiert, könnte Auswirkungen auf Jahrzehnte haben. Jetzt machen auch die Syrier Stunk, btw. Klar, es ist grundsĂ€tzlich ein Desaster, wenn man Krieg beginnen muss. Und wenn diese Regimes fallen, kann es durchaus sein, dass 20 Jahre Chaos herrscht in der Region. Doch langfristig ist es ungemein wichtig auch fĂŒr Europa, dass der arabische Raum sich politisch weiterentwickelt. Auch im Hinblick auf den ewigen Nahostkonflikt, der alles in dieser Region seit Jahrzehnten lĂ€hmt. Europa kann nur profitieren, wenn sich der arabische Raum demokratisiert oder zumindest diese Kleptokratien fallen und die BĂŒrger mehr Freiheiten haben und Staatsformen einfĂŒhren, die zu diesen Kulturen passen. (Demokratien nach westlichem Muster werden es wohl so schnell nicht werden.) Man muss nur mal daran denken, wie die Wirtschaft profitieren wĂŒrde, gĂ€be es endlich einen annĂ€hernd offenen Handel mit diesen LĂ€ndern mit fairen Bedingungen. Auch gĂ€be es weniger FlĂŒchtlinge.

Am meisten fĂŒrchte ich immer noch eine Art Restauration, wenn das alles scheitert. Noch mehr als die Gefahr einer Dominanz von islamistischen Freaks in dieser Region, was natĂŒrlich auch passieren könnte. Positiv stimmt mich aber, dass diese Staaten eine solche Überzahl an jungen Leuten haben, die ĂŒber das Web etc... mittlerweile wissen, was in der Welt vor sich geht. Diese Leute werden sich nicht aufhalten lassen. Die haben Blut geleckt und lassen sich mit der ĂŒblichen Propaganda und auch mit islamistischem Dummlall nicht ewig ruhig halten.

Ah well, ich schreibe in diesem Thread stÀndig den gleichen Post! wink.gif Sorry, haha...

Edit: Am meisten nerven mich die Leute auf den Kommentarseiten der Zeitungen, die mittlerweile aus ihren Löchern hervorgekrochen kommen und behaupten, unter Gaddafi und den anderen Despoten sei doch alles nicht so schlimm gewesen und sie hÀtten ihren Völkern jahrzehntelang Frieden ermöglicht. Das sind die gleichen Arschlöcher, die immer noch die faschistischen Zeiten im letzten Jahrhundert verniedlichen. Herrje, ich kenne eine Italienerin, die bringt immer noch gerne den Spruch: "Unter dem Duce hÀtte es sowas nicht gegeben!".

Der Beitrag wurde von Voivod bearbeitet: 24. Mar 2011, 16:28
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Adm. Ges
Beitrag 24. Mar 2011, 17:27
Beitrag #34


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Hach Voiv, es passt eben (leider) einfach. Ich hab im Tagesspiegel gerade nen Artikel gelesen, wo ein paar HintergrĂŒnde drinstanden. Die TĂŒrkei hatte mit beiden Seiten geredet und fĂŒhlte sich auf einem guten Weg. Ein tĂŒrkischer Diplomat sagte allerdings, dass die GesprĂ€che noch nicht sehr weit gediehen wĂ€ren. Ohne die französischen Luftangriffe gĂ€be es jetzt keine Opposition mehr, mit der man irgendwas verhandeln könnte.

Syrien ist schon lange so ein zwielichtiger Problemstaat, vor allem aber haben die Israelis und Palestinenser wieder angefangen miteinander zu "spielen" und kurbeln krÀftig an der Geweltspirale. sad.gif


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Adm. Ges
Beitrag 2. Apr 2011, 22:36
Beitrag #35


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Nun also der erste "Fehlangriff" der NATO. Getroffen wurde ein Konvoi der Rebellen, wo wohl mal wieder so ein Depp "Freudenfeuer" abgegeben hat. Ich hoffe dieser traurige Zwischenfall sorgt dafĂŒr, dass die Chaos-Truppe endlich mal mit der Munitionsverschwendung aufhört.


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Voivod
Beitrag 22. Aug 2011, 10:43
Beitrag #36


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Uiuiui, das ging ja jetzt ganz schnell in Libyen. Auf einem anderen Forum habe ich in den letzten Wochen mit einem an sich klugen Kerl diskutiert, der immer behauptete, die Berichterstattung ĂŒber den Konflikt in unseren Massenmedien sei erstunken und erlogen und die libysche Bevölkerung stehe wie eine Eins hinter dem Diktator (er benutzte das Wort "rechtmĂ€ssiger Herrscher"). Ich gehe gleich mal gucken, was er zu der aktuellen Situation zu sagen hat. Auch in Tripolis selbst haben sich die Leute ja anscheinend ziemlich gefreut, als der Rebellenmob angerĂŒckt ist.
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Der RvD
Beitrag 22. Aug 2011, 12:31
Beitrag #37


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Spiegel Online hat jedenfalls schon einen Liveticker eingerichtet. biggrin.gif Liest sich stark nach Berlin '45 - kann sich also nur noch um Sekunden handeln...*kopfklatsch*


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Voivod
Beitrag 22. Aug 2011, 12:44
Beitrag #38


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ZITAT(Der RvD @ 22. Aug 2011, 13:31) *
Spiegel Online hat jedenfalls schon einen Liveticker eingerichtet. biggrin.gif


Dort hÀnge ich zur Zeit rum! mrgreen.gif Auch die Leserommentare zur ganzen Angelegenheit sind immer noch zum schreien komisch. Die Verschwörungsfraktion gibt noch nicht auf! laugh.gif
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Adm. Ges
Beitrag 23. Aug 2011, 00:24
Beitrag #39


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ZITAT(Voivod @ 22. Aug 2011, 13:44) *
ZITAT(Der RvD @ 22. Aug 2011, 13:31) *
Spiegel Online hat jedenfalls schon einen Liveticker eingerichtet. biggrin.gif


Dort hÀnge ich zur Zeit rum! mrgreen.gif Auch die Leserommentare zur ganzen Angelegenheit sind immer noch zum schreien komisch. Die Verschwörungsfraktion gibt noch nicht auf! laugh.gif


Das tut sie nie! Aber wenn die jetzt wirklich nach nem halben Jahr den "Endsieg" erringen, dann ist das auch ein sehr deutliches Zeichen in Richtung Syrien. Was mir Sorgen bereitet ist die fehlende Berichterstattung zum Jemen und zu Somalia. Im Jemen hat sich ja Al Kaida ausgebreitet und mÀchtig Gebiet gewonnen, weil die Spezialtruppen in der Hauptstadt hocken, um weitere Demonstrationen zu unterbinden.


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Voivod
Beitrag 23. Aug 2011, 16:15
Beitrag #40


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ZITAT(Adm. Ges @ 23. Aug 2011, 01:24) *
ZITAT(Voivod @ 22. Aug 2011, 13:44) *
ZITAT(Der RvD @ 22. Aug 2011, 13:31) *
Spiegel Online hat jedenfalls schon einen Liveticker eingerichtet. biggrin.gif


Dort hÀnge ich zur Zeit rum! mrgreen.gif Auch die Leserommentare zur ganzen Angelegenheit sind immer noch zum schreien komisch. Die Verschwörungsfraktion gibt noch nicht auf! laugh.gif


Das tut sie nie! Aber wenn die jetzt wirklich nach nem halben Jahr den "Endsieg" erringen, dann ist das auch ein sehr deutliches Zeichen in Richtung Syrien. Was mir Sorgen bereitet ist die fehlende Berichterstattung zum Jemen und zu Somalia. Im Jemen hat sich ja Al Kaida ausgebreitet und mÀchtig Gebiet gewonnen, weil die Spezialtruppen in der Hauptstadt hocken, um weitere Demonstrationen zu unterbinden.


In Libyen waren die Erfolgsmeldungen wohl doch ein wenig voreilig. Die Söhne des Irren sind immer noch auf freiem Fuss. Wahrscheinlich sind die Rebellen im Siegesrausch vorwĂ€rts gestĂŒrmt und voll ins Messer gelaufen, will heissen: ScharfschĂŒtzen, MG-Nester und noch schwereres GerĂ€t wie Panzer haben sie niedergemetzelt. Aber die NATO ist zur Zeit krĂ€ftig am Bombeln hageln lassen. Ich vermute und hoffe mal, in ein paar Tagen geben die "Regierungstruppen" endgĂŒltig auf. Nein, ich finde die Angelegenheit nicht glorios und bin keine Kriegsgurgel, aber gewaltsame UmstĂŒrze sind nun mal hĂ€sslich.

Ganz klar, dass die Salafisten und sonstige Fanatiker in diesen LĂ€ndern jetzt versuchen werden, das Machtvakuum zu fĂŒllen. Die Region wird auch in vielen Jahren nicht zur Ruhe kommen. Ich finde es aber nur erbĂ€rmlich, dass manche "Pazifisten" jetzt erst recht auf ein Szenario hoffen, in dem der arabische Raum ins Chaos stĂŒrzt. Sie wĂŒnschen der NATO eine Niederlage, wohl aus uralten Resentiments gegen den bösen "Westen" und die "imperialistischen KrĂ€fte". Damit sie sagen können: "Seht, wir hatten ja doch recht!" Diese Leute bevorzugen brutale Diktatoren, weil diese "StabilitĂ€t" garantieren, sie legen sich mit Gewaltherrschern ins Bett, nur um dem ideologischen Gegner eins auszuwischen. Wenn alle so denken wĂŒrden, hĂ€tte es nie Revolutionen gegeben und auch wir in Europa wĂŒrden noch unter dem Joch von "Herrschern von Gottes Gnaden" leben.
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Equinox
Beitrag 23. Aug 2011, 20:11
Beitrag #41


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Mord und Tod in Somalia ist Ă€lter als ich! Ich war daher ĂŒberrascht, dass sich ĂŒberhaupt mal jemand fĂŒr Somalia interessiert. Nicht das die Leute da seit zwanzig Jahren auch ohne DĂŒrre scharenweiße sterben wĂŒrden...


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Adm. Ges
Beitrag 23. Aug 2011, 22:40
Beitrag #42


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ZITAT(Equinox @ 23. Aug 2011, 21:11) *
Mord und Tod in Somalia ist Ă€lter als ich! Ich war daher ĂŒberrascht, dass sich ĂŒberhaupt mal jemand fĂŒr Somalia interessiert. Nicht das die Leute da seit zwanzig Jahren auch ohne DĂŒrre scharenweiße sterben wĂŒrden...


Das zeigt nur, wie dramatisch verschlechtert dort die Situation derzeit ist. Die derzeitige Anarchie in Somalia hat immerhin eine klitzekleine positive Seite. Durch die Piratenangriffe trauen sich die FischrĂ€uber nicht mehr an die somalische KĂŒste, wo sie bis dato illegal gefischt haben. Damit haben die dortigen FischbestĂ€nde eine Chance zur Erholung.


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Voivod
Beitrag 25. Aug 2011, 08:23
Beitrag #43


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ZITAT(Adm. Ges @ 23. Aug 2011, 23:40) *
Die derzeitige Anarchie in Somalia hat immerhin eine klitzekleine positive Seite. Durch die Piratenangriffe trauen sich die FischrĂ€uber nicht mehr an die somalische KĂŒste, wo sie bis dato illegal gefischt haben. Damit haben die dortigen FischbestĂ€nde eine Chance zur Erholung.


Darum plĂ€diere ich fĂŒr Piratenangriffe auf allen Weltmeeren! Dann kann niemand mehr Fisch fressen wie verrĂŒckt (nichts gegen Fisch essen, aber sooooo hĂ€ufig muss das nicht sein, und gerade die Sorten, die ĂŒber tausende von Kilometern in unsere KaufhĂ€user transportiert werden, sind einfach ein ökologischer Unsinn), und die BestĂ€nde erholen sich weltweit! mrgreen.gif Dieser Sushiwahn macht alles kaputt. Seit die ganze Welt nicht mehr ohne Sushi auszukommen scheint, sind gewisse Arten quasi ausgestorben. Warum gibt's bei uns dreckbillig Thunfisch, Seelachs und Seehecht zu kaufen? Das ist doch sowohl gesundheitlicher und auch ökologischer Unsinn.

Und dann gibt's evtl. noch eine heftige Rinderseuche, und das abartige Gemampfe von Beef der Amis (und auch von uns EuropĂ€ern) wird eingedĂ€mmt und die Natur kann sich auch wieder erholen. Das Fleisch ist ja nicht mal das Problem, sondern die Unmengen von Mais, die weltweit angebaut werden mĂŒssen, damit man tonnenweise Beef fĂŒr die Hamburger produzieren kann. Vom perversen Wasserverbrauch ganz zu schweigen! Kauft Fleisch beim lokalen Bauern, es schmeckt besser und ist ökologisch besser vertretbar! smile.gif GlĂŒckliche, freilaufende Rinder, die sich auf der Weide selbst versorgen und nicht nur beschissenes, raffiniertes MĂŒllfutter zu fressen bekommen, geben nun mal besseres Fleisch! (Aber es ist auch auch ein bisschen teurer, gebe ich ja zu. Aber Fleisch ist grundsĂ€tzlich ein Luxusprodukt, das haben die meisten Leute völlig vergessen, die dreimal tĂ€glich unbedingt Fleisch essen mĂŒssen, am besten schon zum FrĂŒhstĂŒck.)

Schweinefleisch ist eh eklig.... wink.gif Meine Ex wohnt neben einem Schweinestall, diese Viecher leben ihr ganzes Leben in einem geschlossenen Raum und sehen nie Tageslicht. Doch, genau zwei mal: Wenn sie als Ferkel angeliefert werden und ein paar Monate spĂ€ter fĂŒrs Schlachthaus abgeholt werden. Und das trotz unseren harten Tierschutzvorschriften, welche zu den strengsten der ganzen Welt gehören! Das ist doch ziemlich abartig. Mit unseren kranken Essgewohnheiten fördern wird diese Kacke nur.

Ich bin kein Ökofreak, aber wer sowas mal aus der NĂ€he sieht, dem bleibt der Schinken im Halse stecken. Fleisch sollte man nur ein bis zweimal pro Woche essen, das reicht völlig und ist gesĂŒnder, nur so nebenbei. Bis vor ein paar Jahrzehnten hat niemand velangt, jeden Tag Fleisch auf den Teller zu bekommen, aber die heutigen Konsumenten brauchen jeden Tag mehrmals Fleisch, Fleisch, und nochmals Fleisch. Das ist einfach krank! mad.gif Und sogar der hinterletzte Antiöko muss akzeptieren, dass z.B. Kalbfleisch aus Weidenhaltung zig mal besser schmeckt als das Fleisch aus einer Tierfabrik voller dahinvegetierender KĂ€lber. Wer's nicht glaubt, solls mal kosten! smile.gif Das Kalbfleisch ist zwar nicht so schön weiss, sondern etwas rötlicher, dafĂŒr hat es mehr GoĂ»t. Dasselbe gilt fĂŒr die HĂŒhnerhaltung.

Wir mĂŒssen da endlich mal umstellen und akzeptieren, dass Fleisch und Fisch zwar was leckeres sind und Fleisch essen kein Verbrechen, aber Fleisch ist eben grundsĂ€tzlich ein Luxusprodukt, das auch seinen Preis haben darf/muss. Es muss ja niemand darben, sondern nur ein wenig Mass halten und wissen, dass Fleisch nicht auf den BĂ€umen wĂ€chst, sondern dass Unmengen von Ressourcen benötigt werden, um z.B. ein Kilo Rindfleisch zu produzieren.

Edit: Und wer noch Crevetten aus thailĂ€ndischen Farmen in KĂŒstennĂ€he oder Lachs aus chilenischen FischkĂ€figen in offenem Meer isst, ist meiner Meinung einfach hochgradig verrĂŒckt. Viel Spass beim Antibiotika spachteln.... unsure.gif Die ZĂŒchter dort werfen die Medikamente in HundertkilosĂ€cken in die KĂ€fige, weil die Fische/MeeresfrĂŒchte dort so gut wie alle an Infektionen leiden. Ganze KĂŒstenstreifen sind nur noch postapokalyptische WĂŒsten deswegen.

Der Beitrag wurde von Voivod bearbeitet: 25. Aug 2011, 08:42
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Equinox
Beitrag 25. Aug 2011, 11:49
Beitrag #44


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Be! Es freut mich, dass mal jemand all das ausspricht! smile.gif Ich versuche auch ab und zu den Leuten zu sagen, dass nur dreimal Fleisch pro Woche gesund ist und hilft den Planeten zu retten. Oder, dass man kein Pangasius essen muss. usw. Dann heißt es immer "nur der Vegetarier halt...blablablub... isst meinem Essen...". Die Leute können offenbar die UmstĂ€nde ignorieren, solange sie die Kuh nicht selbst schlachten mĂŒssen. -.- Imao sollte man alle Subventionen fĂŒr Fleisch sofort einstellen, damit der wahre Preis dieser GĂŒter bewusst wird. Das Argument den ArbeitsplĂ€tzen zĂ€hlt nĂ€mlich imao nicht. Mit dem Argument kann man alles durchbringen oder verhindern. Bei sinnlosen Bauvorhaben z.B. werden dann die ganzen Bauarbeiter komplett vom Staat bezahlt. Kann man sich das leisten? Nein! Also was soll dieses bescheurte Argument blos immer?

Bei den Milchbauern wars genauso. MĂŒssen halt ein paar von denen kaputt gehen, dass ist nicht schön aber notwendig. Deshalb fordere ich sogar alle LW-Sunventionen einzustellen. Das wĂŒrde auch die MĂ€rkte in Afrika retten und deshalb dort lokale Landwirtschaft fördern und den Planeten retten helfen.

PS: Ich bin so ein Öko, ich ĂŒberlege dem Ortsverein der GrĂŒnen beizutreten. War da schon ein paar mal Gast bei der Sitzung. Vorher wollte ich mir aber noch ansehen, was die GrĂŒne Jugend in Mannheim so treibt. Dann entscheide ich mich wo ich grĂŒn bin.


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Voivod
Beitrag 26. Aug 2011, 11:09
Beitrag #45


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^Ich bin kein Vegi, aber ich ĂŒberlege mir ernsthaft, einer zu werden. Ich mag Fleisch schon, es schmeckt sehr gut... sad.gif Aber immer, wenn ich eine Vegi-Phase eingeschaltet hatte fĂŒr ein paar Wochen, war meine Verdauung viel besser und ich fĂŒhlte mich körperlich wohler. Aber Veganer will ich nicht werden. Ich HASSE diesen Bohnenkram, und Proteinshakes auf Magermilchbasis sind schon lecker. Die Muckis brauchen nun mal Eiweiss.

Sorry fĂŒr OT, jetzt zurĂŒck zu den Spinnern im arabischen Raum! wink.gif
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Beitrag 20. Oct 2011, 12:48
Beitrag #46


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Angeblich ist der ehemalige Gewaltherrscher Libyens gefasst worden. Das glaube ich aber erst, wenn es Bilder gibt... Edit: Andere Meldungen sagen, er sei tot. Lebend wĂ€re natĂŒrlich besser, sonst gibt es wieder tausende Verschwörungstheorien von der ĂŒblichen Fraktion, egal, ob man die Leiche tausend mal identifiziert... wink.gif

Der Beitrag wurde von Voivod bearbeitet: 20. Oct 2011, 12:51
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Adm. Ges
Beitrag 20. Oct 2011, 14:56
Beitrag #47


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Die aktuelle Version ist, dass er schwer verwundet gefasst wurde und inzwischen seinen Verletzungen erlegen ist. Ich bin aber auch gespannt, was sich im Endeffekt bestÀtigen wird. Gut möglich, dass sich nun ausgerechnet Libyen von den drei nordafrikanischen "Revolutionen" am Besten entwickeln wird. Die Zeit wird es zeigen...


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Beitrag 21. Jan 2012, 00:55
Beitrag #48


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Wie weiter mit Syrien? Irgendwelche Idioten behaupten, dort sei alles in Ordnung und die ganzen "Unruhen" nur eine Erfindung der bösen westlichen Medien. It's fucked up... Eine militĂ€rische Intervention ist nicht einfach zu bewerkstelligen, und auch nach einer gelungenen "Revolution" sieht man ja, dass nicht unbedingt was besseres nachkommt. Es scheint so, als hĂ€tten wir die Wahl zwischen totalitĂ€ren Regimen und islamistischen VerrĂŒckten. Wie gesagt, it's fucked up... sad.gif Ich bin ja gespannt, wie die ganze Sache noch rauskommt in diesen LĂ€ndern und dem "arabischen FrĂŒhling"... Es ist ja logisch, dass sich Völker, die keine StabilitĂ€t mehr haben und auch keine Tradition in Sachen Demokratie, sich wieder auf alte, gesicherte Werte besinnen, und sei es nur hirnverbrannte religiöse Vorstellungen. Aber wenn auf den FrĂŒhling der islamischistische Winter folgt, waren die ganzen BemĂŒhungen umsonst. Wie gesagt, it's f..... Ok, ich glaube, ich muss mich nicht wiederholen.
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Adm. Ges
Beitrag 21. Jan 2012, 01:35
Beitrag #49


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Wobei wir da sehr vorsichtig sein mĂŒssen. Hier bei uns im "Westen" wird gerne die Islamismus-Keule geschwungen, obwohl dort relativ moderate KrĂ€fte am Werk sind. Die MuslimbrĂŒder & Co werden da weniger wegen der religiösen Ausrichtung gewĂ€hlt, sondern weil sie sich durch Einrichtungen um HilfsbedĂŒrftige kĂŒmmern und so einen authentischen Anschein haben. Wichtig ist IMO die moderaten KrĂ€fte zu stĂ€rken, um die Extremisten ins Abseits zu stellen. SchwĂ€cht man hingegen die moderaten KrĂ€fte, dann erlangen die Extremisten Auftrieb.

Das ist im "ewigen Konflikt" ja auch recht gut zu sehen. Die Fatah kann inzwischen als (relativ) gemĂ€ĂŸigt gelten und hat das Westjordanland halbwegs im Griff. Die Hamas als PrĂŒgelknabe wird vor allem durch die Extremisten gefĂŒhrt und kontrolliert den Gaza-Streifen.

Syrien ist ein ziemliches Trauerspiel. Das Problem ist ja auch, dass da der Iran dranhÀngt und mitmischt. Assad selbst hat inzwischen vermutlich kaum noch Macht und ist eher die Marionette der (Geheimdiest)GenerÀle.

Aus dem Jemen ist trotz der bedrohlichen Situation durch die GelĂ€ndegewinne von Al Quaida kaum etwas zu hören. Dabei ist die Situation dort fĂŒr die westliche Welt ziemlich entscheidend. Durch die Meerenge zwischen Jemen und Somalia fließt ein gewichtiger Teil des globalen Schiffsverkehrs. Ich vermute mal in dem Zusammenhang stehen auch die Bestrebungen die "Piraten" kĂŒnftig auch an Land zu jagen.
Wirklich "interessant" wird es, sollte Saudi-Arabien ins Wanken geraten.


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Voivod
Beitrag 2. Feb 2012, 01:23
Beitrag #50


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ZITAT(Adm. Ges @ 21. Jan 2012, 01:35) *
Wobei wir da sehr vorsichtig sein mĂŒssen. Hier bei uns im "Westen" wird gerne die Islamismus-Keule geschwungen, obwohl dort relativ moderate KrĂ€fte am Werk sind. Die MuslimbrĂŒder & Co werden da weniger wegen der religiösen Ausrichtung gewĂ€hlt, sondern weil sie sich durch Einrichtungen um HilfsbedĂŒrftige kĂŒmmern und so einen authentischen Anschein haben. Wichtig ist IMO die moderaten KrĂ€fte zu stĂ€rken, um die Extremisten ins Abseits zu stellen. SchwĂ€cht man hingegen die moderaten KrĂ€fte, dann erlangen die Extremisten Auftrieb.

Das ist im "ewigen Konflikt" ja auch recht gut zu sehen. Die Fatah kann inzwischen als (relativ) gemĂ€ĂŸigt gelten und hat das Westjordanland halbwegs im Griff. Die Hamas als PrĂŒgelknabe wird vor allem durch die Extremisten gefĂŒhrt und kontrolliert den Gaza-Streifen.

Syrien ist ein ziemliches Trauerspiel. Das Problem ist ja auch, dass da der Iran dranhÀngt und mitmischt. Assad selbst hat inzwischen vermutlich kaum noch Macht und ist eher die Marionette der (Geheimdiest)GenerÀle.

Aus dem Jemen ist trotz der bedrohlichen Situation durch die GelĂ€ndegewinne von Al Quaida kaum etwas zu hören. Dabei ist die Situation dort fĂŒr die westliche Welt ziemlich entscheidend. Durch die Meerenge zwischen Jemen und Somalia fließt ein gewichtiger Teil des globalen Schiffsverkehrs. Ich vermute mal in dem Zusammenhang stehen auch die Bestrebungen die "Piraten" kĂŒnftig auch an Land zu jagen.
Wirklich "interessant" wird es, sollte Saudi-Arabien ins Wanken geraten.


Das ist ein sehr interessanter Beitrag aus geostrategischer Sicht! Respekt! Du scheinst dich mit der Angelegenheit befasst zu haben, sicher mehr als ich.... Wobei ich bezweifle, dass Saudi Arabien nĂ€chstens ins Wanken gerĂ€t. Immerhin hatten die Saudis genug Ressourcen, um Bahrain zur Hilfe zu eilen mittels Panzern, als es dort brenzlig wurde. Auch wird sich der Westen in Saudi Arabien nie und nimmer einmischen, weil die Kohle ohne Ende haben. Syrien hingegen ist ein völlig unbedeutender Staat, kein Öl, nichts... Darum wird weiter Blut fliessen, gerade, weil die Russen gute Kumpels des syrischen Regimes sind und kein Interesse daran haben, dass sich was Ă€ndert.

Ich bin mit dir einig, dass der Westen in den postrevolutionĂ€ren LĂ€ndern die moderaten KrĂ€fte unterstĂŒtzen muss. Aber in der Praxis machen die moderaten KrĂ€fte zwar die Revolution, aber nachher rĂŒcken die Islamisten nach. Viel Einfluss nehmen können "wir" also nicht. Der Konflikt zwischen Sunniten und Shiiten, der ja der Ursprung der Misere ist, entzieht sich einfach dem Einfluss des Westens. Das ist quasi eine theologische Angelegenheit, und dass mĂŒssen und werden die beiden muslimischen Doktrinen unter sich ausmachen. Es geht hier nicht um Ressentiments zwischen Staaten, sondern im Grund um eine Glaubensangelegenheit, die sich nicht mit Logik erklĂ€ren lĂ€sst. Zu tief verwurzelt sind diese religiösen Fragen in den Kulturen der arabischen Welt.

Es ist fast schon logisch, dass auf die totalitĂ€ren Regimes jetzt islamistische KrĂ€fte folgen. Auch wenn sie sich z.B. in Ägypten noch nicht durchsetzen konnten, weil sich die MilitĂ€rs, die jetzt an der Macht sind, auch an diese Macht klammern.

Nebenbei: Ich halte die Situation rund um den Iran fĂŒr eher unproblematisch, inklusive A-Waffenprogramm, etc... Die Iraner sind nicht so blöd, um einen offenen Konflikt mit dem Westen anzuzetteln mit einer allfĂ€lligen Blockade der Meerenge. Sie wĂŒrden schlichtweg weggebombt. Es wĂ€re eher eine emotionale Enscheidung von Israel, in nĂ€chster Zeit loszuschlagen und ein Inferno zu entfachen. Aber das halte ich fĂŒr unwahrscheinlich, denn die Israelis sind trotz aller Kriegsrhetorik nicht ganz so blöd, trotz ihrem Anteil an Fanatikern.

Abwarten und Tee trinken und hoffen, dass nicht jemand die Lunte anzĂŒndet mit einer unbedarften Aktion, angeheizt durch religiösen Wahn... unsure.gif
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