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Star Trek - Titan: Der rote König
VirtualSelf
Beitrag 8. Apr 2009, 11:34
Beitrag #1


Vice Admiral
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Titel: Der rote König
Serie: Star Trek Titan
OT: Star Trek – Titan: The Red King
Autoren: Michael A. Martin & Andy Mangels
√ú: Stephanie Pannen
Seiten: 377
ISBN: 978-3-941248-02-1
Verlag:CrossCult, 2009



Der vorliegende Roman kn√ľpft unmittelbar an das Cliffhanger-Ende des ersten Titan-Bandes an. Wer dar√ľber N√§heres erfahren m√∂chte, muss allerdings wohl oder √ľbel an anderer Stelle suchen, denn ich bin um jede Zeile froh, die mich weiter von „Nemesis“ wegbringt.

Shit happens! Eine Raumanomalie saugt die geheime Raumflotte der Romulaner, das Flaggschiff Commander Donatras, einen klingonischen Paranoidenkreuzer sowie die U.S.S. Titan, jenes F√∂derationsforschungsschiff, auf dem sich Captain Riker und seine Liebesdienerin Deana Troi ihren Imzadifl√ľstereien hingeben, einschlie√ülich dessen etwa 350 Mitglieder z√§hlende Crew aus Pi mal Daumen 500 unterschiedlichen Spezies, in sich hinein, um sie justament in der etwa 200000 Lichtjahre entfernten Kleinen Magellan'schen Wolke wieder zu erbrechen. Eine solche kosmische Wurmloch-Bulimie wirft zwar keinen wackeren Kosmonauten emotional aus der Bahn – erst recht nicht Jan und Hein und Klaas und Pit oder wie sie hier hei√üen: Shenti Ysec Eres Ree, Torvig Bu-kar-nguv, Xin Ra-Havareii und K'chak'!'op -, aber dennoch greift zun√§chst ob der fremden Umgebung eine gewisse Irritation Raum.

W√§hrend die Datenbanken der Titan bis knapp unter das oberste Luk mit Informationen √ľber diesen Weltraumsektor gef√ľllt sind, da in dieses Loch schon des √Ėfteren F√∂derationsschiffe fielen – unter anderen die U.S.S. Excelsior unter Captain Sulu -, tappen Donatra & Co. im Stockdusteren.
Erfreulicherweise gelingt es der Romulanerin, einen Vertreter der hier heimischen Neyel - einer mit der Menschheit verwandten Rasse mit lustigen Schw√§nzen (hinten) und mehr als zwei Armen (seitlich) - aus dem luftleeren Raum zu pfl√ľcken, um ihn ganz nach Art romulanischer Gastfreundschaft einer mehr peinlichen als hochn√∂tigen Befragung zu unterziehen, nach dem Motto „Wer, wie, was, wieso, weshalb, warum?“. Bedauerlicherweise erweist sich ausgerechnet dieser Alien namens Frane als gestandener Esoteriker und Gutneyel, der seinem Volk ob dessen b√∂ser Unterdr√ľckung anderer Spezies dieses Sektors den Tod oder wenigstens die biochemische Fluktuation an den Hals w√ľnscht.
Sei es drum. Ohne eine Zusammenarbeit von Titaniern und Romulanern wird es erstens schwierig, den blind herumirrenden Rest der Flotte einzufangen und zweitens einer omin√∂sen Gefahr Herr zu werden, die – als k√∂nnte nichts naheliegender sein – von den F√∂derationswissenschaftlern mit unaussprechlichen Namen im Handumdrehen als schnell expandierendes sapienogenisches Protouniversum identifiziert, d.h. als kleines Quantending mit Bewusstsein, das den gro√üen Macker markieren will und dabei – wie Kinder nun einmal sind - den Rest des Sektors mit sich selbst √ľberschreibt.
√Ąrgerlichweise h√§lt das Viech gerade die Computersysteme der romulanische Irrl√§ufer besetzt, ob mit Vorsatz oder aus Dusseligkeit l√§sst sich schwer sagen. Tatsache ist: das Ding muss da raus! Ist f√ľr die „F√∂dies“ auch keine gro√üe Sache, nur dass das schnell expandierendes sapienogenisches Protouniversum dadurch Migr√§ne bekommt und √ľbellaunigerweise ausgerechnet das Sonnensystem als n√§chstes auszuradieren droht, das den Heimat-Planeten der Neyel beherbergt. Sowas geht ja nun gar nicht! Und was ein echter Riker ist, der versucht einen ganzen Planeten zu evakuieren, auch wenn es auf der Titan echt eng werden sollte. Aber wo Platz f√ľr 300 ist, da passen auch ein paar Hundert Millionen rein ... naja ... vielleicht auch zwei, drei weniger ..


Hammerhart! Bei der Lekt√ľre dieses Romanes f√ľhlte ich alter Sack mich wieder 20 Jahre j√ľnger, zur√ľckversetzt in eine Zeit, in der sinnloses Technobabbel und abstruse, haneb√ľchene Storys zumindest f√ľr uns einfach gestrickte SF-Fans noch den TV-Show-Himmel auf Erden bedeuteten.
Da ist dann schon mal von geordneten Energie- und Verbrauchskurven die Rede, von enormen Vorkommen akkumulierender negativer Entropie sowie anderen zahlreichen extremen und anhaltenden umgebungsbedingten Unausgeglichenheiten. Saugeil! Da geht dem Nerd doch gleich einer ab!
Die ersten 100 Seiten sind voll von diesem sinnlosen Zeug, voll von Namen, Zusammenh√§ngen und Bez√ľgen zu trek'schen TV-Episoden und Romanen, die zum Teil noch immer ihrer deutschen Ver√∂ffentlichung harren. Und genau deshalb ist das Buch f√ľr „normale“ Leser und Gelegenheits-Trekkies stellenweise so unterhaltsam wie das Telefonbuch von Tokio.
Der Grundplot um das schnell expandierende sapienogenische Protouniversum und alles was damit zusammenh√§ngt – der pseudowissenschaftliche Hintergrund, die oberfl√§chlichen Analysen, die schamanistischem B√§umepimpern gleichkommen, die letztlich haltlosen Schlussfolgerungen, der abstruse Gedanke, dass das kollektive Ged√§chtnis von Spezies – manifestiert in ihren Mythen – Milliarden Jahre zur√ľckreicht, usw. – ist demgegen√ľber weniger langweilig als vielmehr strunzd√§mlich.

Wissenschaftsoffizier ZcHnr²Zorr~zarg' hängt seinen Sensor aus der Ladeluke, dreht sich auf seinen vier kukurukuzuwuzförmigen Rudimentärwurzeln zweimal rechtsrum im Kreis, klopft auf seine Diagnose-Glaskugel, um mit Grabesstimme zu sagen:
„Hey! Captain! Da drau√üen randaliert ein intelligentes Protouniversum“.
Auf der Br√ľcke bricht spontaner Applaus aus. Mehre Crewmen fangen angesichts so viel wissenschaftlichen Sachverstandes vor R√ľhrung an zu weinen, w√§hrend sich Riker auf die Stirn schl√§gt:
„Na klar! Was sonst!“

Ok! Star Trek ist als Science Fiction grunds√§tzlich entschuldigt, aber zumindest mich befriedigen Storys aus dem Niveau von „Da drau√üen schwirrt der b√∂se Wolf rum (warum auch immer) und versucht, unsere Torpedophalanx umzupusten!“ schon seit geraumer Zeit nicht mehr.
Ein gutwilliger Leser k√∂nnte einwenden, dass auch der haarstr√§ubendste Plot als Aufh√§nger f√ľr moralische Dilemmata und faszinierende Charakterzeichnungen dienen k√∂nnte, zumal – glaubt man den Harcore-Fans – solcherlei Tiefgr√ľndigkeiten immer schon das Salz in der Star Trek-Suppe gewesen sein sollen. M & M (Martin & Mangels) jedenfalls kredenzen ihre Suppe quasi salzlos. Zum einen sind Haupt-Protagonisten des Romans – an erster Stelle Donatra, Riker und Frane - in ihren Rollenklischees, die sich gerade bei Star Trek (u.a.) immer aus der Zugeh√∂rigkeit zu einer bestimmten Spezies (Mensch, Klingone, Romulaner, usw.) ableiten, gefangen und verhalten sich so vohersehbar, dass keinerlei Spannung aufkommt, zum anderen werden Dilemmata und interessante Fragen - Welche Bedeutung hat die Menschheit innerhalb und f√ľr die F√∂deration? Nach welchen Kriterien erfolgt die Evakuierung des Neyel-Planeten (Oghen), d.h. nach welchen Kriterien wird √ľber Leben und Tod entschieden? - h√∂chstens angerissen, nicht aber diskutiert.
Zugegeben, einige Dialoge sind recht unterhaltsam – weil bissig gef√ľhrt -, aber dieses ist unter Strich viel zu wenig, um eine 377-Seiten-Buch anzuheben, geschweige denn zu tragen.
Als Griff ins Klo erweist sich bisher auch der Speziesreichtum an Bord der Titan, dessen Handlungsrelevanz vor allem anderen darin besteht, den Leser mit unaussprechlichen Namen aus den seelischen Gleichgewicht zu bringen, um so den trägen Fluss der drögen Handlung stellenweise zum Erliegen zu bringen.

Was als zentrale Botschaft des Romans bleibt, ist ein gutmenschliches „Wir sind doch alles Freunde und m√ľssen an einem Strang ziehen“, und damit die Erkenntnis, dass die Titan-Reihe – im Gegensatz zur Vanguard-Serie - aller Voraussicht nach eine Stagnation des Franchise auf niedrigem Niveau bedeutet.


Fazit: Ein Star Trek-Roman f√ľr Fans (mehr muss an dieser Stelle nicht gesagt werden, oder? ^^).



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Mancher findet sein Herz nicht eher, als bis er seinen Kopf verliert.
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Dr. Zoidberg
Beitrag 24. Oct 2009, 22:50
Beitrag #2


Captain a.D.
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ZITAT(Deus Irae @ 8. Apr 2009, 12:34) *
Was als zentrale Botschaft des Romans bleibt, ist ein gutmenschliches ‚ÄěWir sind doch alles Freunde und m√ľssen an einem Strang ziehen‚Äú, und damit die Erkenntnis, dass die Titan-Reihe ‚Äď im Gegensatz zur Vanguard-Serie - aller Voraussicht nach eine Stagnation des Franchise auf niedrigem Niveau bedeutet.

Stimmt die Romane 2 & 3 sind genauso schlimm, der 4. ist dann halbwegs erträglich.



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Die Menschen konnten den Tod, das Elend, die Unwissenheit nicht heilen und sie haben sich um gl√ľcklich zu sein geeinigt nicht daran zu denken.
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VirtualSelf
Beitrag 24. Oct 2009, 23:40
Beitrag #3


Vice Admiral
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ZITAT(Dr. Zoidberg @ 24. Oct 2009, 22:50) *
ZITAT(Deus Irae @ 8. Apr 2009, 12:34) *
Was als zentrale Botschaft des Romans bleibt, ist ein gutmenschliches „Wir sind doch alles Freunde und m√ľssen an einem Strang ziehen“, und damit die Erkenntnis, dass die Titan-Reihe – im Gegensatz zur Vanguard-Serie - aller Voraussicht nach eine Stagnation des Franchise auf niedrigem Niveau bedeutet.

Stimmt die Romane 2 & 3 sind genauso schlimm, der 4. ist dann halbwegs erträglich.


Nöööö.

Der 3. Roman ist einer der besten des gesamten Franchises und der 4. einer der schlechtesten ...


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Blaidd_Drwg
Beitrag 25. Oct 2009, 11:40
Beitrag #4


bisher Neral Jourian
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Sehe ich auch so. Im Vergleich zum dritten Band taugte der vierte nichts. Zum Gl√ľck wurde ich ihn dann noch √ľber ebay los. Hoffentlich taugt dann Band 5 mehr, zur Not wei√ü ich dann auch wo der landet.
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TrekMan
Beitrag 16. Jun 2011, 10:29
Beitrag #5


Lt. Commander
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Ich hab die ersten drei Romane im englischen Original gelesen und den vierten auf Deutsch. Mir sind sie nicht kantig genug, da ist "Vanguard" mehr meine Wellenl√§nge. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass es einfach schon zuviele Roma, B√ľcher und Serien sind, die ich gelesen hab. Ich fand die Serie bislang langweilig.

Der Beitrag wurde von TrekMan bearbeitet: 16. Jun 2011, 10:30


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Wer an der Geschichte nicht partizipiert, macht die gleichen Fehler wieder.
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