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5.19 - Die Überwindung / Ties of Blood and Water, oder: eine positive Überraschung
Wie bewertet ihr "Die Überwindung"?
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Abstimmungen insgesamt: 2
Gäste können nicht abstimmen 
Matt
Beitrag 7. Dec 2003, 14:22
Beitrag #1


Vice Admiral
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Ich will mal eine Diskussion zu dieser Folge starten. Der Grund ist der, daß ich ehrlich sagen muß, daß ich die Episode beim ersten Anschauen vor einigen Jahren falsch verstanden hatte und sie erst jetzt beim erneuten Ansehen auf DVD richtig kapiert habe. Das räume ich ganz ehrlich ein. Aber ich scheine nicht der einzige zu sein, der die Folge falsch eingeschätzt hatte. Dem allseits bekannten Ralph Sander ist nämlich in seiner Rezension im Buch "Das Star-Trek-Universum" (Heyne-Verlag) demselben Denkfehler aufgesessen.

Nochmal kurz zur Handlung: Tekheny Ghemor (Kiras "Vater" aus der Folge "Second Skin", mit dem sie mittlerweile gut befreundet ist) kommt wieder auf die Station. Er als Führer der cardassianischen Dissidentenbewegung ist freilich der Regierung unter Gul Dukat und dem Dominion (vertreten durch Weyoun) ein Dorn im Auge. Ghemor befindet sich aber im Endstadium einer tödlichen Krankheit, so daß er nur noch wenige Wochen zu leben hat. Einer alten Tradition zufolge verrät ein cardassianischer Todkranker seinem engsten Vertrauten vor dem Tod alle Geheimnisse. Ghemor betrachtet Kira als seine engste Vertraute - und die Geheimnisse, die er über die cardassianische Regierung verraten würde, sind für den Geheimdienst der Sternenflotte unschätzbar. Er beginnt also damit, Kira alles zu erzählen, aber es geht ihm von Tag zu Tag immer schlechter, er vegetiert nur noch vor sich hin. Dukat will natürlich verhindern, daß Ghemor alles ausplaudert und außerdem soll er natürlich aus Propagandagründen auf Cardassia sterben und beerdigt werden. Darum versucht er, mit allen Mitteln einen Keil zwischen Kira und Ghemor zu treiben. Es gelingt ihm schließlich, indem er eine unterm Strich unbedeutende Beteiligung des ehemaligen Soldaten Ghemor an einem Massaker auf Bajor während der Besatzung ans Tageslicht bringt. Eine verwerfliche Tat zwar, aber für einen Soldaten nichts außergewöhnliches; Ghemor bedauert sogar diese alten Taten. Dennoch wendet sich Kira von ihm ab.

Diese Stelle fand ich immer sehr unpassend. Wieso läßt sich Kira so einfach von Dukat manipulieren? Alle um sie herum merken die Manipulation und dennoch wandelt sich ihre Einstellung bezüglich Ghemor in kurzer Zeit von Vaterfigur zu Haßfigur. Das ist völlig unpassend, zumal sie Dukat haßt und ihm dennoch mehr glaubt als Ghemor. Ich habe diese Stelle aber jetzt noch einmal gesehen und endlich verstanden. Aus den Rückblenden wird deutlich, daß Kira den Tod ihres richtigen Vaters während der Besatzungszeit um einige Stunden verpaßt hatte, weil sie - um seine Verletzung zu rächen - gerade auf Cardassianer-Jagd war. Es kommt aber (zumindest in der Originalfassung) heraus, daß der Rachefeldzug nur ein Vorwand war. In Wirklichkeit hatte sie Angst davor, ihm beim Sterben zuzusehen, da sie Angst vor der Entität "Tod" an sich hat. Und diese Angst ist nun noch immer vorhanden, darum ergreift sie dankbar diesen Strohhalm von Dukat, damit sie nicht bis zu Ghemors letzter Minute an dessen Bett sitzen und seine Geheimnisse anhören muß. Dann muß sie ihm nicht beim Sterben zusehen. Sie läßt sich von Dukat also nicht manipulieren, sie sucht unterbewußt lediglich einen Vorwand, um wie beim Tod ihres richtigen Vaters vor dem unangenehmen Erlebnis flüchten zu können. Da kommt Ghemors Beteiligung in für Kriegszeiten normale Kampfhandlungen gegen Bajoraner während der Besatzung gerade recht. Erst als ihr alle ins Gewissen reden, daß niemand allein sterben sollte, überwindet sie sich. (Darum auch der ausnahmsweise gute deutsche Titel "Die Überwindung").

Mit diesem Wissen macht auch das Ende absolut Sinn, als sie scheinbar erneut eine 180-Grad-Wendung vollzieht und an Ghemors Grab auf Bajor weint. Ihre Vatergefühle für Ghemor hatten sich nie geändert, nur läßt sie es jetzt endlich zu, daß sie an die Oberfläche gelangen. Unterm Strich eine psychologisch völlig stimmige und absolut ergreifend gespielte Episode, die lediglich einen Tick zu dialoglastig ist. Darum 13 Punkte von mir.

Mich würde eure Meinung zu der Folge interessieren. Wie habt ihr sie verstanden? Kennt ihr die Kritik von Ralph Sander? Habt ihr die Folge vielleicht selbst auch zunächst falsch interpretiert? Anmerkung: Diese Folge ist nichts für "Laberfolgen"-Hasser. rolleyes.gif Diese sollten die Episode also gar nicht erst ansehen.

Der Beitrag wurde von Matt bearbeitet: 7. Dec 2003, 14:26


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Der RvD
Beitrag 7. Dec 2003, 15:15
Beitrag #2


Redshirt vom Dienst
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Hm, ich kenne diese Folge nur im engl. Original, und da ist Kiras Motivation, wie Du ja selber sagst, kaum falsch zu verstehen.

Ist aber zweifelsohne eine der stärksten Kira-Folgen überhaupt. Lange nicht mehr gesehen, aber aus der Erinnerung würde ich 14 Punkte schon für angebracht halten.

Ach ja "zu dialoglastig" gibt es nicht. wink.gif


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Damon Ridenow
Beitrag 7. Dec 2003, 22:11
Beitrag #3


Captain
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QUOTE (Matt @ 7. Dec 2003, 14:22)
Es gelingt ihm schließlich, indem er eine unterm Strich unbedeutende Beteiligung des ehemaligen Soldaten Ghemor an einem Massaker auf Bajor während der Besatzung ans Tageslicht bringt. Eine verwerfliche Tat zwar, aber für einen Soldaten nichts außergewöhnliches; Ghemor bedauert sogar diese alten Taten. Dennoch wendet sich Kira von ihm ab.

Diese Stelle fand ich immer sehr unpassend. Wieso läßt sich Kira so einfach von Dukat manipulieren? Alle um sie herum merken die Manipulation und dennoch wandelt sich ihre Einstellung bezüglich Ghemor in kurzer Zeit von Vaterfigur zu Haßfigur. Das ist völlig unpassend, zumal sie Dukat haßt und ihm dennoch mehr glaubt als Ghemor.

Ich verstehe nicht, warum du diese Stelle nicht verstehst. Dukat und Ghemor machen die gleichen Angaben über die Vorfälle.

Kira schien den Eindruck gehabt zu haben, dass Ghemor ein "Saubermann" gewesen war, ein Ehrenmann, ein aus ihrer Sichtweise untypischer Cardassianer, und nun bekommt sie mit, dass auch Ghemor bajoranisches Blut an den Händen hat und damit nur ein weiterer jener Cardassianer ist, die sie abgrundtief hasst. Dieses völlig neue Bild von Ghemor muss Kira erst einmal verarbeiten, bevor sie Ghemor wieder vertrauen kann und ihm im Sterben Gesellschaft leistet.

Ich finde diese Folge logisch und gut durchdacht und siedele sie bei etwa 11 Punkte an.


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Fehler sind dazu da, um daraus zu lernen.
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Matt
Beitrag 8. Dec 2003, 07:22
Beitrag #4


Vice Admiral
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Eben genau das denke ich nicht! Daß Ghemor kein Saubermann ist (weil während des Krieges im Grunde alle irgendwelche "Verbrechen" begangen haben), hat Kira wohl bereits geahnt. Sie hat es aber verdrängt, weil auch sie sich entwickelt und zu diesem Zeitpunkt der Serie schon über das "Ich hasse alle Cardassianer"-Stadium hinaus ist. Auch als Dukat dann diese alten Sachen ans Tageslicht bringt, ist sie zwar enttäuscht, aber nicht wirklich überrascht. Sie sucht nur dankbar nach einem Vorwand, um Ghemor nicht beim Sterben zusehen zu müssen.


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Nerys
Beitrag 28. Dec 2003, 21:49
Beitrag #5


Lt. Commander
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Eine tolle Folge! Und schon wieder ein schöner Titel. Kira Folgen scheinen immer besonders schöne Titel zu bekommen (Ties of blood and water", "The darkness and the light", "Wrongs darker than death or night". Na gut. Das waren sie dann eigentlich auch schon...). Ich hab DS9 von Beginn an immer auf Englisch gesehen - ich denke das bei deinem Mißverständnis sicher die Synchro schuld war. Vieles, auch an Stimmung, kommt halt alles ganz anders rüber. Andererseits ist es ja auch wirklich schön, das man immer wieder etwas neues in den Folgen finden kann, oder im großen Zusammenhang der Serie. Und das tut man ja durchaus. Nicht das ich jetzt eine Stelle nennen könnte, aber ich meine, das die deutsche Synchro einem manchmal ein "nein" für ein "ja" verkauft. Und wenn man was nicht versteht (ganz normal) - nach zwei Folgen englischem Originals hat man genug Englisch gelernt um die ganze Serie unfallfrei zu schauen. Viele Grüße - Nerys.
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sepia
Beitrag 1. Feb 2004, 21:55
Beitrag #6


Captain
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Duet war auch ein großartiger Titel.
Die Synchro finde ich nicht so schlimm. Nach drei Folgen (okay, bei einer war der Ton asychron zum Bild, also zählt die nicht wirklich) der aufregenden, unglaublichen frischen, neuen Serie von Bryan Fuller namens Dead Like Me habe ich mich immer noch nicht an das Genuschel bzw. den Akzent der beiden männlichen Hauptcharaktere gewöhnt. Und bei DS9 muss man sich das halt manchmal zurechtdenken, wenn die Synchro offensichtliche inhatliche Fehler macht.

Ties of Blood and Water finde ich nicht schwer zu verstehen. Ich glaube irgendwer sagt auch in der Folge das, was Matt im Eingangspost beschreibt, das Kira nicht auf Ghemor sauer ist, sondern nicht dem Tod ins Gesicht sehen will.
Imho hat die Folge ein Problem: Sie ist von sich her nicht aufregend. Der Zuschauer muss wirklich aufmerksam zuschauen und wird nicht daran erinnert, dass was er sieht interessant ist. Danach ist es im wesentlichen großes Drama für eine TV-Show. Die Rückblenden und die Sisko-Szenen sorgen dabei für die großtmögliche Abwechslung, reichen aber nicht vollkommen aus um dem Zuschauer davon abzulenekn, dass Ties of Blood and Water eigentlich zu wenig zu erzählen hat um zu begeistern.
Außerdem sind sich Kira und Ghemor zu vertraut. Aber Hauptsache Second Skin wird nicht vergessen.
Also. Richtige gute Folge dies, trotz der Makel.


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I mean, after all; you have to consider we're only made out of dust. That's admittedly not much to go on and we shouldn't forget that. But even considering, I mean it's a sort of bad beginning, we're not doing too bad. So I personally have faith that even in this lousy situation we're faced with we can make it. You get me?
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marv
Beitrag 4. Feb 2004, 19:35
Beitrag #7


Fleet Captain
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Ah, hab mir gleich gedacht, dass ich irgendwas an der Folge nicht richtig verstanden habe ... danke für die Erleuchtung, Matt wink.gif


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what would kirk do!?
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Adm. Ges
Beitrag 17. Sep 2007, 23:31
Beitrag #8


Fleet Admiral
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Die Folge war gerade bei mir dran - glücklicherweise gleich noch die Ferengi-Folge hinterher, denn sie ist zwar großartig wie auch Duet, aber auch ebenso schwere Kost.

Gut gefallen hat mir auch das geknister zwischen Dukat und Sisko. Der Gag mit Weyoun war auch ganz nett - schön toxisch. wink.gif

Am Ende wars dann auch recht interessant, als Sisko Dukat erklärt, dass für die Beerdigung längst alels arangiert ist. Dukat dürfte aber trotzdem seine Propaganda getrieben haben.

Ich schließe mich mal Matt an und vergebe ebenfalls 13 Punkte.


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Admiral Tom Jay Ges, U.S.S. Europe, NCC-66066
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Aran
Beitrag 18. Sep 2007, 17:55
Beitrag #9


Fleet Captain
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QUOTE (Adm. Ges @ Tue 18 September 2007, 00:31)
Gut gefallen hat mir auch das geknister zwischen Dukat und Sisko. Der Gag mit Weyoun war auch ganz nett - schön toxisch. wink.gif

War das die Szene in der Dukat und Sisko nicht trinken wollen, weil sie meinen, das Zeug könnte vergiftet sein? Und Weyoun trinkt einfach drauf los, aufgrund irgendeiner Immunität?

Wenn ja – Brüllerszene, bei der ich mich damals weggeworfen habe. mrgreen.gif


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Adm. Ges
Beitrag 18. Sep 2007, 22:13
Beitrag #10


Fleet Admiral
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QUOTE (Aran @ Tue 18 September 2007, 18:55)
QUOTE (Adm. Ges @ Tue 18 September 2007, 00:31)
Gut gefallen hat mir auch das geknister zwischen Dukat und Sisko. Der Gag mit Weyoun war auch ganz nett - schön toxisch. wink.gif

War das die Szene in der Dukat und Sisko nicht trinken wollen, weil sie meinen, das Zeug könnte vergiftet sein? Und Weyoun trinkt einfach drauf los, aufgrund irgendeiner Immunität?

Wenn ja – Brüllerszene, bei der ich mich damals weggeworfen habe. mrgreen.gif

Ja, genau die Szene war es. Wobei Sisko und Dukat wussten, dass es vergiftet ist. Weyoun ist aber einer dieser genialen Charaktere, gut dass sie ihn wieder ham auftauchen lassen. Und in der Tat - beim ersten Mal hab ich mich auch weggeworfen, für solche Szenen liebe ich DS9.


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Admiral Tom Jay Ges, U.S.S. Europe, NCC-66066
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