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Der Tod des Mittelstandes, ...oder das Ende der sozialen Marktwirtschaft
Voivod
Beitrag 3. Apr 2012, 21:49
Beitrag #1


Admiral
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Heute hat der Pr├Ąsi des CH-Arbeitgeberverbandes ├Âffentlich "zugegeben", dass er L├Âhne f├╝r den "Normalb├╝rger", die ├╝ber dem Existenzminimum liegen, f├╝r eine Utopie h├Ąlt. In Zukunft m├╝sse sich halt ein grosser Teil der Menschen mit Zweit- und Drittjobs ├╝ber Wasser halten. Wie in Amiland schon gang und g├Ąbe.

Ich weiss nicht...

Sind wir hier in Europa wirklich so "arm" geworden, dass ein vollzeitbesch├Ąftigter Single, der sich neun Stunden pro Tag abrackert, halt akzeptieren muss, dass sein Lohn nicht mehr zum Leben reicht? Ok, wenn du eine Familie mit Kind gr├╝nden willst, musst du dir das zwei mal ├╝berlegen. Ein durchschnittliches Einkommen reicht nicht mehr, das ist noch so knapp zu akzeptieren. Aber als Single? Ein gut ausgebildeter Verk├Ąufer verdient bei uns 3200 Fr. im Monat! Das reicht kaum zum Leben. Ok, wenn man nur Pasta isst, vielleicht schon.... Aber alleine f├╝r Miete und KK geht schon die H├Ąlfte des Lohns fl├Âten, egal wie bescheiden man wohnt. Dazu kommen Abgaben en Masse. Wer jetzt dar Argument anf├╝hrt, dass man halt l├Ąnger zur Schule h├Ątte gehen sollen, soll sich mal ├╝berlegen, wie unsere Gesellschaft funktionieren soll ohne Verk├Ąufer, Coiffeure, Taxifahrer, Busfahrer, Strassenputzer, etcetcetc...... Diese Berufe halten alles in Schwung! Nicht jeder kann in einer Bank arbeiten!

Ich glaube, wir sind auf direktem Weg zur├╝ck in den Feudalismus. In ein paar Jahrzehnten haben wir abgeriegelte Reichensiedlungen, und "draussen" sind die Armen, die sich irgendwie durchwursteln m├╝ssen. Was nat├╝rlich auch den Tod der Demokratie und der Gesellschaft allgemein bedeutet. Die Reichen haben dann Privatarmeen, die ihren Reichtum sch├╝tzen, und der "P├Âbel" bek├Ąmpft sich untereinander um die Brosamen. Die SciFi-Filme werden zur Realit├Ąt.

Das macht mir Angst. Die Plutokratie steht vor der T├╝r. Die soziale Koh├Ąsion geht v├Âllig verloren, und am Schluss gibt's Aufst├Ąnde und Anarchie. Weil die Leute schlichtweg nichts mehr zu FRESSEN haben! mad.gif

Das bewegt sich alles in die falsche Richtung... Es ist ok, wenn sich nicht jeder ein Auto leisten kann mit seinem Lohn. Es ist auch noch ok, wenn man als Single in einer 1.5-Zimmerwohnung in einem ├╝blen Viertel hausen muss. Aber es ist nicht ok, wenn man als Vollzeitbesch├Ąftigter keine Chance mehr hat, ├╝berhaupt seine Rechnungen zu bezahlen.

Gruss von Voivod (Fr. 2767.- im Monat, Miete 1050.- Krankenkasse 420.- sonstige Fixkosten f├╝r Strom, Wasser, Versicherungen, Sozialbeitr├Ąge etc... ca. 500.- Ohne einen unregelm├Ąssigen Zustupf meiner Eltern w├Ąre ich schon l├Ąngst auf dem Sozialamt. Aber nicht jeder hat reiche Eltern. Ich weiss, ich bin noch ein Gl├╝ckspilz.)

Edit: Ein Beispiel: Ein KV-Angestellter mit Zusatzausbildung verdient 5.500 Franken. Ein guter Lohn. Theoretisch. Dooferweise kann sich dieser Arbeitnehmer nie und nimmer eine Wohnung in der N├Ąhe seiner Arbeitsstelle leisten, z.B. in Z├╝rich. Gezwungenerweise zieht er in die Agglo. Alleine f├╝r den Arbeitsweg l├Ąsst er locker einen Monatslohn pro Jahr an Kosten liegen! Dazu kommt nat├╝rlich noch die Steuern von mindestens einem Monatslohn (eher zwei...). Und wenn er mal zum Zahnarzt muss und 1'000 Franken hinbl├Ąttern muss, hat er schon Schulden. Wie soll so ein Mann sich ├╝berhaupt noch Gedanken dar├╝ber machen, eine Familie zu gr├╝nden? Heul, aber wir haben ja viel zu wenig Kinder, die Gesellschaft ├╝beraltert... Warum wohl?!? Man muss ja wohl echt einen derben Hirnschaden haben, heute noch eine Familie zu gr├╝nden.

It's fucked up.

Der Beitrag wurde von Voivod bearbeitet: 3. Apr 2012, 22:13
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Adm. Ges
Beitrag 3. Apr 2012, 22:39
Beitrag #2


Fleet Admiral
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Wie Recht du hast. Hier in Deutschland ist derselbe Trend erkennbar. Schon heute gibt es Leute die Vollzeit arbeiten und als sogenannte "Aufstocker" Geld vom Statt bekommen, um wenigstens auf Hartz IV-Niveau zu sein. Sowas ist nicht nur absurd, sondern schlichtweg sittenwidrig - aber Hauptsache die Leute tauchen nicht in der Arbeitslosenstatistik auf... Dass die Leute nat├╝rlich auch nicht in die Sozialsysteme einzahlen und damit auch niemals eine "richtige" Rente bekommen werden interessiert keine Sau. Mindestlohn - wozu, funktioniert doch... kotz.gif

Ich kann auch nicht verstehen, warum alles immer nach Inflation lechzt. Wo soll das alles hinsteigen? In vielen Bereichen haben wir ja schon l├Ąngst wieder das Niveau erreicht, was wir mitte der 90er Jahre in DM bezahlt haben - heute eben in Euro. Aber wir m├╝ssen eben wachsen, die Wirtschaft muss wachsen, wachsen, wachsen...


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Admiral Tom Jay Ges, U.S.S. Europe, NCC-66066
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Voivod
Beitrag 3. Apr 2012, 23:18
Beitrag #3


Admiral
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ZITAT(Adm. Ges @ 3. Apr 2012, 23:39) *
Ich kann auch nicht verstehen, warum alles immer nach Inflation lechzt. Wo soll das alles hinsteigen? In vielen Bereichen haben wir ja schon l├Ąngst wieder das Niveau erreicht, was wir mitte der 90er Jahre in DM bezahlt haben - heute eben in Euro. Aber wir m├╝ssen eben wachsen, die Wirtschaft muss wachsen, wachsen, wachsen...


Und wir m├╝ssen uns halt dem Konkurrenzkampf stellen, noch mehr elb├Âgeln, ├╝ber Leichen gehen, noch mehr Zusatzausbildungen machen, noch h├Ąrter und belastbarer sein am Arbeitsplatz, uns ganz auf die Ich-AG konzentrieren, damit wir ne Chance haben, noch mehr ├ťberstunden, uns unentbehrlich machen, lebenslanges Lernen, mobben bis zum Gehtnichtmehr, nur der Starke ├╝berlebt... Und der Durchschnittsschufter ist auch noch so bl├Âd, dass er das Spielchen mitspielt, in der Hoffnung, er k├Ânne gewinnen.

Die fixe Idee, das "Wachstum" die einzige L├Âsung ist, haben die "da oben" uns so krass in unsere K├Âpfe eingepr├╝gelt, dass wir das Spielchen mitspielen und uns f├╝r das System opfern. Warum w├Ąhlt die Unterschicht immer noch "b├╝rgerliche" Parteien, welche die Hochfinanz vertreten? Es scheint so, dass Sozialdarwinismus mittlerweile als gottgegeben hingenommen wird. Aber wie gesagt, die Sache geht nicht auf, die Zahl der Verlierer ist um ein Vielfaches h├Âher als die der Gewinner, auch wenn die Verlierer verzweifelt versuchen, immer noch mitzumischen, um jeden Preis. Die Hirnw├Ąsche hat funktioniert.

Ganz trocken gesagt hat der Wohlstand in den letzten Jahren abgenommen. Die Leute wollen es einfach nicht sehen... Und dann kommt so ein Arbeitgeberfuzzi daher und r├╝hmt die Asiaten als Vorbilder, an die wir uns halten sollen, weil die sich nicht beklagen, wenn sie 14h/Tag arbeiten m├╝ssen. Wow, genial... Wir stehen jetzt in Konkurrenz zu Asien und sollen uns gef├Ąlligst derer Arbeitsethik anpassen! Seht her, die Asiaten, die wissen noch, was arbeiten heisst! Wir verweichlichten Westler mit unseren Arbeitnehmergesetzen und sonstigem unprofitablem Kram... Aber solange die Leute hier das Spiel mitspielen, wird sich nichts ├Ąndern. Logisch k├Ânnen wir nicht mit China konkurrieren, die Leute dort haben ja auch einen mittelgrossen Knall und kennen nichts anderes. Aber Asien wird zur Zeit f├╝r seine Arbeitsethik ger├╝hmt. Das Problem ist nat├╝rlich, das kein Mensch hier sich aus dem Spiel ausklinken will, denn die Gier nach mehr ist gottgegeben. Immer mehr, und noch mehr... Ich will nicht alte, linksromantische Parolen aufw├Ąrmen. Aber ein Wachsstumsstop ist schon ok, das halten der derzeitigen Standards reicht v├Âllig. Aber nein, dass ist Hippiekram und widerspricht der J├Ąger- und Sammlermentalit├Ąt, blabla... Dabei bleibt uns wohl einfach nichts anderes ├╝brig. Ich h├Ątte kein Problem damit.

/ undifferenzierter rant ende
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Equinox
Beitrag 4. Apr 2012, 10:34
Beitrag #4


Fleet Captain
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Wie ich sehe fallen meine marxistischen Parolen endlich auf fruchtbaren Boden mrgreen.gif .
Seit Mitte des ersten Semesters bin ich von der Ausl├Âschung aller menschlichen Seelen ├╝berzeugt. Dabei kommt Systemtheorie erst n├Ąchstes Semester dran. ph34r.gif
Die kapitalistische Gesellschaft opfert dem materiellen Reichtum alles. Wie ein Genozid am eignen Volk, nur l├Ąsst man die K├Ârper leben und vor sich hin depressiveln.

Ziel der Politik sollte das Gl├╝ck der B├╝rger sein. Nach heutigem Forschungsstand ist Gl├╝ck = Gesundheit X materieller Grundbedarf X soziale Beziehungen X charackterliche Disposition.

Also weg mit dem Wachstum. Grundbedarf f├╝r alle! Ganz zu schweigen davon, dass wir alle immer assozialer werden im Kampf auf Leben und Tod.

Der brutale Hammer der Gesetzes muss endlich niederfallen auf die B├Ąnker/Politiker/Lobbyisten. Die Alternative ist Feudalismus.


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Voivod
Beitrag 4. Apr 2012, 10:59
Beitrag #5


Admiral
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ZITAT(Equinox @ 4. Apr 2012, 11:34) *
Wie ich sehe fallen meine marxistischen Parolen endlich auf fruchtbaren Boden mrgreen.gif .
Seit Mitte des ersten Semesters bin ich von der Ausl├Âschung aller menschlichen Seelen ├╝berzeugt. Dabei kommt Systemtheorie erst n├Ąchstes Semester dran. ph34r.gif
Die kapitalistische Gesellschaft opfert dem materiellen Reichtum alles. Wie ein Genozid am eignen Volk, nur l├Ąsst man die K├Ârper leben und vor sich hin depressiveln.

Ziel der Politik sollte das Gl├╝ck der B├╝rger sein. Nach heutigem Forschungsstand ist Gl├╝ck = Gesundheit X materieller Grundbedarf X soziale Beziehungen X charackterliche Disposition.

Also weg mit dem Wachstum. Grundbedarf f├╝r alle! Ganz zu schweigen davon, dass wir alle immer assozialer werden im Kampf auf Leben und Tod.

Der brutale Hammer der Gesetzes muss endlich niederfallen auf die B├Ąnker/Politiker/Lobbyisten. Die Alternative ist Feudalismus.


Ich weiss nicht, ob mein gestriger n├Ąchtlicher Wutanfall was mit Marxismus zu tun hatte, Aber deine Aussage zu "Gl├╝ck" teile ich.

Die Idee w├Ąre ja, dass der Wohlstand steigt, weil die Produktivit├Ąt steigt, etc....... Aber wie du sagst, er sinkt. Wenn es also ohne Wachstum nicht geht, wie die Theoretiker sagen, wo bleibt denn der Zusatzertrag und warum schwindet dann der Wohlstand? Warum sollte man in einem der reichsten L├Ąnder der Welt keine Kinder mehr kriegen, weil dann Armut droht? Kann mir das ein "Studierter" mal erkl├Ąren mit einer Antwort, die ├╝ber "Es landet alles in den Taschen der Bankster und Superreichen" hinausgeht? Oder ist das schon die richtige abschliessende Antwort?

Bin immer noch sauer... mad.gif Feudalismus ahoi! mad.gif

Edit: Ich glaube, es wird so weitergehen, weil die Mitglieder der Unter- und Mittelschicht schlichtweg masochistisch veranlagt sind. Diese Erkenntnis kam mir gerade unter der Dusche! mrgreen.gif

Und nochmals edit: Ich frage mich manchmal, wie Menschen in schlecht bezahlten Jobs ├╝berhaupt ├╝ber die Runden kommen. Unter "schlecht bezahlt" verstehe ich in der CH alles unter 4000.- brutto. Diese Leute haben meine echte Bewunderung. Und es sind nicht wenige... unsure.gif Nie zum Zahnarzt gehen? Eine KK mit maximaler Franchise abschliessen, in der Hoffnung, nicht krank zu werden? Einfach keine Steuern zahlen? Nur im Caritasladen einkaufen? In Zug und Bus immer schwarz fahren?

Ok, irgendwo auf dem Land geht das vielleicht. Da ist alles billiger, das Wohnen, die steuerliche Belastung, etc... Aber in einem st├Ądtischen Gebiet erscheint mir da der Gang zum Sozialamt schon vorprogrammiert. V.a., wenn man noch Familie hat. Und das trotz Vollzeitjob! Ich kann echt nur den Hut ziehen vor all den Verk├Ąufern, Taxifahrern, Buchh├Ąndlern, Altenpflegern, etc... Ich lebe ja selber unter dem Existenzminimum, aber eben, reicher Papi, der Mitleid hat... unsure.gif Und letztes Jahr bin ich zu recht viel Geld gekommen, von dem ich noch lange zehren kann. Ansonsten m├╝sste ich wohl echt in irgend ein Dorf am Ende der Welt ziehen. In der Stadt leben k├Ânnte ich nie und nimmer. Aber da br├Ąuchte ich wohl ein Auto, und dann ginge die Rechnung auch wieder nicht auf.

Der Beitrag wurde von Voivod bearbeitet: 4. Apr 2012, 12:49
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Equinox
Beitrag 4. Apr 2012, 17:34
Beitrag #6


Fleet Captain
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ZITAT(Voivod @ 4. Apr 2012, 11:59) *
Warum sollte man in einem der reichsten L├Ąnder der Welt keine Kinder mehr kriegen, weil dann Armut droht? Kann mir das ein "Studierter" mal erkl├Ąren mit einer Antwort, die ├╝ber "Es landet alles in den Taschen der Bankster und Superreichen" hinausgeht? Oder ist das schon die richtige abschliessende Antwort?


Soweit ich wei├č ist das schon die Antwort. Ent├Ąuschend einfach, gell?

Die Union plant angeblich eine Demografiesteuer. Jeder ├╝ber 25 soll zahlen. Egal, ob er Kinder hat, oder nicht.
Es macht ja Sinn, dass irgendwer die Diskrepanz zwischen Alten- und Kinderzahl bezahlen muss. Doch sehr erfreut bin ich dar├╝ber nicht. Ich bin ja wohl nicht daran Schuld, dass die alten Leutchen immer sp├Ąter sterben und zu viele von denen auf ihrer Wirtschaftswunderrente bestehen.


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Voivod
Beitrag 4. Apr 2012, 20:58
Beitrag #7


Admiral
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ZITAT(Equinox @ 4. Apr 2012, 18:34) *
ZITAT(Voivod @ 4. Apr 2012, 11:59) *
Warum sollte man in einem der reichsten L├Ąnder der Welt keine Kinder mehr kriegen, weil dann Armut droht? Kann mir das ein "Studierter" mal erkl├Ąren mit einer Antwort, die ├╝ber "Es landet alles in den Taschen der Bankster und Superreichen" hinausgeht? Oder ist das schon die richtige abschliessende Antwort?


Soweit ich wei├č ist das schon die Antwort. Ent├Ąuschend einfach, gell?


N├Â, nicht entt├Ąuschend, und ich weiss auch nicht, ob die Dinge wirklich so simpel sind. Ich weiss nur, dass alles teurer wird, trotz unserer super Banken, die mithilfe von ausl├Ąndischen Steuerhinterziehern Geld scheffeln wie H├Âlle, und trotz Wirtschaftswachstum und einem ├ťberschuss im Staatshaushalt.

Intereressant ist auch, dass die CH in Sachen Produktivit├Ąt weltweit auf Rang zwei liegt, knapp hinter diesem komischen asiatischen Stadtstaat, ich glaube, man nennt ihn "Singapoor".... ("Singarich" w├Ąre wohl passender.)

...and the rich control the government and die media the law. Der Witz an der Sache ist ja, dass die Ausl├Ąnder meinen, in der CH sei jeder steinreich, arbeite bei einer Bank und profitiere von den Goldz├Ąhnen der Juden aus Auschwitz. Dabei steigt die Quote der Armen Jahr f├╝r Jahr an. Die Wirtschaft schiebt die Angestellten fleissig weiterhin zu den Sozialwerken ab, wenn sie nicht mehr gen├╝gen. Das alte Schlagwort von "Gewinne internalisieren, Verluste externalisieren." Wenn's ja nicht wahr w├Ąre, k├Ânnte man dar├╝ber lachen und alles als Klischeegeschw├Ątz der Linken abtun. Aber genau das passiert. Der Arbeitgeberboss hat selbst gesagt, die Sozial├Ąmter sollen sich um die "Verlierer" k├╝mmern, dann sei alles in Ordnung.

Jahrelang haben die Unternehmen Angestellte, die nicht mehr mithalten konnten, der Invalidenversicherung ├╝bergeben, obwohl diese nicht krank waren, sondern einfach ├╝berfordert. Abgearbeitet, physisch und psychisch kaputt und nicht mehr zu gebrauchen f├╝r die Arbeitswelt. Also lasst uns diese Leute zu Invaliden erkl├Ąren und ihnen eine Krankheit andichten! So waren die Unternehmen fein raus. Und was machen die kleinen Angestellten, die sich jeden Tag verbiegen f├╝r einen Hungerlohn? Sie haben ein neues Feindbild: Die Invaliden und die Arbeitslosen. So k├Ânnen sie ihren Frust kanalisieren und auf den Leuten rumhacken, denen es noch schlechter geht als ihnen selbst. Ganz nach dem Geschmack der Geldelite, denn der "P├Âbel" ist damit besch├Ąftigt und hat ein klares Feindbild. Und l├Ąsst "die da oben" in Ruhe weiter werkeln, Geld scheffeln und die Gesellschaft zerst├Âren.

Tschuldigung, aber ich habe gerade wieder W├╝rgereiz... mad.gif
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Equinox
Beitrag 4. Apr 2012, 22:04
Beitrag #8


Fleet Captain
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Schon gut,
ich versp├╝hre diesen W├╝rgereiz etwa einmal die Woche. Ist ziemlich anstrengend sich so aufzuregen.


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Voivod
Beitrag 5. Apr 2012, 01:22
Beitrag #9


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ZITAT(Equinox @ 4. Apr 2012, 23:04) *
Schon gut,
ich versp├╝hre diesen W├╝rgereiz etwa einmal die Woche. Ist ziemlich anstrengend sich so aufzuregen.


Manchmal versp├╝re ich den W├╝rgereiz monatelang nie und verfalle in eine Art zynischen Nihilimsus und eine gnadenvolle "Fuck it, wir m├╝ssen eh alle bald sterben"-Attit├╝de. Und dann gibt es wieder Tage, an denen ich st├Ąndig auf hundert bin und ich mich ├╝ber jeden Scheiss aufrege, besonders ├╝ber den Kram, den ich eh nicht ├Ąndern kann! mrgreen.gif
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