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Auf den Spuren des Oh-Mah-Ah, Luuna, Band 3
VirtualSelf
Beitrag 9. Sep 2009, 19:01
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Titel: Auf den Spuren des Oh-Mah-Ah
Serie: Luuna, Band 3
OT: Luuna: Dans les Traces D'Oh-Mah-Ah
Autor: Didier Crisse
Zeichnungen: Nicolas Keramidas
Farben: Bruno Garcia
├ť: Tanja Kr├Ąmling
Lettering: Delia W├╝llner-Schulz
Ausstattung: HC, Albumformat, 48 Seiten
ISBN: 978-3-939823-82-7
Verlag: Splitter Verlag, 2008





Luuna und ihre Begleiter – die drei Pipintus sowie die beiden Totem-W├Âlfe – reisen noch immer gen S├╝den, um bei den Menschen im Land des Sandes in Erfahrung zu bringen, wie die junge Paumanok-Indianerin vom Fluch des Unkui erl├Âst werden kann.
In einer jener Vollmond-N├Ąchte, in denen die Schwarze Seele des Waldes von ihr Besitz ergreifen darf, richtet Luuna in ungez├╝gelter Zerst├Ârungswut f├╝rchterliche Verheerungen an der Natur an; Verheerungen, die den gutm├╝tigen und tapferen Takawi im Heimatdorf der Paumanok im Traum heimsuchen und ihn veranlassen, seiner Freundin zu folgen, um sie nach Hause zu f├╝hren, wo – wie erhofft – die Liebe und Zuneigung der Freunde Unkui besiegen.
Seine Unterst├╝tzung k├Ânnte auch n├Âtig sein, denn die geheimen Wesen des Waldes, an vorderster Stelle die kleinen gefl├╝gelten Shinakas des Fr├╝hlings stehen der jungen Frau nach ihren Untaten feindselig gegen├╝ber und fordern von ihr Wiedergutmachung. Sie f├╝hren Luuna zu einer H├Âhle, in der sie den Letzten vom untergegangen Volk der Gro├čf├╝├čler, ein h├╝hnenhaftes, durch und durch gutm├╝tiges Wesen namens Oh-Mah-Ah, vorfindet, dessen Angst vor dem mordlustigen, kleinf├╝├čigen Menschengeschlecht ihn beim Anblick Luunas erzittern l├Ąsst.
Einer kleiner, seltsamer Begleiter Oh-Mah-Ahs erl├Ąutert der jungen Indianerin trotz seines ebenfalls tiefen Misstrauens einen Weg, wie sie ihre Taten s├╝hnen kann: sie muss einen Teil des Salzes der Erde und des Lebens – einen Kristall - inmitten des von ihr verheerten Landes als Katalysator f├╝r die Lebenskraft der Erde pflanzen.
Zwar hat Luuna Erfolg, doch dann bricht erneut die Nacht heran und ihr dunkle Seite in Gestalt des schwarzen Wolfs will sich nicht l├Ąnger damit zufrieden geben, nur in Vollmondn├Ąchten die Herrschaft ├╝ber das M├Ądchen zu erhalten.
Als „Luuna, die Schwarze“, die die ├╝ber die Realit├Ąt hinaus sieht, stellt sie sich ihren Verb├╝ndeten entgegen, bereit zum K├Ąmpfen und zum T├Âten.


In diesem dritten Band steht weniger Luuna im Fokus der Erz├Ąhlung, als vielmehr die geheimen Wesen des Waldes, die sie begleitenden Pipintus, die beiden Geisterw├Âlfe, aber auch Fremde wie die Pipinta des Wassers, die gefl├╝gelten Shinakas und andere.
Die Dialoge dieser Gesch├Âpfe, ihre Interaktionen sind von einem zum Teil feinen und hintergr├╝ndigen, zum Teil derben und slapstickhaften Humor gepr├Ągt, ohne dass dar├╝ber die Spannung und der d├╝stere Grundtenor des Kampfes der Indianerin um ihre Seele verloren gehen. Immer wieder dr├Ąngen allein durch die Pr├Ąsenz der beiden Totems, die im Laufe der Geschichte trotz ihrer vollkommen unterschiedlichen Herkunft eine Wesensverwandschaft erkennen, Schatten in das lichte und leichte Miteinander. Ab dem Moment, an dem die Story ins eindeutig D├╝stere dreht, beschreitet Crisse den entgegengesetzten Weg, indem er in der Dunkelheit sachte Humor aufleuchten l├Ąsst.
Neben dieser Vielschichtigkeit, dem Durchbrechen der „Bipolarit├Ąt“ sind es vor allem die mit leichter Hand, ohne erhobenen Zeigefinger eingebauten Exkurse in indianische Mythologie und natur-religi├Âsen Mystizismus, die „Luuna“ zu einer der unterhaltsamsten Comic-Alben-Reihen des Splitter-Verlags machen.
Das Leichte, das Spielerische spiegelt sich auch in der r├Ąumlichen und zeitlichen Unbestimmtheit der Story wider, die z.B. Takawi Luuna und ihre Begleiter m├╝helos einholen l├Ąsst, obgleich diese schon viele Tage unterwegs und viele Meilen gereist sein m├╝ssen.
Auch wenn die drei bisher erschienenen Comics dramaturgisch ├Ąhnlich aufgebaut sind, so bieten sie dennoch mehr als blo├če Variationen eines Grundthemas, denn am Ende auch dieses dritten Bandes steht die Weiterentwicklung der Hauptprotagonistin sowie ihrer Begleiter; d.h. ├╝ber die drei B├Ąnde hinweg treibt die Handlung zunehmen einer Eskalation zu.

Das Artwork Nicolas Keramidas' und Bruno Garcias ist erneut makellos: ausdrucksstark, intensiv - leicht oder d├╝ster, je nachdem, was die Geschichte erfordert – und vor allem stilistisch unverwechselbar.


Fazit: Auch dieser dritte Band bietet neben einem gro├čartigen Artwork eine mystische, humorvolle und dunkle Geschichte, deren Ausschl├Ąge in Richtung Humor auf der einen und D├╝sternis auf der anderen Seite gr├Â├čer sind als in den B├Ąnden zuvor.



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kiss your face and touch your skin
I will slide my fingers in
let me show you what I can.


Mancher findet sein Herz nicht eher, als bis er seinen Kopf verliert.
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