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Bernard, Das goldene Jahrhundert, Band 2
VirtualSelf
Beitrag 9. Sep 2009, 18:51
Beitrag #1


Vice Admiral
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Titel: Bernard
Serie: Das goldene Jahrhundert, Band 2
OT: Le Grand Siecle: Benoît
Text & Artwork: Simon Andriveau
├ť: Resel Rebiersch
Lettering: Delia W├╝llner-Schulz
Ausstattung: HC, Albumformat, 48 Seiten
ISBN: 978-3-86869-039-2
Verlag: Splitter Verlag, 2009





Moplai, der M├Ârder des Vaters und Schwerster Bernard Beaumonts, arrangiert f├╝r Alphonse und den Jungen die ├ťberfahrt an Bord der „Lune de Mel“ zu den Antillen, um – wie er sagt – seine Schuld gegen├╝ber Bernard abzutragen. Auch wenn das nicht ganz der Wahrheit entspricht, so d├╝rfen die beiden Fl├╝chtlinge dennoch hoffen, in der Karibik vor den Nachstellungen der Auftraggeber Moplais sicher zu sein.
Doch als sie ihr Ziel erreichen, erweist sich die Hoffnung auf Sicherheit als tr├╝gerisch, denn der korrupte Kapit├Ąn der „Lune de Mel“, Libert, denunziert Alphonse und Bernard vor Ort als franz├Âsische Deserteure und verkauft sie kurzer Hand in die Sklaverei.
Nach einem Jahr auf den Feldern entschlie├čt sich der Junge, als sich die Gelegenheit bietet, auf Zureden eines alten Freibeuters zur Flucht und l├Ąsst trotz aller Skrupel seinen ehemaligen Retter, Alphonse, zur├╝ck, denn Bernard f├╝rchtet, dass er selbst keine weiteren 12 Monate Jahr ├╝berleben wird.
In den folgenden zwei Jahren mausert sich der Junge in der Gesellschaft der Freibeuter zu einem mutigen J├Ąger und K├Ąmpfer und kehrt schlie├člich auf die Felder zur├╝ck, von denen er einst floh, um Alphonse zu holen. Doch diesen haben die drei Jahre der Sklaverei in ein vollkommen gebrochenes, seelisches Wrack verwandelt, so dass sich Bernard alleine ihrem Peiniger stellen muss.


W├Ąhrend im ersten Album der Tagel├Âhner Alphonse im Mittelpunkt der Geschichte stand, liegt der Schwerpunkt nun von Beginn an auf Bernard, der zun├Ąchst das Geschehen durch Tagebucheintr├Ąge kommentiert und es sp├Ąter aktiv forciert. Doch nicht nur der Fokus hat sich ver├Ąndert: verglichen mit Band Eins ist Geschichte merklich d├╝sterer, Hintergrund und Atmosph├Ąre sind exotischer, intensiver und die Figuren – in erster Linie Moplai – gewinnen an Ambivalenz bzw. werden vielschichtiger. Die Handlungsb├Âgen selbst stellen spannende, gef├Ąllig inszenierte Variationen hinl├Ąnglicher bekannter, klassischer „Mantel & Degen“- bzw. „Piraten“-Abenteuer dar.

Das wirklich Herausragende dieses Albums ist jedoch das Artwork Andriveau. Sind seine Figuren nach wie vor grafisch markante, eigenst├Ąndige Objekte, so zeugen die Bilder, in denen die Schiffe und das Bordleben aber auch die urbane Umgebung auf den Antillen im Mittelpunkt stehen, mit ihrem Detailreichtum, dem Sinn f├╝r Perspektiven und Proportionen von einer Meisterschaft, wie man sie nur selten findet. Einzelne Panels sind k├╝nstlerisch so grandios gestaltet, dass man sich zuweilen in den Details und der durch die Koloration perfekt unterst├╝tzte Atmosph├Ąre verliert. Und ist es nicht diese Selbstvergessenheit, die man als Leser auf die eine oder andere Weise auch in Comics sucht?!


Fazit: Grandiose Zeichnungen erwecken eine klassische Abenteuer-Geschichte zum Leben, die den Leser von der ersten bis zur letzten Seite gefangen nimmt und ihn dem dritten Band regelrecht entgegen fiebern l├Ąsst.


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kiss your face and touch your skin
I will slide my fingers in
let me show you what I can.


Mancher findet sein Herz nicht eher, als bis er seinen Kopf verliert.
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