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Die goldenen Tr├Ąnen, Ca├▒ari, Band 1
VirtualSelf
Beitrag 9. Sep 2009, 18:55
Beitrag #1


Vice Admiral
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Titel: Die goldenen Tr├Ąnen
Serie: Ca├▒ari, Band 1
OT: Ca├▒ari: Les larmes d'or
Text: Didier Crisse
Artwork: Carlos Meglia
├ť: Tanja Kr├Ąmling
Lettering: Delia W├╝llner-Schulz
Ausstattung: HC, Albumformat, 48 Seiten
ISBN: 978-3-939823-18-6
Verlag: Splitter Verlag, 2006





Ein Geheimnis umgibt den abgelegenen K├╝stenort Tulum auf der Halbinsel Yucatan; ein Geheimnis, das den Mechaniker Wayne Jahr f├╝r Jahr dort seinen Surf-Urlaub verbringen l├Ąsst.

Tulum ist ebenfalls der Ort, an dem Jahrhunderte zuvor die junge Maya-Prinzessin ├▒ari ein fantastisches Abenteuer erlebt. Eines Tages brechen Ca├▒ari und ihre drei kleineren Geschwister - Xaotil, Xuma und Kya – in den Dschungel auf, um heiliges Wasser als Tauschobjekt f├╝r jene Fremden zu holen, deren Boote gerade am Strand des Ortes angelandet sind. W├Ąhrend Xaotil auf dieser Expedition spurlos verschwindet, stiehlt Kya in einen d├╝steren Tempel einen seltsamen Armreif, der sich, nachdem sie ihn erst einmal ├╝bergestreift hat, nicht mehr von ihrem Handgelenk l├Âsen l├Ąsst. die drei Kinder ohne ihren Bruder, daf├╝r jedoch mit einem verfluchten Artefakt zur├╝ckkehren, ist der Vater au├čer sich und verlangt von Ca├▒ari, dass sie Xaotil findet und den Armreif seinem wahren Besitzer zur├╝ckgit. Ausger├╝stet mit einem Talisman der Mutter brechen die Geschwister auf, begegnen kleinen Waldgeistern – Pookas – und landen schlie├člich auf der Flucht vor einem schwarzen Panther in einer verwunschenen Stadt, in der sie auf der Spitze einer steinernen Pyramide ein Fremder namens Xoalquopak erwartet. Von ihm erfahren sie, dass sie die Stadt auf Grund eines Zauber nicht mehr verlassen k├Ânnen, auch wenn die „Augenlosen Seelen“, die dort harren, es von ihnen fordern.


Wie in „Ishanti“, „Luuna“ und vielen anderen seiner Serien entf├╝hrt uns der Autor Didier Crisse in einen exotischen Hintergrund und in eine Vergangenheit, in der Mythen und G├Âtter im Leben der in der Regel adoleszenten weiblichen Protagonistin manifeste Gr├Â├čen sind.
Vom Ablauf her gleicht die komplexe Geschichte einer Tour de Force durch den Dschungel Yucatans, die dem Leser nur wenig Zeit zum Verweilen l├Ąsst und die zuweilen die Grenze zu aktionistischer Hektik zumindest schrammt. Dennoch bleibt die Story auch in den unruhigen Momenten wegen der spritzigen, lockeren Dialoge der Geschwister untereinander unterhaltsam fesselnd, so dass uns nicht nur die Frage nach der noch v├Âllig unklaren Verbindung zwischen Wayne und Ca├▒ari dem Folgeband entgegen fiebern l├Ąsst.

W├Ąhrend die Story bei aller Hektik unterhaltsam und kurzweilig daher kommt, hinterl├Ąsst das Artwork einen ambivalenten Eindruck. Zun├Ąchst einmal kann man konstatieren, dass Carlos Meglias in der Zeichnung der Figuren und der Panelabwicklung trickfilmtechnischer orientierter Ansatz grunds├Ątzlich visuell originell ist und, was die vielf├Ąltigen digitalen bzw. optischen Effekte betrifft, durchaus als „State of the Art“ der Comic-Koloration angesehen werden kann. ├ťber die Sinnhaftigkeit einzelner Spielereien - wie bspw. der Simulation eine geringen Sch├Ąrfentiefe in einzelnen Panels – kann man zwar streiten, weil sie etwas plump Poserhaftes ausstrahlen, aber die eigentlich Kritik setzt an einen anderen Punkt an.
Die Seiten wirken mit ihrem z.T. beeindruckenden Textur- und Detailreichtum gerade in den gr├Â├čeren Bildern – aber nicht nur hier - visuell ├╝berladen und breiig. Der Grund hierf├╝r ist simpel: dadurch, dass der K├╝nstler – aus welchen Gr├╝nden auch immer – die Umrisse, die formgebenden Linien der Figuren sowie zentraler Bildelemente generell in Braun- und Graut├Ânen anstatt in comic├╝blichem Schwarz „digital tuscht“ und Braun in unterschiedlichsten Nuancen zudem die dominierende F├╝ll- bzw. Hintergrundfarbe ist, fehlen oft klare, markante, den Blick leitende Strukturen.
Dennoch strahlt das Artwork – l├Ąsst man sich darauf ein und ist bereit, sich mit den Bildern auseinander zu setzen – einen unverkennbaren Reiz aus, und sei es nur der des Ungew├Âhnlichen.


Fazit: Exotisches Flair sowie ein originelles Artwork machen diese tempo- und mythenreiche, leichte Geschichte zu einem kurzweiligen Lesevergn├╝gen.


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kiss your face and touch your skin
I will slide my fingers in
let me show you what I can.


Mancher findet sein Herz nicht eher, als bis er seinen Kopf verliert.
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