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Trump gewinnt die Wahl
Adm. Ges
Beitrag 9. Nov 2016, 09:37
Beitrag #1


Fleet Admiral
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Das Jahr l├Ąsst uns auch zum Ende hin nicht im Stich. Der gescheiterte Putsch in der T├╝rkei mit den anschlie├čenden erschreckenden Parallelen zur Machtergreifung Hitlers; die Wahl Dutertes als Staatschef der Philippinen; die denkbar knappe Brexit-Entscheidung in Gro├čbritannien wo England und Wales knapp daf├╝r und Nordirland und Schottland deutlich gegen stimmen und nun wurde tats├Ąchlich Trump zum Nachfolger von Obama gew├Ąhlt. Simsons-Fans wissen: Auf Trump folgt Lisa Simpson!

Mal gucken, wo das alles noch hin f├╝hrt. Und nat├╝rlich bleibt die Frage, ob Bernie Sanders nicht die besseren Chancen gegen Trump gehabt h├Ątte.


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Admiral Tom Jay Ges, U.S.S. Europe, NCC-66066
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logan3333
Beitrag 9. Nov 2016, 10:00
Beitrag #2


Commodore
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-Aufwiedersehen Obamacare, Homoehe, Klimaschutz und Einwanderungsrecht.

-Nato steht zu Disposition.

-Russland und China k├Ânnen in der Ukraine und in S├╝d Ost Asien eskalieren.

-Im Mittleren Osten gibt es warscheinlich kein Ende in Sachen Blutvergie├čen.

-Weiterer ├Âkonomischer Abschwung im Westen. Weniger Wohlstand. (Neoliberale Wirtschaftspolitik wie unter Reagen, Thatcher.)

-K├╝ndigung des Atomabkommen mit dem Iran, und Bombardierung der Nuklearanlagen im Iran.

-Keine Ver├Ąnderung oder Reform des Krieg gegen die Drogen.

-Entspannung mit Kuba wird ausgesetzt bzw. umgedreht. Keine Botschaft mehr, aber wieder Embargo.

-Ernennung neuer konservativer Richter im OGH der USA.

-Canabisliberalisierung wird aufgehalten/verhindert.

-Schmutzige Industrie ├ľl Kohle bekommt Subventionen, F├Ârderung f├╝r Gr├╝ne oder neue Konzepte wird eingestellt.

-Steuergeschenke f├╝r die Reichen, Mittelstand wird weiter ausgeh├Âhlt.

-Repressivere Ma├čnahmen gegen Muslime

-Keine Ver├Ąnderung beim Patriotact und dem Ausspionieren des Volkes.

"Mal gucken, wo das alles noch hin f├╝hrt. Und nat├╝rlich bleibt die Frage, ob Bernie Sanders nicht die besseren Chancen gegen Trump gehabt h├Ątte. "

Sanders h├Ątte den Rust Belt geholt. Den haben die Demokraten mit den Zentristin Clinton, Trump ├╝berlassen. Wie weit allerdings Sanders gegen einen republikanischen Senat und Repr├Ąsentantenhaus etwas machen h├Ątte k├Ânnen ist auch eine sehr interessante Frage.


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Matt
Beitrag 9. Nov 2016, 11:39
Beitrag #3


Vice Admiral
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Also erst einmal: Dass Sanders bessere Chancen gehabt h├Ątte, denke ich nicht. So weit ich die USA kenne (das ist nat├╝rlich nur die Sicht von au├čen, sowie basierend auf Unterhaltungen mit freilich nicht repr├Ąsentativen Amerikanern) wird Sanders von weiten Teilen der USA schon fast als Kommunist gesehen und ist darum nicht ansatzweise w├Ąhlbar (f├╝r uns schwer verst├Ąndlich, ist aber so). Mit Sanders punktet man vielleicht in New England, New York und teilweise an der Westk├╝ste (Oregon, Kalifornien), aber diese Staaten gewinnen die Demokraten selbst dann, wenn sie eine Vogelscheuche nominieren. (So haben halt die Republikaner eine nominiert, aber ich schweife ab). Wichtig sind bekanntlich die Swing States, und da h├Ątte Sanders wohl auch nichts gerissen. Clinton war aus demokratischer Sicht schon die optimale Kompromiss-Kandidatin, bei allen offenkundigen Schw├Ąchen.

Man darf nicht vergessen, dass die Republikaner - allen voran Trump - einen hochgradig populismusgetriebenen Wahlkampf gef├╝hrt haben, der vor allem auf menschliche Instinkte (Angst, Hass) gesetzt hat, beinahe nach dem Sonnebornschen Credo "Inhalte ├╝berwinden". Letztlich ein Beweis, dass die Methoden des alten Roms (divide et impera) noch immer funktionieren. Dort also allein mit Inhalten entgegenzuhalten, ist wahnsinnig schwer, egal ob mit Sanders oder Clinton. Ich habe unter Zeugen bereits vor einigen Tagen vorausgesagt, dass Trump gewinnen wird. Im Zeitalter des Rechtspopulismus kann man s├Ąmtliche etablierten demoskopischen Modelle in die Tonne werfen, weil sie den Appell an menschliche Ur├Ąngste und die daraus resultierende Mobilisierung vor allem ungebildeter (Nichtw├Ąhler-)Schichten ├╝berhaupt nicht ber├╝cksichtigen. Brexit war daf├╝r ein netter Prototyp, das hat sich nun erneut best├Ątigt. Und es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, wie wir bei der n├Ąchsten Bundestagswahl sehen werden. Es zeigt sich hier auch die Folge von massiven Einsparungen im Bildungssektor, (nicht nur) in westlichen Industriel├Ąndern, in den letzten Jahrzehnten: Viele Menschen besitzen nicht einmal mehr einfachste (deduktive) Kompetenzen, zum Beispiel die Ironie zu erkennen, wenn sich ein Milliard├Ąr als Anti-Establishment inszeniert. Es kommt ein allerdings zu Recht empfundenes Gef├╝hl einer auseinanderklaffenden Arm/Reich-Schere hinzu, mit Angst vor (weiterem) sozialem Abstieg, das auch bei gebildeteren Schichten irrationales Protestpotenzial triggert.

Ein Pr├Ąsident Trump hat neben allen offenkundigen Nachteilen nat├╝rlich den Vorteil einer beinahe instantanen Entzauberung. Im Wesentlichen sind viele seiner populistischen Phrasen (nennen wir sie mal euphemistisch "Wahlversprechen") schlicht nicht praxiskompatibel, weil sie eine Abkehr der USA von jeglicher Rechtsstaatlichkeit voraussetzen. So ist z.B. Sippenhaft/Deportation f├╝r Angeh├Ârige von (muslimischen) Terroristen (oder gar von v├Âllig unbescholtenen Muslimen, weil sie den "falschen" Glauben haben) mit der amerikanischen Verfassung nicht zu vereinbaren. Trumps Ank├╝ndigung, sich das Geld f├╝r den Bau einer Mauer zu Mexiko notfalls mit Gewalt zu holen, wenn Mexiko nicht freiwillig zahlt (nach seri├Âsen Sch├Ątzungen reden wir von etwa einhundert Milliarden(!) Dollar) liefe de facto auf eine Kriegserkl├Ąrung an Mexiko hinaus. Und so weiter. Schnell wird klar werden, dass die vielen hohlen Phrasen nichts anderes waren als eben das: hohl. Erstaunlich ist, dass viele Leute dies entweder nicht durchschaut oder Trump trotzdem gew├Ąhlt haben. Dennoch sind nat├╝rlich manche Wahlversprechen (Abschaffung von Obama Care, landesweites Verbot von Homoehen, Beschneidung von Frauenrechten wie z.B. selbstbestimmte Abtreibung etc.) insbesondere mit Mehrheiten sowohl in Kongress und Senat sehr wohl durchf├╝hrbar und aus meiner Sicht h├Âchst fatal.

Fun Fact: Gestern Abend, noch bevor die ersten Ergebnisse bekannt wurden, lief im Putinschen Staatsfernsehen ein l├Ąngerer Beitrag, der das russische Wahlsystem mit dem amerikanischen verglich. Unter anderem wurde darin Clintons Sieg quasi schon verk├╝ndet und (beinahe wie aus Trumps Mund geklaut) dieser Sieg auf massive Wahlf├Ąlschungen zur├╝ckgef├╝hrt - etwas, das im ├╝berlegenen russischen Wahlsystem nat├╝rlich nicht passieren k├Ânne. Gut m├Âglich, dass man diesen Beitrag mittlerweise bereut. Vor lautet Euphorie, den Wunschkandidaten doch bekommen zu haben, wird das aber vermutlich mittlerweile keinen mehr interessieren.


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Voivod
Beitrag 9. Nov 2016, 12:18
Beitrag #4


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Ich mach mir gerade Sorgen um meine Eltern, die kaufen bestimmt schon Vorr├Ąte... Die haben so richtig Schiss vor Trump, Bringer der Apokalypse.... unsure.gif

Bin selbst etwas geschockt. Aber die Welt dreht sich weiter...
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Adm. Ges
Beitrag 9. Nov 2016, 14:02
Beitrag #5


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@Matt: Richtig, gegen Sanders wurde durch die Kommunisten-Keule geschwungen. Die Frage ist aber auch, inweit Trump von den "Anti-Establishment"-Stimmen profitiert hat, die bekommen hat, weil Clinton eben genau jenes verk├Ârpert. Ist nat├╝rlich rein rhetorischer Natur, denn den direkten Vergleich gibt es nicht.

Korrekt auch die Einsch├Ątzung, dass es die "Swing States" sind, die den Ausschlag geben - allen voran Florida. Interessant ist hierbei auch, dass ich heute Nacht gegen 0:30 Uhr noch las, es h├Ątten diesmal besonders viele Latinos ihre Stimme abgegeben, die eher f├╝r Clinton stimmen w├╝rden - insbesondere eben auch in Florida, das nun ja offenbar recht knapp an Trump fiel. Erinnert sei hier an die Bush-Wahl, wo massive Fehler festgestellt wurden und das Oberste Gericht schlie├člich die Neuausz├Ąhlung stoppen lie├č. Soweit ich das in Erinnerung hab, kam man sp├Ąter zu dem Ergebnis, dass eigentlich die Demokraten Florida gewonnen hatten und damit den Pr├Ąsidenten gestellt h├Ątten. Traurig ist, dass sich seitdem nicht wirklich was verbessert hat.

Ich denke mal, wir haben 8 Jahre Bush ├╝berstanden, wir werden auch (irgendwie) die n├Ąchsten (hoffentlich nur) 4 Jahre Trump ├╝berstehen. Die ersten Worte nach dem Wahlsieg klangen ja auch ein wenig vers├Âhnlich.


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logan3333
Beitrag 9. Nov 2016, 16:31
Beitrag #6


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ZITAT
@Matt: Richtig, gegen Sanders wurde durch die Kommunisten-Keule geschwungen. Die Frage ist aber auch, inweit Trump von den "Anti-Establishment"-Stimmen profitiert hat, die bekommen hat, weil Clinton eben genau jenes verk├Ârpert. Ist nat├╝rlich rein rhetorischer Natur, denn den direkten Vergleich gibt es nicht.


ZITAT
Also erst einmal: Dass Sanders bessere Chancen gehabt h├Ątte, denke ich nicht. So weit ich die USA kenne (das ist nat├╝rlich nur die Sicht von au├čen, sowie basierend auf Unterhaltungen mit freilich nicht repr├Ąsentativen Amerikanern) wird Sanders von weiten Teilen der USA schon fast als Kommunist gesehen und ist darum nicht ansatzweise w├Ąhlbar (f├╝r uns schwer verst├Ąndlich, ist aber so). Mit Sanders punktet man vielleicht in New England, New York und teilweise an der Westk├╝ste (Oregon, Kalifornien), aber diese Staaten gewinnen die Demokraten selbst dann, wenn sie eine Vogelscheuche nominieren. (So haben halt die Republikaner eine nominiert, aber ich schweife ab). Wichtig sind bekanntlich die Swing States, und da h├Ątte Sanders wohl auch nichts gerissen. Clinton war aus demokratischer Sicht schon die optimale Kompromiss-Kandidatin, bei allen offenkundigen Schw├Ąchen.


Bernie hat vorallem wie Trump die Antiwallstreetkeule und die Antifreihandelskeule geschwungen, wenn er damit Pennsylvania und Michigan geholt h├Ątte w├Ąre jetzt ein Demokrat Pr├Ąsident. Obendrein kann Sanders durch seine lupenreinen Abstimmungen (z.B. gegen den Irak Krieg) besser gegen Trump austeilen. Und mit Verlaub wenn man sich Detroit und da noch so ein paar alte Industriest├Ądte anschaut, t├Ąte dem Land ein wenig "Kommunismus" Marke New Deal gut. Aber der DNC hat halt auf den Darling der Wallstreet gesetzt und die Wahl verzockt. mrgreen.gif

ZITAT
Man darf nicht vergessen, dass die Republikaner - allen voran Trump - einen hochgradig populismusgetriebenen Wahlkampf gef├╝hrt haben, der vor allem auf menschliche Instinkte (Angst, Hass) gesetzt hat, beinahe nach dem Sonnebornschen Credo "Inhalte ├╝berwinden". Letztlich ein Beweis, dass die Methoden des alten Roms (divide et impera) noch immer funktionieren. Dort also allein mit Inhalten entgegenzuhalten, ist wahnsinnig schwer, egal ob mit Sanders oder Clinton. Ich habe unter Zeugen bereits vor einigen Tagen vorausgesagt, dass Trump gewinnen wird. Im Zeitalter des Rechtspopulismus kann man s├Ąmtliche etablierten demoskopischen Modelle in die Tonne werfen, weil sie den Appell an menschliche Ur├Ąngste und die daraus resultierende Mobilisierung vor allem ungebildeter (Nichtw├Ąhler-)Schichten ├╝berhaupt nicht ber├╝cksichtigen. Brexit war daf├╝r ein netter Prototyp, das hat sich nun erneut best├Ątigt. Und es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, wie wir bei der n├Ąchsten Bundestagswahl sehen werden. Es zeigt sich hier auch die Folge von massiven Einsparungen im Bildungssektor, (nicht nur) in westlichen Industriel├Ąndern, in den letzten Jahrzehnten: Viele Menschen besitzen nicht einmal mehr einfachste (deduktive) Kompetenzen, zum Beispiel die Ironie zu erkennen, wenn sich ein Milliard├Ąr als Anti-Establishment inszeniert. Es kommt ein allerdings zu Recht empfundenes Gef├╝hl einer auseinanderklaffenden Arm/Reich-Schere hinzu, mit Angst vor (weiterem) sozialem Abstieg, das auch bei gebildeteren Schichten irrationales Protestpotenzial triggert.


Nur so als Spa├čfakt, die Clinton hat insgesamt wieder mehr Stimmen als Trump, eben nur nicht in den richtigen Staaten, danke Electoral College. Von einer Massenbewegung zu reden halte ich da f├╝r ├╝bertrieben. Denn es war auch kein Erdrutschsieg oder gar "Grand Slam" f├╝r Trump. Bumblefuck Wyoming hat dreimal mehr Einfluss auf den Ausgang der Wahl als jeder Cosmopolit in den K├╝stenst├Ądten.

ZITAT
Fun Fact: Gestern Abend, noch bevor die ersten Ergebnisse bekannt wurden, lief im Putinschen Staatsfernsehen ein l├Ąngerer Beitrag, der das russische Wahlsystem mit dem amerikanischen verglich. Unter anderem wurde darin Clintons Sieg quasi schon verk├╝ndet und (beinahe wie aus Trumps Mund geklaut) dieser Sieg auf massive Wahlf├Ąlschungen zur├╝ckgef├╝hrt - etwas, das im ├╝berlegenen russischen Wahlsystem nat├╝rlich nicht passieren k├Ânne. Gut m├Âglich, dass man diesen Beitrag mittlerweise bereut. Vor lautet Euphorie, den Wunschkandidaten doch bekommen zu haben, wird das aber vermutlich mittlerweile keinen mehr interessieren.

Nat├╝rlich ist das Amerikanische Wahlsystem ein Betrug (rigged), wenn so Leute wie Dubya oder Trump in Amt und W├╝rden kommen.

Der Beitrag wurde von logan3333 bearbeitet: 9. Nov 2016, 16:55


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Matt
Beitrag 9. Nov 2016, 16:40
Beitrag #7


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Die Wahl war postfaktisch und wurde im Wesentlichen fast ohne Inhalte gef├╝hrt und gewonnen. Haupts├Ąchlich wurde an menschliche Ur├Ąngste (sozialer Abstieg, Kriminalit├Ątsopfer, ├ťberfremdung) appelliert. Da h├Ątte Sanders noch so viele "lupenreine" Abstimmungen vorweisen k├Ânnen. Es h├Ątte keinen gejuckt. Was unternimmst du gegen jemanden, der mit dem "Argument" kommt: "W├Ąhlt mich, sonst werdet ihr alle sterben!"? Ich meine, falls die Option, ihn in die geschlossene Abteilung einliefern zu lassen, nicht besteht und die Leute ihm glauben? Und wenn Sanders tats├Ąchlich die besagten Staaten geholt h├Ątte, h├Ątte er daf├╝r andere nicht geholt, die die eher zentristische Clinton geholt hat. Insgesamt ist Sanders in den USA nicht mehrheitsf├Ąhig. Sagen jedenfalls alle Amerikaner, die ich kenne. Wir werden es jedoch nie erfahren.

Der Beitrag wurde von Matt bearbeitet: 9. Nov 2016, 16:41


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logan3333
Beitrag 9. Nov 2016, 16:49
Beitrag #8


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Clinton war nicht authentisch genug, Sanders schon. Trump ist auch authentisch aber eben ein "Prinz", hat nie im Leben hart f├╝r sein Brot arbeiten m├╝ssen. Gelderbeadel ohne Sinn und Verstand so wie Dubya. Brauchst dir doch nur Sanders gegen Clinton anschauen, Sanders kann wie ein Rohrspatz schimpfen.

Der Beitrag wurde von logan3333 bearbeitet: 9. Nov 2016, 16:51


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Voivod
Beitrag 10. Nov 2016, 00:17
Beitrag #9


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ZITAT(logan3333 @ 9. Nov 2016, 16:49) *
Clinton war nicht authentisch genug, Sanders schon. Trump ist auch authentisch aber eben ein "Prinz", hat nie im Leben hart f├╝r sein Brot arbeiten m├╝ssen. Gelderbeadel ohne Sinn und Verstand so wie Dubya. Brauchst dir doch nur Sanders gegen Clinton anschauen, Sanders kann wie ein Rohrspatz schimpfen.


Nicht Trump hat die Wahlen gewonnen, die Democrats haben die Wahlen verloren. Indem sie eine allseits ungeliebte Kandidatin aufgestellt haben, weil sie dachten, sie w├Ąren der Dame was schuldig.

Sanders war immer schon nur der Kandidat der 22-j├Ąhrigen Studenten. Er hatte nie eine grosse Basis. Seine Fans haben viel L├Ąrm gemacht via Demos und social media, aber auch ohne die Schiebung des Establishments der Democrats w├Ąre er chancenlos gewesen. Innenpolitisch w├Ąre er eine gute Wahl gewesen, IMO. Als Aussenpolitiker wohl eher eine Katastrophe mit seinen naiven Ideen. So schade es ist, die Welt braucht amerikanische Truppen ├╝ber dem Globus verteilt. Wir Europ├Ąer k├Ânnen uns ja nicht selber helfen, kriegen keine gemeinsame Verteidigungspolitik zustande. Trump behauptet zwar, ein Isolationist zu sein, aber im Gegensatz zu Sanders hat er keine pazifistischen Schnapsideen. Ein milit├Ąrisch starkes Amerika ist summa summarum ist f├╝r Europa eine gute Sache. Ein milit├Ąrisch schwaches Amerika w├Ąre ein Disaster. Bei allem modischen, selbstgef├Ąlligen Antiamerikanismus sollte man schon kapieren, wer mit seinen Truppen und Waffen die gegenw├Ąrtige Ordnung zusammenh├Ąlt. Die Russen sind es nicht, auch nicht die Chinesen... Das nur so am Rande, haha.
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logan3333
Beitrag 10. Nov 2016, 02:52
Beitrag #10


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Falsch Voivod, Sanders hat z. B. f├╝r die Balkan Interventionen gestimmt und f├╝r den Angriff auf Afghanistan, aber eben nicht f├╝r Dubyas Krieg gegen Hussein. Der Mann ist kein Pazifist. Was die Pax Americana die durch das Amerikanische Milit├Ąr aufrecht erhalten wird angeht, stimme ich dir zu. Es ist keine Schnapsidee ├╝berfl├╝ssige Kriege nicht zu f├╝hren. Vielleicht verwechselst du Sanders mit der amerikanischen Gr├╝nen Jill Stein?

„Si vis pacem, para bellum“ -unbekannter R├Âmischer Soldat 70 v. Chr.

Der Beitrag wurde von logan3333 bearbeitet: 10. Nov 2016, 02:55


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Voivod
Beitrag 10. Nov 2016, 03:28
Beitrag #11


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ZITAT(logan3333 @ 10. Nov 2016, 02:52) *
Falsch Voivod, Sanders hat z. B. f├╝r die Balkan Interventionen gestimmt und f├╝r den Angriff auf Afghanistan, aber eben nicht f├╝r Dubyas Krieg gegen Hussein. Der Mann ist kein Pazifist. Was die Pax Americana die durch das Amerikanische Milit├Ąr aufrecht erhalten wird angeht, stimme ich dir zu. Es ist keine Schnapsidee ├╝berfl├╝ssige Kriege nicht zu f├╝hren. Vielleicht verwechselst du Sanders mit der amerikanischen Gr├╝nen Jill Stein?

„Si vis pacem, para bellum“ -unbekannter R├Âmischer Soldat 70 v. Chr.


Das lateinische S├Ątzchen h├Ątte Sanders aber nicht unterschrieben, IMO. Er war halt f├╝r das, was seine Parteioberen gut fanden. Und nach 9/11 f├╝r den Angriff auf Afghanistan zu stimmen, war nun keine Heldentat. Gar nicht der Revoluzzer, auch nur ein braver Parteisoldat. Daf├╝r spricht ja, dass er nach der Niederlage bei den Vorwahlen gleich den Schwanz eingezogen und Hillary voll unterst├╝tzt hat, sehr zum Frust seiner Fans. Und das, nachdem er seine Kontrahentin bis aufs Blut bek├Ąmpft hat. Diese Heuchelei durchschauen auch "einfache" Leute.

Mag sein, dass ich punkto Sanders' au├čenpolitischen Vorstellungen nicht so auf dem laufenden bin. Ein elit├Ąrer Hippie ist er trotzdem... Nicht vermittelbar! wink.gif Trotzdem schade, dass er verheizt wurde und nie eine Chance hatte.

Ich hoffe einfach, dass Amerika stark bleibt bzw. wieder st├Ąrker wird, wirtschaftlich und auch milit├Ąrisch. Ohne die amerikanische Hegemonie ginge es Europa schlecht, traurig aber wahr. Trotz allem, was man den Amis vorwerfen kann/muss. Hier in Europa hoffen ja so einige auf den Niedergang des amerikanischen "Imperiums". Diese Leute sind d├╝mmer als die kumulierte Dummheit aller Trumpisten.... rolleyes.gif wink.gif

Der Beitrag wurde von Voivod bearbeitet: 10. Nov 2016, 03:35
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logan3333
Beitrag 10. Nov 2016, 03:41
Beitrag #12


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ZITAT
Daf├╝r spricht ja, dass er nach der Niederlage bei den Vorwahlen gleich den Schwanz eingezogen und Hillary voll unterst├╝tzt hat, sehr zum Frust seiner Fans. Und das, nachdem er seine Kontrahentin bis aufs Blut bek├Ąmpft hat. Diese Heuchelei durchschauen auch "einfache" Leute.

Was bleibt denn anderes ├╝ber, nach dem man bei der Vorwahl vom DNC herausgekegelt wurde, weil die Clinton schon vorher als Siegerin festgelegt wurde? Hillary nicht zu unterst├╝tzen ist die Unterst├╝tzung von Trump. Diese Heuchelei kam vom DNC nicht von Sanders.

Was Sanders sagt und macht, kann man im Internet v├Âllig frei anklicken. rolleyes.gif


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Voivod
Beitrag 10. Nov 2016, 03:57
Beitrag #13


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ZITAT(logan3333 @ 10. Nov 2016, 03:41) *
ZITAT
Daf├╝r spricht ja, dass er nach der Niederlage bei den Vorwahlen gleich den Schwanz eingezogen und Hillary voll unterst├╝tzt hat, sehr zum Frust seiner Fans. Und das, nachdem er seine Kontrahentin bis aufs Blut bek├Ąmpft hat. Diese Heuchelei durchschauen auch "einfache" Leute.

Was bleibt denn anderes ├╝ber, nach dem man bei der Vorwahl vom DNC herausgekegelt wurde, weil die Clinton schon vorher als Siegerin festgelegt wurde? Hillary nicht zu unterst├╝tzen ist die Unterst├╝tzung von Trump. Diese Heuchelei kam vom DNC nicht von Sanders.

Was Sanders sagt und macht, kann man im Internet v├Âllig frei anklicken. rolleyes.gif


Klar, er musste Hillary unterst├╝tzen, Parteipolitik. Geholfen hat es nicht, im Gegenteil.

Habe deinen Wikilink ├╝berflogen, da steht was ├╝ber seine Positionen zu Detailfragen, aber wenig bis nichts zu seinen Ideen bzgl. der milit├Ąrischen geostrategischen Ausrichtung der USA. Wie gesagt, ich habe mich da wohl zu wenig informiert, gebe ich zu. Aber ich habe eh immer gewusst, dass Bernie keine Chance hat, trotz des L├Ąrms, den seine jugendlichen, naiven Verehrer verursacht haben. Warum also gross informieren? wink.gif (Besser als der Trumpster w├Ąre er aber gewesen.)
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logan3333
Beitrag 10. Nov 2016, 21:45
Beitrag #14


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Und geht schon los, Trump nominiert einen Klimaleugner als neuen Kopf der EPA. mad.gif


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Voivod
Beitrag 11. Nov 2016, 15:14
Beitrag #15


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^Ja, das was mir beim Trump unter anderem am meisten Sorgen macht, sind seine Vorstellungen vom Umweltschutz. Oder die Abwesenheit derselben. Kurzfristig k├Ânnte er die US-Industrie kr├Ąftig ankurbeln, indem er Umweltvorschriften auf das Niveau vom China der 80er senkt. wink.gif Und ├Ąhnlichen Quatsch zu veranstalten versuchen. Aber eben, abwarten...

Ich weiss jetzt, wer f├╝r die apokalyptischen ├ängste meiner Mutter vor Trump verantwortlich ist: Mein Bruder! Der Kerl schiebt solche Panik, ich musste ihn gestern per Threema in den Schlaf schaukeln. Und ich dachte, ich sei der irrationale Teil der Familie. Trump ist nicht der verdammte Antichrist, herrgottnochmal... Ich weiss echt nicht, warum manche Leute so komplett durchdrehen. W├Ąre ja lustig zu beobachten, wenn's nicht so verst├Ârend w├Ąre. Genau die, die immer vor irrationalen ├ängsten warnen, spinnen jetzt komplett. Hallo Medien, danke f├╝rs Angst verbreiten. mad.gif wink.gif

Der Beitrag wurde von Voivod bearbeitet: 11. Nov 2016, 15:23
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Matt
Beitrag 11. Nov 2016, 16:47
Beitrag #16


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Angst verbreiten? Keine Ahnung wovon du redest... http://www.bildblog.de/83276/atomkoffer-trump-apokalypse/ wink.gif


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Voivod
Beitrag 11. Nov 2016, 16:50
Beitrag #17


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ZITAT(Matt @ 11. Nov 2016, 16:47) *
Angst verbreiten? Keine Ahnung wovon du redest... http://www.bildblog.de/83276/atomkoffer-trump-apokalypse/ wink.gif


sad.gif unsure.gif laugh.gif

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Matt
Beitrag 11. Nov 2016, 16:57
Beitrag #18


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Ich finde ja auch den designierten Vizepr├Ąsidenten creepy, der immerhin den Atomkoffer erbt, wenn Trump was zust├Â├čt (was ja M├Ąnnern in seinem Alter, nicht nur beim Sex mit deutlich j├╝ngeren Frauen, passieren kann). Mike Pence ist als erzkonservatives Mitglied des Tea Party Caucus ein vehementer Leugner der Evolution und will sie komplett aus allen Lehrb├╝chern tilgen. Au├čerdem ist er wie alle christlichen Fundis strikt gegen Homosexualit├Ąt, also will er nicht "nur" wie Trump jegliche gleichgeschlechtliche Heirat gesetzlich unterbinden, sondern spricht sich sogar f├╝r eine Therapie aus, mit der bekennende Homosexuelle von ihrer "Krankheit" "geheilt" werden sollen. (Er sagt aber nicht, was passiert, wenn sich einer widersetzt). Eine gute Nachricht habe ich aber doch: Das im Netz kursierende Zitat, demzufolge Pence Kinder und Jugendliche mit homosexuellen Neigungen zur Elektroschocktherapie zwingen will, ist offenbar eine Ente.

Der Beitrag wurde von Matt bearbeitet: 11. Nov 2016, 17:18


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Voivod
Beitrag 11. Nov 2016, 17:27
Beitrag #19


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^Ein Fundichrist, den Trump ins Boot geholt hat, um die Evangelikalen auf Linie zu bringen. Trump selber ist ja nicht gerade ein Vorbild in Sachen Treue und so...

Doof war halt auch, dass Clinton's Vize sich gegen Pence so d├Ąmlich angestellt hat im TV-Duell. Pence wirkte pr├Ąsidial und souver├Ąn, Clintons Mann wie ein dauergrinsender, aalglatter Trottel. Nicht dass dies wahlentscheidend gewesen w├Ąre, aber evtl. ein weiteres Mosaiksteinchen, dass zu Clintons Pleite gef├╝hrt hat. Sogar ihr Vize hatte null Charisma, nicht nur sie. Herrje, sie hat gegen Trump verloren! Wie schafft man das? laugh.gif
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Adm. Ges
Beitrag 12. Nov 2016, 02:20
Beitrag #20


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ZITAT(Voivod @ 11. Nov 2016, 17:27) *
Herrje, sie hat gegen Trump verloren! Wie schafft man das? laugh.gif


"Man" schafft das als Frau. Wie brachte es Michael Moore so sch├Ân auf den Punkt: Erst acht Jahre lang einen Schwarzen als Pr├Ąsidenten und jetzt auch noch eine Frau? Das war dem angeh├Ąngten wei├čen Mann einfach zu viel. Ich denke an dem Ansatz ist durchaus was dran.


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Voivod
Beitrag 12. Nov 2016, 03:24
Beitrag #21


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ZITAT(Adm. Ges @ 12. Nov 2016, 02:20) *
ZITAT(Voivod @ 11. Nov 2016, 17:27) *
Herrje, sie hat gegen Trump verloren! Wie schafft man das? laugh.gif


"Man" schafft das als Frau. Wie brachte es Michael Moore so sch├Ân auf den Punkt: Erst acht Jahre lang einen Schwarzen als Pr├Ąsidenten und jetzt auch noch eine Frau? Das war dem angeh├Ąngten wei├čen Mann einfach zu viel. Ich denke an dem Ansatz ist durchaus was dran.


? Kapiere ich nicht. Also doch der weisse Mann schuld, weil er mehrheitlich den Trumpster gew├Ąhlt hat? Ach h├Ątten all die Frauen egal welcher Hautfarbe doch in grosser Mehrheit der Hillary die Stimme gegeben, dann w├Ąre sie gew├Ąhlt worden. Haben sie aber nicht. Der b├Âse weisse Mann eignet sich also nicht als S├╝ndenbock. Michael Moore ist eh ein Vollpfosten vor dem Herrn, der nur seine Feindbilder pflegt. Die Stupid White Men sind eh an allem schuld. Wenn er k├Ânnte, w├╝rde er sich wohl in eine schwarze Frau umoperieren lassen, um seine White Guilt loszuwerden. Und ich fand den Kerl mal gut. Aber da war ich ja noch jung. wink.gif
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Matt
Beitrag 23. Nov 2016, 13:50
Beitrag #22


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Vor dem Hintergrund des wachsenden Rechtspopulismus in vielen Teilen der westlichen Welt - Trumps Wahl ist daf├╝r ja ein gutes Beispiel - ein interessantes Zitat, das ich im Netz gefunden habe und das sch├Ân meine eigene Erfahrung mit Rechtspopulisten und -sympathisanten - sei es im pers├Ânlichen Bereich oder im Internet - zusammenfasst. Ein paar Details (nichts Inhaltliches) habe ich gegl├Ąttet. Kommentieren m├Âchte ich das Zitat an dieser Stelle nicht, sondern nur teilen:

ZITAT
Die Verf├Ąlschung, ja Bedeutungsumkehrung, zentraler politischer und ethischer Begriffe ist eine durchgehende Strategie aller Rechtspopulisten. Ich w├╝rde es "Orwells 1984 von unten" nennen. Faschismus ist links, Antifaschismus ist faschistisch, wer Intoleranz kritisiert ist intolerant, Sexismus nennt man "nat├╝rliche Geschlechterrollen", Kritik an Rassisten und Sexisten ist selbst rassistisch und sexistisch, Demokratie ist Tyrannei der Mehrheit, eine rechte Minderheit ist "das Volk", Eintreten f├╝r Vielfalt ist "sozialistische Gleichmacherei", Kritik ist Meinungsunterdr├╝ckung, Hetze ist Kritik und "Aus├╝bung von Meinungsfreiheit", Aufkl├Ąrung ├╝ber andere Lebensentw├╝rfe ist "Fr├╝hsexualisierung" oder "Indoktrination", Diskriminierung Homosexueller ist "Schutz der Familie", Anstand ist "Political Correctness", gut ("Gutmensch") ist b├Âse und b├Âse (ohne jede ironische Brechung) ist gut. Wer sich seine eigene Parallelwirklichkeit zusammenbastelt, die mit der empirisch fassbaren Realit├Ąt nur noch gelegentliche Ber├╝hrungspunkte aufweist, muss daf├╝r zwangsl├Ąufig auch die Begrifflichkeiten verf├Ąlschen.


Aber zur├╝ck zu Trump: Es bleibt spannend zu sehen, welche Hardliner bzw. Mitglieder des angeblich so verhassten Establishment in seinem Kabinett bzw. Beraterstab Platz finden werden. Ebenso bleibt es spannend zu sehen, welche Wahlversprechen Trump als erstes brechen wird. Bislang sind die Meldungen zu allen diesen Punkten eher widerspr├╝chlich. Eins ist jedoch sicher: Minderheiten (u.a. sogenannte "illegale Einwanderer" und Homosexuelle) werden in ihrem t├Ąglichen Leben mehr Angst versp├╝ren als unter Obama. Eine Politik, die darauf abzielt, Minderheiten zu g├Ąngeln, um der Mehrheit ein ├ťberlegenheitsgef├╝hl zu vermitteln, ist aus humanistischer Sicht eine Katastrophe.

Der Beitrag wurde von Matt bearbeitet: 23. Nov 2016, 14:09


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Beitrag 10. Jan 2017, 23:58
Beitrag #23


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Einige Trump-W├Ąhler lernen jetzt wohl auf schmerzhafte Weise, dass ihre Wahl ein Eigentor war.

http://distractify.com/trending/2017/01/10...-obamacare-rant
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Beitrag 11. Jan 2017, 17:14
Beitrag #24


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Ja die Amerikaner, ich bring euch eine erschwingliche private Krankenversicherung! Und dann: Geh sterben du moslemischer Kommunist, meine Krankheiten kuriere ich mit Schlangen├Âl, Apfelkuchen und meiner Waffe!!!11 mrgreen.gif Klimaerw├Ąrmung gibt es auch nicht daf├╝r aber vielleicht einen nuklearen Winter. God Bless....



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Voivod
Beitrag 13. Jan 2017, 12:07
Beitrag #25


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^Wie generalisierend und amerikaphob... rolleyes.gif wink.gif

Der neue Verteidigungsminister scheint jedenfalls ein harter, aber fairer Knochen zu sein. Mehr Sorgen machen all die Ex-Banker in Trumps Regierung.

Trumps vermeintlicher Rassismus, seine Frauenfeindlichkeit und Homophobie etc. sind mir immer noch wurscht, seine Inkompetenz macht hingegen immer noch Sorgen. Der soll mal aufh├Âren zu twittern und sich ins St├╝blein zur├╝ckziehen zum Aktenstudium. Evtl. ├╝berl├Ąsst er ja das Regieren ganz seinem Stab und taucht in den kommenden vier Jahren nur ab und zu auf, um sich ├Âffentlich mit Medienmenschen zu hauen.
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logan3333
Beitrag 13. Jan 2017, 16:03
Beitrag #26


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Ja, Trumps vern├╝nftigster Mann ist Mad Dog Mattis. Ein Marine, der intellektuelle Kriegsm├Ânch. Das will schon etwas heissen wenn man als irrer Hund der immer einen Plan hat jeden umzubringen den man trifft der normale Typ ist. Hoffentlich kann er bei den anderen Kabinettsmitgliedern seinen Pl├Ąne umsetzen, Semper Fi. mrgreen.gif


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Voivod
Beitrag 13. Jan 2017, 19:06
Beitrag #27


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^Lieber ein harter Knochen und Milit├Ąrkopf als... Naja... *wegrenn*
Angehängte Datei(en)
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Matt
Beitrag 13. Jan 2017, 23:14
Beitrag #28


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Selbst die USA haben eine Regelung, dass Milit├Ąrs keine Verteidigungsminister werden d├╝rfen, es sei denn, sie haben dem Milit├Ąr wenigstens seit 7 Jahren den R├╝cken zugewandt. Rate mal warum. Bei Mattis, der erst vor vier Jahren aus dem Milit├Ąr ausgeschieden ist, brauchte es extra eine Sonderregelung des Senats, damit er zum zuk├╝nftigen Kabinett geh├Âren darf. Flinten-Uschi, wie ihre Anh├Ąnger sie nennen, ist zwar in der Tat keine brauchbare Verteidigungsministerin, das liegt aber weder am Geschlecht noch am Aussehen, sondern allein an ihrer Kompetenz. ├ťber die anderen Damen kann ich mir kein Urteil erlauben.

ZITAT
Einige Trump-W├Ąhler lernen jetzt wohl auf schmerzhafte Weise, dass ihre Wahl ein Eigentor war.

Das sind Einzelf├Ąlle. Ein aktueller Guardian-Artikel (hier) ist da IMO realistischer. Deckt sich auch mit den Erfahrungen, die amerikanische Bekannte gemacht haben bzw. machen. Wenn dein Lieblingskandidat st├Ąndig Medien-Bashing betreibt, dann glaubst du den Medien auch keine Berichte ├╝ber russische Prostituierte oder russische Hacker. Und wenn du dich filterblasentechnisch eh nur auf ultrarechten Sites herumtreibst, die dar├╝ber aus ganz anderer Sicht oder ├╝berhaupt nicht berichten, dann erreichen dich diese Informationen unter Umst├Ąnden nicht einmal. Interessant fand ich, dass zahlreiche Trump-Supporter offenbar selbst die "pussy grabbing"-Geschichte f├╝r ein Fake halten, obwohl die von Trump nicht einmal bestritten (nur heruntergespielt) wird und eindeutige Tonaufnahmen existieren. Aber davon bekommen viele Trumpisten gar nichts mit. Es ist eben immer eine Sache, wo und wie man sich informiert.

Ich bin ja wirklich gespannt, was mit Obama-Care passiert. Das soll ja eines der ersten Projekte nach der Inauguration werden. Bei der Pressekonferenz konnte Trump dazu aber keine Details nennen. Es gibt Berichte, dass die Abschaffung von Obama-Care mit der Einf├╝hrung eines ├Ąhnlichen Versicherungsmodells einhergehen soll, das sich nur in Details (und nat├╝rlich dem Namen) unterscheidet, sozusagen als symbolpolitische Aktion, um das Wahlversprechen einzul├Âsen, gleichzeitig aber nicht Millionen Versicherte gleich nach Amts├╝bernahme vor den Kopf zu sto├čen. Leuten, die solch ein Gesetz erlassen wollen, blo├č um sich des verhassten (und nicht einmal offiziellen) Namens "Obama-Care" zu entledigen, traue ich allerdings auch zu, dass ihnen die Millionen auf diese Weise Krankenversicherten v├Âllig egal sind, und das Substitut, wenn es ├╝berhaupt eines gibt, nur als Torso aufrechterhalten werden. Warten wir's ab.

Die Pressekonferenz hat jedenfalls gezeigt, dass Trump sein asoziales Verhalten nicht im geringsten zu ├Ąndern bereit ist. Wie infantil, es wie seine Anh├Ąnger allen Ernstes geil zu finden, wenn jemand permanent alle Leute beschimpft und bedroht, blo├č weil sie es wagen, ihm kritische Fragen zu stellen. Aber vermutlich ist es nur konsequent, dass auf die digitalen nun die Real-Life-Trolle folgen. Hach wie sch├Ân, das Leben ist sonst so langweilig, suchen wir halt mal st├Ąndige Provokationen und erg├Âtzen uns an den emp├Ârten Reaktionen der anderen. Aber wenn aus solcher schwachsinnigen Z├╝ndelei dann Konflikte oder gar Kriege entstehen, will nat├╝rlich wieder keiner Schuld gewesen sein.

Der Beitrag wurde von Matt bearbeitet: 13. Jan 2017, 23:18


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Voivod
Beitrag 14. Jan 2017, 08:58
Beitrag #29


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^Es wird sich wohl bald herausstellen, ob die Sache wirklich ├╝bel wird. Vor ein paar Monaten wurden die Republikaner noch f├╝r tot erkl├Ąrt, die alten Eliten und Parteigranden entmachtet von Trump dem Rebell, und jetzt kontrollieren sie Kongress, Senat und stellen den POTUS, der eigentlich genau das umsetzt, was der republikanische, angeblich entmachtete Geldadel im Hintergrund wollte: Wieder Brutalokapitalismus, wieder Sozialdarwinismus. Das sage ich ja schon die ganze Zeit: Identity politics, alt right, black lives matter, der ganze Kram lenkt nur vom wesentlichen ab. Wer trollt hier wen, ist die Frage. Die linken Kids werden vier Jahre gegen Trump demonstrieren und sich in an ihrem Widerstand und Mut erg├Âtzen und sich Scheingefechte mit ihren alt right-Gegentrollen liefern. Und weiter die Opis beschimpfen, die sich von Trump haben verarschen lassen. Derweil lacht sich big business ins F├Ąustchen.

In Europa wird es wohl ├Ąhnlich laufen. Mal gucken, ob LePen den trumpschen Schwung mitnehmen kann bzw. sich ihre Gegner genauso saubl├Âd anstellen wie die Demokraten in den USA. "Rechtspopulisten" k├Ânnen nur gewinnen, wenn sich ihre Gegner anstellen wie die letzten Hornochsen. Beispiel? Gestern an der Uni in Magdeburg (? ) werden AFD'ler mit Gebr├╝ll und B├Âllern von ach so aktivistischen, heldenhaften Studenten vertrieben. Alle klopfen sich auf die Schultern und f├╝hlen sich wie Mitglieder der Wei├čen Rose. Doch so mancher W├Ąhler guckt sich das Video an und w├Ąhlt jetzt erst recht AfD... :rolleyes:

Heute in der "Zeit" ein Artikel ├╝ber Trump, LePen, AfD, etc... Panik, Zerfall Europas, Krieg! K├Ânntest du geschrieben haben, Matt... ;) Das ist auch nur Angstpropaganda, unterscheidet sich jetzt nicht gross von dem, was Trump immer vorgeworfen wurde.
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Matt
Beitrag 14. Jan 2017, 10:00
Beitrag #30


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Das mit der AfD ist nat├╝rlich selten d├Ąmlich. Protestieren ist das eine und v├Âllig legitim, Gewalt dagegen nicht. Interessant ist auf der anderen Seite, dass die AfD es wohl genau auf die Eskalation angelegt hatte. Unter anderem soll Poggenburg wohl nicht einmal ein Redemanuskript f├╝r die Rede, die er angeblich halten wollte, dabei gehabt haben. Kann ich aber aus der Ferne nicht beurteilen. Fakt ist, dass durch Ank├╝ndigungen im Internet schon vorher bekannt war, dass St├Ârungsaktionen (auch von Nicht-Studenten!) geplant waren. Ich nehme an, dass man diesen "Skandal" gerne mitgenommen hat, nicht zuletzt aus den von dir genannten Gr├╝nden.

Den Zeit-Artikel habe ich auf die Schnelle nicht gefunden, aber wieso sollte ich einen Artikel ├╝ber Panik, Zerfall Europas und Krieg schreiben? Wo ich doch immer zur Besonnenheit mahne und gewiss nicht zum Pessimismus neige? Dar├╝ber hinaus sehe ich keinen unmittelbar bevorstehenden Krieg. Ich sage nur, dass die Entsachlichung der aktuellen Weltpolitik, welche ersetzt wird durch Holzhammer-Rhetorik, offene Ausgrenzung und Beleidigungen ein Klima schafft, in welchem Konflikte zwischen z.B. ethnischen oder sozialen Gruppen leichter entstehen respektive aufbrechen k├Ânnen, was seinerseits den Weg f├╝r Eskalationen ebnet.

Der Beitrag wurde von Matt bearbeitet: 14. Jan 2017, 10:02


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Voivod
Beitrag 14. Jan 2017, 11:06
Beitrag #31


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^Der Artikel war sogar der Aufmacher, doch jetzt ist er weg! Ein dreiseitiger Kommentar. Vielleicht ist er in der gedruckten Ausgabe? Vielleicht hat ihn der Onlineredaktor auch gleich wieder raus genommen, weil das Geschreibsel einfach zu idiotisch war.

Na klar war sich die AfD bewusst, dass es Randale gibt! Die Leute m├╝ssen sich nur zur├╝cklehnen, politische Gegner und die Medien ├╝bernehmen den Wahlkampf. So wurde auch die SVP bei uns gross, die Partei konnte sich gem├╝tlich in der Opferrolle einrichten. Es gab nur noch ein Thema: Gegen die SVP, die sind gef├Ąhrlich. Es ist das gleiche Spiel, siehe Trump. So macht man "Rechtspopulisten" gross. Das ist einfach beschissenes Politmarketing, eine dumme Strategie, da werden simpelste psychologische Reflexe ignoriert und ein Eigentor nach dem anderen geschossen im Bem├╝hen, den Feind niederzuschreiben und niederzubr├╝llen. In Deutschland gab es mal eine eurokeptische Kleinstpartei am rechten Rand, die von der Fl├╝chtlingskrise profitiert hat und durch das Zeter und Mordio erst recht bekannt wurde und jetzt bei ├╝ber zehn Prozent ist. Statt sie sachlich in den demokratischen Prozess einzubinden und die Kr├Âte zu schlucken und sie sich selbst entlarven zu lassen, werden die Kerle weiter flei├čig unterst├╝tzt durch st├Ąndiges Kontra, st├Ąndige Warnungen, Panikmache... Das bewirkt genau das Gegenteil. Verdammt nochmal, aaargghhh! Vielleicht passiert ja dasselbe mit den Gr├╝nen. Die taten mir in den letzten Tagen leid. Irgend ein Parteimitglied sagt was Seltsames, und die Sau wird mit aller Macht durch das Dorf getrieben! Seit Jahren hatte ich wieder mal Sympathien f├╝r die Gr├╝nen! laugh.gif Vielleicht gewinnen Sie als Pariah und Underdog ja sogar ein paar Stimmen, denn die Leute m├Âgen Rebellen... wink.gif Die Gr├╝nen aber ruderten zur├╝ck, haben sich quasi entschuldigt und wollen jetzt sogar nach Afghanistan abschieben lassen. Dumm! Die Gr├╝nen k├Ânnen bei den Wahlen zulegen, indem sie sich weiterhin klar zu Multikulti und der weiteren Aufnahme von Fl├╝chtlingen bekennen, inklusive Familiennachzug! Als letzte Bastion der Willkommenskultur, nachdem Merkel schon lange die Schraube anzieht. So kommen sie auf 18 Prozent oder so, so geben sie sich Profil! Es gibt immer noch genug W├Ąhler, die eine radikale Willkommenskultur wollen und jetzt von Merkel entt├Ąuscht sind. Aber nein, auf mich h├Ârt ja niemand. sad.gif Beim Stimmenfang (darum geht's in der Politik ja prim├Ąr, P├Âstchen ergattern) stellen sich manche echt bl├Âd an.

Klar, das mit der Entsachlichung stimmt schon. Da schenken sich alle Beteiligten zur Zeit nichts. McCain nennt gestern Putin einen M├Ârder, es geht um golden showers des k├╝nftigen US-Pr├Ąsidenten, und letzterer ist und bleibt wohl f├╝r immer ein Elefant im Porzelanladen und wird es wohl nicht mehr lernen... Die Chinesen warnen von Atomkrieg. Innerhalb der Gesellschaften tun sich eh die Gr├Ąben auf, befeuert durch social media und auch die normale Presse, die munter mitspielt. Es wird spannend.

Aber ich schweife ab. Vielleicht habe ich dich mit meinem Bruder verwechselt, der redet st├Ąndig von Krieg. Gut, dass du nicht der Trumphysterie verf├Ąllst! Aaargghhh! Die Leute m├╝ssen echt mal runterkommen. Zumindest die, die am Ruder sind.
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Voivod
Beitrag 14. Jan 2017, 11:20
Beitrag #32


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Ach ja, zur Verteidigung von Herrn Trump: Wenn man mir in der Presse Pinkelspiele mit russischen Nutten unterstellen w├╝rde, w├Ąre ich auch verdammt sauer! laugh.gif Das ist schon starker Tobak, und ein Trump l├Ąsst sowas nicht auf sich sitzen, auch nicht von CNN. Darum war er wohl auch so "erregt" bzw. peinlich ber├╝hrt. Kann ich voll nachvollziehen. laugh.gif Eine bizarre Angelegenheit, die Sache mit der russischen Einflussnahme, Putin, dem Ex-Agenten mit seinen Enth├╝llungen, etc... Wie ein Krimi. Keine Ahnung, was da noch rauskommt. Jedenfalls haben sich alle wie die Geier auf die Sache gest├╝rzt. Drama pur. Gie├čt unn├Âtig ├ľl ins Feuer.
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Blaidd_Drwg
Beitrag 14. Jan 2017, 12:22
Beitrag #33


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Das mit dem Feuerwerksk├Ârper war eine wirklich dumme Aktion.
Warum hat es Herr Poggenburg eigentlich n├Âtig Vertreter der Partei "die Rechte" , Ingo Zimmermann und Maik Range, zu einer solchen Veranstaltung mitzubringen? Aber damit kommt man leicht vom Thema ab.
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Voivod
Beitrag 14. Jan 2017, 12:59
Beitrag #34


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ZITAT(Blaidd_Drwg @ 14. Jan 2017, 12:22) *
Das mit dem Feuerwerksk├Ârper war eine wirklich dumme Aktion.
Warum hat es Herr Poggenburg eigentlich n├Âtig Vertreter der Partei "die Rechte" , Ingo Zimmermann und Maik Range, zu einer solchen Veranstaltung mitzubringen? Aber damit kommt man leicht vom Thema ab.


AFAIK sollte der AfD-Mensch nur einleiten und anschlie├čend ein Professor die Gender Studies-Religion zerpfl├╝cken. Die Studenten h├Ątten wohl auch "protestiert" (bzw. die Uni mit einem Fussballstadion verwechselt), wenn keine Rechten dabei gewesen w├Ąren. Wieso k├Ânnen die nicht einfach zuh├Âren und nachher argumentieren? Oder vor der Uni protestieren? V├Âllig bescheuert und kindisch, auch ohne den B├Âller. Geh├Ârt die Uni linksradikalen Aktivisten? Echt toller Diskurs. Aber eben, die schiessen sich selbst ins Knie.Voll reingerasselt in die Falle. Die best├Ątigen echt alle Klischees von verstrahlten Linksfaschoprolls und merken es nicht mal. Peinlicher als Pegida, da "gebildet". Kids these days... Edit: Bevor Jou wieder sagt, ich trolle nur: V├Âllig normal, dass die Studentenschaft h├Ąufig linkslastig ist, ist auch ok. War auch an meiner Fachhochschule so, aber man hat abweichende Meinungen noch zugelassen. Sp├Ąter wurden aus allen strammen Marxisten eh brave B├╝rgerliche. Oder maximal Sozialdemokraten. Ich kenne die Szene! wink.gif Leser immer noch Indymedia, haha. War mal ne coole Sache.

Aber zur├╝ck zum Trumpster! biggrin.gif

Der Beitrag wurde von Voivod bearbeitet: 14. Jan 2017, 13:19
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Adm. Ges
Beitrag 14. Jan 2017, 17:26
Beitrag #35


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ZITAT(Voivod @ 14. Jan 2017, 12:59) *
Geh├Ârt die Uni linksradikalen Aktivisten?


Das scheint zumindest deren Meinung zu sein. Die Demagogen sind links genauso wie rechts zu finden.


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Voivod
Beitrag 15. Jan 2017, 10:58
Beitrag #36


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ZITAT(Adm. Ges @ 14. Jan 2017, 17:26) *
ZITAT(Voivod @ 14. Jan 2017, 12:59) *
Geh├Ârt die Uni linksradikalen Aktivisten?


Das scheint zumindest deren Meinung zu sein. Die Demagogen sind links genauso wie rechts zu finden.


Wer nur im eigenen ideologischen Saft schmort, merkt irgendwann gar nicht mehr, wenn er zum Demagogen verkommt. Hat gar nix mit der Weltanschauung zu tun. Wie die heisse G├Âhring-Eckhard letzthin gesagt hat, sind wir alle Blasenbewohner! biggrin.gif Aber gerade an einer Uni sollte sowas tabu sein.
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Matt
Beitrag 15. Jan 2017, 12:58
Beitrag #37


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Ein paar kurze Erg├Ąnzungen:
- Ich w├Ąre vorsichtig, dass man nicht den Eindruck erweckt, man w├╝rde sich den Begriff "Gender-Religion" zueigen machen wollen (Anf├╝hrungszeichen o.├Ą. sollten wenigstens sein). Das ist ein Kampfbegriff, der die Wissenschaftlichkeit von Gender Studies insgesamt desavouieren soll. Gern kann man sich kritisch damit auseinandersetzen, aber dann bitte inhaltlich bez├╝glich individueller Forschungsresultate und nicht pauschal.
- Der Hinweis mit der Uni, an der Scheuklappen-Denken doch eigentlich tabu sein sollte, greift ein wenig zu kurz. Nat├╝rlich sind auch Studenten nicht davor gefeit, in einer Filterblase zu leben und f├Ąlschlicherweise davon auszugehen, dass ihre Sichtweise alternativlos sei. Im konkreten Fall ist es aber nachweislich so, dass schon vorher auch im nicht-studentischen Umfeld massiv f├╝r Proteste getrommelt wurde. Ich kann es nicht beweisen, aber ich w├╝rde darauf wetten, dass die gr├Â├čten St├Ârer keine Studenten waren. Au├čerdem sind Protestaktionen gegen Extremisten zun├Ąchst erst einmal v├Âllig legitim (ja, Poggenburg ist selbst innerhalb der AfD eher weit rechts, und die mitgebrachten "Die Rechte"-Funktion├Ąre - einer Partei ├╝brigens, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird und mit der die AfD offiziell gar nicht kooperiert - erst recht). Es gibt nicht wenige Juristen, die im Falle von politischen Extremisten auch sogenannten zivilen Ungehorsam f├╝r legitim halten. Ich sehe das differenzierter, nicht zuletzt, weil nat├╝rlich die Definition, was "extrem" ist, immer im Auge des Betrachters liegt, aber zumindest die Partei "Die Rechte" wirbt offen f├╝r eine Abschaffung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Problematisch wird es aus meiner Sicht also erst dann, wenn der Protest in Gewalt umschl├Ągt. Dass dies passieren konnte, lag allerdings laut Augenzeugen nicht nur an "erlebnisorientierten Jugendlichen" aus dem au├čeruniversit├Ąren linksextremen Spektrum, sondern auch an massiven Provokationen vor allem seitens Poggenburgs Begleitern, z.B. in Form von verbal ge├Ąu├čerten Gewaltphantasien gegen politisch Andersdenkende nach der eigenen Machtergreifung (um es mal nett zu umschreiben). Rechtfertigt alles keine B├Âllerw├╝rfe oder ├ähnliches, sollte aber f├╝r ein differenziertes Bild im Hinterkopf behalten werden.

Der Beitrag wurde von Matt bearbeitet: 15. Jan 2017, 13:03


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Voivod
Beitrag 15. Jan 2017, 13:45
Beitrag #38


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^Oh Mann, sag mir nicht, wie ich schreiben soll. Wenn du irgendwo Anf├╝hrungszeichen vermisst, denke sie dir dazu. Wir k├Ânnen schon gerne ├╝ber die Gender Studies-Pseudowissenschaft diskutieren, aber das sprengt wohl den Thread. Mit dir muss ich das ja hoffentlich eh nicht, denn du bist ja echter Wissenschafter und darum meiner Meinung. tongue2.gif wink.gif Alles andere w├Ąre schockierend, haha.
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Matt
Beitrag 15. Jan 2017, 14:17
Beitrag #39


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Wenn du dir den Begriff tats├Ąchlich zueigen machen wolltest, in dem Sinne, dass du Gender Studies *pauschal* f├╝r Unsinn h├Ąltst, dann h├Ątte ich dich falsch verstanden - und dann bed├╝rfte es in der Tat keiner distanzierenden Anf├╝hrungszeichen. In diesem Fall m├╝ssten wir aber auch nicht weiter dr├╝ber diskutieren. Meiner Erfahrung nach haben diejenigen, die solche pauschalen Abwertungen vornehmen, von der Thematik h├Âchstens rudiment├Ąre Kenntnisse und plappern nach, was sie irgendwo aufgeschnappt haben. Wenn das bei dir anders sein sollte, dann bin ich auf deine differenzierten wissenschaftlichen Widerlegungen von Gender Studies an sich total gespannt...

Der Beitrag wurde von Matt bearbeitet: 15. Jan 2017, 14:18


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Voivod
Beitrag 15. Jan 2017, 14:40
Beitrag #40


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^Wenn du die gender studies als das Studium des Verh├Ąltnis der Geschlechter, (und zwar deskribitiv!) und allem, was damit zusammenh├Ąngt verstehst, sind sie eine Wissenschaft. Aber das wird an den Universit├Ąten zur Zeit nicht gelehrt. Nur weil die gender studies v.a. Von Leuten angegriffen werden, die traditionelle Geschlechterrollen bef├╝rworten, muss man f├╝r ideologisch aufgeladene Lehren noch lange keine Sympathie haben. Die AfD zum Beispiel greift die Gender Studies aus den falschen Gr├╝nden an. Biologen greifen sie aus den richtigen Gr├╝nden an. Man kann Gender Studies z.B. kritisieren, weil fast nur Frauen lehren und studieren. Das ist schon mal verd├Ąchtig. Das greift aber zu kurz. Simpel gesagt ist die Grundannahme der gender studies in der heutigen Form, dass Sex und Gender getrennt werden m├╝ssen, da Gender ein soziales Konstrukt ist. Die Biologen widersprechen da heftig.
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Matt
Beitrag 15. Jan 2017, 15:13
Beitrag #41


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Ich gebe mir eigentlich M├╝he, nicht zum Grammar Nazi zu mutieren, aber sagen wir so: Mir ist suspekt, wenn jemand elementare Grundbegriffe wissenschaftlichen Arbeitens ("deskriptiv") so falsch schreibt, dass Tippfehler als Erkl├Ąrung im Wesentlichen ausscheiden.
Wollen wir uns trotzdem nicht mit diesem Detail aufhalten.

Ich wei├č gerade nicht, wo ich anfangen soll, m├Âchte aber voranschicken, dass ich mir anma├če zu behaupten, von der Thematik einiges zu verstehen. Sowohl aus Interesse als auch durch meine eigene interdisziplin├Ąre Arbeit mit Biologen und Medizinern.
Ich versuche mich dem ganzen zun├Ąchst mal ganz vorsichtig von einer anderen Seite zu n├Ąhern: Mit gezielten R├╝ckfragen.

a) Inwiefern ist Gender Studies "ideologisch aufgeladen"? War Astronomie im Mittelalter klerikal aufgeladen?
b) Welche Biologen greifen "Gender Studies" an? (NB: Ich kenne keinen einzigen, der das tut). Was sind die "richtigen Gr├╝nde"?
c) Kann man Physik angreifen, weil fast nur M├Ąnner lehren und studieren?
d) Wieso sollte man Sex und Gender nicht trennen?

Das k├Ânnte interessant werden.

Der Beitrag wurde von Matt bearbeitet: 15. Jan 2017, 15:16


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Voivod
Beitrag 15. Jan 2017, 15:32
Beitrag #42


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Es war ein Tippfehler, ich h├Ątte "beschreibend" schreiben sollen... Soviel zum ersten Teil.

a) die Gender Studies sind aus der Frauenbefreiungsbewegung hervorgegangen und haben dadurch schon mal eine Agenda. In der heutigen Form gehen sie von Grundthesen aus. Das hat mit Wissenschaft nix zu tun.

b) z.B. Dawkins, weil sie den biologischen, evolution├Ąren Aspekt des Menschen noch ausklammern. Oder der hier:http://m.spiegel.de/lebenundlernen/uni/a-1050888.html#spRedirectedFrom=www&referrrer=

c) Nein, ich sage ja selbst, dass dies kein Kriterium ist!

d) kann man schon, aber dann muss man es als "Meinung" definieren und nicht als wissenschaftliche Erkenntnis. Im Deutschen gibt's ja nicht mal zwei W├Ârter daf├╝r. Erz├Ąhle mal einem Schwulen, er h├Ątte seine Neigung gew├Ąhlt, er sei quasi sozial halt schwul gemacht worden. Hat er sicher Freude...

Du kommst verdammt arrogant r├╝ber. Ich tippe halt auf dem Handy und benutze einfache Worte. Heisse Luft in Form von sch├Ânen Worten lehne ich ab. tongue2.gif

Warst du mal in einer Gender Studies-Vorlesung? Mal mit jemandem geredet, der das Fach belegt? Vielleicht reden wir ja von verschiedenen Dingen.


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Matt
Beitrag 15. Jan 2017, 16:21
Beitrag #43


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ZITAT
Du kommst verdammt arrogant r├╝ber.

Das kommt vor, wenn mein Bauchgef├╝hl "Dunning-Kruger" schreit. Tut mir leid.

ZITAT
die Gender Studies sind aus der Frauenbefreiungsbewegung hervorgegangen und haben dadurch schon mal eine Agenda.

Weil die Wurzeln im Feminismus liegen, hat die Fachrichtung automatisch eine Agenda?

ZITAT
In der heutigen Form gehen sie von Grundthesen aus. Das hat mit Wissenschaft nix zu tun.

In der wissenschaftlichen Arbeit geht man *immer* von Thesen aus. Diese versucht man dann mit unterschiedlichen Methoden zu falsifizieren.
Was du vielleicht meinst (ich kann nur spekulieren), ist, dass man die Ergebnisse in ein unverr├╝ckbares Korsett zw├Ąngen will, die Resultate also nicht ergebnisoffen sind. Was nicht passt, wird passend gemacht. Das w├Ąre tats├Ąchlich unwissenschaftlich. Deckt sich aber nicht mit meiner Erfahrung. Schwarze Schafe gibt es ├╝brigens in jedem Wissenschaftszweig.

ZITAT
b) z.B. Dawkins, weil sie den biologischen, evolution├Ąren Aspekt des Menschen noch ausklammern. Oder der hier:http://m.spiegel.de/lebenundlernen/uni/a-1050888.html#spRedirectedFrom=www&referrrer=

Der Spiegel-Mensch will ein Buch verkaufen und wirft mit provokanten Aussagen herum, auf dass die Presse ihm kostenlose Werbung beschere. Hat funktioniert, w├╝rde ich sagen. Inhaltlich ist das, wenn man alle Provokation wegl├Ąsst, sehr d├╝nn.
Trump-esk, k├Ânnte man sagen, um den Thread-Bezug herzustellen. wink.gif

ZITAT
kann man schon, aber dann muss man es als "Meinung" definieren und nicht als wissenschaftliche Erkenntnis.

Wenn man aber Evidenz f├╝r seine Thesen gesammelt hat, als was sollte man es dann bezeichnen?

ZITAT
Im Deutschen gibt's ja nicht mal zwei W├Ârter daf├╝r.

Das ist kein Argument f├╝r irgendwas. Wei├čt du selber.

ZITAT
Erz├Ąhle mal einem Schwulen, er h├Ątte seine Neigung gew├Ąhlt, er sei quasi sozial halt schwul gemacht worden. Hat er sicher Freude...

Ich nehme wirklich an, wir reden von verschiedenen Dingen. Blo├č dass ich nicht wei├č, wovon du redest. Ich rede von Gender Studies.
Jedenfalls behauptet kein seri├Âser Wissenschafter, egal welcher Fachrichtung, dass Geschlecht ein ausschlie├člich soziales/sozialkundliches Konstrukt ist. Realiter ist das ein Zusammenspiel zwischen biologisch determinierten Grundlagen und sozialen Komponenten. Zum einen gibt es kein bipolares biologisches Geschlecht: Rede mal mit einem Biologien oder Mediziner, was die Natur f├╝r krasse Dinge hervorbringt. Und da rede ich nicht einmal von genetischen Anomalien wie Klinefelter- oder Turner-Syndrom, sondern auch von ph├Ąnotypischen Erscheinungen, die klar zeigen, dass prim├Ąre und sekund├Ąre Geschlechtsmerkmale sowie der Charakter eines Menschen nicht allein durch Vorhandensein oder Nichtvorhandensein der Geschlechtschromosomen X und Y determiniert sind. Zum anderen gibt es soziale Pr├Ągungen, die dazu f├╝hren, dass Menschen, die in bestimmte Rollen gedr├Ąngt werden, sich auf bestimmte Weisen verhalten, die scheinbar archetypisch f├╝r ein bestimmtes Geschlecht sind. Beide Ebenen interagieren miteinander, die soziale Seite ist potenziell Ver├Ąnderungen ausgesetzt. In diesem Sinne hat der Schwule seine Neigung nicht selbst gew├Ąhlt, sondern eine genetische Pr├Ądisposition im Zusammenspiel mit seiner Umwelt hat ihn zu dem gemacht, was er ist. Erkl├Ąrt ├╝brigens auch, warum die sexuelle Pr├Ąferenz eines Menschen sich im Laufe des Lebens ├Ąndern *kann*, aber nicht muss.

ZITAT
Warst du mal in einer Gender Studies-Vorlesung? Mal mit jemandem geredet, der das Fach belegt?

Ja. Du? Im Wesentlichen eine Art Soziologie, viel Empirie, mit starkem Fokus auf Geschlechtsthemen, Studentinnen sind in der Mehrheit - ├Ąhnlich wie in Lehramtsf├Ąchern oder Biologie. So what?

Der Beitrag wurde von Matt bearbeitet: 15. Jan 2017, 16:37


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Voivod
Beitrag 15. Jan 2017, 16:59
Beitrag #44


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Sorry, aber ich glaube eher Dawkins als deiner Wenigkeit. Yup, genau das meine ich ja, die Forschung ist nicht ergebnisoffen, zumindest bei uns. Ach, der Wissenschafter hat ein Buch zum Thema geschrieben und sich dadurch disqualifiziert. Muss man gar nicht beachten, der will ja nur Geld machen. Interessante Aussage! Was f├╝r provokative Aussagen denn?

Meine pers├Ânliche Erfahrung mit Gender Studies beschr├Ąnkt sich auf einen halbj├Ąhrlichen Kurs, den ich besuchen musste, uns mit dem intensiven Austausch (Streit) mit einer F├╝nft Semester-Studentin des Fachs.

Klar ist es ein Problem, wenn eine Wissenschaft einer sozialen Errungenschaft dienen soll bzw. sich die Dinge ├╝ber extrem ├╝berschneiden. Gender studies sollten gar keine Bezugspunkte zu Ideologien wie third wave feminism haben, in der Praxis tun sie das aber heftigst. Das Problem sind f├╝r mich sind nicht mal die Erkenntnisse, feministische Debattierclubs darf es geben und jeder seine Meinung haben. Das Problem ist halt, dass die Erkenntnisse ├╝berall einflie├čen sollen und z.B. die Sprache von oben herab durchgegendert werden soll. Oder das die P├Ądagogik davon gepr├Ągt werden soll. Dies kann man aus Gr├╝nden der Gleichberechtigung tun, aber nicht aufgrund von Thesen oder gar Weltbildern. Am Ende ist es eh wieder der alte Konflikt zwischen dem Menschen als Affen oder als Kulturwesen mit Geist. Lilienf├Ącher gegen die exakten F├Ącher. Psychologie war fr├╝her ein Lilienfach, heute wird zuerst mal Hirnchemie geb├╝ffelt. Sollte bei den gender studies auch passieren. Ich schreibe ja, es ist "noch" keine Wissenschaft!

Keine Ahnung, wer Dunning-Kruger ist! laugh.gif

Der Beitrag wurde von Voivod bearbeitet: 15. Jan 2017, 17:01
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Matt
Beitrag 15. Jan 2017, 17:11
Beitrag #45


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ZITAT(Voivod @ 15. Jan 2017, 16:59) *
Sorry, aber ich glaube eher Dawkins als deiner Wenigkeit.

Genau, du glaubst. Wissen ist besser als glauben. Glaub mir.

ZITAT
Yup, genau das meine ich ja, die Forschung ist nicht ergebnisoffen, zumindest bei uns. Ach, der Wissenschafter hat ein Buch zum Thema geschrieben und sich dadurch disqualifiziert.

Sage ich nicht. Sollte einen nur etwas vorsichtiger machen.

ZITAT
Was f├╝r provokative Aussagen denn?

Ähm, fast alle? Zum Beispiel der Vergleich mit dem Kreationismus?

ZITAT
Klar ist es ein Problem, wenn eine Wissenschaft einer sozialen Errungenschaft dienen soll bzw. sich die Dinge ├╝ber extrem ├╝berschneiden.

Gender Studies soll einer Errungenschaft "dienen"? Erz├Ąhl!

ZITAT
und z.B. die Sprache von oben herab durchgegendert werden soll.

Was ist "durchgendern"? Sogenannte geschlechtergerechte Sprache? Und das hat jemand "von oben" jetzt uns allen verordnet? Interessant.

ZITAT
Oder das die P├Ądagogik davon gepr├Ągt werden soll. Dies kann man aus Gr├╝nden der Gleichberechtigung tun, aber nicht aufgrund von Thesen oder gar Weltbildern.

Auf jeden Fall sollte man wissenschaftliche Erkenntnisse in die P├Ądagogik einflie├čen lassen. Auch solche aus Gender Studies.

ZITAT
Psychologie war fr├╝her ein Lilienfach, heute wird zuerst mal Hirnchemie geb├╝ffelt. Sollte bei den gender studies auch passieren. Ich schreibe ja, es ist "noch" keine Wissenschaft!

Dann ist Soziologie auch keine Wissenschaft? Oder Philosophie?


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Voivod
Beitrag 15. Jan 2017, 17:27
Beitrag #46


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Jetzt stellst du dich absichtlich bl├Âd. Oder evtl. ist es ja keine Absicht. Die letzte Frage ist jedenfalls Beweis daf├╝r.

Aber weil du ja selber eher Vertreter der PC-Kultur bist und sofort anspringst, wenn jemand "frauenfeindlich" ist, f├Ąllt dir das Gegendere wahrscheinlich nicht mal negativ auf bzw. als Frauenversteher bist du der Sache eh positiv verbunden. Aber rational ist das nicht, Herr Doktor.

So long.
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Matt
Beitrag 15. Jan 2017, 17:32
Beitrag #47


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F├╝r Gleichberechtigung und gegen Frauenfeindlichkeit einzutreten, ist nicht rational? Interessant. ├ťbrigens bin ich kein Freund der sogenannten geschlechtergerechten Sprache. Ich wei├č nur gerade nicht, was das eine mit dem anderen zu tun haben soll?

Und dass du meine letzte Frage nicht verstehst, ist bezeichnend. Ich lege dar, dass Gender Studies (sofern seri├Âs durchgef├╝hrt) eine Art Soziologie ist. Du sprichst dem Fach die Wissenschaftlichkeit ab. Aus Gr├╝nden, die mir immer noch nicht klar sind. Kommst dann mit naturwissenschaftlichen Kriterien (Hirnchemie), die viele andere Wissenschaftszweige auch nicht erf├╝llen. Und wunderst dich dann ├╝ber meine Nachfrage.


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Voivod
Beitrag 15. Jan 2017, 18:11
Beitrag #48


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ZITAT(Matt @ 15. Jan 2017, 17:32) *
F├╝r Gleichberechtigung und gegen Frauenfeindlichkeit einzutreten, ist nicht rational? Interessant. ├ťbrigens bin ich kein Freund der sogenannten geschlechtergerechten Sprache. Ich wei├č nur gerade nicht, was das eine mit dem anderen zu tun haben soll?

Und dass du meine letzte Frage nicht verstehst, ist bezeichnend. Ich lege dar, dass Gender Studies (sofern seri├Âs durchgef├╝hrt) eine Art Soziologie ist. Du sprichst dem Fach die Wissenschaftlichkeit ab. Aus Gr├╝nden, die mir immer noch nicht klar sind. Kommst dann mit naturwissenschaftlichen Kriterien (Hirnchemie), die viele andere Wissenschaftszweige auch nicht erf├╝llen. Und wunderst dich dann ├╝ber meine Nachfrage.


Klar verstehe ich deine subversive Frage, und du weisst ganz genau, dass ich Philosophie und Soziologie f├╝r richtige Wissenschaft halte. Was hat gendergerechte Sprache wohl mit Gender Studies zu tun? Der Kram ist auf dem Mist der Gender Studies gewachsen!

Irrational ist z.B., die Erkenntnisse des Biologen zu ignorieren. Keine seiner Aussagen ist provokativ. Er sagt zum Beispiel, 80 Prozent der M├Ąnner wollen eine devote Frau. T├Ânt schlimm, aber wenn es nun mal so ist? Er begr├╝ndet es ja, er findet es selber schrecklich. Aber wenn es nun mal so ist? Was ist daran provokant? That's Science.

Gender Studies vermischen alles: ein bisschen Empirie, viel Feminismus, sozialer Aktivismus und ausserdem die mir extrem verhasste PC. Und ihre "Erkenntnisse" werden von Biologen abgelehnt. Sofern sich die Biologen ├╝berhaupt getrauen was zu sagen, der Vorwurf der Frauenfeindlichkeit ist ja sofort da. Daran sieht man ja, dass gender studies sofort mit Frauenangelegenheiten
In Verbindung gesetzt werden, auch von ihren Bef├╝rwortern. Und so schliesst sich der Kreis. Gender science als Feigenblatt f├╝r Feminismus. So, muss mich mal um meine Ollen k├╝mmern! wink.gif

Wollte dich nicht anfahren, vielleicht lese ich in deine Beitr├Ąge mehr rein, als dasteht. Auf einen gr├╝nen Zweig kommen wir jedenfalls nicht.



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Matt
Beitrag 15. Jan 2017, 22:10
Beitrag #49


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ZITAT(Voivod @ 15. Jan 2017, 18:11) *
du weisst ganz genau, dass ich Philosophie und Soziologie f├╝r richtige Wissenschaft halte.

Nur ist Gender Studies auch "nur" eine Art Soziologie. An manchen Unis sogar unter dem gleichen Lehrstuhl zusammengefasst. Darum verstehe ich dein Problem nicht. Weil es schwarze Schafe gibt, die unliebsame Ergebnisse unterdr├╝cken, weil sie ihnen nicht ins Weltbild passen? Das gab's in anderen Wissenschaften (Physik, Medizin, Biologie o.├Ą.) in den letzten Jahren leider nicht selten. Man will eben das herausbekommen, was der Auftraggeber sich vorgestellt hatte. Klar ist das furchtbar und hochgradig unwissenschaftlich, aber tu doch nicht so, als w├Ąre so etwas typisch f├╝r Gender Studies.

ZITAT
Was hat gendergerechte Sprache wohl mit Gender Studies zu tun? Der Kram ist auf dem Mist der Gender Studies gewachsen!

Wie ich oben polemisch bemerkt habe: Wer zwingt dich denn "von oben" dazu, so zu sprechen? Richtig, keiner. Nicht einmal die Studentinnen oder Studenten (sic!) bzw. deren Lehrkr├Ąfte an Universit├Ąten sind dazu gezwungen. Otto-Normalb├╝rger gleich gar nicht. Fakt ist: Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge (├╝brigens eher der Linguistik zuzurechnen - das ist dann also auch keine Wissenschaft, richtig?) f├╝hlen sich Frauen beim sogenannten generischen Maskulinum mehrheitlich nicht mitgemeint. Nat├╝rlich wissen sie, dass sie gemeint sind (Kontext!), aber unterbewusst (das kann man durch clevere, wenn auch nicht unumstrittene, Studiendesigns zeigen) f├╝hlen sie sich nicht angesprochen. Jetzt kann man folgendes tun: 1. Gar nix. Nach dem Motto: Wir haben andere Sorgen und was jucken mich Frauen, lief bisher doch alles super (zumindest f├╝r mich als Mann), 2. Sich Alternativen ├╝berlegen. Da gibt es mittlerweile ganze Zoos an Vorschl├Ągen, zu denen ich seitenweise schreiben k├Ânnte (in short: alle irgendwie flawed). Eines sollte man aber nicht tun: Das ganze l├Ącherlich machen, das ist infantil. So wie Menschen gern ├╝ber Sachen lachen, die sie nicht verstehen.

ZITAT
Irrational ist z.B., die Erkenntnisse des Biologen zu ignorieren.

Die ignoriere ich gar nicht. Die ignoriert auch kein seri├Âser Gender-Forscher. Es geht letztlich - stark vereinfacht - darum, dass jeder nach seiner Fa├žon gl├╝cklich werden kann und sich nicht in Rollenklischees dr├Ąngen lassen muss. Wer als Mann einen Mann heiraten will, soll das tun d├╝rfen. Wer sich als Mann feminin f├╝hlt, sollte die M├Âglichkeit haben, als Transgender anerkannt zu werden (inklusive medizinischen Eingriffen, falls gew├╝nscht). Wer als Frau - ich ├╝bertreibe bewusst - Schmiedin werden will, soll das tun d├╝rfen (sofern die K├Ârperkraft ausreicht). Und so weiter. Dies garantiert unsere Gesellschaft aber nicht. Trotz einiger Fortschritte werden die meisten zumindest argw├Âhnisch be├Ąugt, wenn nicht sogar angefeindet, die von der gef├╝hlten Norm abweichen. Und genau da kommt der Unterschied zwischen Sex und Gender zum Beispiel zum Tragen. Das ist arg vereinfacht, aber das soll hier auch keine Vorlesung werden. Bez├╝glich der 80% M├Ąnner, die gern eine devote Frau h├Ątten, kann ich nur sagen: Ich kenne entsprechende Studien nicht (m├╝sste man im Original nachlesen), aber sofern nicht auch 80% der Frauen gern devot sind (Spoiler: sind sie nicht), haben wir hier ein kleines Problem. Kein seri├Âser Gender-Forscher verlangt, dass alle Frauen pl├Âtzlich tough wie Sigourney Weaver sein m├╝ssen. Es geht es darum, dass ihnen die Gesellschaft nicht einredet, sie m├╝ssten alle devot sein, weil sich das so geh├Ârt. Wenn niemand in dieser Hinsicht beeinflusst werden w├╝rden (unrealistisch, ich wei├č), g├Ąbe es immer noch einen nicht unerheblichen Teil der Frauen, die so leben m├Âchten. Das ist auch so okay, solange "devot" nicht bedeutet "unterdr├╝ckt" oder "missbraucht".

ZITAT
Keine seiner Aussagen ist provokativ.

Die meisten Aussagen sind provokant. Gender Studies ernsthaft mit Kreationismus zu vergleichen, ist totaler Unsinn. Kreationisten (auch da gibt es Leute, die sich Forscher nennen) ignorieren im Grunde jede naturwissenschaftliche Erkenntnis, die seit dem Mittelalter gemacht wurde, damit ihre "Theorie" passf├Ârmig wird: Genetische Verwandtschaftsstudien (Stichwort: Stammb├Ąume), Radioaktivit├Ąt (Radiokarbon-Datierung) und so weiter, und so fort. Das hat mit Wissenschaft nichts zu tun, sondern ist ein Feigenblatt der (christlichen) Religion. Und welche gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse ignorieren die Gender Studies? Ich bin ehrlich gespannt.

ZITAT
Und ihre "Erkenntnisse" werden von Biologen abgelehnt.

Nicht von denen, die ich kenne. Und die nehmen privat kein Blatt vor den Mund. Ich hatte es ja oben schon erkl├Ąrt, bei Bedarf dort nachlesen: Niemand behauptet ernsthaft, es g├Ąbe keine biologischen Geschlechter und alles sei nur soziale Pr├Ągung. Das ist h├Âchstens eine verleumderische Interpretation von Gegnern der Fachrichtung (die h├Ąufig deckungsgleich mit Gegnern der Gleichberechtigung sind). Das ganze ist selbstverst├Ąndlich multifaktoriell. Genetik spielt ebenso eine Rolle wie die soziale Komponente. Sagt auch jeder (Verhaltens-)Biologe. Ich sehe bei einem Wissenschaftszweig, der mit der Soziologie sowohl thematisch und auch methodisch verwandt ist, ├╝brigens kein Problem darin, sich verst├Ąrkt um die soziale Komponente zu k├╝mmern. Die ist n├Ąmlich bisher in der Tat nur wenig systematisch erforscht. Man darf dann nat├╝rlich nicht den Fehler machen, alles allein der sozialen Pr├Ągung zuzuschreiben. Das tut aber, ich wiederhole mich, kein seri├Âser Wissenschaftlicher.

ZITAT
Wollte dich nicht anfahren, vielleicht lese ich in deine Beitr├Ąge mehr rein, als dasteht. Auf einen gr├╝nen Zweig kommen wir jedenfalls nicht.

Das ist schade, weil jegliche Kritik in der von dir vorgetragenen Pauschalit├Ąt einfach ins Leere l├Ąuft. Und ich hatte gehofft, das w├Ąre leicht zu sehen.

Der Beitrag wurde von Matt bearbeitet: 15. Jan 2017, 22:30


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Beitrag 15. Jan 2017, 23:11
Beitrag #50


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ZITAT(Matt @ 15. Jan 2017, 22:10) *
ZITAT(Voivod @ 15. Jan 2017, 18:11) *
du weisst ganz genau, dass ich Philosophie und Soziologie f├╝r richtige Wissenschaft halte.

Nur ist Gender Studies auch "nur" eine Art Soziologie. An manchen Unis sogar unter dem gleichen Lehrstuhl zusammengefasst. Darum verstehe ich dein Problem nicht. Weil es schwarze Schafe gibt, die unliebsame Ergebnisse unterdr├╝cken, weil sie ihnen nicht ins Weltbild passen? Das gab's in anderen Wissenschaften (Physik, Medizin, Biologie o.├Ą.) in den letzten Jahren leider nicht selten. Man will eben das herausbekommen, was der Auftraggeber sich vorgestellt hatte. Klar ist das furchtbar und hochgradig unwissenschaftlich, aber tu doch nicht so, als w├Ąre so etwas typisch f├╝r Gender Studies.

ZITAT
Was hat gendergerechte Sprache wohl mit Gender Studies zu tun? Der Kram ist auf dem Mist der Gender Studies gewachsen!

Wie ich oben polemisch bemerkt habe: Wer zwingt dich denn "von oben" dazu, so zu sprechen? Richtig, keiner. Nicht einmal die Studentinnen oder Studenten (sic!) bzw. deren Lehrkr├Ąfte an Universit├Ąten sind dazu gezwungen. Otto-Normalb├╝rger gleich gar nicht. Fakt ist: Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge (├╝brigens eher der Linguistik zuzurechnen - das ist dann also auch keine Wissenschaft, richtig?) f├╝hlen sich Frauen beim sogenannten generischen Maskulinum mehrheitlich nicht mitgemeint. Nat├╝rlich wissen sie, dass sie gemeint sind (Kontext!), aber unterbewusst (das kann man durch clevere, wenn auch nicht unumstrittene, Studiendesigns zeigen) f├╝hlen sie sich nicht angesprochen. Jetzt kann man folgendes tun: 1. Gar nix. Nach dem Motto: Wir haben andere Sorgen und was jucken mich Frauen, lief bisher doch alles super (zumindest f├╝r mich als Mann), 2. Sich Alternativen ├╝berlegen. Da gibt es mittlerweile ganze Zoos an Vorschl├Ągen, zu denen ich seitenweise schreiben k├Ânnte (in short: alle irgendwie flawed). Eines sollte man aber nicht tun: Das ganze l├Ącherlich machen, das ist infantil. So wie Menschen gern ├╝ber Sachen lachen, die sie nicht verstehen.

ZITAT
Irrational ist z.B., die Erkenntnisse des Biologen zu ignorieren.

Die ignoriere ich gar nicht. Die ignoriert auch kein seri├Âser Gender-Forscher. Es geht letztlich - stark vereinfacht - darum, dass jeder nach seiner Fa├žon gl├╝cklich werden kann und sich nicht in Rollenklischees dr├Ąngen lassen muss. Wer als Mann einen Mann heiraten will, soll das tun d├╝rfen. Wer sich als Mann feminin f├╝hlt, sollte die M├Âglichkeit haben, als Transgender anerkannt zu werden (inklusive medizinischen Eingriffen, falls gew├╝nscht). Wer als Frau - ich ├╝bertreibe bewusst - Schmiedin werden will, soll das tun d├╝rfen (sofern die K├Ârperkraft ausreicht). Und so weiter. Dies garantiert unsere Gesellschaft aber nicht. Trotz einiger Fortschritte werden die meisten zumindest argw├Âhnisch be├Ąugt, wenn nicht sogar angefeindet, die von der gef├╝hlten Norm abweichen. Und genau da kommt der Unterschied zwischen Sex und Gender zum Beispiel zum Tragen. Das ist arg vereinfacht, aber das soll hier auch keine Vorlesung werden. Bez├╝glich der 80% M├Ąnner, die gern eine devote Frau h├Ątten, kann ich nur sagen: Ich kenne entsprechende Studien nicht (m├╝sste man im Original nachlesen), aber sofern nicht auch 80% der Frauen gern devot sind (Spoiler: sind sie nicht), haben wir hier ein kleines Problem. Kein seri├Âser Gender-Forscher verlangt, dass alle Frauen pl├Âtzlich tough wie Sigourney Weaver sein m├╝ssen. Es geht es darum, dass ihnen die Gesellschaft nicht einredet, sie m├╝ssten alle devot sein, weil sich das so geh├Ârt. Wenn niemand in dieser Hinsicht beeinflusst werden w├╝rden (unrealistisch, ich wei├č), g├Ąbe es immer noch einen nicht unerheblichen Teil der Frauen, die so leben m├Âchten. Das ist auch so okay, solange "devot" nicht bedeutet "unterdr├╝ckt" oder "missbraucht".

ZITAT
Keine seiner Aussagen ist provokativ.

Die meisten Aussagen sind provokant. Gender Studies ernsthaft mit Kreationismus zu vergleichen, ist totaler Unsinn. Kreationisten (auch da gibt es Leute, die sich Forscher nennen) ignorieren im Grunde jede naturwissenschaftliche Erkenntnis, die seit dem Mittelalter gemacht wurde, damit ihre "Theorie" passf├Ârmig wird: Genetische Verwandtschaftsstudien (Stichwort: Stammb├Ąume), Radioaktivit├Ąt (Radiokarbon-Datierung) und so weiter, und so fort. Das hat mit Wissenschaft nichts zu tun, sondern ist ein Feigenblatt der (christlichen) Religion. Und welche gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse ignorieren die Gender Studies? Ich bin ehrlich gespannt.

ZITAT
Und ihre "Erkenntnisse" werden von Biologen abgelehnt.

Nicht von denen, die ich kenne. Und die nehmen privat kein Blatt vor den Mund. Ich hatte es ja oben schon erkl├Ąrt, bei Bedarf dort nachlesen: Niemand behauptet ernsthaft, es g├Ąbe keine biologischen Geschlechter und alles sei nur soziale Pr├Ągung. Das ist h├Âchstens eine verleumderische Interpretation von Gegnern der Fachrichtung (die h├Ąufig deckungsgleich mit Gegnern der Gleichberechtigung sind). Das ganze ist selbstverst├Ąndlich multifaktoriell. Genetik spielt ebenso eine Rolle wie die soziale Komponente. Sagt auch jeder (Verhaltens-)Biologe. Ich sehe bei einem Wissenschaftszweig, der mit der Soziologie sowohl thematisch und auch methodisch verwandt ist, ├╝brigens kein Problem darin, sich verst├Ąrkt um die soziale Komponente zu k├╝mmern. Die ist n├Ąmlich bisher in der Tat nur wenig systematisch erforscht. Man darf dann nat├╝rlich nicht den Fehler machen, alles allein der sozialen Pr├Ągung zuzuschreiben. Das tut aber, ich wiederhole mich, kein seri├Âser Wissenschaftlicher.

ZITAT
Wollte dich nicht anfahren, vielleicht lese ich in deine Beitr├Ąge mehr rein, als dasteht. Auf einen gr├╝nen Zweig kommen wir jedenfalls nicht.

Das ist schade, weil jegliche Kritik in der von dir vorgetragenen Pauschalit├Ąt einfach ins Leere l├Ąuft. Und ich hatte gehofft, das w├Ąre leicht zu sehen.


Es ist ja echt nicht so, dass ich Extrempositionen vertrete. Die Gender Studies bzw. deren Wissenschaftlichkeit ist unter Beschuss wie wohl kaum eine andere an Unis vertretene Wissenschaft. Es werden Lehrst├╝hle geschaffen wie nix als Besch├Ąftigungstherapie f├╝r Feministinnen. Wozu, wenn man Gender Studies doch als winziges Untergebiet der Soziologie unterbringen kann? Sorry, aber f├╝r mich bleibt dieses Fachgebiet ein Vehikel von Ideologinnen, deren Welt sich um Frauenthemen dreht. Warum, habe ich jetzt echt genug lang erl├Ąutert, ich brauche halt nur nicht 20'000 Zeichen wie du. Was sind denn die Erkenntnisse dieser 100 oder wasweissich Lehrst├╝hle in Deutschland allein? Das es drei Sexes gibt, aber unz├Ąhlige Gender. Na gut. Wow. Nochmals, wer social Engineering betreiben will, oder positiv gesagt f├╝r Toleranz, gleiche L├Âhne, Akzeptanz von Minderheiten sorgen will, muss das nicht im akademischen, subventionierten Umfeld tun, sondern kann einen Verein gr├╝nden. Du sagst ja selbst, es geht darum, dass jeder nach seiner Fa├žon gl├╝cklich werden kann, ob schwul, lesbisch oder als Dragonkin. Gut! Einverstanden! Aber es ist nicht die Aufgabe der Wissenschaft, daf├╝r zu sorgen! Wozu braucht es da Lehrst├╝hle? Die relevanten wissenschaftlichen Fakten (dass Schwul sein keine lifestyle choice ist, etc...) sind ja schon lange bekannt.

Nat├╝rlich gibt es bereits den Versuch, alles durchzugendern und die Leute zu korrekter Sprache zu zwingen. Google mal "Genderprotokoll". Es ist einfach so, dass die meisten Leute das f├╝r Schwachsinn halten und eh nicht mitmachen. ├ťber Frauenquoten kann man ja noch so knapp diskutieren.

Warum die Naturwissenschafter, die du kennst, der Sache positiv gegen├╝ber stehen, kann ebenso damit zu tun haben, dass sich ihre Fachgebiete mit Gender Studies null ├╝berschneiden und sie keinen Schimmer haben. Leider! Oder sie wollen progressiv sein und nicht als Frauenfeinde gelten. Darum richten die Unis ja auch zig Lehrst├╝hle ein. It's the big thing! Ein Wahn. Soviele Gleichstellungsb├╝ros gibt es gar nicht, dass diese M├Ądchen alle einen Job finden... Da hilft es nur, noch mehr "Forschung" zu betreiben. Noch mehr Stellen schaffen.

Der Biologe hat recht, Kreationismus l├Ąsst sich hervorragend mit Genderlehre vergleichen, imo. Ich sehe null Provokation! *shrug* Und zum Gl├╝ck sehen das auch sehr viele andere Leute so. Darum vermute ich auch, dass der Kram bald wieder verschwindet.

Der Beitrag wurde von Voivod bearbeitet: 15. Jan 2017, 23:13
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