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Aschenbringer
VirtualSelf
Beitrag 3. Jan 2010, 22:54
Beitrag #1


Vice Admiral
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Titel: Aschenbringer
Serie: World of Warcraft (WoW)
OT: World of Warcraft: Ashbringer
Autor: Micky Nelson
Artwork: Ludo Lullabi & Tony Washington
√ú: Mick Schnelle
Lettering: Alessandro Benedetti
Ausstattung: Softcover mit Faltumschlag, 124 Seiten
ISBN: 978-3-86607-802-4
Verlag: PaniniComics 2009


„Aschenbringer“ ist eine der legend√§ren Waffen Azeroths, von denen die meisten „World of Warcraft“-Spieler zumindest schon einmal geh√∂rt haben (sollten). Das vorliegende Tradepaperback erz√§hlt die Geschichte jenes verdammten Schwertes und seiner ersten Tr√§ger.

Im zweiten Krieg gegen die Horden der Orks erringt Hochlord Alexandros Mograine ein magisches Artefakt, einen Kristall von so bösartiger Ausstrahlung, dass in dessen Gegenwart die Heilerfähigkeiten des Paladins versagen.
Nach der Vertreibung der Gr√ľnh√§ute beginnt ein kurze Zeit des Friedens, in der Mograine seinen beiden heranwachsenden S√∂hnen – Darion und Renault - sowohl Vater sein, als auch die verstobene Mutter ersetzen muss.
Der Frieden endet als die Gei√üel beginnt, die √∂stlichen L√§nder um die St√§dte Straholme, Herdweiler und Tyrs Hand zu √ľberrennen. Alexandros zieht erneut in den Krieg, jedoch nicht, ohne zuvor vom Hochk√∂nig der Zwerge, Magni Bronzebart, den verderbten Kristall in eine m√§chtige Klinge einschmieden zu lassen, um damit die Horden der Untoten in nichts als Asche zu verwandeln.
Auch wenn die Zahl der Feinde, die dem Schwert zum Opfer fallen, Legion ist, so ist es nicht Alexandros Schicksal aufrecht im Kampf zu sterben. Er f√§llt vielmehr dem Verrat eines seiner S√∂hne zum Opfer, welcher seinerseits indirekt durch den D√§mon Balnazzar manipuliert wird. W√§hrend Alexandros Morgaine von Kel'Thuzad in einen Todesritter verwandelt wird, steigt der Vaterm√∂rder zu einem der F√ľhrer des korrumpierten Scharlachroten Kreuzzugs auf.

Derweil organisiert der zweite Sohn unter dem Banner des neu gegr√ľndeten Ordens der Argentumd√§mmerung, in dessen Reihen nicht nur Gefolgsleute der Allianz, sondern s√§mtliche dem Licht folgenden Wesen – seien es Trolle oder Orks – ein Platz haben, den Widerstand gegen die Gei√üel und stellt sich im verfluchten Naxxramas seinem untoten Vater.


Obgleich ich bekennender WoW-Fan und -Spieler bin, habe ich bisher um die Comics auf Grund b√∂ser Vorahnungen und einiger Coverbilder einen weiten Bogen gemacht. Sollten die K√ľnstler weiterhin Lullabi und Washington hei√üen, wird der Bogen in Zukunft noch ein ganzes St√ľck gr√∂√üer sein.
Ich kann mich nicht erinnern, in den letzten f√ľnf Jahren ein nervt√∂tenderes Artwork gesehen zu haben: uneinheitlich, un√ľbersichtlich, hektisch, aggressiv, grell und √ľberzeichnend sowohl im Strich als auch in der Koloration. Ein Teil der Unzul√§nglichkeiten – z.B. die aggressiven Posen und die permanent weit aufgerissenen M√ľnder der Figuren - mag auf Lullabis k√ľnstlerische N√§he zur Anime- und Manga-Kultur zur√ľckzuf√ľhren sein, aber das erkl√§rt das Versagen nicht wirklich, denn bei allem unterschwelligen Machismo und aller Aggressivit√§t zeichnen sich die meisten Shonen-Mangas wenigstens durch eines aus: Coolness! Und die geht Lullabis verzerrten Gestalten vollkommen ab.

Die Geschichte selbst ist √§hnlich unerfreulich wie das Artwork, da sie sprunghaft von Ort zu Ort und Zeit zu Zeit eilt, ein Masse von Figuren aufmarschieren l√§sst und damit f√ľr Leser ohne genaue Vorstellungen der Warcraft-Geografie sowie der Dramatis personae schlichtweg unverst√§ndlich bleibt.
Und selbst Kennern der Materie wird das hektische Aneinanderreihen bekannter Namen wenig Freude bereiten, da der Story das fehlt, was WoW so faszinierend macht: die Atmosphäre und die epische Tiefe der einstigen Questreihe, auf der das Comic basiert.


Fazit: Der hektische Erzählrhythmus und das aggressive, mangahafte, grelle Artwork lassen das epische Potenzial der Aschenbringer-Geschichte allenfalls erahnen. Ein Comic-Ausflug in die WoW-Welt, den man sich ersparen sollte.


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kiss your face and touch your skin
I will slide my fingers in
let me show you what I can.


Mancher findet sein Herz nicht eher, als bis er seinen Kopf verliert.
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Khaanara
Beitrag 7. May 2010, 07:58
Beitrag #2


Fleet Captain
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Ein empfehlenswerter WARCRAFT-COMIC ist hingegen der hier: http://www.tokyopop.de/manga-shop/product_...0e8f6b97254a6b4


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