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Rezension: Witchblade Vol. 1, Anime
VirtualSelf
Beitrag 21. Oct 2007, 20:10
Beitrag #1


Vice Admiral
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Titel: Witchblade Vol. 1
Episoden:
1. Beginn
2. Zweifel
3. Widerstand
4. Bewegung
Regisseur: Yoshimituy Ohashi
Dauer: 100 min
Format: Dolby, PAL, Surround Sound
Region: 2
Sprache: dt. 5.1 & 2.0; jap. 2.0
Untertitel: dt.
FSK: 16
Studio: SPV
Extras: Interview mit Mariko Noto; Musik Clip
Vertrieb: PaniniVideo 2007


Ihr Deb├╝t erfuhr die Witchblade 1995 in einer von Silvestri und Turner konzipierten Comic-Serie, welche ab 2001 f├╝r 23 -durchaus unterhaltsame- Folgen den Weg auf den TV-Bildschirm fand. Ohashis Anime-Adaption des Witchblade-"Mythos" hat mit diesen urspr├╝nglichen Fassungen nicht viel mehr als den Namen gemein, denn die Tr├Ągerin der Waffe der G├Âtter ist nicht l├Ąnger die New Yorker Polzistin Sara "Pez" Pezzini, sondern eine Frau ohne Vergangenheit, Masane Amaha.

Sechs Jahre nachdem ein Erdbeben Tokio verw├╝stete, kehren Masane Amaha und ihre Tochter Rihoko -kurz Riko- auf der Flucht vor der Kinderf├╝rsorge, der NSWF (National Scientific Welfare Foundation), zur├╝ck in die noch in gro├čen Teilen zerst├Ârte Stadt.
Doch die H├Ąscher der NSWF warten schon auf die Fl├╝chtlinge: w├Ąhrend man Riko in ein Kinderheim steckt, landet Masane nach einem verzweifelten Befreiungsversuch im Gef├Ąngnis.
Als ein Mitgefangener sie t├Âten will, mutiert die ahnungslose Frau pl├Âtzlich zu einer ├╝bermenschlichen K├Ąmpferin, t├Âtet den Angreifer und entkommt der Gefangenschaft, um schon kurz darauf in die F├Ąnge des m├Ąchtigen, Waffen produzierenden Douji-Konzerns zu geraten. Dessen Direktor, Reiji Takayama, macht Masane ein Angebot: wenn sie f├╝r den Konzern entflohene Ex-Cons, Kampfmaschinen in menschlicher Gestalt, die f├╝r ein Vielzahl grauenhafter Morde vor allem an Angestellten der NSWF verantwortlich sind, zur Strecke bringt, wird man ihr helfen, ihre Tochter zur├╝ckzugewinnen.
Widerwillig stimmt Masane diesem Deal zu, nicht ahnend, dass Riko schon l├Ąngst aus dem Heim der Kinderf├╝rsorge geflohen ist und vorerst Unterschlupf bei dem investigativen Journalisten Yuusuke Tozawa gefunden hat. Der junge Mann ist der Ansicht, hinter der NSWF stecke ein d├╝steres Geheimnis.
Da Yuusuke sich aber nicht ausreichend um das kleine M├Ądchen k├╝mmern kann und zudem seine Pensionswirtin Riko loswerden will, macht sich das Kind zu dem Treffpunkt auf, den es mit seiner Mutter f├╝r den Notfall vereinbart hat.
Unterdessen bringt Masane f├╝r Douji Ex-Cons zur Strecke, wobei es ihr aber nicht gelingt, die Witchblade wirklich zu kontrollieren, sodass in ihr selbst das Gef├╝hl w├Ąchst, lediglich ein Werkzeug zu sein. Doch schlie├člich erinnert auch sie sich an die Abmachung mit ihrer Tochter. Am Fu├če des Tokio-Towers fallen sich die beiden wieder in die Arme.
Masane entscheidet sich, f├╝r den Konzern zwar weiterhin die Drecksarbeit zu machen, ansonsten jedoch mit ihrer Tochter auf eigenen Beinen zu stehen. Daher zieht sie in jene kleine Pension, in der auch der Journalist Tozawa wohnt, und gr├╝ndet eine kleine Firma: "M├Ądchen-f├╝r-alles-Amaha". Das Leben k├Ânnte nun relativ einfach sein, wenn nicht im Hintergrund ein Unbekannter lauerte, der die Witchblade in seine H├Ąnde bekommen will.


Eigentlich kann ich Animes nicht ausstehen! Das gilt jedenfalls f├╝r die, die nicht aus den Ghibli Studios stammen. Da ich aber regelm├Ą├čig Comics und Romane aus dem PaniniProgramm rezensiere, dachte ich, "Was soll's, probierst halt mal sowas. Vielleicht ist ja ein netter Verriss drin!". Und nett wurde es dann tats├Ąchlich.

Wer ob des DVD-Covers, der FSK-16-Freigabe und letztlich auch der Original-Comics ein brutales, actiongeladenes Erotik-Spektakel erwartet, der reibt sich nach diesen ersten vier Episoden verwundert die Augen. Der Fokus der Geschichte liegt n├Ąmlich auf - und das ist nicht nur metaphorisch gemeint- Charakterzeichnungen, der Darstellungen der unterschiedlichen Beziehungsgeflechte, dem relativ ruhigen Erz├Ąhlen und Entwickeln einer komplexen Handlung, die viele Fragen aufwirft.
Nat├╝rlich spielen auch Gewalt und Erotik eine nicht unbedeutende Rolle, doch diese beiden Aspekte werden mittels wenig expliziter Darstellungen in die Geschichte relativ zur├╝ckhaltend eingebaut. Es flie├čen keinen Hektoliter Blut und auch die Abbildung nackter Haut ist abgesehen vom freiz├╝gigen, nippelbedeckenden Witchblade-Dress Mangelware. Bemerkenswert sind damit zwei Punkte: erstens wird die Erotik zum gro├čen Teil ├╝ber zweideutige Worte und l├╝sternden Tonfall transportiert, zweitens sind Gewalt/Zerst├Ârung und Lust in der Figur der Witchblade untrennbar miteinander verbunden. Dieses wird der Hauptgrund daf├╝r sein, dass die DVD eine FSK-16-Freigabe erhalten hat.

Das Artwork l├Ąsst sich mit dem Wort "stimmig" subsumieren. Die Figuren selbst sind zwar grafisch einfach strukturiert, weisen aber dennoch realistische Physiognomien und zahlreiche Charakteristika auf, die sie zu unverwechselbaren Individuen machen. Ihr Volumen, ihre Pr├Ąsenz und Dynamik erhalten sie weniger durch starke, harte Striche -bspw. in den Faltenw├╝rfen der Kleidung, im Fall der Haare- als vielmehr durch eine nuancierte Kolorierung. Der zur├╝ckhaltende Einsatz von Bewegungslinien sowie der weitgehende Verzicht auf elende Kawaii-Fratzen und vollkommen ├╝berzeichnete Mimiken scheint zu belegen, dass sich die Geschichte eher an reifere Zuschauer richtet.
Die Hintergr├╝nde, vor denen die Figuren agieren, sind zum Teil malerisch, fast immer jedoch sehr detailliert, ohne dadurch den -genre-├╝blichen- statischen Gesamteindruck vergessen zu machen.
In den Kampfsequenzen bem├╝ht man sich um eine sehr dynamische Animation mit zahlreichen Perspektivenwechseln, "Kamerafahrten" und Schnitten.

Auf der technischen Ebene bietet die DVD eine solide Qualit├Ąt: die Farben sind kr├Ąftig, das Bild ist kontrastreich, der Ton satt und die Synchronisation hervorragend. Allenfalls die Men├╝-F├╝hrung h├Ątte etwas origineller gestaltet werden k├Ânnen und ├╝ber den japanischen Titelsong m├Âchte ich lieber keine Worte verlieren.

Fazit: Atmosph├Ąrisch dichter, eher am Erz├Ąhlerischen, denn an der Action orientierter Anime mit exzellent gezeichneten Figuren. Vier Episoden, die Lust auf mehr machen.


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kiss your face and touch your skin
I will slide my fingers in
let me show you what I can.


Mancher findet sein Herz nicht eher, als bis er seinen Kopf verliert.
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